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Überraschungsevent (4): Cabriotour 2016

Sonntag, den 21. August 2016
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(3) -> 20.6.2016
Ctour 2011 -> 4.6.2011

Der Startschuss fiel im April: Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. In diesem Monat durfte ich das Event planen, im September ist sie dran.
Diesmal war allerdings einiges anders. Auch Geburtstags- und weiteren Gründen galt die 30-Euro-Hürde nicht. Zumindest nicht meinerseits.

Das Kleingedruckte war gar nicht so kleingedruckt – zumindest hinterher ist mir das aufgefallen. Obwohl ich beim Autoverleiher (natürlich!) ein BMW-Cabrio bestellt hatte, wurde es dann ein Audi A3. Ein merkwürdiges Systen, bei man sich im Internet zwar ganz genau ein Auto aussuchen kann, wo es dam Ende dann aber heißt, man könne das gar nicht, sondern nur einen Wagen einer bestimmten Fahrzeugklasse.
Aber egal, Cabrio ist Cabrio.

Bevor ich das Parkhaus verlassen konnte, musste ich mich erst mal einlesen – im Internet auf dem Smartphone. Ich musste mir erst mal raussuchen, wie man denn überhaupt das Dach öffnet. Ohne die Infos hätte ich das bestimmte Knöpfchen nicht gefunden. Oder die Handbremse, die auch nur aus einem Knopf besteht und nicht – wie ich es kenne – aus einem Hebel.

Das Wetter war einigermaßen sonnig, als wir auf der B1 den Berliner Südwesten erreichten. Da, wo die Stadt eigentlich keine Stadt mehr ist – zwischen dem Stadtteil Wannsee und der eigentlichen Stadtgrenze fährt man auf breiter Straße durch einen Wald. Im alten West-Berlin war das schon das Nigendwo, das Rückzugsgebiet für die Städter, die ja ansonsten kein Umland hatten.
Über die Glienicker Brücke erreichten wir Potsdam, wo die B1 eine merkwürdige Schleife ums Stadtzentrum macht – durch die Stadt wäre es kürzer gewesen, allerdings fand dort irgendeine rechte Demo statt, die wir dadurch immerhin umfahren hatten.

In Geltow verließen wir die B1 in Richtung Caputh. Fähre fahren muss einfach sein. Mit der Seilfähre ging es über das Gemünde.
Der Leihwagen hat ein Münchner Kennzeichen. Wir waren also Münchner. Na, Servus!
Auf der Fähre stand neben uns ein Auto aus Bayern. Die junge Dame am Steuer sprach uns gleich an. Dass es ja schön sei, dass wir auch auch Bayern kämen, und ob wir hier Urlaub machen. Die beiden neben uns kamen aus Fürth, und wir ließen sie in dem Glauben, wir kämen aus München. Ja, wir machen Urlaub und fahren durch die Potsdamer Region, erzählten wir.

Unterdessen erzählte uns das Auto, dass wir den Reifendruck nachmessen müssten. Druckverlust! Toll! Also hielten wir am Autohof an der B1 bei Plötzin an – um festzustellen, dass auf allen vier Reifen derselbe gute Druck herrscht. Also ließen wir die Leuchte Leuchte sein.

Autobahn im Cabrio ist bis zum Tempo 120 noch ganz erträglicher, sehr viel schneller sollte man nicht sein – zumindest nicht im T-Shirt. Warum eingepackt geht natürlich alles.
In Nauen machten wir einen Schlenker durch die Altstadt. Interessanterweise gibt es dort am Rande zwei Gebäude, die fast exakt so aussehen wie das Haus, in dem ich wohne. Da müssen Nauen und Oranienburg wohl dieselben Architekten gehabt haben.

Heidelbeeren waren bis vor kurzem absolut nicht in meinem Blickfeld. Erst als ich neulich beruflich auf dem Spargelhof in Kremmen war und welche kosten konnte, war ich angefixt. Also legten wir dort einen weiteren Zwischenstopp ein. Das Schlimme an Heidelbeeren ist: Wenn man einmal anfängt, welche zu essen, kann man kaum noch aufhören. Wie bei Schokolade oder Chips.

Langsam wurde es kühl. Normalerweise wäre die Fahrt durch den Wald der Ruppiner Schweiz nach Boltenmühle der schönste Teil der Strecke gewesen. Aber die Sonne war weg, dicke Wolken zogen auf. Als wir beim Essen unterm Sonnenschirm saßen, fing es an zu prasseln – und es war, als säßen wir in der Regenhölle auf den letzten Quadratzentimetern Trockenheit.
Die Stimmung war aber eh gedrückt. Ein paar hundert Meter entfernt gab es gleichzeitig einen Feuerwehreinsatz – irgendjemand war im Tornowsee ertrunken. Kurz zuvor waren wir an der Stelle noch vorbeigefahren.

Eigentlich war der Plan dann, mit geschlossenem Dach schnell zurück nach Berlin zu fahren – auf der Autobahn. Zwar regnete es erst mal nicht mehr, aber es war kühl.
Als wir auf der B5 aber Berlin erreichten, fing es erneut an, zu regnen.
Aber wir gaben nicht auf. Irgendwann musste es ja aufhören, denn eigentlich sollte die Abendfahrt durchs Zentrum der Höhepunkt werden. Sie fand auch statt – aber im Regen und dementsprechend nicht offen. Und es hörte auch nicht mehr auf, es pladderte immer mehr. Das hatten wir uns anders vorgestellt.

RTelenovela

Hoch über dem Havelland mit Kurs auf Tegel

Montag, den 14. September 2015
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Langsam geht die Sonne auf. Es wird hell, draußen im Himmel. Wir sind in gut 10 Kilometern Höhe, die Sicht ist phantastisch. Gerade sind wir über die Ostsee geflogen, zwischen Rostock und dem Darß haben wir wieder das Festland erreicht.
Es gibt wirklich bessere Tageszeiten für einen Flug von Keflavik in Island nach Berlin. Um 2.55 Uhr deutscher Zeit ging’s los, um 6.20 Uhr war unsere Landezeit in Berlin.
Es herrscht das große Schnarchen, überall um mich herum. Nur ich kann nicht schlafen. Ich sitze auf einem Mittelplatz, kann mich nicht strecken oder irgendwo anlehnen. Grauenvoll.

Wer mit dem Flieger in der Hauptstadt landet, hat mehrere Möglichkeiten anzukommen. Entweder nimmt der Flieger die Route über den Norden, dann geht es über Oranienburg, Schwanebeck und dann über Pankow nach Tegel.
Kein Wunder, dass wir beim Landeanflug auf Berlin immer die Nase ans Fenster drücken, um irgendwann endlich mal einen Ort wiederzuerkennen. Der große See da, ist das der Lehnitzsee am Rande von Oranienburg?

Aber diesmal war ich ratlos. Zumal der Flieger laut Anzeigetafel plötzlich die Flugrichtung änderte. Ich schaute raus aufs platte Land. Ab und zu ein Ort. Und dann lauter Windräder. Und die kamen mir bekannt vor, da musste der Windpark bei Nauen sein. Und da erkanngte ich auch schon Nauen. Wir flogen über den Berliner Ring und das Kreuz Berlin-Spandau. Über dem Outlet-Center in Elstal lag noch der nächtliche Schatten, weiter ging es über Dallgow-Döberitz und Falkensee. Es war kurz vor 6 Uhr, und da unter erwachte so langsam das Leben. Und wir bekamen eine frühmorgendliche Sightseeing-Tour über die Heimat. Nur dass niemand erklärt, was genau wir denn da unten sehen.

aRTikel

Heiligabend sind die Kirchen immer voll

Mittwoch, den 3. Dezember 2014
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Pfarrer Thomas Triebler aus Beetz hat nur am ersten Feiertag Zeit, um bei der Familie zu sein

MAZ Falkensee, 3.12.2014

Drei Wochen noch. Dann ist Heiligabend. Das Fest, auf das wir momentan alle hinarbeiten. Für viele Branchen gilt das im wahrsten Sinne des Wortes. Gaststätten haben vermehrt Weihnachtsfeiern und mehr Menschen zu Gast als sonst. Beim Friseur sind vor dem Fest kaum noch Termine zu bekommen. Beim Bäcker müssen die Plätzchen gebacken werden, Supermärkte oder Geschäfte in Einkaufspassagen bieten Sonderöffnungszeiten. Journalisten haben Sonderbeilagen zu füllen, und die Buchhändler haben einen höheren Umsatz als sonst. Zu Weihnachten fällt dann der Stress ab. Zumindest in einigen der Branchen. Bei manchen kehren erst Anfang Januar wieder mehr Ruhe und der Alltag ein.

Zum Beispiel bei Pfarrer Thomas Triebler aus dem Kremmener Ortsteil Beetz. Er hat nur am ersten Weihnachtsfeiertag richtig frei und Zeit für die Familie und private Besinnlichkeit. „Wir sind gerade dabei, verschiedene Gottesdienste vorzubereiten“, erzählt er. Das sind einige, denn im Kremmener Pfarrsprengel gibt es fünf Kirchen, allein Heiligabend finden sieben Gottesdienste statt. „Davon leite ich drei“, so der Pfarrer.
In diesen Tagen beginnt er, an seiner Weihnachtspredigt zu arbeiten. „Damit habe ich den Wunsch, die Leute auch wirklich zu erreichen.“ Dogmatische Redewendungen versucht er zu vermeiden, anhand von Beispielen sollen seine Zuhörer nachvollziehen können, wovon er spricht.
Für den Heiligen Abend sind darüber hinaus viele Absprachen zu treffen, „deutlich mehr als bei anderen Gottesdiensten“, so Triebler.

Schon am kommenden Wochenende findet in Sommerfeld vor der Kirche der Adventsmarkt statt, der von der Gemeinde organisiert wird. Auch dafür ist vieles vorzubereiten. Bis Weihnachten stehen darüber hinaus diverse Feiern in den Ortsteilen auf dem Plan. „Es gibt schon einen großen Bedarf, dass ich als Pfarrer da auch dabei bin“, erzählt Thomas Triebler. „Und es ist auch mein Ziel, dass ich das schaffe.“ Gerade hatte er noch eine Anfrage aus Groß-Ziethen, den Termin konnte er gerade noch dazwischenschieben – aber er macht das gern. „Es ist heute leider eine der wenigen Möglichkeiten, mit der Gemeinde und den Menschen Kontakt zu halten. Denn Einzelbesuche bei den Leuten zu Hause sind zeitlich kaum noch möglich.“ Deshalb sei es ihm auch sehr wichtig, gerade bei diesen Gruppentreffen vor Weihnachten dabei zu sein.

Die täglichen Pflichten bleiben jedoch auch im Dezember nicht aus. Gemeindekirchenrat, der Jahresabschluss, die Friedhofsverwaltung, das Büro. „Das läuft ja alles auch noch weiter“, sagt der Pfarrer und schmunzelt.
Heiligabend ist er bis etwa 23.30 Uhr unterwegs, da predigt er in der Beetzer Kirche. Am ersten Feiertag ist Zeit zum Luftholen. Der zweite Feiertag wird mit einem musikalischen Gottesdienst in Sommerfeld eröffnet. Erst nach Weihnachten wird es ruhiger, im Januar herrscht wieder der Alltag. „Aber bis dahin ist noch viel zu erledigen“, sagt Thomas Triebler.

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Buchhandel: Eifriges Stöbern nach Geschenken

Auf die Frage hin, wie es denn im Nauener Buchhandel mit dem Stress vor dem Weihnachtsfest aussieht, muss Michaela Marszalkowski erst mal lachen. „Da sind Sie genau richtig!“ In den Mittagzeiten, zum Feierabend – das sind die großen Stoßzeiten in der Theodor-Körner-Buchhandlung in der Mittelstraße in Nauen. Die Leute kaufen für sich, vor Heiligabend aber besonders Geschenke für andere ein. „Da ist eigentlich durchweg alles dabei“, sagt die Mitarbeiterin des Buchladens. Hochpreisige Bücher gehen momentan ebenso weg wie Hochliteratur und Taschenbücher.

Hin und wieder kommt es dabei zu lustigen Begebenheiten. So wissen Kunden manchmal nicht den genauen Titel eines Buches, das sie suchen: „Ich hab’s irgendwo gesehen, es ist blau!“, heißt es da schon mal. „Einmal fragte ein Kunde nach dem Roman ,Flucht aus dem Altenheim’“, erinnert sich die Buchverkäuferin. Gemeint war allerdings „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“.
Auch Heiligabend hat das Geschäft bis zum Mittag noch geöffnet. „Das ist der Tag, an dem die Last-Minute-Kunden zu uns kommen“, sagt Michaela Marszalkowski. Nach Weihnachten ist allerdings noch nicht Ruhe. „Dann kommen die Kunden mit Gutscheinen, die sie als Geschenk bekommen haben.“

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Viele Stollen fürs Fest
In der Bäckerei Forduhn in Groß-Ziethen werden Extraschichten geschoben

Bäcker Carsten Forduhn aus dem Kremmener Ortsteil Groß-Ziethen arbeitet vor Weihnachten in Sonderschichten. „Das Weihnachtsgebäck ist recht zeitaufwändig“, sagt er. Kekse und Mohnstollen werden vor dem Fest vermehrt verkauft.
Jede Nacht um 2 Uhr backt er zunächst Brote und Brötchen. „Dann folgen die Schnecken und der Kuchen.“ Um 6 Uhr stehen die Mohnstollen auf dem Plan, bevor noch weiteres Brot gebacken wird. Zu guter Letzt folgt noch der Butterstollen.

Das meiste geht bei Forduhns über verschiedene Vorbestellungen auf den Weg zu den Kunden. Dennoch hat Birgit Forduhn, die Ehefrau des Bäckermeistes, auch in ihrem Laden an der Alten Dorfstraße, noch viele Kunden und entsprechend gut zu tun.
Forduhns beliefern darüber hinaus auch das Schloss Ziethen, unweit der Bäckerei. Auch ist das kleine Unternehmen mit einem mobilen Verkaufsstand unterwegs. Damit beliefert Carsten Forduhn seine Kunden in den umliegenden Dörfern. Dazu gehören Klein-Ziethen, Vehlefanz oder auch Kremmen. „Da wird kurz gehupt, dann wissen die Leute schon Bescheid.“ Weitere Sonderbestellungen seien in der Bäckerei zeitlich schon gar nicht mehr zu schaffen.

Heiligabend wird bei ihm noch bis zum Mittag gearbeitet, dann kommen die letzten Kunden, um bei Forduhns einzukaufen. Schließlich stehe ja nicht nur Weihnachten vor der Tür, sondern auch ein extralanges Wochenende. Nach dem zweiten Feiertag folgen gleich der Sonnabend und der Sonntag. Heißt: Weihnachten ist erst mal Pause. Allerdings geht es schon am zweiten Feiertag gleich wieder los, denn dann steht schon der Wochenendeinkauf auf dem Programm. Am 27. Dezember, dem Sonnabend, soll dann schon wieder frisches Brot verkauft werden.
Rund um Neujahr wird es ähnlich verlaufen, so schätzt Carsten Forduhn die Situation ein. Erst Anfang Januar, nach sämtlichen Feierlichkeiten, könnte tatsächlich wieder ein bisschen Ruhe einkehren.

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Last-Minute-Haarschnitt
Auch Heiligabend gehen die Leute in Oranienburg noch zum Friseur

Es sind besonders die jungen Leute, die Heiligabend um 11.45 Uhr noch beim Friseur auftauchen – eine Viertelstunde, bevor das Geschäft schließt. Friseurin Monika Teichler lächelt, als sie das erzählt. Sie arbeitet im Laden von Jutta Quarg in der Oranienburger Havelstraße. „Das ist dann aber wirklich auf den letzten Drücker“, erzählt Monika Teichler.
Ob die Kunden dann noch dran kommen, hängt davon ab, wie voll das Geschäft ist. „Wenn wir schon zwei oder drei wartende Kunden haben, und es sind nur noch ein paar Minuten bis zum Geschäftsschluss, dann können wir irgendwann keinen mehr annehmen.“
Heiligabend ist ordentlich was los beim Friseur, aber auch schon in den Tagen davor. „Wir haben viele Stammkunden, die wissen das immer schon“, erzählt Monika Teichler.

Für die Mitarbeiter bedeutet das in der Zeit vor Weihnachten mehr Arbeit und durchaus auch Stress. Für die Friseurin ist das aber kein Nachteil. „Spaß macht die Arbeit trotzdem“, sagt sie. Zudem seien die meisten Leute ja auch immer nett. Nur manchmal käme es vor, dass die Kunden etwas gestresst seien. „Die schauen dann zu uns rein und sehen, dass da schon zwei Kunden vor ihnen warten, dann gehen sie gleich wieder raus, weil sie Angst haben, dass es zu lange dauert“, erzählt Monika Teichler. „Dabei geht das eigentlich recht schnell.“
Nach Weihnachten wird es in dem Geschäft deutlich ruhiger – zumindest scheinbar, so die Friseurin: „Allerdings beobachten wir, dass unsere älteren Kunden gerade dann erst kommen, weil sie dem Trubel vor dem Fest aus dem Weg gehen wollen.“

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Gastwirte: Bis Neujahr herrscht Hochbetrieb

Schon jetzt ist die Gaststätte „Sonnenburg“ in Oranienburg festlich geschmückt. An der Decke hängen lauter Schneekugeln, Weihnachtssterne und Adventskränze. „Wir haben jetzt viele Weihnachtsfeiern bei uns im Haus“, sagt Astrid Welz-Krinke, die Inhaberin des Lokals an der Robert-Koch-Straße.
Besonders an Donnerstagen und Freitagen finden die Feiern in der Regel statt. „Die normalen Familienfeiern haben wir aber auch noch, auch im Dezember werden ja schließlich Geburtstage gefeiert“, sagt die Gastronomin und lächelt.

Das Team in der Gaststätte, die es in der Stadt schon viele Jahrzehnte gibt, ist es gewöhnt, dass kurz vor Weihnachten das Haus gut gefüllt ist. Allerdings wird es in der „Sonnenburg“ zum Fest selbst noch nicht wirklich ruhiger. Nur Heiligabend – da ist das Haus geschlossen. „Wir haben mal versucht, an diesem Tag bis zum Nachmittag zu öffnen, aber da kam kaum jemand.“ Den Test haben die Gastronomen dann wieder aufgegeben. Dafür aber ist an den beiden Feiertagen ordentlich was los. Da wird das Haus wieder voll sein. „Das sind unsere Hauptkampftage“, sagt Astrid Welz-Krinke. Sie sieht das an den Tischbestellungen, die schon jetzt vorliegen.
Ob die Leute vor dem Fest in Sachen Trinkgelder spendabler sind als sonst, kann sie nicht sagen. „Das ist sehr unterschiedlich. Ich hoffe aber für meine Mitarbeiter, dass es so ist.“
Der vor- und nachweihnachtliche Stress zieht sich im Lokal noch weiter hin. Es folgen eine Woche nach dem Fest die Silvesterparty und der Neujahrsbrunch. „Eigentlich wird es bei uns erst ab 5. Januar ruhiger. Wobei wir uns eigentlich immer freuen, wenn es gerade nicht ruhig ist“, so die Leiterin des Lokals.

aRTikel

Ein Marathonmann im Rathaus

Dienstag, den 11. März 2014
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Bert Lehmann übernimmt das Bau- und Ordnungsamt in Kremmen. Er leitete 16 Jahre lang die Nauener Altstadtsanierung.

MAZ Oranienburg, 11.3.2014

KREMMEN
Kremmen läuft, und Bert Lehmann läuft mit. Das steht jetzt schon fest. „Sport ist mein Hobby“, sagt der 51-Jährige. Lehmann ist der neue Leiter des gerade erst geschaffenen Bau- und Ordnungsamtes der Stadt Kremmen. Im Sommer wird er der Nachfolger von Birgit Neumann-Hannebauer, die in den Ruhestand geht. Bis dahin will er Kremmen und seine Ortsteile noch näher kennenlernen, und die Veranstaltung „Kremmen läuft“ am 4. Mai steht schon in seinem Terminkalender. „Ich bin früher den Marathon gelaufen“, erzählt er. Seine beste Zeit: zwei Stunden und 37 Minuten. Er schmunzelt. „Ist aber schon eine Weile her.“

Seit Anfang Januar ist der Berliner täglich im Rathaus, um sich einzuarbeiten. Seine Vorgängerin Birgit Neumann-Hannebauer kennt er schon seit zehn Jahren, und sie war es auch, die ihm den Tipp gab, dass in Kremmen bald eine Stelle frei ist. „Das fand ich spannend“, sagt Bert Lehmann. 16 Jahre lang hatte er sich zuvor um die Altstadtsanierung in Nauen gekümmert. Diese soll in zwei Jahren abgeschlossen sein. „Da war klar, dass ich mich langsam nach anderen Bereichen umschauen möchte.“

In Kremmen wird er allerdings nicht nur für die Altstadt zuständig sein, sondern für alles, was das Bau- und Ordnungswesen betrifft. Im Rathaus fühlt er sich schon jetzt gut aufgehoben. „Hier herrscht eine gute Teamarbeit, es kann sich jeder auf jeden verlassen.“ Das sei keineswegs selbstverständlich, so Lehmann. „Es kann immer schwierig sein, wenn ein Neuer dazukommt.“ Wurde es aber nicht.

Seit 1966 lebt Bert Lehmann in Berlin. 1988 machte er sein Diplom als Stadt- und Regionalplaner. Er arbeitete im Bezirksamt Spandau, später in einem Falkenseer Planungsbüro, 1997 ging er nach Nauen. Wenn er heute dort durch die sanierte Altstadt spaziert, ist er zufrieden: „Das ist schon ein Stückchen mein Lebenswerk“, sagt er.

Ein Thema, das ihm in Kremmen am Herzen liegt, ist der Wohnungsbau. „Das Angebot ist momentan sehr dürftig“, so Lehmann. Die freie Fläche am Schlossdamm sei ideal für eine Bebauung (MAZ berichtete). „Die Entwicklung in Berlin und im Speckgürtel zeigt, dass das Wohnungsangebot in der Region wachsen muss.“ Er denkt auch an Lehrlinge, die hierzulande kaum Wohnungen finden. Eventuell lasse sich mit Fördergeldern im Klubhaus am Markt etwas machen, so überlegt er.

Lehmann lebt mit seiner Lebensgefährtin und zwei Söhnen auch weiterhin in Berlin. Der jüngere Sohn ist 14. Wenn er mit der Schule fertig ist, dann sei auch ein Umzug nach Kremmen möglich. Aber das lässt er sich noch offen. „Sommerfeld finde ich ganz nett“, sagt er. Auch Hohenbruch gefällt ihm, aber auch die Stadt Kremmen selbst.
Wenn Birgit Neumann-Hannebauer im Sommer in den Ruhestand geht, dann wird sie fehlen. „Sie ist hier die gute Seele, das Bindeglied für alle“, sagt Bert Lehmann. Er hofft, dass sie öfter im Rathaus vorbeischauen wird.

RTZapper

Havelland TV: Mercedes

Sonntag, den 4. November 2012
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SA 03.11.2012 | 19.10 Uhr | havelland TV

Seltsam, der Lokalsender havelland TV scheint mehr Reklame im Programm zu haben als echte lokale Berichte. Da läuft ein Gesundheitsmagazin, präsentiert von einer Knoblauchsaftfirma. Da läuft ein Film über altengrechte Wohnungen, offenbar bezahlt von der Wohnungsbaugenossenschaft, da als Werbesendung gekennzeichnet.
Und der genaue Unterschied zwischen redaktionellen Sendungen und Werbung scheint den Machern auch unklar zu sein.

Jede Stunde, sieben Tage lang und das nun schon in der dritten Woche – also mindestens 500-Mal (!) – läuft auf havelland TV ein Film über ein Nauener Mercedes-Autohaus. Der Chef erzählt, was für eine tolle Firma das ist. Der Sprecher im Hintergrund spricht vom Autohaus, als sei er ein Mitarbeiter (immer wieder spricht er von “unsere”).
Dabei kann es sich nur um Reklame handeln. Der Film wird von der Moderatorin wie ein aber normaler Beitrag angekündigt, ein Schriftzug “Werbesendung” fehlt ebenfalls.
Selten einen so dreisten Fall von versteckter Werbung gesehen.

aRTikel

Der Aufseher im Knast mag Crème brûlée

Mittwoch, den 16. Mai 2012
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Kersten Siebert ist Restaurantfachmann und arbeitet im Kremmener Theaterbistro

MAZ Oranienburg, 16.5.2012

Der 22-Jährige aus Hennigsdorf hatte Glück: Als er seine Lehre abschloss, hatte er den Job im Kremmener Scheunenviertel schon in der Tasche.

KREMMEN
Gegen 22.30 Uhr endet seine Schicht. Spätestens. Ansonsten schafft Kersten Siebert den Zug aus Kremmen nicht mehr. Seit August des vergangenen Jahres arbeitet der 22-jährige Hennigsdorfer im Knast. Damit ist jedoch kein Gefängnis gemeint, sondern das Theaterbistro im Kremmener Scheunenviertel.
Kersten ist der einzige Festangestellte in der kleinen Gaststätte, über ihm kommt nur noch sein Chef Andreas Dalibor. „Ich bringe mich ziemlich doll hier ein“, sagt der junge Mann. „Manchmal ist der Chef ein bisschen davon genervt.“ Doch der winkt ab: „Nein, nein, ab und zu lerne ich sogar von ihm dazu“, so Dalibor mit einem Lächeln.

Kerstens Arbeitstag beginnt in der Regel um 12 Uhr, da macht er sich zu Hause fertig. Zwei Stunden danach öffnet der „Knast“. „Ich baue dann draußen erst mal alles auf, wische die Tische ab und bereite alles Weitere vor“, erzählt er. Seine Lehre als Restaurantfachmann schloss er im vergangenen Jahr in einem Restaurant in Nauen ab. Sein Vorteil: Zu diesem Zeitpunkt war schon klar, dass er den Job in Kremmen bekommen würde.

Für seinen Chef Andreas Dalibor ist Kersten kein Unbekannter. Als Zwölfjähriger kam der Junge nach familiären Problemen in den „Q-Stall“ nach Beetz, Dalibors Jugendwohnprojekt. Bis zu seinem 18. Lebensjahr lebte Kersten dort. An der Kremmener Goethe-Oberschule machte er seinen Abschluss. Während einer Einstiegsqualifikation als Pferdewirt merkte Kersten, dass das nicht so sein Ding ist. Er schwenkte um zum Restaurantfachmann. Nach mehreren Stationen war er dann in Nauen erfolgreich. Als der „Knast“ im August 2011 erstmals öffnete, bedeutete das für ihn einen Neuanfang.

Besonders voll und viel zu tun ist an den Tagen, an denen nebenan im Theater „Tiefste Provinz“ ein Programm geboten wird. „Aber mit diesem Stress komme ich ganz gut klar“, erzählt Kersten. Was er nicht leiden kann, ist, wenn es nicht so klappt, wie er sich das vorstellt. „Da ärgere ich mich.“
Viel Zeit nebenher bleibt nicht. „Manchmal gehe ich am Wochenende nach der Spätschicht noch aus“, sagt er. Allerdings muss er am Sonntagmorgen wieder in Kremmen auf der Matte stehen, wenn um 10 Uhr der Brunch im „Knast“ beginnt. „Das klappt eigentlich, andererseits ist es in letzter Zeit immer seltener geworden.“
Wenn er anderswo in einer Kneipe ist, rollen seine Freunde schon mit den Augen. „Sie gehen nur sehr ungern mit mir essen“, erzählt der 22-Jährige. „Ich sehe dann immer, ob alles fachlich richtig läuft. Andererseits kann ich gut nachfühlen, wenn es für die Angestellten mal stressig ist.“
Er selbst hat übrigens eine Lieblingsspeise: Crème brûlée, das Dessert mit der Karamellkruste. „Die mache ich sehr gern.“

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Es war doch nur ein Knoblauchdöner!

Dienstag, den 3. Januar 2012
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Das ist ja wirklich eine Frechheit: In Stechow im Havelland wurde neulich ein 17-Jähriger aus dem Bus geschmissen. Eine Stunde musste der arme, hilflose Junge in dem Dorf warten, bis der nächste Bus kam. Eine Unverschämtheit!

Dabei hat der arme Junge doch nichts Böses getan. Der Kleine besucht das OSZ in Nauen, musste nach Rathenow zum Arzt und stieg dann in den Bus von Rathenow nach Friesack.
In Stechow dann das Unfassbare. Der Busfahrer bemerkte, dass der Junge einen Döner mit Knoblauchsoße aß. Unverschämterweise fand der Busfahrer das irgendwie doof. Er belästigte den 17-Jährigen mit den Beförderungsregeln, wonach ein Döner im Bus verboten ist. Er sollte den Bus verlassen und erst wieder zusteigen, wenn er wieder vorbeikommt, denn der Bus dreht im Dorf wieder um. Für das Kind war das jedoch unzumutbar, es trug eine Schiene am Bein.
Ach ja, und dass der Schüler eine ungültige Monatskarte dabei hatte, tja, dass das den Busfahrer zusätzlich aufregt – das ist ja wirklich eine bodenlose Unverschämtheit. Und dann dem Jungen auch noch anzubieten, einen Einzelfahrschein zu kaufen – da kann man nur mit dem Kopf schütteln.

Die Mama des 17-jährigen Knoblauchdönerfans war jedenfalls ganz doll böse und rannte zur örtlichen Zeitung. Im “Westhavelländer”, der MAZ in Rathenow, beschwerte sie sich bitterlich über den Havelbus-Fahrer. Die Familie aus Wagenitz ist so erschüttert, dass sie eine Entschädigung haben will.

Man weiß gar nicht, ob man lachen oder weinen will. Da gibt es eine Mama, die ihrem Sohn, immerhin 17, nicht mal die einfachsten Manieren beibringen kann. Dass man seinen stinkenden Döner gefälligst im Imbiss oder an der frischen Luft isst und nicht im Bus, in dem die anderen Leute belästigt werden. Und dass der arme Junge ausgerechnet dann auch noch bescheiß… äh, den Fahrschein nicht aktualisiert hat, na, Mensch, das muss man doch verzeihen können.
Liebe Wagenitzer Familie: Bitte denkt doch mal ein bisschen nach, bevor ihr mit dieser Lächerlichkeit an die Öffentlichkeit geht. So ein Schuss kann auch nach hinten losgehen. Der Busfahrer hat völlig richtig gehandelt.

-> Die Story in der Rathenower MAZ