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Xavier, der Baummörder

Samstag, den 7. Oktober 2017
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Das Orkantief Xavier mit seinen mächtigen Windböen hat große Schäden angerichtet. Sie sind erst am Freitag so richtig sichtbar geworden, und so richtig krass muss der Orkan in Bereich Schwante und Groß-Ziethen gewütet haben.

In Oranienburg sind hier und da auch Bäume umgefallen. Auf meinem Weg durch die Region gab es auch einige Stellen, an denen man sieht, dass die Straße dort am Vortag blockiert war. Was aber an der L17 abgegangen sein muss, kann man nur erahnen.
Wenn man Schwante verlässt, sieht man links schon den ersten mächtigen Baum – umgefallen, samt Wurzelwerk und Straßenresten, die gleich mit weggefeuert worden sind.
Und da hinten gleich der nächste Baum – und noch einer – und noch einer. Immer wieder stehen Warnbarken mitten auf der Straße, man muss teilweise drumherum fahren.
Lauter mächtige, dicke Straßenbäume hat Xavier umgerissen.
Bis man in Groß-Ziethen angekommen sind, kommt man auf die unfassbare Zahl von 21 umgefallenen Bäumen.
Was für ein Naturmassaker.

aRTikel

Nach Hochwasser: Bärenklauer bitten Gemeinde um Hilfe

Mittwoch, den 2. August 2017
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Angela Richter wohnt nahe des Elsgrabens – nach den Starkregenfällen war ihr Grundstück und das der Nachbarn teilweise stark überflutet

MAZ-online.de, 2.8.2017

Bärenklau. Kein guter Sommer für Angela Richter aus Bärenklau. Zweimal, am 29. Juni und am 27. Juli, kam so viel Wasser von oben, dass ihr Grundstück am Kurzen Weg und ihr Haus komplett unter Wasser standen. An einigen Stellen sogar extrem tief unter Wasser.
„80 Prozent unseres Grundstückes waren überflutet“, sagt Angela Richter. „Teilweise stand das Wasser hier einen Meter.“ Im Haus ihrer Eltern stand das Wasser am 27. Juli bis zu 40 Zentimeter hoch. „In meinem eigenen Haus kam es zu einem indirekten Schaden durch das Wasser. Die Bodenplatte im Keller bildet eine Beule, welche an der Spitze circa 50 Zentimeter hoch ist und den gesamten Kellerraum, etwa 35 Quadratmeter, füllt.“ Das Betreten sei undenkbar, da die Gefahr bestehe, dass sich Risse bilden und das ganze Wasser einströme. „Auch jetzt, da das Wasser zurückgeht, ist die Beule unverändert“, sagt sie. „Den genauen Schaden muss nun ein Sachverständiger klären.“

Das Problem: Richters wohnen unweit des Elsgrabens, der nahe ihres Grundstückes eine Kurve bildet. Dort staute sich das Wasser. Aus ganz Bärenklau läuft das Wasser in diesen Graben, der es in Richtung Vehlefanz, Schwante und in den Hörstegraben abführen soll. Bis heute steht das Wasser auf den Feldern rund um den Graben, weil es nicht so schnell versickern oder ablaufen kann.

Angela Richter wendet sich nun an Oberkrämers Bürgermeister Peter Leys (BfO). Ein entsprechender Brief ging ihm gestern zu. Sie hofft, dass er etwas an dieser Situation ändern könnte, er sei dafür verantwortlich, dass so etwas nie wieder passiere. Sie fordert unter anderem einen Ausbau des Grabensystems und der Durchlässe, die Einrichtung einer Notfall-Pumpenstation, einen Notfallplan für solche Situationen sowie keine Duldung von Bibern, die die Durchlässe mit Ästen verstopfen. Letzteres ist lange bekannt, darüber hatte die MAZ bereits aus Bärenklau berichtet.

Bürgermeister Peter Leys wies auf MAZ-Nachfrage auf die Sondersituationen hin. Es sei in vier Wochen so viel Regen gefallen wie sonst im ganzen Jahr. So viel Wasser könnten die Gräben in der kurzen Zeit nicht bewältigen. Die Verwaltung sei dennoch dabei, das Problem der Wassermassen in den Gräben zu analysieren. Wirkliche Versprechen könne Leys der Bärenklauerin nicht machen. Er könne ihren Ärger verstehen, aber wenn er sagen würde, er könnte schnell helfen, würde er nicht ehrlich sein, sagte er gestern. Das sei ein grundlegendes Problem, das nicht allein von der Gemeinde gelöst werden könne. Allerdings sollen die Durchlässe überprüft werden, Rohre könnten eventuell durch größere ersetzt werden.
Peter Leys sagte aber auch, dass selbst breitere Gräben das Problem bei solchen lang anhaltenden Starkregenfällen nicht lösen könnten. Das Wasser müsse erst mal dorthin kommen. Demnächst will er Angela Richter noch persönlich eine Antwort zukommen lassen.

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Mücken!

Montag, den 24. Juli 2017
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Dieses Jahr eine echte Plage: Mücken! Man muss nur mal eine Minute in der Dämmerung irgendwo rumstehen, schon fallen sie einen an. Und das in einem Ausmaß, den wir bislang selten hatten.
Ende Juni, nach dem Jahrhundertregen in der Oranienburger Region, gab es in Leegebruch noch einige Tage Hochwasser. Das zog natürlich die Mücken an, und aus dem Ort hört man, dass es mückentechnisch extrem schlimm sein soll.

Ob die Mückenplage aber zwingend etwas mit der Leegebruch-Flut zu tun hat, darf aber bezweifelt werden.
Neulich in Sachsenhausen. An einem Schnellimbiss hatte ich die nicht ganz glorreiche Idee, mich in den Außenbereich zu setzen. Nicht gut. Eine Minute, nachdem ich mich gesetzt hatte, war es mit der Ruhe vorbei. Bssss – und patsch!
Reinsetzen hilft übrigens auch nicht – denn die Türen stehen offen. Für die Mücken eine gute Gelegenheit, ins Licht zu fliegen und auch drinnen zu nerven.
Die Plage dort herrschte übrigens auch schon vor Ende Juni.

Neulich in Vehlefanz, wieder vor einem Schnellimbiss. Wir hatten uns beim Essen schon entschlossen, uns gar nicht erst rauszusetzen. Dann waren wir aber so unvorsichtig, noch an den Autos rumzustehen und zu quatschen. Und wieder: Bssss – und patsch! Zerstochen innerhalb weniger Minuten.

Aber es ist auch kein regionales Problem: Neulich, am Strand von Binz. Während der Dämmerung stand ich reglos am Ostseeufer. Und auch da dauerte es nur wenige Augenblicke, bis sich die Mücken auf mich stürzten.
Da helfen wohl nur lange Klamotten. Kurze Hose und T-Shirt sind in der Dämmerung draußen momentan echt kein Bringer!

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Rügen 2016 (15): Wildschwein-Alarm

Samstag, den 19. November 2016
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(14) -> 14.8.2016

Erst habe ich mich gewundert, dass das Gelände des Hotels in Sellin abends und nachts mit einem Tor verschlossen ist. Kommt ein Gast, öffnet es sich automatisch, geht dann aber wieder relativ zügig zu.
Ich bin nur ein paar Meter gefahren, hinter dem Gelände kommt eine schmale Asphaltstraße, die durch ein wenig Wald und Wiese führt.
Am Straßenrand stand eine ganze Wildschweinrotte. Sie wühlen grad den Grünstreifen zwischen Straße und Zaun zum Waldstück durcheinander – auf der Suche nach was Essbarem.
Sie ließen sich aber nicht wirklich stören, eines der Tierchen verließ freundlicherweise die Straßenmitte.

Eine gute Stunde danach fuhr ich wieder auf das Hotelgelände zu. Erst dachte ich, die Wildschweinchen seien weg – aber denkste!
Ein kapitales Tier wollte gerade von links nach rechts rennen. Im Scheinwerferlicht bremste es ab – und ich bremste auch, sehr schnell war ich eh nicht.
Erst zögerte das Schein, dann lief es langsam weiter.
Wildschweine scheinen in diesem Selliner Waldgebiet auf der Grenze zu Baabe eine kleine Plage zu sein.

aRTikel

Für die Pilze ist es dieses Jahr zu trocken

Samstag, den 1. Oktober 2016
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Giftig oder essbar? Bei Peter Kegel in Sommerfeld können sich Sammler beraten lassen – am Montag gibt es eine Ausstellung

MAZ Oberhavel, 1.10.2016

Sommerfeld.
Schon als Kind ist Peter Kegel mit seinen Eltern im Wald gewesen – Pilze sammeln. „Ich bin ja in einer Zeit groß geworden, wo es noch nicht so viel zu essen gab“, erzählt der 79-Jährige aus Sommerfeld. Den Pilzen ist er immer treu geblieben – am Sonntag will er wieder in den Wald.

Peter Kegel ist einer der Pilzberater in Oberhavel. Zu ihm können Pilzsammler gehen und sich beraten lassen: Welche Pilze sind essbar, welche giftig. „Hin und wieder kommt es vor, dass Leute an meiner Tür klingeln“, sagt Peter Kegel.
Als er in Rente ging, suchte er sich ein sinnvolles Hobby. Und das Pilzesuchen eignete sich hervorragend für ihn – denn er radelte gern in den Wald. „Ich suche vom Fahrrad aus“, sagt er. „Mit der Zeit hat man ja so seine Erfahrung, wo es sich lohnt, vom Weg wegzugehen. Aber die meisten Pilze wachsen am Wegesrand.“ Das liege daran, dass die Bäume im Waldinneren viel Feuchtigkeit abfangen würden.
Meist ist er im großen Waldgebiet zwischen Sommerfeld, Beetz, Rüthnick, Grieben und Neuendorf unterwegs. „Ich versuche, einmal pro Woche zu fahren.“ Dann ist er meist drei bis fünf Stunden unterwegs. Das ganze Jahr über macht er das. „Man findet auch mal monatelang gar nichts, aber von Mai bis Dezember kriegt man immer was zusammen, das für das Abendbrot reicht.“

Allerdings: Die Trockenheit in diesem Jahr sorgt dafür, dass die Pilze nicht so gut wachsen wie sonst. „Es regnet zu wenig, im September hatten wir einmal 20 Millimeter Regen, aber sie brauchen 50 bis 60 Millimeter im Monat. Bis jetzt ist relativ wenig zu finden.“
Momentan sind es vor allem Pfifferlinge, die im Wald wachsen. Neulich fand Peter Kegel eine „Krause Glucke“, das ist ein korallenartiger Pilz. Wenn er am Sonntag unterwegs sein wird, dann sammelt er für die Pilzausstellung, die am Einheitstag in der Sommerfelder Rehaklinik zu sehen sein wird.

Der interessanteste Pilz, den er je gefunden hat, war ein Kartoffelbovist. Das sind kleine, runde, meist weiße Pilze, wer nicht genau hinschaut, könnte ihn tatsächlich für eine Kartoffel halten. Ein Riesenbovist war der größte Pilz, den Peter Kegel je gefunden hat. „Der war fast doppelt so groß wie ein Fußball.“

Pilzberater ist er erst nach der Wende geworden. Beim Brandenburgischen Landesverband der Pilzsachverständigen (BLP) legte er dazu eine Prüfung ab. „Da muss man von 150 häufigen Pilzarten mindestens 100 erkennen, und natürlich vor allem die giftigen Arten.“ Auf diese giftigen Pilze kommt es an. Wer die isst, kann sich in Gefahr bringen. „Es gibt die, wo der Körper noch in der Lage ist, selbst das Gift auszuscheiden.“ Dann aber gebe es den Pantherpilz mit einem Nervengift. Der Grünknollenblätterpilz zerstört Nieren und Leber. „Das merkt man aber oft erst, wenn es schon zu spät ist.“ Etwa zweimal im Jahr passiert es in Deutschland, dass Leute an Pilzgiften sterben. Aber es könne auch eine Dunkelziffer geben, so der Sommerfelder Pilzexperte. Wer sich nicht sicher ist, was genau da am Wegesrand oder im Wald stand, kann sich vom ehrenamtlichen Berater helfen lassen. In seiner Sammlung befinden sich auch einige Modelle von Pilzen, mit denen könne ebenfalls verglichen werden.

Peter Kegel geht aber nicht nur gern im Wald sammeln – er isst die Pilze natürlich auch gern. „Erst mal muss man sie putzen, was angegammelt ist, muss weg, auch wenn der Stil holzig ist, sollte er weggeschnitten werden“, erklärt er. Am liebsten brät er die Pilze mit Öl. „Dazu Speck und Zwiebeln.“ Mindestens 20 Minuten lang sollten die Pilze erhitzt werden, besser noch 30. Den Parasolpilz könne man wie ein Schnitzel panieren und braten. „Der Stil muss weg, den Rest kann man dann wunderbar essen.“ Und natürlich eine Pilzsuppe, die könne auch sehr schmackhaft sein. „Ich esse einmal in der Woche Pilze“, sagt der Sommerfelder. Die friert er sich sogar ein – für die Zeit, in der draußen keine wachsen.

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Rügen 2016 (13): Binz gewinnt

Samstag, den 13. August 2016
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(12) -> 12.8.2016

Im Frühjahr hatte ich erstmals eine Schiffstour von Binz über Sassnitz zu den Kreidefelsen und zurück. Nun wollte ich auch mal in die andere Richtung fahren, von der Seebrücke in Binz, zu der in Sellin bis nach Göhren. Und die Rücktour sollte dann mit dem Rasenden Roland von Göhren über Baabe und Sellin nach Binz führen.

Eine gute Stunde ist das Schiff zwischen Binz und Göhren unterwegs. Die Luft war klar, so dass wir relativ lange einen Blick auf die Binzer Bucht hatten. Um die Steilküste der Granitz herum steuerten wir Sellin an, und es gibt sogar einen Augenblick, da sieht man beide Seebrücken – die in Binz und die in Sellin. Eigentlich liegen die gar nicht so weit entfernt, da man mit dem Auto aber sehr länger unterwegs ist – um die Granitz zu umfahren – kommt einem die Entfernung immer weiter vor.

Die Schiffstour zeigte mir auch, warum Binz der schönste Urlaubsort auf Rügen ist. Binz hat die mit Abstand längste Strandpromenade. In Binz spielt sich das Leben kilometerweit direkt am Wasser ab. Es gibt eine Bummelmeile, einen langen Strand – sehr viel Platz zur Ostsee hin, bis zum Ortsteil Prora.
Ganz anders in Sellin. Sellin hat ja im Hintergrunde nur einen Minizugang zum Strand. Die Wilhelmstraße führt zur Seebrücke, die unten an der Steilküste liegt. Der Strand ist schmal. Ein paar hundert Meter weiter gibt es einen zweiten Strandabschnitt, aber auch der ist schon recht weit vom eigentlichen Ortszentrum entfernt.
Baabe hat zwar eine sehr lange Strandpromenade. Viel los ist da aber nicht, weil die Strandstraße im rechten Winkel zur Ostsee führt. Deshalb ist es dort auch sehr viel ruhiger als in Binz oder Sellin.
Göhren hat den Nordstrand, der auch etwas außerhalb liegt. Der Strand ist zwar lang, aber auch dort ist es ruhiger – was ja viele Leute extrem schön finden.
Für mich ist Binz also ideal – das hat mir diese Schiffstour und der Blick von außen eindrucksvoll gezeigt.

Zurück ging es dann mit der Bahn – mit dem Rasenden Roland. Jetzt, im Sommer, wird natürlich viel für die Touristen getan, deshalb hat Roland inzwischen auch einen Cabriowaggon. Das hat den Vorteil, dass man die wunderschöne Gegend sehen kann – und den Nachteil, dass man ab und zu mal Ruß abbekommt und die schlechte Roland-Luft. Aber das nimmt man in Kauf.
Das Tuten des Zuges ist eines der ganz prägenden Geräusche auf Rügen. Ich habe es schon als Kind gehört, als wir in Baabe waren, als Jugendlicher in Baabe oder Göhren – und auch heute noch.
Manchmal staunt man aber doch. Roland pustet ordentlich Qualm in den Wald. Wenn der Zug von Göhren nach Baabe rollt, geht es durch ein schönes Waldstück, und ich frage mich, ob die Lok bei Trockenheit keine Gefahr darstellt. Wobei ich von Feuer-Zwischenfällen in Zusammenhang mit Roland noch nichts gehört habe.

In Baabe stiegen Alexander und seine Eltern zu. Alexander war, nun ja, ein bisschen anstrengend. Erst machte er eine Welle, weil sein Vater (den er mit Vorname ansprach) sich im Cabriowaggon nicht setzen wollte. Hinter Sellin aber traute sich auch Alexander und erhob sich – und fand es seltsam, dass das alle anderen Leute nicht auch machen. Alexander quatsche ohne Unterbrechung, ab und zu ermahnte ihn selbst seine Mutter.
Das, ähm, trübte ein wenig das Fahrgefühl, als Roland durch die Granitz rollte. Das ist der Wald zwischen Sellin und Binz, bergauf und bergab. Eine echte Naturidylle.
Eine gute dreiviertel Stunde braucht der Zug bis Binz.

ORA aktuell

Linde auf Oranienburger Schlossplatz wird gefällt

Donnerstag, den 11. August 2016
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Eine der vier Linden auf dem Oranienburger Schlossplatz muss gefällt werden. Der Zustand des betroffenen Baumes hatte sich in den vergangenen Jahren immer weiter verschlechtert, es sind bereits Seilsicherungen angebracht worden.
Im Frühjahr 2017 soll dort eine neue Linde gepflanzt werden.