KeineWochenShow

#243 – Riss und raus

Sonntag, den 29. August 2021
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Auch in dieser Woche müssen wir über die Situation in Afghanistan sprechen. Allerdings haben wir diese Folge diesmal schon am Mittwochabend aufgezeichnet, so dass die Anschläge in Kabul vom Donnerstag noch nicht in unserem Gespräch vorkommen.

Außerdem geht es um die Bild, die jetzt auch Fernsehen macht. Wir schauen uns das Waldsterben im Nationalpark Harz an, und wir reden wir über den Wahlkampf, bei dem die SPD plötzlich vorn liegt. Das und mehr in KeineWochenShow #243 auf Youtube.

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aRTikel

Mehr als 200 Zicklein tollen im Schnee herum

Samstag, den 13. Februar 2021
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Saisonstart auf dem Karolinenhof bei Flatow – Hofladen ist geöffnet – wegen Corona gibt es keine Führungen

MAZ Oberhavel, 13.2.2021

Karolinenhof.
Normalerweise dürfen zum Saisonstart auf dem Ziegenhof die Leute auch in den Stall, um die kleinen Zicklein zu beobachten und zu streicheln. Am Freitag öffnete der Hofladen das erste Mal in diesem Jahr – der Stall aber bleibt für die Öffentlichkeit geschlossen. Wegen der Pandemieregeln dürfen die Leute dort nicht rein. In den Hofladen dürfen nur einzelne Personen oder Familien rein. Alle Produkte aus dem Café gibt es zum Mitnehmen.

Die Beschränkungen haben am Freitagvormittag aber niemanden gestört, denn bei schönstem sonnigen Wetter konnten die Besucher die Tiere in ihrem Außengehege ansehen. „Auf dem Hof können sich die Leute frei bewegen“, sagte Sarah Spindler, eine der Geschäftsführerinnen auf dem Karolinenhof, der sich zwischen Kuhhorst und Flatow befindet. „Wir bekommen von Corona hier nur mittelmäßig viel mit“, sagt die Landwirtin und lächelt. „Wir haben hier viel Platz, sind oft draußen.“ Gerade jetzt bietet der Hof viel Entspannung, der Lärm der Stadt ist nicht zu hören, selbst von der Autobahn dringt nur sehr selten Lärm dorthin. Einsam fühlt sich Sarah Spindler aber trotzdem nie. „Wir sind in 45 Minuten in Berlin, haben hier aber unsere Ruhe. Das ist eine gute Kombi.“

Am 10. Januar begann die Zeit der Zicklein-Geburten. „Sie waren diesmal alle sehr pünktlich.“ Es habe Tage gegeben, da seien 20 Tiere geboren worden. „Da hat man manchmal schon ein bisschen den Überblick verloren. Wer gehört zu wem?“ Etwa 200 Jungtiere sind auf dem Hof in diesem Jahr bislang auf die Welt gekommen. Dabei muss den Besuchern immer klar sein, dass die meisten der süßen Tierchen keine Zukunft haben. Nur etwa 20 davon bleiben für die nachfolgende Zucht dort. Die anderen werden geschlachtet oder verkauft. Zwar kann es in diesem Jahr keine Führungen geben, aber Sarah Spindler thematisiert das dann immer. „Ich erzähle davon, bevor die Leute anfangen mit den Tieren zu schmusen.“ Es sei für alle wichtig zu wissen, dass der Hof vor allem von der Ziegenmilch lebe. Einerseits werde die Milch der Ziegen gebraucht, andererseits könnten nicht jedes Jahr 200 Tiere behalten werden. „Wir müssen schlachten. Anders geht es nicht. Aber bis dahin haben sie ein schönes Leben.“ Dieser Kreislauf müsse den Besuchern klar sein.

Mit den Geburten der Zicklein begann auch die Arbeit in der Käserei. In diese sei zudem investiert worden, sagt Sarah Spindler. „Wir haben komplett neu gefliest, neue Elektronik, und die Melkanlage ist umgebaut.“
Ob es 2021 Veranstaltungen geben wird, ist nicht klar und abhängig von der Pandemie-Lage. Eigentlich ist im Juni die Landpartie und im August das Hoffest geplant. Außerdem im April und Mai immer am Wochenende das Schaumelken.

Petra und Burkhard Dorn aus Hohen Neuendorf haben vom Saisonstart per E-Mail-Newsletter erfahren. „Wir sind schon von Anfang an immer wieder hier“, sagte Petra Dorn am Freitag. „Wir kaufen alles. Käse, den Lassi, die Milch. Der Käse ist erste Klasse.“ Jörg von Wittken aus Spandau feierte am Freitag auf dem Karolinenhof seinen 67. Geburtstag. Auch er bekam den Newsletter, und da war ganz schnell der Entschluss gefasst, zu seinem Geburtstag die Zicklein zu streicheln.

Die Kälte und der Schnee machen den Tieren nichts aus. Vielmehr tollten sie am Freitag im Schnee herum, einige hielten regelrecht andächtig ihre Nasen in Richtung Sonne. „Nässe und Wind mögen sie nicht“, sagt Sarah Spindler. Wenn der Wind kräftig wehe, „dann stopfen wir alle Ritzen im Stall zu.“ Problematisch sei bei der Kälte nur, wenn die Neugeborenen noch nass seien. „Da muss man aufpassen, dass ihnen nichts abfriert.“
Bis 14. November ist der Hofladen freitags von 11 bis 18 Uhr, am Wochenende von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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aRTikel

Frisches aus dem Karolinengarten

Donnerstag, den 4. Februar 2021
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Paula und Joscha Olschewski betreiben in Karolinenhof eine Gemüseaufzucht

MAZ Oberhavel, 4.2.2021

Karolinenhof.
Der Karolinengarten ist ein stilles Fleckchen Erde. Ein kleiner Hof mit einem Schuppen und einem Wohnhaus. Dahinter ein großes Feld, insgesamt sind es vier Hektar. Der Karolinenhof, der diesem Ort – direkt neben Kuhhorst gelegen – ganz weit draußen den Namen gibt, ist in Sichtweite.

2018 haben Paula und Joscha Olschewski begonnen, auf dem Gelände Gemüse anzubauen. „Das war auch vorher schon eine Gärtnerei“, sagt Paula Olschewski. Sie stammt aus Schwerin. Nach dem Abi zog sie nach Berlin. Ihr freiwilliges soziales Jahr machte sie zunächst in der Charité – wo sie aber feststellte, dass das Gesundheitswesen nichts für sie ist. Stattdessen wollte sie in die landwirtschaftlich-ökologische Richtung. Sie setzte ihr freiwilliges Jahr in Kuhhorst fort – und machte dort auch die Lehre zur Landwirtin. „Ich mag das Draußensein“, sagt die 29-Jährige. „Es ist ein gutes Gefühl, wenn ich etwas geerntet habe.“ In der Zeit lernte sie auch den Karolinenhof kennen, begann dort später auch zu arbeiten.

Inzwischen sind sie, ihr Mann und ihr vierjähriger Sohn Nachbarn des Hofes. „Wir wollen hier qualitativ hochwertige ökologische Lebensmittel produzieren“, sagt sie. Seit 2019 wohnt die Familie auf dem Hof, auf dem alles noch etwas spartanisch wirkt. Jetzt, 2021, beginnt dort ihre vierte Anbausaison. Angeboten werden dort im Laufe des Jahres Sellerie, Rote Beete, Möhren, mehrere Kürbissorten, Paprika, Chili, Zucchini, Gurken, Kohlarten und sogar seit dem vergangenen Jahr auch kleine Honigmelonen. Neu dazu kommen sollen auch Erdbeeren und Grüner Spargel.
Hauptsächlich soll alles über die Direktvermarktung verkauft werden. „Wir sind ja ziemlich klein“, sagt die Landwirtin. Da würde es sich wirtschaftlich nicht lohnen, auf Großhändler zu setzen. Stattdessen werden die Gemüseprodukte nebenan auf dem Karolinenhof verkauft, auch im dortigen Café werden die Produkte verarbeitet.
Eine weitere Idee sind Kisten: „Wir liefern wöchentlich Gemüsekisten aus.“ Dabei handele es sich um eine Anlehnung an das Prinzip der solidarischen Landwirtschaft. Interessierte zahlen einen monatlichen Beitrag und bekommen einmal pro Woche eine Kiste voller Gemüse. Von April/Mai bis November wöchentlich, ansonsten zweiwöchentlich. „In der Kiste ist dann alles, was reif ist. Wir haben einen Plan, um uns da möglichst breit aufzustellen.“
Die Kisten werden zu momentan drei Abholstationen gebracht – sie befinden sich in Charlottenau, Linum und Börnicke. Wessen Kiste wohin kommt, richtet sich danach, welche der Stationen am nächsten zum Kunden ist. „Von der Menge her wird der Bedarf von zwei Personen abgedeckt“, sagt Paula Olschewski. Jetzt gerade sei die Zeit, wo sich Interessierte dafür noch anmelden können – viele „Kistenplätze“ gebe es für die Saison ab Mai 2021 aber nicht mehr. Der Vertrag gehe über ein Jahr. Was jeweils genau in der Kiste ist, erfahren die Bezieher immer einen Tag zuvor.
Momentan ist es auf dem Hof ziemlich ruhig. Das Landwirtspaar kümmert sich ums Holz. „Sonst genießen wir auch mal die Familienzeit.“ Gerade während der Coronakrise können sie auf die Weite des Landes zurückgreifen. „Vollpampa“, sagt sie und lächelt. „Aber eigentlich sind wir ja immer noch dicht an Berlin dran.“ Dennoch könnte sie sich nicht mehr vorstellen, in der Großstadt zu leben.

Ende März beginnen die ersten Anpflanzungen, im Sommer sei dann am meisten zu tun. Weiter soll ein neuer Schuppen entstehen und Walnussbäume gepflanzt werden. Irgendwann noch ein paar feste Wege, gerade ist alles recht schlammig. Aber dafür ist noch viel Zeit.
Kontakt und Kistenbestellung per E-Mail: karolinengarten@posteo.de.

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RTelenovela

Der Garten mitten in der Stadt

Samstag, den 29. August 2020
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Leute, die nur in einer Wohnung leben, wollen immer öfter einen eigenen Garten. Gerade in Zeiten des Coronavirus hätten sie im eigenen Garten herumwerkeln und Zeit verbringen können. Die Betreiber von Schrebergärten merken das jetzt mehr und mehr. War die Warteliste für solche Gärten schon immer recht lang, ist sie jetzt noch viel länger.

Wir sitzen am Rande der City von Hannover. Hier gibt es mehrere Schrebergarten-Kolonien. Eine Straße führt dort rein, man stellt das Auto am Straßenrand ab, und dann geht auf das eingezäunte Gelände der Kolonie. Innerhalb dieses Geländes gibt es diverse Wege, an denen die Gärten liegen.
Dementsprechend ist es in den Gärten herrlich still, man erlebt die pure Idylle.
Allerdings muss, das habe ich mir sagen lassen, in diese Gärten ziemlich viel Zeit investiert werden. Einfach nur faul rumliegen – das ist nicht. Ein gewisser Anteil des Gartens muss aus dem Anbau von Obst- und Gemüse bestehen. Und natürlich müssen auch die Wege, Wiesen und Büsche gepflegt werden.

Wir verbringen den Abend am Grill – und mit vielen Dingen, die aus dem eigenen Garten geerntet worden sind. Zucchini, Salatblätter, Tomaten und noch einiges mehr liegen auf unseren Tellern und in den Schüsseln für unser Abendbrot.
Sitzt man in diesem Garten, entspannt man sofort. Es scheint, als befinde man sich abseits allem Alltagsstress. Setzt man sich aber ins Auto, dauert es nur gute fünf Minuten, und schon ist man in der Innenstadt.

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RTelenovela

Garten- und Waldträume im Schlosspark

Mittwoch, den 12. August 2020
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Wir waren seit längerem mal wieder im Oranienburger Schlosspark. Normalerweise bin ich ich da immer nur, wenn Schlossparknacht ist, also eine größere Veranstaltung. Die ist wegen des Coronavirus in diesem Jahr ausgefallen. Trotzdem war es mal wieder Zeit, einen kleinen Streifzug zu wagen.

Im neuen Park, der 2009 für die Landesgartenschau eröffnet worden ist, können sich die Kinder austoben. Es gibt einen Wasserspielplatz, Klettergerüste, diverse Schaukeln. Man kann Minigolf spielen. Es gibt eine kleine Bibliothek. Und natürlich Blumen, wie man sich ansehen kann. Wiesen und Sträucher.
Es gibt auch immer noch die verschiedenen Gartenzimmer, in die man sich setzen kann und wo man ein wenig abschalten kann. Es ist wunderbar.

Was mir aber nie so richtig bewusst wurde: Es gibt ja noch den alten Park, den, den es schon vorher gab und der naturbelassener ist. Und es ist nicht nur der Park. Im hinteren Teil gibt es ein richtiges, erstaunlich weitläufiges Waldstück mit schönen Wegen und diversen Parkbänken. Ein echter Erholungsort.

Am Rand ist die Orangerie, und in der Mitte des alten Parks ist der große Teich, wo man sich ans Ufer setzen kann. Da würde sich ein kleines Café anbieten.

Wir waren im Schlosspark, um die neue Folge von KeineWochenShow aufzuzeichnen. Der Schnitt ist schon fertig, es ist eine sehr schöne Sendung geworden. Am Sonntag geht sie auf Youtube online.

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RTelenovela

RIP Bonsai

Freitag, den 13. Dezember 2019
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Fast elfeinhalb Jahre hat er durchgehalten. Seit 2008 war er mein treuer Begleiter. Nun ist er von mir gegangen: mein Bonsai.

Ich muss dazu sagen: Ich habe keinen grünen Daumen. Bekomme ich eine Pflanze geschenkt, dann halten die bei mir nicht lange durch. Ich gieße zu viel, zu wenig oder gar nicht. Ich brauche klare Anweisungen, und wenn es heißt: Die Pflanze braucht alle paar Tage mal ein paar Tröpfchen, dann sagt mir das nix.
Aber in der Regel gibt es dennoch immer die eine oder andere Pflanze, die länger durchhält.

Den Bonsai habe ich zu meinem 30. Geburtstag von meinen Kollegen bekommen. Damals wohnte ich erst ein Vierteljahr in meiner Wohnung. Der Bonsai zog ein, und es gelang mir, ihn zu pflegen. Der Teller, auf dem er stand, musste immer nass sein, da musste immer Wasser drin stehen. Das war eine Anweisung, die selbst für mich klar verständlich war. Und so wurden wir Freunde, auch wenn ich ihn vermutlich hätte mal beschneiden müssen. Der Bonsai war am Ende für Bonsai-Experten vermutlich eine Katastrophe.

Elfeinhalb Jahre, wie gesagt. 2008 bis 2019. Meine letzte Rügen-Reise war für mein Bonsai der Anfang vom Ende. Vermutlich ein oder zwei Tage zu lange trocken gestanden. Davon hat er sich nicht mehr erholt. Die Blätter hingen, und da hat auch das Tellerwässern nicht mehr geholfen.
Lieber Bonsai, war schön mit dir!

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RTelenovela

Wasserarmut

Mittwoch, den 31. Juli 2019
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Ganz schön flach! Wer in diesen Tagen mal an der Oranienburger Havel unterwegs ist, der wird merken, dass wir momentan Niedrigwasser haben.
Vom Blauen Wunder aus sieht man, dass in der dortigen Bucht so gut wie kein Wasser mehr ist. Die Seerosen liegen blank. Radelt man weiter Richtung Stadtzentrum, sieht man in Höhe der Pferdeinsel, dass auch dort schon große Wasserarmut in der Bucht herrscht.
Zwischen Louise-Henriette-Steg und Schlossbrücke befindet sich ein Anlegesteg. Ich kann mich erinnern, dass noch im Frühjahr leichtes Hochwasser herrschte. Die Havel floss ganz knapp unter dem Steg vorbei. Jetzt ist zwischen Steg und Wasser sehr viel Platz.

Wie wäre das eigentlich, wenn in Zukunft die Sommer noch heißer und trockener werden? Wird die Havel irgendwann mal ein Rinnsal? Gar nicht auszudenken, was das für Folgen hätte – vor allem für die Natur, aber auch für die Wirtschaft.

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