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Überflieger: Forschung an Pflanzenzellen wird zum großen Erfolg

Samstag, den 5. Mai 2018
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Michael Wudick aus Grüneberg arbeitet an der University of Maryland – jetzt erscheint ein Artikel von ihm in den USA im renommierten “Science”-Magazin

MAZ Oberhavel, 5.5.2018

Grüneberg.
Das kommt nicht alle Tage vor. Nicht mal alle Jahre, wie Michael Wudick sagt. Der 36-jährige Grüneberger hat geschafft, was nicht sehr vielen Wissenschaftlern vergönnt ist: Am Freitag erschien ein Artikel von ihm im US-Wissenschaftsmagazin „Science“.

Michael Wudick arbeitet seit 2014 als Postdoktorand am Institut für Zellbiologie und Molekulargenetik an der University of Maryland in College Park nahe Washington. Er gehört dort zum Team von Professor José Feijó. Gute sechs Jahre lang haben sie erforscht, wie Pflanzenzellen Glutamat Rezeptor-ähnliche Proteine (GLRs) verwenden, um zelluläre Kommunikationsnetze aufzubauen. Schon als er vorher in Lissabon war, forschte er an diesem Projekt.
Das Team vermutet, dass Pflanzenzellen einen spezifischen Mechanismus nutzen, um die Position von GLRs in der Zelle zu kontrollieren. Michael Wudick untersuchte Cornichon-Proteine, die in früheren Studien mit der Aktivität von Glutamatrezeptoren in Tieren in Verbindung gebracht worden sind. Vermutet wird, dass jede Pflanze zudem ein eigenes Immunsystem habe.

Keine leichte Materie. Sechs Jahre also dauerte das. „Ich sage deshalb immer scherzhaft, dass ich dafür eigentlich einen zweiten Doktortitel bekommen müsste, weil das so in etwa der Zeit einer Doktorarbeit entspricht“, erzählt Michael Wudick. „Ich arbeite aber nicht immer nur an dem einem Projekt, weil ich immer mehrere Projekte parallel laufen habe. Und wenn es bei einem stockt oder man warten muss, dass die Pflanzen wachsen, arbeite ich an dem anderem weiter.
Alle seine Projekte seien recht riskant, weil sie Grundlagenforschung darstellen, „und man da schnell oft Resultate bekommt, die man auf den ersten Blick nicht interpretieren kann.“ Man müsse eine ganze Reihe von weiterführenden Experimenten durchführen, um die ursprüngliche Hypothese zu bestätigen oder zu widerlegen.
„Grundlagenforscher, die dazu noch an Pflanzen forschen, haben es zudem oft doppelt schwer, weil sie gegen das ,Was hat die Menschheit denn davon?’-Stigma ankämpfen müssen“, so der Grüneberger, der inzwischen in Washington lebt, weiter. „Dabei wird oft vergessen, dass der Entwicklung von Medikamenten oder resistenteren Pflanzen jahrelange Grundlagenforschung voraus geht.“
Am Freitag ist das „Science“-Magazin mit seinem Beitrag erschienen. das macht ihn sehr stolz. „Obwohl mir das Prestige, das mit so einem Artikel kommt, gar nicht so bewusst ist“, sagt Michael Wudick. „Ich merke das immer nur, wenn Kollegen unglaubwürdig noch mal nachhaken, ob ich in DEM Science Magazin veröffentlicht habe.“

Er hofft, dass ihm die Veröffentlichung bei seinen weiteren Karriereschritten hilft. „Vor ein paar Jahren wäre eine Veröffentlichung in Journalen wie Science, Nature oder Cell quasi eine Jobgarantie gewesen. Heute ist die Konkurrenz viel größer.“
Michael Wudick machte im Jahr 2000 sein Abitur am Oranienburger Louise-Henriette-Gymnasium. Er studierte danach in Potsdam, promovierte in Montpellier in Frankreich und arbeitete als Naturwissenschaftler in Lissabon in Portugal. Dort begann er mit der Forschung, die nun in „Science“ veröffentlicht worden ist. „Mein Chef ist derselbe. Er hat in Maryland eine Professur bekommen und mich mitgenommen“, erzählt der Grüneberger.

Hierzulande ist Michael Wudick auch bekannt für seine Musicals wie „Zwiebelchen“ oder „Lost and Found“, die in Berlin und Rheinsberg mit Kindern aus der Region aufgeführt werden – dazu kehrt er regelmäßig in seine alte Heimat zurück. Das nächste Mal voraussichtlich Ende Mai.

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Neun Monate Dauerflut

Donnerstag, den 3. Mai 2018
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Hochwasser auf dem Grundstück von Günter und Gudrun Rohr unweit des Hörstegrabens in Schwante – jetzt können sie erstmals durchatmen

MAZ Oranienburg, 3.5.2018

Schwante.
Monatelang fühlte sich Familie Rohr, als würde sie auf einer Insel leben. Erst vor ein paar Tagen konnte Günter Rohr die Schläuche zum Trocknen aufhängen, davor waren sie im Dauereinsatz. Ihr Grundstück befindet sich am Rand von Schwante, unweit des Hörstegrabens. Nach Starkregenfällen war es immer mal wieder vorgekommen, dass der Graben überlief und sich das Wasser im Garten der Familie ausbreitete. Doch nach dem Jahrhundertregen am 29. Juni war alles anders.
„Da stand hier alles einen Meter unter Wasser“, erinnert sich Günter Rohr. Bis ins Haus drang es glücklicherweise nicht ein – eine Stufe fehlt aber nur noch. Die Feuerwehr musste kommen, beim Abpumpen helfen, aber beim nächsten Regen war die Situation dieselbe. „Seitdem stand das Wasser permanent. Der Graben läuft dieses Jahr nicht ab, irgendwo muss da ein Stau sein.“
Normalerweise habe der Hörstegraben immer nur kurze Hochwasser-Phasen, aber diesmal dauert sie schon zehn Monate an. Bei Familie Rohr ist das Wasser zwar nun abgelaufen, feucht ist die Wiese aber immer noch.
Damit nicht genug: Büsche und Sträucher sterben ab, die Wurzeln faulen weg. Die Hecke ist schon eingegangen. „Wir haben im Garten alles neu gemacht, irgendwann muss man ja mal damit anfangen.“ Inzwischen ist die Feuchtigkeit auch im Haus angekommen, eine Wand im Wohnzimmer ist nass, im Flur sind die ersten Schimmelflecken zu sehen. „Ob ich das jemals trocken bekomme, weiß ich nicht“, sagte Günter Rohr.

Schon seit 1944 wohnt der 74-Jährige auf diesem Grundstück, 1964 hat er sich gemeinsamen mit seiner Frau Gudrun das Haus gebaut, in dem sie bis heute wohnen. So etwas aber haben sie noch nie erlebt. Für die Wasserschäden will Günter Rohr nicht seine Versicherung beanspruchen – aus Angst, dass er gekündigt wird.
Als im vergangenen Herbst zusätzlich beim Sturm auch noch das Garagendach abgedeckt wurde, sprang die Versicherung aber ein. Wie hoch die Stromrechnung vom permanenten Pumpen diesmal ausfallen wird, weiß er nicht.

Hilfe von der Gemeinde Oberkrämer möchte er nicht – aber indirekt schon: „Mit dem Graben muss etwas geschehen“ , sagt er. An einigen Stellen ist der Hörstegraben schon halb zugewachsen, ein vernünftiger Abschluss ist nicht gesichert – das Wasser staut sich.

Dass es so nicht weitergehen kann, weiß man auch in der Gemeindeverwaltung. In der jüngsten Gemeindevertretersitzung hatte Bürgermeister Peter Leys über das Grabenproblem gesprochen. Wie er erklärte, wird unter anderem überlegt, das Wasser, das aus Bärenklau über Vehlefanz nach Schwante kommt, umzuleiten – also an Vehlefanz und Schwante vorbei. Ob das aber auch für Günter und Gudrun Rohr Vorteile bringt, ist unklar. „Dann kommt das ja direkt bei mir an“, befürchtet er.

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Der Blaue Planet

Dienstag, den 20. Februar 2018
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MO 19.02.2018 | 20.15 Uhr | Das Erste

Bildungsfernsehen der allerbesten Art. Am Montagabend lief im Ersten die erste von sechs Folgen einer faszinierenden Naturdokumentation. Mit der Kamera ging es weit runter in die Ozane oder zu den Eisbergen in den Norden. “Der Blaue Planet” zeigt uns Welten, in die wir normalerweise nicht vordringen. Und sie zeigt uns Tiere, dessen verhalten wir vorher nicht kannten.

Da ist zum Beispiel der Großzahn-Lippfisch. Der macht etwas, was von von solchen Tieren vermutlich nicht erwartet hat. Er schafft es, eine Muschel in seinem Maul an einen Stein zu hauen. Das macht er immer und immer wieder – mehr als 20 Minuten lang. Bis er die Muschel zerstrümmert hat und den Inhalt schnabulieren konnte.
Nicht nur Tiere an Land denken also nach, wie sie an die Nahrung rankommen, die scheinbar unerreichbar ist. Noch nie hat man aber vor allem solche Aufnahmen gesehen.

Aber auch die Walrosse sorgen für spannende Erkenntnisse. Nicht nur die, dass langsam, aber sicher ihr Lebensraum zerstört wird. Es gibt immer weniger Eisflächen, die den Tieren als Rückzugsort dienen. Was dazu führt, dass die Plätze, die noch da sind, voll und eng belegt sind.
Dann gab es da die Mutter mit ihrem Baby. Das Baby wurde zu schwach, weiter im Wasser zu schwimmen, die Liegeplätze waren belegt. Macht jemand Platz? Fehlanzeige! Die anderen Walross-Weibchen halfen nichts, gaben ihren Platz nicht her. Stattdessen musste die Mutter irgendwann hart kämpfen, und am Ende gab es nur Verlierer.
Erinnerte schon stark an den Menschen. Auch er sieht oft zunächst nur sich und will sich absichern – voller Angst, einen sicheren Platz abgeben zu müssen.
Diese Handlungsweisen auch mal so in der Tierwelt zu sehen, ist so erhellend wie erschreckend.

RTZapper

Werbung: Ford Kuga

Montag, den 22. Januar 2018
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FR 19.01.2018 | 23.51 Uhr | RTL

Ärgerlich! Da will man mal mit dem Auto in den Wald fahren, weil man sich mit Joggen gesund halten will und überhaupt mal ein bisschen Natur genießen möchte, und dann gibt es eine Baustelle – mitten auf der Straße.
Blöde Sache, das.
Aber es gibt ja diese neumodischen, großen Autos! Da ist das ja alles gar kein Problem! Man legt den Gang ein, und dann brettert man über den schmalen Waldweg. Ist ja mit den großen Reifen gar dein Ding. Um in die schöne Natur zu kommen, brettert man mal eben durch selbige.

Wirklich schön, diese Autowelt in der Werbung. Am Freitagabend lief bei RTL der Spot für den Ford Kuga.
In einer Zeit, in der über Umweltverschmutzung geredet wird. In der die dreckigen Diesel-Autos angeprangert werden. Wo es darum geht, die Umwelt zu schützen: Da zeigt die Reklame zwei Männer, die mit ihrem fetten Wagen durch den Wald brummen. Weil sie es mit der Karre einfach können. Sie parken das Teil mitten auf einer Lichtung, und die Leute bei Ford denken, das sei unfassbar cool.
Nein, ist es nicht.
Viel cooler wäre es doch, die Spritschleuder am Straßenrand zu parken und von dort loszujoggen. Aber vermutlich bräuchte man dazu keinen Ford Kuga. Und schon gar nicht diesen Werbespot, der so völlig aus der Zeit gefallen ist.

RTelenovela

Xavier, der Baummörder

Samstag, den 7. Oktober 2017
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Das Orkantief Xavier mit seinen mächtigen Windböen hat große Schäden angerichtet. Sie sind erst am Freitag so richtig sichtbar geworden, und so richtig krass muss der Orkan in Bereich Schwante und Groß-Ziethen gewütet haben.

In Oranienburg sind hier und da auch Bäume umgefallen. Auf meinem Weg durch die Region gab es auch einige Stellen, an denen man sieht, dass die Straße dort am Vortag blockiert war. Was aber an der L17 abgegangen sein muss, kann man nur erahnen.
Wenn man Schwante verlässt, sieht man links schon den ersten mächtigen Baum – umgefallen, samt Wurzelwerk und Straßenresten, die gleich mit weggefeuert worden sind.
Und da hinten gleich der nächste Baum – und noch einer – und noch einer. Immer wieder stehen Warnbarken mitten auf der Straße, man muss teilweise drumherum fahren.
Lauter mächtige, dicke Straßenbäume hat Xavier umgerissen.
Bis man in Groß-Ziethen angekommen sind, kommt man auf die unfassbare Zahl von 21 umgefallenen Bäumen.
Was für ein Naturmassaker.

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Nach Hochwasser: Bärenklauer bitten Gemeinde um Hilfe

Mittwoch, den 2. August 2017
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Angela Richter wohnt nahe des Elsgrabens – nach den Starkregenfällen war ihr Grundstück und das der Nachbarn teilweise stark überflutet

MAZ-online.de, 2.8.2017

Bärenklau. Kein guter Sommer für Angela Richter aus Bärenklau. Zweimal, am 29. Juni und am 27. Juli, kam so viel Wasser von oben, dass ihr Grundstück am Kurzen Weg und ihr Haus komplett unter Wasser standen. An einigen Stellen sogar extrem tief unter Wasser.
„80 Prozent unseres Grundstückes waren überflutet“, sagt Angela Richter. „Teilweise stand das Wasser hier einen Meter.“ Im Haus ihrer Eltern stand das Wasser am 27. Juli bis zu 40 Zentimeter hoch. „In meinem eigenen Haus kam es zu einem indirekten Schaden durch das Wasser. Die Bodenplatte im Keller bildet eine Beule, welche an der Spitze circa 50 Zentimeter hoch ist und den gesamten Kellerraum, etwa 35 Quadratmeter, füllt.“ Das Betreten sei undenkbar, da die Gefahr bestehe, dass sich Risse bilden und das ganze Wasser einströme. „Auch jetzt, da das Wasser zurückgeht, ist die Beule unverändert“, sagt sie. „Den genauen Schaden muss nun ein Sachverständiger klären.“

Das Problem: Richters wohnen unweit des Elsgrabens, der nahe ihres Grundstückes eine Kurve bildet. Dort staute sich das Wasser. Aus ganz Bärenklau läuft das Wasser in diesen Graben, der es in Richtung Vehlefanz, Schwante und in den Hörstegraben abführen soll. Bis heute steht das Wasser auf den Feldern rund um den Graben, weil es nicht so schnell versickern oder ablaufen kann.

Angela Richter wendet sich nun an Oberkrämers Bürgermeister Peter Leys (BfO). Ein entsprechender Brief ging ihm gestern zu. Sie hofft, dass er etwas an dieser Situation ändern könnte, er sei dafür verantwortlich, dass so etwas nie wieder passiere. Sie fordert unter anderem einen Ausbau des Grabensystems und der Durchlässe, die Einrichtung einer Notfall-Pumpenstation, einen Notfallplan für solche Situationen sowie keine Duldung von Bibern, die die Durchlässe mit Ästen verstopfen. Letzteres ist lange bekannt, darüber hatte die MAZ bereits aus Bärenklau berichtet.

Bürgermeister Peter Leys wies auf MAZ-Nachfrage auf die Sondersituationen hin. Es sei in vier Wochen so viel Regen gefallen wie sonst im ganzen Jahr. So viel Wasser könnten die Gräben in der kurzen Zeit nicht bewältigen. Die Verwaltung sei dennoch dabei, das Problem der Wassermassen in den Gräben zu analysieren. Wirkliche Versprechen könne Leys der Bärenklauerin nicht machen. Er könne ihren Ärger verstehen, aber wenn er sagen würde, er könnte schnell helfen, würde er nicht ehrlich sein, sagte er gestern. Das sei ein grundlegendes Problem, das nicht allein von der Gemeinde gelöst werden könne. Allerdings sollen die Durchlässe überprüft werden, Rohre könnten eventuell durch größere ersetzt werden.
Peter Leys sagte aber auch, dass selbst breitere Gräben das Problem bei solchen lang anhaltenden Starkregenfällen nicht lösen könnten. Das Wasser müsse erst mal dorthin kommen. Demnächst will er Angela Richter noch persönlich eine Antwort zukommen lassen.

RTelenovela

Mücken!

Montag, den 24. Juli 2017
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Dieses Jahr eine echte Plage: Mücken! Man muss nur mal eine Minute in der Dämmerung irgendwo rumstehen, schon fallen sie einen an. Und das in einem Ausmaß, den wir bislang selten hatten.
Ende Juni, nach dem Jahrhundertregen in der Oranienburger Region, gab es in Leegebruch noch einige Tage Hochwasser. Das zog natürlich die Mücken an, und aus dem Ort hört man, dass es mückentechnisch extrem schlimm sein soll.

Ob die Mückenplage aber zwingend etwas mit der Leegebruch-Flut zu tun hat, darf aber bezweifelt werden.
Neulich in Sachsenhausen. An einem Schnellimbiss hatte ich die nicht ganz glorreiche Idee, mich in den Außenbereich zu setzen. Nicht gut. Eine Minute, nachdem ich mich gesetzt hatte, war es mit der Ruhe vorbei. Bssss – und patsch!
Reinsetzen hilft übrigens auch nicht – denn die Türen stehen offen. Für die Mücken eine gute Gelegenheit, ins Licht zu fliegen und auch drinnen zu nerven.
Die Plage dort herrschte übrigens auch schon vor Ende Juni.

Neulich in Vehlefanz, wieder vor einem Schnellimbiss. Wir hatten uns beim Essen schon entschlossen, uns gar nicht erst rauszusetzen. Dann waren wir aber so unvorsichtig, noch an den Autos rumzustehen und zu quatschen. Und wieder: Bssss – und patsch! Zerstochen innerhalb weniger Minuten.

Aber es ist auch kein regionales Problem: Neulich, am Strand von Binz. Während der Dämmerung stand ich reglos am Ostseeufer. Und auch da dauerte es nur wenige Augenblicke, bis sich die Mücken auf mich stürzten.
Da helfen wohl nur lange Klamotten. Kurze Hose und T-Shirt sind in der Dämmerung draußen momentan echt kein Bringer!