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Der große Deutsche Volksmusik Wettbewerb

Dienstag, den 17. Juni 2014
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SO 15.06.2014 | 23.55 Uhr | Deutsches Musik Fernsehen

Bumm, Bumm, Bumm hat mein Herz gemacht!
Ach, ist das schön! Es gibt sie noch, die heile Welt der Volksmusik. Zwar sehr versteckt auf einem kleinen Spartenkanal, aber immerhin. Das Deutsche Musik Fernsehen gibt dem Nachwuchs und den mehr oder weniger Talentierten eine Chance und richtet den “großen Deutschen Volksmusik Wettbewerb” aus.

Die große Show kommt aus einem Mehrzweckraum in Vilshofen und hat den Charme eines Rentnernachmittags im Dorfzentrum.
Auftreten darf dort offenbar so ziemlich jeder, der sich beim Sender meldet. Da gibt es Silbermond Silberstern mit besagtem Herz, das “Bumm Bumm Bumm” macht. Michael Esprit besingt einen Engel, die Spatzl besingen die Berge, Jenny und Ueli spielen auf ihre Blasinstrumenten etwas über die Berge.

Das Publikum in der Mehrzweckhalle ist einigermaßen gut drauf. Aber nicht gut genug. Mitten in der Moderation von Armin Stöckl (der Name ist Programm) schneidet das Deutsche Musik Fernsehen Applaus relativ wahl- und sinnlos rein. Also, das heißt: Man sieht Leute applaudieren, aber man hört den Applaus nicht. Wenn schon die Zuschauer bescheißen, dann aber richtig.

“Der große Deutsche Volksmusik Wettbewerb” (endlich eine Sendung mit einem guten, griffigen, deutschen Titel) ist eine richtig spannende Sache. Es gibt sage und schreibe zehn Vorentscheidungsshows und zwei Finalsendungen. Man muss seine Zuschauer eben bei der Stange halten. Alle beide.

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Shop24Direct: Helene Fischer – 100% Best of

Montag, den 16. Juni 2014
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SO 15.06.2014 | 23.30 Uhr | Welt der Wunder

Eine neue Folge aus der Reihe: “Was macht eigentlich…?”
Heute: Nico Schwanz.
Er war Dschungelcamper, Castingshowkandat und Model. Jetzt vertickt er CDs von Helene Fischer. Aber nicht irgendwelche CDs, nein, sondern nur das Beste vom Besten.

Am späten Sonntagabend war die entsprechende Dauerwerbesendung bei “Welt der Wunder” zu sehen (das Wissensmagazin gibt es seit einiger Zeit auch als ganzen Fernsehsender). Und Nico Schwanz kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus. Helene sei eine tolle Interpretin, die Überfliegerin des Showgeschäfts und natürlich auch wahnsinnig talentiert. Ach ja, und ein Dauerabo in den Charts habe sie auch. Hat man dem Nico Schwanz alles vorher aufgeschrieben. Findet der Nico echt.

Auf vier CDs sind 80 Hits, nur die wichtigsten Meilensteine, nur “Das Beste vom Besten”. Meine Güte, wie viele Hits hatte Florians Lebensabschnittsgefährtin denn schon? Wenn 8ß Songs schon das Beste vom Besten sind, dann muss sie ja schon zehntausende Hits gehabt haben.
Oder es klingt einfach nur besser.
Das Ganze kostet fast 50 Euro plus Versand, was jetzt auch nicht sooo wenig ist. Und die neuesten Hits von Frau Fischer sind da nicht mal drauf, weil die Dauerwerbesendung von Shop24Direct schon ein gutes Jahr alt ist. Aber die Scheiben verkaufen sich sicherlich trotzdem gut – Nico Schwanz hat sie bestimmt schon in seinem Schrank zu liegen. Oder?

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Rock am Ring 2014: Klangkarussell

Freitag, den 6. Juni 2014
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DO 05.06.2014 | 3.05 Uhr (Fr.) | einsplus

Chilliges bei “Rock am Ring”? Warum nicht? Noch dazu um kurz nach drei, wenn schon langsam der Morgen graut.
Ja, genau. 3.05 Uhr, und einsplus überträgt immer noch live. Auf dem Nürburgring ist immer noch nicht Schluss. Ein Blick in den Festivalplan im Internet bestätigt das, der Auftritt von Klangkarussell passiert gerade jetzt, es ist alles live. Und es ist wunderbar! Der erste Tag beim Rockspektakel endet mit elektronischer Musik, die auf den ersten Blick zwar nicht zum Festival passt, dafür aber wunderbar zur nächtlichen Uhrzeit.

Dass aber auch einsplus so lange dabei bleibt, ist absolut lobenswert. Denn nur noch einsplus ist es, der ARD-Spartenkanal, der solche Festivals in epischer Länge überträgt. Vier Tage lang ist einsplus über Stunden hinweg der Festivalsender.
Das ZDF hat sich leider aus diesem Geschäft verabschiedet, zdf.kultur ist nur noch eine Abspielstation von Altware.

Und so bot einsplus allein am Donnerstag harte Klänge von Iron Maiden und The Offspring, Poppiges von Cro und Chilliges von Klangkarussell. Und das über eine Länge von zehn Stunden allein am ersten Festivaltag. Und da sage noch einer, die ARD hat nichts für das junge Publikum zu bieten.

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Das Sommerfest am See

Sonntag, den 1. Juni 2014
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SA 31.05.2014 | 20.15 Uhr | Das Erste

Der Sommer steht vor der Tür, und damit auch die vielen schönen Feste. Das Erste hat’s am Sonnabend schon mal vorgemacht und sein Sommerfest an einen See verlegt.
Okay, noch ist Frühling an diesem 31. Mai, aber wenigstens einen echten See hätte man schon verlangen können, wenn man seine Show “Das Sommerfest am See” nennt. Der See war ein künstlicher Studiotümpel in der Messehalle in Erfurt. Vermutlich gibt’s dann bald das “Herbstfest in den Bergen” live aus der Mehrzweckhalle in Riesa.

Zu Gast an der Erfurter Messebadewanne war auch Nana Mouskouri. Sie sang ihre größten Hits, und ohne Playback, bei dem Nanas Stimme von schätzungsweise acht jungen Dingern verstärkt worden ist, hätte das vermutlich nicht ganz so perfekt geklungen. Andererseits: Nana Mouskouri wird im Herbst 80, und da darf die Stimme schon mal ein bisschen schlappmachen. Moderator Florian Silbereisen ließ es sich nicht nehmen, sich Nana aufzudrängeln gemeinsam mit ihr (und den anderen acht jungen Dingern vom Band) zu singen. Nana scheint das Playback jedoch vorher nicht wirklich gehört zu haben – und es war inzwischen auch weit nach 23 Uhr -, denn sie stand etwas orientierungslos dem Flori gegenüber und ließ Lippensynchronität vermissen. Fanden trotzdem alle ganz dufte, ganz besonders der Flori. Es sei ihm gegönnt, nun hat er seiner Helene wieder was zu erzählen.

aRTikel

Wenn Musik Gänsehautmomente erzeugt

Donnerstag, den 15. Mai 2014
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Jannik Lebrecht aus Vehlefanz singt und spielt Gitarre. Im Alltag steht er hinter der Bäckereitheke.

MAZ Oranienburg, 15.5.2014

VEHLEFANZ
Fast hätte er sich nicht auf die Bühne getraut. Nur er und seine Gitarre, und dann auch noch singen? Nein, eigentlich wollte Jannik Lebrecht das nicht. Aber dann hat sich der 20-Jährige aus Vehlefanz doch getraut. Auf der kleinen Bühne der „Open Stage“ im Kremmener Bistro „Ackerburger“ sang und spielte er „Rhythm of Love“ von Plain White T. Ein Gänsehautmoment für ihn und das Publikum. Denn das klang gut. Aus einem Lied sind am Ende vier geworden. Der, der fast nicht aufgetreten wäre, bekam schließlich donnernden Applaus.
Jannik schmunzelt, wenn er an seinen Auftritt im April denkt. Dabei spielte er schon öfter vor anderen Leuten, aber noch nie allein und mit Gesang. „Ich war von mir als Sänger nie überzeugt gewesen“, sagt der Vehlefanzer. „Aber als der Applaus kam, war das schon eine echt tolle Sache.“

Seit drei Jahren erst spielt Jannik Lebrecht Gitarre. „Ich hatte immer viele Gitarristen im Bekanntenkreis, aber das hat mich trotzdem nie so interessiert.“ Dann aber war er auf einer Abi-Pilgerfahrt. Dort spielten Freunde abends Gitarre – Janniks Initialzündung. Jetzt ist er süchtig danach.

Hin und wieder macht er auch mit Freunden gemeinsam Musik. „Wir spielen Blues, zum Beispiel von Gary Moore oder Eric Clapton“, erzählt Jannik und lächelt. „Die alten Kamellen eben.“ Für ihn ist es ein Unterschied, wenn er alleine Musik macht oder mit anderen zusammen. „Alleine kann man sich richtig reinsteigern“, sagt er über die Zeit, wenn er zu Hause Gitarre spielt. „Man wiederholt eine bestimmte Stelle so lange, bis sie klappt.“ Mit den anderen zusammen sei es dagegen schon mal möglich, ein Musikstück auf 15 Minuten Länge zu dehnen. „Da puscht man sich gegenseitig regelrecht auf. Und man kann sich was vom andern abgucken.“
Er selbst hört am liebsten die Musik seines Lieblingsgitarristen Tommy Emmanuel oder Chartmusik. Aktueller Favorit: „Budapest“ von George Ezra.

Es gibt aber auch ein Leben abseits der Musik. 2012 machte er am Hennigsdorfer Puschkin-Gymnasium sein Abitur. Danach begann er eine Lehre in der Bäckerei Plentz in Schwante. „Ich wollte nicht noch mal auf die Schulbank, ich wollte was Handfestes machen“, so Jannik. Eigentlich war sein Plan, Konditor zu werden, das hatte nicht funktioniert. Bei Plentz ist er Lehrling als Fachverkäufer im Lebensmittelhandel. „Das habe ich nicht bereut“, sagt der 20-Jährige. Ein Leben lang will er das wahrscheinlich nicht tun, „auch wenn es eine super Erfahrung ist.“ Immerhin brachte sie ihn sogar bis nach Spanien, wo er eine Art Praktikum absolvierte.
Bald hat Jannik seine Prüfungen. Wie es danach weitergeht, weiß er noch nicht. Er könnte sich auch vorstellen, Gitarrenunterricht zu geben oder anderswo Musik zu machen.

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Eurovision Song Contest 2014

Sonntag, den 11. Mai 2014
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SA 10.05.2014 | 21.00 Uhr | Das Erste

Alles Wurst! Könnte man jedenfalls meinen. Conchita Wurst ist zwar ein merkwürdiger Name, aber er – und vor allem der Song – brachte den Sieg für Österreich. Und was haben Udo Jürgens und Conchita Wurst gemeinsam? Es sind die beiden einzigen ESC-Gewinner unseres Nachbarlandes. Jürgens gewann 1966, und die Ösis mussten 48 Jahre bis auf Sieg Nummer zwei warten.

Und ich kann sagen: Ich habe Platz 1 und 2 richtig getippt, denn Conchita Wurst stieg mit “Rise like a Phoenix” in meiner Gunst immer höher. Die Show und der Song waren großartig, eine wahnsinnige tolle Ballade. Und der Travestiekünstler, die Frau mit Bart, hat bewiesen, dass Europa doch toleranter sein kann, als man immer so denkt. Das ist vermutlich der schönste, fast schon herzerwärmende Aspekt dieses langen Abends.
Die Niederlande mit dem wunderbaren Countrysong “Calm After the Storm” waren lange mein Favorit, am Ende setzte ich sie doch auf Platz 2, und dort landeten sie auch.

Es waren so viele tolle Songs dabei. Island ging in die Füße, Aserbaidschan, Weißrussland, Armenien, Finnland und Malta – alle standen recht weit oben in meiner Gunst.
Da hatte Deutschland mit Elaiza einach keine Chance. Der Song war gut, aber die Konkurrenz war in diesem Jahr unfassbar hart. Ich sah sie auf Platz 12, am Ende wurde es nur Platz 18. Aber Kopf hoch! Es war trotzdem schön. Und immerhin lag San Marino mit Ralph Siegel am Klavier immer noch hinter uns. Aber irgendwie sei ihm dieser Auftritt aber noch mal gegönnt – er ist ja lange genug dabei, und er hatte 1982 seinen letzten Auftritt auf einer ESC-Bühne.

Und die Polen? Was sollte denn diese Wichsfantasie? Was sollen wir daraus lernen, was wir da auf der Bühne gesehen haben? Dass die baltischen Frauen beim Putzen obszöne Bewegungen machen, dass sie lasziv den Boden wischen und dabei ihre Titten reiben? In Deutschland hat’s funktioniert – wir gaben den geilen Nachbarn zehn Punkte, und insgesamt gab’s immerhin den 14. Platz. Von mir den Letzten.

Insgesamt muss man aber sehen, dass der Eurovision Song Contest schon lange nicht mehr die Show mit den vielen wunderlich-schrecklichen Songs ist. Er ist international, europäisch geworden. Dass die Songs an sich nicht mehr landestypisch sind, kann man gut finden, kann man zugegebenermaßen aber auch langweilig finden. Die Ecken und Kanten sind verloren gegangen, spannend und groß ist der ESC aber immer noch. Er ist und bleibt ein Ereignis, das einmal im Jahr Europa zusammenführt.

2015 zieht der Eurovisionszirkus nach Österreich – vermutlich nach Wien. Liebe Ösis, macht was draus!
Und wie heißt es so schön? The Wiener takes it all!

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Eurovision Song Contest 2014: 2. Halbfinale

Samstag, den 10. Mai 2014
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DO 08.05.2014 | 21.00 Uhr | phoenix

Alle wieder gemeinsam im Finale: Deutschland, Österreich und Schweiz, die deutschsprachigen Nachbarn, sind am Sonnabend in der großen ESC-Show in Kopenhagen vertreten. Wir dürfen also gespannt sein, ob sich die drei Länder an der allseits geächteten Punkteschacherei beteiligen werden.

Am auffälligsten dabei ist natürlich Conchita Wurst aus Österreich. Der Travestiekünstler Tom Neuwirth tritt in Frauenkleidern, aber mit Bart auf. Was diese aber dieser seltsame Name bedeiten soll, wieso nennt man sich denn Wurst? Weil es “wurst” ist, ob da ein Mann oder eine Frau auf der Bühne steht?
Er selbst begründet das jedenfalls so.

Im 2. Halbfinale, das am Donnerstag bei phoenix und einsplus lief, traten gerade mal noch 15 Songs an, von denen zehn weiterkamen. Da musste die zweistündige Show schon mächtig gestreckt und mit einem dritten Schnelldurchlauf (schon nach dem Votingschluss) aufgefüllt werden. Sollten 2015 noch weniger Lönder am ESC teilnehmen, wird wohl bald ein zweites Halbfinale überflüssig.