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ZAPPER VOR ORT: Public Viewing “Eurovision Song Contest 2018: 2. Halbfinale”

Samstag, den 12. Mai 2018
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DO 10.05.2018 | Lissabon, Eurovision-Village

Das 2. Halbfinale vom Eurovision Song Contest 2018 in Lissabon war für uns – mal abgesehen vom Voting – nichts Neues. Wir kannten die Show. Deshalb wollten wir sie diesmal gemeinsam mit anderen Leuten beim Public Viewing im Eurovision-Village auf dem Praca do Comercio in Lissabon erleben.
Es fegte ein kühler Wind über den Platz, der erfreulich gut gefüllt war. Auf drei großen Leinwänden ist das Event übertragen worden, die Massen jubelten so ziemlich jedem Auftritt zu.

Dabei kamen allerdings die Skandinavier mit am besten weg. Der Norweger Alexander Rybak ist in der ESC-Gemeinde schon bekannt, und sein Auftritt war entsprechend sehenswert und professionell. Der Schwede Benjamin Ingrosso legte einen richtig coolen Auftritt hin und sorgte ebenfalls für Jubel. Die wie Santiano klingenden Rasmussen aus Dänemark kamen ebenfalls gut an auf dem Platz.

Eine patzte allerdings: Ausgerechnet die Russin Julia Samoylova vergaß im Refrain eine Zeile mitzusingen und wirkte kurz irritiert. Dabei war ihre komplette Show eine einzige Irritation. Mit allen Mitteln wollte Russlanmd scheinbar den Eindruck verhindern, dass man sieht, dass Julia im Rollstuhl sitzt. Einerseits ist es ja richtig, dass eine Behinderung keine Rolle spielen sollte – aber sollte man sie auch verstecken? Sie thronte auf der Bühne in einem riesengroßen Kleid, unter dem der Rollstuhl verschwand. Die Kamera zeigte die Sängerin auch nur selten in Nahaufnahme, stattdessen oft von weitem oder öfter die Tänzer. Sie fühlte sich sichtbar unwohl, und überhaupt wirkte das alles sehr seltsam.
Russland ist raus, und das ist fast schon eine Sensation, weil ja Russland sonst eine große Lobby hat.

Portugal gehört übrigens zu den Ländern, in denen der Eurovision Song Contest von Werbung unterbrochen wird. RTP 1 unterbricht die Show für ewig lange Reklame – aber man hat nichts verpasst, außer einem albernen Filmchen über Portugal und den ESC, den wir ja am Vortag in der Probe gesehen haben.

Am Sonnabend gibt’s dann das Finale 2018. Einen Favoriten oder Sieger zu benennen wird im Vorfeld schwierig, es gibt viele gute Songs, die ins Ohr gehen. Welche Chance Michael Schulze da hat, lässt sich schwer sagen. Einen letzten oder vorletzten Platz hätte er jedenfalls nicht verdient – aber die Konkurrenz ist diesmal unfassbar groß.

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Eurovision Song Contest 2018: 43 Videos für Portugal

Freitag, den 11. Mai 2018
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MI 09.05.2018 | 21.45 Uhr | one

Wie wäre es denn mal damit: Einen Extrapreis für das beste Musikvideo beim Eurovision Song Contest?
Am Mittwochabend zeigte one die 43 Preview-Videoclips aller Länder, die am Eurovision Song Contest 2018 teilnehmen. Ein Blick in die vielen kleinen Filme lohnt sich – denn oft sind gravierende Unterschiede zu den Live-Auftritten zu bemerken.

Der Clip von Italien, “Non Mi Avete Fatto Niente”, handelt beispielsweise vom Schicksal der Kinder in den Kriegen und im Terror dieser Welt. Das ist eindrücklich, zumal verschiedene Gedanken in zig Sprachen am Bildrand zu lesen sind. Dieses Werk könnte den Preis für den besten Clip bekommen.
Wir sich in der Probe zur Show zeigte, legt dagegen Schweden mit Benjamin Ingrosso live einen wesentlich cooleren Auftritt hin als im Video, wo er eine ziemlich dämliche Brille auf hat.

Der Clip von Österreich, in dem Cesár Sampson durch einen Schneewald stapft, wirkt dynamisch, es ist ein toller Song mit tollem Video. Auf der ESC-Bühne in Lissabon wirkte das schon ganz anders, und der Song iel ab, weil die Umsetzung in der Show längst nicht so gut gelungen war.

Die “43 Videos für Portugal” bei one waren deshalb ein etwas anderer Einblick in den ESC. Vielleicht wäre da ein Extra-Videopreis mal eine gute Sache!

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ZAPPER VOR ORT: Eurovision Song Contest 2018: 2. Halbfinale – Juryshow

Freitag, den 11. Mai 2018
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MI 09.05.2018 | Lissabon, Altice-Arena

Alexander Rybak aus Norwegen hat es nicht ins Finale des Eurovision Song Contests 2018 in Lissabon geschafft. Er ist im 2. Halbfinale ausgeschrieben.
Also, fiktiv.
Denn am Mittwoch handelte es sich nur um eine Probe.

In Lissabon in Portugal herrscht ESC-Fieber. Zumindest in der ESC-Community. Am Flughafen hängt eine ESC-Fahne. Auf dem Praca do Comercio ist das Eurovision-Village. Und überall in der Stadt sind die Fans zu sehen, die sich in den verschiedensten Sprachen unterhalten.
Die Shows finden in der Altice-Arena auf dem ehemaligen Expo-98-Gelände statt. Am Mittwoch ging 2. Halbfinale über die Bühne – als Generalprobe. Allerdings ist die wichtig, denn in diesem Durchlauf entscheidet die Jury, wer wie viele Punkte bekommt. Geht was schief beim Auftritt, könnte es sein, dass die Jury eine schlechte Bewertung, obwohl die Performance in der eigentlichen Live-Show am Tag danach gut ist.

Wir sitzen direkt hinter dem Greenroom, der weder ein Raum, noch grün ist. Dort sitzen die Künstler vor und nach ihrem Auftritt.
Auf die Sekunde genau um 20 Uhr Ortszeit geht es los – mit demselben Trailer mit Portugal-PR wie am Vortag.

Vor Ort ist es spannend zu sehen, wie in Windeseile die Bühne umgebaut wird. Es gibt nur eine Bühne, und während links die Requisiten eines Auftritts rausgeschoben werden, kommen schon die des nächsten Auftritts. Es sind nur wenige Sekunden Zeit, und alles klappt wie am Schürchen.
Besagter Alexander Rybak wird vom Publikum bejubelt, immerhin war er 2009 schon mal dabei – und gewann. Ob er das wiederholen kann, wird sich zeigen. Ungarn kommt mit hartem Metal, bei dem einen Hören und Sehen vergeht, Schweden legt einen viel cooleren Auftritt hin als im Musikvideo.

Ein Phänomen: Selbst Songs, die eigentlich eher lahm sind, nimmt man fußwippend mit. Man groovt sich ein, und letztlich dauern ja auch schlechte Nummer nur höchstens drei Minuten. 18 Songs gibt’s, und dass es langweilig wird, kann man nicht sagen.
Und eine Besonderheit gibt es: In der Live-Show am Donnerstag gibt es Ausschnitte zu sehen von drei der Big-5-Länder, die für das Finale gesetzt sind. Aufgezeichnet werden sie am Vortag – in unserer Show. So erleben wir Michael Schultes Probeauftritt für Deutschland live. Und der ist erfreulich gut geworden: Schulte steht vor einer Leinwand, in der Bilder, Wörter und Zeichnungen zu sehen sind. Das wirkt gut und kommt beim Publikum an. Werden wir etwa nicht Vorletzter oder Letzter?
Auch Italien bekommen wir so zu hören – meinen heimlichen Favoriten, der aber live leider nicht so gut funktioniert wie im Musikvideo. Frankreich dagegen kommt mit einem ohrschmeichelnden Liedchen daher.

Für die Verkündung der Länder, die im Finale auftreten werden, interessieren sich am Mittwoch nicht mehr so viele. Der Run auf die Ausgänge beginnt schon früh. Wer am Mittwoch vorn liegt, ist eh nur Fake. Die Verkündung der zehn Länder ist von vorn bis hinten ausgedacht. Deshalb kann Alexander Rybak auch noch hoffen, dass er mit Norwegen in der Live-Show doch noch genannt wird.

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Eurovision Song Contest 2018: Songcheck

Donnerstag, den 10. Mai 2018
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DI 08.05.2018 | 23.15 Uhr | one

Na, wird es die Schweiz diesmal schaffen? Schafft es ZiBBZ ins Finale des Eurovision Song Contests 2018 in Lissabon?
Beim “Songcheck” bei one sind sie skeptisch. Der Hut der Sängerin falle sehr auf, aber der Song sei nicht so doll, so die Analyse.

Was aber will man noch groß analysieren? Als am späten Dienstagabend die zweite Ausgabe vom “Songcheck” gezeigt wurde, da war das 1. Halbfinale des Eurovision Song Contests schon gelaufen, und dass die Schweiz rausgeflogen ist, das stand längst fest.
Irgendwie muss man bei der ARD in Sachen Programmplanung gepennt haben. Aber in Sachen ESC ist man bei der ARD sowieso alles andere als clever.

Die Songcheck-Sendungen – es sind vier – sind bereits vor Wochen aufgezeichnet worden. Live gab es sie auf Facebook, auch auf YouTube sind die Folgen ewig schon verfügbar. Auf one laufen sie definitiv zu spät. Wenn am Donnerstag und Freitag die Folgen 3 und 4 ausgestrahlt werden, haben sich auch schon alle Besprechungen erledigt, denn dann lief auch schon das 2. Halbfinale.
Also, liebe Leute von one, im kommenden Jahr könnte man ja mal drüber nachdenken, den “Songcheck” einfach mal eine Woche früher – also in der Woche vor dem ESC – auszustrahlen. Das würde mehr Sinn ergeben – und wäre gleich noch eine gute Erinnerung und Einstimmung auf die eigentliche ESC-Woche.

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Eurovision Song Contest 2018 – 1. Halbfinale

Mittwoch, den 9. Mai 2018
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DI 08.05.2018 | 21.00 Uhr | YouTube

Dass Portugal ein armes Land ist, sieht man den Clips, die aus dem Land gezeigt werden, nicht an. Portugal nutzt den Eurovision Song Contest in Lissabon, um ordentlich Werbung für sich zu machen. Das ist auch gut so, denn das Land im Südwesten Europas ist einen Besuch wert.
Ansonsten hat sich Portugal mit der Show nicht sehr mit Ruhm bekleckert. Am Dienstag ging das erste Halbfinale über die Bühne, und im Grunde hatte die Show abseits der eigentlich Acts nichts wirklich zu bieten. Ein paar Einspieler, das war’s. Keine portugiesische Kultur, keine Musik, kein gar nichts. Das ist sehr schade, und hoffentlich fällt ihnen wenigstens im Finale noch etwas ein.

In diesem Jahr ist in Sachen Eurovision Song Contest alles anders. Erstmals habe ich mich sehr viel ausführlicher schon im Vorfeld mit den Songs beschäftigt. Ich hatte und habe Favoriten.
Am Dienstagabend ist die erste Show live auf YouTube übertragen worden.

Der Beitrag aus Weißrussland war der erste, den ich schnell ins Herz geschlossen hatte. Alekseev hat eine tolle, markante Stimme, “Forever” ist ein fast hymnenhafter Song, der ins Ohr geht. Aber das Ding ist ausgeschieden, und das liegt daran, dass Alekseev live leider nicht überzeugen kann. Das Lied hat immer noch was, aber seine stimme klingt auf der Bühne kaum noch außergewöhnlich.
Auch Island ist draußen. Dabei sah Ari Olafsson wie ein neuer Johnny Logan, was ja eigentlich quasi eine Gewinngarantie ist – hat aber nicht gereicht, der Song überzeugte nicht.

Israel dagegen gehört zu den Favoriten, und Netta ist mit “Toy” tatsächlich weiter. Mit einem ziemlich abgefahrenen, frechen Song, der zumindest im Refrain gut ins Ihr geht. Warum man sie allerdings die Hälftes des Liedes blöd und lahm hinter einem Mischpult rumstehen lässt, bleibt ein Rätsel.
Ebenso Cesár Sampson aus Österreich. Im Videoclip zu “Nobody but you” stiefelt er durch den Winterwald. Auf der ESC-Bühne in Lissabon muss er eine halbe Ewigkeit auf einer Hebebühne rumstehen. Den Gospelchor im Hintergrund sieht man nicht, die vier Frauen steht man einmal irgendwo im Halbdunkeln. Eine leider schwache Show für einen starken Song. Aber Hauptsache ist Österreich ist weiter – an sich verdient!

Auch Irland hat’s geschafft – mit einer Anbiederung an die schwule Zielgruppe des ESC. Denn schon im Videoclips tanzten zu Ryan O’Shaughnessys “Together” zwei Jungs in den Straßen von Dublin, und das durften sie dann auch auf der ESC-Bühne. Der Jubel war groß – und der Song, eine liebevolle Ballade, ist es auch verdient, ins Finale zu kommen.
Dass Zypern dagegen mit einer eher lahmen Ethnopop-Nummer zu den Favoriten zählen soll, will ich nicht verstehen.

Erstmals habe ich übrigens auf Peter Urban verzichtet, der während der Live-Übertragung auf one zu hören war. Der – so sagt die ARD – Kultkommentator, nervt mit seinen Altherrenwitzchen, die er vorher aufgeschrieben bekommt, und die er wortgleich in den Halbfinals und im Finale an den passenden Stellen vorliest. Mal abgesehen davon, dass man eine Musikshow nicht kommentieren muss, sondern höchstens während der Moderation dolmetschen sollte – es wird höchste Zeit, dass der in Deutschland federführende NDR mal jemand anderen sucht. Auf YouTube gab es die Show dagegen im Original, und keiner hat reingequatscht. Irgendwie eine Wohltat.

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Raritäten des Grauens: Regina Z. und die Knallerbsen – Frieden am Zaun

Samstag, den 5. Mai 2018
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FR 04.05.2018 | 10.35 Uhr | radioeins

Normalerweise schaltet das Ohr bei miesen Songs ja auf Durchzug. Oder die Hand wandert zur Sendertaste des Autoradios, um schnell umzuschalten. Nicht so bei radioeins. Da gibt es immer am Freitagvormittag die “Raritäten des Grauens”.

Diesmal ist die Geschichte von Regina Zindler aufgerollt worden. Die saß im Herbst 1999 bei “Richterin Barbara Salesch” auf Sat.1. Wegen eines Knallerbsenstrauchs des Nachbarn, der den Maschendrahtzaun kaputt machte. Oder so.
Kurz danach wurde Stefan Raab in “TV total” auf sie aufmerksam – und fand das alles so toll, dass er einen Song aus den Satzfetzen aufnahm, die Regina Zindler so zu sagen hatte. “Maschen-Droaht-Zaun” ist zum Megahit geworden. Und Regina Zindler wurde zum unfreiwilligen Star. Hunderte Schaulustige belagerten ihr Grundstück und das des Nachbarn, der wiederum einen Exclusivvertrag mit Sat.1 hatte. Um da irgendwie wieder raus zu kommen, nahm Zindler später einen zweiten Song auf, um Frieden zu machen.
Brachte nur leider nichts. Die Massen blieben, und Regina Zindler zog mit Ehemann nach Berlin.

Sie war wohl eines der ersten Opfer eines neuen Typs von Fernsehshows. “TV total” war 1999 noch neu am Markt. Stefan Raab war genial, aber er bedachte nicht, was mit Regina Zindler passieren würde, wenn er sie auf diese Weise noch weiter in die Öffentlichkeit drängt. Auch wenn die Zindler eventuell ein bisschen Kohle machen konnte – die wurde ihres Lebens nicht mehr froh.

So spielte radioeins mit “Frieden am Zaun” am Freitag zwar gewollt furchtbare Musik, aber erzählte auch ein Stück Mediengeschichte der Jahrtausendwende.

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Deutschland sucht den Superstar: Halbfinale 2018

Montag, den 30. April 2018
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SA 28.04.2018 | 20.15 Uhr | RTL

Auch 2018 wird Deutschland keinen Superstar bekommen. Jedenfalls keinen, der in der RTL-Castingshow “Deutschland sucht den Superstar” gefunden wird.
Das kann man nach dem Halbfinale 2018, das am Sonnabend über die Bühne ging, schon mal sagen.

Staffel 15 neigt sich dem Ende entgegen, am kommenden Sonnabend läuft das große Finale. Und ich bin immer noch dabei, bin dem Format treu. Ich mag die Castingphase, weil da in kurzer Zeit recht viele Leute an der Jury vorbeigeschleust werden, und immerhin verarscht RTL seine Kandidaten nicht mehr so übel wie früher.
Aber: Es bleibt nichts haften. Oder eher: Es bleibt niemand haften.

Vier Leute haben es ins Finale geschafft, und das Problem ist: Eigentlich sind mir diese vier Leute ziemlich wurscht. Ich weiß nicht mal mehr die Namen. Von den vier können zwei bis drei ganz gut singen, aber es sind keine spannenden Charaktere dabei. Es sind weichgespülte Dings, die keine Ecken und Kanten haben, die eigentlich nicht wirklich herausragen, die auch in den vergangenen Wochen keinen Wow-Auftritt hingelegt haben. Wie es überhaupt lange keinen echten Wow-Auftritt in der jüngeren DSDS-Vergangenheit gab.

Einer der vier Finalisten wird also “Superstar”, aber alle sind sie verwechselbar, sie haben nichts, woran man sich fünf Minuten nach Sendungsende noch erinnern könnte.
Deshalb werde ich mir das Finale sicherlich ansehen. Ein Highlight wird es aber nicht, wer gewinnt, werde ich irgendwie wahrnehmen. Wenn er oder sie Glück hat, ist der Gewinnersong einigermaßen Ohrwurm-tauglich. Aber längerfristig wird das nichts.