RTZapper

I’ve lost my Mind in Essen – 40 Jahre Rockpalast-Nacht

Montag, den 24. Juli 2017
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SA 22.07.2017 | 0.40 Uhr (So.) | Das Erste

Fernsehen. Was war denn noch gleich dieses Fernsehen?
Wie tot ist das Medium Fernsehen eigentlich?
Man könnte auch fragen: Warum denken Leute eigentlich, dass, wenn sie Serien, Filme und Konzerte im Internet schauen, das nichts mit Fernsehen zu tun hat?

Es gibt eine Band namens “Die Nerven”. Von der habe ich noch nie was gehört, aber sie haben schon im “Rockpalast” gespielt.
Der Rockpalast war mal eine ganz große Nummer. 1977 gab es im Ersten die Premiere der Rockpalast-Festival-Nächte in der Essener Grugahalle. Eine ganze Nacht lang, nach dem “Wort zum Sonntag” gab es Livemusik. Damals war das eine Revolution. Mangels Stereoton im Fernsehen lief das Ganze parallel auf zig ARD-Radiowellen für den vollen Sound.
Aber selbst Kultshows sind irgendwann out, und 1984 lief die letzte Rockpalast-Nacht.

Das Erste erinnerte am sehr späten Sonnabendabend in der Doku “I’ve lost my Mind in Essen – 40 Jahre Rockpalast-Nacht” an das 40. Jubiläum dieser Sendung. Die Marke “Rockpalast” gibt es aber immer noch. Später wurden dort Konzerte von je einer Band übertragen. Seit 2003 gibt es auch wieder eigene Konzerte – in kleineren Clubs.

Dort durften auch “Die Nerven” auftreten. Aber im Interview in der Doku machten die Jungs den Eindruck, als würde sie das eher langweilen. Nein, Fernsehen schaue ich ja eh gar nicht, sagte einer der jungen Männer mit abwesendem Gesicht. Es sei nett gewesen, dass sie da auftreten durften, und, ja, im Internet könne man sich das ja auch ansehen, im Fernsehen seien es ja nicht so viele.

Diese Interviewsequenz in der Doku sollte die Fernsehleute durchaus nervös machen. Denn klar ist, dass es zwar auch weiterhin Inhalte von vielen der heutigen Fernsehsender geben wird – aber die Konkurrenz im Internet, in der Welt des Fernsehens on Demand – ist riesig. Sich da als einer der Player durchzusetzen, ist schwer. Wenn Musiker die Marke “Rockpalast” eher als verstaubt und “von früher” und als “Ach, das gibt es noch?” wahrnehmen, dann sollte das ein Alarmzeichen für alle sein, die mit ihren Inhalten auch weiterhin Aufmerksamkeit erzeugen wollen.

Oder wollen wir wirklich, dass sich nachfolgende Generationen wirklich nur noch bei pubertierenden Youtubern informieren und denken, sie würden ja Nachrichten schauen?

RTelenovela

Rügen 2017 (9): Feuchter Strand

Sonntag, den 16. Juli 2017
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(8) -> 13.7.2017

Die schweren Stürme in letzter Zeit haben auch an den Ständen auf Rügen ihre Spuren hinterlassen. Wer in Binz von der Seebrücke aus in Richtung Granitz läuft, dem ist das in diesen Tagen ganz besonders aufgefallen.
Der Strand scheint zur Hälfte verschwunden gewesen sein. Denn die Zone direkt neben dem Wasser ist immer noch fest und feucht, der Zuckersand, den man aus Binz kennt, beginnt erst sehr viel weiter hinten.
Auch ist so einiges angespült worden, im Laufe der Woche ist aber der größte Unrat weggeräumt worden.
Auf der Kurhaus-Seite hat man schon – in Vorbereitung auf das Beachvolleyball-Wochenende – Extrasand aufgehäuft. Da muss ganz schön was rangekarrt worden sein.

Ein ähnliches Bild am Strand von Gager – zwischen Thiessow und Lobbe auf der Halbinsel Mönchgut. Zwischen dem Ostseeufer und dem Teil mit dem lockeren Sandstrand ist auch zwei Wochen nach dem Unwetter immer noch eine breite Feuchschneise, in der es wohl noch länger dauern wird, bis der Sand wieder seinen alten Zustand hat. Dort muss das Wasser auch sehr weit in Richtung Düne gedrückt worden sein.

Aber auch schon am Sonnabend davor standen einige Zelte unterhalb des Kurplatzes. Da war nämlich Alexa Feser zu Gast. Ich muss gestehen, dass ich sie vorher nicht kannte, und ich dachte, es handele sich um eine der jungen, aufstrebenden Volksmusikerinnen. Aber ich sollte mich irren. Sie macht recht gefälligen Pop, auch wenn sie selbst seltsam bieder wirkt. 2015 nahm sie am deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest teil. So einen richtigen Hit hatte sie allerdings noch nicht, auch wenn mir ein oder zwei Lieder dann doch bekannt vorkamen. Sie begann ihren Auftritt allerdings mit einem schönen (und passenden) Lied namens “Meine Insel”. Blöderweise findet man diesen Song nirgendwo.

RTelenovela

Rügen 2017 (8): Löwenherz mit Erdmöbeln

Donnerstag, den 13. Juli 2017
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(7) -> 12.7.2017

Binz hat ein kulturelles Kleinod, und es hat lange gedauert, bis ich es mal entdeckt habe. Die Band Erdmöbel trat im “Löwenherz” auf. Dabei handelt es sich um einen kleinen Club mit einer Bühne.
Direkt vor der Bühne gibt es Sessel mit Beistelltischen, drum herum weitere Sitzplätze. Umrahmt wird das Ganze von roten Vorhängen. Ein edel aussehender, gemütlicher, kompakter Raum.

Schon vorher kann man sich Getränke bringen lassen, auch ein paar Snacks gibt es, wenn man möchte. Eine schöne Atmosphäre.
Immer wieder finden dort Jazzabende statt, außerdem kleine Konzerte, Lesungen oder Comedyabende.

Erdmöbel ist bekannt für Lieder wie “Dreierbahn” oder “In den Schuhen von Audrey Hepburn”. In Binz hatten es die Musiker nicht ganz so einfach wie sonst, denn vermutlich waren die meisten Gäste Urlauber und nicht zwingend Erdmöbel-Kenner. So brauchte es auch ein bisschen, die alle auftauten, aber am Ende wurde dann auch mitgesungen und mitgewippt.

RTZapper

Amanda feat. Sido: Blau

Samstag, den 8. Juli 2017
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DO 06.07.2017 | 2.59 Uhr (Fr.) | VIVA

Auch wenn VIVA und MTV in Sachen Musikvideo quasi keine Rolle mehr spielen – out sind die kleinen Filmchen deshalb noch lang nicht. Wer sich Mühe gibt und entweder einen tollen Song, ein tolles Video oder im Idealfall beides bietet – der landet auch heute noch einen Hit. Deshalb sind die Clips auch heute ziemlich aufwendig produziert.

Also, sagen wir mal: viele.
Der Clip zu “Blau” gehört sehr sicher nicht dazu. Er lief in der Nacht zu Freitag bei VIVA.
Amanda – trat im Mark-Forster-Vorprogramm auf – singt mit Rapper Sido drei Minuten lang vor einer Fototapete.
Das Video besteht aus nichts anderes als die Sängerin und der Rapper vor wechselnden Fotos in der Blue/Greenbox. Besonders teuer kann es nicht gewesen sein, aber dieser Grad der Einfallslosigkeit ist dann doch schon bedrückend.
Aber vielleicht wird “Blau” ja ein Hit (na ja), dann könnte man eventuell ein etwas aufwendigeres Video drehen…

RTelenovela

Ossis feiern länger

Mittwoch, den 5. Juli 2017
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Es ist nicht das erste Mal, dass wir das festgestellt haben: Ossis feiern länger.
Auf dem Gelände des Schlosses in Schwetzingen fanden am Sonnabend gleich mehrere Hochzeiten statt. Wer am Nachmittag im Schlossgarten unterwegs war, dem sind da diverse Bräute entgegen gekommen.
Am Abend konnte man an den verschiedenen Partys vorbeiwandeln.

Unsere dauerte am längsten – bis 4 Uhr! Wer die Räume dort mietet, mietet sie mehr oder weniger open End. Vermutlich wäre es aber angebracht, dass alles bis 6 Uhr geräumt ist. Aber als bei uns der Kehraus stattfand, da war es in den Nachbarräumen längst dunkel.
Und auch bei unserer Feier waren es überwiegend die Ossis, die durchhielten, und nach 3 Uhr zu “Kling Klang” und “Jugendliebe” tanzten. vermutlich musste sich der örtliche DJs diese Osthits erst mal aus dem Internet suchen. Auch das Eisbären-Lied von den Puhdys schien ihm nicht wirklich geläufig zu sein, und in den Mannheim-nahen Gegend verweigert man sich bei dem Lied ja sowieso ganz gern, aber wir mussten an der Stelle des Tanzabend mit der Jürgen-Drews-Version zufrieden geben.

Aber vermutlich ist der DJ nach diesem Abend nun auch Ost-Musikexperte.

aRTikel

Überflieger: Bei Konzerten sorgt er für den guten Ton

Samstag, den 1. Juli 2017
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Philipp Kubiak (29) aus Lehnitz ist Live-Techniker bei der Band Kafvka und den Lochis

MAZ Oberhavel, 1.7.2017

Lehnitz.
Im Leben kommt es ja immer anders, als man denkt. Das ist auch bei Philipp Kubiak so gewesen. Der 29-Jährige aus Lehnitz sorgt bei Konzerten für den guten Ton, er sitzt an den Reglern, überwacht den Sound und begleitet dabei hauptsächlich zwei Bands: die Gruppe Kafvka – ein Herzensprojekt, wie er sagt – und die Lochis. Das können kleine und große Hallen sein, die er beschallt, aber auch Festivals – je nachdem, wo „seine“ Musiker auftreten.

Das Fachabitur machte er am Oranienburger Georg-Mendheim-Oberstufenzentrum, er beschäftigte sich mit Ernährungs- und Lebensmitteltechnologie. Gelernt hat er ursprünglich den Beruf des Kochs. Aber parallel setzte sich in seinem Leben schon die Musik durch. Um das Jahr 2010 herum gründete er mit Freunden die Band Jazzica Nabis, mit ihr schaffte er es beim Schooljam-Wettbewerb bis ins Finale. „Wir wollten Musik machen, die sich verkaufen lässt“, sagt Philipp, der von Freunden entweder Phil oder Dr. Polle genannt wird. „Das war auf jeden Fall ein super Nebenjob, und wir hatten großen Spaß.“
Aber der Durchbruch – der kam nicht, und irgendwann gingen die Interessen der Jungs auseinander. Für Phil aber war die Zeit auch der Auslöser für alles, was dann kommen sollte. „Ich war in der Band der erste, der sich ein Mischpult geholt hat“, erinnert er sich. „Ich fand das immer gut und wollte weiter was mit Musik machen.“

Er meldete sich am Berliner SAE-Institute für audiovisuelle Medien an. Sein Ziel: Live-Techniker werden. „Ich wollte die Technik und das Handwerk lernen“, erzählt der Lehnitzer, der inzwischen in Berlin-Gesundbrunnen lebt. Sein Abschlussprojekt war ein Bandrecording – mit Jazzica Nabis nahm er Songs auf – und kam auf eine Note von 90 Prozent. Die Theorie ließ er sein: „Die ist nicht mein Ding.“

Nebenher begann er, bei einer Firma zu arbeiten, die bei Konzerten half, Kabel zu verlegen, Lkw auszuladen, Material zu schleppen. „Da habe ich mich natürlich auch immer gleich an die Toncrew gehalten.“ So kam er mehr und mehr ins Business. Er mischte für Freunde kleine Konzerte in Berliner Clubs ab und lernte immer mehr Leute kennen. Und die Band Kafvka. Er erlebte sie bei einem Auftritt auf dem Alexanderplatz und fragte die Jungs, ob sie einen Techniker brauchen. Sie brauchten.
Mit Kafvka geht Phil nun immer wieder auf Tour. „Ich bin das fünfte Bandmitglied geworden, sozusagen“, sagt er. Kafvka ist nun auch bei einer großen Bookingfirma, so dass die Musiker immer größere Kreise ziehen. Und egal, wo Kafvka auftritt – Phil macht den Ton. Auch wenn sie beim Taubertal-Open-Air oder anderen Festivals sind.
Nachts im Tourbus schlafen, morgens die Lkw entladen, alles aufbauen. Am Nachmittag Soundcheck, irgendwann am Abend beginnt der Einlass. Dann läuft das Konzert. Danach Abbau, und alles beginnt von vorn.

Inzwischen reist Philipp Kubiak auch mit den Lochis. Bekannt geworden sind sie durch Videos auf Youtube, dort machen sie auch Musik und sind damit nun – gerade bei den Jugendlichen – berühmt.

Phil hat nachgezählt. 202 Veranstaltungen hatte er im vergangenen Jahr, davon allein 50 Festivals. „Da sitzt man auch mal Backstage mit Limp Bizkit an einem Tisch oder spielt mit Mark Forster auf einer Bühne.“ Freunde wissen schon, dass er in diesen Zeiten, das kann auch ein Monat am Stück sein, schlecht erreichbar ist. „Ich poste auf Facebook und Instagram, das reicht dann auch.“ Wenn er doch mal Freizeit hat, fährt er mit seinem Longboard durch Berlin oder turnt auf der Slackline. „Ich will mich sportlich bewegen, aber alles, was ruhig ist.“

Am 10. Juli wird er mit den Lochis zur Expo nach Kasachstan reisen, den nächsten Auftritt mit Kafvka hat er am 22. Juli im Plan zu stehen. Sein Traum: „Eine große Band mit Orchester.“ Die tonliche Kontrolle haben über gute Musik. Er ist sich ziemlich sicher, dass es dieses Projekt für ihn irgendwann geben wird.

KeineWochenShow

#25 – Nur nach Hause geh’n wir nicht!

Montag, den 26. Juni 2017
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Kleines Jubiläum: Die 25. Ausgabe von “KeineWochenShow” ist online.
Natürlich gedenken wir dem Musiker Gunter Gabriel “Hey, hey, hey Boss! Ich brauch’ mehr Geld!”), außerdem reden wir darüber, welchen Zusammenhang es zwischen Gabriel und Frank Zander gibt, der neulich in Kremmen zu Gast war. Wir huldigen diesmal auch Sido, der zum Held der Hohen Neuendorfer Feuerwehr geworden ist.

Wie sieht es bei euch eigentlich mit Kultserien aus? Ich habe mir vor einiger Zeit die DVD-Zeit mit der Kinderserie “Die Bären sind los” gekauft. Damals hab ich sie geliebt, heute ist’s nicht mehr so mein Ding. Thjommi allerdings sieht das ganz anders, wie er in der Sendung erzählt.

Darüber hinaus gibt es Bier, das aus Tschechien kommt und mit den Simpsons zu tun hat – und das irgendwie einen sehr überraschenden Geschmack hat. Und noch “Der Herbst in der Hose” bei uns Männern wird besprochen.
All das und mehr in “KeineWochenShow” #25 auf Youtube.