KeineWochenShow

#13 – Herr Urlaub, bitte ein Autogramm!

Sonntag, den 2. April 2017
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Ausgabe 13 von “KeineWochenShow” hat uns zum Glück kein Unglück gehabt. Das kam erst später – aber dazu nächste Woche mehr.

Ansonsten war aber viel los: Wir sprechen über Aprilscherze, die diesmal sogar schon am 31. März auf die Leute losgelassen wurden – weil der Sonnabend für einige Radioshows halt ungünstig ist. Wir machen uns Sorgen über Arno und die durch Mario Barth bedrohte Morgenshow von 104.6 RTL. Es geht um menschenfressende Schlangen und einen besonders ekligen Film.
Wir verreißen das neue Depeche-Mode-Album und empfehlen euch stattdessen mal wieder ein gutes Buch.
Und außerdem erfahrt ihr, was eigentlich der Herr Urlaub (Farin) in Berlin-Frohnau so treibt.

Ausgabe 13 gibt es auf Youtube.

RTZapper

Klee: Immer wieder geht die Sonne auf

Freitag, den 31. März 2017
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MI 29.03.2017 | radioBerlin 88.8 | 20.36 Uhr

Und wieder ein Coversong, der irgendwie nicht funktioniert. Zugegeben, der Song ist bereits 2015 veröffentlicht worden, aber am Mittwochabend lief er bei radioBerlin 88.8, wo ich ihn zum ersten Mal gehört habe: Klee hat Udo Jürgens’ “Immer wieder geht die Sonne auf” gecovert. Es ist wieder mal ein guter Beweis, wie genial Udo Jürgens war. Denn Klee hat sich an diesem Song ordentlich verhoben.

In dem Lied geht es um eine gescheiterte Liebe, um einen Traum, der zu Ende geht, um Einsamkeit. Und dann der Refrain: “Denn immer, immer wieder geht die Sonne auf. Und wieder bringt ein Tag für uns ein Licht.”
Udo Jürgens singt von der Hoffnung trotz aller Trübsal, trotz der Trauer. Er singt vom Silberstreif am Horizont, und beim Refrain – wenn das Orchester und der Backgroundgesang so richtig loslegt – möchte man fast aufatmen, man spürt die Positivität regelrecht.
Nicht so bei Klee. Die Band hat einen seltsamen Sommerklang-Rhythmus mit Percussions draufgelegt, dazu die Stimme der Sängerin, die seltsam verträumt ihren Text runtersingt. Im Refrain kommt da vom Aufatmen, vom “Jawoll” nichts mehr rüber.

Es ist eines dieser Coversongs, die die Welt nicht gebraucht hat. Da sehnt man sich regelrecht danach, dass im Radio stattdessen das wundervolle Original läuft.

RTZapper

Schlagercountdown – Das große Premierenfest

Dienstag, den 28. März 2017
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SA 25.03.2017 | 20.15 Uhr | Das Erste

Wie gefällt euch eigentlich unser diesjähriger Beitrag für den Eurovision Song Contest in Kiew? So lala? Das kommt hin!
Am Sonnabend gab es in Florian Silbereisens „Schlagercountdown – Das große Premierenfest“ das Aufeinandertreffen der ESC-Beiträge aus Deutschland und Österreich. Schon an den Publikumsreaktionen lässt sich erkennen: Beide Songs kommen nicht besonders gut an. Nie war die Stimmung am Sonnabend verhaltener als bei den Auftritten von Levina, die für Deutschland mit „Perfect Live“ antritt, und von Nathan Trent, der für Österreich „Running on Air“ singt.
Als Levina ihren Song sang, dämmerten die Menschen im Saal ein wenig dahin – und das, obwohl sie sonst den ganzen Abend mitklatschten, jubelten und seltsame Plastikdinger zum Geräuschemachen bekommen hatten. Beim Österreicher war die Stimmung dann komplett auf Kühlschranktemperatur abgestürzt.

Diese Prognose kann man schon mal wagen: Weder Deutschland noch Österreich werden im Mai den Song Contest gewinnen, und vermutlich werden beide Lieder weit abgeschlagen hinten liegen (falls Österreich ins Finale kommt). Beide Songs sind langweilig, haben keinen Pep, haben erst recht nichts Besonderes. Zumindest im deutschen Vorentscheid gab es echt bessere Lieder – aber die Deutschen haben nun mal gewählt. Ich freue mich jetzt schon auf das Geheule danach, weil uns angeblich keiner lieb hat.

RTelenovela

Überraschungsevent (9): Wir haben den Blues

Montag, den 27. März 2017
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(8) -> 19.2.2017

Der Startschuss fiel im April 2016: Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. In diesem Monat durfte ich das Event planen, im April ist sie dran.

Diesmal ging es nach Kremmen. Im Scheunenviertel fand das 11. Bluesnacht 2017 statt. Wie es heißt, ist es das größte derartige Musikevent in der Region. In neun Scheunen fanden Konzerte statt, vorher sind dafür insgesamt um die 1000 Tickets verkauft worden.
Das Schöne an der Bluesnacht ist: In der Regel weiß man nicht genau, was einen erwartet. Vor allem nicht, wenn man sich mit Blues nicht so auskennt.

Man kauft zwar Tickets für eine bestimmte Scheune, nach der ersten Pause darf man aber wechseln und überall mal reinschauen. Eine tolle Idee.
Wir starteten in der Theaterscheune “Tiefste Provinz”. Dort spielten Jürgen Kerth und seine Band. Die machten schon mal ganz gut Stimmung. In der Musikantenscheune ging bei “Blue Water” richtig die Post ab. Vorne, vor der Bühne, tanzten viele Leute. Machte Spaß, zuzusehen.
Anschließend ging es zur Bauernscheune – oder eher auf den Dachboden der Scheune. Das war sehr schade, denn die dortige sehr gute Band spielte unter öder Beleuchtung von der Neonröhre. Es herrschte null Flair, es waren nur wenige Plätze, die Leute standen eng am Eingang und auf der Treppe – was nicht ganz ungefährlich war. Die Bauernscheune hat ihr Potenzial leider komplette nicht genutzt – warum die Party auf den Dachboden abgeschoben wurde, weiß wohl nur der Scheunenchef. Leider macht das Ganze da oben keinen Sinn. Schade für die tolle Band!

Schön war es in der Spargelscheune, dort gab es leckeren Flammkuchen. Es spielten Marlena Uzeblo und ihre Blue Angel Band. Die gingen leider im Stimmgewirr ein wenig unter.
Gegenüber in der Galeriescheune “Einfach schön” konnten wir uns auf zwei Hocker setzen und das muntere Treiben beobachten.

Dreieinhalb Stunden vergingen wir im Flug, und am Ende konnten wir sagen, dass wir einen schönen und vor allem abwechslungsreichen Abend hatten.
Schon am 1. April geht es weiter – das Event beginnt erst am sehr späten Abend. Ich bin wirklich gespannt, was es sein könnte.

RTZapper

Bilderbuch: Bungalow

Samstag, den 18. März 2017
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FR 17.03.2017 | 10.57 Uhr | radioeins

Ladas sind momentan voll im Trend. Früher, in der DDR, gehörte der Lada zu den schon besseren Autos. Jetzt erlebt er ein Comeback, zumindest ist im Liedtext einer österreichischen Band immer wieder vom Lada die Rede.

Also, könnte man jedenfalls meinen. In Wirklichkeit spricht da niemand von einer Ostkarre. Dafür könnten die Österreicher von der Band Bilderbuch hierzulande ein neues Wort bekanntmachen: den Lader.
Der Song “Bungalow” läuft auch hierzulande rauf und runter, am Freitagvormittag mal wieder auf radioeins. Darin heißt es: “Ich brauch’ Power für mein’ Akku. Keine Power in mein’ Akku. Baby, leih’ mir deinen Lader! Komm, bitte leih’ mir deinen Lader! Ich brauch’ Power für mein’ Akku! Keine Power in mein’ Akku! Baby, leih’ mir deinen Lader! Ich brauch mehr Strom!”
Der Lader ist in Österreich das, was man bei uns schlicht Ladegerät nennt.
Der Lada ist ein Lader.

aRTikel

Im Klubhaus wurde er vom Staat geprüft

Freitag, den 17. März 2017
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Frank Liedke alias DJ Smily brachte ab den späten 80ern in Kremmen die Tanzbeine zum Schwingen

MAZ Oranienburg, 17.3.2017

Kremmen.
Schon in der 5. Klasse hat Frank Liedke gemeinsam mit Freunden den Discotheker gemacht. Das war 1978, mit Musik von der Kassette. Heute ist er in Kremmen als DJ Smily bekannt. Hin und wieder macht er auf Feiern noch Musik, bei Partys sorgt er auch mal im Hintergrund für die Technik.

Frank Liedke ist allerdings kein Ur-Kremmener, wie manche vielleicht meinen. Er stammt aus Berlin-Kaulsdorf, ging in Friedrichsfelde zur Schule und lernte später im Hennigsdorfer Stahlwerk und beim Reichsbahnamt in Elstal für den Facharbeiter in der Eisenbahntransporttechnik und speziell für den Stellwerkdienst. Während dieser Lehrzeit kam auch die Initialzündung für sein DJ-Dasein.
„In Glowe auf Rügen hatte die Reichsbahn damals ein Zeltlager“, erinnert sich Frank Liedke. „Und wir haben da Musik gemacht.“ Sie koppelten zwei Kassettenrecorder zusammen und legten los. „Das war das, was wir hatten, und alles von Kassetten.“ Um 1984 an die aktuelle Musik zu kommen, saß er vor dem Radio und nahm auf. „Oft habe ich das Band auf Verdacht gestartet“, erzählt er. „Entweder hatte ich das Lied schon oder nicht, und ich habe immer gebangt, dass der Moderator nicht draufspricht.“
„School’s out“ auf SFB 2 oder die Jugendsendungen auf Rias 2 waren damals angesagt. Aber auch DT 64 und die dortige Sendung „Duett – Musik für den Rekorder“ waren beliebt, denn dort sind ganze Alben gespielt worden. Ideal zum Mitschneiden.

Mit Peter Ott, der heute auch noch aktiv ist, zog Liedke damals zeitweise durch die Lande. Durch einen Freund, den er in der Lehre kennengelernt hatte, entdeckte er Mitte der 80er-Jahre Kremmen. „Damals gab es hier noch viele Veranstaltungen.“ Mittwochs war im Klubhaus Disco. Außerdem regelmäßig in zwei Beetzer Gaststätten, im großen Saal in Staffelde, in Wall und Groß-Ziethen. Um aber wirklich als DJ in der DDR arbeiten und Geld verdienen zu dürfen, musste eine professionelle Einstufung absolviert werden – inklusive Prüfung. „In Oranienburg haben wir Lehrgänge besucht. Politische Bildung und wie man am besten moderiert. Da musste man durch. Aber man bekam auch beigebracht, wie man bestimmte Dinge organisiert.“ Die Prüfung selbst fand im Kremmener Klubhaus statt. „Ich habe den Kumpels Bescheid gesagt: Feiert mit, wir müssen die Prüfung bestehen!“ Am Ende erhielten er und sein DJ-Freund die staatliche Spielerlaubnis.
„Dann waren wir unterwegs“, erinnert sich Frank Liedke. Ursprünglich waren sie zu zweit, er war er immer nur für die Technik zuständig. „Mit dem Trabbi und einem Anhänger ging es dann los.“

1990 gründete er seine eigene Discothek, und der Name „DJ Smily“ war geboren. Der CD-Player hielt Einzug. „Das alte Teil zieht heute noch alles durch, die ersten CDs von damals habe ich auch noch“, sagt er und lacht. AC/DC mag er sehr. „Ansonsten nehme ich, wie es kommt. Ich höre auch mal gerne alte Schlagerschinken, nur rechte Musik ist doof.“ Ab und zu fährt er zu Konzerten, reist auch zu Punkfestivals.

Er war viel unterwegs in seiner großen Zeit als DJ. Inzwischen musste er aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten. „Ein paar Geschichten mache ich aber noch“, sagt er. Der Fußballfan von Union Berlin fährt einmal im Jahr mit dem Partyzug – und sorgt dort auf der Reise für die Musik. Letztes Jahr ging es nach Freiburg, als Nächstes nach Stuttgart. „Das macht riesen Spaß.“

RTelenovela

DJ-Alptraum oder: Somewhere over the Rainbow

Montag, den 13. März 2017
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Familienparty auf dem Dorf. Da liegt es oft am DJ, ob sie ein rauschendes Fest wird, oder doch eher nur so lala. Ob er irgendwie peinlich ist oder zwar körperlich anwesend, sonst aber eher nicht.

Am Sonnabend erlebten wir eher einen DJ-Alptraum. Aber irgendwie war es auch lustig – und hin und wieder fast Comedy.
Die Geburtstagskinder moderieren gerade etwas, der Abend war schon ein wenig fortgeschritten, und am Ende meinten sie, der DJ solle jetzt mal so richtig loslegen. Das nahm sich der DJ sehr zu Herzen und startete eine besonders schmissige Nummer: “Somewhere over the Rainbow” von Israel Kamakawiwo’ole.
Da ging die Post ab.
Hat er aber recht schnell abgewürgt, weil er offenbar gemerkt hat, dass das irgendwie gerade nicht ganz so passend war.

Ganz ruhig saß der junge Mann auf der Bühne rum, neben seinem Mischpult. Einmal versuchte er mit Mühe, ein Gähnen zu unterdrücken, so sehr hat ihm die eigene Playlist gefallen. Gesagt hat er übrigens gar nichts. Ein DJ ist eben Musikabspieler, denkt er.
Treffsicher fegte er die Tanzfläche leer, wenn nach einem Musikkracher mal wieder ein Rohrkrepierer kam. Ein Gefühl dafür, wie man eine Playlist erfolgreich fortsetzt, hatte er scheinbar nicht.

Als wir gegen Mitternacht die Party verließen – die auch trotz DJ ganz okay war -, spielte er noch mal “Somewhere over the Rainbow”. Das ist doch mal eine Abgangsmucke.