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Party-Allstars entscheiden über Roberts Zukunft

Montag, den 23. Februar 2015
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Ein 20-Jähriger aus Klein-Mutz veranstaltet im Sommer seine ersten großen Events

MAZ Gransee, 23.2.2015

KLEIN-MUTZ
Robert Stresemann will’s wissen! Seit zwei Jahren betreibt der 20-Jährige aus dem Zehdenicker Ortsteil Klein-Mutz sein Unternehmen „DeinEvent24.de“. Im Juli veranstaltet er sein erstes richtiges, eigenes Event. Und was für eins!
Am 12. Juli findet im Oranienburger Schlosshof ein Schlagerkonzert unter dem Motto „Party-Allstars“ statt. Zu Gast sind echte Größen aus dem Musikbusiness: Jürgen Drews kommt ebenso wie Michael Wendler, Anna Maria Zimmermann und Michelle.

„Ja, da ist ein gewisser Druck da“, sagt Robert Stresemann und lächelt ein bisschen. „Ich kann aber nur unter Druck arbeiten. Unter Druck kommt bei mir immer das Beste zustande.“ Immerhin sind, so sagt er, schon die Hälfte der Tickets verkauft. Am 15. August soll es dann ein weiteres Konzert in Neubrandenburg geben.

Sein Abi machte er am Zehdenicker Georg-Mendheim-OSZ. „Ich wollte schon immer in die künstlerische Richtung“, sagt er. Er hatte Schauspielunterricht und nahm an diversen Castings teil, beschloss dann aber, diese Schiene nicht weiter zu verfolgen.
Inzwischen studiert er Wirtschaftswissenschaften an der BBW-Hochschule in Berlin-Charlottenburg. Dort entstand gewissermaßen auch die Idee einer eigenen Event-Agentur. „Wir hatten an der Uni Fächer, die in diese Richtung gingen“, erzählt er. „Da haben wir schon Veranstaltungen organisiert – also rein theoretisch.“ Aber schon zu Schulzeiten, als er auch im Landesschulbeirat saß, organisierte er ein Event mit: ein Konzert gegen Rassismus auf dem Oranienburger Schlossplatz.

Er selbst tritt hin und wieder als DJ oder in der Band „Under the Sun“ auf. „Da waren die Abrechnungen immer schwierig“, erinnert sich Robert. Er gründete „DeinEvent24.de“. Für seine erste große selbst organisierte Veranstaltung wollte er eigentlich die Band Santiano gewinnen. „Aber da bin ich mir mit dem Management nicht über die Gage einig geworden“, sagt Robert Stresemann.
Er überlegte sich daraufhin ein neues Eventkonzept und lernte Leute von einer großen Agentur, die im Ruhrgebiet Konzerte mit bis zu 60 000 Zuschauer organisiert, kennen. Die haben Künstler wie den Wendler oder Jürgen Drews unter Vertrag und boten an, mit dem Klein-Mutzer zusammenzuarbeiten. „Mir war es wichtig, bekannte Namen zu haben.“ Als im Business noch Unerfahrener, wäre es jedoch allein und ohne Partner schwierig gewesen, sie zu bekommen. Immerhin konnte er bereits einen Hauptsponsor für die Konzerte in Oranienburg und Neubrandenburg finden. „Ich hoffe, dass alles klappt, ist ja dann meine Premiere.“ Er ist aber zuversichtlich, dass das Event funktioniert.
Dann könnte es 2016 eine Fortsetzung geben, eventuell dann auch in weiteren Städten. „Vielleicht darüber hinaus mal was für Jugendliche“, sagt er. Privat hört er auch Schlager, aber natürlich längst nicht nur.
Seine Vision: größere Konzerte in größeren Städten – irgendwann auch mal ein Stadionevent. In Klein-Mutz wird er auf Dauer nicht bleiben. „Das ist viel zu weit weg von den Hot-Spots“, sagt er. Ein solches Unternehmen dort aufzubauen sei schwierig. „Ich habe hier nicht die Ressourcen, die man eigentlich braucht.“ Wenn er sein Studium abgeschlossen hat, wird er wahrscheinlich von Klein-Mutz nach Berlin ziehen.

Trotz der Uni ist sein Unternehmen aber schon jetzt ein Fulltimejob. Verträge lesen. Das Marketing. Das Homepage-Design. „Das nimmt viel Zeit in Anspruch.“ Immerhin bleibt auch auch noch ein wenig Muße für andere Hobbys. Er ist Mitglied im Neuruppiner Karnevalsverein und trat dort auch als Prinz auf. Er wirkte am Programm mit und konnte viele Mädels küssen, wie er mit einem Grinsen erzählt.
Der Sommer wird zeigen, wie Robert Stresemanns Werdegang aussieht. „Mit den beiden Konzerten im Juli und August steht und fällt die Zukunft“, sagt er. Momentan wirkt er noch nicht besonders nervös.

RTelenovela

Klassik – mit voller Wucht

Dienstag, den 10. Februar 2015
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Als Tschaikowskis Violinkonzert D-Dur Op.35 erklang, da war das Gänsehautgefühl perfekt. Als das komplette Orchester zum Refrain ansetzte, als sich die ganze Wucht eines solchen Klangkörpers entfaltete.
Die pure Faszination.

An einem Gymnasium in Hannover trat das Sinfonieorchester der Leibnitz-Universität auf, erstmals mit familiärer Unterstützung, was für uns natürlich ein Grund war, dem beizuwohnen.
Für Tschaikowskis Violinkonzert kam im zweiten Teil noch der Solist Thomas Reif dazu. Was er mit seinem Instrument anstellte, das war fantastisch. Zumal wir recht nah an der Bühne saßen, und das alles recht gut sehen konnten.
Zu beobachten, mit wie viel Freunde die vielen Musiker dabei waren, wie sie mit Hingabe ihr Instrument spielten, das war sehr schön zu beobachten – und zu hören.

Einerseits habe ich mit Klassik wenig am Hut. Andererseits ist diese Musik oft großartig. Wenn ich doch mal bei einem Klassikkonzert hängenbleibe, dann fasziniert es mich eigentlich immer. Sind die Berliner Philharmoniker im Fernsehen, bleibe ich dran. Singen die Thomaner aus Leipzig, auch.
Wenn ein klassisches Orchester so richtig loslegt, dann kann jedes Popkonzert noch so toll sein – die klassische Variante ist viel spannender, das tut sich so viel mehr, und die Musik trifft einen mitten ins Herz.

Link:
Hier eine andere Version des Violinkonzertes D-Dur op.35 von Pjotr Iljitsch Tschaikowski, hier mit dem Solisten Joshua Bell. Die ganze Wucht hört man etwa ab Minute 9.

RTelenovela

Jenseits von Eden

Donnerstag, den 5. Februar 2015
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Anfang der 2000er war ich öfter auf den kleinen Konzerten von Freunden, die in einer Band spielten und mal den Weg nach oben gehen wollten. Sie kamen ziemlich weit, aber bis dahin war einiges durchzustehen. Konzerte in Miniclubs, wenige Zuschauer, sehr skurrile Bandwettbewerbe.
Ein bisschen fühlte ich mich daran erinnert, als wir beim Konzert der Band “Von Eden” im Berliner Privatclub waren. Am Anfang war der Club erschreckend leer. Die wenigen Leute saßen am Rand und an der Bar. Vor der Bühne herrschte gähnende Leere.

Bis die Band spielte, änderte sich das zum Glück. Der Raum war ganz gut gefüllt. Aber dennoch: irgendwie seltsam. Schon vor einem Jahr waren wir bei “Von Eden”, im selben kleinen Club in Kreuzberg, da waren es sogar wesentlich mehr Gäste. Dafür dass der Sänger auch Schauspieler ist, schon im “Tatort” zu sehen war, gerade in einer wöchentlichen RTL-Serie ene der Hauptrollen spielt und bald einen Kinofilm am Start am hat, läuft es für seine Band noch nicht ganz so gut.
Aber vielleicht ist das ja auch so gewollt, dass die Musiker auf kleinerer Flamme spielen. Eine CD gibt’s auch immer noch nicht.

Allerdings ist das, was die Band auf der Bühne macht, auch noch ausbaufähig. Die Musik, deutscher Rock und Pop, ist gut, sie ist hörbar, sie macht Spaß. Aber warum spielt die Band die Songs so schnell runter? Die Lieder sind allesamt recht kurz, irgendwelche Soli gibt’s kaum oder nicht. Dabei arbeitet “Von Eden” auch mit Geige und Kontrabass – da wäre einiges drin.
Die Ansagen sind kurz und lapidar.
Klar, dass das Konzert nach einer Stunde durch war. Hat auch nur 10 Euro gekostet – das ist also okay und nicht schlimm. Schade ist nur, dass die Band mit gleichem Material, aber auch mit ein paar Ideen drumherum, wesentlich mehr draus machen könnte.

RTelenovela

Als Zaungast bei den Fanta 4

Dienstag, den 27. Januar 2015
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Die Fantastischen Vier feierten ihren Tourabschluss in Berlin. Und weil die Band ihren 25. Geburtstag feierte, wollte ich dabei sein. Ich bin nicht der allergrößte Fan, aber ich mag Smudo, Thomas D. und Co. und finde viele ihrer Songs toll.

Einen Fehler sollte man in der Berliner O2-World (die ja bald Mercedes-Benz-Arena heißt, aber gern auch weiterhin Mehrzweckhalle am Ostbahnhof genannt werden darf) nicht begehen: Tickets für den Oberrang zu kaufen.
Zwar saßen wir in Reihe 1 des Oberrangs und man hat auch einen sehr guten Überblick. Aber man sitzt schon sehr weit weg. Man ist Zaungast. Die Stimmung, die unten herrschte, übertrug sich nicht bis nach oben. Denn die meisten, die dort sitzen, haben keine Lust, mitzumachen. Oder vielleicht beobachten sie auch nur die andern und warten, bis die was machen.

Aber irgendwann nimmt man sich dann doch ein Herz. Man muss dann einfach doch mal aufstehen und klatschen und machen und tun. Die anderen im Rang werden schon mitmachen. Oder auch nicht. Ist ja auch wurscht.
PS: Das Konzert war richtig gut! Die Stimmung war top (unten), und das nächste Mal sitzen wir dann auch weiter unten und näher dran.

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Die schönste Woche des Jahres

Mittwoch, den 31. Dezember 2014
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„Lost & Found“: Michael Wudick aus Grüneberg hat ein neues Musical geschrieben. Premiere ist am 16. Januar in Rheinsberg

MAZ Gransee, 31.12.2014

GRÜNEBERG
Oft kommen ihm die Ideen in der Bahn, wenn Michael Wudick aus Grüneberg zwischen Washington und Maryland unterwegs ist – zur Arbeit. „Ich schreibe meine Ideen ins Handy“, erzählt er. „Kleine Textzeilen oder Dialoge.“ Am 16. Januar feiert im Rheinsberger Schlosstheater das neue Musical „Lost & Found – Das Fundbüro“ seine Premiere.

Es ist das dritte Projekt, das der 33-Jährige in Rheinsberg umsetzt. Das Besondere: Schüler aus der Region führen es auf. Die Vorbereitungen laufen zwar schon seit einem Jahr, die ganz heiße Phase beginnt aber erst im Januar, wenn sich die Schüler eine Woche lang in Workshops intensiv mit dem Stück beschäftigen und am Ende auch auf die Bühne bringen.
In „Lost & Found“ geht es um ein Fundbüro mit lauter Gegenständen, die jede Nacht, wenn die Uhr achtmal schlägt, lebendig werden. Als aber der Laden zwangsvollstreckt werden soll, beschließen die Gegenstände auszubrechen und sich eine neue Bleibe zu suchen.

„Die Zielgruppe sind Kinder ab der 2. Klasse“, erzählt Michael Wudick. „Aber es gibt auch ziemlich viele Anspielungen, die vor allem die Erwachsenen verstehen. Es ist ein Stück für Oma und Enkel.“ Etwa 30 Jugendliche ab Klasse sieben stehen in Rheinsberg auf und weitere 30 arbeiten hinter der Bühne. „Die Kinder sollen einen Einblick in die Theaterwelt bekommen“, sagt der Grüneberger. Zu den Geldgebern zählen der Kinder- und Jugendmusikförderverein Rheinsberg und die DGB-Jugendbildungsstätte Flecken-Zechlin.
Regie führt der Berliner Lehrer Stefan Labenz, mit dem Michael Wudick schon seit längerem befreundet ist. „Er war es auch, der mich nach Rheinsberg zu diesem Projekt geholt hat“, so Wudick. Der Aufwand ist für alle riesig. „Und wir machen das ja nur nebenbei.“

Für einen Monat ist Michael Wudick in die Heimat zurückgekehrt, in Grüneberg verbrachte er bei seinen Eltern das Weihnachtsfest. Nach dem Abi 2000 in Oranienburg studierte er in Potsdam, promovierte in Frankreich und arbeitete als Naturwissenschaftler drei Jahre in Lissabon. Inzwischen lebt er in Washington, gerade ist sein Visum um zwei Jahre verlängert worden. Er ist Molekularbiologe an der University of Maryland und beschäftigt sich mit Zellbiologie und Molekulargenetik.
Schon während der Schulzeit mischte er bei verschiedenen Konzerten mit und spielte Theater. Mit „Musical Hospital“ schrieb er sein erstes Bühnenstück, welches 2007 im Kulturhaus Spandau aufgeführt wurde.
Kurz nach dem Abi überlegte er, ob er die Musik zu seinem Beruf macht, die Sprachen oder die Wissenschaft. „Jetzt habe ich die perfekte Mischung“, sagt er. „Ich brauche im Job jeden Tag drei Fremdsprachen, bin Wissenschaftler und mache jeden Tag Musik.“

Die Zeit in Rheinsberg bezeichnet er als „die schönste Woche des Jahres, aber auch die anstrengendste“. Er habe zwar einen Monat frei bekommen, aber Urlaub habe er in dieser Zeit keinen.
Fünf Aufführungen von „Lost & Found – Das Fundbüro“ sind im Schlosstheater geplant. Die Premiere ist am Freitag, 16. Januar, um 19 Uhr. „Ich bin auch sehr gespannt“, so Michael Wudick.

RTelenovela

2014

Mittwoch, den 31. Dezember 2014
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DIE BESTE PARTY
20 Jahre LHG – Show und Ehemaligenball

DAS BESTE KONZERT
Casper in Berlin

DER BESTE SONG
Klangkarussell: Netzwerk (Falls like Rain)
außerdem:
Mark Forster & Sido: Au Revoir
Andreas Bourani: Auf uns
Klangkarussell: All Eyes on you
The Common Linnets: Calm after the Storm
Clean Bandit feat. Jess Glynne: Rather be
Ed Sheeran: I see Fire
Helene Fischer: Atemlos durch die Nacht
Marcus Wiebusch: Der Tag wird kommen
Jennifer Lawrence: Hanging Tree

DAS BESTE ALBUM
Klangkarussell: Netzwerk

DER BESTE FILM
Interstellar
außerdem:
Die Karte meiner Träume
Boyhood
Hin und weg
Rico, Oskar und die Tieferschatten

DER SCHLECHTESTE FILM
American Hustle
außerdem:
Die Pinguine aus Madagascar
Männerhort
A most wanted Man

BESTE TV-SENDUNG
FIFA-WM 2014 live – Finale: Deutschland – Argentinien, Das Erste
außerdem:
Kesslers Expedition: Auf drei Rädern von Bayern an die Ostsee, rbb
Kessler ist…, zdf_neo
Der Rassist in uns, zdf_neo
Rock am Ring: Klangkarussell, einsplus
Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!, RTL

SCHLECHTESTE TV-SENDUNG
ZDFZeit: McDonald’s gegen Burger King, ZDF
außerdem:
Die Promi-Lektion: Macht Senna heiratsfähig, RTL II
Guten Morgen, Schatzi!, Hallo TV
Die Goldene Henne 2014, MDR-Fernsehen
Himmel oder Hölle, ProSieben

BESTER RADIOSENDER
Brauchen wir doch gar nicht drüber reden: radioeins.

BESTES BUCH
Nils Mohl: Stadtrandritter

BESTER AUGENBLICK
Eine Zufallsbegegnung und lange Gespräche in einer lauen Berliner Frühlingsnacht

SCHLECHTESTER AUGENBLICK
Die immer wiederkehrenden Diskussion um die Job- und Firmenzukunft

RTZapper

Das war 2014!

Mittwoch, den 31. Dezember 2014
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Das Vertrauen der Menschen in die Medien schwindet. Viele glauben im Jahr 2014 nicht mehr dem, was im Fernsehen berichtet wird oder in der Zeitung oder im Internet geschrieben steht. In Foren schreiben sie ihren Ärger nieder, attackieren die Verantwortlichen, die sich immer und immer wieder erklären müssen. Sei es die Krise zwischen Russland und der Ukraine. Sei es die Berichterstattung um die neuen Flüchtlingsheime in Deutschland oder um die Pediga-Demonstranten. Oft scheint es, dass sich die Welt in Gut und Böse teilt. Für Falschinformationen in Bezug auf die Ukraine-Krise muss sich die ARD in den “Tagesthemen gar entschuldigen.

ARD und ZDF haben das Misstrauen aber auch selbst befeuert, und das nicht nur innerhalb der Politberichterstattung. In diversen Rankingshows ist geschummelt worden. Das ZDF, der rbb, WDR, hr und der NDR mussten eingestehen, dass sie an ihren Rankings ein bisschen rumgeschraubt haben. In Johannes B. Kerners Show mit Deutschlands Besten waren die Studiogäste ins bessere Licht gerückt, ZDF-Stars vor RTL-Stars geschoben worden. In den ARD-Rankings gab es auch immer seltsame Gründe, warum die Nummer 10 nicht die Nummer 10 sein durfte. Und nebenbei kam auch noch heraus, dass die Votingzahlen bei den Rankings oftmals verschwindend gering waren.

Verschwindend gering war auch das Interesse an der “Millionärswahl” auf ProSieben. Die Castingshow sollte zu Jahresbeginn das ganz große Ding sein, wurde aber ein Megaflop. Ein solcher Flop sogar, dass das Finale nur im Internet lief. Auch mit “Rising Star” hatte RTL kein Glück – so kam das Finale schneller als gedacht. Die Leute scheinen genug von Castings zu haben, auch bei “Das Supertalent” und “Deutschland sucht den Superstar” waren die Quoten schon mal besser.
Für “Wetten, dass…?” sind die Quoten nicht mehr interessant. Die Show, seit fast 34 Jahren auf Sendung, ist Geschichte. Nur noch 5,5 Millionen Menschen schauten zu, das ZDF zog den Stecker. Das Team der Show hat es nicht geschafft, den Klassiker zu modernisieren. Das letzte große Lagerfeuer ist erlischt. Heißt es.

Ist aber nicht so. Denn Sonntag für Sonntag schafft der “Tatort”, mehr als 10 Millionen Leute an sich zu binden. Die Ermittler aus Münster schafften den Rekord mit weit mehr als 13 Millionen Zuschauern. Nur König Fußball ist nicht zu schlagen. Als Deutschland bei der WM gegen Argentinien Weltmeister wurde, saßen mehr als 35 Millionen vor dem Fernseher – Rekord. Kneipen und Festmeilen nicht mal eingerechnet.

Der Fußball beherrschte im Sommer die Schlagzeilen, aber irgendeine Sau ist immer durchs Dorf getrieben. Stichworte gefällig? Ex-Fußballer Hitzelsperger ist schwul! Kreisch! Uli Hoeneß muss in den Knast, und die Medienmeute belagerte das Gemäuer. Michael Schumacher ist im Koma – und auch vor der Klinik harrte die Medienmeute aus. Als die Lokführer streikten, schickte ein Team des RTL-Boulevardmagazins “Explosiv” ein Kamerateam zur Ex-Frau des Gewerkschaftsbosses – um sie sagen zu sagen, wie schlimm er denn war.
Auf dem Boulevard hat sich das ZDF ausgeruht, als es den Sternekoch Nelson Müller McDonald’s und Burger King testen ließ. Es war irgendwie alles dufte, und den Skandal, dass es bei Burger King ganz mies zugeht (okay, überraschend ist das nicht), den hat ausgerechnet RTL aufgedeckt. Günter Wallraff sei Dank.

Alles ist eben im Wandel. Das ZDF-Kulturmagazin “aspekte” macht jetzt auf jung. Die “Tagesschau” gönnte sich ein nigelnagelneues Studio, der Bildungskanal BR-alpha heißt jetzt ARD-alpha, um irgendwie wichtiger zu wirken. Klassiker wie der “Wochenspiegel” im Ersten oder die “ARD-Ratgeber” sind abgesetzt. Wochenrückblicke sind aus der Mode gekommen und Ratgeber heißen heute Checks. “Beckmann” talkt nicht mehr.
Auch “Die Harald Schmidt Show” ist Geschichte, und kaum jemand hat es mitbekommen. Am Ende sendete die Late Night auf Sky, fast ohne Zuschauer. Das selbe Problem hatte “log in” auf zdf info. Die interaktive Talkshow lief ein paarmal auch im ZDF-Hauptprogramm – ohne Erfolg. Es ist aber auch nicht einfach mit der jungen Zielgruppe. Während zdf info nun wieder mehr Hitlerdokus senden kann, sollten sich die jungen Zuschauer bei joiz sammeln. Aber auch der interaktive Sender ist insolvent und will nun nur im Internet weitermachen.
Ins Internet wird auch der künftige Jugendkanal von ARD und ZDF wandern. Irgendwann, bald. Die Politik hat es so beschlossen, dafür werden einsplus und zdf.kultur geopfert.

Auch im Lokalfernsehen läuft es mehr schlecht als recht. Die center.tv-Sender sind alle, bis auf den in Köln, Geschichte. Aus havelland TV, prignitz TV und ruppin TV wurde NBF3 – aber nur kurzzeitig, und irgendwie hat am Ende gar keiner mehr verstanden, welchen Sender man denn nun eingeschaltet hat. Die Kommunikation auf Facebook wurde vorsichtshalber auch eingestellt, nun ist der Sender zumindest aus dem Kabelnetz ganz verschwunden. Oberhavel TV hat unterdessen einen neuen Besitzer – mal sehen, ob es da noch mal bergauf geht.

Auch die gedruckte Presse hat weiter ihre Probleme. Die Panik ist groß. Beim stern haben sie von heute auf morgen ihren Chefredakteur gefeuert, beim “Spiegel” kämpfte der Chef gegen seine Mitarbeiter und umgekehrt. Die Münchner “Abendzeitung” kämpfte ums Überleben – vorerst gerettet. Wer weiß, wie lange es noch gedruckte Zeitungen und Magazine gibt.

Sie werden es nicht mehr miterleben – viele echte Größen haben uns 2014 verlassen, und manchmal war es schon ein bisschen unheimlich.
Der große Udo Jürgens ist ganz plötzlich gestorben. Joe Cocker hat den Kampf gegen den Krebs verloren. Die Showmaster Joachim Fuchsberger, Dietmar Schönherr und Heinz Schenk sind nicht mehr da. Auch die Schauspieler Karlheinz Böhm, Robin Williams, Peer Augustinski, Gottfried John, James Garner und Philip Seymour Hoffman, Puppenspieler Heinz Schroeder, der Vater von Herrn Fuchs und Frau Elster, die Journalisten Peter Radszuhn, Peter Scholl-Latour, Andreas Ernst, Frank Schirrmacher, Manfred Bleskin, Dirk Sager, Klaus Bölling und Udo Reiter, Boxtrainer Fritz Sdunek, Sängerin Laureen Bacall, die Politiker Ariel Sharon und Eduard Schewardnadse, Schriftsteller Siegfried Lenz, die Unternehmer Ernst und Karl Albrecht, Stefan Lübbe und Heinz-Horst Deichmann sowie Tierfilmer Richard Attenborough.

Und sonst so? Das Erste hat sich am “Quizduell” verhoben. Ganz Deutschland sollte per App live mitspielen können. Hat leider nicht ganz geklappt. War aber trotzdem lustig.
VIVA ist geschrumpft. Der Musiksender teilt sich nun einen Kanal mit Comedy Central, ist nur noch 11 Stunden am Tag auf Sendung. Musiksender scheinen out zu sein. Auch IM1 ist pleite.
Bei den “RTL II News” wäre eine Absetzung dagegen eine gute Nachricht. Nach einem der Fußball-WM-Spiele waren die, ähm, Journalisten so scheiße geil drauf, dass sie in den Nachrichten sowohl den Sieg als auch die Niederlage der deutschen Fußballer vermeldet haben. Warum auch nicht?
Das dachte sich auch die Redaktion von “Immer wieder sonntags”, als sie Moderator Stefan Mross scharfe Currysoßen kosten ließen. Das ging schief, Mross musste in die Klinik und Guido Cantz musste die Live-Show zu Ende moderieren.
Das mit dem Ende ist bei “Schlag den Raab” dagegen immer so eine Sache. Als im November eines der Spiele gar nicht klappen wollte, ist es nach einer Stunde ergebnislos abgebrochen und durch ein neues Spiel ersetzt worden. Die Show endete nach mehr als sechs Stunden, um 2.23 Uhr. Oder so. Um die Zeit kommt’s auf die Minute eh nicht mehr an. und wie heißt es doch so schön, und Helene Fischer ist ja sowieso gerade total in Mode: “Atemlos durch die Nacht”!

Und das bis ins nächste Jahr! Guten Rutsch!