RTZapper

Last Night of the Proms – Hannover Proms

Montag, den 15. September 2014
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SA 13.09.2014 | 23.45 Uhr | NDR fernsehen

200 Chorstimmen. Eine wahnsinnig tolle Violinistin. Ein großes Orchester. Eine fantastische Stimmung. Alles in allem: hervorragende Musik.
Erstmals fand in Hannover am Abend der Londoner “Last Night of the Proms” die “Hannover Proms” statt. Die NDR-Radiophilahrmonie spielte Werke von Händel, Britten und Strauß, und diesem Orchester zuzusehen, war ein echter Genuss.

Der NDR übertrug das Spektakel am späten Sonnabendabend zeitversetzt. Das Konzert bot eine faszinierende Mischung aus bekannten und weniger bekannten Melodien. Allein der Violinistin Arabella Steinbacher dabei zuzusehen, wie sie mit Hingabe spielt, wie sie die Töne auf den Punkt trifft, wie sie für knisternde Spannung sorgt, das war unfassbar spannend.
Bei so einem Event live dabei zu sein, ist sicherlich ein Höhepunkt, allerdings bietet wohl nur das Fernsehen einen solchen Einblick. Wer im Saal sitzt, wird nicht detailgenau sehen können, wie bestimmte Instrumente gespielt werden, welchen Gesichtsausdruck die Musiker dabei machen.

Erfreulicherweise waren die Einschaltquoten der Übertragung recht hoch. Und vielleicht denkt man ja beim NDR mal darüber nach, öfter solch faszinierenden Konzerte zu zeigen.

RTZapper

Rising Star

Samstag, den 30. August 2014
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DO 28.08.2014 | 20.15 Uhr | RTL

Weil es in Deutschland einfach noch zu wenig Castingshows gibt und die Promiresterampen wie das Dschungelcamp und “Die 10…” noch Protagonisten brauchen, sorgt RTL für Nachschub.
“Rising Star” heißt die neue Show, bei der alles anders ist. Alles!

Also, fast alles.
Na ja, okay, da wird halt auch nach einem Gesangtalent gesucht, und, ja, das Publikum darf abstimmen, und, na ja, eine Jury gibt es auch.
Aber: Und jetzt kommt’s! Die Zuschauer dürfen nicht anrufen, keine SMS schreiben, nein! Stattdessen dürfen sie WISCHEN!!!
Wer mitmachen will, muss sich eine App aufs Smartphone laden, um dann durch WISCHEN zu entscheiden, ob das Talent Top oder Flop ist. WISCHEN nach links oder WISCHEN nach rechts.
Ganz schön krass.

Das bahnbrechende Konzept kommt aus Israel und ist in viele Länder verkauft worden, wo es in den meisten Fällen quotenmäßig eher schlecht als recht läuft. Und auch bei RTL jubelte keiner, als am Freitag die Quoten rauskamen.

In der ersten Ausgabe am Donnerstagabend traten einige durchaus talentierte Leute auf. Ihr Ziel ist es, 75 Prozent positive Stimmen zu bekommen. Schaffen sie das, kommen sie in Runde 2.
Deutschland WISCHT nun also beim Casting. Warum das nun so aufregend sein soll, weiß ich allerdings nicht. Auch nicht, warum jeder Teilnehmer einen mehr als drei Minuten langen Vorstellungsfilm bekommen muss. So viele Details will man gar nicht wissen. Warum Mama immer zum Sohn hält. Dass die Schwester es ganz toll findet, dass sie einen schwulen und einen hetero Zwillingsbruder hat. Dass der Kandidat als Lehrer ja so cool ist. Zu viele Informationen und zu wenig Gesang.

Dazu eine Jury, die mitzuWISCHEN hat und danach sagen darf, wie toll doch der Kandidat war. Oder wie toll, aber eben irgendwie nicht gut genug, was aber auch total schade ist. Das wünscht man sich doch die 12. Staffel von “DSDS” mit Dieter Bohlen, der endlich wieder Tacheles redet.
“Rising Star” kann mehr Tempo, mehr Spannung, mehr Talente gebrauchen. Denn so richtig interessant ist das Konzept nicht.

RTZapper

Die Hit-Maschine – Wie MTV den Ton angab

Dienstag, den 5. August 2014
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SO 03.08.2014 | 21.55 Uhr | arte

Die gute, alte Fernsehzeit! So langsam verblasst sie, und auch MTV gehört dazu. War der Sender in den 80ern und frühen 90ern noch das Nonplusultra, hat sich der Betreiberkonzern inzwischen mit MTV in die Bedeutungslosigkeit katalpultiert. MTV? Irgendwo verschwunden im Pay-TV. Selbst VIVA verliert bald sein 24-Programm-Programm und ist demnächst nur noch eine stundenweise Randerscheinung.

Aber früher, da war alles dufte. Im “Summer of 90s” erinnerte arte am Sonntagabend an “Die Hit-Maschine – Wie MTV den Ton angab”. Denn als MTV startete, kam bald kein Musiker mehr daran vorbei. Videoclips mussten her, und teuer mussten sie sein. Plattenfirmen und auch MTV selbst steckten viel Geld in diese kleinen Filmchen.
Doch auch MTV hat den Zug in die Zukunft verpasst. Klar ist die Marke im Internet vertreten, aber Videoclips sehen die Fans inzwischen auf anderen Seiten.
So bleiben von MTV nur schöne Erinnerungen: an den witzigen Ray Cokes, an tolle Unplugged-Konzerte und die etwas steife Kristiane Backer. Das waren noch Zeiten…

RTelenovela

Bahnbekanntschaften (80): Hit the Road, Jack! Aber flott!

Sonntag, den 3. August 2014
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(79) -> 5.5.2014

Es ist ein besonders stickiger Freitagmittag in der Berliner U2. Die Leute harren auf den Sitzen aus, sie bewegen sich kaum, weil der Schweiß läuft. Es ist ziemlich ruhig im Waggon.
Bis am Bahnhof Stadtmitte plötzlich Musiker reingelaufen kommen. Und mit der Ruhe ist es vorbei. Sie haben eine große Box dabei, wo gewissermaßen das Playback läuft. Dazu kommt eine kleine Trompete und mehrere Sänger. Es erklingt: “Hit the road Jack mono mono mono” – und das verdammt laut.

Man kann nicht gerade sagen, dass sich die Menschen über das LAUTE Ständchen freuen, dieser Jack kommt gerade nicht im richtigen Augenblick.
Ich bin kurz davor, mir die Ohren zuzuhalten, und das Paar mir gegenüber sieht so aus, dass sie ähnliche Gedanken haben.
Die Musiker spielen gerade mal 20 Sekunden, als eine von ihnen schon mit dem Hut rumgeht. Musik, aber flott! Ihre Ausbeute ist eher klein, zumindest in unserem Waggon gibt niemand etwas.
Am Hausvogteiplatz brechen sie das “Hit the road Jack mono mono mono”-Getöse abrupt ab und laufen auf den Bahnsteig und in den nächsten Waggon. Und wir hatten wieder Ruhe und waren mit der Hitze allein.

RTelenovela

Rügen 2014 (6): Wer knackt das Publikum?

Sonntag, den 27. Juli 2014
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(5) -> 26.7.2014

Für Musiker ist es das vielleicht schwierigste Publikum: Leute in Urlaubsorten, die ein kostenloses Konzert verfolgen, und das vielleicht sogar auch nur zufällig.
Auf der Bühne auf dem Binzer Kurplatz fand neulich ein ganzer Konzertabend mit Schlagern, Oldies und Rock statt. Die Rockband war sogar ganz passabel, das Publikum saß aber trotzdem nur so rum. Auf auf den Platz geworfene Fragen ans Publikum reagierten die Angesprochenen null. Niemand tanzte. Zwischen Bühne und den Leuten schien eine unsichtbare Mauer gestanden zu haben.

Im Grunde kein Wunder: Die Leute kommen vorbei, sehen da eine Band und setzen sich – erst mal skeptisch. Sie sind nicht extra wegen der Musiker gekommen, haben keinen Eintritt gezahlt, da fehlen eben die Fans. Das Publikum muss geknackt werden, und das ist schwierig.
Die Band in Binz versuchte es mit Galgenhumor. Dass ja sowieso niemand zuhöre, und dass das ja heute ein besonders schwieriger Abend sei. Kann allerdings auch ganz schnell nach hinten losgehen. Die Pause kam für die Musiker gerade richtig.
Es musste erst – ein eigentlich nicht wirklich guter – Schlageronkel kommen, der die Leute zum Tanzen brachte und es somit knackte. Danach herrschte auch bei der Rockband plötzlich gute Stimmung.

Auch Schlagersängerin Gaby Rückert hatte zu kämpfen. Sie trat auf der offenen Bühne in Baabe auf. Das Problem dort ist auch, dass zwischen Bühne und Zuschauerbänke unheimlich viel Platz ist. Schlecht geplant. Und weil Rückert recht viele melancholische Songs im Programm hat und zwischendurch (ein wenig zu) viel erzählt, blieb das Publikum auch bei ihr eher kühl. Aber auch sie hat es letztendlich geschafft, mit einem Rügenlied zum Beispiel, und als sie in der zweiten Hälfte ihre Konzertes endlich auch ihren Hit “Berührung” sang, war das Publikum in Baabe sowieso verzaubert.

Für die Musiker sind solche Auftritte in Urlaubsregionen sicherlich finanziell lohnend. Aber sie sind auch ein hartes Stück Arbeit.

RTZapper

The Common Linnets: Calm after the Storm

Samstag, den 26. Juli 2014
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SO 20.07.2014 | 2.14 Uhr (Mo.) | VIVA

Es hat ein wenig gedauert, aber es weht doch wieder ein bisschen Eurovisionsluft im Radio und im Musikfernsehen. Während die 2014er-Gewinnerin Conchita Wurst weniger mit ihrem Siegersong als mit ihrer Person von sich reden macht, haben die zweitplatzierten Niederländer offenbar den Sprung in die deutschen Medien geschafft.

The Common Linnets laufen mit “Calm after the Storm” nicht nur bei VIVA. Das Lied ist auch im Radio zu hören, und das nicht nur auf den öffentlich-rechtlichen Sendern wie RadioBerlin oder NDR2. Auch bei 104.6 RTL oder der Ostseewelle kommt es vor, dass einem der wunderschöne Song begegnet.
Wäre auch schade, wenn der Eurovision Song Contest ein einmalige Spektakel sind und die Lieder danach komplett ignoriert werden.

aRTikel

Dimitri Kalaschnikow wünscht sich mehr Smalltalk und Gin

Samstag, den 19. Juli 2014
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Florian Nikolai (26) aus Hennigsdorf hat ein neues Solo-Musikprojekt gestartet

MAZ Oranienburg, 19.7.2014

HENNIGSDORF
Dimitri Kalaschnikow will nicht perfekt sein. Er will eine Sache beenden, bevor er zehnmal darüber nachgedacht hat. Seine Musik klingt auch nicht perfekt – aber gut. Demnächst bringt er seine erste EP raus: „Smalltalk & Gin“ heißt die CD mit fünf Elektropopsongs.
Hinter Dimitri Kalaschnikow verbirgt sich Florian Nikolai. Der 26-Jährige aus Hennigsdorf ist bekannt durch „Die anderen Kinder“. Die Band pausiert, da mehrere Mitglieder momentan im Ausland sind. „Wenn sie wiederkommen, wollen wir uns zusammensetzen und überlegen, ob es weitergeht“, sagt Florian.

Allerdings hatte er schon immer vor, auch mal was anderes zu machen, ein Soloprojekt. Daraus wurde nun Dimitri Kalaschnikow. Er arbeitet mit einem Partner aus der Berliner Elektronikszene zusammen. „The Stereomühl“ war vorher unter dem Namen „Momo Berlin“ in der Hauptstadt unterwegs. Die beiden sind seit zehn Jahren befreundet. „Er hat ein kleines Homestudio und ist dort gut ausgerüstet“, sagt Florian alias Dimitri. „Ich wollte unbedingt mit einer Loupmaschine arbeiten.“ Die sorgt dafür, dass Sounds, die er spielt, automatisch wiederholt werden und dass so irgendwann ein Klangteppich entsteht, der wie eine große Band klingt.

Dimitri sorgt für die Melodien, „The Stereomühl“ für das Synthiefeuerwerk. Und das ist die Musik in der Tat. „Smalltalk & Gin“ ist ein ruhiger, sehr verspielter Song – ideal für laue Sommernächte, in denen man mit Freunden zusammensitzt. „Das war die Idee des Entschleunigens. Wir planen auch ein Video, da habe ich die Idee, dass es nachts und in Zeitlupe spielen könnte. Würde passen!“
Über das Soundcloud-Internetportal lassen sich die Songs schon kostenlos runterladen, jetzt will Dimitri aber auch eine richtige kleine CD herausbringen. „Ich möchte die Leute anfüttern, sie sollen einfach mal reinhören, was ich da jetzt so mache“, sagt er.