RTelenovela

Underworld! (3)

Freitag, den 18. März 2016
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(2) -> 6.2.2008

Bis es zu unserem dritten Underworld-Konzert kam, war es ein langer Weg.
2011 waren wir extra nach Freiburg gereist, um die Band beim “Sea of Love”-Festival zu erleben. Wegen der katastrophalen Organisation haben wir den Auftritt verpasst. Im vergangenen Jahr wollten wir nach Köln – diesmal musste ich passen, ich war krank.
Nun aber. Nach 1999 und 2008 nun also Underworld zum Dritten.

Im Mai 1999 war Underworld mein erstes Techno-Konzert. Es begann eine Stunde zu spät, wir standen in einer Kräuterwolke, und wir tanzten und feierten.
2016 begann das Konzert pünktlich mit einer Stunde Verspätung, und die Kräuterwolke hatten wir vereinzelt auch wieder um uns. Und wir tanzten und feierten.
Nun gut, wir sind 17 (!) Jahre älter geworden. Damals haben wir einfach nur gefeiert, heute dachte ich drüber nach, ob das alles gut geht, weil ich erst am Tag davor gesundheitlich aus der Bahn geworfen war.
Die 17 Jahre sieht man auch den Underworld-Veteranen auf der Bühne an. Die Musik ist immer noch toll, “Born Slippy” rockt auch weiterhin, ebenso der “Jumbo”, über den ich 1999 die Band auf radioeins kennenlernte. 2016 ist das Publikum dann auch sehr viel gemischter. Jung und Alt stehen nebeneinander, rocken ab, tanzen, grölen – eine große Party.

Mit “Born Slippy” endete das Konzert nach etwas mehr als zwei Stunden – ganz ohne Zugabe. Das ist konsequent, denn im Grunde waren die großen Hits und einige neue Songs gespielt. Sie hatten gesagt, es sei der letzte Song, und es war der Letzte.
Finde ich eigentlich fast besser, als das ewige “Zugabe”-Rumgeeiere.
Und im Auto lief dann schon die neue Underworld-CD.

aRTikel

Abba und Mozart sind echtes Bärenfutter

Mittwoch, den 9. März 2016
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Der Bärenklauer Chor feiert am Wochenende sein 20-jähriges Bestehen und singt Lieder von Klassik bis Pop

MAZ Oberhavel, 9.3.2016

Bärenklau.
Gesungen wird in Bärenklau nicht erst seit 20 Jahren. Schon 1920 gab es im Dorf den ersten Chor, und zu DDR-Zeiten war der Volkschor Bärenklau sehr erfolgreich und erhielt mehrere Preise. Mit der Wende wurde es ruhig um ihn – erst 1996 ging es wieder so richtig los.

Am Sonnabend feiern „Die Bären“ im Dorfkrug ihren 20. Geburtstag. So heißt der damals gegründete Chor, passend zum Dorfnamen. „Wir haben im Bärenstübl Skat gespielt“, erinnert sich Dagmar Martin, die Vereinsvorsitzende. „Da waren auch Neu-Bärenklauer dabei, die fragten, ob man sich kulturell betätigen kann.“ Man erinnerte sich an den Volkschor, dessen Aktivitäten ruhten, und startete einen Aufruf. Das Echo war riesig. „Rund 100 Leute haben sich gemeldet.“ Die Auftaktveranstaltung fand im Dorfkrug statt. Am Ende blieben 45 Mitstreiter übrig, inzwischen hat der Chor 30 aktive Mitglieder – 20 Frauen und zehn Männer zwischen 55 und 87 Jahren.

Geprobt wird immer am Montagabend in der Alten Remonteschule. „Wir haben bis zu 160 Lieder im Repertoire“, sagt Chorleiter Rolf Stranz aus Schmachtenhagen. Dazu gehören Volkslieder, geistliche Lieder, Kanons, Schlager, Operetten, aber auch Popsongs wie eingedeutschte Hits von Abba. Es sind sogar selbst geschriebene Lieder dabei. „Es gibt eins über Bärenklau und die Oberkrämer-Hymne“, sagt Dagmar Martin.
Vier- bis fünfmal im Jahr tritt der Chor auf – meistens in der Region. Die Bären waren aber auch schon auf der Grünen Woche in Berlin zu Gast.

„Die Gemeinschaft ist schön“, sagt Claus Trechsler. Er ist erst seit zwei Jahren dabei und mit 55 Jahren das jüngste Mitglied. „Ich habe im Internet nach einem Chor gesucht“, erzählt er. Als er das erste Mal bei den Bären war, „habe ich mich gleich wohlgefühlt.“
„Es ist schon so, dass die Gemeinschaft im Mittelpunkt steht“, sagt Leonie Fieting-Burghardt, die zweite Vorsitzende. „Wir machen auch viel außerhalb.“ Einmal im Jahr geht es auf eine Bustour, es wird gefeiert und gegrillt. „Das schweißt zusammen.“

Das Singen im Chor ist natürlich auch Arbeit. „Aber es ist toll, weil man mal auf andere Gedanken kommt, man muss sich auf das Singen konzentrieren“, sagt Leonie Fieting-Burghardt. Es gibt Lieder, da reicht eine Chorprobe, und es sitzt. Mozarts „Ave Verum“ aber – das hat es in sich. Das ist mehrstimmig, da gibt es viel dran zu feilen. „Man braucht Geduld“, sagt Chorleiter Rolf Stranz. „Und er hat viel Geduld“, ergänzt Dagmar Martin.

Die Bärenklauer wünschen sich, dass der Chor noch lange besteht. Dafür braucht er Nachwuchs. „Wir haben immer mal wieder neue Mitglieder“, sagt Dagmar Martin. „Dadurch, dass wir auftreten, machen wir auf uns aufmerksam.“
Das nächste Mal am Sonnabend. Danach beginnen schon die Proben für das Herbstkonzert. In einem Lied, das am Montagabend bei der Probe gesungen worden ist, heißt es: „Lieder sind Begleiter, Lieder machen heiter.“ Und wer in die Gesichter der Chormitglieder schaut, wird erkennen: das stimmt.

RTZapper

20 Jahre RT Zapper: Was war los Ende Februar 1996?

Sonntag, den 28. Februar 2016
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Am 28. Februar 1996 erschien meine allererste Medienkolumne, damals noch unter dem Titel “Der Beobachter”. Erst ab 7. Juli 1997 hieß sie “RT Zapper”. Die ganze Geschichte dazu steht hier.

Die Premiere für die Kolumne war in der “Medien News”-Ausgabe 9/1996. Was war in dieser Zeit, in dieser Woche eigentlich los in der Medienwelt?
Die “FF dabei”, zu DDR-Zeiten die einzige Fernsehzeitschrift, stellte ihr Erscheinen ein. Sie hatte zu wenige Leser. Abonnenten erhielten dafür die “TV Today”, in der dann noch einige Jahre eine kleine “FF dabei”-Beilage lag.

Der “Karneval in Köln” in der ARD erreichte 9,71 Millionen Zuschauer, Jürgen von der Lippes “Geld oder Liebe” 8,95 Millionen. “Kommissar Rex” auf Sat.1 hatte 7,59 Millionen, “Schreinemakers live” 5,78 Millionen Zuschauer. Ein Renner war bei RTL noch “Explosiv – Das Magazin” mit regelmäßig mehr als 6 Millionen Zusehern. “Akte X” bei ProSieben erreichte 3,85 Millionen Menschen. Mit einer Sondersendung zum Wetterchaos in Norddeutschland hatte N3 1,39 Millionen Zuschauer.
In den Charts stand “Lemon Tree” von Fool’s Garden ganz oben. Tic Tac Toe und “Ich find dich scheiße” war auf Platz 4, Blümchens “Herz an Herz” auf Platz 5.
Die Toten Hosen waren mit “Opium fürs Volk” auf Platz 1 der Albumcharts.
Im Kino stand Detlev Bucks “Männerpension” ganz oben, bei den Büchern “Der Pferdeflüsterer”.

RTL 2, Kabel 1 und VOX drehten 1996 so richtig auf, um mehr Zuschauer zu erreichen. Kabel 1 wollte 60 Millionen Mark ausgeben – für Shows wie “Hugo”.
Schon 1996 wurde über leer Kassen und fehlende Reformen bei der ARD diskutiert. Es wurde befürchtet, dass viele Radiosender dicht gemacht werden, wenn weiter gespart werde.

Aufmacherthema der “Medien News” war, dass Deutschland beim Fernsehkonsum immer noch geteilt war. Während im Osten die Privatsender am erfolgreichsten waren, waren es im Westen immer noch ARD und ZDF. “Tagesschau” und “Lindenstraße” im Westen und “Traumhochzeit” und “Explosiv” im Osten.

“Die Zeit” wurde 50.
Jürgen von der Lippe und Peter Maffay stritten sich um eine Maffay-Parodie.
Bei Sat.1 gab es eine Krise. Der Beginn des Abendprogramms ist auf 20 Uhr vorgezogen worden: “Volle Stunde, volles Programm!” Ging leider voll in die Hose. Viele Erfolgsserien verloren Zuschauer – und die Stars waren sauer.
Harald Juhnke sagte wieder mal einen Auftritt ab – zu viel getrunken…
RTL 2 will als dritter Privatsender nach Sat.1 und Premiere ein VPS-Signal ausstrahlen.

RTZapper

Eurovision Song Contest 2016: Unser Lied für Stockholm

Samstag, den 27. Februar 2016
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DO 25.02.2016 | 20.15 Uhr | Das Erste

Xavier Naidoo. Wer war das noch mal? Irgendwas war da doch. War das nicht dieser Musiker, den man zwei Tage lang vom ESC-Star 2016 auserkoren hat – bis man gemerkt hat: Kommt erstens das nicht gut an und zweitens haben wir keinen Arsch in der Hose, um den Shitstorm auszuhalten.

Nun also fährt stattdessen … ähm, Moment. Ich muss das erst mal recherchieren, ist ja immerhin schon 24 Stunden her. Wer soll sich das merken?

Jamie-Lee Kriewitz also ist es, die zum Eurovision Song Contest 2016 nach Stockholm reist. Ihr Song “Ghost” ist ganz okay, zumindest werden wir uns mit ihm nicht blamieren. Auch wenn ich ihn einen Tag danach nicht mehr im Ohr habe.
Aber Kriewitz hatte einen Bonus – sie war Siegerin bei “The Voice of Germany”, war also schon Castingshow erprobt.
Egal, was am 14. Mai in Stockholm passiert – Hauptsache wir werden nicht wieder Letzter. Vorletzter wäre ja schon okay, wir nehmen den ESC-Zirkus sowieso viel zu ernst.

Und der NDR war clever. Der Siegersong ist den Zuschauern im Laufe des Abends regelrecht eingehämmert worden. Inklusive Schnelldurchläufen haben wir ihn siebenmal gehört. Dreimal sang Kriewitz ihn live auf der Bühne. Zweimal zwei Schnelldurchläufe gab es bei den beiden Votings. Dass ich “Ghost” trotzdem schon wieder aus dem Hirn gestrichen habe – tja, entweder liegt das an meinem miesen Kurzzeitgedächtnis oder der Song ist wieder nur so lala.

Aber immerhin war “Unser Lied für Stockholm” eine recht abwechslungsreiche Show, während der wir Xavier Naidoo nicht einmal vermisst haben.
Ella Endlich hat einen erstaunlich schmissigen Schlager ins Rennen geschickt, der gern hätte besser abschneiden können. Die angeblichen Hardrocker von Avantasia kamen mit einer Rockoper, die aber einfach zu ausschweifend und zu uneinprägsam war. Ralph Siegel schickte eine junge Dame ins Rennen, bei der das auffallenste ein sehr auffallendes bühnenfüllendes Kleid war – der Song aber eher Müll. Alex Diehl kam mit einem engagierten Protestsong daher – irgendwie nett, aber seltsam unmelodiös. Beim ESC eh ohne Chancen. Luxuslärm schrammelten, und der Mönchschor Gregorian zeigte, warum deren Elektro-Säusel-Mucke so hassenswert ist.

Wir werden den ESC 2016 nicht gewinnen, wenn wir Glück haben, werden wir nicht Letzter. Aber leider reicht es den Deutschen ja nicht, einfach nur Spaß an diesem Event zu haben.

RTZapper

Circus Halligalli: Jack Garratt

Montag, den 22. Februar 2016
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MO 22.02.2016 | 22.10 Uhr | ProSieben

Jack Garratt wird momentan extrem gehypt. Seine Single “Breathe Life” läuft nicht nur bei VIVA rauf und runter, sondern ist auch “Newcomer des Monats” bei “MTV Push”, was ihm bei VIVA einen Monat lang weitere entsprechende Clip-Ausstrahlungen einbringt. Seine Musik wird also quasi auf die Zielgruppe eingehämmert.

Umso seltsamer war am Montagabend sein Auftritt in der ProSieben-Show “Circus Halligalli”. Nun ist es ja toll, wenn ein Künstler live spielt, aber Jack Garratt wollte anscheinend lieber zeigen, dass er bei einem Auftritt zig Instrumente gleichzeitig spielen kann. Das war sogar ganz spannend und sehr interessant – klang auch irgendwie toll. Da blieb für’s Singen aber wohl nicht mehr viel Energie übrig.
Kratzig, unmelodiös, lahm war seine Stimme bei dem Auftritt – völlig anders als in den Videoclips.

Nun kann natürlich ein Live-Auftritt nie so klingen, wie die technisch bearbeitete und perfekte Stimme im Clip – aber doch wenigstens noch als solche zu erkennende Stimme.
Aber wahrscheinlich ist genau das ja total cool, und ich habe das wieder nur nicht begriffen.

RTZapper

Andreas Gabalier: Hulapalu

Samstag, den 20. Februar 2016
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MI 17.02.2016 | 11.25 Uhr | VIVA

Normalerweise laufen bei VIVA ja nur coole Hits. Oder was VIVA für cool hält. Hits von Shawn Mendes, Lukas Graham, Adele oder Robin Schulz. Aber dann: “Hulapalu”.
Ja, genau. Hulapalu. Der aktuelle Hit von Andreas Gabalier. VIVA mutierte am Mittwochvormittag zum Schlagersender, und es war keine Übernahme vom Deutschen Musik Fernsehen. Ich traute meinen Ohren und Augen nicht.

Andererseits: Warum denn auch nicht? Auch wenn “Holapalu” im Vergleich zu seinem Hit “I sing a Liad für di” dann doch eher eine lahme Nummer ist (okay, nicht auf einer Party, wenn man schon ein bisschen was… na ja, lassen wir das), war Gabalier damit in den Top 20 der Charts, und warum sollte ein Sender wie VIVA das Ding auch nicht mal alle paar Jahrhunderte ins Programm streuen? Dieses Schubladendenken, dass bestimmte Musikrichtungen auf bestimmten Programm ausgeblendet werden, weil es irgendwie uncool ist, nervt mich jedenfalls.

RTZapper

Seal: Kiss from a Rose

Freitag, den 12. Februar 2016
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MO 08.02.2016 | 22.33 Uhr | VH-1 Classics

Woran erkennt man, dass man langsam, aber sicher, alt wird? Wenn Songs aus der Jugend bereits auf einem Classic-Musiksender laufen.
“Kiss from a Rose” von Seal ist ja tatsächlich schon 22 Jahre alt, von 1994. Der Videoclip lief am Montagabend bei VH-1 Classic.

Und irgendwie ist es ein wenig deprimierend, sich das dort anzusehen. Denn zur Philosophie von VH-1 Classic scheint es zu gehören, die alten Clips auch wirklich alt aussehen zu lassen. Das Seal-Video sah aus wie auf einer schäbigen VHS-Kassette. Leicht verrauscht, vergilbt, farblich übersteuert und natürlich im alten 4:3-Bildformat.
Damit sich die Zuschauer vermutlich noch älter fühlen – und sich Jugendliche denken: Mein Gott, was für eine alte Scheiße.
VH-1 Classic macht mich da dann doch eher traurig. Nicht so ganz mein Sender.