RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Grönemeyer Live 2015

Montag, den 22. Juni 2015
Tags: , ,

SO 21.06.2015 | Berlin, Waldbühne

Bis Anschlag. Um Punkt 23 Uhr endete am Sonntagabend das Berliner Konzert von Herbert Grönemeyer. “Wie spät?”, fragte Herbert seine Crew, und da war klar: Jetzt ist Schluss. Denn nach 23 Uhr muss eine saftige Strafe gezahlt werden, wenn ein Konzert in der Waldbühne nicht zu Ende ist.

165 Minuten lang begeisterte Grönemeyer seine Fans in der ausverkauften – fast hätte man denken können: überausverkauften – Waldbühne. Von den “Flugzeugen im Bauch” über “Land unter”, “Mensch”, “Zeit, dass sich was dreht” oder den aktuellen Hits, war so ziemlich alles dabei, was sich die Fans gewünscht haben. und, das ist ja in der Waldbühne nicht ganz unwichtig, auch das Wetter hat prima mitgespielt.

Was wirklich auffällt: Herbert Grönemeyer ist mehr und mehr ein guter Entertainer. Er steht auf der Bühne, macht Gags, auch gern mal auf seine eigenen Kosten. Er ist locker, wirkt null gehemmt, er scheint sich richtig wohl zu fühlen. Und er ist wach, er bekommt mit, was um ihn herum passiert. Als ein Gast aus dem Publikum gezogen und weggetragen werden muss, fragt er von der Bühne herab: “Alles gut?”. Er bemerkt, dass ganz hinten eine Fangruppe besondere Tanz-Choreografien ausgearbeitet hat. Er sieht auch, was Leute relativ weit hinten machen, ob sie tanzen oder winken. Ihm bleibt nichts verborgen.

Fast drei Stunden – ein unglaubliches Pensum. Anders, als auf diese lockere Weise, kann man das aber auch nicht überstehen. Und dem Publikum hat’s Spaß gemacht.

RTZapper

Ewig: Wahre Helden

Samstag, den 13. Juni 2015
Tags: ,

FR 12.06.2015 | 20.52 Uhr | radio B2

2005 lieferte Nena mit “Liebe ist…” nicht nur einen Hit, sondern auch die Titelmusik für die Sat.1-Telenovela “Verliebt in Berlin”.
Hat sie nun eine stark abgekupferte Fortsetzung an den Start gebracht?

Nein, hat sie nicht. Allerdings hat Jeanette Biedermanns Band “Ewig” einen Song auf den Markt geschmissen, der sich “Wahre Helden” nennt. Er klingt jedoch wie “Liebe ist 2″. Ähnliche Melodie, gleiche Rhythmusabfolge. Es wirkt, es seien nur ein paar Noten von Ab nach B sanft verschoben worden, und fertig war der Melodielack.
Am Freitagabend lief das Lied bei radio B2, und Moderator Ecki Göpelt war total begeistert. Und natürlich hat er nicht aus Versehen Nena angesagt, sondern die Band “Ewig”.

Diese Ähnlichkeit zwischen den Songs ist aber bestimmt nur Zufall. Anders kann ich mir das wirklich nicht vorstellen.
Wirkt jedenfalls ganz schön billig.

RTZapper

ZDF-Kultnacht: Mr. Happy Sound – James Last

Freitag, den 12. Juni 2015
Tags: , , ,

MI 10.06.2015 | 1.20 Uhr (Do.) | ZDF

Als die Nachricht die Runde machte, dass der Bandleader James Last gestorben ist, da horchte kurz sogar die Jugend auf. Denn auch junge Leute kennen Songs von James Last – das allerdings vermutlich, ohne es zu wissen.
Zumindest erschien auf der Facebook-Seite von “TV total” ein entsprechender Beitrag. “Dir sagt die Musik von James Last nix? Von wegen!”, hieß es da. Wer den Link anklickte, wird vor allem gehört haben, was die Redaktion meinte.

Nämlich den Song “Happy Music”. Bei “TV total” ist er recht oft als Hintergrundmusik für die Einspieler verwendet worden. Stefan Raab scheint großer James-Last-Fan gewesen zu sein.
Und so wehte in der Nacht zum Donnerstag auch im ZDF ein Hauch “TV total”, als auch dort die “Happy Music” zu hören war. In der “ZDF-Kultnacht” erinnerrte das Zweite an Mr. Happy Sound. Und wer diese einstündige Sendung gesehen – und vor allem gehört hat – wird wissen, dass James Last mehr bekannte Melodien schuf, als viele denken.
Wenn das “Traumschiff” in See sticht, dann tut es das zu den Klängen von James Last.
Nur zwei Beispiele von vielen.

Mit 86 Jahren endete das Leben des Bandleaders. Nun spielt er im Himmel die Happy-Sound-Mucke.

RTZapper

Chart Attack

Donnerstag, den 11. Juni 2015
Tags: , , ,

MI 10.06.2015 | 19.45 Uhr | zdf.kultur

Der Sommer 1998. Es war wohl der Sommer. Wir hatten die Abiturzeugnisse in der Tasche, die Bundeswehr-Zeit lag noch vor uns, und nun hatten wir noch einen ganzen Sommer.
Noch heute löst der Soundtrack dieser Monate viele Erinnerungen aus, und zdf.kultur hat mir am Mittwochabend dabei kräftig geholfen.

Dort scheint man sich für nichts mehr schade zu sein, und deshalb läuft dort momentan jeden Tag um 19.45 Uhr eine Folge “Chart Attack”.
Mitte der 90er versuchte das ZDF eine der vielen Jugendoffensiven, man arbeitete sogar mit VIVA zusammen, und ein Ergebnis war diese wöchentliche Chartshow.
Gewollt cool kann aber trotzdem unfassbar spießig sein, und das zeigt diese Sendung recht deutlich. Moderator Mike Diehl, damals 32 (sah aber älter aus), machte auf ganz jung und crazy und lümmelte in einem Studio rum, das so groß war wie eine Garage. Dazu kurze Hosen, Sonnenstudio-Bräune und ZDF-Jugend-Lockerheiten-Sprüche.
Ganz schön, nun ja, erschreckend. Heute, im Jahre 2015. Aber ich vermute mal, auch 1998 war das nicht besonders cool.

Aber wurscht. Es ist die Musik, die zählt, und momentan laufen die Folgen 1998. Westbams “Love Parade 1998″ war in den Charts, ebenso wie Puff Daddys “Godzilla”-Hit “Come with me” und “Die Flut” von Witt/Heppner. Und nicht zu vergessen Ricky Martins “Cup of Life” und “Carnaval de Paris” von Dario G. – immerhin war ja auch Fußball-WM in dem Sommer. Auch Scooters “How much is the Fish?” wurde gespielt, an den habe ich allerdings weniger gute Erinnerungen: Damals hatte ich, während dieser Song lief, meinen Schildunfall.

So unfassbar dröge, wie “Chart Attack” auch ist – die Musik damals war geil. Und deshalb lohnt es sich irgendwie doch, mal wieder einzuschalten. Insofern: Danke, zdf.kultur!

RTZapper

Rock am Ring 2015: Fritz Kalkbrenner

Samstag, den 6. Juni 2015
Tags: , , ,

FR 05.06.2015 | 1.55 Uhr (Sa.) | einsplus

Ach, Fritz! Vielleicht hättest du ja einmal mehr nachdenken können. Okay, ja, es ist nicht schön, wenn das eigene Konzert abgebrochen werden muss. In der Nacht zu Sonnabend war das der Fall – es gab eine Unwetterwarnung. Fritz Kalkbrenner, der gerade an seinen DJ-Reglern spielte, war alles andere als amüsiert.
Auf einsplus, der den Auftritt beim “Rock am Ring 2015″ live übertrug, war noch zu hören, was er nach der Bühnenansage des Veranstalters über das noch offene Mikro sagte: “Der lustige Moderator (…), Alder, leck mich am Arsch!” Und auf Twitter schrieb er, dass er untröstlich sei.

Auch während des Konzertes hatte er schon mit technishcen Problemen zu kämpfen, immer wieder fiel der Ton aus. Immerhin ist zu diesem Zeitpunkt bereits ein Unwetter über das Festivalgelände gezogen – erst danhach konnte Fritz Kalkbrenner mit Verspätung beginnen. Aber wenn so ein Konzert abgebrochen werden muss, weil es einfach mal wichtiger ist, dass sich die Besucher in Sicherheit bringen – da kann man auch einfach mal die Fresse halten, nicht meckern und hinnehmen, dass ein Fritz Kalkbrenner da einmal zurücktreten muss.

RTZapper

Rock am Ring 2015: Clueso

Samstag, den 6. Juni 2015
Tags: , , , ,

FR 05.06.2015 | 21.55 Uhr | einsplus

Zum 30. Geburtstag des Festivals “Rock am Ring” gab es ein Geschenk, über das sich die meisten eher nicht freuen. Livemusik am Nürburgring ist Geschichte – das Festival musste weiterziehen und findet nun auf dem Flughafen Mendig statt.
Bedeutet: Das Jubiläumsfestival ist genauer betrachtet eine Premiere, und Premiere heißt leider auch: Organisationsprobleme. Angeblich sind sehr viel mehr Leute angereist als geplant, und ihre zelte sind größer als gedacht, so dass schon Mittwoch der eigentliche Campingplatz voll war – und die Stimmung im Eimer.
Auch ein Grund, warum ich so was nicht noch mal erleben muss.

Aber es scheint auch technische Schwierigkeiten zu geben, wie sich doch recht deutlich beim Auftritt von Clueso zeigte, der Freitagabend auch live von einsplus übertragen worden ist. Auf der anderen Bühne spielten gleichzeitig die Toten Hosen, und das dermaßen laut, dass sie das Konzert von Clueso übertönte. Während der Zwischenmoderationen schallten die Hosen-Songs sehr laut rüber, was Clueso auch mehrfach kommentierte. Wie muss das erst live geklungen haben, schließlich kann man den Ton bei einer Fernsehübertragung viel besser regeln als live vor Ort. Fürs Publikum muss es eher anstrengend gewesen sein, und da muss sich im kommenden Jahr dringend etwas ändern!

RTZapper

ZDF-Fernsehgarten: Joy Flemming

Montag, den 25. Mai 2015
Tags: , ,

SO 24.05.2015 | 11.00 Uhr | ZDF

Joy Flemming ist mal wieder empört, empört, empört!
Man hat sie in den “ZDF-Fernsehgarten” eingeladen. So, wie das immer ist, wenn dort was zum Eurovsion Song Contest gemacht wird.
Da stand Joy Flemming vor einem Mikro rum und bewegte die Lippen zum 40 Jahre alten (!) Playback von “Ein Lied kann eine Brücke sein”. Es wirkte einfach nur peinlich und unglaubwürdig! Mit dem Ding ist sie 1975 beim ESC Drittletzte geworden. Das vergisst die Gute gern mal zu sagen, wenn sie erwähnt, dass sie auf dem 17. Platz gelandet war.

Jetzt aber echauffiert sie sich über die null Punkte für Ann Sophie beim Eurovision Song Contest 2015, der am Vortag in Wien stattfand.
Für Joy Flemming war der Fall klar: Keiner kann Deutschland leiden, deshalb gibt uns niemand Punkte, und das sei ja eine Unverschämtheit, das könne ja gar nicht angehen.
Katja Ebstein, sie nahm einst sehr viel erfolgreicher am ESC teil, pflichtete ihr bei und faselte etwas davon, dass man Deutschland ja wenigstens Trostpunkte hätte geben können.

Da muss ich leider mal gehässig werden. Da sitzen also zwei alte Tanten, die irgendwann im 20. Jahrhundert am ESC teilnahmen, der damals noch Grand Prix Eurovision de la Chanson hieß, und blubbern rum, wie scheiße das heute alles ist. Frau Flemming glaubt, Deutschland werde nicht gewählt, weil das Image so mies sei. Ein Fremdschämmoment. Und Frau Ebstein denkt, dass irgendwer einfach mal so Trostpunkte vergeben könne. Sie müsste es besser wissen, wie der ESC funktioniert.
Aber stattdessen lässt die Redaktion vom “ZDF-Fernsehgarten” die beiden Schlagertanten irgendwelchen Müll daherfaseln. Im Fall von Joy Flemming sogar haarsträubenden, dummen Müll.

Komisch, darauf, dass ja vielleicht der deutsche Beitrag 2015 einfach nur lahm war, kommt keiner. Dass sich der Song nicht mal hierzulande durchsetzen konnte, ist niemandem aufgefallen. Aber stattdessen stellt man sich lieber hin, bewegt zum Uralt-Playback die Lippen und labert danach dummes Zeug.
Liebes ZDF! Frau Flemming bitte nicht wieder wählen!