RTZapper

Ronny’s Pop Show

Freitag, den 6. Januar 2017
Tags: , ,

DO 05.01.2017 | 20.15 Uhr | RTL Nitro

Und wieder ein Sendungscomeback bei RTL Retro Nitro. Diesmal erlebt “Ronny’s Pop Show” ein Revival.

“Ronny’s Pop Show” ist eine sehr vage Kindheitserinnerung. Eigentlich war es eine Videoclipshow. Mit der Besonderheit, dass sie von einem Affen moderiert worden ist. Okay, der hat nicht wirklich moderiert, sondern irgendwas gemacht – ist aber von Otto Waalkes “synchronisiert” worden. Mit ihm und anderen Schimpansen gab es auch Sketche zwischen der Musik.
Die Musik hat mich damals nicht so interessiert, aber die Zwischenteile fand ich lustig.
“Ronny’s Pop Show” lief von 1982 bis 1988 monatlich (!) im ZDF – und kann mich nicht erinnern, dass sie seitdem irgendwo wiederholt worden ist.
Die Sendung ist also nur eine blasse Erinnerung, aber als solche so präsent, dass man doch lächelt, als am Donnerstagabend bei RTL Nitro der Vorspann mit der alten Musik läuft.

“Ronny’ Pop Show” im Jahre 2017 ist erfreulich unterhaltsam, lebt aber natürlich vom 80er-Retro-Charme. Genau genommen ist die Sendung für einen Privatsender vollkommen Prime-untypisch.
Die Videoclip-Ausschnitte laufen vollkommen unkommentiert – kein Bluebox-Promi gibt seinen Senf dazu. Dazwischen launige Talks. Angenehm! Die Clips laufen unter bestimmten Mottos: die höchsten Stimmen, die teuersten Clips und so weiter…

Einen richtigen Affen wollte man natürlich auch nicht noch mal einspannen. Stattdessen übernimmt das eine von Martin Reinl geführte Puppe (wobei Ronny mit geschlossenen Augen sich dann doch eher wie Wiwaldi anhört). Am Donnerstag sprach Ronny mit seinem Gast Thomas Anders über Modern Talking und den Restwahnsinn der 80er.
Das Revival von “Ronny’s Pop Show” macht mehr Spaß als der “Formel 1″-Aufguss, der bis vor kurzem bei RTL Nitro lief. Es hat mehr Charme.

RTelenovela

Überraschungsevent (7): Doris Day – Day by Day

Freitag, den 6. Januar 2017
Tags: , , ,

2016 -> 21.12.2016

Der Startschuss fiel im April 2016: Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. In diesem Monat durfte ich das Event planen, im Februar ist sie dran.

Das erste Überraschungsevent im Jahr 2017 begann mit einem Irrtum. Als ich die Tickets für die Show “Doris Day – Day by Day” kaufte, dachte ich, die von mir verehrte Judy Winter spielt darin die Hauptrolle.
Macht sie aber nicht – stattdessen ist es Angelika Milster.
Aber letztlich spielte das am Ende keine Rolle.

In dem Musicaldrama erzählt Doris Day (Milster) aus ihrem Leben. Von den eher armen Verhältnissen in der Jugend. Von der Scheidung der Eltern. Davon, wie sie Tanzunterricht nahm, einen Unfall hatte und dann nicht mehr tanzen konnte. Stattdessen sang sie. Sie bekam erste Engagements, später Musicalfilme, Dramen, Serien.
Sie hatte riesigen Erfolg, aber wirklich glücklich schien sie nie gewesen zu sein. Ihre Ehen waren Disaster, ihr Sohn starb früh.

Zu sehen ist “Doris Day – Day by Day” im Schlossparktheater in Berlin-Steglitz, und es ist ein sehr sehenswertes Stück. Nicht nur dass Angelika Milster toll spielt und singt. Es ist die ganze Inszenierung, die überzeugt. Es gibt nur vier Darsteller, aber die drei Nebendarsteller schlüpfen so gekonnt in ihre vielen Rollen, dass es wirkt, als würden sie immer nur rein- und rausgeschoben. Utensilien werden unauffällig oder auffällig platziert.
Das Publikum applaudierte heftig, und das völlig zurecht.

Wir waren uns da vollkommen einig: Dieser Auftakt in die Überraschungsevent-Staffel von 2017 war mehr als gelungen!

RTelenovela

2016

Samstag, den 31. Dezember 2016
Tags: , , , , , , ,

DIE BESTE PARTY
800 Jahre Oranienburg – Der Festumzug

DAS BESTE KONZERT
Underworld in Berlin

DER BESTE SONG
Stereoact feat. Kerstin Ott: Die immer lacht
außerdem:
Sportfreunde Stiller: Sturm und Stille
Stereoact: Guten Morgen, Sonnenschein
Frans: If I were sorry
Underworld: Low Burn
Price Damien: Glücksmoment
Alma: Karma

DAS BESTE ALBUM
Sportfreunde Stiller – Sturm und Stille
außerdem
Underworld – Barbara Barbara, we face a shining Future

DER BESTE FILM
Raum
außerdem:
24 Wochen
Die Mitte der Welt

DER SCHLECHTESTE FILM
Hail, Caesar!
außerdem:
Wild
The Boss

BESTE TV-SENDUNG
Kessler ist… Hugo Egon Balder, ZDF
außerdem:
Sido in the Box, ProSieben
Terror – Ihr Urteil, Das Erste
OGOT – Old Guys on Tour, Tele 5
Ninja Warrior Germany, RTL

SCHLECHTESTE TV-SENDUNG
Match Factor, ProSieben
außerdem:
Netz-O-Rama, Comedy Central
Sarah & Pietro – Die ganze Wahrheit, RTL II
In Touch – Stars. Styles. Stories., RTL II
Slow TV auf Tele 5: Boccia Boccia, Tele 5

BESTER RADIOSENDER
radioeins. Was sonst?

BESTES BUCH
Rita Falk: Hannes
außerdem:
Dave Eggers: Der Circle
Katharina Peters: Bernsteinmord

BESTER AUGENBLICK
Die Premiere des “RT Zapper”-Buches in Kremmen

SCHLECHTESTER AUGENBLICK
Wenn dir gezeigt wird: Sei dir deiner Zukunft hier bloß nicht so sicher!

RTZapper

Das war 2016!

Samstag, den 31. Dezember 2016
Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Was war das für 1 Jahr???!!!!11!!
Die Welt wird immer verrückter. Nein, eigentlich sind es die Menschen, die immer irrer werden. Die sich gegenseitig anstacheln, die nur noch ihre eigenen Wahrheiten akzeptieren, alles andere als Lüge abtun. Die immer und überall Verschwörungen wittern und nicht mal mehr offiziellen Mitteilungen der Polizei glauben.
Stattdessen wird immer mehr als gefühlte Wahrheiten gesetzt. Was ich fühle, wie ich etwas empfinde, ist auch ein Fakt. Wir leben im postfaktischen Zeitalter, und das ist auch das Wort des Jahres. Eigentlich ja eher das Unwort.

RT Deutsch zum Beispiel. Das russische Auslandsfernsehen sei reine Propaganda, sagen die einen. Das sei alles die Wahrheit, und nur dort gebe es sie, sagen die anderen. Als in Berlin angeblich ein Asylbewerber eine junge Russlanddeutsche entführt und vergewaltigt, kocht die Volksseele, angestachelt auch durch Berichte von RT Deutsch. Dass das Mädchen die Schule geschwänzt und der Mann ihr Freund war – irgendwann hat es schlicht keinen der Demonstrierenden mehr interessiert.
Es sind nämlich nicht nur von Gefühlen geprägte Kommentare, die verbreitet werden – sondern auch Fakenews, Nachrichten, die schlicht ausgedacht, die eine Lüge sind. Da werden Politiker Worte in den Mund gelegt, die sie nie gesagt haben. Oder Gerüchte über angebliche Taten von Ausländern gegenüber Deutschen, die so nie stattfanden.
So haben EU-Gegner den Brexit in Großbritannien erreicht, dass die Wähler für den Austritt des Königreiches aus der EU stimmen, hatten wenige für möglich gehalten. So hat es Donald Trump in den USA geschafft, Präsident zu werden. Gefühle statt Fakten. Irgendwelche Zahlen statt echtem Inhalt.
Oder eben irgendwas daher gelabert. So macht das Mario Barth. In New York sendete er live auf Facebook und wunderte sich, dass zwar über Anti-Trump-Demo berichtet werde, er aber keine sehe. Dass es am Tage war und die Straße, an der er stand, gesperrt – na ja, das hat Mario ja nicht wissen können.
Facebook, Twitter und Co. werden aufgefordert, etwas gegen die Verbreitung solcher Fakenews zu unternehmen. Darüber wird 2017 noch zu reden sein.

Ganz unschuldig sind die Medien aber nicht, dass man ihnen nicht glaubt. Als in der Neujahrsnacht rund um den Kölner Hauptbahnhof hunderte Männer Frauen begrapschen und Passanten berauben, dauerte es Tage, bis umfassend berichtet worden ist. Der WDR sendete um Mitternacht sogar live aus der Domregion – da hat man das offenbar nicht mitbekommen. Beim ZDF war selbst am 4. Januar, als alle anderen endlich berichteten, noch nichts dazu zu sehen. Man bat um Verzeihung. Im Laufe des Jahres ist dann aber recherchiert worden: Dass es sich vorwiegend um Täter aus Nordafrika handelt. Dass die Polizei haarsträubend unterbesetzt war, dass Fehlentscheidungen getroffen und in einer ersten Pressemitteilung beschönigt worden ist.

Es war kein schönes Jahr. Terror, Unglücke, Todesfälle.
Und immer startet die Breaking-News-Maschine. Ein Zwischenfall in Berlin? Da darf gern mal schwadroniert und vermutet werden – immer mit der Betonung, man wolle nichts vermuten. Amoklauf in München? Da zeigt man bei RTL schon mal, wie Leichen abtransportiert werden und live hinter dem Reporter, wie Polizisten mit Waffen auf Passanten zielen. Auch der Teilzeitnachrichtensender N24 ist da ganz weit vorn mit bei.
Und immer wieder der Vorwurf an ARD und ZDF, es werde in solchen Fällen zu spät reagiert. Nach dem Zugunglück in Bayern ging der BR erst nach Stunden auf Sendung, nach dem Berliner Zwischenfall das ZDF erst nach fast zwei Stunden.

Und dann immer wieder die Empörungswellen, die durch Deutschland rollen.
Letzter Platz beim Eurovision Song Contest? Empörung! Keiner hat uns lieb! Alles Fake! Und überhaupt! Dass unser Song mies war, zieht keiner in Betracht – obwohl er in den deutschen Charts auch unterbelichtet war. Na ja, diese Fakten halt.
Die Sache mit dem Nachbarn Boateng. AfD-Mann Alexander Gauland habe gesagt, keiner wolle, dass Boateng sein Nachbar sei. Mag er so gesagt haben, er meinte aber wohl eher, dass viele Deutsche erst mal schlucken würden, wenn ein Dunkelhäutiger nebenan einziehen würde. Dennoch: Empörung! Aber eher eine geheuchelte, weil nicht weiter nachgedacht, sondern nur auf einen Satz Bezug genommen wurde, aber nicht auf den Kontext.
Fußball-Bundestrainer Jogi Löw kratzt sich während eines EM-Spiels an den Eiern und riecht dann an seiner Hand. Groooße Aufregung! Viele Berichte und Artikel, als ob wir keine anderen Sorgen haben.
Diskuswerfer Christoph Harting gewinnt Gold bei Olympia und erdreistet sich, bei der Hymne nicht ernsthaft zu sein. Empörung! Wie kann er nur so respektlos sein!! Meine Güte.
Und so weiter.

Da geht es schon mal fast unter, wenn Journalisten etwas enthüllen – die Panamapapers. Es ging um Briefkastenfirmen in Panama und um Geldwäsche von Unternehmen und Promis. Da wird ein großes Ding aufgedeckt, es ist das, was die Menschen fordern: diese Art des Enthüllungsjournalismus. Zwei Abende lang ist das ein Thema, dann verpufft es schon wieder. Empörung? Hält sich in Grenzen.
Oder wenn Jan Böhmermann in seiner zdf_neo-Show “Neo Magazin Royale” aufdeckt, wie die Leute in der RTL-Dokusoap “Schwiegertochter gesucht” arbeiten, wie sie die Teilnehmer und Zuschauer veralbern. Kurze Aufregung und gleich wieder verpufft. Quasi ohne Folgen.

Apropos Böhmermann: Nach einer “extra 3″-Satire über den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan legte er in seiner Show noch einen drauf. Er wolle mal zeigen, was denn ein Schmähgedicht sei und wie es klingen müsse: und trug eines vor. Und wieder: groooooße Aufregung. Das ZDF löschte vorsichtshalber die Passage aus der Mediathek, in der Wiederholung lief die Show verkürzt. Erdogan forderte eine Strafe, die Bundesregierung gab den Fall zur Ermittlung frei. Böhmermann zog sich einige Wochen zurück. Am Ende siegte dennoch die Satirefreiheit. Zumal viele Kritiker schlicht den Kontext des Gedichtes ausblendeten. Dass Böhmermann Aufsehen erregen wird, ahnte er wohl, dass das Aufsehen so groß wird – inklusive Berichte in “Tagesschau” und Co., das ahnte er sicher nicht.

Aber zwischendurch waren die Deutschen sowieso mit, ähm, wichtigeren Dingen beschäftigt: dass sich Sarah und Pietro getrennt haben. Weshalb RTL II das auch ordentlich ausschlachtete. Dass Babette von Kienlin (Einstmann) zum zweiten Mal in ihrer ZDF-”Drehscheibe” zusammengebrochen ist. Dass irgendwo irgendwelche Horrorclowns aufgetreten sind.
Oder dass sich Til Schweiger unfassbar toll findet. Sein Nick Tschiller im “Tatort” sei der beste Krimi, der je im Fernsehen lief, und jeder Kritiker habe keine Ahnung, so schrieb er auf Facebook. Von Fernsehgeschichte war da die Rede. Nun ja.

Einer hat keine Lust mehr auf den Zirkus: Im Herbst hing Tobias Schlegl seinen Fernsehjob an den Nagel – um sich zum Notfallsanitäter umschulen zu lassen.
Auch Jürgen Domian will nicht mehr – jedenfalls nicht Nacht für Nacht im 1LIVE-Studio sitzen. Nach 22 Jahren endet seine Call-in-Show “Domian”. Sie wird schwerstens vermisst.

Viele werden am Ende des Jahres vermisst. Sehr viele Promis – sehr viele Musiker sind 2016 gestorben.
George Michael ist tot, ebenso Prince und David Bowie. Leonard Cohen und Roger Cicero. Achim Mentzel und Ekki Göpelt. Außerdem “Trio”-Schlagzeuger Peter Behrens und Manfred Durban von den Flippers. Der Publizist Roger Willemsen, die Politiker Guido Westerwelle, Hans-Dietrich Genscher, Lothar Späth, Peter Hintze, Jutta Limbach, Hildegard Hamm-Brücher, Henning Voscherau und Walter Scheel. In Kuba Fidel Castro. Der Produzent Wolfgang Rademann. Die Schauspieler Götz George, Manfred Krug, Uwe Friedrichsen, Alan Rickman, Bud Spencer, Maja Maranow, Gisela May, Hans Korte, Hilmar Thate, Karl-Heinz von Hassel und Peter Lustig. Die Moderatorinnen Erika Berger und Miriam Pielhau, die Journalisten Günter-Peter Ploog und Jana Thiel, Tamme Hanken, Schriftsteller Umberto Eco, Synchronsprecher Arne Elsholtz, Comiczeichner Lothar Draeger, DDR-Regimefrau Morgot Honecker und der Boxer Muhammad Ali.

Drei Fernsehsender haben sich auch verabschiedet: Der Social-Media-Sender joiz ist erst verkauft worden, dann ging er in Insolvenz, das Studio ließ der Besitzer schon mal ausräumen – ein Musiksender sollte daraus werden. Am Ende zog man den Stecker. einsplus und zdf.kultur gibt es auch nicht mehr. Dafür aber das ARD/ZDF-Jugendangebot Funk – allerdings nur im Internet.
Und was ist mit Servus TV? Erst ließ Besitzer und Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz verkünden, er mache den Sender zum Jahresende dicht. Zu Hohe Kosten. Und von der Gründung eines Betriebsrates war die Rede. Nur einen Tag später hieß es: Es geht doch weiter. Und dann: Servus TV beendet die Ausstrahlung in Deutschland. Und dann: doch nicht, alles geht weiter. Ein Hü und Hott.

Was war sonst so?
Der Deutsche Fernsehpreis ist nun eine rumpelige Gala in den Düsseldorfer Rheinterrassen. Eine öde Party.
Harald Schmidt ist auch noch da – in grausamen Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen – und auf dem Traumschiff.
Weibliche Fußball-Kommentatorinnen wollen einige deutsche Männer nicht haben: Als Claudia Neumann im ZDF ein Herren-EM-Spiel kommentiert, wird im Internet fies gepöbelt. Wo doch angeblich nur Asylbewerber nicht gut mit ihren Frauen umgehen. Wobei, sorry, im Fußball gelten natürlich andere Regeln.
RTL hat einen neuen Ableger: RTLplus. Noch mehr Sendeflächen für Gerichtsshow-Resterampen.
Daniela Katzenberger und Lucas Cordalis teilen ihr Leben mit den RTL-II-Zuschauern: Hochzeit und Heiligabend live. Puh.
Auch puh, aber anders: Als Jörg Draeger, Frederic Meißner, Björn-Hergen Schmipf und Harry Wijnvoord den Jakobsweg liefen, entstand daraus die 12-teilige Dokureihe “OGOT” bei Tele 5. Slow-TV vom feinsten. Ein kleines TV-Highlight.
Sehr sehenswert war auch “Terror – Ihr Urteil”. Der Film bestand nur aus einer Gerichtsverhandlung um den Abschluss eines Flugzeuges, das von Terroristen entführt worden ist, und am Ende konnte das Fernsehvolk abstimmen. Ein spannendes Experiment, und immerhin ist das auch einen Tag diskutiert worden.
Olympia in Rio. Das letzte Mal bei ARD und ZDF – nun übernimmt Eurosport.
Als an einem Sonntag morgens um kurz vor halb 7 im ZDF der Horrorfilm “Halloween – Nacht des Grauens” statt Kinderfernsehen läuft, fragen ein paar Leute via Twitter mal nach. Erst da fällt den ZDF-Leuten was auf. Ups.

Da ist man schon mal aufgeregt. Und bei all dem Neuen blickt sowieso keiner mehr durch. Deshalb kommen nun auch viele Sendungen von damals wieder. Für die guten Gefühle. Oder so. Das “Glücksrad” ist wieder da. “Herzblatt”, das “Familien-Duell”, “Jeopardy!”, “Ruck Zuck”, “Akte X”, “Der heiße Stuhl” und – da haben wir ja wirklich drauf gewartet: “Tutti Frutti”.
Mal sehen, wer oder was 2017 alles zurückkommt. Und ob wir uns alle ein bisschen abregen. So ganz allgemein.
Guten Rutsch.

RTelenovela

Last Christmas

Montag, den 26. Dezember 2016
Tags: , , ,

“Last Christmas” gehört zu den nervigsten Radio-Weihnachtsmusiken. Das sagen sehr viele Leute. Und irgendwie ist was dran, auch wenn ich ihn dann doch immer mal gerne höre.
Auf radioeins vom rbb wird der Song genau einmal im Jahr gespielt. Das ist so etwas Besonderes, dass das sogar lange vorher angekündigt wird: Heiligabend um 14.06 Uhr – zu Beginn der “Krippenshow”.
Am ersten Feiertag waren wir am Abend im Weihnachtskabarett: Im Distel-Studio in Berlin lautete das Motto “Der Zweck heiligt den Abend”. Dort gab es auch eine Passage, in der sich der Bühnenpianist darüber beschwerte, dass ständig “Last Christmas” im Radio laufe, und dass ein Bandname wie “Wham!” ja sehr merkwürdig sei. “Last Christmas” stehe für oberflächlichen Kommerz.

In der Nacht wurde dann bekannt: George Michael ist tot. Und George Michael war Sänger bei “Wham!”. Es war sein “Last Christmas”, und dass ausgerechnet er zu Weihnachten stirbt – mit nur 53! – ist quasi der Tiefpunkt in einem Jahr, in dem so viele bekannten Menschen – auch in jungem Alter – verstorben sind.

RT im Kino

Florence Foster Jenkins

Mittwoch, den 14. Dezember 2016
Tags:

Das typische Castingshow-Phänomen: Da kommt jemand und beginnt zu singen, und der Kandidat ist wahnsinnig mies. Und bekommt das von Dieter Bohlen auch so gesagt. Aber der Kandidat denkt, er singe unfassbar gut. auch weil man ihm das immer so gesagt hat, und nun ist er total entsetzt, dass er angeblich schlecht sein soll. Und hält Dieter Bohlen für unfähig – nicht sich selbst.
So eine war wohl Florence Foster Jenkins.

New York, 1944: Florence (Meryl Streep) entdeckt das Singen für sich, und sie beschließt, damit aufzutreten. Wenn sie singt, klingt das ganz furchtbar, aber niemand wagt ihr das zu sagen. Im Gegenteil: Ihr Mann St Clair (Hugh Grant) unterstützt sie in ihrem Vorhaben. Und überhört scheinbar, dass ihr Stimme… nun ja. Oder steht einfach aus Liebe hinter ihr. Der junge Pianist Cosme McMoon (Simon Helberg) soll Florence unterstützen, aber er zweifelt: Ist es sinnvoll, die Frau auftreten zu lassen – und dann auch noch in der berühmten Carnegie Hall?

“Florence Foster Jenkins” erzählt die wahre Geschichte einer Frau, die sich einen Traum erfüllen will. Und scheinbar in einer Blase lebt. Sie hört ihre Stimme auf wunderbare Weise – aber eben nur sie.
Der Film von Stephen Frears ist ein sehenswertes Biopic, das zwar ohne große Überraschungen auskommt, aber durch die schauspielerischen Leistungen auffällt. Da ist natürlich Meryl Streep, sie spielt toll und singt herrlich falsch. Wenn sie loslegt, dann ist das ebenso lustig wie schlimm – für die Ohren. Großartig ist aber auch Simon Helberg. Mit hervorragender Mimik und Gestik spielt er den jungen Pianisten zwischen Belustigung, Entsetzen und Zweifel.
Letztere kommen tatsächlich auf, da man sich als Zuschauer natürlich fragt, warum man Florence auf die Bühne lässt, obwohl man weiß, dass es nicht gut ist. Aber ihr Mann hat während des Films eine Antwort darauf.
Dieses Biopic ist ein Musikfilm, über den man ausnahmsweise sagen kann: Die Musik ist gruselig. Der Film nicht.

Florence Foster Jenkins
USA 2016, Regie: Stephen Frears
Constantinfilm, 110 Minuten, ab 0
7/10

RTZapper

Justin Bieber feat. Mariah Carey: All I want for Christmas is you

Mittwoch, den 14. Dezember 2016
Tags: ,

MO 12.12.2016 | 4.08 Uhr (Di.) | MTV

Mariah Carey singt “All I want for Christmas is you”. Ein junger Weihnachtssong-Klassiker. In der Nacht zum Dienstag lief der Videoclip auf MTV. Aber irgendwas war anders: Denn immer wieder lief Justin Bieber durchs Bild und durfte ab und zu auch mal singen.
Niedlich.

Eigentlich dachte ich, der Clip ist neu, und das Bieberchen musste sich irgendwie bei Mariah einkratzen, um bei der breiten Masse mal wieder einen Hit zu landen – und nicht nur bei den jungen Mädchen.
Aber es ist alles ganz anders: Der Clip ist schon von 2011. Und nicht Justin musste sich einkratzen, sondern Mariah.
Mariah Carey ist nur featuring. Der Song ist eigentlich von Justin Bieber und Mariah Carey nur Beiwerk.
Dabei dominiert Careys Gesang auch weiterhin diesen eigentlich tollen Song, und Justin ist das Beiwerk. Aber vermutlich dachten sich damals die jungen Bieber-Fans: Wer ist denn die alte Tante da im Videoclip? Aber da hat Frau Carey sicherlich locker drüber gestanden…