RTZapper

Laing: Nieselregen

Donnerstag, den 29. März 2018
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MI 28.03.2018 | 13.13 Uhr | radioeins

“Morgens immer müde” heißt der erfolgreichste Song der Band Laing. Damit schafften es die drei Frauen bis auf Platz 9 der Singlecharts. “Electric Ladysound” ist es, was sie machen. Also, sagen sie zumindest selbst.
Ist vielleicht ein Klischee, und wenn es das ist, dann wollen sie es offenbar jetzt durchbrechen.

Auf radioeins läuft momentan der Song “Nieselregen” immer wieder im Programm. Am Mittwochmittag zum Beispiel. Und immer denkt man: Wer ist dieser Typ, er da singt? Deshalb scheint die jeweiligen Moderatoren sich auch immer bemüßigt zu fühlen, Aufklärungsarbeit zu betreiben. Es handelt sich um Laing – aber wo ist der Ladysound hin? Die Stimme der Sängerin muss wohl verfremdet worden sein, so wird dann immer orakelt.

Irgendwie ist das natürlich ein interessanter Clou. Auch deshalb, weil es momentan die Debatte darüber gibt, dass Frauen es in den Musikrotationen der Radiosender schwerer haben als Männer. Vielleicht mogelt sich dieser Laing-Song bei einigen Musikredakteuren durch. Hoffentlich bekommen die keinen Schreck, wenn beim nächsten Song plötzlich wieder eine Frau trällert.

RTZapper

Heimlich! Die große Schlager-Überraschung

Sonntag, den 18. März 2018
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SA 17.03.2018 | 20.15 Uhr | Das Erste

Hui, da waren wir aber mal richtig aufgeregt. Hatte uns doch Das Erste für Sonnabendabend eine große Überraschung angekündigt. “Heimlich!”, hieß die Show, moderiert von Florian Silbereisen. Nichts verraten dürfte er, sagte er vorab – und so blieb scheinbar völlig im Dunkeln, was sich denn hinter dieser total heimlich geplanten Sendung verbirgt.
Die Lösung: eine eigentlich ziemlich reguläre Schlagershow mit den üblichen Verdächtigen – von Beatrice Egli über Roland Kaiser, Klubbb3 bis hin zu Michelle und Helene Fischer.

Und immer waberte dieser Hinweis durch das erstaunlich kleine Münchner Fernsehstudio: Bald komme die große Schlager-Überraschung!
Man könnte sagen, dass uns die ARD ein bisschen (sehr) angeschwindelt hat.

Was sonst noch geschah: Irgendwer konnte Lena Valeitis dazu überreden, ihren Hit “Johnny Blue” zu verhunzen – sie sang ihren Song als Trio mit Simone und Charly Brunner. Wobei letzterer wohl eher Brummer heißen möchte, denn entweder brummt und säuselt er kaum verständlich seine Texte oder brummt seine Melodien kaum hörbar. Arme Lena Valeitis.
Oli P. sang mal wieder seinen 20 Jahre alten Hit von den Flugzeugen in seinem Bauch und – ja, Überraschung! – durfte dann mit seinem Idol David Hasselhoff “Looking for Freedom” im Duell singen.
Michelle überraschte mit einem fast fertigen neuen Album und der Frage, ob sie denn aus diesem Anlass mit einem neuen Outfit überrascht. Die Antwort: nein.

Mitunter erstaunlich trutschig kam diese “Heimlich!”-Show daher. Da sind wir von den neuen, modernen Silbereisen-Festen anderes gewöhnt. da wirkte diese Heimlichtuerei im Nachhinein schon lächerlich. Da wurde dann zu Helene Fischer backstage geschaltet, wo angeblich Leute an einem Tisch saßen und noch an der Überraschung arbeiteten. Jaaa, natüüürlich!
Die Schlager-Überraschung bestand dann darin, dass Schlagertexter Jean Frankfurter von seiner eigenen Geburtstagsfeier weggeholt und per Bus nach München gebracht wurde. Er hat, so heißt es, das Leben von Helene Fischer maßgeblich verändert mit den Liedern, die er für sie komponiert habe. Deshalb trällerte Helene Fischer dann ein Medley, das Frankfurter scheinbar über sich ergehen ließ. Er wirkte, als hätte er lieber weiter ein Weinchen mit seinen Freunden getrunken.

Halten wir fest: Das Erste hat uns eine Show versprochen, die komplett überraschend sein sollte. Bekommen haben wir ein herkömmliches Schlagerfest, bei dem wir drei Stunden auf die ach so aufregende Überraschung warten mussten, die eigemntlich auch wieder nur Helene Fischer ins Licht gerückt hat.
Bisschen wenig für eine Show, für die alles so total geheim sein sollte.

RTelenovela

Traumtagebuch (138): Schulte hat keinen Bock mehr

Donnerstag, den 15. März 2018
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(137) -> 22.10.2017

Es ist der große Abend. Eurovision Song Contest. Aber irgendwie hält sich mein Interesse in Grenzen. Ich schaue die große Show nur nebenbei, vieles bekomme ich gar nicht mit.
Bis Michael Schulte dran ist, der Vertreter für Deutschland. Da werde ich aufmerksam. Er singt “You let me walk alone”. Das heißt, eigentlich sollte er das Lied singen. Stattdessen murmelt er ein bisschen Sprechgesang, und irgendwann bricht er ab und sagt: “Ach, fuck you.” Und geht.

Die Show geht weiter, als ob nichts passiert ist.
Als die Punktevergabe beginnt, bekommen wir vom ersten Land 10 Punkte. Das zweite Land gibt sogar 12 Punkte.
Und dann wache ich auf.

*

Hintergrund: Am Abend davor sah ich einen Auftritt von Michael Schulte bei der “Pierre M. Krause Show” im SWR. Er sang eine langsamere Unplugged-Version seines ESC-Songs, und irgendwie klang der nicht so doll.

KeineWochenShow

#60 – Wir haben heute leider keinen Spargel für dich

Montag, den 26. Februar 2018
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Manchmal ist man einfach übersensibel. Wir haben ja schon öfter mal ganze Sendungen neu aufnehmen müssen, weil der Kameraakku versagt hatte und wir das leider nicht erkennen – aufgrund eines fehlenden Lämpchens. Deshalb genügte ein leises Knacken, und schon laufe ich zur Kamera, um zu checken, ob sie noch läuft.
Aber ein bisschen Bewegung tut ja ganz gut.

In Ausgabe 60 geht es um die “Bild”, die unbedingt ihre “SPD zerfleischt sich”-Story haben wollten und denen völlig wurscht war, ob die Geschichte stimmte. Sie stimmte nicht, die “Bild” wurde von der Satirezeitschrift “Titanic” reingelegt. Findet man bei der “Bild” total doof, und Satire sei das ja auch nicht. Wahrscheinlich genau so wenig wie die “Bild”-Aktion, wie ein Hund als SPD-Mitglied angemeldet worden ist. Das war natürlich was ganz anderes.

Außerdem sprechen wir über den deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest. Für das Lied von Michael Schulte müssen wir uns immerhin nicht schämen, es ist sogar ganz gut.
Ihr erfahrt aber auch, warum es in dieser Ausgabe kein Spargelbier gibt und was da auf einer Oranienburger Messe passiert ist.
All das in #60 von “KeineWochenShow” auf YouTube.

RTZapper

Eurovision Song Contest 2018 – Unser Lied für Lissabon

Freitag, den 23. Februar 2018
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DO 22.02.2018 | 20.15 Uhr | Das Erste

Nachdem es in den vergangenen Jahren für Deutschland beim Eurovision Song Contest, nun ja, nicht so doll lief, sollte in diesem Jahr alles anders werden. Ganz anders, und vielleicht sogar ja auch erfolgreich – also wenigstens einen vorvorletzten Platz.
Dafür hatte sich der hierzulande verantwortliche NDR ordentlich ins Zeug gelegt sich sich eine Jury, bestehend aus Fans und Experten zusammengesucht. Scheinbar hatten diese ganzen zusammengesuchten Leute einen Einfluss darauf, welche Künstler am deutschen Vorentscheid für den 2018er-Contest in Lissabon teilnehmen dürfen.

Nun haben eigentlich nur noch richtig gute Songs gefehlt. Daran hat es in den vergangenen Jahren gehapert, und auch 2018 sah es nicht sehr viel besser aus. Es kommt nicht nur auf den Künstler an, sondern vor allem auf den Song und natürlich auch auf die Performance.
An letzterem sind die Jungs vom voXXclub gescheitert. Fünf Männer singen “I moag di so” – wo man natürlich gleich mal fragen muss, wer von den fünfen “ich” ist. Zudem scheint voXXclub keine gute Liveband zu sein. Der Gesang war nicht perfekt, und überhaupt mit den fünf Stimmen viel zu überladen. Dazu die Hampelchorografie, die zu durcheinander schien. Eigentlich schade, denn warum sollte man nicht mal mit volkstümlichen Schlager zum ESC reisen? Dazu hätte er aber besser gemacht sein müssen.
Mit “Jonah” hatte Xavier Darcy eine nicht mehr als nette Nummer im Programm. Völlig daneben war allerdings die Dame, die zur Ballade auf dem Flügel völlig übertriebene Turnübungen machte, die wirkten wie ein epileptischer Anfall.
Ivy Quainoo und ihr Song “House On Fire” kamen leider nie aus dem Knick und plätscherte langweilig vor sich hin. Ebenso Natia Todua und “My own Way”, wobei die Sängerin allerdings auch den Preis fürs grässlichste Outfit bekommen sollte.

Michael Schulte singt stattdessen unser Lied für Lissabon: “You Let Me Walk Alone” ist eine schöne – wenn auch ebenfalls ausbaufähige – Ballade. Der junge blondlockige Mann ist bislang nur durch seinen Youtube-Kanal bekannt und könnte damit seinen Durchbruch feiern. Ob wir mit diesem Song eine Siegchance haben, darf bezweifelt werden, aber immerhin braucht man sich mit diesem Act nicht verstecken, und wenn wir nicht Letzter oder Vorletzter werden ist das ja auch schon was.
Glücklicherweise waren sich die beiden Jurys und die deutschen Zuschauer beim Siegersong total einig. Nicht auszudenken, wie groß das Geschrei gewesen wäre, wenn das Publikum völlig anders als die Jurys abgestimmt hätten.

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Bravo Hits 100 – Der Countdown

Montag, den 19. Februar 2018
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SA 17.02.2018 | 23.30 Uhr | RTL

Die “Bravo” ist so gut wie tot, und eigentlich sind CDs auch schon total out. Um so erstaunlicher ist es, dass die Compilation “Bravo Hits” nun zum 100. Mal erschienen ist. Die scheint sich – obwohl die Jugendlichen ja inzwischen alles streamen – immer noch gut genug zu verkaufen, als dass sie weiterhin zusammengestellt und rausgebracht wird.

Bei RTL fanden sie das so toll, dass sie den “Bravo Hits” eine eigene Sendung geschenkt haben. Und weil sie sich dachten, dass das die Leute sicher interessieren wird, lief die Sendung im Nachtprogramm – um 23.30 Uhr.
Dass sie nicht als Dauerwerbesendung durchgegangen ist, ist erstaunlich. Denn “Bravo Hits 100 – Der Countdown” war nichts anderes als Reklame für die CD. Schließlich sind die ersten 20 der 100 Hits auch Bestandteil der 100. Compilation.
Sogar einen Spot für die CDs gab es – nach dem eigentlichen Werbeblock. vermutlich deshalb, weil die CDs von RTL präsentiert werden. So wurde es zumindest im Spot gesagt. Auf der CD selbst ist ProSieben als Fernsehpartner angegeben.

Die Plätze 1-20 sind reichlich unspektakulär geworden. Gewonnen hat “… Baby one more Time” von Britney Spears hat gewonnen. Wenn das der tollste Song auf 100 “Bravo Hits”-Ausgaben ist – dann ist diese Reihe wohl eher nichts wert.

KeineWochenShow

#59 – Viel zu alt für diese Hits!

Sonntag, den 18. Februar 2018
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Wir hatten das ja schon lange nicht mehr: Dass die Kamera batterietechnisch mitten in der Sendungsaufzeichnung aus ging. Diesmal lag aber was in der Luft, da schon vorher irgendwas nicht mit der Batterie stimmte.
Und gerade als ich das zweite Mal checkte, ob denn die Kamera noch lief – da schaltete sie sich gerade aus. Wir mussten also zum Glück nichts doppelt aufzeichnen.

Natürlich sprechen wir über #FreeDeniz, denn der Journalist Deniz Yücel ist aus der türkischen Haft entlassen worden. Natürlich darf die aktuelle SPD-Krise nicht unbesprochen bleiben. Und die Olympischen Spiele.
Außerdem ist in dieser Woche die 100. “Bravo-Hits” erschienen, und wir schauen mal nach, was da eigentlich alles drauf ist – und wir fragen uns, wer so was eigentlich noch kauft.
Zum 40. Geburtstag von Oliver Pocher darf da natürlich nicht unerwähnt bleiben – in #59 von “KeineWochenShow” auf YouTube.