RT im Kino

Whiplash

Samstag, den 25. Juli 2015
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Andrew Neiman (Miles Teller) ist erst 19 und er spielt Schlagzeug. Und wie! So gut, dass Terence Fletcher (J.K. Simmons) auf ihn aufmerksam wird. Fletcher ist Musiklehrer und der Leiter einer Band auf dem Musikkonservatorium.
Andrew ist geehrt, aber schnell merkt er: Das wird kein Zuckerschlecken. Denn Fletcher ist ein Tyrann. Er quält seine Schüler, er will immer, immer das Beste aus seinen Jungs rausholen. Mit den härtesten Methoden.

“Whiplash” ist nicht nur der Name des Films, so heißt auch ein Song, den die Band immer wieder spielen muss. Mit dem die jungen Musiker geradezu malträtiert werden.
Regisseur Damien Chazelle erzählt von der Leidenschaft und vom Talent eines jungen Mannes, davon wie sich Andrew quält, wie er geqüält wird, aber auch davon, wie er fürs Schlagzeugspielen brennt.
“Whiplash” ist ein packender, überaus faszinierender Film. Miles Teller spielt den jungen, leidenschaftlichen Schlagzeuger sehr überzeugend. Als Zuschauer fühlt man mit, leidet man mit. Hinzu kommen hervorragend in Szene gesetzte Band-Sequenzen mit einem fanatastischen Höhepunkt am Ende, der für echte Gänsehaut sorgt.
Völlig zurecht war “Whiplash” ein Oscar-Kandidat.

Whiplash
USA 2013, Regie: Damien Chazelle
Sony, 107 Minuten, ab 12
9/10

RTelenovela

Countdown: Open Stage – 3. August

Freitag, den 17. Juli 2015
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Heute mal wieder Werbung in eigener Sache. Am Montag, 3. August 2015, moderiere ich die 8. Open Stage im AckerBurger. Los geht’s um 19 Uhr in dem kleinen Bistro im Kremmener Scheunenviertel.

Was mich dort genau erwartet, weiß ich allerdings selbst wie immer noch gar nicht so genau. Aber das ist ja auch der Sinn einer “offenen Bühne”, die viermal im Jahr stattfindet. Musiker aus der Region haben sich jedenfalls schon gemeldet – das weiß ich immerhin doch schon – und wollen auf die kleine AckerBurgerBühne, um zu zeigen, was sie drauf haben.

Es handelt sich um unsere Sommer-Edition. Vielleicht ist ja das Wetter gut genug, dass wir auch draußen ein bisschen was machen können.
Ich bin gespannt!
Kommt doch auch vorbei! Der Eintritt kostet nix, aber vorbestellen müsstet ihr unter 0172/9086131.

RTZapper

Hurricane 2015: Madsen

Montag, den 13. Juli 2015
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SA 11.07.2015 | 3.00 Uhr (So.) | zdf.kultur

Eines vorweg: Ich mag Madsen. Ich mag viele der Songs. Ich gröle auch mal mit, wenn es um die (bitte jetzt brüllen!) “PERFEKTION” geht.
Erstaunlich ist es trotzdem, dass die Band so erfolgreich ist. Denn singen können die Jungs nun wirklich nicht.

Auf zdf.kultur lief in der Nacht zu Sonntag das Madsen-Konzert vom Hurricane-Festival 2015, und manchmal musste man als Zuschauer den Toleranzpegel doch schon sehr hoch drehen. Da nimmt sich einer der Madsen-Brüder das Mikro und singt irgendwas rein. Gut, viellecht war er heiser. Aber er hat nicht im entferntesten irgendeinen Ton getroffen.
So dramatisch war es nicht die ganze Stunde, die das Konzert lief. So richtige Talente sind die Jungs aber wirklich nicht. Direkt danach lief noch ein Mitschnitt des Auftritts von George Ezra, der nun wirklich eine Stimme hat. Da fragt man sich dann doch, wieso manche Bands es schaffen und andere, bei denen ein Gesangstalent wirklich vorhanden ist, nie den Durchbruch schaffen.

Zufall vielleicht. Sehr viel Glück. Aber wie auch immer: Gut, dass es Madsen gibt.

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Disney in Concert

Sonntag, den 12. Juli 2015
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SA 11.07.2015 | Berlin, Waldbühne

“Der ewige Kreis” – da bekomme ich eine Gänsehaut. Der Song stammt aus dem Disney-Zeichentrickfilm “Der König der Löwen”. Ich halte ihn für einen der besten Disney-Songs. Gerade auch in der ursprünglichen deutschen Fassung von Jocelyn B. Smith. Er war am Sonnabend auch der Höhepunkt von “Disney in Concert” in der Berliner Waldbühne.
Zwei Stunden lang spielte das Deutsche Symphonie-Orchester Berln die größten Hits aus den Disney-Filmen.
Und da gibt es ja wirklich viele. Gut 16.000 Menschen wollten sich das nicht entgehen lassen. Songs aus “Cinderella”, “Pocahontas”, “Die Schöne und das Biest” und vielen anderen Disney-Hits spielte das Orchester – unterstützt von mehreren Sängern. Darunter waren Annett Louisan und Michael Patrick Kelly – früher bekannt als “Paddy”. Steven Gätjen moderierte.

Das war ganz schön. Das hatte gute Momente. Insbesondere die Löwenkönigsongs kamen gut.
“Ganz schön” ist aber eben nicht sehr gut. Denn die Organisatoren haben das ganz große Potenzial, das die Show eigentlich geboten hat, nicht genutzt.
Die Sänger standen irgendwie immer nur vor dem Orchester rum, waren kaum zu erkennen. Eine “Vorbühne” gab es nicht. Dort hätte man die Solisten aber sehr viel besser in Szene setzen können. Vielleicht hätte man noch ein paar Tänzer (Disneyfiguren) ranholen können.
Irgendwo habe ich was von einem Licht- und Farbspektakel gelesen. Das gab es schon deshalb nicht, weil das Konzert im Hellen stattfand. Allerdings liefen auf Leinwänden zu den Songs passende Filmausschnitte. Erstaunlicherweise fand Disney selbst auf dem Gelände nicht statt. Kein Stand mit Merchandise-Kram (viele Leute hätten sicherlich irgendwas fürs Konzert gekauft – “Micky Maus”-Ohren zum Beispiel), keine Wimpel, nichts, was schmucktechnisch an Disney erinnerte.

Auch bei den Songs hatte man nicht immer ein glückliches Händchen. Bei “Arielle, die Meerjungfrau” sang man die neubetexteten Lieder. Aus “Ein Mensch zu sein” wurde “In deiner Welt”. Das sorgte bei den Älteren für Irritationen – denn bei Disney hatte man irgendwann den bekloppten Plan, den Filmen komplett neu zu synchronisieren und zu betexten.
Am Ende sollte das Publikum mitsingen. “Diese Welt ist klein, so klein” kannte nur leider kaum jemand. “Lass jetzt los” aus “Die Eiskönigin” ist zwar ein fantastischer Song, aber nicht dazu geeignet, dass da 16.000 mitsingen. Da hätte eher “Probier’s mal mit Gemütlichkeit” zum Einsatz kommen können.

So war “Disney in Concert” am Ende ein ganz schöner, sehr entspannter Abend. Aber so ganz ist der Funke im Großen und Ganzen dann doch nicht übergesprungen.

RTelenovela

Vor 20 Jahren (112): Parade der Liebe

Mittwoch, den 8. Juli 2015
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(111) -> 2.7.2015

Sonnabend, 8. Juli 1995.
Menschen, so weit das Auge reicht. Alle sind sie gut gelaunt und warten darauf, dass endlich der erste Wagen ankommt.
Ich stehe direkt an der Berliner Gedächtniskirche und habe einen guten Blick auf den Kurfürstendamm. Ich bin auf meiner ersten Love Parade.

1989 starteten ein paar Leute eine damals noch sehr kleine Love Parade. 1995, zur 7. Auflage, waren es wohl schon rund eine halbe Million. Motto: “Peace on Earth”.
Irgendwann rollten dann auch endlich die Wagen an uns vorbei. Auf dem einen wurde Techno gespielt, auf dem nächsten gab es brasilianische Klänge, beim Nächsten harten Housesound, dann Schlager. Und so weiter.
Eine einzige große Feierei. Inklusive Trillerpfeifen und Laternenkletterer. Gute vier Stunden verbrachte ich an der Gedächtniskirche – und mir war klar: Das ist nicht meine letzte Love Parade.

War sie auch nicht. Allerdings die letzte am Ku’damm, 1996 zog sie auf die Straße des 17. Juni um.

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Das große Ronny Wunschkonzert

Sonntag, den 28. Juni 2015
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SA 27.06.2015 | 18.10 Uhr | Deutsches Musik Fernsehen

Videoclips müssen nicht teuer und aufwändig sein. Manchmal reicht es auch, irgendwas zu zeigen. Irgendwas, damit man vermeidet, ein Testbild senden zu müssen.
das Deutsche Musik Fernsehen zeigte am Sonnabend “Das große Ronny Wunschkonzert”. Dazu muss ich sagen, dass ich – ja, ich gestehe – Ronny vorher nicht kannte. Zumal Ronny ja nun auch nicht der Kracher-Künstlername ist, mit dem man sich ins Gedächtnis des Musikinteressierten gräbt.
Aber Ronny war wirklich mal ein Star, in den 60ern hatte er diverse Hits, und daran schien sich beim Deutschen Musik Fernsehen jemand erinnert zu haben.

Nun sind die 60er aber schon ein paar Tage her, und so was wie Videoclips gab es damals noch nicht.
Damit “Das große Ronny Wunschkonzert” keine Radioshow wurde, ist halt selbst etwas zusammengebastelt worden. Zum Song “Hohe Tannen” sind dann eben Tannen in einem Wald gezeigt worden. Und Berge. Und Pflanzen vor einem Wald. Sehr idyllisch. Aber auch sehr langweilig – im Grunde wäre ein Testbild wirklich spannender gewesen.

Später kam Ronnys (vermutlich bis Sonnabend längst vergessener) Hitkracher “Es hängt ein Pferdehalfter an der Wand”. Und zu sehen waren: Pferde. Und die Prärie. Und ein Cowboy (Ronny?).
Echtes Fernsehen zum Entschleunigen. Oder Einschlafen…

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ZAPPER VOR ORT: Grönemeyer Live 2015

Montag, den 22. Juni 2015
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SO 21.06.2015 | Berlin, Waldbühne

Bis Anschlag. Um Punkt 23 Uhr endete am Sonntagabend das Berliner Konzert von Herbert Grönemeyer. “Wie spät?”, fragte Herbert seine Crew, und da war klar: Jetzt ist Schluss. Denn nach 23 Uhr muss eine saftige Strafe gezahlt werden, wenn ein Konzert in der Waldbühne nicht zu Ende ist.

165 Minuten lang begeisterte Grönemeyer seine Fans in der ausverkauften – fast hätte man denken können: überausverkauften – Waldbühne. Von den “Flugzeugen im Bauch” über “Land unter”, “Mensch”, “Zeit, dass sich was dreht” oder den aktuellen Hits, war so ziemlich alles dabei, was sich die Fans gewünscht haben. und, das ist ja in der Waldbühne nicht ganz unwichtig, auch das Wetter hat prima mitgespielt.

Was wirklich auffällt: Herbert Grönemeyer ist mehr und mehr ein guter Entertainer. Er steht auf der Bühne, macht Gags, auch gern mal auf seine eigenen Kosten. Er ist locker, wirkt null gehemmt, er scheint sich richtig wohl zu fühlen. Und er ist wach, er bekommt mit, was um ihn herum passiert. Als ein Gast aus dem Publikum gezogen und weggetragen werden muss, fragt er von der Bühne herab: “Alles gut?”. Er bemerkt, dass ganz hinten eine Fangruppe besondere Tanz-Choreografien ausgearbeitet hat. Er sieht auch, was Leute relativ weit hinten machen, ob sie tanzen oder winken. Ihm bleibt nichts verborgen.

Fast drei Stunden – ein unglaubliches Pensum. Anders, als auf diese lockere Weise, kann man das aber auch nicht überstehen. Und dem Publikum hat’s Spaß gemacht.