RTZapper

#Tweetclips: American Idiot

Samstag, den 12. November 2016
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MI 09.11.2016 | 13.00 Uhr | VIVA

VIVA lebt! Da arbeiten offenbar doch noch Menschen. Ich dachte eigentlich, die zwölf Stunden, die VIVA nachts und am Vormittag vor sich hinsendet, kommen weitgehend aus dem Computer. Aber weit gefehlt, wie sich am Mittwoch zeigte.

Es war gute vier Stunden her, dass feststand, dass Donald Trump die US-Wahl gewonnen hat. Da begann am Mittag bei VIVA die Sendung mit den “#Tweetclips”. Und eine Stunde lang ist darin immer wieder derselbe Song gespielt worden: “American Idiot” von Green Day.
Und als sich einige Zuschauer darüber beschwerten, dass der Sender damit ja Partei ergreife, kam die Antwort prompt: VIVA sei ja kein Nachrichtensender, deshalb dürfe man das.
Die “#Tweetclips” dürfen Haltung zeigen, und das muss nicht jedem gefallen.
Gute Aktion!

RTelenovela

Mit Silbermond auf der B96

Dienstag, den 8. November 2016
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Die B96 ist in diesem Jahr so richtig in Mode gekommen. Sie ist ja auch eine besondere Straße. Nicht nur, dass sie durch ganz Oberhavel führt. Die B96 (oder zu DDR-Zeiten: F96) wies uns den Weg an die Ostsee, auf die Insel Rügen.
Ein (eher mäßiges) Buch ist über die Bundesstraße erschienen, und auch die Band Silbermond hat die B96 besungen.

Natürlich ist es ein ganz besonderes Gefühl, wenn der Song im Radio läuft und man gerade tatsächlich auf der B96 unterwegs ist. “Seit 10.000 Jahren zerreißen Menschen sich Mäuler, über alles und jeden. Also alles beim Alten, hier an der B96″, heißt es.
Zwar besingen Silbermond ja eher die B96 im sächsischen Teil, aber auch wenn man gerade in Teschendorf einrollt und nur noch eine Viertelstunde bis Oranienburg braucht, passt das gut. Wer durch das Dorf fährt, sieht sie nämlich auch, die Leute, die da am Rand stehen, und ratschen.

“Und das Herz schlägt ruhig, hier im Hinterwald”, singen die Silbermond-Leute. Zumindest dann, wenn in Teschendorf nicht gerade Stau ist und man fluchend auf die Weiterfahrt hofft.

RTZapper

Schlagerbooom – Das internationale Schlagerfest

Donnerstag, den 27. Oktober 2016
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SA 22.10.2016 | 20.15 Uhr | Das Erste

Ganz ehrlich: Respekt an den mdr! Waren die Feste der Volksmusik im Ersten einst eine betuliche Angelegenheit, ist die Show nach und nach behutsam modernisiert worden. In den vergangenen Jahren verschwand die Volksmusik aus dem Sendungstitel, langsam zog auch die moderne Musik bei Florian Silbereisen ein.
Und jetzt? “Schlagerbooom”! Eine Show, die sich erstaunlich gut sehen lassen kann.

Die Show kam am Sonnabend live aus der Dortmunder Westfalenhalle und wirkte wie ein Megaevent – wie der Eurovision Song Contest. Die Bühne ist wie eine Arena in der Mitte der Halle aufgebaut worden, Kulissen gab es ansonsten kaum.
Das Publikum war sehr gemischt – im Innenraum standen vor allem junge und mittelalte Leute, die ordentlich Party machten.

Helene Fischer feierte nach ihrer Bühnenpause ihr Comeback. Maite Kelly kam und heulte vor Rührung. Howard Carpendale sang seine größten Hits. Zwischendurch hatte Patricia Kaas einen Auftritt, der Volks-Rock-’n'-Roller Andreas Gaballier und natürlich Silbereisens Band Klubbb3.
Es war ein spannendes Potpourri, und zu keinem Zeitpunkt glitt das Ganze wieder in die betuliche Schlagerwelt ab. Vielen Künstlern war deutlich anzusehen, wie sie selbst beeindruckt waren von dieser Kulisse, von dieser Art Popfernsehen zur Primetime, bei dem sie dabei sein durften. Nur eines sollte Pflicht sein: live singen!

Man kann von Florian Silbereisen halten, was man will. Aber er hat es geschafft, den Schlager in Deutschland wieder salonfähig zu machen, ja, man möchte fast sagen: cool. Kein Wunder, dass fast sechs Millionen Leute die weit mehr als dreistündige Show einschalteten, und sogar überdurchschnittlich viele junge Zuschauer dabei waren.
Liebe Verantwortlichen des Musikantenstadls, die die Sendung als Stadlshow ruiniert und in den Müll geworfen haben, weil sie absolut unfähig waren, etwas Gutes mit der Show anzufangen – beim “Schlagerbooom” seht ihr, wie man es richtig macht.

RTelenovela

Jarre

Freitag, den 21. Oktober 2016
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Am Ende des Konzert ruft ein Künstler oft: “Danke!”
Im Fall von Jean Michel Jarre müsste ich eigentlich zurückrufen: “Gleichfalls!”

Am Donnerstagabend erlebte ich den Pionier der elektronischen Musik in der Berliner Mercedes-Benz-Arena. Das Konzert war sehens- und hörenswert, wenn auch bei weitem nicht das Konzert des Jahres. Das liegt natürlich daran, dass bei weitgehend instrumentaler Musik ja nicht viel mehr passieren kann, als dass der Musiker vorne an seinen Reglern steht.
Und für mehr als 70 Euro in der bei weitem nicht günstigsten Preiskategorie hätte ich mir schon gewünscht, dass man das mit Sounds und Effekten wettmachen kann.
Leider konnte Jarre das nicht einlösen. Die Musik kam eindimensional von vorn. Die Lichtshow war okay, aber wirklich nicht phänomenal. So war es auch schwierig, in der bestuhlten Arena das Publikum aus der Reserve zu bringen. Es gelang ihm, aber erst im letzten Drittel.
Na ja, was soll’s. In dem Fall zählte: Ich habe ihn mal live erlebt, und die Musik ist ja auch wirklich toll.

Ich höre Jarre schon sehr lange. Ob ich ihn schon vor der Wende kannte, kann ich leider nicht mehr sagen. Auf elektronische Musik stand ich aber schon immer. Schon in der Kinderbibliothek zu DDR-Zeiten liebte ich die Kassette mit einem Album von “Pond”. Den Song “Planetenwind” mochte ich besonders gern.
So stieß ich dann auch auch Jean Michel Jarre und “Oxygen”. Das Album ist schon 40 Jahre alt. Viele der Songs begleiten mich und mein Leben in verschiedensten Situationen. Klar, dass 1993, als ich endlich auf CD umsteigen konnte, ich dann auch Jarre-CDs kaufte.
Es dauerte nun also etwas mehr als ein Vierteljahrhundert bis zum Live-Erlebnis. Aber besser spät als nie.

aRTikel

HipHop für die breite Masse

Dienstag, den 18. Oktober 2016
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Mundfasching aus Hennigsdorf wagen mit ihrer Musik den Stilbruch: Ihre Songs gibt es ab sofort als Downloads

MAZ Oberhavel, 18.10.2016

Hennigsdorf.
Beim Namen „Mundfasching“ denken viele gleich an Drogen. Daran haben sich Daniel Brenneke (29) und Sven Schneider (27) gewöhnt. Dabei hat die Musik der beiden Hennigsdorfer mit Drogen überhaupt nichts zu tun. Vielmehr geht es dann doch um den klassischen Fasching – um das Verkleiden. Das sieht man auch in ihren Musikvideos, die man sich auf Youtube ansehen kann.
„Wir versuchen, pro Track in die neue Rolle zu schlüpfen“, sagt Sven Schneider. „Wir verkleiden uns nicht nur visuell, sondern auch verbal.“ In einem der Songs, „Nitro“, geht es um einen Jugendlichen, der keine Perspektive hat und für sich auch keine sieht. Das heißt: Sie schlüpfen in seine Rolle. Im Lied und im Video. In „Macho“ begeben sie sich in die Rolle eines Frauencheckers. „Das ist natürlich überspitzt, wir zeigen, wie Mann es nicht macht.”
Die Botschaft dieser Songs müsse sich jeder selbst herausziehen, sagen die Musiker. „Aber uns geht es immer darum, die Themen eher lustig anzugehen.“ „Stilbruch“ heißt die EP, die Mundfasching gerade herausgebracht hat und die sich jeder im Internet downloaden kann.

Mundfasching geht aus der in Hennigsdorf und darüber hinaus bekannten Gruppenzwang-Clique hervor. „Wir arbeiten da zusammen und pushen uns gegenseitig, eine Künstlerplattform“, sagt Daniel Brenneke. Vor einem Jahr machten Daniel und Sven sich dann gewissermaßen selbstständig.
Mundfasching ist HipHop mit sehr melodischen Elementen. „Wir wollen damit schon die breite Masse erreichen, das ist keine Nische“, sagt Sven Schneider. Er und Daniel Brennecke machen in musikalischer Hinsicht alles zusammen. „Wir hören uns einen Beat an und versuchen, ein Thema zu finden, das dazu passt.“ Meistens gibt es eine Melodie, dann kommt der Refrain und die passenden Parts. „Das sind dann Themen, die man so aufschnappt, oder einer von uns kommt mit einer Idee“, sagt Sven Schneider. „Das ist immer sehr unterschiedlich, aber es sind schon Themen, die uns auch bewegen.“
Bei den Beats suchen sie sich schon mal die Hilfe von DJs aus ganz Deutschland. Dazu stellen sie ihre Ideen in entsprechende Internetforen. „DJs melden sich dann bei uns oder wir schreiben Leute an“, erzählt Sven.

Die beiden investieren viel Zeit in ihr Hobby. Die Aufnahmen finden in einem Studio in Berlin-Lichtenberg statt, die Videos entstehen in Eigenregie. Alles nebenbei: Daniel ist eigentlich Werkzeugmechaniker, Sven ist Möbelmonteur.
Falls sich in Sachen Karriere etwas ergibt, wären sie durchaus aufgeschlossen. „Wir haben zumindest schon mal probiert, den Grundstein dafür zu legen“, sagt Daniel. Es gibt Pressefotos, Videos – all das könnten sie an Labels schicken. „Wir wissen nur nicht, ob das den Labels reicht – aber wir werden das rausfinden“, sagt Daniel und schmunzelt. Die meiste Resonanz auf ihre Songs haben sie bisher auf Facebook und Youtube.

Jetzt geht es ihnen erst mal darum, Auftritte zu bekommen. Kürzlich waren sie mit ihren Songs in der Hennigsdorfer Escobar. „Szenetechnisch ist ja Hennigsdorf in der Region die Nummer 1“, sagt Sven. Ein Traum aber wäre es für die beiden, mal beim Splash-Festival aufzutreten. Oder in der Berliner Columbiahalle.

Mundfasching im Internet, auf Facebook und bei Youtube.

RTelenovela

Überraschungsevent (5): Hildegard statt Max

Sonntag, den 16. Oktober 2016
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(4) -> 21.8.2016

Der Startschuss fiel im April: Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. In diesem Monat durfte ich das Event planen, im November ist sie dran.
Doch dieses Event machte es uns schwerer als sonst.

Max Giesinger habe ich im Frühjahr schon in der SWR-Late-Night-Show von Pierre M. Krause gesehen und für gut befunden. Das Überraschungsevent für Oktober war gebongt – Konzert im Privatclub in Berlin-Kreuzberg. Ein junger Sänger, der noch relativ unbekannt war. Das änderte sich mit der Fußball-EM und dem “80 Millionen”-Song, der für die EM extra textlich angepasst worden ist.
Ich hatte schon Angst, dass das Event vom kuscheligen, kleinen Privatclub in eine große Halle verlegt wird. Zum Glück nicht.
Am Freitag aber kam die Nachricht, dass das Konzert ausfällt und auf kurz vor Weihnachten verschoben wird. Max ist krank. Das Überraschungsevent fiel also überraschenderweise aus.

Nun begann ich im Netz zu wühlen, auf der Suche nach Ersatz. Kino? Theater? Konzert? Zur Not hätten wir auch zum Festival of Lights gehen können.
Aber ich fand einen Hildegard-Knef-Abend im Café Tasso an der Frankfurter Allee in Berlin-Friedrichshain. Hildegard Knef fand ich immer toll. Erstaunlicherweise war der Eintritt frei, nur um Spenden wurde gebeten. Was zur Frage führte, wie voll es werden würde.
Aber zur Not blieben ja noch die Lichter und das Kino als Ü-Event.

Das Café ist sehr klein, eigentlich ein Antiquariat, wo es alte Bücher gibt. Sehr nett, nur leider machte die Küche um 17 Uhr zu. Was merkwürdig ist, wenn man ein Konzert für 20 Uhr ankündigt. Sicherlich würden einige Gäste noch was essen und so auch Geld dalassen.

Maila Barthel sang Lieder von Hildegard Knef, unterstützt von Frank Augustin am Piano. Es erklangen aber nicht nur ihre teilweise wahnsinnig schönen Lieder, wir erfuhren auch sehr viel aus dem Leben der Sängerin und Schauspielerin.
Ein toller Abend! Schade, dass nur 16 Leute da waren. Andererseits war das dadurch aber auch besonders gemütlich und entspannt.

Und danach hatten wir auch noch Zeit für ein paar Eindrücke vom Festival of Lights. Unsere Stippvisite führte uns in das Areal zwischen Spree und Nikolaiviertel. Auf ein Haus am Wasser sind Naturimpressionen projiziert worden, und auch auf die Fassade der Nikolaikirche sind Lichterszenen geworfen worden. Und überall stehen die Leute, schauen, unterhalten sich leise. Noch so ein entspanntes Event.

RTZapper

Freundliche Übernahme

Mittwoch, den 12. Oktober 2016
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MO 10.10.2016 | 18.05 Uhr | radioeins

Als vor einiger Zeit bei radioeins alte Radiohasen noch mal ans Mikro durften, war das eine tolle “Freundliche Übernahme”. Radio lebt ja immerhin von Stimmen, und wenn es bekannte Stimmen sind, und wenn sie was Tolles zu erzählen haben, dann ist das ein großes Erlebnis.
Nun ist eine neue Staffel der Reihe gestartet, und ich muss gestehen: Ist nicht meins.

Ich schätze radioeins sehr für die tollen Ideen, die da noch umgesetzt werden können, für immer wieder überraschendes Radio abseits des Mainstreams. Gerade aber ist man selbst für mich dann doch ein wenig zu weit von Mainstream entfernt.
Diesmal sind es nämlich internationale Musikstars, die jeweils eine Stunde ans Mikro dürfen, was erzählen und ihre Lieblingssongs spielen. Charles Bradley, Peaches, Suzanne Vega, Moby und viele mehr.

Am Montag war Jean-Michel Jarre zu Gast. Dazu muss man wissen: Diesen Pionier der elektronischen Musik verehre ich, seit ich bewusst Musik höre. Ich habe sehr viele Alben, und bald bin ich endlich mal auf einem Konzert von ihm.
Bei radioeins hatte Jarre nun also seine Show.

Warum die aber ausgerechnet zur Nachmittagsprimetime laufen muss, erschließt sich mir nicht. Nach 18 Uhr bin ich oft mit dem Auto unterwegs, und da höre ich sehr gern das Feierabendmagazin auf radioeins. Musik, ein paar aktuelle Beiträge.
Nun aber Jarre, der irgendwas auf Englisch erzählte, zwischendurch gab’s Musik. Und, tut mir Leid, für den Feierabend-Nachhause-Weg ist mir das zu anstrengend. Ich muss auch gestehen, dass ich mir gern Jarres Musik anhöre, aber wenn ich nicht erfahren hätte, dass das Jean-Michel Jarre im Radio spricht, würde ich ihn auch nicht erkennen.
Es fehlt also der Wiedererkennungswert im Radio, das wirkliche Hörerlebnis. Und das einen Monat lang, fast jeden Abend.

Ein Nischenprogramm läuft bei radioeins zur besten Sendezeit. So was muss man sich erst mal leisten können. Finde ich mutig. Aber ich muss wegschalten.