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Rock am Ring 2015: Clueso

Samstag, den 6. Juni 2015
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FR 05.06.2015 | 21.55 Uhr | einsplus

Zum 30. Geburtstag des Festivals “Rock am Ring” gab es ein Geschenk, über das sich die meisten eher nicht freuen. Livemusik am Nürburgring ist Geschichte – das Festival musste weiterziehen und findet nun auf dem Flughafen Mendig statt.
Bedeutet: Das Jubiläumsfestival ist genauer betrachtet eine Premiere, und Premiere heißt leider auch: Organisationsprobleme. Angeblich sind sehr viel mehr Leute angereist als geplant, und ihre zelte sind größer als gedacht, so dass schon Mittwoch der eigentliche Campingplatz voll war – und die Stimmung im Eimer.
Auch ein Grund, warum ich so was nicht noch mal erleben muss.

Aber es scheint auch technische Schwierigkeiten zu geben, wie sich doch recht deutlich beim Auftritt von Clueso zeigte, der Freitagabend auch live von einsplus übertragen worden ist. Auf der anderen Bühne spielten gleichzeitig die Toten Hosen, und das dermaßen laut, dass sie das Konzert von Clueso übertönte. Während der Zwischenmoderationen schallten die Hosen-Songs sehr laut rüber, was Clueso auch mehrfach kommentierte. Wie muss das erst live geklungen haben, schließlich kann man den Ton bei einer Fernsehübertragung viel besser regeln als live vor Ort. Fürs Publikum muss es eher anstrengend gewesen sein, und da muss sich im kommenden Jahr dringend etwas ändern!

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ZDF-Fernsehgarten: Joy Flemming

Montag, den 25. Mai 2015
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SO 24.05.2015 | 11.00 Uhr | ZDF

Joy Flemming ist mal wieder empört, empört, empört!
Man hat sie in den “ZDF-Fernsehgarten” eingeladen. So, wie das immer ist, wenn dort was zum Eurovsion Song Contest gemacht wird.
Da stand Joy Flemming vor einem Mikro rum und bewegte die Lippen zum 40 Jahre alten (!) Playback von “Ein Lied kann eine Brücke sein”. Es wirkte einfach nur peinlich und unglaubwürdig! Mit dem Ding ist sie 1975 beim ESC Drittletzte geworden. Das vergisst die Gute gern mal zu sagen, wenn sie erwähnt, dass sie auf dem 17. Platz gelandet war.

Jetzt aber echauffiert sie sich über die null Punkte für Ann Sophie beim Eurovision Song Contest 2015, der am Vortag in Wien stattfand.
Für Joy Flemming war der Fall klar: Keiner kann Deutschland leiden, deshalb gibt uns niemand Punkte, und das sei ja eine Unverschämtheit, das könne ja gar nicht angehen.
Katja Ebstein, sie nahm einst sehr viel erfolgreicher am ESC teil, pflichtete ihr bei und faselte etwas davon, dass man Deutschland ja wenigstens Trostpunkte hätte geben können.

Da muss ich leider mal gehässig werden. Da sitzen also zwei alte Tanten, die irgendwann im 20. Jahrhundert am ESC teilnahmen, der damals noch Grand Prix Eurovision de la Chanson hieß, und blubbern rum, wie scheiße das heute alles ist. Frau Flemming glaubt, Deutschland werde nicht gewählt, weil das Image so mies sei. Ein Fremdschämmoment. Und Frau Ebstein denkt, dass irgendwer einfach mal so Trostpunkte vergeben könne. Sie müsste es besser wissen, wie der ESC funktioniert.
Aber stattdessen lässt die Redaktion vom “ZDF-Fernsehgarten” die beiden Schlagertanten irgendwelchen Müll daherfaseln. Im Fall von Joy Flemming sogar haarsträubenden, dummen Müll.

Komisch, darauf, dass ja vielleicht der deutsche Beitrag 2015 einfach nur lahm war, kommt keiner. Dass sich der Song nicht mal hierzulande durchsetzen konnte, ist niemandem aufgefallen. Aber stattdessen stellt man sich lieber hin, bewegt zum Uralt-Playback die Lippen und labert danach dummes Zeug.
Liebes ZDF! Frau Flemming bitte nicht wieder wählen!

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Eurovision Song Contest 2015

Sonntag, den 24. Mai 2015
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SA 23.05.2015 | 21.00 Uhr | Das Erste

Wie unhöflich! Da kommt die Musikwelt nach Wien, lässt es sich gut gehen, hat Spaß – und wo bleibt der Dank an die Gastgeber? Null Punkte für Österreich. Nicht einen einzigen Punkt. Gar nichts. Ein Oaschtritt erster Güte. Dabei lieferten The Makemakes eine wirklich tolle Nummer ab, die ich von Anfang an sehr mochte. Aber nirgendwo in Europa schaffte er offenbar den Sprung in die Top Ten.
Ach ja, und Deutschland auch nicht. Auch Ann Sophie und “Black Smoke” geht mit null Punkten nach Hause, so mies schnitten wir seit 50 Jahren in diesem Wettbewerb nicht mehr ab. Auch dieser Song lief überall unter ferner Liefen, so dass nirgendwo ein Punkt abfiel. Aber seien wir ehrlich: Der Auftritt war zwar gelungen – aber selbst hier in Deutschland taugte der Song bislang nicht wirklich zum Hit. Und wer ihn zum ersten Mal hört, ist von dem Gejaule eher genervt.

Stattdessen wird Schweden 2016 den 61. Eurovision Song Contest ausrichten. Drei Jahre nach dem letzten Sieg war es diesmal Mans Zelmerlöw, der den Wettbewerb für das Land gewann – und das völlig zurecht und von mir auch so getippt. Die Bühnenshow mit den Strichmännchen im Hintergrund war originell, der Song war eingängig und flott.
Und er kam in ganz Europa an. Gemeinsam mit dem Song aus Russland und dem aus Italien setzte sich ein Trio bereits sehr früh beim Voting ab. Europa (und Australien) war sich also einig.

Australien, das wegen des 60er-Jubiläums ausnahmsweise dabei sein dürfte, schaffte einen tollen 5. Platz. Da wird die Freude Downunder sicher groß gewesen sein.
Meine weiteren Favoriten nach Schweden war das Duo aus Estland mit dem leicht retromäßigen Liebessong (und dem Paar, das schaute, als sei es in echter Ficklaune) sowie Slowenien und der Dame mit den Kopfhörern. Der junge Mann aus Belgien landete bei mir sowie in der echten Wertung auf Platz 4. “Rhytym Inside” möchte ich gern mal im Radio hören.

Noch immer als Kult gilt in Deutschland der Kommentator Peter Urban. Mir jedoch geht er mehr und mehr auf die Nerven. Er quatschte ständig in die Eröffnungsnummer rein. Er machte Großbritannien schon vor dem Auftritt auf recht unverschämte Weise madig und nölte, dass die Briten schon wieder comedy machen – wo doch wir Deutschen einst auch mit Comedy (Raab, Guildo) recht erfolgreich waren.
Der Kommentator sollte sich lieber aufs Übersetzen konzentrieren – oder darauf, Hintergründe zu den Auftritten und Interpreten zu erklären. Ob er Großbritannien scheiße findet, möchte ich nicht wissen. Vielleicht schafft es der NDR ja mal, endlich auch den reinen Originalton der Show (wie es auch auf den DVDs der Fall ist) anzubieten.

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Eurovision Song Contest 2015 – 2. Halbfinale

Freitag, den 22. Mai 2015
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DO 21.05.2015 | 21.00 Uhr | einsplus

Eigentlich bietet einsplus ja einen Service für Gehörlose. Aber es ist viel mehr: spannendes und lustiges Entertainment!
Der Eurovision Song Contest 2015 in Wien öffnet sich auch für hörbehinderte Fans und bietet die Show auch in internationaler Gebärdensprache an. In Deutschland ist sie live auf einsplus, parallel zur Ausstrahlung auf phoenix, zu sehen.
Der deutsche Kommentar von Peter Urban ist auf einsplus nicht zu hören, stattdessen die Show im Original – und im Splitscreen.

Die Gebärdendolmetscher sind aber nicht nur Übersetzer. Es sind Performer! Die gehen richtig ab während der Songs, scheinen großen Spaß zu haben. Da tanzt die Übersetzerin mit, sie zieht Grimassen, sie schwingt die Hüften. Es sind nicht nur die Worte, die sie übersetzt – es ist auch die Stimmung, die damit rübergebracht wird.
Für Gehörlose ist das ein fantastischer Service – aber auch für Hörende schön anzusehen.

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Eurovision Song Contest 2015 – 1. Halbfinale

Mittwoch, den 20. Mai 2015
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DI 19.05.2015 | 21.00 Uhr | phoenix

Gut gemeint, aber trotzdem ausgeschieden. Finnland hat es nicht ins Finale des Eurovision Song Contests 2015 geschafft. Dabei sorgte die Band Pertti Kurikan Nimipäivät (PKN) für Furore: Mit nur 100 Sekunden lieferten sie mit “Aina mun pitää” (Ich muss immer) den kürzesten ESC-Song aller Zeiten. Und: Alle vier Punkmusiker haben eine geistige Behinderung. Drei haben das Down-Syndrom, einer ist Autist. Integration lautet das Stichwort, und sie bekamen viel Aufmerksamkeit. es heiß, der Einzug ins Finale sei sicher, und eigentlich haben sie das auch schon wieder gewonnen.
Nur leider: Der Song war nicht gut. Und so ein kleines bisschen geht es beim Eurovision Song Contest ja auch um eben jenen Song. Und der ist durchgefallen, und das zurecht. Auch wenn es für die Jungs natürlich schade ist.

Nach dem Sieg von Conchita (die “Wurst” scheint Geschichte zu sein), ist der Eurovisionszirkus in Wien zu Gast. Mit einer pompösen Show startete das dreiteilige Event am Dienstag, übertragen von phoenix. Erstmals können auch gehörlose Zuschauer dabei sein, denn auf einsplus läuft parallel die Show mit Gebärdendolmetschern.

Von 16 Songs kamen zehn weiter. Ein richtiger Kracher fehlte im ersten Halbfinale aber leider. Die Belgier mit dem jungen Mann, der offenbar erst seinen Stimmbruch noch vor sich hat, sind weiter – und hatten einen der besseren Beiträge am Dienstagabend. Die Russen kamen mit einem Friedenslied daher, auf der Bühne standen alle ganz in Weiß – Roy Black nimmt das oben im Himmel sicherlich interessiert zur Kenntnis.
Meine drei weiteren Favoriten, Moldawien (Rowdy macht Polizistin an), Weißrussland (die Geigerin hat’s rausgerissen) und Dänemark (die Band “Anti Social Media” ist bei Facebook), haben es leider nicht geschafft.
Dafür aber Armenien, obwohl das Musical-Arie-Pop-Mischmasch so gar nicht in mein Ohr wollte.

Für das 2. Halbfinale am Donnerstag ist noch sehr viel Luft nach oben. Und ich bin gespannt auf The Makemakes aus Österreich – das Lied finde ich mehr und mehr favoritenverdächtig. Aber ob die Ösis den ESC auch 2016 wieder ausrichten wollen?

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Eurovision’s Greatest Hits

Montag, den 18. Mai 2015
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SA 16.05.2015 | 23.15 Uhr | NDR fernsehen

Schon vor Wochen feierte die BBC in London das große Jubiläum des Eurovision Song Contests. Ab Dienstag geht die 60. Auflage über die Bühne.
In den “Eurovision’s Greatest Hits” ist das relativ pompös gefeiert worden. Nicole durfte noch mal “Ein bisschen Frieden” besingen (die Streberin machte das gleich in drei Sprachen), Auch Loreens “Euphoria” erklang noch mal und viele Hits von damals.

Lange war nicht klar, ob die Show überhaupt in Deutschland im Fernsehen zu sehen ist. Der NDR hatte aber ein Erbarmen und strahlte sie aber doch noch aus: am Sonnabend im Spätprogramm. Mit überschaubarem Erfolg.
Wie überhaupt es schade ist, dass in diesem Jahr so gar kein Eurovisionsfieber herrscht. Zum 60. Jubiläum hätten gern irgendwo mal alte Shows wiederholt werden können. Oder mal eine Doku (und nicht die zighmal wiederholten).

Ann-Sophies Song für Deutschland ist eher mau, das Interesse ist bislang gering. Die Halbfinalshows fristen hierzulande sowieso nur ein Schattendasein auf Spartensendern. Nur das Finale ist hier die große Nummer. In der Hinsicht könnte der ESC mal ein bisschen PR gebrauchen.

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Deutschland sucht den Superstar: Das große Finale 2015

Montag, den 18. Mai 2015
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SA 16.05.2015 | 20.15 Uhr | RTL

Wieder ist irgend so ein Dings Superstar geworden. Und noch nie war die Suche nach diesem Superstar so langweilig und egal gewesen.
In den USA ist kürzlich bekannt geworden, dass “American Idol”, das Vorbild von “Deutschland sucht den Superstar” nach 15 Jahren eingestellt wird. In Deutschland ist für Januar 2016 bei RTL der Start der 13. Staffel geplant. Und diesmal – das passt ja – ist es wurscht, wer sich anmeldet. Freaks, Alte, alle dürfen sie kommen, um das Format “DSDS” noch weiter zu verwässern, noch egaler zu machen, als es jetzt schon ist. Ein Trauerspiel.

In diesem Jahr hatte RTL nicht mal mehr Lust auf die Liveshows. Stattdessen ein nicht enden wollendes Casting, drei aufgezeichnete, im Schnitt versoapte Bühnenshows – und am Ende ein anödendes Finale.
Severino ist eben jener Superstar 2015 geworden, und selbst in der Halle in Bremen schien dem Publikum das ziemlich wurscht zu sein. So still, so hohl, war es noch nie bei der Siegerverkündung. Ein höflicher Applaus, mehr nicht. Zwischenzeitlich herrschte gar eine peinliche Stille in der Halle mit der angeblich größten DSDS-Show aller Zeiten.

Severino sang noch mal sein Siegerlied, in den Zuschauerrängen war es schon ziemlich leer. Dieter Bohlen drückte seinem Schützling einen Umschlag mit allen Songs des Albums, das ab Montag aufgemommen wird. Bohlen hat es schon vorher geplant, für alle drei Kandidaten. Drei Alben, mal fix runtergerotzt. Oder war es für alle drei dasselbe Album, das der Poptitan vorbereitet hatte?
Severino wird mit seinem Album vielleicht irgendwo ziemlich weit oben in den Charts landen, bevor wir alle seinen Namen vergessen.
Irgendwie schade, dass aus dem Musikevent ist Discountprodukt geworden ist.