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MTV unplugged: Peter Maffay

Donnerstag, den 9. November 2017
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DI 07.11.2017 | 23.20 Uhr | kabeleins

“MTV Unplugged” steht eigentlich für besondere Konzerte von besonderen Künstlern. Inzwischen scheint aber irgendwie jeder bekanntere deutsche Künstler mal so eine Show zu bekommen. Nun war Peter Maffay dran. Der wird zwar auf MTV ansonsten gar nicht sooo oft gespielt, und die Leute im Publikum haben vermutlich nicht mal gewusst, dass es MTV noch gibt, aber das scheint bei der Künstlerauswahl auch keine große Rolle zu spielen.

Mangels eigener Reichweite werden die “MTV unplugged”-Konzerte weiterhin auf diversen Sendern ausgestrahlt – am späten Dienstagabend liefen Ausschnitte daraus bei kabeleins.
Allerdings muss der Kram ziemlich wahl- und lieblos geschnitten worden sein. Aber vielleicht dachte man sich bei kabeleins: Merkt keiner. Denn mitten im Konzert gab es eine Werbepause. Direkt danach meinte Peter Maffay, dass man ja im Laufe des Konzertes noch mehr von “Johannes” hören werde. Blöderweise war aber dieser Johannes bislang noch gar nicht aufgetaucht – zumindest nicht bei kabeleins. Aber wegen der Werbepause hat man vielleicht darauf spekuliert, dass es keinem auffällt.
Auch hat man vergessen, dass, wenn man das Schlussbild zeigt, da plötzlich Leute stehen, die man im kabeleins-Zusammenschnitt gar nicht gesehen hat. Plötzlich dankte Maffay da dem Philipp Poisel. Schade, hat man als kabeleins-Zuschauer nicht sehen dürfen, was er da gemacht hat.

Dafür konnte man wunderbar Maffays Teleprompter mitlesen. Dass ältere Stars ihre eigenen Texte nicht mehr behalten können – macht nichts. Durch unbedachte Kameraschwenks aber den Prompter groß zu zeigen, ist dann eher weniger professionell.
Und, bitte, liebes Publikum: Wenn ihr schon bei Liedern mitklatschen wollt (obwohl es bei Balladen wirklich nichts, aber auch gar nichts, mitzuklatschen gibt), dann doch wenigstens in irgendeinem Rhythmus, der passt. Auch so was könnte doch mal einem Musikredakteur auffallen, dass das später auch auf CD vielleicht, ähm, nicht gut klingt.

KeineWochenShow

#44 – Luther! Jetzt 501!

Montag, den 6. November 2017
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In Folge 44 unseres kleinen Wochenrückblicks sitzen wir wieder in unserem Kellerstudio, und wir sind zu zweit. Denn eigentlich hatten wir uns ja um die Teilnahme am Star-FM-Party-Marathon beworben. Jetzt ist niemand vorbei gekommen, es hat nicht mal jemand abgesagt. Irgendwie schade, aber eigentlich ist ja radioeins sowieso der viel bessere Sender!

Ansonsten ist diese Sendung sehr musikalisch. Nach dem Reformationsjubiläum geht uns nicht mehr der Titelsong des ZDF-Luther-Musicals aus dem Kopf: “L-U-T-H-E-R!”. Außerdem bekommt MetalMewes Nachhilfe, welchen Hit er denn von Andy Borg kennen könnte. Und am Ende gratulieren wir Bettina Wegner und singen ihr Lied über “Kinder (Sind so kleine Hände)”.

Und sonst? Wir sprechen über die Brandenburger Kreisgebietsreform, die krachen gegangen ist. Es geht um das iPhone X, das für Irritationen sorgt und um eine Angstsituation in Berlin.
Das und mehr in Folge 44 von “KeineWochenShow” auf YouTube.

RTZapper

Luther – Das Projekt der 1000 Stimmen

Mittwoch, den 1. November 2017
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DI 31.10.2017 | 22.00 Uhr | ZDF

L-U-T-H-E-R!
Den ungewöhnlichsten Beitrag zum 500. Reformationsjubiläum hatte am Dienstagabend das ZDF zu bieten: ein Luther-Musical! “Das Projekt der 1000 Stimmen” wurde schon in vielen Orten Deutschland gezeigt, und der Höhepunkt war die Show in der Berliner Mercedes-Benz-Arena. Dort waren es sogar rund 4000 Stimmen, denn so riesig war der Chor, der das Musikprojekt begleitete und den Namen des Reformators schmetterte: L-U-T-H-E-R!

Michael Kunze und Dieter Falk haben die Ereignisse aus dem 16. Jahrhundert in erstaunlich gute und eingängige Songs gepackt. “Wir sind Gottes Kinder. Wo auch immer: Kinder ist allein!” Solche Texte sind, die dem Zuschauer regelrecht eingehämmert wurden – denn viele Textstellen wiederholten sich in den Songs, so dass man irgendwann mindestens mitsummte. Was aber auch ein wenig wie die evangelikalen Gottesdienste wirkte, die auf vielen kleinen Sendern zu sehen sind. Sehr ungewöhnlich war zudem, dass die komplette Show untertitelt wurde – nicht als wegzuschaltende Option. Irgendwer muss sich dabei was gedacht haben, aber dass man die Texte alle mitlesen konnte, führte dazu, dass man der Geschichte, die dort erzählt wurde, noch besser folgen konnte.

Dass Moderator Eckart von Hirschhausen teilweise mitten in den Songs seinen Senf dazugeben musste, schien da ein bisschen aufdringlich, aber vielleicht wollte man den ZDF-Zuschauer nicht so viel Musik oder Wortbegleitung zumuten. Die Zuschauer in der Halle kamen ja offenbar auch ohne die Hinweise aus.
Dennoch: Dieser Luther-Abend war auf jeden Fall modernes Bildungsfernsehen, das es im ZDF immer seltener gibt.

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Der Preis der Anna-Lena Schnabel

Montag, den 23. Oktober 2017
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SA 21.10.2017 | 22.05 Uhr | 3sat

Als die 28-jährige Anna-Lena Schnabel den Newcomer-Preis beim Echo-Jazz bekommen hat, da wäre es fast zum Eklat gekommen, und die Musikerin hatte jeden Anlass dazu.
Die Doku “Der Preis der Anna-Lena Schnabel”, die am Sonnabendabend auf 3sat zu sehen war, zeigte, wie eine Preisverleihung auch funktionieren kann – nämlich als Musikevent, das wegen des Musikevents gefeiert wird, und bei dem die Musiker selbst scheinbar nur Beiwerk sind.

Anna-Lena Schnabel ist eine extrem begabte Jazzmusikerin. Wenn sie auf dem Saxofon loslegt, dann gibt sie alles. Und dann ist das relativ unkonventionell und wild. Aber so gut, dass sie in diesem Jahr einen Preis erhalten hat.
Bei einer Gala in Hamburg bekam sie den Preis überreicht und durfte dann etwas spielen. Allerdings keines ihrer Werke. Begründung: Die Zuschauer werden das nicht mögen und schalten dann ab. Denn der Echo-Jazz wurde vom NDR übertragen.
Heißt also: Eine Musikerin bekommt einen preis, aber ihre Werke sind dann doch nicht so toll, als dass man sie dem NDR-Publikum zumuten will. Heißt also auch: NDR-Redakteure entscheiden, was man NDR-Zuschauer zumutet. Und sie entscheiden, was NDR-Zuschauer nicht gut zu finden haben.

Nun könnten man sagen, das wäre alles nicht so schlimm, wenn man sich denn ansonsten gut um seine Preisträger kümmert. Macht man aber nicht. Stattdessen ist unklar, ob eventuelle Übernachtungskosten gezahlt werden. Die Echo-Leute zahlen sie jedenfalls nicht, und die Plattenfirmen irgendwie auch nicht. Der Echo-Chef sagt, man könne doch froh sein, dass man so ein Event überhaupt hat.
Der Bruder von Anna-Lena Schnabel war übrigens nicht eingeladen zu dem Event. Er durfte 70 Euro Eintritt zahlen – und weitere 40 Euro dafür, dass er neben seiner Schwester sitzen durfte.

In der Doku geht es darum, wie Anna-Lena Schnabel zu dem wurde, was sie jetzt ist. Und darum, dass es eigentlich kaum Jazzmusiker gibt, die von der Musik leben können. Und eben um den Echo-Jazz. Wo die Musiker froh sein sollen, dass es das Event gibt. Um Anna-Lena, die überlegt, ob sie den Preis ablehnen soll. Oder in ihrer Dankesrede auf den Missstand hinweisen will. Preisträger einer Sparte, die kaum finanziellen Ruhm erlebt, bekommen nicht-dotierte Preise und müssen drauf zahlen, um überhaupt dabei zu sein. Und die Echo-Verantwortlichen reden sich raus, man solle den Event doch bitte nicht zerreden.
Beide Seiten haben wohl Recht – denn Jazz ist eine Sparte, wo die Musiker vermutlich wirklich froh sein können, wenn sie mit dem Echo-Jazz einer breiteren Öffentlichkeit bekannt werden.

Dass aber der NDR bestimmt, dass eine Preisträger nicht das präsentieren darf, wofür sie ausgezeichnet worden ist, nur weil jemand umschalten könnte, das ist ziemlich armselig. Umso besser, wenn dann 3sat daher kommt und da mal einen Finger in die Wunde legt.
Anna-Lena Schnabel hat sich entschlossen, den Preis anzunehmen und die bittere Pille zu schlucken, in dem sie ihren Ärger runterschluckt. Sie spielte den Fremdsong. Einerseits schade, andererseits hat das auch Größe, und vielleicht ist es für die Musikerin ja der Anfang für mehr.

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Schlagerbooom 2017 – Das internationale Schlagerfest

Sonntag, den 22. Oktober 2017
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SA 21.10.2017 | 20.15 Uhr | Das Erste

Falls du es noch nicht mitbekommen hast: Florian Silbereisen moderiert nicht nur Musikshows. Er ist selbst auch Musiker. Er hat eine Band, und die heißt Klubbb3.
Da passte es doch ganz gut, dass Silbereisen am Sonnabend im Ersten den “Schlagerbooom 2017″ moderierte. Dort traten Roland Kaiser und Maite Kelly auf. Und David Hasselhoff. Und Bernhard Brink. Und auch Klubbb3.
Und damit der Flori nicht immer alleine moderieren musste, holte er sich immer mal wieder seine Kollegen Jan und Christoff dazu – die Jungs von Klubbb3. Und als Brotherhood of Man ihren ESC-Hit “Kisses for me” schmetterte, da machte auch Klubbb3 mit. Überhaupt machte Klubbb3 ständig irgendwo mit, und natürlich durfte Florian Silbereisen auch erwähnen, wie toll doch seine Band Klubbb3 ist. Auf Tour geht Klubbb3 natürlich auch, da zeigte der Flori gleich noch einen Tourtrailer.

Auf extrem penetrante Weise war der “Schlagerbooom 2017″ eine Promoshow für Silbereisens Band. Überall Klubbb3, und fast möchte man fragen, ob die Plattenfirma Geld gezahlt hat oder ob Silbereisen und die Macher der Musikshow jegliches Gefühl dafür verloren haben, wann mal Schluss ist mit Promokram. Welchen vernünftigen Grund hat es, dass der Moderator einer Show einen Tourtrailer seiner eigenen Band in Sendung zeigen darf, die er zufällig moderiert? Alle anderen Gäste durften ein bis drei Hits singen, und von Tourdaten war da selten die Rede, von Trailern schon gar nicht.

Und sonst so? Es gibt ein Wolfgang-Petry-Musical namens “Wahnsinn”. Die Promo im “Schlagerbooom” ging aber eher nach hinten los, weil die Wolfgang-Petry-Songs in den Coverversionen einfach nicht gut klingen wollten.
Sämtliche Künstler sangen zum Playback, was gerade im Fall der Band Brotherhood of Man albern aussah, da das Playback aus den 70ern stammte, die Band aber deutlich gealtert ist. Auch De Höhner scheinen es nicht gewöhnt zu sein, nur die Lippen zu bewegen – haute irgendwie nicht immer hin.
David Hasselhoff hat wahrscheinlich so einen Auftritt wie den in der Dortmunder Westfalenhalle seit vielen Jahren nicht mehr erlebt. Hoffentlich ist er nüchtern wieder raus gekommen.
Thomas Anders war auch da, um erst was eigenes zu singen (was eh kaum jemand kennt), um dann schnell noch ein Modern-Talking-Medley hinter zu schieben. Irgendwie lustig: Anders und Bohlen können nicht miteinander. Anders singt dennoch Bohlens Hits. Und bei Dieter in Tötensen klingelt die Kasse.
Ach, und erwähnte ich schon, dass Klubbb3 bald auf Tour geht?

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Schöne Töne

Samstag, den 21. Oktober 2017
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DO 19.10.2017 | 23.05 Uhr | radioeins

Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich älter werde. Aber ich bin zunehmend gelangweilt von der aktuellen Chartmusik. Ich höre zwar seit 1999 radioeins vom rbb, aber die abendlichen Musikspecials fanden ohne mich statt, selbst wenn ich abends mit dem Auto unterwegs war. Dann schaltete ich eher Sender wie 104.6 RTL ein, wo es aktuelle Hits gibt.
Das ändert sich langsam. Mehr und mehr entdecke ich radioeins auch am späten Abend.Sich auch mal auf Experimente einlassen – das ist inzwischen spannender als sich einlullen zu lassen.

Seit der jüngsten kleinen Programmreform, hat radioeins donnerstagabends eine echte Perle zu bieten. “Schöne Töne” heißt die Sendung mit dem Komponisten und Musiker Sven Helbig. Er spielt Musik, die man selbst auf diesem Sender so nicht erwartet. Da gibt es 15 Minuten Ambient mit wunderbaren Klangteppichen, die bewirken, dass man auf der Autobahn herrlich dahingleitet – erstaunlicherweise ohne müde zu werden. Andere Songs möchte man mit Kopfhören genießen, weil sie mit Effekten spielen, die Gänsehaut verursachen. An diesem Donnerstag gab es sogar eine Klassikstrecke, und plötzlich merkt man: Man hört viel zu wenig Klassik – und man hört mal genauer hin.
Man kann den Leuten von radioeins gar nicht genug danken für solche wunderbaren Sendungen in den Zeiten, in den Einschaltquoten keine Rolle mehr spielen.

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Goldene Henne 2017

Dienstag, den 17. Oktober 2017
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FR 13.10.2017 | 20.15 Uhr | mdr-Fernsehen

Kinder sind ja so unberechenbar. Sie machen einfach nicht das, was sie machen sollen. Oder sie machen das, was sie machen sollen, zu spät. Am Freitagabend war der mdr-Kinderchor zu Gast bei der “Goldenen Henne 2017″ in Leipzig. Sie sangen gemeinsam mit Karel Gott ein herziges Lied.
Aber in der Regie muss man wahnsinnig geworden sein. Aber vielleicht ist es auch nicht die allerbeste Idee, noch relativ junge Kinder zum Playback die Lippen bewegen zu lassen.

So kam es, dass die Kinder die Lippen bewegten, als sie gar keinen Text hatten – und das in Großaufnahme. Schnitt auf Karel Gott, der ja immer was zu playbacken hatte. Wieder Schnitt auf die Kinder. Diesmal blieben die Lippen aufeinander, obwohl sie einen Einsatz hatten.
Da war der Moment, wo die Regie entschied, die Kinder gar nicht mehr in Großaufnahme zu zeigen. Stattdessen zeigte man vermehrt das Publikum, in dem viele verzückte Damen saßen.