RTelenovela

Mitreden – Der Brunchtalk (12)

Montag, den 1. Dezember 2014
Tags: , , , ,

(11) -> 19.8.2014

Alles hat ein Ende…! Auch der Brunchtalk. Ausgabe 19 von “Mitreden” und die zwölfte, die ich mitmoderieren durfte, war die Letzte. Mein Kollege Dietmar Ringel verlässt uns aus Zeitgründen.
Was 2015 kommt, ist nun noch völlig offen. Vielleicht ist es ein neuer Talk, vielleicht eine Spielshow, vielleicht was mit Musik.

Doch zuvor gab’s noch mal ordentlich was zu bereden. Herbert Köfer ist schon 93, und trotzdem steht er noch sehr oft auf den Bühnen dieses Landes. Er spielt Theater, er liest, er plaudert. So berichtete er bei uns darüber, dass er der erste Sprecher der “Aktuellen Kamera” war, dass er jedoch nach einigen Wochen gehen musste, weil nach Ansicht des Nachrichtenchefes eher geschaupielert als gesprochen habe. Trotz des hohen Alters ist er noch recht fit, und man könnte ihm viel länger zuhören, als das bei uns möglich wäre.

Ludger Weskamp will am 22. Februar 2015 Landrat von Oberhavel werden. An diesem Tag finden im Landkreis erstmals Landratswahlen statt. Dabei will der SPD-Mann in seiner Art einiges anders machen als Vorgänger Schröter, der als “harter Hund” galt und gilt. Auch den Marathon wird er nicht laufen, aber immerhin benutzt er nie einen Fahrstuhl, und er versucht, bewusst zu essen. Die Mahlzeiten stehen sogar in seinem elektronischen Terminplaner.
Darauf kamen wir zu sprechen, weil auch die Ernährungsberaterin Julia Gontschar bei uns war. Immer mehr mehr Menschen sind zu dick, und sie möchte was dagegen tun. Sie isst bewusst, und sie isst gesund. Auch müsse man klären, warum man eigentlich zu dick ist – den psychologischen Hintergrund. Erst dann könne man einen Ernährungsplan aufstellen.

Maxi Ulrich, Robert Hörster und Oliver Dolgener waren diesmal unser Musicact, und als sie ganz am Ende die “Fröhliche Weihnacht überall” anstimmten, kam sogar noch der Weihnachtsmann zu uns ins Theater.

Als wir ganz am Ende verkündeten, dass es der letzte Talk in dieser Konstellation ist, war das Bedauern groß. Und so traurig es ist, dass damit erst mal Schluss ist, so schön ist es doch zu wissen, dass es Leute schaden finden, dass da was vorbei geht.
Zwölfmal in drei Jahren habe ich mit meinem Kollegen Dietmar die Show moderiert. Das hat, so mein Eindruck ganz gut funktioniert, auch weil wir uns ganz ergänzt haben. Er hat mich in Sachen Rundum-Moderation machen lassen, ich habe ihm mehr den Vortritt bei den Interviews gelassen. Schauen wir mal, was 2015 kommt.

RTelenovela

Mitreden – Der Countdown: 30. November

Donnerstag, den 27. November 2014
Tags: , , , , , ,

Heute mal wieder Werbung in eigener Sache. Am Sonntag, 30. November 2014, moderiere ich zum 12. Mal gemeinsam mit Inforadio-Moderator Dietmar Ringel die Talkshow “Mitreden”. Los geht es um 11 Uhr in der “Tiefsten Provinz” im Kremmener Scheunenviertel.
Schon um 10 Uhr werden die Tore geöffnet, dann gibt es einen Brunch.
Diesmal geht es bei “Mitreden – Der Brunchtalk” um ein langen Künstlerleben auf deutschen Bühnen, um gute Ernährung und die Zukunft von Oberhavel.

Herbert Köfer kommt zu uns. Als 1952 in Berlin-Adlershof der Deutsche Fernsehfunk auf Sendung ging, stand er als erster vor der Kamera. Und er machte auch das Licht aus, als der DFF 1991 abgewickelt wurde. Dazwischen hat er unzählige Rollen in Fernseh- und Kinofilmen gespielt, war bei Unterhaltungsshows wie „Da lacht der Bär“ und „Ein Kessel Buntes dabei“. Besonders populär waren die Serien „Renter haben niemals Zeit“ und „Neumann 2x klingeln“, die Köfer maßgeblich prägte. Bis heute steht der mittlerweile 93-Jährige auf der Bühne der Dresdener Comödie und zieht mit Lesungen aus seiner Autobiographie „Nie war es so verrückt wie immer“ durchs Land. Mit der Oranienburger Ernährungsberaterin Julia Gontschar sprechen wir darüber, was wir alles essen und besser nicht essen sollten. Was läuft falsch? Und wie bekommt man überschüssige Pfunde dauerhaft weg?
Ludger Weskamp (SPD) will Landrat von Oberhavel werden. Nachdem Karl-Heinz Schröter neuer Brandenburger Innenminister geworden ist, braucht der Kreis einen neuen Landrat. Wie geht Oberhavel künftig mit Asylbewerbern um? Und: Wird es OHV nach der bevorstehenden Kreisgebietsreform überhaupt noch geben?

Unser musikalischer Gast ist Maxi Ulrich. Die Schwantenerin begeisterte schon in mehreren Musicals der Musikschule Hennigsdorf und tritt neuerdings mit den “6 Richtigen” auf.
Auch das Wolfgang-Sack-Trio ist wieder dabei und sorgt für die Umrahmung zum Brunch und in der Pause.

Also: Kommt vorbei! Es wird toll!
Der Eintritt kostet – inklusive Brunch – 16 Euro.
Tickets per Telefon: 0170/2129135.

RTZapper

Videopremiere: Band Aid 30 Germany – Do they know it’s Christmas

Montag, den 24. November 2014
Tags: ,

FR 21.11.2014 | 19.55 Uhr | Das Erste

Endlich wieder Weihnachtszeit, und alles ist so schön beleuchtet, und, ja, dieser Kitsch. Aber ach, da ist ja noch was anderes: Ebola, am anderen Ende der Welt. Ja, darüber sollten wir auch mal kurz nachdenken. Und dann aber wieder Weihnachten feiern.

Ich vermute mal (oder eher: ich hoffe mal), dass die deutschen Popmusiksternchen ein paar Euro für die Ebola-Hilfe gespendet haben. Leider haben sie aber auch noch einen Song aufgenommen, den doch bitte alle so toll finden sollen, dass wir ganz gerührt ganz viele Euros locker machen und ebenfalls spenden.
Bob Geldof fühlte sich mal wieder bemüßigt – und das auch noch passend zum 30. Jubiläum – eine neue Version von “Do they know it’s Christmas” herauszubringen. Aber damit nicht genug: Es gibt auch eine deutsche Version.
Der Videoclip hatte am Freitagabend vor der “Tagesschau” im Ersten Premiere. Immerhin 1,27 Mio Zuschauer haben sich das angetan.

Nun ist es ja legitim, dass Prominente durch das, was sie am besten können, versuchen, Geld einzutreiben. Musiker singen für die Spendenkasse. Und trotzdem wirkt es, nun ja, provinziell, wenn ein internationaler Hit krampfhaft auf Deutsch vorgetragen werden muss. War niemand da, der einen eigenen Song kreieren konnte? Stattdessen stellen sich Campino, Thess Ullmann, Clueso, Udo Lindenberg, Ina Müller, Jan Delay und viele andere vors Mikro, um einen Song, der schon ziemlich lange ziemlich nervig ist, noch mal neu aufzunehmen.
So fängt dann der Videoclip mit Aufnahmen von Ebola-Kranken an, gefolgt von Campino, der singt: “Endlich wieder Weihnachtszeit!” Wenn einem sich da noch nicht die Fußnägel aufrollen, der bekommt dann auch in Zeile 9 endlich vorgerappt, dass man nach sechs Stunden Flug ganz andere Sachen erlebt.

Ich bin immer dafür, anderen zu helfen. Spenden sind wichtig, im Fall dieser Epidemie aber auch Aufklärung und Experten, die dort hinfliegen. Ob man wirklich Stars braucht, die spendensammelnd einen Kitschsong vortragen – nein, da bin ich mir nicht so sicher.

RTelenovela

Erschreckend live aus Berlin: die Maxi Playback Show!

Samstag, den 22. November 2014
Tags: , ,

Eigentlich war die Geburtstagsfeier in Berlin eine feine Sache – bis zur Live-Musik-Einlage. Einer der Gäste hatte dafür gesorgt, dass drei Männer zur Party kamen, um zu, ähm, singen.

Die Momente werden seltener, aber es gibt sie noch: Wenn man da sitzt, ein Ereignis beobachtet und staunt. Einfach nur fassungslos staunt.
Denn es ist immer wieder interessant, womit Leute ihre Freizeit verbringen oder wie sie sich ein paar Euro dazuverdienen.

Die drei Männer, die uns besuchten, gehören einem Karnevalsverein aus Berlin an. Sie ließen eine CD einlegen. Zu hören war Partymusik mit Gesang von zig Stimmen. Auf diese Musik sangen die drei Männer drauf und irgendwie auch mit. Das klang wie eine sehr verunglückte Ausgabe der Mini Maxi Playback Show. Mit dem Unterschied, dass die Herren nicht nur die Lippen bewegten, sondern auch wirklich sangen.
Nun sind Partyhits auf einer Party ja durchaus was Nettes – wenn da nicht jemand ständig raufplärren würde.

Die Tanzfläche blieb erst mal leer, die Partygesellschaft war sich nicht einig. Da gab es die Gruppe, die das Ganze erschreckend mies fanden. Die Gruppe, denen es wurscht war. Die, die es ja eigentlich gar nicht so schlecht fanden. Und vielleicht gab es auch jemanden, der begeistert war.
Dreimal 20 Minuten dauerte das Ganze, und manchmal wünscht man sich einen wie Dieter Bohlen, der solchen Leuten mal ungeschminkt seine Meinung sagen kann.
In einer der Pausen belauschte ich die Herren draußen vor der Tür. Einer meinte, er würde sich zu Hause gerade “Das Supertalent” aufnehmen, ihm gefalle, wie sich manche Leute dort vor der Jury blamieren.
Da musste ich dann aber doch lachen. Aber ich befürchte, die Männer nehmen ihr Hobby sehr, sehr ernst, und sie sind sehr, sehr überzeugt davon, dass sie einen sehr, sehr guten Job machen.

RTZapper

Conchita – Queen of Austria

Dienstag, den 28. Oktober 2014
Tags: , , ,

SO 26.10.2014 | 18.30 Uhr | 3sat

Conchi! Wenn der Papa überlegt, wie er denn nun seinen Sohn nennen soll, der sich den Eltern erstmals als Frau präsentiert, dann ist das ein aufregender Moment für eine Familie.
Conchita Wurst hat im Mai den Eurovision Song Contest 2014 in Kopenhagen gewonnen, und eine Doku des ORF, die 3sat am Sonntagabend zeigte, begleitete die Künstlerin beim langen Weg dorthin: “Conchita – Queen of Austria”.

Mit dem Sieg beim ESC ist die harte Arbeit von Conchita und ihrem Team gekrönt worden. Bei weitem nicht alle Österreicher fanden es toll, von einem Mann vertreten zu werden, der als bärtige Frau auf der Bühne steht. Die Doku zeigt, wie Conchita in einem Café von einem älteren, dicken Mann angesprochen wird, der ihr das auch deutlich ins Gesicht sagt, und der ihr nicht mal die Hand zum Abschied geben will, weil er angeblich so erzogen worden sei. So schlecht erzogen.

Minutiös arbeitete Conchita Wurst an ihrer Karriere. Der spätere ESC-Gewinnersong blieb bis zum Ende geheim, als erstes sang sie ihn vor ihrem engsten Freundeskreis vor. Als Dank dafür, dass die Leute alle so hingter ihr stehen würden, und als Entschuldigung, weil sie kaum noch Zeit habe.
Tom Neuwirth wollte eigentlich nie als Conchita Wurst in seine Heimat. Er wollte das sauber trennen. Selbst seine Eltern haben ihren Sohn noch nie als Conchita gesehen, zumindest außerhalb der Glotze. Aber Conchita bekommt einen herzlichen Empfang. Selbst in der Kneipe des kleinen Ortes schließt man sie in die Arme. Erstaunlich und erfreulich.

Eine spannende Doku, die mehr zeigte, als die Künstlerin auf der Bühne, die ein wenig unnahbar erschien. Dabei ist Conchita Wurst, ist Tom Neuwirth, ein hart arbeitender Mensch, gleichzeitig aber auch warmherzig, locker und witzig.
Hoffentlich war der Song Contest nicht der einzige größere Erfolg, den Conchita Wurst feiern darf.

RTZapper

Bundesvision Song Contest 2014

Montag, den 22. September 2014
Tags: , ,

SA 20.09.2014 | 20.15 Uhr | ProSieben

Da geht der “Bundesvision Song Contest” gerade mal in seine zehnte Runde, und schon wird etwas am Konzept geändert. Allerdings nicht zu auffällig, man möchte ja niemanden erschrecken. Die bahnbrechende Neuigkeit: Es gab keine bundesländerspezifischen Vorstellungsfilme mehr. Stattdessen bat Moderator Stefan Raab die Musiker zu sich auf die Couch – zu einer gemeinsamen Session.
Viel rausreißen konnte Raab damit nicht. Dass seine Musikshow ziemlich vor sich hinplätscherte, konnte er damit nicht verhindern.

Man hätte meinen können, dass der diesjährige Wettbewerb spannend werden könnte. Immerhin waren bei der zehnten Auflage neben den Newcomern diverse bekannte Acts in der Göttinger Lokhalle vertreten: Revolverheld, Andreas Bourani, der gerade zur Fußball-WM einen Nummer-1-Hit hatte, Materia, Max Mutzke, Maxim und Jupiter Jones. Dazu gab es weniger und unbekannte Musiker.
Am Ende hatte Revolverheld die Nase vorn, der Sieg ging nach Bremen, spannend war es während des Votings leider nie. Materia hätte eigentlich das Potenzial gehabt, seine Heimathymne über Rostock allerdings war so schnarchig, dass man den Eindruck gewinnen konnte, dass der Song noch nicht fertig war. Sieg verspielt.

Schade ist, dass sich Raab offenbar nicht traut, wirklich nur Newcomer ranzulassen. Die bekannten Gruppen und Solokünstler haben in zehn Shows immer gewonnen. Zwar ist es für die Newcomer immerhin ein gutes Sprungbrett (Teesy aus Sachsen-Anhalt erreichten einen tollen 3. Platz, Tonbandgerät aus Schleswig-Holstein einen 5. Platz), aber sie bleiben immer im Schatten der Großen.
Einen besonderen Quotenbringer landet Raab mit seinem Song Contest schon lange nicht mehr. Wieso wagt er es nicht mal – wenigstens einmal – wirklich nur unbekannte Gruppen auf die Bühne zu lassen? Dass wirklich nur mal die Songs im Mittelpunkt stehen. Warum hat die Show stattdessen die Anmutung, dass die nur großen Plattenfirmen ihre Nummern raushauen dürfen? Wo sind die Talentscouts?

Und, bitte, Stefan Raab: Wir wollen die mitunter grauenvollen Pappnasen der Privatradiosender mit ihren dämlichen Morningshows und den fünf bestellten Jublern beim Voting einfach nicht mehr sehen!

RTZapper

disco

Sonntag, den 21. September 2014
Tags: , ,

FR 19.09.2014 | 19.30 Uhr | zdf.kultur

Licht aus! Spot an!
Ilja Richter rief das in seiner Musikshow “disco” vor vielen Auftritten seiner Gäste auf der Bühne. Das galt als Kult, wie überhaupt die ZDF-Show als Kult gilt.
“disco” lief von 1971 bis 1982 im ZDF-Programm. Momentan laufen jeden Tag Wiederholungen bei zdf.kultur.

Die Show sollte wohl eine Art Jugendprogramm sein, weil das ZDF aber einen gesellschaftlichen Auftrag hatte, mussten auch die älteren Zuseher eingebunden werden. Deshalb sah man Ilja Richter immer wieder in ranzigen Sketchen ohne jeden Witz. Bemüht lustig, trutschig und einfach nur doof.
Damals galten auch Cindy und Bert noch als hip, mit ihrem deutschen Schlager hätten sie 2014 in einer Jugendsendung nicht den Hauch einer Chance gehabt. 2014 wäre Ilja Richter aber vermutlich auch nicht als guter Moderator durchgegangen, aber damals konnte man ja nicht wirklich umschalten, es gab nur drei Programme.

Ein Format wie “disco” ist ein Produkt seiner Zeit, inzwischen um die 40 Jahre alt. Wirklich zu ertragen ist die Sendung heute kaum noch.