RTelenovela

Überraschungsevent (4): Cabriotour 2016

Sonntag, den 21. August 2016
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(3) -> 20.6.2016
Ctour 2011 -> 4.6.2011

Der Startschuss fiel im April: Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. In diesem Monat durfte ich das Event planen, im September ist sie dran.
Diesmal war allerdings einiges anders. Auch Geburtstags- und weiteren Gründen galt die 30-Euro-Hürde nicht. Zumindest nicht meinerseits.

Das Kleingedruckte war gar nicht so kleingedruckt – zumindest hinterher ist mir das aufgefallen. Obwohl ich beim Autoverleiher (natürlich!) ein BMW-Cabrio bestellt hatte, wurde es dann ein Audi A3. Ein merkwürdiges Systen, bei man sich im Internet zwar ganz genau ein Auto aussuchen kann, wo es dam Ende dann aber heißt, man könne das gar nicht, sondern nur einen Wagen einer bestimmten Fahrzeugklasse.
Aber egal, Cabrio ist Cabrio.

Bevor ich das Parkhaus verlassen konnte, musste ich mich erst mal einlesen – im Internet auf dem Smartphone. Ich musste mir erst mal raussuchen, wie man denn überhaupt das Dach öffnet. Ohne die Infos hätte ich das bestimmte Knöpfchen nicht gefunden. Oder die Handbremse, die auch nur aus einem Knopf besteht und nicht – wie ich es kenne – aus einem Hebel.

Das Wetter war einigermaßen sonnig, als wir auf der B1 den Berliner Südwesten erreichten. Da, wo die Stadt eigentlich keine Stadt mehr ist – zwischen dem Stadtteil Wannsee und der eigentlichen Stadtgrenze fährt man auf breiter Straße durch einen Wald. Im alten West-Berlin war das schon das Nigendwo, das Rückzugsgebiet für die Städter, die ja ansonsten kein Umland hatten.
Über die Glienicker Brücke erreichten wir Potsdam, wo die B1 eine merkwürdige Schleife ums Stadtzentrum macht – durch die Stadt wäre es kürzer gewesen, allerdings fand dort irgendeine rechte Demo statt, die wir dadurch immerhin umfahren hatten.

In Geltow verließen wir die B1 in Richtung Caputh. Fähre fahren muss einfach sein. Mit der Seilfähre ging es über das Gemünde.
Der Leihwagen hat ein Münchner Kennzeichen. Wir waren also Münchner. Na, Servus!
Auf der Fähre stand neben uns ein Auto aus Bayern. Die junge Dame am Steuer sprach uns gleich an. Dass es ja schön sei, dass wir auch auch Bayern kämen, und ob wir hier Urlaub machen. Die beiden neben uns kamen aus Fürth, und wir ließen sie in dem Glauben, wir kämen aus München. Ja, wir machen Urlaub und fahren durch die Potsdamer Region, erzählten wir.

Unterdessen erzählte uns das Auto, dass wir den Reifendruck nachmessen müssten. Druckverlust! Toll! Also hielten wir am Autohof an der B1 bei Plötzin an – um festzustellen, dass auf allen vier Reifen derselbe gute Druck herrscht. Also ließen wir die Leuchte Leuchte sein.

Autobahn im Cabrio ist bis zum Tempo 120 noch ganz erträglicher, sehr viel schneller sollte man nicht sein – zumindest nicht im T-Shirt. Warum eingepackt geht natürlich alles.
In Nauen machten wir einen Schlenker durch die Altstadt. Interessanterweise gibt es dort am Rande zwei Gebäude, die fast exakt so aussehen wie das Haus, in dem ich wohne. Da müssen Nauen und Oranienburg wohl dieselben Architekten gehabt haben.

Heidelbeeren waren bis vor kurzem absolut nicht in meinem Blickfeld. Erst als ich neulich beruflich auf dem Spargelhof in Kremmen war und welche kosten konnte, war ich angefixt. Also legten wir dort einen weiteren Zwischenstopp ein. Das Schlimme an Heidelbeeren ist: Wenn man einmal anfängt, welche zu essen, kann man kaum noch aufhören. Wie bei Schokolade oder Chips.

Langsam wurde es kühl. Normalerweise wäre die Fahrt durch den Wald der Ruppiner Schweiz nach Boltenmühle der schönste Teil der Strecke gewesen. Aber die Sonne war weg, dicke Wolken zogen auf. Als wir beim Essen unterm Sonnenschirm saßen, fing es an zu prasseln – und es war, als säßen wir in der Regenhölle auf den letzten Quadratzentimetern Trockenheit.
Die Stimmung war aber eh gedrückt. Ein paar hundert Meter entfernt gab es gleichzeitig einen Feuerwehreinsatz – irgendjemand war im Tornowsee ertrunken. Kurz zuvor waren wir an der Stelle noch vorbeigefahren.

Eigentlich war der Plan dann, mit geschlossenem Dach schnell zurück nach Berlin zu fahren – auf der Autobahn. Zwar regnete es erst mal nicht mehr, aber es war kühl.
Als wir auf der B5 aber Berlin erreichten, fing es erneut an, zu regnen.
Aber wir gaben nicht auf. Irgendwann musste es ja aufhören, denn eigentlich sollte die Abendfahrt durchs Zentrum der Höhepunkt werden. Sie fand auch statt – aber im Regen und dementsprechend nicht offen. Und es hörte auch nicht mehr auf, es pladderte immer mehr. Das hatten wir uns anders vorgestellt.

RTZapper

Rundschau extra: Pressekonferenz zur Schießerei in München

Sonntag, den 24. Juli 2016
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FR 22.07.2016 | 2.20 Uhr (Sa.) | BR-Fernsehen

Mitten in der Nacht, um 2.20 Uhr, unterbricht das BR-Fernsehen nochmals den Spielfilm für eine aktuelle Nachrichtensendung. Fast sechs Stunden lang hat BR zuvor ununterbrochen über die Schießerei im Olympia-Einkaufszentrum in München berichtet, das Dritte schaltete sich gute vier Stunden lang zum Ersten dazu, wo umfassend berichtet worden ist.

Um 2.20 Uhr also noch mal. In München berichtete die Polizei in einer Pressekonferenz, welche Erkenntnisse sie gewonnen hat. Wie viele Tote (neun), wie viele Täter (einer, und der hat sich umgebracht) und wie das Ganze abgelaufen ist.
Die Polizei hat in München einen sehr, sehr guten Job gemacht. Mit unendlicher Geduld hat Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins in mehreren improvisierten Pressekonferenzen jede noch so doofe Frage von Journalisten beantwortet. Er hat ruhig und gelassen übermittelt, welche Fakten vorlagen. Er hat Gerüchte zurückgewiesen, versucht einzuordnen, Gelassenheit in einer schwierigen Lage ausgestrahlt.
Über Twitter informierte die Polizei München vorbildlich, sie informierte die Leute, bat sie, keine Tatortfotos zu posten und rief auf, ruhig zu bleiben. In der Krise behielt die Polizei einen kühlen Kopf. Vorbildlich!

RTelenovela

Party vs. Breaking News

Samstag, den 23. Juli 2016
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Ein Freund schrieb mir im Facebook-Chat über eine Sondersendung “zu München”. “München?”, fragte ich zurück.
Schießerei im Olympia-Einkaufszentrum in München. Krisenlage.

Ich bin ein Nachrichtenmann, ein Nachrichtenjunkie auch. In einer Krisensituation, wenn eine Breaking News passiert, möchte ich wissen, was los ist, da möchte ich die Nachrichten sehen – und natürlich auch aus “Zapper”-Sicht beobachten, wie die Medien auf solche Situationen reagieren.
Ich war aber in Berlin, aber einer größeren Open-Air-Party. Mit einer Freundin, die mit aktuellen Nachrichtenlagen wenig anfangen kann. Ab und zu wischte ich mich auf dem Smartphone durch die Meldungen auf Facebook. Vier Tote in München. Später sechs.

Im Grunde war die Party für mich gelaufen, wäre ich alleine da gewesen oder nicht auf die Fahrerin angewiesen – ich wäre wohl abgehauen. In solchen Lagen habe ich keinen Nerv für eine Party. Schon am Freitag davor, hatte ich keine Lust mehr aufs Feiern, als die Putsch-Nachrichten aus der Türkei eintrafen. Ich habe dann keine Ruhe mehr.
Aber so war erst mal nichts mit News. Stattdessen hatte ich lauter Partypeople um mich rum, die vermutlich (sicherlich) keine Nachrichten lesen wollten oder konnten.
Zwischenzeitlich dachte ich: Jetzt erst recht. Warum muss man sich durch solche irren Menschen die Party kaputtmachen lassen, aber es fiel mir immer nur minutenweise leicht, abzuschalten und zu tanzen.

Erst nach 1 Uhr war ich zu Hause und konnte schauen, was los ist. Und mir ansehen, was ich mir am Abend aufgenommen hatte. Denn die eigentlich programmierten Sendungen fielen allesamt aus.

RTZapper

RTL aktuell: Schüsse in München

Samstag, den 23. Juli 2016
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FR 22.07.2016 | 18.45 Uhr | RTL

Ja, es hat wohl Tote gegeben. Es muss sie gegeben haben, denn bei RTL hat man sie ja in Großaufnahme gesehen. Zugedeckt zwar, aber man musste sie zwingend zeigen. Mehrmals.
Ob sich RTL-Nachrichten-Anchorman Peter Kloeppel in diesem Moment gefragt hat, ob man das überhaupt machen sollte?

Die Terrorkrise hat Deutschland nun wirklich erreicht. Am frühen Freitagabend schoss ein junger Mann im Olympia-Einkaufszentrum in München um sich. Bis zum frühen Sonnabendmorgen war von zehn Toten die Rede.

Und das deutsche Fernsehen ging in den Breaking-News-Modus über.
Das Erste unterbrach das Frauen-Fußball-Spiel (beim Männer-Fußball-Spiel hätten die Breaking News vermutlich warten müssen), und die 20-Uhr-Tagesschau dauerte 75 statt 15 Minuten, direkt danach begannen die “Tagesthemen”. Das restliche Abendprogramm entfiel komplett. Das ZDF zeigte viele Sondersendungen, bei n-tv hat man die Breaking News vorsorglich schon mal auf rund 30 Stunden ausgedehnt – bis mindestens Sonnabend, 24 Uhr.
Und diesmal mischte mal wieder RTL mit. Was aber vermutlich daran lag, dass Peter Kloeppel mit seiner Sendung sowieso dran war – und einfach nicht mehr aufhörte, zu senden. Bis etwa 22.10 Uhr, als plötzlich mit drei Stunden Verspätung “Alles was zählt” begann.

RTL sendete am Freitagabend mehr als nur einmal sehr, sehr dicht am Rande des seriösen Journalismus. Stellenweise moderierte Peter Kloeppel allerdings – mit sorgenvoller Miene – einen Live-”Tatort”.
Live übertrug RTL, wie Menschen in Panik aus dem Einkaufszentrum rannten. RTL sprach Stefan Richter, der Reporter vor Ort Menschen an, die Angst hatten. Das heißt, er wollte, aber eine Polizistin scheuchte ihn weg – ebenfalls live on Air. Live zeigte RTL Polizisten, die mit vorgehaltener Waffe auf andere Menschen zielten, die sich wiederum mit erhobenen Händen näherten. Vermutlich hätte RTL auch live übertragen, wenn es – vielleicht sogar ja nur aus Versehen – einen Schusswechsel gegeben hätte. Vermutlich fand das bei RTL aber niemand unverantwortlich.
RTL zeigte auch Zeugeninterviews, die irgendwas erzählen durften, was keiner überprüft hat, ob es denn wirklich so war. Egal, wird gesendet, ist doch wurscht. Peter Kloeppel las ständig neue Infos von seinem Tablet – auch unbestätigte Meldungen. Egal, verbreiten wir trotzdem alles, ist doch wurscht.

Im Ersten schalteten sie stundenlang auch zu Reportern hin und her. Aber dort ging es wesentlich gemäßigter zu. Keine Waffen-Szenen live. Leichen nur sehr dosiert oder gar nicht.
Das kann man übervorsichtig, vielleicht auch langweilig finden. Dabei ist das einfach nur sehr viel verantwortungsvoller als es die RTL-Leute am Freitagabend praktiziert haben.

RTelenovela

Heimat. Zu Hause. Ein Gefühl

Samstag, den 10. Oktober 2015
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Was ist Heimat? Und wo ist Heimat? Und warum ist Heimat Heimat?
Darum dreht sich die diesjährige ARD-Themenwoche, und eigentlich könnte man sich diese Frage ja auch mal selbst stellen.

Und dabei ist die Antwort gar nicht so einfach.
Heimat: Oranienburg, natürlich. Da wohne ich, da bin ich aufgewachsen. Da kenne ich mich aus, da habe ich viel erlebt, da gibt es unfassbar viele Erinnerungen.
Aber Heimat ist auch die Region drumherum, Oberhavel, schließlich ist man ja viel unterwegs, wenn man von A nach B will.
Und Berlin. Berlin liegt direkt vor der Haustür und damit in meinem Einzugsgebiet. Es ist total selbstverständlich, in Mitte unterwegs zu sein. Oder in Prenzlauer Berg oder Charlottenburg. Ich bin nicht als Tourist auf dem Kudamm oder im Hauptbahnhof. ich fühle mich da heimisch. Allerdings: Auch wieder anders heimisch als in Oranienburg.

Vielleicht ist ja “zu Hause” noch mal was anderes als Heimat?
Ich fühle mich auch heimatlich, wenn ich auf Rügen bin. Vor allem in Binz, aber auch Sellin, Baabe oder Göhren. Ich war da schon so oft, werde da hoffentlich noch oft sein, ich kenne mich da aus, ich liebe diese Gegend. Mein “zweites Zuhause” sage ich immer gern. Auch so etwas wie Heimat. Ein Ort, an dem ich mich wohlfühle, an dem ich mich auskenne, Erinnerungen habe.
Oder Familie. Die Gegend rund um Hannover ist deshalb auch sehr wichtig. Als meine Verwandten kürzlich aus der Wedemark verzogen sind, war das auch für mich ein wehmütiger Augenblick. Ein Stück Heimat weniger. Dafür rückt Hannover selbst weiter in den Blickpunkt.
Oder Freunde. Deshalb ist die Gegend rund um Hockenheim auch schon ein ganz kleines bisschen Heimat. Dort wohnt von Freund von mir, den ich auch ein- bis zweimal im Jahr besuche.
Oder München. Da hatte ich einen Teil meiner Ausbildung, habe dort mehrmals ein bis zwei Wochen dort gewohnt. Letztlich gar nicht lange. Aber lange genug, um ein Gefühl zu entwickeln.

Heimat ist eben mehr als nur das Zuhause, das man hat. Das sind Gegenden, Erinnerungen, Familie, Freunde. Heimat ist ein Gefühl.

RTZapper

rbb aktuell: NSU-Prozesslotterie und enttäuschte Journalisten

Dienstag, den 30. April 2013
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MO 29.04.2013 | 21.45 Uhr | rbb

Deutschland ist schockiert: Qualitätszeitungen wie die “F.A.Z.”, “Die Welt” oder “Der Tagesspiegel” haben keinen festen Platz beim anstehenden NSU-Prozess zugelost bekommen.
Okay, eigentlich ist nicht Deutschland schockiert, sondern die Journalisten, ob sich der Rest dafür interessiert, welche Zeitung aus München direkt berichten darf und wer stattdessen entweder auf die Nachrichtenagentur DPA, die akkreditierten freien Journalisten oder mit anderen Redaktionen zusammenarbeiten muss, ist den meisten Lesern eh’ wurscht.

Dennoch berichtete u.a. “rbb aktuell” am Montagabend an recht prominenter Stelle über den, ähm, Skandal.
Schon wieder sei was schiefgegangen bei der Vergabe der Prozessbeobachterplätze. Da gibt es jetzt Zeitungen, die uns mitteilen, dass sie ja so wichtig und toll sind, dass man sie doch nicht einfach aussperren kann. Im rbb darf ein Redakteur der Berliner Regionalzeitung “Der Tagesspiegel” (sie selbst sehen sich als bedeutender, aber mal ehrlich…) sagen, dass das so doch irgendwie nicht so schön sei. Bei “Welt” und “F.A.Z.” denkt man über erneute Klagen nach.

Liebe Journalisten, vielleicht ist es euch noch nicht aufgefallen: Im NSU-Prozess geht es gar nicht um euch, wir wollen jetzt endlich, dass es losgeht und nicht, dass schon wieder über euch – und nur über euch – gestritten wird.

Ärgerlich ist aber auch die arrogante und abgrundtief dumme Berichterstattung. Da machen sich alle darüber lustig, dass kabeleins, RTL II oder die “Brigitte” Presseplätze bekommen haben. Oder die “Lübecker Nachrichten” oder das Internetportal “Hallo München”.
Dabei wird kabeleins sicherlich eher für die ProSiebenSat.1-Gruppe stehen. RTL II wird ganz bestimmt eher und auch für RTL, VOX und n-tv da sein. Das “SZ-Magazin” wäre schön blöd, wenn es die “Süddeutsche Zeitung” selbst nicht beliefern würde (was soll also das Geheule?). Die “Lübecker Nachrichten” werden vermutlich die komplette Mediengruppe Madsack beliefern. Und gehört die “Brigitte” nicht zum Verlag Gruner + Jahr, und der “stern” nicht auch? Ist da nichts machbar? Auch nicht bei “Hallo München”, zu dem mehrere bayerische Zeitungen gehören?

Da ist viel Wind um nichts, da geht es um gekränkte Eitelkeiten. Und, meine Güte, sonst hauen die Zeitungen ihre Seiten auch mit DPA-Berichten voll.

aRTikel

Erst das Abi, dann die Schauspielkarriere

Donnerstag, den 15. November 2012
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Dennis Kamitz (16) aus Schildow ist 2013 in drei Filmen zu sehen

MAZ Oranienburg, 15.11.2012

Mit „Crazy Dennis Tiger“ ist der Jungschauspieler in diesem Jahr auf diversen Festivals zu sehen. Sein Wunsch ist es, mal eine Hauptrolle in einem großen Kinofilm zu spielen.

SCHILDOW
Anzug und Krawatte – das musste sein. Nicht fehlen durfte die Mütze, vielleicht sogar schon sein Markenzeichen. Auf der Gala zur Verleihung des Deutschen Kurzfilmpreises in München ging „Crazy Dennis Tiger“ zwar leer aus, doch für Dennis Kamitz hat sich die Reise trotzdem gelohnt. „Es war aufregend“, sagt der 16-Jährige aus Schildow.

In dem in Schildow, Bergfelde und Umgebung gedrehten Film spielte Dennis unter der Regie von Jan Soldat die Hauptrolle. „Den Anzug für die Preisverleihung habe ich mir gekauft, die Krawatte von einem Kumpel geliehen“, erzählt er. „Ja, wir waren ein bisschen enttäuscht, dass es nicht mit dem Preis geklappt hat, aber allein, dass wir nominiert wurden, war toll“, sagt Dennis.
An diesem Wochenende läuft „Crazy Dennis Tiger“ beim Interfilm-Festival in Berlin. Nur eines von vielen. Der Streifen lief schon beim „Goldenen Spatz“ sowie in Dresden, Marburg und sogar bei einem Festival in Pakistan. Im Frühjahr konnten ihn auch die Zuschauer des RBB sehen. „Der Film gefällt mir immer noch“, sagt Dennis. „Auch wenn ich ihn schon gefühlte 300-mal gesehen habe.“

Inzwischen hat der Schildower sogar einen Wikipedia-Eintrag und eine Kartei in der Berliner Schauspielagentur Impact. „Ich wurde angesprochen, als wir beim Sehsüchte-Festival in Potsdam-Babelsberg waren“, erzählt Dennis Kamitz. Für die Dienste zahlt er nichts, aber wenn er ein durch die Agentur vermitteltes Engagement bekommt, erhält sie eine Provision. „Alles andere wäre unseriös“, findet der Schildower.

Im kommenden Jahr gibt es gleich drei Filme, in denen Dennis mitgespielt hat, die Premiere feiern. In den Sommerferien spielte er im Kurzfilm „Der weiße Hase“ die Hauptrolle. Dafür reiste er für zwei Wochen nach Köln. „Es geht um einen Nazi, der sechs Jahre im Knast war, wieder nach Hause kommt und dort mit seinem jüngeren Bruder klarkommen muss“, erzählt Dennis. Er spielt Gabriel, den jüngeren Bruder. Der Film ist zur Berlinale eingereicht. Falls er dort nicht läuft, soll die Premiere im März 2013 sein.
In Thüringen hatte er fünf Drehtage beim Kinderfilm „Ricky“. Dort war er Teil einer Jugendgang. Für die deutsch-kanadisch-russische Co-Produktion „Buddhas little Finger“ reiste er nach Leipzig und spielte dort den „Pilgrim“. Im September 2013 soll der Film in die Kinos kommen.

Dass Schauspieler sein absoluter Traumjob ist, das steht mittlerweile fest. „Ich kann mir gar nichts anderes vorstellen“, sagt er. Aber auch, dass er erst mal sein Fachabitur am Oranienburger Georg-Mendheim-OSZ macht, ist vollkommen klar. „Ich will das so“, sagt er. „Meine Eltern haben mich jedenfalls nicht dazu gezwungen.“ Die Freistellungen von der Schule haben bis jetzt aber immer gut geklappt.
Auf eine Schauspielschule kann er sowieso erst, wenn er 18 ist. Kürzlich sah er sich an der Ernst-Busch-Schauspielschule in Berlin sowie an der Universität der Künste um. „Das ist harte Arbeit, die die da machen“, sagt er. „Ich habe mir einen Monolog angesehen, und so was spielt man ja nicht einfach so, die machen das richtig gut. Da denkt man sich schon: puh!“ Er könnte sich vorstellen, später auf die Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) nach Potsdam zu gehen. „Aber die Kriterien, dort aufgenommen zu werden, sind hart. Da muss man sich richtig gut vorbereiten.“

Eine Hauptrolle in einem Film – das könnte ihm gefallen. Er sieht sich ein wenig wie David Kross in Detlev Bucks Film „Knallhart“. „Wobei ich aber auch mal was anderes spielen will, nicht immer den Underdog und rebellischen Jungen, ich möchte auch mal den Fröhlichen spielen“, sagt er.
Zu seinen Lieblingsschauspielern zählen Frederick Lau und Matthias Schweighöfer, auf der Berlinale hat er Jürgen Vogel und Elyas M’Barek („Türkisch für Anfänger“) getroffen. Letzterer gab Dennis einen Tipp mit auf den Weg: „Er sagte zu mir, ich soll auf jeden Fall erst mal den Schulabschluss machen“, erzählt er und lächelt, denn genau das hat er vor. Wenn alles gutgeht, dann macht er im Sommer 2014 sein Abi. Und dann kann es für Dennis Kamitz so richtig losgehen, mit der Schauspielkarriere.