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Teufelstal: Die Macht der Gewohnheit

Donnerstag, den 11. Dezember 2014
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Ich habe gerade gelesen, dass die Autobahnraststätte Teufelstal an der A4 unweit des Hermsdorfer Kreuzes eine Kultraststätte ist. Und das schon seit DDR-Zeiten.
Kult? Eher nicht.
Allerdings bin ich an dieser Raststätte sicherlich schon weit mehr als 20-mal angehalten. Seit 2002 besuche ich mehrmals im Jahr einen Freund in Südwestdeutschland, und die Raststätte Teufelstal liegt kommt nach ziemlich genau zwei Stunden Fahrzeit von zu Hause aus.
Allerdings stelle ich mehr und mehr fest: Doll ist’s nicht.

Vor mir steht eine Gruppe mit fünf Männern, sie kommen vermutlich aus Tschechien. Einer von ihnen kann Englisch und versucht, sich mit den beiden Verkäuferinnen zu verständigen.
Die jedoch scheinen zu denken, dass wenn man lauter Deutsch (Thüringisch) spricht, dass Ausländer das dann besser verstehen. Sprachkenntnisse scheinen an Autobahnraststätten jedenfalls nicht sehr gefragt zu sein.
Dass man sie wohl nicht versteht, scheinen sie zu wissen, denn sie machen sich ein bisschen über die Männer und darüber, dass sie sich nicht entscheiden können, was sie essen möchten, lustig.

Dazu muss man sagen: Ich konnte mich auch nicht entscheiden, was ich essen möchte. Es sah alles gleich schlecht aus. Fettige Würste, fettige Soßen, klumpige Nudeln – und alles zu stolzen Preisen. Nachdem ich mich beim letzten Mal mit Fisch angeschissen hatte, war nun auch die Bratwurst mit Kartoffelsalat ein Reinfall. Die Wurst schmeckte alt, der Kartoffelsalat irgendwie… na ja, nicht gut.
Es ist nur meine Macht der Gewohnheit, die mich in Teufelstal rasten lassen. Obwohl ich mich immer wieder darüber ärgere.

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Es gibt noch Kartoffelgelee!

Freitag, den 9. Mai 2014
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Wenn der Kellner fragt, ob das Essen schmeckt, dann erwarten alle eigentlich nur eine Antwort: Ja.
Neulich war ich mit meinem Onkel in einem italienischen Lokal in Ribnitz-Damgarten. Er bestellte einen Rotwein, und irgendwann kam der Kellner vorbei und fragte: “Schmeckt der Wein?” Und mein Onkel ganz trocken: “Nein.” Da zuckt man natürlich erst mal zusammen, aber er meinte danach, das müsse man so tun. Er sei schließlich Stammgast dort, und er hoffe, dass die sich endlich mal einen vernünfigen Wein anschaffen würden. Und wenn er sagt, es schmecke, dann würde das nie passieren.
Das leuchtete mir ein, und ich kann ja, was diese Dinge angeht, auch sehr ehrlich sein…

In der Raststätte Teufelstal an der A4 zum Beispiel wäre ich sehr gern sehr ehrlich gewesen, aber mich hat – vielleicht war das auch besser so – niemand gefragt, ob und wie es schmeckt.
Ich habe mich für Seelachs entschieden. Eigentlich hatte ich zu einem Burger tendiert, aber die Frau an der Kasse teilte mir mit, dass die Zubereitung 20 Minuten (!) dauern würde, was für eine Raststätte und einen Burger nicht sooo wenig ist.
Also Seelachs. Dazu sollte es Pommes geben, aber mit Pommes habe ich immer noch so meine Probleme. Ich entschied mich für Kartoffelbrei. Da kann man nichts falsch machen, dachte ich.

Der Kartoffelberei war eher Kartoffelgelee. Kurz davor, flüssig zu sein. Ob das Gelee jemals Bekanntschaft mit einer Kartoffel gemacht hat, mag ich nicht einzuschätzen. Man muss das so klar sagen: Es schmeckte so richtig Scheiße, aber der Hnger trieb’s rein. Der Seelachs war auch so lala. Das alles war unteres Kantinenniveau, aber dafür natürlich viel zu teuer.
Nächstes Mal gibt’s wohl wieder die üblichen Spaghetti. Oder ich verzichte aufs Essen an der Raststätte…

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