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Vor 20 Jahren (66): Das Rutschentrauma

Freitag, den 22. Juli 2011
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(65) -> 7.7.2011

Donnerstag, 18. Juli 1991.
Wenn ich in einem Schwimmbad bin, werde ich garantiert nicht zur Rutsche rennen. Ich hasse Rutschen! Der Grund dafür, geschah vor genau 20 Jahren.
Ich war zu Gast bei unseren Verwandten in Melle bei Osnabrück. Am besagten 18. Juli, gleich am zweiten Tag, setzten wir uns ins Auto und fuhren nach Georgsmarienhütte. Schon allein diesen Ortsnamen fand ich faszinierend.

In Georgsmarienhütte – oder auch GMH – war das große Schwimmbad. Das war schon was anderes als das Freibad in Melle, in dem wir auch ab und zu waren. Die Halle in GMH war richtig groß. Ich kannte so was ja nur vom Berliner SEZ.
Und es gab dort eine Rutsche. Mein Onkel fragte ich, ob ich denn rutschen wolle. Nun ja, ich war irgendwie noch nie ein Fan solcher Aktionen – aber wieso eigentlich nicht. Also stiegen wir auf die Rutsche.
Vor uns standen noch ein paar Leute, aber bald waren wir dran. Ich rutschte zuerst. Oder sagen: Ich war der erste, der sich in die Rutsche setzte.

Wahrscheinlich hatte ich die Technik des Rutschens nie drauf. Jedenfalls rutschte ich nicht. Es ging nicht. Ich saß fest. Vielleicht hätte ich mich hinlegen sollen.
Mein Onkel folgte unterdessen und donnerte in mich rein. Gemeinsam robbten wir runter ins Wasser, und mir war klar, dass dies beim erstes und letztes Mal auf einer Schwimmbadrutsche sein würde.
Bis heute ist das auch so.

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Vor 20 Jahren (43): Der erste Westurlaub

Samstag, den 24. Juli 2010
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(42) -> 14.7.2010

Dienstag, 24. Juli 1990.
Am 24. Juli 1990 saß ich bei meiner Tante und meinem Onkel in Melle in Niedersachsen und schrieb eine Postkarte nach Hause. Es war mein erster Westurlaub. Eigentlich waren wir zu dieser Zeit, mitte Juli, immer in Baabe auf Rügen. Doch das hatte sich wohl nicht ergeben. Stattdessen verbrachte ich eine gute Woche in Melle. Und es war eine ereignisreiche Woche für mich.

Seltsamerweise weiß ich gar nicht mehr, wie ich eigentlich dorthin gekommen bin. An eine Zugfahrt kann ich mich jedenfalls nicht erinnern. An eine Autofahrt aber auch nicht.
Auch habe ich wenige Erinnerungen an die Stadt Melle selbst. Ganz dunkel vor mir sehe ich noch das Wohngebiet, in dem lauter neue Einfamilienhäuser standen. Melle hat einen sehr schönen Park, und da mein Onkel mir ein Fahrrad geschenkt hatte, sind wir sehr viel unterwegs gewesen.

Im Freibad von Melle zum Beispiel. Dort war eine große Liegewiese und ein Becken voller Wasser.
Eisenbahnfan war ich ja schon immer. Umso toller war für mich die Fahrt mit dem Teuto-Express von Bad Laer nach Ibbenbühren. Dort ist der Aasee, und an dem fand ich den Namen am faszinierendsten.
In einem Freizeitbad waren wir auch. Bis zu dem Zeitpunkt kannte ich nur das SEZ in Berlin-Friedrichshain.
Mit den Rädern fuhren wir anderntags am Mittellandkanal entlang. Bei Minden fuhren wir dann mit einem Dampfer, wobei ich nicht mehr weiß, ob wir die Weser oder den Mittellandkanal entlangschipperten. Die Wasserkreuzung fand ich jedenfalls sehr faszinierend.
In Porta Westfalica spazierten wir zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal, und wenn ich den 1990er-Eintrag lese, könnte es sein, dass ich damals dachte, das Denkmal sei die Porta Westfalica.

Mit meinem Fahrrad auf dem Autodach sind wir dann, mein Onkel, meine Tante und ich, dann von Melle nach Oranienburg gedüst.
Mein erster Urlaub im Westen. Ich fand’s toll.

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Vor 20 Jahren (24): Gen Westen

Montag, den 18. Januar 2010
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(23) -> 14.1.2010

Donnerstag, 18. Januar 1990.
Am 10. November 1989 war ich das erste Mal in West-Berlin. Am 18. Januar 1990 war ich das erste Mal in Westdeutschland.
Etwas mehr als zwei Monate nach dem Mauerfall traten wir erstmals eine größere Reise gen Westen an und besuchten unsere Verwandten in Niedersachsen. Ziel unserer Fahrt: Melle bei Osnabrück.
In unserem Lada rauschten wir die Autobahn entlang, auf der heutigen A2 zum Grenzübergang Marienborn.
In der DDR galt auf den Autobahnen ein striktes 100er-Tempolimit. Und in besonders guter Qualität waren die Fahrbahnplatten auch nicht. Da-dong. Da-dong. Da-dong. Unser begleitendes Fahrgeräusch bis zur Grenze.

In Marienborn wurde es dann tatsächlich noch mal spannend. Es war schon ein Unterschied, ob wir nach West-Berlin einreisten oder eben diesmal in die richtige Bundesrepublik.
Der Akt dauerte jedoch nur wenige Minuten. Ausweise zeigen, lächeln und weiter.
Das riesige Betonschild mit dem DDR-Wappen ließen wir hinter uns – es steht heute noch an der Autobahn A2, allerdings ohne Hammer, Zirkel und Ehrenkranz.

Dann also waren wir im Westen. So richtig. Die Autobahn war plötzlich mit Asphalt überzogen. Und es roch plötzlich ganz anders. Feiner irgendwie. Das Trabant-Geblöker fehlte eben.
Auch ganz neu für uns: die dreispurige Piste. Hin und wieder wagten wir uns mit unserem Lada auch auf die äußerste Überholspur. Voller Drive und mit NDR2 im Radio rauschten wir an Hannover vorbei.

In Bad Oeynhausen wunderten wir uns über eine Besonderheit. In der nordrhein-westfälischen Stadt zweigt die A30 von der A2 ab. Und das mitten in der Stadt. Wer von der A2 Richtung Osnabrück abfährt, rollt mitten durch Bad Oeynhausen. Eine Bundesstraße verbindet A2 und A30. Darauf muss man erst mal kommen.

Der Empfang bei unseren Verwandten in Melle war herzlich. Mein Onkel fragte meinen Vater allerdings, ob denn unser Lada eventuell leckt, also Öl verliert. Wir konnten ihn beruhigen und das Auto auf dem teuren Pflaster parken.
Ich mochte Melle. Eine kleine, beschauliche Stadt am Wiehengebirge. Ein schickes Zentrum, ein schöner Park. Unweit des Hauses meines Onkels war auch ein Supermarkt, wo ich dann auch mal allein hinging. Ein Paradies.
Jahre später sind unsere Verwandten aus Melle weggezogen und leben nun in Glienicke.

Vier Tage blieben wir in Melle, dann begann die Rückreise mit Zwischenstopp in der Wedemark.

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Holland: Kurztrip nach Amsterdam

Samstag, den 27. Juli 1991
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Von Melle aus fuhren wir gestern nach Amsterdam, der Hauptstadt von Holland.
Es war sehr schön dort. “Automäßig” ist es allerdings eine Katastrophe! Allerdings haben wir eine sehr schöne Grachtenrundfahrt gemacht!
Dann suchten wir nach einem Zimmer an der deutschen Nordsee. Doch so weit kam es nicht: Am Ende landeten wir in Volendam an der holländischen Nordsee.
Übernachtet haben wir dann wieder in Melle, sind doch noch zurückgefahren.

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Grüße aus Melle!

Mittwoch, den 24. Juli 1991
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Viele Grüße aus Melle!
Wetter ist gut, hat bis Sonntag geregnet.
Am Mittwoch bin ich planmäßig mit em Zug angekommen. Donnerstag waren wir schon baden.
Am Sonntag sind wir zu den Externsteinen und zum Herrmannsdenkmal gefahren. leider hat uns ein Wolkenbruch überrascht.
Heute war Gisela hier.

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Melle 1990

Dienstag, den 24. Juli 1990
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Viele Grüße aus Melle! Es ist sehr schön hier.
Ich habe jetzt ein neues Fahrrad. Damit waren wir schon in Gesmold, Gerden, Buer, Dietrichsburg und 10 km am Ufer des Mittellandkanals von Bad Essen nach Bohme. Wir sind hier bestimmt schon 80 km gefahren.
Im Schwimmbad in Melle waren wir auch schon.
Am Sonnabend waren wir mit einer Dampflokomotive in Ibbenbühren. Morgen fahren wir zur Porta Westfalica und zur Wasserkreuzung der Weser und des Mittellandkanals und lassen uns mit dem Dampfer schleusen.
Am Freitag, 27.7.90 kommen wir.
Tante Marie hat mir 10 DM geschenkt. Ich habe mir 2 ALF-Kassetten gekauft.