RTelenovela

Starpower

Montag, den 2. September 2013
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Nicht enttäuscht sein: Es geht in diesem Text um Stare, nicht um Stars. Also um Vögel, nicht um Promis.

Eigentlich ist es in Meitze in der Wedemark relativ ruhig. Wenn der Wind günstig steht, dann ist nicht mal der Lärm der unweiten A7 zu hören. Am Sonnabend aber, da war alles anders. Im Baum über der Pferdekoppel war ein mächtiges Getöse. Ein großes Geschnatter. Und – von einer Sekunde zur anderen – Stille. Und dann: Geflatter. Und wieder: Stille. Bis das Geschnatter wieder – und erneut von einer Sekunde zur anderen – weiter geht.

Es sind Stare, die da im Baum sitzen. Hunderte. Vielleicht sogar 1000 oder mehr. Ein ganzer Schwarm. Wer weiß, was es zu erzählen gibt, vielleicht sprechen sie sich auch ab und rufen: JETZT! Nämlich in dem Moment, wo sie alle losflattern und zum nächsten Baum fliegen.
So geht das eine gute Stunde lang. Der komplette Starenschwarm schnattert, schweigt, flattert und schnattert. Von Baum zu Baum, immer im Kreis. Immer wieder um die Koppel und den Schuppen herum.

Ob sie was zu essen erwarten? Ob sie uns beobachten? Ob sie Abschlachtungspläne aushecken? Wir wissen es nicht, aber ein bisschen gespenstisch ist das schon.
Bis es beim Schweigen bleibt. Stille. Mit einem Mal. Sie sind weg. Der Starenterror endet ganz plötzlich. Und wir sind ein wenig erleichtert.

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Radtour (19): Peng und platt

Donnerstag, den 2. August 2012
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(18) -> 31.7.2012

Mit einem kleinen Klappfahrrad durch die Wedemark.
Eines fällt gleich auf: Radwege gibt es hier eigentlich überall. Und wenn es nur ein schmaler, kombinierter Rad- und Fußweg ist. Auf der Straße fahren muss hier jedenfalls niemand.

In Hellendorf tollen die jungen Gänse auf der Wiese umher. Noch haben sie Zeit dazu. Bis zum November müssen sie groß und dick werden. Ob sie von ihrem Schicksal wissen, dass sie im November schon geschlachtet werden und auf den Tellern der Menschen landen?

Weiter geht es nach Mellendorf. Dass sich die beiden Nachbarorte nur im Anfangsbuchstaben unterscheiden, scheint hier niemanden zu stören. In einer kleinen Seitenstraße radeln wir an einer Großbaustelle vorbei. Ein ganz neues Gymnasium hat man hier hingebaut, das Alte ist vollständig abgerissen worden. Für eine neue Gemeindeverwaltung hat das Geld auch noch gereicht.
Diese Gedanken muss irgendjemand erhört haben, denn nur kurz danach kommt es zu einem Zwischenfall. Auf dem schmalen Radweg fahre ich über einen Stein. Es macht “Peng”, und wenig später habe ich einen platten Hinterreifen. Die Luftpumpe, die wir bei haben, bringt auch nichts. Glücklicherweise sind wir unweit eines Fahrradreparaturservices. Er pumpt den Reifen auf, aber wir müssen feststellen: Das Ding ist hin. Das Rad bleibt bis morgen beim Service.
Ganz toll: Da leiht man mir ein Rad, und ich mache es kaputt. Immerhin bekomme ich Ersatz.

Die Bäke gibt es nicht nur in Schmachtenhagen und weiteren Orten. Auch zwischen Mellendorf und Meitze fließt sie. Allerdings ist sie nicht mehr als ein tiefer Graben mit etwas Wasser drin. Nebenan, auf den Feldern kurz vor Meitze, drehen schon die Mähdrescher ihre Runden.
Bis Meitze schaffe ich es ohne weitere Zwischenfälle.

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Macht sie platt, die Bayern!

Samstag, den 5. März 2011
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Eine Region im Ausnahmezustand: Wenn in der Fußball-Bundesliga Hannover gegen die Bayern aus München antritt, dann fiebern in der Region alle Leute mit. In Hannover selbst, aber auch nördlich davon, in der Wedemark.
Schon als wir uns in Meitze ins Auto setzen, muss erst mal das Radio lauter gedreht werden. NDR2 berichtet live. Hannover führt. 1:0. Erster Jubel.

Wir spazieren durch Bissendorf, sehen uns die alten Häuser und Höfe an, laufen um das Heimatmuseum rum. Das Handy klingelt. Meldung aus Meitze: Es steht nun 2:0. Noch mehr Jubel.
Wir gehen schließlich ins Café im Bürgerhaus. Und auch dort beherrscht ein Thema den Raum. Und, wie steht’s?
Inzwischen 3:1. Wahnsinn! Die Frau hinterm Tresen erzählt, dass ihr Mann heute nicht zu gebrauchen gewesen sei. Schon den ganzen Tag sei er aufgeregt gewesen, haben sich seinen Hannover-96-Schal umgelegt. Die Kollegin nickt, bei ihr zu Hause sieht es wohl heute nicht anders aus. “Und wie steht’s noch mal? 2:1?” – “Nein, inzwischen 3:1?” Und schon wieder Jubel.
Minuten später. Das Handy klingelt erneut. Kurzer Blick auf die Uhr. Das Spiel müsste jetzt vorbei sein. “Und? Gewonnen?”
Es blieb beim 3:1, und im Bissendorfer Café sind nun alle Hannoveraner. Aber jetzt schnell nach Hause. “Sportschau” gucken! Sehen, wie die Bayern blöd aus der Wasche schauen.

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Nichts als Schnee

Sonntag, den 23. November 2008
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Wintermorgen in Meitze. Der Blick aus dem Fenster aus Feld – nichts als Schnee. Aber die Wege und straßen waren einigermaßen frei, so dass die Rückfahrt nicht problematisch zu werden schien. Als ich am Nachmittag losfuhr, war die Autobahn auch trocken.
Die Wettergrenze auf der Hinfahrt war an der Elbe. Auf der Rückfahrt – auch. Fast. Hinter Magdeburg setzte leichter Schneefall ein. Aus dem leichten schneefall wurde mehr und mehr ein heftiger Schneefall. Bei Burg wurde aus dem heftigen Schneefall wildes Schneetreiben. Die Scheinwerfer leuchteten nur noch in eine Schneewand. Ich sah in einen Flockenwirbel.
Was tut man? Eine Abfahrt zu benutzen und abseits der Autobahn eine Pause zu machen bringt jedenfalls nichts. Denn erstens habe ich nicht genau erkennen können, wo die Abfahrt beginnt und zweitens, wer weiß, ob ich den Verlauf der Straße hätte folgen können?
Also weiter. Immer den Leitplanken und den Rücklichtern des Vordermannes nach. Tempo 50. Die Autobahn 2 war nicht noch eine weiße Fläche. Nur ein paar Lkw-Fahrer vertrauten auf die Winterreifen und überholten.
Kurz hinter der Grenze zu Brandenburg wurde das Schneetreiben weniger, die Straße wieder erkennbar. Doch bis alle Fahrer wieder auf die Tube drückten, verging einige Zeit, denn von dieser Viertelstunde mussten sich sicherlich alle erstmal erholen.

Nicht überall lag Schnee. Im Verlauf der Autobahn war es wieder bunt am Straßenrand, von der weißen Pracht war nichts zu sehen. Erst auf der B5 bei Dallgow-Döberitz und in Spandau war es an den Rändern wieder winterlich, im Zentrum dann wieder kaum noch.
Das Konzert von Anne Clark im K17 in Friedrichshain war gegen Mitternacht zu Ende, ich tankte noch nix für 1,129 Euro und sah schon – wieder Schnee. Dicke Flocken, als ich an der Kniprodestraße von der Tanke losfuhr. Die Prenzlauer Promenade war bereits weiß, die Schneeschicht sicherlich zwei Zentimeter dick. Bei der Überfahrt auf die Autobahn zum Dreieck Pankow ging es wieder in eine Schneewand. Alles weiß, dicke Flocken, Sichtweite um die 20 Meter, Tempo 40. So schlich der Verkehr dahin, Fahrspuren gab es nicht mehr. Bei Mühlenbeck war das Schneespektakel aus dem Himmel zu Ende.
Tempo 60 war nun auf jeden Fall drin. Meistens ist es auch besser, direkt auf Schnee zu fahren, als schon auf ausgesfahrenen Spuren, denn da könnte sich Glätte bilden. Angst vor Glätte hatte auch der BMW-Fahrer, der vor Havelhausen mit Tempo 25 durch den Wald schlich. Blinker gesetzt und vorbei.
Auch Oranienburg ist jetzt übersät von dicker, winterlicher Pracht. Der Winter ist da, noch lange vor dem eigentlichen Winteranfang und dem Advent. Wenn ich nicht gerade beim Schneetreiben auf der Autobahn unterwegs bin, finde ich das auch ganz schön…

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Nächtlicher Pflanzenschneenoteinsatz

Samstag, den 22. November 2008
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Meine Fahrt nach Meitze in die Wedemark stand kurzzeitig auf der Kippe. Als ich am Vormittag in der Berliner Masurenallee in mein Auto stieg, goss es wie aus Kübeln. Ich war noch nicht mal auf der Avus, um aus Berlin rauszufahren, schon ging der Niederschlag in fetten Schneeregen über. Es wurde zusehens Winter.
Bei Potsdam wurde der Regen weniger, der Schnee immer mehr, noch auf der A115 verlangsamte sich der Verkehr. Am Dreieck Potsdam waren die Wälder schon weiß. Der Verkehrsfunk im Radio meldete bereits Glätte auf der A2 bei Ziesar. Na toll, da musste ich lang.
Bis zum Dreieck Werder hatte ich nun also Zeit, mich zu entscheiden: Bleibe ich auf dem Berliner Ring, um nach Hause zu fahren oder fahre ich auf die A2 Richtung Hannover.
Schneetreiben. Mehr als Tempo 80 war nicht drin.
Kurz vor Werder noch mal der Verkehrsservice: Von Glätte war nichts mehr zu hören. Also entschied ich mich: Ab auf die A2!
Doch das Schneetreiben wurde dichter. Ab Ziesar empfahl es sich nicht mehr, die dritte Fahrspur zu benutzen, sie war mit einer Schneematschschicht bedeckt.
Krach! Mit großem Getöse donnerte ein Matschhaufen auf meiner Frontscheibe. Jemand überholte mich doch auf Fahrspur 3, und ich bekam den Matsch ab. Hätte böse ins Auge gehen können. Wenn aus der nassen Fahrbahn nun auch noch eine Eisschicht werden sollte – dann gute Nacht!
Doch die Lage entspannte sich mehr und mehr. Weniger Schnee, kaum Matsch, die Wiesen wurden wieder grün. Hinter der Elbe, in Niedersachen schließlich: gar nichts mehr. Kein Winter. Bei Braunschweig schien dann sogar die Sonne. Das angekündigte Wetter fiel in Niedersachen wohl aus. So erreichte ich Meitze ungehindert.
Der Schnee kam hier verspätet an. Erst am Abend fielen die weißen Flocken vom Himmel und bedeckten die Wiesen und Blumen. Die Temperatur pegelte sich bei 0 Grad ein und führte nach 23 Uhr schließlich noch zum Alarm: die Pflanzen im Garten!!
Die schönen Grünpflanzen waren nun weiß, bedeckt mit gefrorenem Schnee. So kam es also noch zu einem Noteinsatz. Mit Sack- und Schubkarre wurden die Blümchen unter ein großes Schleppdach gefahren. Nun gut, ob sie den ersten Schneeschock überwunden haben, wird sich noch zeigen müssen.

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Die Schneefront kommt

Donnerstag, den 20. November 2008
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Morgen soll der Winter kommen. Im Laufe des Tages ist schon seit Tagen Schnee angekündigt.
Ungünstig. Denn morgen will ich eigentlich zu meiner Tante nach Meitze in die Wedemark fahren. Davor geht es nach Berlin zum Inforadio. Und alles mit dem Auto.
Dürfte also ein spannender Tag werden.
Vielleicht wird das die aktuelle Telekom-Werbung wahr, wo die Leute wegen des Schnees in ihren Autos festsitzen und eine Frau von zu Hause aus per Telefon tröstet.
Nun ja, ich lasse mein Handy eingeschaltet…