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Koschwitz am Wochenende

Montag, den 3. November 2014
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SA 01.11.2014 | 9.05 Uhr | Hitradio RTL

Als Radiohörer in Brandenburg ist man sehr verwöhnt. Die Vielfalt ist groß, und mit radioeins vom rbb gibt es dort eines der besten Radioprogramme Deutschlands.
Verlässt man das Sendegebiet, wird es schwierig. Es gibt wenig Vergleichbares. Eine Reise nach Sachsen brachte es mal wieder ans Licht.

Mein Versuch, MDR Jump zu hören, scheiterte schon nach wenigen Minuten. Der MDR scheint es sich offenbar zur Aufgabe gemacht zu haben, den schlimmsten Privatdudelfunk noch zu unterbieten. Als dann ein Hörergewinnspiel angekündigt wurde, bei dem 10.000 Euro gewonnen werden konnten (von meinen Gebühren??), wenn irgendein bestimmter Song oder ein bestimmtes Geräusch zu hören ist, da hat es mir gereicht. Diesen Mist muss sich keiner antun.
Dann lieber gleich einen Privatsender.

Ich wechselte zum Hitradio RTL. Sehr viel mehr Niveau hat der Sender zwar auch nicht, aber andererseits nervt er weniger, als man so denkt. Neben der aktuellen Musik laufen auch mal ältere Hits, zur vollen Stunde gibt es einigermaßen vernünftige Nachrichten. Natürlich gibt’s auch dort Gewinnspiele und nervige Höreraktionen, aber das kann man den quotengeilen Privatsendern kaum verübeln. Dem MDR aber schon.

Am Sonnabendvormittag gab es mit “Koschwitz am Wochenende” sogar einen Hauch Journalismus. Koschwitz, der scheinbar in ganz Deutschland diverse Radiosendungen moderiert (ich vermute mal, er war nicht live bei RTL Sachsen auf Sendung), sprach mit dem USA-Korrespondeten Stephan Strothe über die Ebola-Angst in den USA und mit Comedian Michael Mittermeier über den aktuelles Programm. Beides nicht sehr anspruchsvoll, aber da hört man doch ganz gern zu. Ich mag es, wenn mir Radiosender und -moderatoren irgendwas zu sagen haben, das mehr ist, als zu verkünden, was denn in der nächsten Morningshow passieren wird.

Hits: 69

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Stromae: Papaoutai

Sonntag, den 1. September 2013
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SA 31.08.2013 | 12.12 Uhr | MDR Jump

Das sind ja mal außergewöhnliche Klänge im deutschen Radio! Normalerweise wird ja meist englisch gesungen, ab und zu auch mal deutsch. Aber französisch?
Stromae hatte 2009 in Deutschland einen Nummer-1-Hit: “Alors on danse”, und fast hätte man meinen können: One-Hit-Wonder!
Nun hat es zwar vier Jahre gedauert, aber Stromae ist zurück: “Papaoutai” läuft auch in den deutschen Hitradios, am Sonnabendmittag auf MDR Jump, bei 104.6 RTL in Berlin sogar in den Sender-internen Hitparaden.

“Papaoutai” ist eben keiner dieser englischen Allerweltstechnohits. Stromae kommt aus Belgien und singt auf Französisch. Es geht in dem Song um einen Jungen, der nicht weiß, wo sein Vater ist. Es geht um Verantwortung, Herkunft, Krieg. Ein durchaus ernstes Thema, verpackt in tanzbarer, unterhaltsamer Musik. Und wenn der (nicht-Französisch-sprechende) Hörer Glück hat, dann wird ihm diese Geschichte sogar erklärt. Auf 104.6 RTL haben sie das neulich sogar mal hinbekommen.

Dass Songs aus unseren europäischen Nachbarländern bei uns solchen Erfolg haben, ist selten. Aber vielleicht reißt Stromae ja auch in dieser Hinsicht die alten Denkmuster in den deutschen Radioredaktionen ein.

Hits: 41