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Das war 2019!

Dienstag, den 31. Dezember 2019
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Das Medienwort des Jahres ist vermutlich 2019 ein Name: Greta. Greta Thunberg ist 16, Schwedin und die wohl bekannteste Umweltaktivistin unserer Zeit. Kommt Greta ins Spiel, dann werden alle nervös. Die Medien, weil sie mit Greta-Artikel wieder Klicks bekommen. Die Fans, weil sie Greta für alles feiern. Die Hasser, weil sie Greta für alles, nun ja, hassen.
2019 ist das Jahr – wie auch 2018 und 2017 und … – der Shitstorms, deren Wellen in immer kürzen Abständen durch das Web rollen. Immer wieder ist irgendwo die Empörung groß, weil irgendwer irgendwas gesagt hat, was irgendwer aus irgendwelchen Gründen ganz schlimm fand.

Schlimm findet die CDU im Jahr 2019 das Internet aber auch. Ein gewisser Rezo ist es, der auf Youtube vor der Europawahl von der “Zerstörung der CDU” spricht. Bis Jahresende hat das Video 16,49 Millionen Klicks, darin zählt Rezo die Versäumnisse der Politik auf, gerade in Sachen Umweltbelange. Man solle doch nicht die CDU wählen, und die SPD eigentlich auch nicht, die AfD ebenfalls nicht.
Das schlägt Wellen, nicht nur bei dem Wahlergebnis. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer spricht danach davon, dass es ja nicht sein könne, dass Youtuber auf diese Weise Wahlen beeinflussen wollen.
Die CDU will mit einem Antwortvideo kontern. Philipp Amthor soll es richten, und das Video wird so geil, dass es danach nicht veröffentlicht wird. PR-Desaster. Genau wie das Monate danach gestartete Youtube-Format “CSYou”.
Aber mit PR-Desaster kennt sich Annegret Kramp-Karrenbauer aus. Ende Februar tritt sie beim SWR im “Stockacher Narrengericht” als Klofrau auf – wie jedes Jahr. Mit Witzen über das dritte Geschlecht – “Das ist für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen.” – sorgt sie für Zoff. Darf sich eine so hohe Politikerin so über Randgruppen lustig machen? Das ist die Frage.

Und worüber dürfen sich eigentlich Komiker noch lustig machen? Über Frauen mit Doppelnamen jedenfalls nicht. Kramp-Karrenbauer. Bernd Stelter bekommt beim “Karneval in Köln” jedenfalls Besuch auf der Bühne. Eine Zuschauerin teilt ihm Auge in Auge mit, dass sie seine Doppelnamen-Gags irgendwie doof findet. Nur eine Woche später stürmt eine Frau die Bühne des “Moma-Cafés” des ZDF-Morgenmagazins. Sie wollte wissen, ob denn hier eigentlich alle einen anlügen, sie sprach von Lügenpresse, Lügenfresse und wollte fragen, ob bei ihr die Mainzelmännchen zu Hause seien. Alles ganz wichtige Fragen, die dringend geklärt werden müssen.

Oh, Moment: Greta hat wieder was gesagt. Sie fordert mehr Panik. Wichtige Sondermeldung. Es folgen Lob und Empörung.

Apropos Empörung: Rammstein hat sich was Dolles geleistet. In einer Vorschau für den Song und das Video zu “Deutschland” werde der Holocaust relativiert. Heißt es. War dann aber nicht so, der Shirtstorm rollte trotzdem durchs Twitterland.
Sat.1 löst seine Shitstorms lieber im Ausland aus: in Thailand. Ach was, ein Krieg steht im Raum! Im Frühstücksfernsehen reißen sie blöde Witzchen über den thailändischen König. Der und angeblich ganz Thailand finden das empörend, und bei Sat.1 schmeißt man sich in den Staub und entschuldigt sich untertänigst. Fast fließen Tränen. Ohje. Wird Sat.1 etwa zur Strafe zum thailändischen Regierungsfernsehen?
ARD und ZDF in Deutschland sind diesem Vorwurf auch 2019 immer wieder ausgesetzt. Dabei zeigen Formate wie “Die Anstalt”, “heute show” und “Extra 3” dass das nun wirklich nicht sein kann. Und auch Magazine wie “Report”, “Kontraste” oder “Frontal 21” decken Skandale auf, die der deutschen Politelite sicherlich nicht gefallen haben.

Achtung, Greta hat wieder was gemacht. Mit einem Schiff reist sie über den Atlantik in die USA. Jubel von den Fans. Kritik von den anderen, und überhaupt, das ist ja aus Gründen gar nicht so umweltfreundlich, wie alle sagen.

Bloß keine Schwäche zeigen. Nicht immer gelingt das. Ein Bundestagsabgeordneter bricht am Rednerpult zusammen, live übertragen von phoenix und dem Parlamentsfernsehen. Vorher machen sich die AfD-Leute noch lustig über ihn, als er beginnt zu stocken. Bei einem Auftritt stolpert Peter Altmeier nach einer Rede und fällt von einer Treppe. Das sieht böse aus. Gleich mehrere Male bekommt Kanzlerin Angela Merkel Zitteranfälle. Es beginnt das große Rätseln über eine mögliche Krankheit. In allen drei Fällen verbreitet sich über das Netz auch eine Welle der Häme. Politiker haben keine Schwäche zu zeigen, immerhin bekommen die doch so viel Kohle und tun dafür nichts, so wird, nun ja, debattiert.
Vor einem Millionenpublikum kollabiert “Tagesschau”-Sprecher Jan Hofer. Er wirkt fahrig, seine letzte Ansage kann er nicht mehr machen, die Sendung wird abgebrochen. Tage zuvor war er noch von morgens um kurz vor 10 bis nachts nach 23 Uhr in jeder Nachrichtensendung on Air. Bei der ARD will man von Überarbeitung nicht sprechen.

Ein bisschen flottere Arbeit wünscht man sich dagegen von der “Tagesschau” an dem Abend, als in Paris Notre Dame brennt. Eine kurze Sondersendung im Ersten und später eine hektisch zusammengestellte Live-Übertragung bei tagesschau24 lösen die Debatte über die Schnelligkeit der Nachrichtenübermittlung aus. Ob die stundenlangen Mutmaßungen und Kameraschwenks über die brennende Kathedrale bei ntv besser sind, ist unklar.
Legendär sind dagegen die stundenlangen Übertragungen aus dem britischen Parlament. Stichwort 1: Brexit. Stichwort 2: Order!

Greta! Jetzt bekommt sie auch noch die Goldene Kamera! Das Mädchen haut wieder eine Rede für den Klimaschutz raus, und kurz danach bekommt die Schauspielnewcomerin einen SUV geschenkt. Glückwunsch!

Schalten wir besser mal nach Österreich. Dort heißt das Wort des Jahres nicht “Greta”, sondern “Ibiza”. FPÖ-Rechtspopulist Hans-Christian Strache lässt sich von einer versteckten Kamera reinlegen. Auf Ibiza trifft er sich mit einer angeblichen Oligarchin. Es geht um Investitionen in Österreich und um Gefälligkeiten, die die Pressefreiheit aushebeln. Aus für die FPÖ in der Regierung. Pressekonferenzen. Neuwahl. Mega-Quoten für den ORF2.
In Deutschland dagegen sorgen die Rechtspopulisten der AfD immer wieder für Schlagzeilen. Bjö…, äh, Bernd, äh, Björn Hocke bricht ein Interview mit dem ZDF ab, weil er emotional aufgewühlt sei. Und er werde nie wieder ein Interview mit dem Journalisten führen, was er bedauern könnte, wenn Höcke mal eine wichtige politische Persönlichkeit sei.
Der mdr dagegen setzt Uwe Steimle gleich ganz ab. Oder besser: beschäftigt ihn nicht weiter. Darüber ist Uwe Steimle empört. Er würde gern vom mdr, den er für einen Staatsfunk hält und der regierungsnah sei und rückständig, weiterarbeiten. Der mdr sieht das anders. Der Arbeit- und Geldgeber mag es nicht, beschimpft zu werden. Uwe Steimle, das Opfer. Findet Uwe Steimle. Er redet von einem Berufsverbot. Seine Auftritte sind ausverkauft. Dort erzählt er dann von seinem Berufs, … ähm. Merken Sie selbst, oder?
Dieter Nuhr soll übrigens auch neurechts sein. Er äußert sich kritisch zu “Fridays for Future” und zu Greta. Dass er sich auch kritisch zur AfD äußert, scheint egal zu sein. Meinungsfreiheit gegen die Forderung, Dieter Nuhr abzusetzen.

Und, ach ja. Greta. Dieter Nuhr hat wieder was Böses über Greta gesagt. Bringt Schlagzeilen. Bringt Klicks. Lob und Hass, na, Sie wissen schon.

2019 hat auch Comebacks parat. Jörg Kachelmann feiert seine Rückkehr in die ARD. Er darf wieder das “Riverboat” im mdr moderieren, wo auch gleich die Quoten steigen. Der Deutsche Fernsehpreis kommt mit einer Gala zurück, in den vergangenen Jahren wurde eher spartanisch gefeiert. Die Rettungsschwimmer aus Malibu sind wieder da – und das auch noch in HD. “Baywatch” auf Nitro jetzt noch schärfer. Die Youtube-Star-Zwillinge, die Lochis, verkünden das Ende ihrer gemeinsamen Karriere. Jahrelang haben sie klickstarke Videos und am Ende auch Songs produziert. Durch die Jugend geht ein Ruck. Zlatko kehrt ins “Big Brother”-Haus zurück. 2000 war er schon mal drin, 2019 als “Promi”. Sat.1 jazzt das zum Comeback des Jahres hoch. Es erweist sich als laues Lüftchen. Domian meldet sich mit einer Talkshow im WDR zurück – ganz ohne Telefon. Pittiplatsch ist wieder da – fast 30 Jahre nach dem Aus im DFF. Und auch Jürgen Kuttner macht wieder den “Sprechfunk” – allerdings erstmal nur im Internet auf radioeins.de.
Ein Comeback – also zumindest für 30 Minuten – hat auch ein gewisser Ernesto. Ihn kennt man als Ex-Mann von einer Ex-Anwältin in einer RTL-Trashshow. Nun tritt er in einer RTL-II-Trashshow auf. Nackt. Aber: Sensation! Nach einer Penis-Vergrößerungs-OP! Das schauen wir uns doch mal genau an. Und, ähm, ein bisschen, nun ja, haben wir uns da schon mehr…. ähm… also…

Das irritierendste Comeback 2019: tm3. Der Sender Family.TV nennt sich in tm3 um. Die Rechte am Markennamen waren frei, mit dem tm3 von damals hat das aber nichts zu tun. Doch das Glück hält nicht lange, Wochen später wird der Sender abgeschaltet. Immer wieder gibt es Lizenzprobleme, der Betreiber von Family.TV/tm3 zeigt Sendungen im Programm, an denen er gar keine Rechte hat. Zwangs-Aus.
Unfreiwillig und mit großem Knall endet auf radioeins die freitägliche Comedy “radiozwei”. Als sich Tommy Wosch und Martin “Gotti” Gottschild live on Air ernsthaft zoffen, ist es aus. Erst im Herbst kehrt Wosch allein mit einem neuen Format zurück.
Abschied nehmen heißt es auch vom “Neomagazin Royale”. Jan Böhmermann verlässt zdf neo, um im Herbst 2020 mit neuer Show beim ZDF weiterzumachen.
Nächtliche Spitzeneinschaltquoten erzielt Sky mit der letzten Staffel von “Games of Thrones”. Doch viele Fans sind enttäuscht darüber, wie die Serie endet.
Der langsame Abschied von der “Lindenstraße” geht dagegen weiter. Am 20. Dezember ist Drehschluss. Noch drei Monate. Ende März 2020 ist dann auch im Fernsehen Schluss.

Auch viele bekannte Menschen sind nicht mehr da. Abschied für immer. Bruno Ganz, Hannelore Elsner, Doris Day, Billie Zöckler, Lisa Martinek, Ursula Karusseit, Luke Perry, Wolfgang Winkler, Jan Fedder, Rudger Hauer, Gerd Baltus, Helmut Krauss, Peter Fonda, Max Wright und Ken Kercheval werden als Schauspieler fehlen. Die Sportler Rudi Assauer, Matti Kykänen und Niki Lauda. Die Musiker Marie Fredriksson, Peter Schreier, Karel Gott, Costa Cordalis, Wiglaf Droste, Keith Flint, Gus Backus, Alphonso Williams und Mark Hollis. Die Moderatoren und Journalisten Wilhelm Wieben, Wiebke Bruhns, Manina Ferreira-Erlenbach, Franziska Pigulla, Michael Jürgs, Werner Doyé und Walter Freiwald. Die Politiker Manfred Stolpe, Jörg Schönbohm, Robert Mugabe, Klaus Kinkel, Jacques Chirac und Anke Fuchs. Weltraumfahrer Sigmund Jähn, Autorin Rosamunde Pilcher, Kabarettist Werner Schneyder, Produzent Artur Brauner, Comiczeichner Guillermo Mordillo, Unternehmer Ferdinand Piech, Weltenbummlerin Heidi Hetzer, Designer Luigi Colani und Modeschöpfer Karl Lagerfeld.

Vor dem Aus gerettet wird dagegen der Berliner Verlag. Dran hängen unter anderem die Berliner Zeitung und der Berliner Kurier. Das Berliner Unternehmerpaar Silke und Holger Friedrich kauft den Verlag von der DuMont-Mediengruppe. Freude und Misstrauen. Immerhin sind die beiden kaum medienerfahren. Und dann kommt auch noch raus, dass bei Holger irgendwas mit der Stasi ist. Was er zunächst verheimlicht. Die Euphorieblase platzt.

Bei den Sendern platzen 2019 diverse Hoffnungen. RTL landet mit der Daily-Soap “Herz über Kopf” einen Flop. VOX versucht es mal wieder mit der schon öfter gefloppten Actionshow “Survivor” – und scheitert. Das ZDF hat kein Glück mit “Mein Lied für dich” und “Sorry für alles”.
Richtig gut läuft es dagegen weiter für den “Tatort” aus Münster. Der Fall “Spieglein, Spieglein” erreicht 14,01 Millionen Menschen. Quotenrekord 2019.

Und Greta? Müsste die nicht bald mal auf dem Schiff wieder in Lissabon angekommen? Nachrichtensender zeigen live und eine halbe Ewigkeit, wie ein Schiff aus dem Atlantik in Portugal anlegt.

Wird über Greta vor allem im Netz geredet, spielt sich auch das Mediengeschehen selbst zunehmend im Netz ab. Das herkömmliche analoge Fernsehen ist weiter auf dem Rückmarsch. Netflix begeistert mit Serien wie “Wir sind die Welle”, “Die Patchwork-Familie”, “How to sell Drugs online (fast)” oder “Sex Education”. Amazon Prime mit “Pastewka”. Außerdem geht Joyn an den Start, TV Now der RTL-Gruppe bietet unter anderem mit “Prince Charming” exclusiven Content. Und natürlich Youtube mit unendlich vielen Videos sowie diversen Funk-Formaten wie “Druck”.
Das Fernsehen muss sich anstrengen, wenn es weiter Aufmerksamkeit will. Das gelingt zum Beispiel mit “24h Europe” (arte), “Chez Krömer” (rbb), “Die Geschichte eines Abends” (NDR), “Käthe und ich” (Das Erste), “Die Unsichtbaren” (Das Erste) oder “Der Club der singenden Metzger” (Das Erste).

Was gab es sonst so? Thomas Gottschalk moderiert beim BR eine Literatursendung. Ja, wirklich! Bei Lanz zoffen sich Hasselhoff und Lindner. Hasselhoff gewinnt. Ja, echt! Böhmermann sagt was im ORF, und die Moderatorin distanziert sich. Ja, mei! Luke Mockrige prankt den “ZDF-Fernsehgarten” und ist … ähm, irgendwer fand das sicher lustig. Bei Funk gibt es eine 72-stündige Talkshow. Live! Und danach drei Tage Tiefschlaf. Die EU hat ein neues Urheberrecht. Und Youtube stirbt. Oder so ähnlich.
Achso, und: “I’m sorry! Zero Points!”

Schauen wir ein letztes Mal zu Greta: Die war auf dem Klimagipfel. Der war enttäuschend. Aber, bitte: Was war das denn?! Greta im ICE! Auf dem Boden sitzend! Wo sie doch 1.-Klasse-Tickets hatte!!! War dann zwar alles ein bisschen anders, aber da rollte der Shitstorm schon. Ist ja eh alles wurscht. Hauptsache Greta.

Nicht vergessen dürfen wir zu guter Letzt aber noch diese Feststellung. Enissa Amani ist eine Komikerin.
Echt!
Alles Gute für die 20er-Jahre.

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Fröhliche Weihnachten mit Frank

Freitag, den 27. Dezember 2019
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DI 24.12.2019 | 19.45 Uhr | mdr-Fernsehen

Da hat sich aber mal jemand viele Gedanken gemacht und noch mehr Mühe gegeben. Kerstin Ott war am Heiligabend zu Gast in der mdr-Show “Fröhliche Weihnachten mit Frank”. Und Heiligabend zieht man sich ja immer ein bisschen festlich an. Und deshalb hat sich Kerstin Ott ihre schönste und wertvollste Jeans und den wundervollsten Schlabberjacke rausgesucht, um in dieser Sendung aufzutreten.
Beim mdr gab man sich große Mühe, um zu kaschieren, dass Kerstin Ott in ihren Schlumpisachen in der Festtagsshow auftrat. Mit Herzen und Kerzen sah das dann alles schon etwas schöner aus.
Aber vielleicht ist es ihr ja spätestens in der anschließenden Gesprächsrunde aufgefallen, dass sie, nun ja, ein bisschen “underdressed” daher kam. Während Sänger Vincent Gross im schicken Hemd und Sakko kam und auch die anderen feierlich aussahen, wirkte Kerstin Ott fast ein bisschen deplatziert.

“Fröhliche Weihnachten mit Frank” hat eine lange Tradition. Schon seit 1999 läuft die Sendung immer Heiligabend im mdr. Vorläufer ist das berühmte “Weihnachten in Familie” von Weihnachten 1985 im Fernsehen der DDR. Die Lieder daraus sind heute noch bekannt, die Schallplatte war die erfolgreichste der DDR überhaupt. Mitte der 90er gab es im mdr drei Nachfolge-Shows, und inzwischen auch schon zum 21. Mal “Weihnachten mit Frank”.
2019 hieß es aber Abschied zu nehmen, Frank Schöbel dachte sich, mit 76 Jahren müsse Schluss damit sein. Der mdr hätte sie wohl gern weitergeführt. Kein Wunder bei mehr als 16 Prozent Marktanteil im eigenen Sendegebiet.

Allerdings gibt es auch Momente, wo man merkt, wo Frank Schöbels Schwächen liegen. Während er seine altbackenen, aber durchaus liebevollen Sketche mit Herzblut spielt, seine Songs singt, sind die Szenen, bei denen Frank mit seinen Gästen am Tisch sitzt, etwas bemüht. Frank Schöbel spult die Fragen an seine Gäste ab, nickt immer nett, und fragt dann den nächsten Gast. Als Vincent Gross eine nette Heiligabend-Story erzählte, wirkte Schöbel fast schon abwesend, er reagierte kaum und fragte dann einfach mehr oder weniger kommentarlos jemand anderen, wie er/sie denn Heiligabend begeht.

Was der mdr auf dem Sendeplatz am Heiligabend 2020 veranstaltet, ist wohl noch offen. Ob sich ein Nachfolger für das Format findet, wird sich zeigen. Oder lässt sich Frank vielleicht doch erweichen?

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 31. Dezember 2019)

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Nachrichten: Protest gegen Aus für Uwe Steimle beim mdr

Samstag, den 7. Dezember 2019
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FR 06.12.2019 | 17.30 Uhr | mdr Sachsen

Uwe Steimle ist entsetzt. Der mdr, der aus seiner Sicht Staatsfunk und abhängig von der Politik ist, dieser mdr hat ihm ein Berufsverbot erteilt. Dieser mdr sei ihm gegenüber absolut illoyal, und überhaupt ist soeben die Welt untergegangen.

Tatsächlich setzt der mdr die Sendereihe “Steimles Welt” nicht fort. Nicht, weil man beim mdr Steimle doof findet (okay, das ist eine Vermutung ohne Beweis) oder weil man Steimles oft rechtslastigen Ansichten nicht tolerieren könne.
“Es geht um die Frage, wie man sich gegenüber dem eigenen Arbeitgeber verhält”, sagt der Direktor der mdr-Programmdirektion Leipzig, Wolf-Dieter Jacobi. “Uwe Steimle hat wiederholt und massiv Grundwerte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Frage gestellt.”

Uwe Steimle ist besonders oder nur im Osten Deutschlands beliebt, viele Menschen sehen den Kabarettisten gern. Seine Sendungen, seine Auftritt im mdr waren beliebt.
In Dresden haben immerhin 50 Leute für Steimle vor dem mdr-Gebäude demonstriert – und der mdr Sachsen hat im Radioprogramm sogar darüber berichtet.
Allerdings muss Steimle immer mit großen Bauchschmerzen beim mdr gearbeitet haben. Immer wieder watschte er seinen Sender ab. Staatsnah sei er, sagte er der “Jungen Freiheit”, einer Zeitung aus dem rechtspopulistischen Spektrum.
Steimle sagte das immer wieder, und man fragt sich, ob er sich nicht geekelt hat, für den mdr arbeiten zu müssen.
Man habe wohl mit ihm darüber gesprochen, aber ohne dass sich was geändert hat.

Nun also das Ende für seine Sendung. Uwe Steimle sagt nun: “Ich wurde entfernt, das ist eindeutig Berufsverbot, Zensur ersten Grades!” Und: “Eine Demokratie, die der freien Meinungsäußerung keinen Raum lässt, muss sich fragen lassen, ob sie noch eine Demokratie ist.” Vor einigen Wochen sagte er: Er sei „entsetzt und traurig“ darüber, dass sich der mdr nicht schützend vor ihn stelle.
Herr Steimle, der immer wieder dem mdr einen fetten Arschtritt gegeben hat, will also dass genau dieser mdr hinter ihm stehe. Vermutlich, damit Steimle ihm den nächsten Tritt geben kann.

Uwe Steimle ist ein Heuchler. Es hat nichts mit Demokratie zu tun, dass man seinen Geldgeber permanent in den Dreck zieht und der irgendwann sagt: Das war’s. Das hat mit Loyalität zu tun. Entweder finde ich gut, für wen ich arbeite oder ich halte meinen Mund oder ich lasse es sein.
Von einem Berufsverbot zu sprechen ist dummdreist. Uwe Steimle darf weiter seinen Beruf ausüben. Er darf weiter auf den Bühnen stehen – und vermutlich macht er nun gerade Werbung damit, vom mdr – huijuijui – verboten worden zu sein. So macht halt jeder seine Kohle. Und Uwe Steimle tut genau das, was alle Populisten tun: Mit Empörung für Aufmerksamkeit sorgen. Mit der Opferrolle Vorteile zu bekommen.
Aber Uwe Steimle ist kein Opfer.

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Pittiplatsch

Dienstag, den 19. November 2019
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MO 18.11.2019 | 8.30 Uhr | KiKA

Pittiplatsch ist wieder da!
Nun könnte man sagen: Er war doch nie weg!
Aber in Wirklichkeit sind seit unglaublichen 28 Jahren keine neue Folgen der Puppentrickserie gedreht worden. Was erstaunlich ist, denn die Geschichten von Pittiplatsch, Schnatterinchen und Moppi laufen bis heute immer wieder beim “Sandmännchen” im KiKA, mdr und rbb – aber eben immer altes Material.
So kennen auch Kinder von heute den kleinen Kobold und seine Freunde. Warum man die Serie nie fortgesetzt hat, ist unverständlich.

Nun ist feiert das Sandmännchen seinen 60. Geburtstag, und aus diesem Anlass ließen rbb, mdr und NDR endlich neue Folgen produzieren. Die Vorpremiere erleben die Kleinen seit Montag im KiKA. Der Kinderkanal zeigt “Pittiplatsch” im Frühprogramm. Die eigentliche Premiere in “Unser Sandmännchen”, dann auch im rbb und mdr, ist für den 26. November geplant.

“Ist doch Schrott” hieß Folge 1 am Montagmorgen im KiKA. Moppi wollte eine alte Harke entsorgen, doch Pittiplatsch hatte doch noch eine andere Idee.
Eine kurze, sehr sympathische Geschichte. Die Puppen sind behutsam modernisiert, sowohl Pitti als auch Moppi sind plüschiger, Pitti hat nun einen beweglichen Mund. Dass die Stimmen andere sind, ist klar, aber die neuen Sprecher haben sich sehr an dem Stil der Figuren bis 1991 orientiert.
Die Übertragung auf 2019 hat bei Pittiplatsch gut funktioniert. Hoffentlich sehen die Kinder das genauso, und hoffentlich haben Pitti und seine Freunde noch eine lange Zukunft.

-> Die Sendung in der KiKA-Mediathek

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Die DDR im Herbst 1989 – Großdemonstration auf dem Berliner Alexanderplatz am 4.11.89

Montag, den 4. November 2019
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SO 03.11.2019 | 0.25 Uhr (Mo.) | mdr-Fernsehen

“Es ist, als habe einer die Fenster aufgestoßen! Nach all’ den Jahren der Stagnation – der geistigen, wirtschaftlichen, politischen – den Jahren von Dumpfheit und Mief, von Phrasengewäsch und bürokratischer Willkür, von amtlicher Blindheit und Taubheit. (…) Einer schrieb mir – und der Mann hat recht: Wir haben in diesen letzten Wochen unsere Sprachlosigkeit überwunden und sind jetzt dabei, den aufrechten Gang zu erlernen!“
Stephan Heym

„Ich wünsche für meine Urenkel, dass sie aufwachsen ohne Fahnenappell, ohne Staatsbürgerkunde und dass keine Blauhemden mit Fackeln an den hohen Leuten vorübergehen!“
Steffie Spira

Es war der Sonnabend, 4. November 1989, als das Fernsehen der DDR gegen 11.20 Uhr auf den Berliner Alexanderplatz schaltete. Dort fand eine genehmigte Demonstration statt, initiiert von den Kulturschaffenden in Ost-Berlin. Zum ersten Mal fand ganz offiziell eine derartige Veranstaltung statt, die nicht von der SED organisiert worden ist, sondern vom Volk ausging.
Fast drei Stunden lang dauerte die Abschlusskundgebung. Vor schätzungsweise 200.000 Menschen sprachen mehr als 20 Leute, und es sind auch 30 Jahre danach noch spannende drei Stunden.
Der mdr zeigte den kompletten Mitschnitt in der Nacht zum Montag innerhalb des Programmschwerpunktes “Freiheit 89”.

Der Schauspieler Ulrich Mühe sprach ebenso wie sein Kollege Jan Josef Liefers. Steffie Spira und Stephan Heym sprachen Sätze, die hängen blieben. Markus Wolf, der 1986 in leitender Funktion bei der Stasi war, sprach ebenfalls. Politbüro- und SED-Mitglied Günter Schabowski stellte sich auch vor die Hunderttausenden und sagte, man höre zu und man wolle Veränderungen vornehmen. Doch die Demonstrierenden wollten das nicht mehr hören. “Tschüß” stand auf einem Plakat direkt neben der kleinen Rednerbühne.
Die anderen sprachen darüber, was sie wollen und was sie nicht wollen, wie sie sich eine andere DDR vorstellten – von einer Einheit mit der Bundesrepublik war da überhaupt nie die Rede.
Nur fünf Tage später war vieles von dem, was auf dieser Kundgebung gesagt worden ist, schon wieder hinfällig. Der Lauf der Geschichte ging weiter, rasend.

-> Hintergrund auf Wikipedia
-> Die Kundgebung auf Youtube

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MDR Zeitreise: Wir sahen Ost – DDR-Fernsehen zwischen Kult und Kommunismus

Dienstag, den 1. Oktober 2019
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SO 29.09.2019 | 22.25 Uhr | mdr-Fernsehen

In diesem Jahr feiern wir den 30. Jahrestag des Mauerfalls, und deshalb laufen im Fernsehen momentan auch immer wieder Dokumentationen über die Wende und die DDR.
“Wir sahen Ost – DDR-Fernsehen zwischen Kult und Kommunismus” hieß am Sonntagabend eine Doku in der Reihe der “MDR Zeitreise”.

Da möchte man ja meinen, dass man beim mdr vernünftig recherchieren kann. Hat in einigen Fällen leider nicht so gut funktioniert.
So wurde behauptet, dass es 1969, dem Jahr in dem das 2. Programm des DDR-Fernsehens startete, in der Bundesrepublik auch nur zwei Programme gegeben habe. Dabei waren zu dieser Zeit dort auch schon die Dritten Programme auf Sendung.

Im Rückblick wurde auch die Doku erwähnt, bei der ein Team des Jugendmagazins “Elf 99” in der Wandlitzer Waldsiedlung war. Behauptet worden ist, dass sie im September 1989 gesendet worden ist. Dabei lief sie erst im November. Im September war das Fernsehen der DDR noch ziemlich auf dem SED-Kurs, die Medienwende begann erst im Oktober mit dem Sturz Honeckers, und die Wandlitz-Doku war erst nach dem Mauerfall im November möglich.

Auch scheint man beim mdr nicht die richtige Lust zu haben, sich in die Archive zu begeben. So war immer mal wieder im Hintergrund das alte Testbild des DDR-Fernsehens zu sehen.
Nur leider handelte es sich dabei um ein “nachgebautes” Testbild, das man auf Youtube sehen kann. Dort hat jemand so ein Testbild in der schärferen Fernsehnorm online gestellt – es sieht allerdings im Detail ein wenig anders aus. Überhaupt hat man immer öfter das Gefühl, dass sich die Fernsehmacher eher auf Youtube bedienen, als in die eigenen Archive zu gehen. So schien es, dass auch viele DDR-Fernsehausschnitte in der mdr-Doku eigentlich von Youtube stammten.
Andererseits ist das natürlich legitim: Wenn Fremdnutzer schon Fremdmaterial ins Internet stellen, dann kann sich ja auch der eigentliche Materialbesitzer daran bedienen. Im Fall des Youtube-Testbildes fiel es dann aber doch auf.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 28. September 2020)

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Grüne Hochzeit

Freitag, den 20. September 2019
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MO 16.09.2019 | 23.05 Uhr | mdr-Fernsehen

Susanne und Robert verlieben sich, sie werden ein Paar. Als sie schwanger ist, beschließen sie, zu heiraten. Das ist nicht ganz einfach, denn Robert ist 18, Susanne ist 17. Aber sie können sich durchsetzen, und sie heiraten tatsächlich. Sie richten sich eine Wohnung ein, es ist die große Liebe. Es sind Zwillinge. Erst ist Robert geschockt, dann beginnt das Paar, sich um die Kleinen zu kümmern. Das ist nicht immer einfach, oft zermürbend. Und irgendwann geht es los: Susanne und Robert zoffen sich, sie haben sich nur noch wenig zu sagen, und Robert lernt eines Tages eine andere kennen. Ist die junge Ehe noch zu retten?

Der mdr zeigte am Montagabend “Grüne Hochzeit”, gedreht 1988 in der DDR, im Mai 1989 hatte er seine Premiere im Kino. “Grüne Hochzeit” gehört auch 30 Jahre danach noch immer zu den sehr sehenswerten DDR-Spielfilmen.
Ziemlich ideologiefrei und erstaunlich offen erzählt der Film die Geschichte eines Paares. Davon, wie sie kämpfen müssen. Wie sie mit ihren beiden Kindern erstaunlich alleine gelassen werden. Es geht um Schwarzarbeit, wie sie in der DDR immer wieder üblich war, aber eher selten in Filmen thematisiert worden ist. Und ums Fremdgehen und um Freiheit, wobei man sich als Zuschauer nie sicher ist, auf wessen Seite man eigentlich stehen soll.

Anja Kling spielte Susanne, und heute weiß man, dass sie bis heute eine vielbeschäftigte Schauspielerin ist. Marc Lubosch spielte Robert, er ist heute nicht mehr als Schauspieler tätig. Das fällt übrigens oft auf in DDR-Filmen – dass junge Leute auf tolle Weise eine Hauptrolle verkörpert haben, später aber nie mehr im Film auftauchten. Lubosch spielte wohl ab und zu noch kleinere Sachen, arbeitet jetzt aber hinter den Kulissen.

“Grüne Hochzeit” ist 31 Jahre alt, aber eigentlich ist er immer noch aktuell. Sehenswert ist er, weil er auch 2019 noch erstaunlich modern wirkt.

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