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Kaisermania 2018

Mittwoch, den 8. August 2018
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SA 04.08.2018 | 20.15 Uhr | mdr-Fernsehen

Vermutlich gibt es in Deutschland keinen Schlagerstar, dessen Konzerte so regelmäßig komplett live übertragen werden, wie von Roland Kaiser. Immer am ersten Sonnabend im August überträgt der mdr live aus Dresden das “Kaisermania”. Zweieinhalb Stunden singt Roland Kaiser seine Hits, und mehrere zehntausend Menschen jubeln ihm vor der Bühne, die unweit der Elbe steht, zu.

An diesem Sonnabend schauten rund 1,3 Millionen Menschen deutschlandweit bei der Kaisermania zu. Und das völlig zurecht, denn Roland Kaiser bietet eine wundervolle Sommernachtsparty. Von “Santa Maria” über “Joana” und “Warum hast du nicht Nein gesagt” sind die meisten Hits dabei, die Kaiser in seiner vier Jahrzehnte dauernden Karriere hatte.
Es ist schön zu sehen, dass es Roland Kaiser geschafft hat, auch 2018 immer noch alle Generationen zu vereinen. Denn zu den Konzerten nach Dresden kommen nun wirklich nicht die ältere Menschen – Jung und Alt feiern gemeinsam.

Dass Kaiser auch einen Udo-Jürgens-Hit im Gepäck hat, ist übrigens kein Zufall: “Mit 66 Jahren” sang er, der nun auch schon 66 ist. Dass es da eine tolle Leistung ist, zweieinhalb Stunden live zu singen und zu performen, muss man da gar nicht erst reden.
Kaisermania – ich freue mich auf 2019!

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Umschau

Donnerstag, den 2. August 2018
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DI 31.07.2018 | 20.15 Uhr | mdr-Fernsehen

Ost gegen West. Auch 29 Jahre nach dem Mauerfall scheint dieser Kampf immer noch nicht zu Ende, obwohl eine ganze Generation von Menschen die DDR gar nicht mehr erlebt hat.
Aber das sind vermutlich nicht die Menschen, die regelmäßig den mdr einschalten.

Am Dienstagabend ging es in der “Umschau” um die Hasseröder-Bierbrauerei. Die könnte bald einen neuen Betreiber bekommen, und es wird befürchtet, dass sie aus Wernigerode abgezogen wird.
Die Moderatorin leitete den Beitrag so ein, dass sie befürchtete, dass die Brauerei eventuell in den Westen ziehen könnte. Und dass das für den Osten schlecht sei.
An sich hat sie ja nichts Falsches gesagt, aber dennoch ist diese Ost-West-Schublade im Jahr 2018 irgendwie unangenehm. Denn egal, wohin Hasseröder umzieht, egal, ob in den Westen oder in den Norden, es wäre so oder so ein harter Schlag für Wernigerode.
Allerdings zeigte der nachfolgende Beitrag, dass die “Ossis” gebrannte Kinder in Sachen Bier sind – es wäre nicht das erste Mal, dass eine “West-Brauerei” eine Ostfirma schluckt, die Produktion verlegt und dann die ganze Biermarke einstampft.

Und der mdr spricht ganz offenbar so seine Zuschauer an – und erreicht sie damit auch. Nicht umsonst ist der mdr das erfolgreichste Dritte der ARD. Weil der Sender seine Zuschauer mit der DDR-Vergangenheit nicht allein lässt, immer wieder in den Wunden bohrt. Die einen fühlen sich verstanden, die anderen können mit der Mentalität vermutlich immer wieder anfangen. Auch deshalb wird es interessant sein, wie sich der mdr mal in 20 oder 30 Jahren positioniert.

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Generation ‘89 – Erwachsenwerden im Wendejahr

Donnerstag, den 25. Januar 2018
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SO 21.01.2018 | 23.50 Uhr | mdr-Fernsehen

Wer die Menschen im Osten verstehen möchte und rausfinden will, warum sie eventuell frustriert und enttäuscht sind von der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Lage, der muss sich nur mal mit der Wendezeit beschäftigen.
Der mdr zeigte am späten Sonntagabend die sehr spannende Doku über die “Generation ‘89 – Erwachsenwerden im Wendejahr”. Sie porträtierte Menschen, die im Herbst 1989 um die 13, 14 oder 15 Jahre alt waren. Wer diesen Leuten zuhört, wird feststellen, dass jeder anders die Wendezeit erlebt und jeder für sich andere Schlüsse draus gezogen hat.

Da ist die junge Frau, die an die DDR glaube, die in der FDJ mitmischte – und die erschüttert war, dass mit dem Mauerfall von einem Tag auf den anderen nichts mehr so war wie vorher. Die da stand und nicht wusste, woran sie nun eigentlich glauben wollte.
Da ist der Schüler, der beobachtet hat, dass die Lehrer nach der Wende plötzlich nichts mehr zu melden hatten, weil die plötzlich keine Autorität mehr waren – und dementsprechend alles durchgehen ließen.
Da ist die Frau, die im November mit den Eltern in den Westen geflohen war und am 9. November 1989 in einem Aufnahmelager die Bilder aus dem fernen Berlin vom Mauerfall sah.
Und natürlich der junge Mann, der gleich am Tag des Mauerfalls rüber nach West-Berlin reiste – und ein anderer, der am Wochenende danach gleich mal mit dem Zug nach Hamburg fuhr.

Es bringt auch die eigenen Erinnerungen wieder zurück. An eine Zeit des Umbruchs. Im Leben, in der Familie, in der Schule. In den eigenen Erinnerungen sah das alles gut aus.
Alles haben die Menschen im Osten Deutschlands etwas gemeinsam: Innerhalb eines Jahres kamen sie in einer neuen Gesellschaft an. Wiedervereinigung. Das war ein großartiges Ereignis – es hatte aber auch Schattenseiten. Die DDR wurde geschluckt – mit allem, was an ihr übel war, aber auch mit dem, was gut war. Gewohnheiten, Produkte, das Fernsehen, Konventionen – vieles war einfach nicht mehr da. Vom System, in dem es ja auch Menschen gab, die sich inklusive Ideologie wohl fühlten, ganz zu schweigen.

Fast 30 Jahre nach dem Untergang der DDR könnte man denken, die wunden seien verheult, dass Ost und West verschmolzen sind. In vielerlei Hinsicht sind sie das auch. Aber dennoch: Im Osten ist der Frust auch aktuell wieder groß. Das Gefühl, wieder kümmere sich keiner um sie. Das Gefühl, sie seien wieder auf dem absteigenden Ast. Das Gefühl, wieder werde überall gelogen.
An diesen Gefühlen ist nüchtern betrachtet vielleicht nicht immer was dran, aber man muss sie ernst nehmen.
Für solche Auseinandersetzungen ist diese Doku des mdr ein guter Einstieg.

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Frank Schöbel – Die Jubiläumsgala

Dienstag, den 19. Dezember 2017
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SA 16.12.2017 | 20.15 Uhr | mdr-Fernsehen

Lustige Sache. Eigentlich dachte ich ja, dass der mdr am Sonnabend Frank Schöbels 75. Geburtstag gefeiert hat. Und für seine 75 sieht er auch noch extrem gut aus. In Wirklichkeit aber spielte dieser Geburtstag in der Jubiläumsgala aus Berlin gar keine Rolle. Stattdessen ist ausgiebigst sein 55. Bühnenjubiläum gegangen worden, obwohl ja die 55 eher mit Ach und Krach ein Galagrund ist.
Dass sich aber Schöbel durch eine derart lahme und erschreckend unlustige Show quälen musste, das war dann schon nicht mehr lustig, sondern eher traurig.

Aber immerhin lebte das DDR-Fernsehen für 145 Minuten noch mal auf. Denn die mdr-Show war nicht nur eine Schöbel-Gala, sondern auch eine Rückschau auf die DDR-Fernsehunterhaltung. Und so durften heute kaum noch bekannte Oststars zu 40 bis 50 Jahre alten Playbacks auf die Bühne, um noch einmal ihre Lippen dazu bewegen zu dürfen.
So schön es für die Leute ist, noch mal ins Rampenlicht zu können. So schön es für die damaligen Zuschauer ist, diese Stars noch mal sehen zu können – es wirkt immer fad, wenn die Musik auf dem Band so explizit nicht mehr zum Bild passen will.

Aber mit Live-Musik hatte Frank Schöbel am Sonnabend sowieso eher wenig am Hut, alle seine Gesangskünste kamen vom Band. Und selbst die sind mitunter schlimm verhunzt worden. Ausgerechnet zum schönen Schlager “Gold in deinen Augen” musste Komiker Paul Pauls mit auf die Bühne, der als dümmlicher Polizist in das Lied reinquatschte. Unlustig, unpassend, einfach doof.
Aber in Sachen Timing und gute Humorsetzung scheint man beim mdr manchmal sowieso irgendwo in den 80ern stehengeblieben zu sein.

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Goldene Henne 2017

Dienstag, den 17. Oktober 2017
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FR 13.10.2017 | 20.15 Uhr | mdr-Fernsehen

Kinder sind ja so unberechenbar. Sie machen einfach nicht das, was sie machen sollen. Oder sie machen das, was sie machen sollen, zu spät. Am Freitagabend war der mdr-Kinderchor zu Gast bei der “Goldenen Henne 2017″ in Leipzig. Sie sangen gemeinsam mit Karel Gott ein herziges Lied.
Aber in der Regie muss man wahnsinnig geworden sein. Aber vielleicht ist es auch nicht die allerbeste Idee, noch relativ junge Kinder zum Playback die Lippen bewegen zu lassen.

So kam es, dass die Kinder die Lippen bewegten, als sie gar keinen Text hatten – und das in Großaufnahme. Schnitt auf Karel Gott, der ja immer was zu playbacken hatte. Wieder Schnitt auf die Kinder. Diesmal blieben die Lippen aufeinander, obwohl sie einen Einsatz hatten.
Da war der Moment, wo die Regie entschied, die Kinder gar nicht mehr in Großaufnahme zu zeigen. Stattdessen zeigte man vermehrt das Publikum, in dem viele verzückte Damen saßen.

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Gefragt – Gejagt

Donnerstag, den 13. Juli 2017
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MO 10.07.2017 | 16.15 Uhr | rbb

Es ist immer wieder ein Jammer. Hat eine Sendung viele Zuschauer, dann neigen die Senderverantwortlichen in ihrer verzweifelten Einfallslosigkeit dazu, das Format bis zum Letzten auszuquetschen und immer und immer wieder auf diversen Sendeplätzen zu verheizen.

Am Montagnachmittag begrüßte Alexander Bommes im rbb wieder mal seine Kandidaten im Quiz “Gefragt – Gejagt”. Er machte das auch schon vier Stunden zuvor im rbb. Aber nicht nur dort: Gleichzeitig (!) zur Ausstrahlung im rbb zeigte auch Das Erste eine Folge der Show. Und auch im Ersten war es bereits die zweite Sendung, denn um 11.15 Uhr lief schon mal eine.
Und dann immer noch nicht genug: Der NDR zeigte am Montag ab 22 Uhr gleich zwei Folgen. Im BR-Fernsehen war eine um 14.40 Uhr zu sehen. Das SWR-Fernsehen hatte um 23.30 Uhr eine Folge parat. Im hr-Fernsehen musste man immerhin bis 1.40 Uhr warten. Dafür zeigte das mdr-Fernsehen schon um 8.30 Uhr zwei Folgen am Stück.

Wenn man möchte, dass sich die Zuschauer an einem Format sattsehen soll, dann muss man es so machen wie die ARD: “Gefragt – Gejagt” rauf- und runtersenden.

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exakt – Die Story: Nur für Erwachsene – Erfolgsmodell kinderfreie Zone

Freitag, den 10. Februar 2017
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MI 08.02.2017 | 20.45 Uhr | mdr-Fernsehen

Neues aus der Welt der großen Empörung. Ein Hotel, in dem Kinder unter 14 nicht erwünscht sind.
Buuuuh, rufen da viele Eltern! Unverschämtheit, schreien sie.
Aber die andere Seite: Genau dieses Hotel in Oberwiesenthal boomt. Und der Knaller: Da kommen auch Eltern hin, aber eben ohne ihre Kinder. Weil sie auch mal Ruhe haben wollen.

Über diesen neuen Trend berichtete das mdr-Fernsehen am Mittwochabend in der Doku “Nur für Erwachsene – Erfolgsmodell kinderfreie
Zone”. Denn die Empörung ist zwar groß, der Erfolg solcher Einrichtungen aber auch.
Dabei sind solche Special-Interest-Orte ja nichts Besonderes: Es gibt Familienhotels, eben auch die ohne Kinder, es gibt Seniorenfahrten, es gibt schwule Bootstouren, es gibt so viele verschiedene Dinge für verschiedene Zielgruppen. Jede hat eine Berechtigung, und jeder hat Ausweichmöglichkeiten.

Aber die Doku zeigte beide Seiten der Medaillen. So gibt es nun auch Wohngegenden, in denen nur Senioren wohnen dürfen. Wer dort wohnt, ist alt, und merkt das auch sehr schnell. Eine Durchmischung der Generationen wäre dort vermutlich besser. Weil es dort eben nicht nur um zeitlich eingeschränkte Events geht, sondern um den Alltag, der Abwechslung braucht, der das Zusammenspiel der Generationen benötigt.