RTZapper

Riverboat: Jörg Kachelmann

Sonntag, den 6. Januar 2019
Tags:

FR 04.01.2019 | 22.00 Uhr | mdr-Fernsehen

Das zweite Comeback des Jahres liefert in diesem Jahr der mdr. Am Freitagabend moderierte Jörg Kachelmann gemeinsam mit Kim Fisher das “Roverboat”.
Das ist aus zwei Gründen bemerkenswert: Erstens hat er die Talkshow vor vielen Jahren schon mal für längere Zeit moderiert. Zweitens war Jörg Kachelmann seit 2010 nicht mehr in einer eigenen Sendung im Fernsehen zu sehen. Er wird das “Riverboat” nun wöchentlich moderieren.

Nach seiner Moderation bei Olympia 2010 verschwand Kachelmann vom Bildschirm – zumindest als Fernsehschaffender. Er geriet stattdessen in die Schlagzeilen, weil ihm Vergewaltigung vorgeworfen worden sind. Er wurde freigesprochen. Die Vorwürfe sind aus der Welt.
Aber die exzessive Berichterstattung um diesen Fall sorgte dafür, dass Jörg Kachelmann für die Fernsehbranche ein rotes Tuch wurde. Die ARD wollte nicht mehr mit ihm arbeiten.

Jetzt ist er also nach fast neun Jahren Fernsehpause wieder im Dienst. Im mdr wirkte er am Freitagabend zwar noch ein bisschen bemüht. Aber dass man nach so langer Zeit und nach dieser Geschichte noch ein bisschen zurückhaltend ist, sollte durchaus verständlich sein. Das wird sich sicherlich in den kommenden Wochen noch lockern, und dass Kachelmann wieder zurück ist, ist ganz allgemein ein wichtiges Signal.

Hits: 120

RTZapper

Sechs Tage Eiszeit – Der Katastrophenwinter 1978/79

Samstag, den 5. Januar 2019
Tags: ,

MI 02.01.2019 | 20.15 Uhr | mdr-Fernsehen

Am 28. Dezember 1978 begann in Deutschland die Eiszeit. Zunächst im Norden der Bundesrepublik und der DDR, in den Tagen danach zogen die Schneestürme immer weiter nach Süden.
Zum 25. Jahrestag der Ereignisse 2003 zeigte der mdr erstmals die Doku “Als der Osten im Schnee versank – Der Katastrophenwinter 1978/79”. Darin ging es darum, wie die DDR mit diesem heftigen, tagelangen Unwetter umgegangen ist. Wie Rügen abgeschnitten war von der Außenwelt, wie im DDR-Süden es Probleme gab, die Braunkohle zu fördern und das Stromnetz in Gang zu halten.
Seit 2003 ist diese Doku dann immer wieder gezeigt worden, am Ende jedes Jahr auf’s Neue.

Zum 40. Jahrestag wurde es dann wohl mal Zeit für eine Überarbeitung und Neufassung. Am Mittwoch zeigte das mdr-Fernsehen zur Primetime die neue, 90-minütige Doku “Sechs Tage Eiszeit – Der Katastrophenwinter 1978/79”. Der prominente Sendeplatz ist durchaus gerechtfertigt, denn wer 1978 den Winter erlebte, der erinnert sich lebhaft an die Kälte und die Stromausfälle, kann Geschichten dazu erzählen.

Interessanterweise scheint die neue Recherche aus den eigenen Film von 2003 um Neuigkeiten zu ergänzen. So hieß es in der damaligen Doku, dass die DDR an Neujahr 1979 komplett stromfrei war. In der 2018er-Version ist das präzisiert worden: Denn in Wirklichkeit gab es regionale Stromabschaltungen. Tatsächlich lag beispielsweise ganz Thüringen im Dunkeln, weil große Stromknappheit herrschte. Verschiedene Regionen sind immer wieder vom Netz gegangen.
Im Gegensatz zur früheren Doku konzentrierte sich der mdr diesmal auch nicht nur auf die DDR. Sondern man zeigte auch, was rund um Kiel geschah. Wie das Unwetter zuerst auf Polen traf, und überhaupt ist mit interessanten Grafiken und Animationen gezeigt worden, was genau da eigentlich über uns passiert ist.
Diese neue Recherche zum 40. Jubiläum war deshalb gut ausgelegtes Gebührengeld.

Hits: 131

RTZapper

Katrin Weber

Montag, den 24. Dezember 2018
Tags:

SA 22.12.2018 | 22.50 Uhr | mdr-Fernsehen

So ratlos hat man Gregor Gysi vermutlich noch nie gesehen. Mit großen Augen verfolgte er das Geschehen, und ich hätte sehr viel Geld dafür gezahlt, um lesen zu können, was in ihm vorgeht. Er saß in einer mdr-Show, und die Moderatorin sang und tanzte vor ihm, lud ihr Bein auf dem Tresen ab, wo sie Gysis Bier erst mal auf dessen Hose schüttete. Und auch sonst hörte Katrin Weber lieber Katrin Weber reden und weniger Gregor Gysi.

Das Konzept ist simpel. Eine temperamentvolle Moderatorin lädt in eine kleine Bar, sie befragt Gäste, und Musik gibt’s auch.
Funktioniert sei Jahren und heißt “Inas Nacht”. Das Konzept der kleinen NDR-Show aus Hamburg ist erprobt, erfolgreich und längst Kult. Da ist es klar, wenn andere versuchen, dieses Konzept zu kopieren. Dass sie es nicht schaffen, es zu übertreffen, sollte allerdings immer klar sein.

Ein solcher Versuch ist “Katrin Weber”. Was ein bisschen klingt wie der Titel einer Ärztin-Ratgebersendung, ist eine Unterhaltungsshow im Leipziger Academixer-Keller. Am Sonnabendabend lief die erste Folge im mdr-Fernsehen.
Sie redet gern, sie plappert mit ihren Gästen und weil sie weiß, dass sie viel redet, betont sie immer wieder mal, dass sie ja total gespannt sei, ob denn ihre Gäste auch zu Wort kämen.
Das kann man nur hoffen, denn ansonsten bräuchte Katrin Weber zu “Katrin Weber” ja keine Gäste einladen. Sie ist übrigens die Stimme des Ostens, wie der mdr betont. Was erstaunlich ist, wenn ich als Ossi von Katrin Weber und ihrer Stimme noch nie was gehört habe.

Im Fall von Gregor Gysi, der der allererste Gast war, musste man als Zuschauer aber in der Tat Angst haben, dass er wieder raus geht, ohne irgendwas erzählt zu haben. Katrin Weber erzählte dagegen DDR-Witze, die sie aber eigentlich von ihren Zetteln ablas, was irgendwie unspontan wirkte. Plötzlich musste sie auch noch irgendwas zu sagen, wo man fragen musste: wozu?
Wo Ina Müller zwar auch Temperament hat und vorlaut ist, so drängt sie sich an sich doch nicht so in den Vordergrund wie Katrin Weber. Wo Ina eher was über die Gäste wissen will, liest Katrin Weber lieber Witze ab oder erzählt von sich.
Dann doch lieber das Kneipen-Original aus Hamburg.

Hits: 174

RTZapper

Zärtlichkeiten im Bus

Donnerstag, den 22. November 2018
Tags:

MI 21.11.2018 | 23.35 Uhr | mdr-Fernsehen

“Zärtlichkeiten im Bus” ist kein Softporno, der nachts bei Sport 1 zu sehen ist. Es handelt sich dabei um ein so ziemlich unentdecktes, im Nachtprogramm des jugendfreien mdr verstecktes Format, in dem eine Stunde lang mit Musikern gesprochen und gespielt und gesungen wird.
Allerdings scheinen die Macher nicht mehr ihrem eigenen Produkt zu vertrauen.

In der Sendung sind Stefan Schramm und Christoph Walther in ihren Rollen als Ines Fleiwa und Cordula Zwischenfisch in einem alten Bus unterwegs. Ein bisschen merkwürdig wirken sie schon, die beiden Männer mit den Perücken. Zu Gast haben sie Musiker. Sie quatschen, sie singen, und zwischendurch steigen sie auch mal aus.
Diesmal war Erdmöbel zu Gast. Die Band gibt es schon rund 20 Jahre. Aber entweder fanden die Macher die Folge zu dröge, die Musiker zu uncool oder einfach auch ihr eigenes Format lahm.

Denn in der neuen Folge saßen die beiden Moderatoren, äh, -innen im Schnittraum und ließen sich von einer mdr-Redakteurin, gespielt von Christine Prayon, erklären, warum ihre Sendung doof ist und was sie besser machen müssen.
Das war erstens nicht besonders lustig und machte irgendwie auch keinen guten Eindruck, weil unklar war, ob Erdmöbel so uninteressant war, dass man die Sendung irgendwie aufpimpen musste. Teilweise wurde die Band mitten im Interview oder im Lied unterbrochen – weil die Redakteurin gelangweilt war.

Wenn man zu solchen Mitteln greift, um die Sendung irgendwie, nun ja, besser machen zu wollen, dann ist das eigentliche Konzept wohl hinfällig.

Hits: 132

RTZapper

Letzte Chance in Leipzig – Wer singt beim Schlagerbooom?

Sonntag, den 21. Oktober 2018
Tags: ,

FR 19.10.2018 | 20.15 Uhr | mdr-Fernsehen

Wer zum Silbereisen ins Erste will, der muss ziemlich schuften. Im mdr lief am Freitagabend erstmals die “Letzte Chance in Leipzig – Wer singt beim Schlagerbooom?”. Denn ein Platz war in der großen Schlagershow noch frei – für einen Nachwuchsact. So mussten am Freitag im mdr zwei junge Sängerinnen, ein Sänger und eine Gruppe darum kämpfen, wer Sonnabend ins Erste darf. Und der mdr hat es den jungen Leuten wahrlich nicht einfach gemacht. Also, eigentlich hat es der mdr an diesem Abend niemandem einfach gemacht. Den Leuten im Studio und denen vorm Fernseher.

Im Studio saßen gut zwei Dutzend Zuschauer, die scheinbar vorher auf der Straße angesprochen worden sind, ob sie nicht Lust auf diese Show haben. Nun weiß man nicht, ob es gewollt war, dass so wenige Zuschauer da sitzen sollten. Sehr voll war das Studio jedenfalls nicht. Ob etwa viele Angesprochene keine Lust auf die Schlagerbooom-Preshow hatten? DIese Leute waren es auch, die am Ende entscheiden durften, wer zum Schlagerbooom darf.

Alle waren sie verdammt gut drauf. Egal, wer grad zum Playback die Lippen bewegte – alle mussten wollten sie schunkeln, tanzen und lachen. 90 Minuten waren alle crazy drauf – hoffentlich ganz sicher ohne Drogeneinfluss.
Christin Stark, Julia Lindholm, Feuerherz und Vincent Groß waren die Nachwuchshoffnungen, die am Freitag kämpfen mussten. Unterstützt wurden sie von gestandenen Schlagerstars wie Olaf der Flipper oder Mary Roos.
Coversongs, ein Starduett und schließlich der eigene Song für den Schlagerbooom – dass am Ende die nervig-zappelige Vierer-Feuerherz-Combo gewann, ist ein bisschen schade. Zumal die Kamera ausgerechnet bei der Gruppe eine 4/10-Wertung einer Zuschauerin einfing. Aber vermutlich haben alle anderen mit Zehner-Wertungen um sich geschmissen.

Aber immerhin: Wer die Leipziger Gute-Laune-Hölle überstanden hat – die Kamera zeigte manchmal minutenlang nur tanzende Leute, die zu irgendeinem Playback zappelten -, für den wird die Dortmunder Westfalenhalle ein Kinderspiel.

Hits: 15

RTZapper

Heißer Sommer

Donnerstag, den 23. August 2018
Tags: ,

MO 20.08.2018 | 20.15 Uhr | mdr-Fernsehen

“Kinder ist das Wetter außer Rand und Band! Das gibt einen sagenhaften Sonnenbrand! Heißer Sommer, in diesem Jahr ist ein heißer Sommer, wie wunderbar!”

Das ist kein aktueller Kommentar zum Sommer 2018. Auch wenn er zutreffend ist. Das ist ein Textzitat aus dem Song “Heißer Sommer” – und auch aus dem gleichnamigen Filmmusical. Gesungen wird das Lied von Chris Doerk und Frank Schöbel.
Und das kann man sicherlich sagen: Zumindest in Ostdeutschland ist “Heißer Sommer” Kult. Der Film feiert in diesem Jahr sein 50. Jubiläum. Im Juni 1968 ist uraufgeführt worden.

Am Montagabend lief der Film mal wieder im mdr-Fernsehen. Die Story ist eigentlich ziemlich dünn und albern. Aber es ging eher um den Spaß, um die Lieder, um das Zusammenspiel von Schöbel, Doerk und den anderen. Und natürlich um das damals auf Rügen festgehaltene Urlaubsgefühl.

Heißer Sommer – auch nächstes Jahr?

Hits: 9

RTZapper

Kaisermania 2018

Mittwoch, den 8. August 2018
Tags: , , ,

SA 04.08.2018 | 20.15 Uhr | mdr-Fernsehen

Vermutlich gibt es in Deutschland keinen Schlagerstar, dessen Konzerte so regelmäßig komplett live übertragen werden, wie von Roland Kaiser. Immer am ersten Sonnabend im August überträgt der mdr live aus Dresden das “Kaisermania”. Zweieinhalb Stunden singt Roland Kaiser seine Hits, und mehrere zehntausend Menschen jubeln ihm vor der Bühne, die unweit der Elbe steht, zu.

An diesem Sonnabend schauten rund 1,3 Millionen Menschen deutschlandweit bei der Kaisermania zu. Und das völlig zurecht, denn Roland Kaiser bietet eine wundervolle Sommernachtsparty. Von “Santa Maria” über “Joana” und “Warum hast du nicht Nein gesagt” sind die meisten Hits dabei, die Kaiser in seiner vier Jahrzehnte dauernden Karriere hatte.
Es ist schön zu sehen, dass es Roland Kaiser geschafft hat, auch 2018 immer noch alle Generationen zu vereinen. Denn zu den Konzerten nach Dresden kommen nun wirklich nicht die ältere Menschen – Jung und Alt feiern gemeinsam.

Dass Kaiser auch einen Udo-Jürgens-Hit im Gepäck hat, ist übrigens kein Zufall: “Mit 66 Jahren” sang er, der nun auch schon 66 ist. Dass es da eine tolle Leistung ist, zweieinhalb Stunden live zu singen und zu performen, muss man da gar nicht erst reden.
Kaisermania – ich freue mich auf 2019!

Hits: 21