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Silbereisen gratuliert – Herzlichen Glückwunsch, Helene!

Montag, den 16. November 2020
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FR 13.11.2020 | 20.15 Uhr | mdr-Fernsehen

Ob Helene Fischer vor Rührung weinend vor dem Fernseher gesessen und den mdr geschaut hat, ist nicht bekannt. Falls sie ihre Überraschung verpasst haben sollte, wäre das allerdings sehr schade. Denn der Florian Silbereisen – ihr Ex – hat ihr ein Geschenk gemacht. Weil sie vor 15 Jahren in seiner Show ihren allerersten Fernsehauftritt hatte, blickte er am Freitagabend im mdr noch mal auf die vergangenen anderthalb Jahrzehnte zurück.
Vor zwei Jahren hatte sie Silbereisen in seiner Show überrascht und zum Heulen gebracht, nun gab es seine Revanche, ohne zu wissen, ob und wie sie angekommen ist.

Am Freitagabend lief also im mdr-Fernsehen “Silbereisen gratuliert – Herzlichen Glückwunsch, Helene!”. Es handelte sich um ein Fischer-Silbereisen-Best-of.
Bei allem Erinnerungsschmalz hatte diese Sendung aber auch eine interessante Komponente. Man konnte beobachten, wie aus den “Festen der Volksmusik” im Jahr 2005 eine erstaunlich moderne Schlagershow geworden ist, und Helene Fischer und Florian Silbereisen scheinen daran eine Aktie zu haben. Von 2008 bis 2018 waren die beiden ein Paar, und bei ihnen veränderten sich nicht nur ihre Frisuren von trutschig hin zu zeitgemäßeren Schnitten. Fischers Musik wurde poppiger, und die Shows von Silbereisen wurden es auch. Die Feste der Volksmusik boten immer weniger Volksmusik, dafür mehr Schlagerpop, irgendwann verschwand der Titel, von Volksmusik war keine Rede mehr, stattdessen moderierte Silbereisen nun Shows wie den “Schlagerbooom” in großen Hallen mit johlendem Publikum. Die Shows wurden jünger, inzwischen schauen nicht mehr nur die Senioren zu.
Diese Entwicklung war auch in diesem Rückblick zu sehen: Dass es der ARD gelungen ist, die große Show und auch Silbereisen selbst rundum zu modernisieren und fit für die Zukunft zu machen.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 13. Dezember 2020)

Hits: 150

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Schlagerchance in Leipzig

Sonntag, den 18. Oktober 2020
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FR 16.10.2020 | 20.15 Uhr | mdr-Fernsehen

Silbereisens Florian ist ja wirklich ein ganz Netter. Wenn am 24. Oktober “Das große Schlagerjubiläum” live im Ersten und im ORF zelebriert wird, dann darf auch wieder ein jemand vom Schlagernachwuchs auf der Bühne auftreten.
Deshalb gab es am Freitagabend im mdr-Fernsehen die “Schlagerchance in Leipzig”.
Chris Cronauer, Marie Reim, die Rockharmonix oder Vivien Gold traten in der Sendung an, um den letzten freien Platz in der Show zu bekommen.

Und das Publikum darf… ähm… zuschauen.
Die Sendung wurde am Freitagabend nämlich nur ausgestrahlt. Aufgezeichnet worden sein soll sie schon vor Wochen. Weshalb die Zuschauer bei dieser Abstimmung rein gar nichts zu melden hatten.
Die Schlagerclique legte selber fest, wer diesen Abend gewinnen sollte, und das komplett heimlich. Der Show fehlte es komplett an Transparenz. Nach jedem Auftritt wurden die Künstler von Stars wie Beatrice Egli, Andy Borg, Anna-Carina und Stefan Mross und Thomas Anders bewertet. Und da jeder der Stars Pate für einen der Nachwuchsacts war, durften die immerhin nicht beim eigenen Künstler abstimmen.
Aber wie das Ergebnis am Ende war, ob es knapp war, wie da wer für wen stimmte – unklar.

Marie Reim, Matthias’ Tochter, gewann am Ende. Das roch dann ewig muffig. Nicht nur, weil Marie Reim die einfallslosesten Auftritte an diesem Abend hinlegte. Die Rockharmionix vermischten moderne Musik mit dem Akkordeon, Chris Cronauer macht ziemlich coolen Schlager. Marie Reim wirkte dagegen unsicher, ihr ganzer Auftritt wirkte altbacken. Ob das Publikum anders entschieden hätte, weiß man natürlich nicht. Aber einen großen Wert hat diese Wahl so nun leider nicht.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 15. November 2020)

Hits: 162

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Stars in der Wachau

Mittwoch, den 23. September 2020
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SA 19.09.2020 | 20.15 Uhr | ORF2

Jetzt hat das Coronavirus auch noch die “Starnacht in der Wachau” ausfallen lassen. Bei dem ORF-Event treten auf einer Bühne mit viel Publikum lauter Stars der Schlagerszene auf. Also, im Grunde das, was Florian Silbereisen auch immer macht – nur hier moderiert von Barbara Schöneberger und Alfons Haider.

In Österreich scheinen die Regelungen in Sachen Veranstaltungen noch strenger als in Deutschland zu sein. Während hierzulande wieder Publikum in vielen Shows sitzt (wenn auch sehr viel weniger als sonst), scheint es im Nachbarland beim ORF immer noch publikumsfrei zur Sache zu gehen. Auch die Late-Night-Shows “Willkommen Österreich” und “Gute Nacht Österreich” im ORF1 finden vor leeren Rängen statt.

Am Sonnabend gab es im ORF2 – und in Deutschland beim mdr – statt der “Starnacht in der Wachau” nur die “Stars in der Wachau”. Offenbar wollte man keineswegs auf die Schlagerparade verzichten. Und auf die Tourismus-PR für Niederösterreich.
Denn die Stars kamen trotzdem. Mit allen, die am Sonnabend auftreten sind, hat der ORF richtige Videoclips gedreht – vor der Wachau-Kulisse. Das wirkte zwar nur wie eine etwas lieblose Clip-Show am Sonnabend zur Primetime, immerhin recht flott von Schöneberger und Haider moderiert, aber eine Musikevent-Show kann das keineswegs ersetzen. Da macht es die ARD in Deutschland besser, da gibt es wieder Live-Show, wo man hier und da ein paar Leute hinsetzt. Besser als nichts. Und besser als eine Clip-Show.

-> Die Sendung in der ORF-TV-Thek (bis 25. September 2020)

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Die Schlager des Sommers 2020 – Die Märchenschloss-Party

Dienstag, den 11. August 2020
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SA 08.08.2020 | 20.15 Uhr | mdr-Fernsehen

Wenn Ute Freudenberg ihre “Jugendliebe” anstimmt, dann fließen Tränen. Also, zumindest von oben. Vor lauter Rührung.

2019 trat Ute Freudenberg am Wasserschloss Klaffenbach bei den “Schlagern des Sommers” im mdr-Fernsehen auf, und dabei begann es dermaßen zu schütten, dass die Aufzeichnung unterbrochen werden musste.
Und irgendwie muss dieses ja eigentlich wunderschöne Lied einen schlechten Einfluss aufs Wetter haben.

“Die Schlager des Sommers 2020” fanden eigentlich bei schönstem Wetter statt. Das Schloss selbst ist in ein tolles Licht getaucht worden, so dass es wie ein Märchenschloss wirkte. Und ein paar Zuschauer durften auch wieder auf Picknickdecken dabei sein.
Und alle hatten Glück, dass Ute Freudenberg erst am Ende der Show aufgetreten ist. Denn als sie sang, begann es erneut ordentlich zu regnen. Wieder sah man den Regen in den Scheinwerfern.
Vielleicht sollte Ute Freudenberg 2021 das Schloss Klaffenbach weiträumig umfahren. Vielleicht kann man sie ja dazuschalten – aus einem Ort, der Regen verdient hat.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 7. September 2020)

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Johann Sebastian Bach: Johannes-Passion

Samstag, den 11. April 2020
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FR 10.04.2020 | 23.50 Uhr | mdr-Fernsehen

Durch die Coronakrise liegt auch das Kulturleben brach. Die Theater, Kinos und Kirchen sind geschlossen. Jetzt liegt es am Fernsehen und am Internet, die Kultur nach Hause zu bringen. Kulturschaffende aus allen Bereichen schließen sich zusammen, um ihre Kunst doch noch unters Volk bringen zu können.

Immer am Karfreitag findet in der Leipziger Thomaskirche die Bach-Passion statt. In diesem Jahr muss sie ausfallen, was wohl seit 150 Jahren das erste Mal geschieht.
Und auch schon jetzt steht fest, dass im Juni das Bach-Festival in Leipzig ausfallen muss. Dort sollte am 13. Juni Johann Sebastian Bachs Johannes-Passion aufgeführt werden. Fällt auch aus.

Aber nicht ganz. Am Karfreitagnachmittag ist sie vor leeren Rängen in der Thomaskirche aufgeführt worden. Das Publikum saß stattdessen zu Hause und konnte das Konzert per Livestream im Internet verfolgen. Eine Aufzeichnung sendete der mdr am späten Abend.

Ein ergreifendes Konzert. Dass Bachs Kompositionen oft für Gänsehaut und pure Faszination sorgen, ist ja nichts Neues. Dass entsprechende Konzerte in der Thomaskirche was Besonderes sind, auch. Tenor Benedikt Kristjánsson sang großartig. Zugeschaltet worden sind zudem Bach-Chöre aus aller Welt, die Teile der Passion mitsingen konnten. Alle Sängerinnen und Sänger sind zusammengeschaltet worden, sie standen in ihren Büros oder Wohnzimmern. Alle hatten sie Kopfhörer auf, um im Takt zu bleiben. Dass sie es trotzdem geschafft haben, mehrstimmig zu singen, obwohl ja jeder allein zu Haus stand, war beeindruckend. Und auch die Thomaner aus Leipzig hatten auf diese Weise ihren Auftritt im Konzert.

Die Technik macht es möglich: Auch wenn wir nicht überall hinkommen, wir können trotzdem zusammen musizieren. Und wir können zu Hause nach so einem Konzert nach applaudieren. Auch wenn das dann natürlich etwas einsam klingt. Die Künstler hätten echten Applaus vor Ort verdient gehabt.

-> Das Konzert in der ARD-Mediathek (bis 10. Mai 2020)

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Semperopernball 2020

Samstag, den 8. Februar 2020
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FR 07.02.2020 | 20.15 Uhr | mdr-Fernsehen

So viel Hass. So viel Verrohung.
Roland Kaiser findet in Dresden klare Worte. Er verurteilt, was da mit Mareile Höppner geschehen ist. Denn es hat Gründe, dass er am Freitagabend ganz allein auf der Bühne beim Semperopernball 2020 steht.

Der Dresdener Semperopernball ist noch keine sehr lange Tradition. Er findet zum 15. Mal statt, ist aber in Dresden schon zur Institution geworden.
Zum Ball gehört auch die Verleihung des St.-Georgs-Ordens, der an verschiedene Persönlichkeiten vergeben wird. Warum auch immer. In diesem Jahr vergibt Semperopernballchef Hans-Joachim Frey den Preis an Abd el Fatah al-Sisi. Der ist der Präsident Ägyptens, und man flog sogar nach Kairo, um ihm diesen Preis zu bringen.
Aber wofür gab es diesen Preis eigentlich? Er hatte sich mit Hilfe des Militär an die Spitze des Staates geputscht und mit dafür gesorgt, dass der autoritär regierende Husni Mubarak abgesägt wurde.
Dafür den Preis? Wo doch Abd el Fatah al-Sisi gar nicht besser ist. Ihm werden schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Laut Amnesty International gibt es Zehntausende Inhaftierte in Ägypten. Man spricht von Folter und Misshandlungen.
Wie kann man ernsthaft auf die Idee kommen, diesem Mann einen Preis zu überreichen? Aus Geldgier, weil man gern einen Opernball in Kairo veranstaltet hätte?

Es herrschte, nun ja, Verwunderung.
Auch bei Judith Rakers. Die “Tagesschau”-Sprecherin sollte neben Roland Kaiser den Semperopernball 2020 moderieren. Ganz öffentlich ging sie mit ihrer Verunsicherung um. Immerhin hat sie als Gesicht der “Tagesschau” eine besondere Verantwortung, will neutral sein. Aber kann man da eine Gala moderieren, wo Bilder der Preisverleihung in Kairo gezeigt werden sollen? Und dabei noch lächeln und nichts dazu sagen?
Judith Rakers fand, das geht nicht. Sie bat um Auflösung des Vertrages.

Dann kam Mareile Höppner. Sie bot an, für Judith Rakers einzuspringen. Sie mache das gerne, sagte sie. Bis ein gewaltiger Shitstorm sie überrollte. Hassbotschaften, die sogar ihr Kind erreichten. Erschüttert zog auch sie ihre Teilnehme zurück.

Und auch beim übertragenden mdr zeigte man sich irritiert. Wer stattdessen mit Roland Kaiser moderieren sollte, wurde geheim gehalten, und am Freitag war dann klar: Er macht’s alleine.
Unterdessen gab Semperopernballchef Hans-Joachim Frey bekannt, dass Abd el Fatah al-Sisi der Preis wieder aberkannt worden ist, was das Ganze ja noch peinlicher macht. Frey hat dann bitte nach Kairo zu fahren und den Preis auch wieder abholen. Mit dem Satz “Sorry, du. Passte doch nicht, denn du bist böse. Wusste ich vorher nicht. Hab mich nicht informiert. Also, sorry, noch mal. Kann ich den Preis wieder mitnehmen? Bitte, bitte!”

Dass der mdr dennoch an der Übertragung festhält, ist aber nicht falsch. Nicht der mdr hat den Preis vergeben. Vielmehr sollte der Sempernopernballchef über einen Rücktritt nachdenken.
Ich brauche den Sempernopernball nicht. Aber den Dresdnern ist er offenbar wichtig. Deshalb sollte es nun darum gehen, den Ball selbst nicht zu gefährden. Es heißt, es werde nun kein Preis mehr vergeben, und das ist gut so.

Glücklicherweise hat der mdr das ganze Thema nicht verschwiegen. Im Countdown – der eigentliche Ball begann erst um 21 Uhr – ging man ausführlich darauf ein, um zu erklären, was da eigentlich passiert ist.
Und auch Roland Kaiser nahm Stellung. Verurteilte die Preisvergabe, aber auch den Shitstorm gegenüber Mareile Höppner. Es sei erschreckend, wie die Menschen miteinander umgehen, wie sie Dreck auf andere werfen. Ernste Worte, bevor in der Semperoper zum festlichen teil übergegangen worden ist.

-> Zusammenfassung der Ereignisse (mdr)
-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 8. März 2020)

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mittagsmagazin: Überraschung aus Erfurt

Donnerstag, den 6. Februar 2020
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MI 05.02.2020 | 13.00 Uhr | ZDF

Wie flexibel reagiert das ZDF eigentlich auf überraschende Ereignisse? Die Antwort: scheinbar nicht besonders.
Immerhin hatte das ZDF einen Reporter nach Erfurt geschickt. Man ging davon aus, dass er im “mittagsmagazin” des ZDF – auch gezeigt im Ersten und auf tagesschau24 – darüber berichten wird, dass Bodo Ramelow (Linke) wieder zum Ministerpräsidenten gewählt worden ist.
Doch es kam bekanntlich anders – und beim ZDF war man, nun ja, überrascht.

Bevor der dritte Wahlgang begann schaltete man im “mittagsmagazin” mal schnell nach Erfurt. Reporter Mathias Kubiza berichtete, dass bald der dritte Wahlgang beginne und was sonst noch so los ist im Thüringer Landtag.
Den Wahlgang selbst zeigte man aber nicht. Wäre ja machbar gewesen in einer Live-Nachrichtensendung. Aber offenbar hatte man keine Live-Bilder im ZDF.
Aber so endete die Erfurt-Schalte, und während politische Geschichte geschrieben worden ist, berichtete das ZDF in seiner Nachrichtensendung über Tankwagenfahrer in Mexico. Sicherlich ein wichtiges Thema – zu dem Zeitpunkt aber nicht. Dann ging es um die Siemens-Hauptversammlung. Und um irgendwas Touristisches in Tunesien. Als in Erfurt schon gewählt worden war, lief im ZDF ein Beitrag über eine Modebloggerin. Sie war dann auch im Studio. Aber bevor man mit ihr sprechen wollte, schaltete man dann endlich wieder nach Erfurt, wo Mathias Kubiza vor irgendeiner Wand stand und erzählte, was passiert war.
Das ZDF hatte da immer noch keine Bilder aus dem Plenarsaal. Das ZDF-Update wirkte wie ein Korrespondetenbericht zu einer Breaking News, die weit entfernt stattgefunden hatte.

Wieso hat das ZDF beim “mittagsmagazin”, das ja auch von der ARD mitübernommen wird, keinen Zugriff auf das Sendematerial des mdr? Selbst phoenix übertrug live das Sendesignal des mdr in seinem Programm. Dann hätte man das Ereignis immerhin schon mal zeigen können, anstatt dass ein Reporter lang und breit erzählt, was für erstaunliche Dinge da passiert waren.
Als alles gesagt war, wandte man sich beim ZDF wieder der Modebloggerin zu. Später folgte ein Beitrag über einen jungen Missionar. Zu Einordnungen sah man sich im ZDF spontan nicht in der Lage. Man hatte schlicht mit dem Knall nicht gerechnet.

Dass ganz allgemein und abseits der Erfurter Breaking News im “mittagsmagazin” erstaunlich viele boulevardeske Beiträge und seltsam wahllose Themen durchgesprochen werden, ist ein Thema für sich.

-> Die Sendung in der ZDF-Mediathek (bis 5. Februar 2021)

Hits: 156