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Chronik Oberkrämer 2017

Freitag, den 29. Dezember 2017
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MAZ Oranienburg, 29.12.2017

Januar: Die „Vehlefanzer Amseln“ feiern ihr zehntes Jubiläum. Der Chor wurde 2007 gegründet. – Erste Pläne für die neuen Hortgebäude in Vehlefanz und Bötzow werden vorgestellt. Die Kosten betragen insgesamt etwa 4,5 Millionen Euro. Der Hort in Vehlefanz sollte im Herbst fertig sein, nun aber erst 2018.

Trauer in Marwitz
Albrecht Seeburg ist am 27. Januar im Alter von 79 Jahren überraschend gestorben. Bis zuletzt war er Ortsvorsteher in Marwitz und Gemeindevertreter in Oberkrämer – er setzte sich für die Belange der Menschen ein.

Februar: 35 Leute kommen zum Seniorenfasching nach Eichstädt. Die Kaffeenachmittage, die jeden Monat im Gemeindehaus stattfinden, sind ein voller Erfolg.

Müllers Helfer
Nachdem auf dem Hof von Familie Müller in Schwante ein milder Volgelgrippe-Fall aufgetreten war, wurden dort rund 500 Tiere getötet. Die Trauer in der Familie war groß. Um so größer die Freude, als im Februar viele Helfer auf den Hof kamen, um aufzuräumen und für einen Neustart zu sorgen.

Thiede zeigt’s dem Minister
Albrecht Gerber, der Wirtschaftsminister von Brandenburg, war im Februar zu Gast in der Tischlerei von Olaf Thiede in Bötzow. Er staunte: “Ein ganz großes Spektrum” habe er dort entdecken können.

Mehr Plätze in der Bötzower Kita
Der Anbau der Kita “Traumzauberbaum” in Bötzow ist Ende Februar eröffnet worden. Sie bietet nun Platz für 165 Kinder, das sind 40 mehr als vorher.

März: Die Kirche in Marwitz ist marode und muss saniert werden. Betroffen sind das Dach und das Gestein. Der neue Pfarrer Marcus Schütte beziffert die Kosten auf etwa 310 000 Euro. Er bittet bei der Gemeinde Oberkrämer um Hilfe. – Nach dem Tod von Albrecht Seeburg wird Thomas Nocke neuer Ortsvorsteher von Marwitz. – Auf dem Autohof Oberkrämer in Vehlefanz kommt es zu einem Zwischenfall: Es gibt Streit um die Plätze an den Spielautomaten. Ein Mann (28) kommt mit einem Beil und schlägt auf einen 35-Jährigen ein. – In Schwante schließen sich die Gastwirte vom Schloss, Forsthaus und Gartenhaus zusammen. Sie starken die Vermarktungskampagne „Schwante is(s)t gut“.

April: Eigentlich sollte am Gemeindezentrum in Bötzow eine Streetball-Anlage entstehen. Sie kommt nicht, weil der Ortsbeirat befürchtet, es könnte zu laut werden. – An der MAZ-Frühlingswanderung zur Mühle nach Vehlefanz nehmen 80 Leute teil und sehen Oberkrämer von einer anderen Seite. – Die Gemeindevertreter beschließen einen Nachtragshaushalt für 2017. Die Höhe der Investitionen steigt von 1,98 auf 6,5 Millionen Euro Euro. – Manfred Ende aus Bötzow veröffentlicht sein neues Buch „Als der Bleistift spöttisch die Miene verzog“. – Bernd Ostwald aus Schwante ist neuer Behindertenbeauftragter in Oberkrämer. – Unzählige Besucher kommen zum 15. Krämerwaldfest nach Wolfslake.

Mai: Der Bau des Radweges an der L 170 von Schwante nach Germendorf kommt noch vor 2030. Das geht aus einer neuen Bedarfsliste der Landesregierung hervor. Es herrscht Frust. – Es wird bekannt, dass der Lindenkrug in Schwante schließen muss. Ende September ist Schluss. – Polizei, Veterinäramt und ein Tierarzt holen von einem Grundstück in Eichstädt-Ausbau viele Enten, Hühner, Puten und mehr. Es besteht der Vorwurf der Tierquälerei, den der Besitzer bestreitet. – Das Unternehmen „Fi-sherman’s Partner zieht von Schwante in den Gewerbepark nach Vehlefanz und öffnet dort eine größere Filiale. – Der Oberkrämer-Abschnitt der Straße von Sommerswalde nach Hohenbruch wird saniert.

Marwitzer Partypeople
Die Beat-Fabrik in Marwitz feierte im Mai ihren 20. Geburtstag. Einmal im Monat wird dort eine Nacht lange gefeirt.

Juni: Vehlefanz hat eine zweite Mühlen-Attraktion. Dietmar Sturzbecher kümmert sich um die Bathe-Mühle an der Lindenallee. – Für das Gemeindezentrum in Schwante werden nach dem Auszug der Tourismusinfo neue Nutzer gesucht. – 170 Gäste kommen zur Feier der Brandenburgischen Seniorenwoche in die Marwitzer Turnhalle. – Die Jugendkoordinatorin Marlies Arian geht in den Ruhestand. Silvia Hinze ist ihre Nachfolgerin. – Der Jahrhundertregen sorgt insbesondere in Vehlefanz, Bärenklau und Schwante für viele Einsätze. – David Ostwald ist neuer Gemeindebrandmeister.

140 Jahre Plentz
Das Erdbeerfest im Juni auf dem Dorfanger in Schwante nutzte Bäckermeister Karl-Dietmar Plentz für eine besondere Feier. Die Bäckerei ist 1877 gegründet worden, nun stand das 140. Jubiläum auf dem Programm.

Touristischer Mittelpunkt
Die Mühle in Vehlefanz entwickelt sich weiter zum touristischen Mittelpunkt in Oberkrämer. Im Juni ist dort die neue Tourismusinfo eröffnet worden. Dazu ist ein ehemaliges Wohnhaus direkt neben der Mühle umgebaut worden.

Juli: Die Dorfkirche in Marwitz ist 250 Jahre alt. Das Kirchweihjubiläum wird mit einem Gemeindefest gefeiert. – Es gibt Dauerregen in Oberkrämer. Erneut hat die Feuerwehr diverse Hochwassereinsätze. – Die Senioren aus dem altersgerechten Wohnheim in Vehlefanz unternehmen mit dem Erlebnisshuttle aus Paaren eine Sommertour durch Vehlefanz und Schwante. – Das Sommerlager der Freikirche muss umziehen. Das Gelände am Mühlensee in Vehlefanz ist zu schlammig. Kurzfristig muss das Lager eine Wiese weiterziehen – eine logistische Herausforderung. Am Ende läuft alles reibungslos.

Land unter am Hörstegraben
Viel zu sehen vom Hörstegraben ist nicht mehr. Ende Juni gab es den Jahrhundertregen. Im Juli folgte ein zweiter Mega-Regenguss, gefolgt von mehrtägigem Dauerregen. Der Hörstegraben in Schwante, in dem viele Kanäle aus Oberkrämer zusammenlaufen und nach Kremmen weiterfließen, konnte die Wassermassen im Laufe des Sommers nicht mehr aufnehmen. Die Wiese nebenan war mehr als einen halben Meter überflutet. Im Spätherbst bot sich an der Stelle noch einmal ein ähnliches Bild. Ein Problem auch für die Anwohner des Grabens.

August: Das Hochwasser nach den Regenfällen am Elsgraben in Bärenklau läuft nur langsam ab. Die Anwohner bitten um Hilfe. – In Vehlefanz startet eine Verfolgungsjagd. Ein Autofahrer ignoriert eine Polizeikontrolle. Die Jagd endet an einem Straßenbaum in Sommerswalde. – Die Gemeindevertreter lehnen die Pläne zur Erweiterung des Geländes der Firma in Winzler in Bötzow-West ab. – Lisa Andreß (22) ist Erntekönigin in Bärenklau. – Ein Hannoveraner-Wallach in Bötzow muss in Quarantäne. Das Pferd ist an Druse erkrankt.

September: Die Kita „Krämer Kids“ wird gesperrt – wegen aggressiven Schimmelbefalls. Die Kinder müssen ausweichen in die Kita Bötzow und ins „Haus der Generationen“. – Die Marwitzer Straße in Bötzow wird ausgebaut – breiter und sicherer soll sie werden. – In Schwante stürzt ein Bauarbeiter aus großer Höhe ab und landet auf einer Zwischendecke. Er wird schwer verletzt. – Bei der Bundestagswahl liegt in Oberkrämer die CDU (32,8 Prozent) vor der SPD (23,0) und der AfD (18,2).

Endlich fertig!
Die Kirche in Vehlefanz wurden sieben Jahre lang saniert. Dach, Fassade, Innenraum. Im September feierte die Gemeinde die Wiedereinweihung.

Oktober: Der Seniorenbeirat Oberkrämer feiert das 20. Jubiläum. Viele Ziele seien geschafft, so die Vorsitzende Erika Kaatsch. – Die Schlossherren in Schwante wollen wieder mehr auf die Dorfbewohner zugehen. Geplant sind diverse Abendveranstaltungen und Feste. – Der Heimatverein Vehlefanz feiert das 25. Jubiläum. Weil im „Haus der Generationen“ aber die Kita untergebracht ist, wird die Feier auf 2018 verschoben. – Der Bolzplatz in Bötzow wird eröffnet. Kosten: etwa 114 000 Euro. – An der Kirche in Vehlefanz wird ein Luther-Baum gepflanzt. – Der Jugendclub zieht vorübergehend in die Feuerwehr, der Platz im „Haus der Generationen“ wird von der Kita gebraucht.

Xavier ließ die Bäume fallen
Große Schäden richtete Anfang Oktober das Orkantief Xavier in Oberkrämer an. Allein auf der L17 zwischen Schwante und Groß-Ziethen fielen 21 dicke Alleebäume samt Wurzeln um und richteten dadurch auch Schäden an der Straße an. Schlimm sah es auch am Wendemarker Weg in Bärenklau aus. Blockiert waren auch die Straßen zwischen Germendorf, Sommerswalde und Schwante sowie zwischen Eichstädt und Marwitz. Die Aufräumarbeiten dauerten langen an.

November: Bei der Sammlung für die Kriegsgräberfürsorge in Bärenklau kommen 2375,50 Euro zusammen. – An der A 10 in Oberkrämer werden Bäume gefällt. Kahlschlag. Bitter ist das für die Autobahn-Anwohner in Neu-Vehlefanz. Sie sind dem Krach nun komplett ausgesetzt. – Die Senioren-Weihnachtsfeier wird zur logistischen Hausforderung. Weil 240 Leute kommen, ist die Marwitzer Halle zu klein. Es wird in der Oberkrämerhalle in Eichstädt gefeiert.

Dezember: Die Gaststätte „Zur Waage“ schließt. – Die Bärenklauer Sicherheitspartner werden vom Landespräventionsrat ausgezeichnet. Preisgeld: 1000 Euro. – Der Heimatverein Bärenklau veranstaltet auf dem Remontehof erstmals einen Adventsmarkt. – Das Auto von Thomas Nocke, dem Marwitzer Ortsvorsteher, brennt ab. Es ist wohl Brandstiftung – und das dritte Mal, dass es in Zusammenhang mit Nocke einen Zwischenfall gibt.

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Oberschule für Oberkrämer: Eltern wollen kämpfen

Samstag, den 26. August 2017
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Bürgermeister Peter Leys bringt Vehlefanz als möglichen Standort ins Spiel – Landkreis sieht jedoch keinen Bedarf und verweist auf die vorhandenen Daten

MAZ Oranienburg, 26.8.2017

Oberkrämer.
In der Gemeinde Oberkrämer gibt es immer mehr Kinder. Eltern an den beiden Grundschulen im Ort machen sich nun große Sorgen, dass für den Nachwuchs in einigen Jahren nicht mehr genügend Plätze an den Oberschulen in Hennigsdorf und Velten zur Verfügung stehen. Sie fordern eine eigene Oberschule für Oberkrämer. Eine erste Infoveranstaltung dazu fand am Donnerstagabend im Gemeindezentrum in Bötzow statt. „Ob in Bötzow oder Marwitz, der Zuwachs ist groß“, sagte Mandy Krenz, Mitglied des Elternrates an der Grundschule Bötzow. Sie hatte zu der offenen Runde eingeladen. Sie wies auf die neuen Wohngebiete hin, die derzeit und demnächst in Marwitz, Bötzow und Schwante entstehen. Es sei nicht hinnehmbar, dass Kinder vor allem aus Bötzow und Marwitz bis nach Mühlenbeck, Löwenberg oder Kremmen fahren müssten, um eine Oberschule besuchen zu können. In der vergangenen Woche wandten sich die Eltern in der Angelegenheit an das staatliche Schulamt in Neuruppin.

„Der Brief war keine schlechte Aktion, um die Leute wachzurütteln“, sagte Oberkrämers Bürgermeister Peter Leys (BfO). Nach seinen Angaben könne die Gemeinde ein Grundstück nahe der Nashorn-Grundschule im Ortsteil Vehlefanz zur Verfügung stellen – allerdings entscheide nicht die Gemeinde über eine Eröffnung einer neuen Oberschule, sondern der Landkreis. „Wir müssen aber deutlich auf die Situation aufmerksam machen“, so Leys weiter. Das Problem sei, dass der Landkreis von Entwicklungszahlen ausgehe, die nicht realistisch seien. „Das Berliner Umland entwickelt sich anders als vorhergesagt.“ Das sei auch am Kitabedarfsplan in Oberkrämer zu sehen – auch dort hätten sich die realen Zahlen ganz anders entwickelt als prognostiziert. „Es wird Gespräche mit dem Landkreis geben müssen.“

Nicht nur der Elternrat in Bötzow setzt sich für eine neue Oberschule ein. Unterstützung gibt es von der Vehlefanzer Nashorn-Grundschule. „Wir haben die Notwendigkeit auch erkannt“, sagte Sven Geitmann bei dem Treffen am Donnerstagabend. Er ist Mitglied im dortigen Elternbeirat und Sprecher des Schulfördervereins. „Wir müssen Druck aufbauen und uns lautstark zu Wort melden.“ Danilo Fischbach aus Schwante, Sprecher der Bundeselternvertretung, regte an, die Kreistagsabgeordneten aus Oberkrämer mit ins Boot zu holen. Auch der Hennigsdorfer SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Günther, der im dortigen Bildungsausschuss sitzt, müsse angesprochen werden.

Ronny Wappler, der Sprecher der Kreisverwaltung, verweist auf den Schulentwicklungsplan vom Dezember 2016. „Dem lässt sich entnehmen, dass die teilweise steigenden Bedarfe an weiterführenden allgemein bildenden Schulen in den nächsten Jahren im Rahmen von Kapazitätserweiterung an bestehenden Schulen gedeckt werden können“, teilte er gestern mit. Kinder aus den Grundschulen in Bötzow und Vehlefanz würden „ab der Jahrgangsstufe 7 die weiterführenden Schulen in Hennigsdorf, Velten, Kremmen, Oranienburg, Birkenwerder und Mühlenbeck“ besuchen. Die dem Schulentwicklungsplan zugrunde liegenden Zahlen lassen aus Sicht der Kreisverwaltung nicht die Schlussfolgerung zu, die eine Eröffnung einer Oberschule begründen würde. „Denn bei der Errichtung von Schulen muss die Mindestzügigkeit für wenigstens fünf Jahre ab der Eröffnung gesichert sein.“ Oberschulen müssten mindestens zweizügig sein, der Richtwert liege bei 25 Schülerinnen und Schüler je Klasse.

Die Elternräte in Bötzow und Vehlefanz wollen nun gemeinsam beraten, wie es weitergehen soll. Sven Geitmann schlug vor, in drei Monaten wieder eine offene Gesprächsrunde für alle zu veranstalten. „Dann sollten wir überlegen, eine Bürgerinitiative zu gründen.“ Rückhalt in der Gemeindevertretung scheint es auch zu geben. „Wir ziehen an einem Strang“, sagte Dietmar Schünemann (SPD).

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Zwei Jahrzehnte Tanz-Entertainment

Mittwoch, den 24. Mai 2017
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Die Beat-Fabrik in Marwitz gibt es seit 20 Jahren und trotzt weiterhin dem allgemeinen Discosterben

MAZ Oberhavel, 24.5.2017

Marwitz.
Wenn sich am Sonnabend die Tore zur Beat-Fabrik in Marwitz öffnen, dann ist das nicht nur die übliche Nice-Price-Party. In der Nacht feiert die Disco Geburtstag – seit 20 Jahren wird an der Berliner Straße schon gefeiert.

„Ich war damals in Berlin und suchte ein neues Objekt“, erzählt Tom Wittenbecher (50). „Die Lage in Marwitz war reizvoll, die Berlin-Nähe war wichtig.“ Gut 20 Prozent der Besucher kamen damals aus der Großstadt. Auch heute noch ist die Berlin-Nähe wichtig, denn in einer Zeit, in der selbst in Berlin immer mehr Tanzhäuser schließen, halten sich die Marwitzer wacker.
Soziale Netzwerke im Internet gab es im Mai 1997 noch nicht. Werbung gemacht wurde damals über Spots im Radio, Artikel in den Zeitungen und mit Flyern. „Und dann sprach sich das auch rum“, so Tom Wittenbecher. Inzwischen ist das anders. Viel passierte später über Jappy und Facebook. Zweimal pro Woche fanden Discos statt, zwischenzeitlich sogar dreimal.

Einige Partys sind bis heute legendär. Wenn sich junge Damen in Pudding, Milchreis, Apfelmus oder Spaghetti mit Tomatensoße suhlen, dann war der Jubel groß. „Tagelang mussten wir den Pudding vorbereiten“, erzählt Susan Beastoch (33), die seit 14 Jahren zum Team gehört. „Oder zig Gläser Apfelmus einkaufen.“ Beliebt waren auch Schaumpartys. „Heute würde das kein Gast mehr mitmachen.“
Auch Promis kamen nach Marwitz. Die Atzen traten in der Beat-Fabrik auf, DJ Tomekk, Jörn Schlönvoigt und viele mehr. „Mit den Atzen hatten wir eine der emotionalsten Partys“, erzählt Susan Beastoch und lächelt. „Das Team hat stundenlang auf Tom eingeredet, dass wir sie herholen.“ Der Chef musste überredet werden. „War ja auch ein Kostenfaktor“, so Tom Wittenbecher. „Aber es hat sich gelohnt, es war eine Riesenstimmung“, antwortet Susan Beastoch. Grenzwertig war der Abend mit DSDS-Möchtegern-Star Alfi Hartkor. „Aber es war Entertainment.“

Inzwischen ist es etwas ruhiger geworden, jeden letzten Sonnabend geht es um 23 Uhr in Marwitz los. Nur noch einmal im Monat, aber immer noch mit großem Spaß. „Weil wir’s wollen“, sagt der Chef des Hauses und bezieht damit sein ganzes Team ein. Hinzu kommt: „Ich habe großes Glück gehabt, das Haus gekauft zu haben. Sonst würde sich das nicht mehr rechnen.“ So könne er aber der Jugend doch noch was bieten. Tatsächlich sind die Partys weiterhin beliebt, wenn sich um 23 Uhr das Tor öffnet, kommen die Leute. Die Partys dauern dann schon mal bis 7 Uhr morgens. Richtig voll wird es ausgerechnet Heiligabend. „Weihnachten ist unsere Revivalparty“, sagt Susan Beastoch. Da kommen dann auch alle, die sonst überall in Deutschland verstreut und zum Fest in der alten Heimat sind.

Das Geschäft rechnet sich aber auch, weil die Beat-Fabrik längst mehr ist als die pure Disco. Dazu gehört auch der Verleih von Eventmodulen – also von Zelten, Zapfanlagen, Geschirr, einer Hüpfburg. „Alles, was man braucht, um eine Veranstaltung durchzuführen“, sagt Tom Wittenbecher. „Da hat sich in 20 Jahren recht viel angesammelt.“
In der Hinsicht gibt es viel zu tun für den Marwitzer. Deshalb war es für ihn auch am wirtschaftlichsten, zu sagen, dass die Disco nur noch einmal monatlich stattfindet. „Jetzt machen wir eine Veranstaltung, und die dann auch richtig gut. Das ist gesichert. Wir können unseren Leuten das gewohnte Niveau anbieten und schließen nicht einfach nur die Tür auf.“ Und, auch das sei wichtig, er könne sich auf sein Team verlassen, wofür er sehr dankbar ist.

Die 20 Jahre sollen am kommenden Sonnabend, 27. Mai, mit der regulären Nice-Price-Party gefeiert werden. Los geht sie um 23 Uhr. Getanzt wird auf zwei Dancefloors. Der Eintritt kostet 5 Euro, nach 23.30 Uhr dann 7 Euro.

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Letztes Geleit für Albrecht Seeburg

Mittwoch, den 8. Februar 2017
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Viele Marwitzer kamen gestern Mittag in der Kirche zur Trauerfeier für ihren langjährigen Bürgermeister, Ortsvorsteher und ein echtes Urgestein

MAZ Oberhavel, 8.2.2017

Marwitz.
Auf dem Sarg lagen weiße Rosen. Die Mitglieder der Feuerwehr standen Spalier, als die Menschen am gestern Mittag in die Marwitzer Kirche strömten. Sie trauerten um einen der ihren.
Albrecht Seeburg war am 27.Januar im Alter von 79 Jahren gestorben. Viele Leute kamen zur Trauerfeier, um Abschied zu nehmen – von einem Marwitzer Urgestein, von ihrem langjährigen Bürgermeister und Ortsvorsteher, von einem, der sich um sein Dorf kümmerte – sein Leben lang. Um kurz vor 13 Uhr läuteten die Glocken, minutenlang.

Mit dem „Ave Maria“ und „Befiehl du deine Wege“ begann die Trauerfeier. Pfarrer Markus Schütte würdigte Albrecht Seeburg als „Marwitzer mit Leib und Seele.“ Er sei heimatverbunden gewesen, unermüdlich, lebensfroh.

Der Pfarrer zählte auf, was Seeburg ausmachte. Zur Welt gekommen ist er am 27. März 1937 in der Breiten Straße 17 in Marwitz. Er gehörte zum Dorf – von Anfang bis Ende. Die Familie hatte eine Landwirtschaft, der Vater musste in den Krieg. An dessen Folgen starb er 1946, die Mutter musste sich allein kümmern, später übernahm Albrecht Seeburg den Hof. Er heiratete, das Paar bekam zwei Kinder.
Das Dorf und die Landwirtschaft – das seien Seeburgs größte Leidenschaften gewesen, so der Pfarrer. Einen Aufstieg in höhere Kreisgremien mit und durch die SED lehnte er ab, er habe sich nie verbiegen lassen – zu DDR-Zeiten nicht und später ebenso wenig. . Nach der Wende wurde er der erste frei gewählte Bürgermeister des Dorfes. „Vieles wäre nicht so gekommen, wenn er nicht gekämpft hätte“, so Pfarrer Schütte weiter. Dabei habe er auch hartnäckig sein können – und dickköpfig, „wo es ihm notwendig erschien.“

Im Anschluss an die Feier bildeten sämtliche Trauergäste ein Spalier von der Kirche, über den Hof zum Auto, in das der Sarg geschoben worden ist. Unter dem Läuten der Kirchenglocken trat Albrecht Seeburg dann seinen letzten Weg an – zum Friedhof. Begleitet von seinen Marwitzern und den vielen Freunden und Bekannten.

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Marwitz: Trauer um Albrecht Seeburg

Montag, den 30. Januar 2017
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Ortsvorsteher ist gestorben

MAZ Oberhavel, 30.1.2017

Marwitz.
Trauer in Oberkrämer: Der Marwitzer Ortsvorsteher Albrecht Seeburg ist am Freitag im Oranienburger Krankenhaus gestorben. Er wurde 79 Jahre alt.
Seeburg gehörte zu den Mitbegründern der „Bürger für Oberkrämer“, war auch beteiligt an der Gründung des Amtes Oberkrämer. Lange war er zunächst Bürgermeister, dann Ortsvorsteher in Marwitz. Bis zum Schluss war er Mitglied der Gemeindevertreterversammlung, noch am vergangenen Montagabend saß er im Bauausschuss.
Während der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr am Sonnabend in Bärenklau ist schweigend an ihn gedacht worden.

„Das ist eine ganz traurige Nachricht“, sagte Peter Leys, der Bürgermeister von Oberkrämer. „Wir haben ein ganz besonderes Verhältnis gehabt.“ Leys und Seeburg kannten sich seit den 80ern. „Nach der Wende hat er immer die Geschicke in Marwitz gelenkt, und das hat er sehr gut gemacht.“ Er habe seine Eigenheiten gehabt, so Leys weiter. „Aber er hat immer dafür gesorgt, dass alles top in Ordnung ist.“

„Er ist jeden Sonntag mit dem Rad durch das Dorf gefahren, und sah nach, ob alles in Ordnung ist“, erinnert sich David Ostwald von der Marwitzer Feuerwehr. „Er hat was gesehen und sofort reagiert. Wenn man ein Problem hatte, konnte man immer zu ihm gehen, er hatte ein offenes Ohr für uns.“

Auch Erika Kaatsch, die Ortsvorsteherin von Vehlefanz, trauert. „Wir hatten sehr engen Kontakt“, sagte sie. „Er war ein aufrichtiger, ehrlich zuverlässiger Mitstreiter.“ Sie hätten hin und wieder auch Meinungsverschiedenheiten gehabt. „Er war ein harter Knochen, aber er hatte einen weichen Kern“, sagt Erika Kaatsch. „Ich verliere einen richtig guten Freund und politischen Mitstreiter.“

David Ostwald nennt Albrecht Seeburg ein echtes Urgestein. „Wer in Marwitz wohnt und Albrecht Seeburg nicht kennt, ist kein richtiger Marwitzer.“

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Schlagzeilen 2017: Wünsch dir was!

Donnerstag, den 5. Januar 2017
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Man wird ja wohl mal träumen dürfen – Nachrichten, die wir in diesem Jahr gern lesen möchten

MAZ Oberhavel, 5.1.2017

Oberhavel.
„Wünsch dir was“ sangen die Toten Hosen einst. Und das machen wir heute einfach mal, in dem wir ein paar Schlagzeilen auf diese Seite stellen, die wir 2017 gern lesen wollen. Und dabei haben wir noch nicht mal berücksichtigt, dass wir uns wünschen, dass Oranienburg endlich bombenfrei ist, oder zumindest ordentlich Geld bereitgestellt wird, dass zügig alles geräumt werden kann. Dass wir alle nirgendwo mehr Angst haben müssen und dass wir auf Märkten und Festen sicher sind und der IS einsieht, dass das alles keinen Sinn hat. Dass im Internet nicht mehr der tägliche Shitstorm und Hass gegen alles und jeden herrscht und wir uns endlich mal wieder beruhigen. Weitere spezielle Wünsche für Oberhavel stehen auf dieser Seite. Und natürlich – es sind Wunschträume. Aber mal ehrlich: Man wird doch echt noch träumen dürfen, oder?

Fürstenberg bekommt endlich W-Lan
Komplette Stadt mit offenem Hotspot

Mark Forster ist Dauergast in Kremmen
Mega-Erfolg: Popsänger gibt in der „Tiefsten Provinz“ 33 Zusatzkonzerte

Kentucky Fried Chicken öffnet im Oranienpark

Mister Germany (18) kommt aus Großmutz

Raab-Nachfolger
OHV-TV überträgt „Wer besiegt Paul?“ live

Heide-Park plant Oberhavel-Ableger
Riesige Freizeitanlage auf einem Feld nahe Gransee geplant

Erst Hertha BSC, nun auch Alba Berlin
Fußballer bauen Stadion bei Oranienburg, Basketballer wollen sich in Neuholland ansiedeln

Beat-Fabrik erlebt Besucheransturm
Marwitzer Disco wieder wöchentlich geöffnet

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Eine neue Heimat in der alten Schule

Mittwoch, den 21. September 2016
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Der ehemalige Pfarrer Harry Sallowski und seine Frau sind ins Dorf zurückgekehrt

MAZ Oberhavel, 21.9.2016

Vehlefanz.
Ein neuer Lebensabschnitt – und irgendwie auch zurück zu den Wurzeln. Fast ein Vierteljahr leben Ingeborg und Harry Sallowski inzwischen in der Alten Schule in Vehlefanz. Aus Marwitz waren sie dorthin gezogen, in den Altbau des sanierten Gebäudes, in dem sich nicht nur eine Arztpraxis und eine Tagespflege, sondern auch das neue altersgerechte Wohnheim befindet.
21 Jahre lang lebte das Paar in Marwitz. Davor aber – von 1967 bis 1995 – im Vehlefanzer Pfarrhaus, direkt neben ihrer jetzigen Wohnstätte. Harry Sallowski ist deshalb im Dorf kein Unbekannter, 28 Jahre lang war er der Pfarrer in Vehlefanz, seine Frau Ingeborg die Katechetin. „Es sind liebe Menschen hier“, sagt der 86-Jährige. „Im Dorf treffen wir immer wieder Bekannte.“ Der Supermarkt gegenüber ist ein zentraler Treffpunkt, da kommen die beiden auch immer noch relativ schnell hin.

In die Alte Schule zogen sie, weil sie im alten Haus in Marwitz kaum noch Treppen steigen konnten. „17 Stufen die schmale Treppe hoch, und man konnte keinen Lift einbauen“, sagt Ingeborg Sallowski. Sie hatten sich schon für das altersgerechte Wohnheim angemeldet, als es noch ein privater Investor bauen wollte. „Später hat sich dann Erika Kaatsch für uns eingesetzt.“ Das Paar schmunzelt. „Man nennt das hier ja auch schon die ,Villa Kaatsch’“, sagt der ehemalige Pfarrer. Immerhin war es die Ortsvorsteherin, die sich stark für das Wohnprojekt in der Vehlefanzer Dorfmitte eingesetzt hatte.

Kennengelernt haben sich die beiden bei einem Praktikum in Mecklenburg. Mehr als 60 Jahre ist das her. Er hatte sie von der jungen Gemeinde ins nächste Dorf mitgenommen. „Es hat gleich auf dem Heimweg gefunkt“, sagt die 83-Jährige. Am 4. August 1956 haben die geheiratet, vor einigen Wochen feierten sie die diamantene Hochzeit. Erst lebten und arbeiteten sie in der Altmark, dann bot sich zum Jahresbeginn 1967 die Stelle in Vehlefanz an. Als evangelische Kirchenleute betrieben sie auch ein Stück Seelsorge. „Oft kamen auch Genossen zu uns, die Gewissensbisse hatten“, erinnert sich die Pfarrersfrau.

Die Bibel und der Glaube sind ihnen sehr wichtig. Ebenso wie der Humor. „Humorvoll zu leben, das ist uns gelungen, man sollte nicht alles so wichtig nehmen“, sagt Harry Sallowski. „Die Arbeit hat uns immer Spaß und Freude bereitet.“
In Vehlefanz wollen sie nun noch einige schöne Jahre verbringen. Alles, was sie brauchen, haben sie um sich. Und dann sind da ja auch noch die Kinder. Sie kommen, wenn sie gebraucht werden.

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