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Chronik Oberkrämer 2020

Montag, den 21. Dezember 2020
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MAZonline Oberhavel, 21.12.2020

Oberkrämer.
Das sind die wichtigsten Ereignisse aus dem Jahr 2020 in Oberkrämer.

Januar:
Tonnenweise illegaler Sondermüll wird am Flugplatzsee bei Vehlefanz gefunden. Immer wieder wird Müll abgeladen. +++ Im Bereich Oberkrämer wird ein Abschnitt der sanierten A10 freigegeben. +++ Der Neujahrsempfang des Heimatvereins Vehlefanz findet bei Schwanteland statt.

Februar:
Die Initiative „Wir für euch“ für das Hospiz in Oranienburg veranstaltet ein Fußballturnier in der Eichstädter Oberkrämerhalle. Ergebnis: 4100 Euro. +++ In Vehlefanz soll eine christliche Kita eröffnet werden. +++ Der Kreistag lehnt einen Prüfungsauftrag für eine Oberschule in Oberkrämer ab. +++ Sieglinde Heymann wird neue Chefin der Sicherheitspartner in Bärenklau. +++ In der Marwitzer Turnhalle wird an mehreren Abenden wieder der Karneval gefeiert. +++ Auf dem Dorfanger in Schwante wird die alte Eiche gefällt. +++ Der Schäferweg in Vehlefanz wird ausgebaut. Das Besondere: Für den Ausbau ist nicht die Gemeinde zuständig, sondern es sind die Mitglieder der Flurneuordnungsverfahrens. +++Peter Matschke verlässtnach 27 Jahren die Gemeindeverwaltung in Oberkrämer. Er war stellvertretender Bürgermeister und der Justiziar der Gemeinde. Neue Justiziarin ist Carolin Schmiel, Nachfolger im Amt des stellvertretenden Bürgermeisters ist Ronny Rücker.

März:
Beim Jahresempfang in Marwitz stehen erstmals Handdesinfektionsspender bereit. +++ Die AfD gründet in Oberkrämer einen Ortsverband. +++ Schulen, Kitas und Gemeindehäuser schließen wegen Corona. +++ An der Bushaltestelle in Bärenklau öffnet eine Ostereierstation. +++ Der ehemalige Vehlefanzer Pfarrer Harry Sallowski verstirbt. +++ Zu Beginn der Coronakrise gibt es in Oberkrämer gleich sechs Fälle. +++ Der Regionalmarkt in Schwante fällt aus. Zuvor gab es darum Wirbel, weil selbst eine geplante abgespeckte Veranstaltung bei einigen für Empörung sorgte.

April:
Bei einem Unfall auf der L 17 bei Marwitz stirbt ein 68-Jähriger. +++ Das Bärenklauer Erntefest wird abgesagt – Corona. +++Die Gemeindevertreter tagen erstmals in der Marwitzer Turnhalle – da ist mehr Platz. +++ Seniorinnen in Bärenklau nähen 1628 Stoffmasken. +++ Die Leute vom Orient-Imbiss in Vehlefanz spenden Speisen für das Krankenhaus in Hennigsdorf. +++ Die alte Feuerwehr in Bärenklau bekommt frische Farbe. +++ In Marwitz beginnt die Sanierung der Kirchenfassade. +++ In der Bötzower Kita müssen die Erwachsenen Masken tragen.

Mai:
An der Gemeindeverwaltung in Eichstädt wird illegal eine Regenbogenflagge gehisst. +++ In Schwante bricht eine Wasserbüffel-Herde aus und muss wieder eingefangen werden. +++ Die Beat-Fabrik in Marwitz wird zur „Food-Fabrik“.

Juni:
Der Pavillon am Bötzower Gemeindezentrum wird beschmiert. +++ Der 1. FC Oberkrämer darf in die Fußball-Landesklasse aufsteigen. +++ Die neue Schlossfamilie Würtenberger/Tümpel hat den alten Schlosspark neu gestaltet. Nun wird der Skulpturenpark eröffnet – mit Stücken internationaler Künstler. +++ Am Mühlensee in Vehlefanz gibt es Ärger um Müll und Falschparker. +++ An der Bahnstraße in Bötzow sollen neue Häuser entstehen.

Juli:
Die Schwantener Band Maxi nimmt in Berlin ihr erstes Album auf. +++ Mit 3,35 Promille fährt ein Mann in Bötzow mit seinem Auto mehrere Schilder um. +++ In Karlsruh wird ein illegales Wohnwagengelände geräumt. +++ Das Bistro „Mahlzeit in Bötzow“ schließt. +++ Auf der A10 wird ein saniertes Teilstück freigegeben. +++ Die Freizeit-Buslinie 823 rollt wieder. +++ Die Bötzower Firma Citylean sponsert eine Löschlanze für die Feuerwehr.

August:
An der Vehlefanzer Grundschule laufen die Arbeiten für den Anbau. +++ Dir Bärenklauer Sicherheitspartner helfen bei der Schulwegsicherung. +++ Am Forsthaus Sommerswalde wird für die ZDF-Serie „Blutige Anfänger“ gedreht. +++ Jugendliche in Bötzow kommen zum Arbeitseinsatz am Pavillon zusammen. +++ Im Mühlenweg in Schwante beginnen die Bauarbeiten. +++ In Klein-Ziethen schließt das Lokal „Zu Reckin’s Eiche“. +++ Mit vielen Regeln und Corona-Auflagen wird in Schwante das Dorffest gefeiert.

September:
Warntag – die Sirenen in Vehlefanz und Eichstädt bleiben stumm. +++ Die Marwitzer Firma Dulitz feiert 30. Jubiläum. +++ Eine Picknickpause ist seit dem Sommer in Bärenklau möglich. Das Ehepaar Manuela und Karsten Peter Schröder aus Bärenklau hat auf einem öffentlich zugänglichen Teil ihres Grundstückes eine Sitzmöglichkeit für Spaziergänger geschaffen. +++ An der Lindenallee in Vehlefanz sollen 24 neue Wohnungen entstehen.

Oktober:
Nach einer Veranstaltung beim später positiv auf Corona getesteten Landrat muss sich auch Bürgermeister Leys testen lassen – negativ. +++ Das Atelier von Maler Uwe Müller-Fabian in Vehlefanz wird 25 Jahre alt.

November:
Bötzow wird zum kleinen Corona-Hotspot. Nach Fällen an der Kita muss die Einrichtung vorübergehend schließen. Bis Mitte des Monats gibt es allein in diesem Zusammenhang 44 Fälle. +++ Bürgermeister Leys stellt für 2021 einen Haushalt mit der Rekord-Investitionssumme von 6,42 Millionen Euro vor. +++ Die Brücke im Wendemarker Weg in Bärenklau wird wieder freigegeben. +++ Der Vehlefanzer Ortshistoriker Helmut Schönberg verstirbt. +++ Der Kurzfilm „Hilfe!“ von der Grundschule Bötzow feiert auf Youtube Premiere.

Dezember:
Der Schäferweg in Vehlefanz entwickelt sich mit dem neuen Asphalt zur Rennstrecke. +++ In Bötzow sorgen viele Schmierereien an Wänden und Schildern für Frust.

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KeineWochenShow

#200 – Wo ist der Beat?

Sonntag, den 1. November 2020
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Da ist sie nun, unsere 200. Sendung! Wir sind zu Gast in der Beat-Fabrik in Marwitz.
In der Disco waren wir mehrfach in den späten 90ern und hatten da ein paar schöne Abende.
Aber auch dieser Tanztempel ist nun seit Ende Februar nicht mehr bespielt und betanzt worden. Denn im Gegensatz zur Gastronomie waren die Clubs im Sommer nicht geöffnet.

Und auch diese Sendung war eigentlich anders geplant.
Wir hatten etwa 20 Leute als Zuschauer eingeladen, außerdem sollten zwei Bands da sein. Zudem hätte es die eine andere Aktion – vielleicht auch mit dem Publikum gegeben.
Vor gut anderthalb Wochen, als die Coronalage sich auch in Oberhavel verschärfte, haben wir beschlossen, die Show ohne Publikum aufzuzeichnen. Es wäre nicht nötig gewesen, zum Zeitpunkt der geplanten Aufzeichnung am 25. Oktober wären wir mit 25 bis 30 Leute absolut im Veranstaltungslimit gewesen, Abstände wären auch einhaltbar gewesen.
Aber dennoch wollten und konnten wir die Verantwortung dafür nicht übernehmen.
So blieben wir zu zweit, plus dem zweiköpfigen Discoteam und unserem Kameramann.

Die Band Maxi habe ich schon vorab im Proberaum in Schwante besucht. Ihre beiden Songs und auch ein Interview haben wir aufgezeichnet. Die zweite Band musste leider den Aufzeichnungstermin absagen.
Und so trafen wir uns am Freitag in Marwitz. Wir schauen uns in der leeren Disco um, sprechen mit “Beat-Fabrik-Urgestein” Susan Beastoch über die momentane Lage im Haus und der Branche.
Und aktuelle Themen besprechen wir auch.

Wir danken Susan und Tom von der “Beat-Fabrik”, dass wir dort zu Gast sein konnten. Und wir danken Matze, der für uns die zweite Kamera gemacht hat.
KeineWochenShow #200 gibt es auf Youtube!

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RTelenovela

Aus einer vagen Idee wurden 200 Ausgaben von KeineWochenShow

Freitag, den 30. Oktober 2020
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Und, was war das hier? Schon wieder KeineWochenShow!
Und das inzwischen 199-mal. Am Freitag zeichnen wir in der Marwitzer Beat-Fabrik die 200. Ausgabe auf. Eigentlich war das – wie auch bei Ausgabe #100 – mit Publikum geplant, aber die steigenden Coronazahlen machen uns da einen Strich durch die Rechnung. So wird es eher ein ruhiges Jubiläum, das sich auch viel mit der Krise der Kulturschaffenden beschäftigen wird.
Die Sendung geht am Sonntag um 11.30 Uhr auf Youtube online.

Für das Jubiläum habe ich einen achtminütigen Film zusammengeschnitten, der auf die vergangenen fast vier Jahre zurückblickt.
Als wir Anfang Januar 2017 begonnen haben, war das eigentlich nur eine vage Idee. Wir hatten noch nicht mal einen Namen, der kam erst, als wir Sendung #1 schon aufgezeichnet hatten.
Seitdem sprechen wir Woche für Woche über das, was so geschehen ist, was wir erlebt haben, was uns bewegt hat, was uns wichtig ist. Und immer gibt es ein Bier und Tipps – oft Metal.
In den 199 Sendungen hatten wir auch den einen anderen Gast. Während der Coronakrise kümmerten wir uns um Leute, die darüber redeteten, wie sie in der Krise klarkommen oder nicht klarkommen.
Wir sangen, wir blödelten.
All das kann man sich hier ansehen.

Eigentlich sollte nach 13 Folgen, zwar nicht Schluss sein, aber eine Staffel enden. Aus den 13 Folgen 199 geworden, und am Sonntag kommt eine 200. dazu.
Und wenn ich mir das Werk so ansehe, dann macht mich das stolz, und ich freue mich, was wir das so alles geschaffen haben, wie gut wir harmonieren. Wenn wir unsere kleinen Hitparaden machen oder kurze Clips, dann machen wir das einfach. Geprobt wird nichts. Gar nichts.
Ich habe noch Lust drauf, und Themen gibt es ja immer, die zu besprechen sind.

Ich danke allen, die jede Woche zuschauen, die auch mal sagen, was gut ist und was nicht. Die kommentieren und Hinweise geben. Die uns von irgendwoher ein Bier spenden. Die helfen beim Filmen, die bei uns Gast sind oder die für ein Interview zur Verfügung stehen. Ohne Sie und euch alle, wäre KeineWochenShow auch nichts.

Hits: 183

RTelenovela

Mehr Geld in Zeiten des Coronavirus

Dienstag, den 30. Juni 2020
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Oft geht es im Leben bei der Umsetzung von Ideen und Forderungen auch darum, den richtigen Zeitpunkt zu finden. Hast du ja sicher auch schon mal gehört, dass jemand zu dir sagt: „Schöne Sache, passt aber gerade gar nicht.“

Die Gemeindevertreter in Oberkrämer haben in der vergangenen Woche in ihrer Sitzung in Marwitz darüber diskutiert, ob sie eine höhere Aufwandsentschädigung bekommen sollen.
Klar, sie machen das ehrenamtlich, und eigentlich bekommen sie viel zu wenig Geld dafür, was sie alles leisten. Die Monatspauschale liegt bei gerade mal 80 Euro, jetzt werden es wohl 110 Euro. Der Gemeindevertretervorsteher verzichtete auf eine Erhöhung, er bekommt 200 Euro im Monat.

Trotzdem ist da ein fader Beigeschmack. Wir sind in der Coronakrise, viele Leute haben mit Kurzarbeit zu kämpfen, Unternehmer wissen nicht, ob sie in den nächsten Monaten über die Runden kommen. Und in Oberkrämer bekommen die Gemeindevertreter mehr Geld.
Ich gönne ihnen das von Herzen – wirklich! Ehrenamtliche Arbeit muss auch belohnt werden, wenn sie wie in diesem Fall auch noch so zeitintensiv und wichtig ist. Aber irgendwie ist es trotzdem gerade ein blöder Zeitpunkt dafür.

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Zurück am Unfallort

Mittwoch, den 8. April 2020
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Beim tödlichen Unfall zwischen Eichstädt und Marwitz leisten Anika Langas und Mandy Krenz Erste Hilfe – leider vergebens

MAZ Oranienburg, 8.4.2020

Marwitz.
Ein Unfall, direkt vor ihr steht ein Auto quer. Als Anika Langas aus Kremmen am Mittwoch vergangener Woche zwischen Eichstädt und Marwitz unterwegs ist, bietet sich vor ihr ein schlimmes Bild. Zuvor waren auf der Landesstraße 17 – so geht es aus dem Polizeibericht hervor – zwei Autos frontal zusammengestoßen. Ein 22-Jähriger stieß mit seinem BMW beim Überholen gegen den Nissan eines 68-Jährigen. Die Kremmenerin gehört an diesem Nachmittag zu den Ersthelfern vor Ort. Es tut ihr gut, darüber zu reden. Reden hilft ihr, sagt sie.

„Ich hatte meine Tochter dabei und habe ihr erst mal das Handy in die Hand gedrückt“, erzählt Anika Langas. Dann stieg sie aus. Den 22-Jährigen aus Polen fragte sie, ob alles okay ist. Er habe unter Schock gestanden. „Er hat mich schlecht verstanden, ich habe ihm gesagt, er soll sich in den Graben setzen.“ Sie bemerkte, dass im anderen Auto neben dem Fahrer auch eine Frau saß. Sie rief noch weitere Helfer an die Unfallstelle heran, Rettungskräfte sind zudem alarmiert worden.
Auch Mandy Krenz erreichte die Unfallstelle, bevor die Retter eintrafen. Die Ortsvorsteherin aus Bötzow hatte Feierabend und wollte nach Hause. Anika Langas und Mandy Krenz berieten kurz. Die Bötzowerin beschloss, sich zu dem 68-Jährigen ins Auto zu setzen. „Ich wollte ihn beruhigen. Ich habe ihn gefragt, wo er herkommt, um vom eigentlichen Geschehen ein bisschen abzulenken.“ Denn Mandy Krenz kannte den Mann – er lebte mal in ihrer Nachbarschaft. „Wir haben uns relativ normal unterhalten, aber er stand unter Schock.“ Er bat sie, seinen Bruder anzurufen. Mehr helfen konnte sie nicht, der Mann war in seinem Auto eingeklemmt. „Ich habe die Hand gehalten und beruhigt.“
Die Rettungskräfte trafen unterdessen sehr schnell ein. „Es ist für einen selbst in so einer Situation ja gefühlt immer eine Ewigkeit, aber es ging wirklich schnell“, so Mandy Krenz weiter.

Der 68-Jährige musste mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Auf dem Weg dorthin, starb er jedoch. „Als ich das erfahren habe, war ich erschüttert, damit habe ich nicht gerechnet“, sagt Mandy Krenz. „Ich war schockiert“, erzählt Anika Langas. Beiden hat es danach geholfen, viel darüber zu sprechen. „Mir wurde auch Seelsorge angeboten“, so Mandy Krenz, aber das sei nicht nötig gewesen.

Als die beiden Frauen in diese Situation geraten sind – keine von ihnen hat gezögert, zu helfen. „Ich habe nicht daran gezweifelt, dort auszusteigen“, sagt die Kremmenerin. „Ich habe keine hundertstel Sekunde überlegt.“ Ihre Devise: „Einfach machen. Einfach helfen, egal, wer es ist.“ Damit reagiert sie auch auf Beleidigungen, die auf Facebook laut geworden ist, dass sie auch dem mutmaßlichen Unfallverursacher geholfen hat. „Es ist in dem Moment egal, und mit Absicht hat er das sicher nicht getan“, sagt Anika Langas.

Ariane Feierbach von der Polizeidirektion Nord sagte auf MAZ-Nachfrage, dass die Ermittlungen noch laufen. Ein Gutachten dauere immer länger als die Unfallaufnahme, sagte sie.

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Wie im Museum

Freitag, den 20. März 2020
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Alte Möbel, Fußböden und mehr – die „Historischen Bauelemente“ in Marwitz gibt es fast 30 Jahre

MAZ Oberhavel, 20.3.2020

Marwitz.
Wer über das Gelände der „Historischen Bauelemente“ läuft, bekommt viel zu sehen. Alte Türen und Tore aus verschiedenen Epochen, Bahnhofsschilder, Straßenlaternen, Regale, Schränke und vieles mehr. In einer Ecke gibt es sogar ein Stück Berliner Mauer zu sehen – jemand hat das Sandmännchen drauf gesprüht. Das Mauerteil gehörte zur Hinterlandmauer im Bereich Humboldthain. Beeindruckend ist auch der Besuch des Hauptgebäudes, denn in jeder Ecke sieht es völlig anders aus. Rechts befindet sich ein Kamin mit einer Sitzgruppe davor, daneben eine Bar. In der Mitte ist eine Empore aufgebaut, wie in einer Kirche. Hier und da stehen Palmen. Auf der linken Seite gibt es eine Art Ausstellungsraum mit Deko und Bildern. In unserer derzeit aufgeregten Zeit ein Ort der Stille voller interessanter Ansichten.

Eigentlich sollte es ein besonders schönes Jahr werden für Olaf Elias und seine Mitarbeiter. Denn die Firma „Historische Bauelemente“ im Bärenklauer Weg in Marwitz feiert 2020 ihr 30. Jubiläum. Am 4. Oktober 1990, genau einen Tag nach der Wiedervereinigung, ging das Unternehmen an den Start, damals noch in Eichstädt. „Wir hatten sogar noch einen DDR-Stempel auf der Gewerbeanmeldung“, erinnert sich der 52-jährige Firmenchef und lächelt. 1997 zog die Firma schließlich auf das Gelände des ehemaligen Schweinekombinats. Eigentlich sollte am 6. Juni gefeiert werden. Ein Festkomitee plante bereits alles. „Wir haben aber alles auf Stand-by gesetzt“, sagt Olaf Elias . Falls sich die aktuelle Corona-Lage bis dahin nicht beruhige, sei auch eine Feier im Oktober denkbar.

Auch in der Krise geht es in Marwitz weiter, online gibt es den 24-Stunden-Versandhandel. „Der Onlinehandel macht bereits 50 Prozent unseres Geschäfts aus“, sagt Olaf Elias. „Wir hoffen, dass wir auch die Lieferketten halten können. Wir haben zum Beispiel auch Kunden in Dänemark.“ Hauptschwerpunkt des Geschäfts ist der Handel mit historischen Türen und Fenstern – gut 3000 verschiedene Teile sind in Marwitz zu finden. „Es sind Originalbauteile, keine Nachbauten.“ Vom Barock über Bauhaus und DDR-Stücke sei alles dabei, was in den vergangenen 300 Jahren gefertigt worden sei. Die Teile stammen von Entkernungen, Abrissen oder aus Sammlungsauflösungen. Auch Backsteine, Zäune, Säulen, Fußböden, Dielen und Fliesenböden sind darunter.

„Vorrangig melden sich bei uns Bauherren und Architekten, aber auch Denkmalpfleger“, sagt Olaf Elias. „Und der Häuslebauer, von der Datsche bis zum Schloss.“ Auch Hotelbetreiber und Gastronomen erkundigen sich. „Die Grundidee damals war, dass man nun im Zuge der Modernisierung Ostdeutschlands eine Lanze für das Original bricht.“ Damals seien reihenweise alte Baustoffe entsorgt worden. Vor allem mit Material aus den 1920er- und 30er-Jahren sei die DDR voll gewesen. Olaf Elias hatte unterdessen schon in Frankreich und England Geschäfte besichtigt, wo solche historischen Bauelemente verkauft wurden. „In jedem dritten Dorf gibt es dort so einen Laden.“ Er selbst hatte Geschichte und Philosophie studiert und sei in einer Findungsphase gewesen. „So wurde ich dann zum Kaufmann.“
Die spannendsten Stücke in 30 Jahren? „Wir hatten vieles vom Umbau des Reichstags hier, auch aus der Staatsbibliothek Unter den Linden. Säulen, Figurenfragmente von Stadtschlössern in Berlin und Potsdam, aus der Garnisonkirche.“ Kein Wunder, dass sich auch Film- und Fernsehproduktionen an die Marwitzer wenden. Für viele Babelsberger Produktionen konnte zugeliefert werden.

An sich – sieht man von der aktuellen Lage ab – gehe es dem Unternehmen gut. „Wir haben eine kleine Marktnische besetzt“, sagt Olaf Elias. In dieser seien die „Historischen Elemente“ in Marwitz eine der größten Firmen in Deutschland. „Da unsere Kunden langfristig planen, wird uns die Krise nicht so hart treffen. Aber die schlechte Stimmung könnte uns auch mit ergreifen. Deswegen muntere ich meine Mitarbeiter morgens immer auf.“
Acht Angestellte arbeiten in Marwitz, hinzu kommen externe Handwerksfirmen, und auch um eine Nachfolge muss sich Olaf Elias wohl keine Sorge machen. Es könnte gut sein, dass seine Tochter in zehn Jahren übernimmt.

Im Internet: www.historische-bauelemente.com

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Zukunftsangst in Zeiten des Coronavirus

Donnerstag, den 19. März 2020
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Es ist ja nicht nur so, dass uns das Coronavirus Sorgen macht. Dass wir uns Gedanken darüber machen, wie lange das alles dauert. Wie lange wir jetzt zu Hause rumsitzen müssen.
Da ist auch noch die Zukunftsangst, die diffus im Hinterkopf schwirrt. Wenn das alles vorbei ist: Habe ich dann noch meinen Job? Hält mein Arbeitgeber in dieser auch wirtschaftlich hochproblematischen Zeit durch?Wenn man hört, dass andere, ähnliche, wenn auch kleinere Firmen schon Kurzarbeit anmelden, dann wird einem schon mulmig.

Auch in Oranienburg haben am Mittwoch viele Läden geschlossen. Wie lange das dauert, ist unklar. Und wie die finanziellen Verluste sich in Grenzen halten können, auch. Ich hoffe, dass es – wenn wir das alles überstanden haben – meinen Buchladen noch gibt.

Auf meiner kleinen Recherche-Rundtour stoppte ich kurz bei Freunden. Sie haben gerade erst ein neues Lager eröffnet, doch mit Veranstaltungsbedarf ist momentan wenig zu machen, und man kann auch für sie nur hoffen, dass das alles schnell vorübergeht.
In der Disco im Nachbardorf passiert erst mal auch nichts mehr. Das ist bitter, weil es dort seit längerer Zeit mal wieder richtig gut lief, und auch dort passiert beim Veranstaltungsservice, der dort auch betrieben wird, nichts mehr. Kurzarbeit ist schon angemeldet.
Und das sind nur wenige Beispiele. Die Sorgen gibt es jetzt überall.

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