RTelenovela

Traumtagebuch (20): Die Plüschtierdemo

Montag, den 4. Juni 2007
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-> 27.5.2007

Wir stehen auf einem Parkplatz in Mannheim. Dieser Parkplatz befindet sich auf einem Mittelstreifen einer breiten Straße. Ich will Marcel und Franzi irgendwo hinfahren, wahrscheinlich zum Bahnhof, das geht aus der Situation nicht hervor.
Wir müssen uns beeilen. Denn aus der Richtung, in die wir eigentlich fahren wollten, kommen Demonstranten. Die Demo nähert sich uns sehr schnell. Wir haben Sorge, leichte Angst, dass das Auto das alles nicht heil übersteht.
Noch bevor wir alles im Auto verstaut haben und wir alle eingestiegen sind, haben die Demonstranten uns erreicht.
Auf uns kommt eine Gruppe Schornsteinfeger zu. Einer legt eine Schornsteinfeger-Plüschfugur auf mein Auto. Je mehr Leute vorbei laufen, um so mehr Plüschkram – allerlei Zeug – wird auf meinen Mazda geschmissen.
Die Schornsteinfeger sind durch, die anderen Demonstranten sind “normale” Leute. Einige klettern auf mein Auto, hocken hinten auf dem Kofferraum und lassen sich fotografieren.
Marcel hat sich ans Steuer gesetzt, versucht den Motor zu starten und erklärt nebenher den umstehenden Leuten irgend etwas. Ich schreie ihm zu, dass er gefälligst den Schlüssel abziehen und mir geben solle.
Dann ging alles schnell. Die ganze Demo zu Ende. Großes Aufatmen.
Ich beschließe, auch noch ein Foto von uns dreien zu machen, und Plüschfiguren sind auch noch genug da.

Hintergrund: Natürlich die Demo, die Ausschreitungen in Rostock. Von denen hatte ich am Abend davor in den “Tagesthemen” gesehen. Mannheim – da waren wir am Abend zuvor im Kino. Außerdem hatte ich mir gestern und Sonnabend Gedanken gemacht, dass ich während meines Besuches bei Marcel und Franzi kein einziges Foto gemacht habe. Das scheint sich alles vermengt zu haben.

RTZapper

Beruf: Lehrer

Donnerstag, den 24. August 2006
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MI 23.08.2006, 23.15 Uhr, Das Erste

Lehrer sind unfähig, beschäftigen sich nicht mehr mit ihren Schülern, sind völlig fehlbesetzt in ihrem Beruf.
So weit das Vourteil.
Dass es nicht wirklich so ist, wie viele Eltern denken, zeigte die spannende Doku “Beruf Lehrer” heute Abend im Ersten. Ein Kamerateam beobachtete den Alltag in einer Mannheimer Realschule.
Was wir lernten: Lehrer haben einfach zu wenig Zeit, um sich vernünftig um ihre Schüler kümmern zu können. Die Pausen sind zu kurz. Die Klassen sind zu groß, kaum noch zu bewältigen. Der Zuschauer bekam sehr interessante Einsichten in den Lehreralltag.
Aber natürlich war auch diese Doku relativ einseitig. Denn – aus eigener Erfahrung – es gibt sie doch: die lustlosen Lehrer, die ziemlich blöden. Die, die ihre Schüler einfach nicht in den Griff bekommen, weil ihre Methoden schlecht sind. Die kamen in der Doku nicht vor.
Nur die Hauswirtschaftslehrerin (die verdammt an Joy Flemming erinnerte) machte einen seltsamen Eindruck. Wie sie mit ihren Schülerinnen und Schülern spricht – das würde mich irgendwann schwer nerven.
Am Ende bleibt: Es ist immer ein Geben und Nehmen. Von Seiten der Lehrer und der Schüler. Wie das eben immer ist im Leben.

RTelenovela

Mannheim

Sonntag, den 11. Dezember 2005
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-> 5.7.2003

Als ich mit Flo im Juli 2003 in Köln war, wurden wir angesprochen, ob wir nicht Lust hätten, an einer Umfrage über Mannheim teilzunehmen. Eine neue Imagekampagne sollte wohl gestartet werden. Denn: Mannheim gilt unter vielen Leuten als hässlich. Nicht wert, besucht zu werden.
Sonnabend war ich nun schon zum zweiten Mal in diesem Jahr in Mannheim. Im März sah ich im CCM-Rosengarten meinem Gott Harald in die Augen. Ganz so spektakulär war es diesmal nicht.
Um es gleich mal vorweg zu nehmen. Mannheim ist gar nicht mal sooo hässlich. Nun gut, einige der Hochhäuser sehen aus wie graue Pappschachtel mit Vierecken drin.
Die Innenstadt (und wohl nicht nur die) ist in Quadrate aufgeteilt. Da gibt es dann Shoppingmeilen, die “Q7″ (Quadrat 7) heißen, weil sie auf eben jenem Bauland entstanden. Der Stadtplan von MA sieht dementsprechend wie eine akkurate geometrische Zeichnung aus. Wenigstens kann man sich da nicht verlaufen.
Und für Autofahrer hat das auch Vorteile. Wer von der A6 am Kreuz Mannheim auf die A656 abfährt und immer geradeaus weiterfährt, kommt direkt zum Wasserturm, der im Zentrum steht. Nur noch ins unter dem Platz gelegene Parkhaus – und man ist da.
Rund um den Wasserturm ist noch bis 23. Dezember Weihnachtsmarkt. Waffeln gibts da auch, was mich sehr glücklich machte.
Wer darauf keinen Bock hat, findet in der Einkaufszone sicher auch was – nur nicht von den Straßenbahnen überrollen lassen.
Fazit: So scheiße ist Mannheim gar nicht. Aber Ludwigshafen, die Stadt auf der anderen Rheinseite – Ludwigshafen soll so richtig beschissen sein. Fragt mal Einheimische – sprecht sie auf LU an: Die kriegen Pickel!!

RTelenovela

Köln – Mannheim

Samstag, den 5. Juli 2003
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„Habt ihr Lust, an einer Umfrage teilzunehmen?” Irgendwo in einer Einkaufspassage in Köln. Umfrage? Ja, warum nicht. „Es geht um das Image von Mannheim.” Ach, das ist doch mal ein wirklich interessantes Thema. Da wird man, fern der Heimat, in Köln angequatscht, um etwas über Mannheim, noch viel ferner von der Heimat, zu sagen.
„Wir müssen dazu in unser Büro.” Der Typ deutet auf ein Hochhaus am Rande des Platzes. Mitkommen, so so. Ziemlich wirre Gedanken gehen mir durch den Kopf. Wird über diesen Tag bei „Aktenzeichen: XY … ungelöst” berichtet? Ein Fahrstuhl bringt uns in ein Büro. Sieht recht seriös aus. Glück gehabt.
Wir dürfen uns den neuesten Image-Film über die Stadt Mannheim ansehen. Danach bekommen wir einen Bogen mit lauter Fragen. Problem: Der junge Mann, der die Umfrage macht, braucht nur noch Leute, die über 30 Jahre alt, beziehungsweise nicht jünger als 18 sein sollen. Genau genommen fallen wir beide somit aus dem Raster. Genau genommen. Aber wen interessiert das .schon? Somit altere ich schlagartig um mindestens sechs Jahre. Flo darf sich über Mannheim leider gar nicht äußern. Zu jung. Schade. Für Mannheim.
Ich war sogar schon mal dort. Der Film (Hauptbotschaft: Mannheim ist toll!) macht die Stadt nicht gerade hübscher und cooler als sie ist. Ich vergebe schlechte Noten. Als „31-Jähriger” kann ich das sagen. Mit einer Schachtel Toffifee zum Dank im Rucksack setzen wir unseren Bummel durch Köln fort. Ach ja: Köln ist schöner als Mannheim.