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Mitreden – Der Brunchtalk (9)

Montag, den 24. Februar 2014
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-> 7.10.2013

Zum neunten Mal trafen wir uns nun schon zum Brunchtalk im Kremmener Theater “Tiefste Provinz”. Draußen schien die Sonne, es war bereits schönes Frühlingswetter mitten im Februar. Passend zur heißen Karnevalsphase ging es auch bei uns zeitweise faschingsmäßig zu.

Reiko Meißner ist der Präsident des Karneval-Clubs Kremmen, der in diesem Jahr seine 50. Session feiert. Erst am Abend zuvor fand die faschingssitzung in Perwenitz statt, und das hörte man Meißner auch ein wenig an. Die Stimme schien ein bisschen angegriffen zu sein. Er erzählte darüber, dass der Fasching heutzutage weniger politisch ist als früher mal. Die Leute haben es immer und überall mit Politik zu tun, deshalb spiele sie im Karneval nicht mehr die große Rolle.
Nach der Pause traten sein Sohn Marc und seine Tanzpartnerin bei uns auf – sie zeigen einen Paartanz. Allerdings leicht gebremst, denn die Bühne ist klein, und bei Hebefiguren ist Vorsicht geboten. Oben hängen schließlich Scheinwerfer. Sie haben trotzdem großen Applaus bekommen.

Herr O. aus Manker ist eigentlich Polizist, aber als Hobby hat er sich dem Singen verschrieben. Nachdem er an einem Wettbewerb relativ erfolgreich teilgenommen hat, tritt er nun regelmäßig auf Festen auf. Und seine Stimme klingt richtig gut! Zwei Lieder hat er uns präsentiert – Pop und Schlager – und bewiesen, dass er es wirklich drauf hat. Aber auch über seinen Polizeidienst in der ländlichen Region hat er uns etwas erzählt. Dass er seinen Job so gut wie möglich machen möchte, aber die Polizei nicht immer schnellstmöglich an jedem Ort sein könne.

Stargast des Tages war diesmal Matthias Platzeck, der ehemalige Ministerpräsident von Brandenburg. Er erzählte, dass es immer noch nicht wesentlich mehr Freizeit hat, denn auch als Abgeordneter habe er viele Aufgaben und zudem diverse ehrenamtliche Tätigkeiten. In Bezug auf den Karneval sei es ihm anfangs schwergefallen, dass man bei diesen Sitzungen auch auf ihn “eingedroschen” hat – humorisch natürlich, aber trotzdem ernsthaft. Später sei das andersrum gewesen, er wäre enttäuscht gewesen, wenn er nicht “Mode” gewesen wäre. Zudem er sich solche Kritiken durchaus zu Herzen genommen habe und sich durchaus fragte, was dran gewesen sei.

Aus unserer Sicht war es eine abwechslungsreiche, kurzweilige Runde, in der wir die heiteren und ernsten Seiten des Lebens besprochen haben.
Weiter geht’s im Mai.

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Mitreden – Der Countdown: 23. Februar

Samstag, den 11. Januar 2014
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Zunächst das Wichtigste: 23. Februar 2014! Und nicht 26. Januar! Der erste Brunchtalk im neuen Jahr musste um vier Wochen verschoben werden, was aber nicht an uns liegt.

Werbung ist diesmal auch nicht mehr nötig. Denn wir sind ausverkauft. Jetzt schon. Am Sonntag, 23. Februar 2014, moderiere ich zum 9. Mal gemeinsam mit Inforadio-Moderator Dietmar Ringel die Talkshow “Mitreden”. Los geht es um 11 Uhr in der “Tiefsten Provinz” im Kremmener Scheunenviertel.
Schon um 10 Uhr werden die Tore geöffnet, dann gibt es einen Brunch.
Diesmal geht es bei “Mitreden – Der Brunchtalk” um den Stress, die die Politik mit sich bringt, um Gesang und den Karneval.

Matthias Platzeck kommt zu uns. Er war viele Jahre Ministerpräsident von Brandenburg, kurzzeitig auch SPD-Chef. Gesundheitliche Probleme zwangen ihn zum Rückzug. Erst gab er das hohe Amt auf, demnächst beendet er auch sein Engagement im Landtag. Wir werden ihn dazu befragen. Und sicherlich auch zum BER. Und weil Matthias Platzeck am 26. Januar zum kurzfristig einberufenen SPD-Parteitag muss, wird auch unser Talk verschoben.
Herr O. ist “Der singende Polizist” aus Manker. Er hat bereits recht erfolgreich an einigen Wettbewerben teilgenommen. Mal sehen, wie er so klingt.
Reiko Meißner ist Präsident des Karnevalklubs Kremmen, der in seinem jahr seine 50. Session feiert. Wir werden über den Karneval im Allgemeinen und im Speziellen sprechen – und vielleicht gibt es ja eine kleine Faschingseinlage?
Die Musik kommt wieder vom Wolfgang-Sack-Trio, das den Brunch und die Pause bespielen wird.

Seid ihr dabei? Dann freut euch drauf!

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Dreifache doppelte Haushaltsführung

Donnerstag, den 24. März 2011
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In Fehrbellin wird demnächst endlich der Haushaltsplan für 2011 beschlossen. Dann ist zwar schon mehr als ein Viertel des Jahres vorbei, früher ging’s aber nicht. Fehrbellin hat nämlich jetzt den doppischen Haushalt.
Was Doppik ist? Wikipedia (oder welches Lexikon auch immer) hilft.

Momentan wird das Thema in jedem Ortsbeirat der Gemeinde besprochen. Entweder die Bürgermeisterin oder ihre Stellvertreterin kommt vorbei und erzählt, was neu ist am Haushaltsplan.
In Tarmow habe ich erfahren, dass Fehrbellin keine Kredite aufnehmen muss. Dass aber die Höhe der Rücklagen kleiner wird. Und so weiter.
Nur anderthalb Stunden später, in Wall, habe ich erfahren, dass Fehrbellin keine Kredite aufnehmen muss. Dass aber die Höhe der Rücklagen kleiner wird. Und so weiter.
Am nächsten Tag, in Manker, dass Fehrbellin keine Kredite aufnehmen muss. Dass aber die Höhe der Rücklagen kleiner wird. Und so weiter.
Das könnte noch ewig so weitergehen. Fehrbellin hat 17 Ortsteile.

Doch mein Urlaub und der Wechsel meines Arbekitsortes danach, verhagelt mir das Haushaltserlebnis. So kam ich nur dreimal in den Genuss der Erklärungen.
Fehrbellin muss übrigens keine Kredite aufnehmen. Aber die Höhe der Rücklagen wird kleiner. Ihr wollt mehr wissen? Dann schaut mal in der Gemeinde vorbei.

RTelenovela

Damals in M.

Mittwoch, den 16. Februar 2011
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Das waren noch Zeiten: DDR, 1983. Genauer gesagt: Manker, 1983. Manker ist ein kleines Dorf in der Nähe von Fehrbellin und Neuruppin. Vor fast 30 Jahren war dort ein Filmteam der DEFA-Studios, um zu zeigen, wie das läuft, dort auf dem Dorf.

Als ich neulich das Gespräch mit dem scheidenden Ordnungsamtsleiter von Fehrbellin hatte, drückte er mir eine Videokassette in die Hand – mit dem knapp 20-minütigen Film von 1983.

Es scheint heute wie eine ganz andere Welt, dieses Dorfleben vor drei Jahrzehnten. Aber irgendwie nicht ganz unvertraut. Der Bürgermeister war der große Macher. Kümmerte sich. Selbst darum, einem jungen Mädchen eine Wohnung zu suchen – was in dem Fall nicht ging, weil die Frau ja eine Wohnung in Linum hatte.
In der Mangelwirtschaft DDR mussten sich die Leute offenbar selbst helfen. So telefonierte der “Bürgermeister in M.” (so auch der Titel der Doku) mit einem Herrn aus Falkensee, weil es dort Wasseruhren geben sollte. Um Wasseruhren zu bekommen, reichte damals aber nicht nur ein Anruf. Durch die halbe DDR habe er fahren müssen, um welche zu bekommen, erzählte er mir neulich. Im Film wird das vorsichtshalber verschwiegen.
Die Doku zeigt auch, wie in Manker eine Abwasserleitung entsteht – quasi in Regie der Bürger. Hätten sie’s nicht gemacht, hätte Manker wohl bis weit nach der Wende warten müssen.

Im Hintergrund wehten die DDR-Fahnen bei der Einweihung der Abwasseranlage. Irgendwie wirkt das im Film alles idyllisch. Irgendwie. Aber auch anstrengend. Und weit weg von der Stadt. Besser war es damals ganz sicher nicht.

aRTikel

Im Unruhestand

Donnerstag, den 10. Februar 2011
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Porträt: Ende des Monats gibt Wolfgang Gaetke sein Amt als Leiter des Fehrbelliner Ordnungsamtes auf

Die Ehrenabteilung der Feuerwehr und die Volkssolidarität: Der Vorruhestand wird für Wolfgang Gaetke ganz sicher nicht langweilig werden

FEHRBELLIN
Nicht mal mehr drei Wochen, dann muss Wolfgang Gaetke sein Büro räumen. Der Leiter des Fehrbelliner Ordnungsamtes und stellvertretende Bürgermeister geht Ende Februar in den Ruhestand. Was immer das bei ihm heißen mag, denn Ruhe kennt der 63-Jährige eigentlich nicht.

Er blickt auf das 20 Jahre alte Foto, das im Büro hinter ihm hängt. Es zeigt ihn mit dem damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, aufgenommen in der Bonner Villa Hammerschmidt. „Wir als Gemeinde Manker haben damals eine Auszeichnung im Bundeswettbewerb ,Unser Dorf soll schöner werden’ bekommen“, erzählt er.

In Manker, da hat alles angefangen. Mit 16 trat er der Feuerwehr bei. Der ausgebildete Meister für Pflanzentechnik übernahm im Jahre 1968 von seinem Vater die Jugendfeuerwehr in Manker. „Ich wollte immer was mit Menschen machen“, erzählt er. Sein Vater war Wehrführer. „Und das hat mir imponiert. Das war mein Ding: die Uniform, der Glitzer.“ Gaetke lächelt und sagt: „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.“ Schon 1972 gehörte er zur Ortswehrführung, war für den vorbeugenden Brandschutz zuständig. Später wurde Gaetke in die Gemeindevertretung gewählt und wurde am 1. Mai 1978 Bürgermeister von Manker.
„Das war eine völlig andere Zeit damals“, sagt Gaetke. „Als Bürgermeister hat man damals alles gemacht, sich um jede Kleinigkeit gekümmert.“ Er spricht von der „Schule des Lebens“, wenn er sich an die 80er-Jahre erinnert. „Wir haben die Kläranlage gebaut, die Dorfstraße, Regenentwässerung und Gehwege sowie Wasserleitungen verlegt und vieles mehr“, erzählt er. „Jetzt müssen immer erst Ausschreibungen gemacht werden, damals hieß es: Mach’s selbst.“ Heute fragt er sich, wie das damals alles geschafft werden konnte – und liefert die Antwort gleich mit: „Das war die gute dörfliche Gemeinschaft.“ Etwas, was heute auch wieder langsam spürbar sei. „Ich hätte ja nichts alleine geschaffen, wenn nicht alle hinter mir gestanden hätten“, ergänzt er.
Die Wende sei vor allem ein Einschnitt für die Landwirtschaft gewesen. Manker schloss sich 1991 einer Verwaltungsgemeinschaft mit den umliegenden Dörfern und Fehrbellin an, daraus entstand das Amt und später die Gemeinde. Wolfgang Gaetke bekam einen Job in der Verwaltung – im Ordnungsamt. „Eine neue Welt“, erinnert er sich. „Ich musste lernen, dass ich nicht überall und bei allem sofort sein kann, dass ich Aufgaben verteilen muss.“
Zunächst kümmerte er sich um die Feuerwehr. „Ich wollte alle Ortswehren unter einen Hut bekommen“, so Gaetke. „Die vier geschaffenen Stützpunkte in Manker, Wustrau, Linum und Fehrbellin haben sich bewährt.“ Zu seinen Aufgaben zählen auch die Ordnung und Sicherheit im Ort sowie die Leitung der Urkundenstelle und des Standesamtes.

All das wird er aufgeben. Kein Wunder, dass auch bei Bürgermeisterin Ute Behnicke Wehmut aufkommt: „Ich habe einen ausgezeichneten Stellvertreter gehabt“, sagt sie. „Ich mag seine unkomplizierte Art.“ Sie habe sich 100-prozentig auf ihn verlassen können.
Im März wird sich Gaetke um seine Hobbys kümmern können: „Ich habe ein Haus, ein Grundstück, einen Garten, mache gern Holzarbeiten.“ Freunde von ihm singen im Möhringchor. „Das finde ich gut, vielleicht mache ich auch was in der Richtung“, sagt er. Natürlich wird er sich weiter um die Feuerwehr kümmern – als Leiter der Alters- und Ehrenabteilung. Er bleibt Vorsitzender der Volkssolidarität, Ortsgruppe Manker. Das klingt eher nach Unruhestand. Und wie sieht’s mit Urlaub aus? Er lacht. „Mal sehen“, sagt er. „Wenn wir eine Woche weg sind, dann drängt’s uns meist schon wieder nach Hause.“ Aber vielleicht ändert sich das ja nun.

aRTikel

1855 Euro für die Rohrlacker Kirche

Dienstag, den 1. September 2009
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-> 31.8.2009

Benefiz: 54 Teilnehmer waren beim ersten Temnitztallauf dabei / Auch ein MAZ-Mitarbeiter rannte mit

MAZ Neuruppin, 1.9.2009

ROHRLACK
Acht rote Punkte kleben schon auf meinem T-Shirt. Acht Runden bin ich also beim Temnitztallauf schon gerannt. Von der Rohrlacker Packhalle zum Gewächshaus und zurück. Und die Strecke hat es in sich. Auf einem mit kleinen Steinchen gespickten Sandweg geht es ganz leicht einen Berg hinauf. Doch jeder noch so kleine Anstieg ist zu spüren nach acht Runden. Aber es ist ja für einen guten Zweck. Für jede gelaufene Runde kommt mehr Geld für die Kirche in Rohrlack zusammen. Dort soll die Turmspitze wieder errichtet werden. Eigentlich hatte ich meinen Sponsoren, meinen Neuruppiner MAZ-Kollegen, angekündigt, vielleicht fünf, sechs oder sieben zu laufen. Zehn sind es am Ende. Zehn ist eine schöne runde Zahl. Das macht bei einem Rundenpreis von 6,50 Euro dann 65 Euro.

Insgesamt sind beim Temnitztallauf durch die 54 Teilnehmer 1855 Euro zusammengekommen. Jeder hatte mindestens einen Sponsor, der einen frei wählbaren Betrag auf den Läufer setzen konnte. Er lag zwischen zehn Cent und zehn Euro pro Runde. „Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz“, sagte Annegret Koch im Kulturverein Temnitztal. „Es hat allen gut gefallen. Und dass es so viel Geld wird, damit haben wir nicht gerechnet.“ Im Zieleinlauf standen Dutzende Leute und klatschten den Läufern Beifall und reichten Wasser und Bananenstückchen.

Vor dem Start war noch völlig unklar, wie viel auf der Strecke zu schaffen ist: „Fünf Runden“, waren das Ziel von Till Nuesken (25). Letztlich schaffte er sogar das Doppelte. Der Garzer Jens Thierock hatte auch keine Vorstellung, wie lange seine Kondition halten würde. Am Ende klebten 13 Pünktchen auf seinem Trikot. „Ein bisschen Sport ist immer gut“, sagte er vor dem Start. „Außerdem möchte ich die Kirche unterstützen.“ Das war auch der Grund, warum die Neuruppinerin Heidrun Kaesche mit ihrer Nichte Anna Zietz dabei war: „Ich finde das Konzept des Laufes gut“, so Heidrun Kaesche. Der 15-jährige Felix Gaetke aus Manker schaffte 22 der etwa 500 Meter langen Runden. „Ich hatte mir vorher kein Ziel gesetzt“, sagte er. „Ich laufe aber viel nebenbei und spiele Fußball.“ Der Temnitzer Amtsdirektor Mathias Wittmoser nahm ebenfalls am Benefizlauf teil und rannte 30 Runden. Selbst einige der Kinder joggten 20-mal durch den Zieleinlauf, was die Zuschauer sehr begeisterte. Der absolute Laufkönig war am Sonntag jedoch Olaf Gaetke. Er schaffte in den etwa 90 Minuten Laufzeit 45 Runden, das waren mehr als 20 Kilometer.

Der Kirchturm von Rohrlack stand in Sichtweite zum Zieleinlauf. Der Kulturverein Temnitztal sammelt seit Jahren Geld dafür, die Turmspitze wieder aufzubauen, die seit 1988 auf dem Gotteshaus fehlt. Die fast 2000 Euro bringen den Verein wieder ein Stück näher ans Ziel.

Der erste Temnitztallauf könnte der Auftakt für ein jährliches Spektakel sein. „Vielleicht richtet ihn nächstes Jahr ein anderer Ort der Gemeinde aus“, sagte Annegret Koch vom Kulturverein. „Und wenn nicht, findet er wieder in Rohrlack statt.“