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Sein Stil: Da sein, viel lesen, alles auf den Tisch bekommen

Freitag, den 24. November 2017
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Kremmens Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) über seine Artr zu arbeiten – Pläne für die alte Schulsporthalle, den Radweg nach Ludwigsaue und Forderungen an die Bahn

MAZ Oberhavel, 24.11.2017

Kremmen.
Bis 2. Dezember läuft in der MAZ noch die Reihe „MAZ zu Hause in Kremmen“. Deshalb baten wir auch Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) zu einem Gespräch.

Sie sind jetzt acht Monate im Amt. Wie fühlt es sich an?
Sebastian Busse: Es fühlte sich von Anfang an richtig an. Ich fühlte mich nie fremd und bin auch von den Mitarbeitern im Rathaus herzlichst aufgenommen worden. Von Anfang an war es mein Ziel, viel miteinander zu sprechen. Mir ist es wichtig, da zu sein, viel zu lesen, alles auf den Tisch zu bekommen und dass die Menschen meinen Stil verstehen.

Ihr Stil?
Ja. Zielstrebig, organisiert, ergebnisorientiert, zuverlässig.

Aber gibt es auch Punkte, wo Sie sagen, es ist schwieriger als gedacht?
Ja, klar. Mal schnell eine Firma anrufen und sagen „Könnt ihr mal kommen?“, so einfach geht das nicht. Da gibt es das Kommunalvergabegesetz, das hat zum Beispiel der Wirbel um das Sommerfelder Feuerwehrfahrzeug gezeigt. Mit der Bürokratie der Vergaberichtlinien blockieren wir uns in manchen Fällen selbst. Manches dauert länger, bis man damit zu Ende ist. Es ist wichtig, sich in meiner Position mit den Gesetzen auseinanderzusetzen, einiges ist doch nicht so einfach umsetzbar, wie ich vielleicht dachte.

In den vergangenen Monaten gab es Situationen, wo Sie schon getätigte Aussagen zurückgenommen haben.
Man lernt ja aus jeder Situation, egal ob positiv oder negativ. Ich bin dabei Erfahrungen zu sammeln, ich sammele sie jeden Tag und bin gewillt, die auch anzunehmen. Ich weiß, man muss erst mal drüber nachdenken, bevor man eine Antwort gibt. Ich möchte schnell helfen, aber das geht eben nicht immer.

Man sieht Sie oft auch in den Ortsbeiratssitzungen. Welchen Eindruck haben Sie von den Ortsteilen?
Jedes Dorf ist abhängig von seinen Einwohnern. Das Ehrenamt muss sehr groß geschrieben werden. In Sommerfeld gibt es sehr engagierte Bewohner, die den Ortsbeirat sehr unterstützen, da merkt man den Zusammenhalt der Leute – auch bei der 775-Jahr-Feier im Sommer. In Groß-Ziethen haben wir beim Schlaglochgolf gemerkt, dass sich alle Ortsteile gemeinsam für eine Sache einsetzen. Staffelde hat seine Feste und Vereine, und Flatow hat mit Gert Dietrich einen der engagiertesten Ortsvorsteher, da hat es jeder Nachfolger mal sehr schwer. Auch in Hohenbruch gehe ich gern in die Ortsbeiratssitzungen. Ich lade außerdem alle Ortsvorsteher einmal im Quartal zu mir ein, um Probleme anzusprechen. Und Lösungen zu finden.

Eine große Baustelle wird im kommenden Jahr die alte Schulsporthalle in Kremmen.
Wir wollen 2018 den ersten Bauabschnitt vollbringen, mit der kompletten Außenhülle, der Verglasung, dem Dach und der Fassade. Das kostet etwa 400.000 Euro. 2019 folgt der zweite Bauabschnitt mit den Innenarbeiten, da kommen 250.000 Euro hinzu. Ich hoffe, die Halle steht zum Schuljahresbeginn im August 2018 wieder zur Verfügung, und ich bin sehr glücklich, dass wir das so entschieden haben.

Wie geht es weiter an der Alten Dorfstraße in Groß-Ziethen?
Wir haben die Genehmigungsplanung beauftragt, die liegt uns noch nicht vor. Das Geld ist im Haushalt 2018 eingestellt. Ziel ist es, 2018 die Arbeiten an den Seitenstreifen zu vollbringen. Ich habe gedacht, dass wir das noch in diesem Jahr hinbekommen, das ist ein großer Tiefschlag gewesen, dass das doch nicht so schnell umsetzbar ist. Aber wir müssen sehen, was wir machen können, denn wir sind ja danach auch zuständig für dortige Reparaturen, und wir gehen das Risiko ein, dass, wenn doch mal die Straße gemacht wird, wieder alles hin ist.

Wann gibt es Entscheidungen rund um das Klubhaus am Marktplatz?
Wir haben Studenten der Potsdamer Fachhochschule das Klubhaus gezeigt, sie haben ein Konzept in die Hand bekommen. Die 17 Studenten sollen drei Gruppen bilden und Vorschläge einreichen. Am 17. Januar gibt es eine Präsentation in der Schulaula, dann gibt es eine Jury, die entscheidet, welcher Plan der Verwaltung vorgeschlagen wird.

Ein weiteres Großprojekt könnte die neue Feuerwache werden. Klar ist, sie wird nicht auf einer Wiese am Schlossdamm gebaut. Wo stattdessen?
Es gibt schon neue Gespräche, aber ich habe noch nichts in der Hand, um konkret zu werden. Klar ist aber, dass Kremmen das finanziell nicht aus eigener Kraft stemmen kann. Wenn wir Fördermittel bekommen, wäre es möglich oder mit einem dreijährigen Kurzzeitkredit.

Ein aktueller Streitpunkt sind die Baumscheiben in der Berliner Straße.
Ich kann das größtenteils nachempfinden. Aber dennoch werden wir nicht morgen die Baumscheiben zurückbauen, es sind erst mal andere Dinge abzuwarten, vielleicht ist das ja auch mit einem Parkverbot zu händeln. Ich kann keine Unfallgefahr erkennen, nur, dass die Leute oft keine Zeit haben und nicht den entgegenkommenden Verkehr abwarten.

Wann kommt der Radweg von Beetz nach Ludwigsaue?
Ich sehe nur die Möglichkeit, mit Fördermitteln einen Weg über den ländlichen Wegebau zu bekommen. Eine Strecke von circa drei Kilometern ist noch offen, der Rest ist schon ausgebaut. Würden wir einen Radweg entlang der Landesstraße bauen, würden wir dafür keine Fördermittel bekommen. Ohne Fördermittel können wir es uns nicht leisten. So denken wir auch darüber nach, den Weg von Kremmen nach Verlorenort zu erschließen – auch über den ländlichen Wegebau, das sind die Felder, wo die Möglichkeit besteht, Gelder zu bekommen. Aber da ist noch nichts klar.

Im Zuge unserer Serie „MAZ zu Hause in Kremmen“ haben wir auch Leserfragen bekommen. So wird ein neues Tempolimit auf der Landesstraße zwischen Sommerfeld und Beetz gefordert, Tempo 80 sei wegen der Einmündung zur Bahnhofstraße zu schnell.
Wenn der Ortsbeirat das an mich heranträgt, können wir einen Antrag stellen. Ich sehe aber wenig Hoffnung, dass der Landesbetrieb das mitmacht.

Die Sommerfelder wünschen sich Einkaufsmöglichkeiten. Unterstützen Sie das „Dorv“-Projekt mit einer Art Dorfzentrum?
Ich unterstütze das, aber ob es in Sommerfeld machbar ist, muss sich zeigen. Jetzt sagen viele, dass sie diesen Laden wollen, aber das Konzept sagt ja aus, dass es ehrenamtlich betrieben wird. Wir haben in Sommerfeld zum Beispiel die alte Schule, dort könnte man dem Projekt eine Chance geben, aber nicht wenn es ein Fass ohne Boden ist.

Immer wieder wird gefragt, wie es um mögliche Windräder im Wald nördlich von Hohenbruch steht.
Wir haben eine Stellungnahme abgegeben. Wir wollen selbst einen Flächennutzungsplan ausweisen mit der Maßgabe, dass Windräder nicht höher sein dürfen als 150 Meter. Aber wir müssen etwas machen, ansonsten stellt man uns die Anlagen dort hin, wie sie wollen.

Die Bewohner in Neu-Ludwigsaue wünschen sich einen befestigten Weg aus ihrem kleinen Ort direkt zur Landesstraße. Problem: Es geht auch über Flächen, die schon zu Ostprignitz-Ruppin gehören.
Sie können auch die Straße über Ludwigsaue nutzen. Das Problem ist mir noch nicht bekannt. Am besten ist, die Bewohner wenden sich an den Beetzer Ortsbeirat, da kommt es ins Protokoll, und ich fahre dann mal selbst hin.

Für Ärger sorgt immer wieder der Prignitzexpress. Wie positioniert sich die Stadt Kremmen?
Ich arbeite mit den Stadtverordneten an einer Stellungnahme zum Nahverkehrsplan. Momentan ist die Situation absolut negativ. Wir wollen definitiv die Direktanbindung nach Berlin-Gesundbrunnen. Dass die Durchbindung über Tegel verwirklicht wird, ist man den Bürgern schuldig, und der Bedarf gibt das her. Wir wollen hier ja auch Zuwachs, und dann müssen die Menschen auch eine Möglichkeit haben, direkt mit der Bahn zu uns zu kommen. Außerdem fordern wir, dass ein zweites Gleis gebaut wird, zumindest zwischen Neuruppin und Kremmen.

aRTikel

Nachbarinnen retteten ihm das Leben

Dienstag, den 16. Mai 2017
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Swen Bilka aus Ludwigsaue hatte Helferinnen im Notfall

MAZ Oranienburg, 16.5.2017

Ludwigsaue.
Inzwischen geht es Swen Bilka aus Ludwigsaue bei Kremmen schon wieder ganz gut, die vergangenen Wochen jedoch waren eher hart. Aber immerhin hat er im Dorf auch ein Stück lebensrettende Nachbarschaftshilfe erlebt, wofür er sehr dankbar ist.

Kürzlich wurde er an der Charité in Berlin in der Leistengegend operiert – nicht das erste Mal. Allerdings gab es diesmal im Nachhinein schwere Komplikationen. „Ich war schon vier Tage zu Hause“, erzählt Swen Bilka. „Ich setzte mich am Morgen auf die Gartenbank und wunderte mich, weshalb es am Bein so heiß wird.“ Es war aber kein verschütteter Kaffee, sondern Blut. Es kam aus der OP-Wunde, die sich wieder geöffnet hatte. „Ich versuchte, sie zu stillen, aber das ging nicht.“
Ein dramatischer Augenblick. Der Blutende wollte daraufhin seine Nachbarin holen, sie ist Krankenschwester. „Leider war sie gerade nicht da.“ Er rief eine andere Nachbarin, „und es trafen beide zur gleichen Zeit dann ein.“ Die Krankenschwester konnte aber so schnell nichts machen, „sie versuchte, die Blutung zu stoppen, die andere Nachbarin rief den Rettungswagen“, erinnert sich Swen Bilka. Aber auch die Sanitäter, die nach Ludwigsaue kamen, konnten erst mal nicht helfen, der Notarzt musste mit dem Helikopter eingeflogen werden. „Er entschied, als klar war, dass die Blutung nicht zu stoppen ist, dass ich in die Charité geflogen werden muss.“
So kam es dann auch. „Mein Leben hing in diesen Minuten wirklich am seidenen Faden“, sagt Swen Bilka. Er ist sehr dankbar, dass er zwei so hilfreiche Nachbarinnen in Ludwigsaue hat, die gleich wussten, was zu tun ist.

Deshalb möchte er sich auf diesem Wege auch bei der Krankenschwester Steffi Gotthard und bei der Nachbarin Kerstin Borchert ganz herzlich bedanken.

aRTikel

Ein Leben ganz weit draußen

Donnerstag, den 23. März 2017
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Edith Ortmann und Brigitte Ney wohnen in Neu-Ludwigsaue und genießen dort Ruhe und Natur

MAZ Oranienburg, 23.3.2017

Neu-Ludwigsaue.
Bis zum nächsten Bäcker in Beetz sind es sechs Kilometer, zum Discounter nach Kremmen sogar elf. Ohne Auto geht das nicht, denn einen Bus gibt es in Neu-Ludwigsaue nicht. Das würde sich auch kaum rechnen, denn in dem Ort, der zu Beetz gehört, leben vielleicht gerade mal zehn Leute.

„Ich bin alle 14 Tage einkaufen“, erzählt Edith Ortmann. „Brot und Brötchen friere ich ein“, erzählt die 86-Jährige, die seit 1951 in Neu-Ludwigsaue lebt. „Früher bin ich ja auch nicht jeden Tag im Konsum gewesen.“ Früher aber gab es immerhin einen im zwei Kilometer entfernten Ludwigsaue. Vorratswirtschaft ist das Stichwort. „Wir haben immer einen Sack Mehl gekauft, Zucker, Salz in größeren Mengen“, erzählt Tochter Brigitte Ney. „Das mache ich heute noch“, und ihre Mutter weckt immer noch Obst ein. So wie früher.

„Ich fahre heute noch Auto, wenn es mir richtig gut geht“, sagt Edith Ortmann. Bis Kremmen, aber nicht weiter. „Nach Oranienburg schon nicht mehr.“ Neu-Ludwigsaue liegt irgendwo zwischen Beetz und Rüthnick, wer dort weg will, muss entweder den sandigen Waldweg zur Landesstraße nutzen oder den Umweg über Ludwigsaue nehmen – da immerhin ist die Straße asphaltiert. Wenn es ordentlich schneit, dann sitzen die Bewohner aber auch schon mal fest. „Es gab schon Tage, da konnten wir hier nicht weg“, erinnert sich Edith Ortmann.

Wer sich in Neu-Ludwigsaue auf die Straße stellt, erlebt: Stille. Es gibt kein Verkehrsrauschen, nur die pure Natur. Kreischende Kraniche, singende Vögel. Auf einem der Höfe stehen noch Rinder. Früher war dort mehr los. Als Edith Ortmann 1951 der Liebe wegen von Rüthnick nach Neu-Ludwigsaue zog – ihre Familie war 1945 von Ostpreußen nach Berlin geflüchtet – da gab es im Ort sehr viel mehr Landwirtschaft.
„Es war viel Betrieb hier. Jeder hat seinen Acker bewirtschaftet, und Vieh hatte auch jeder.“ Es war eine harte Zeit. „Wir hatten es alle im Kreuz.“ Die Kartoffeln wurden alle per Hand gelegt, bei der Ernte seien sie tagelang auf den Knien langgerutscht, „von hier bis zum Wald“, sagt Edith Ortmann und zeigt vom Grundstück weg. Bis zum Wald ist es ein ordentliches Stück.
Mit der Einführung der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) in der DDR verloren die meisten Neu-Ludwigsauer ihre Äcker, fanden stattdessen neue Arbeitsplätze in Beetz oder Sommerfeld. Für das kleine Dorf selbst aber bedeutete das: Stillstand.

Edith Ortmann bekam ab 1983 Invalidenrente – der Rücken war kaputt. Sie kümmerte sich fortan um die Pflege der Familie und um die Gärten. Seit 1980 ist sie Mitglied der Volkssolidarität, noch heute nimmt sie in Beetz an den regelmäßigen Treffen und Festen teil. „Da freue ich mich immer drauf“, sagt sie. Sie hat viel durchgemacht in ihrem Leben, „aber ich bin trotz allem ein lebensfroher Mensch.“ Auch wenn die Knochen wehtaten, wurde immer gelacht und getanzt. „Und ich stricke gern.“
Sie liebt die Ruhe in Neu-Ludwigsaue. „Wenn ich morgens das Fenster aufmache, höre ich die Kraniche.“ Der Wiedehopf ist neuerdings auch im Dorf anzutreffen. „Wirklich imposant!“, schwärmt die Rentnerin.

Was aber wird mal aus dem Ort? Gibt es auch in Zukunft Menschen, die so weit draußen leben möchten? Brigitte Ney sagt, dass sie verstehen kann, wenn ihre Kinder mal nicht den Hof übernehmen wollen. Dabei geht es nicht nur um die Lage. „Es ist auch viel Arbeit, hier ist ja alles ein paar Nummern größer.“
Gäbe es denn Kaufinteressenten? „Es kommen immer mal wieder Stadtleute, die die Ruhe suchen“, sagt Brigitte Ney. Aber da gehe es dann sicherlich nur um Wochenend- oder Feriendomizile. Dauerhaft sei es für Familien schwierig – der Weg zur Schule sei weit. „Wir kämpfen schon lange um den Radweg nach Beetz“, sagt Brigitte Ney. „Für Schulkinder ist der sehr wichtig. Die Fahrt auf der Chaussee ist einfach zu gefährlich.“ Es wäre wieder ein Stück Lebensqualität mehr in Neu-Ludwigsaue.

RTelenovela

Neu-Ludwigsaue

Donnerstag, den 16. März 2017
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Manche Orte sind so abgelegen und so winzig, dass man sich fragt, wer da so lebt. Und wie die da so leben.
In Neu-Ludwigsaue zum Beispiel.

Neu-Ludwigsaue gehört zu Ludwigsaue, was wiederum zu Beetz gehört, und Beetz ist ein Ortsteil von Kremmen im Landkreis Oberhavel.
Ludwigsaue liegt schon janz weit draußen, gute 7 Kilometer von “Hauptort” Beetz entfernt, irgendwo mitten im Wald.
Wer nach Neu-Ludwigsaue will, muss noch mal 3 Kilometer weiter fahren.
Aber auch von der Landesstraße aus führt ein unbefestigter Waldweg dorthin. Der Ort liegt genau zwischen Ludwigsaue und Rüthnick.

Wahrscheinlich nicht mal 10 Leute leben dort. Auf einem Hof stehen immerhin noch ein paar Rinder.
Ich besuche eine Familie, die mir erzählt, wie es sich dort lebt. Ruhig ist’s, man braucht die Natur zu spüren, und das sei sehr schön. Aber man muss für Einkäufe weit fahren. Der nächste Bäcker ist in Beetz, der nächste Einkaufsmarkt in Kremmen oder Alt-Ruppin – beides gut 15 Kilometer entfernt. In die Kreisstadt Oranienburg fährt man gut 35 Minuten.
Im Winter kommt es schon mal vor, dass man einschneit. Früher, als die Straße nach Ludwigsaue noch nicht asphaltiert war, sorgte schon mal der Regen für Schlamm und Durchfahrtstopps.

Früher, da war mehr los in Neu-Ludwigsaue. Bauern hatten ihre Felder, ihre Tiere. Nach dem Krieg lebten dort auch viele Flüchtlinge. Mit der DDR-Politik kamen die LPGs und damit das Aus für die kleinen Bauern. Das Leben in Neu-Ludwigsaue erstarb, und auch in Ludwigsaue gab es irgendwann keinen Konsum mehr, keine Kita. Das leben, gerade für Familien mit Kindern, wurde beschwerlicher.

Was passiert mal mit so einem Ort. Eine der Frauen aus Neu-Ludwigsaue meinte, dass vielleicht mal ein paar Städter kommen und ihren Landsitz daraus machen – für die Wochenenden und Ferien. Ihren Kindern oder Enkeln möchte sie das JWD-Leben nicht unbedingt zumuten.

Ich verlasse das Haus wieder. Lausche. Kraniche kreischen am Himmel. Der Wind weht ein bisschen. Die pure Natur.
Ich setze mich ins Auto und fahre los – zurück in die Stadt.

RTelenovela

Frag Google (11): Sex, Crime, Glück

Samstag, den 9. Mai 2015
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(10) -> 16.10.2014

Sex und Crime. Und ein bisschen Glück. Das sind die Themen der vergangenen Wochen.
Und wieder sind zehn neue interessante Suchanfragen zusammengekommen, mit denen Nutzer dieser Seite über Google hierher gefunden haben. Hier werden sie wieder kommentiert oder beantwortet.

1. “iris berben im weissen slip”
Arrrgh.

2. “wer fickt katrin müller-hohenstein”
Kann man diese Frage nicht freundlicher formulieren?

3. “nuttentest oberhavel”
Wie kann man sich denn so einen Test vorstellen? Und will man das überhaupt?

4. “der ghostwriter ende nicht verstanden”
Echt nicht? Das tut mir Leid. dabei war doch der Roman-Polanski-Film nicht so schwer zu verstehen.

5. “susane daubner im bafeanzug”
Und liest sie dann im Bafe…, äh, Badeanzug auch mal die Tagesschau-Nachrichten vor?

6. “stefan niggemeier du hast mich tausendmal belogen”
… du hast mich 1000mal verletzt. Ich bin mit dir so hoch geflogen, doch der Himmel war besetzt.”
Ohje. Da ist aber jemand enttäuscht. Oder doch heimlicher Andrea-Berg-Fan?

7. “waren die menschen früher glücklicher”
So was fragt man Google? Was Google wohl geantwortet hat?

8. “ab wann darf man im fernsehen muschis zeigen”
Fragt jemand am Sonnabendmorgen um 8.28 Uhr. Der Druck muss groß sein. und noch mehr als 14 1/2 Stunden warten…

9. “gibt es noch nutten in ludwigsaue”
Ich werde mich mal erkundigen.

10. ” s bahn fahrerflucht wann kommt ein brief ?”
Wer ist denn da geflüchtet? Der S-Bahn-Fahrer? Der Passagier? oder ist der Unfallverursacher mit der S-Bahn geflüchtet und hofft dadurch auf Strafmilderung?

RTelenovela

Frag Google (10): Telefonkontakte zu braunäugigen Besoffenen

Donnerstag, den 16. Oktober 2014
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(9) -> 6.1.2014

Meine Güte, im Internet sind manchmal ja wirklich seltsame Typen unterwegs. Und wieder sind zehn neue interessante Suchanfragen zusammengekommen, mit denen Nutzer dieser Seite über Google hierher gefunden haben. Hier werden sie wieder kommentiert oder beantwortet.

1. “babestation 24 wann gibts muschis”
Der Druck scheint groß zu sein. Dahinter verbirgt sich eine Art Fernsehsender, bei dem man live mit ralligen Damen telefonieren kann. Aber ob die auch ihre Muschis zeigen? Im Free-TV wohl eher nicht.

2. “verratet man abigag?”
Wenn man doof ist, ja.

3. “negers bumsen mit ehpaare”
Hüstel.

4. “nutten in beetz”
Ja, es gibt sie wirklich. Hab ich gehört. An dieser Stelle ist sogar schon danach gesucht worden, als darüber nur unter der Hand gesprochen worden ist. Immerhin war über Ludwigsaue, das zu Beetz gehört, so oft schon lange nicht mehr gesprochen worden.

5. “schlampen in kremmen”
Siehe 4. Ludwigsaue gehört zu Beetz gehört zu Kremmen.

6. “warum werden blauäugige weniger besoffen als braunäugige”
Wenn das geklärt ist, bitte Nachricht an mich. Das interessiert mich auch.

7. “telefonkontakte zu schwulen in neuruppin”
Hinfahren ist wohl zu anstrengend?

8. “bülent ceylan homosexuell”
Keine Ahnung. Finde ich auch nicht wirklich spannend.

9. “bülent ceylan hetero”
Na, was denn nun?

10. katrin sass erzählt nur scheiße
So würde ich das nicht sagen. Nur manchmal.

aRTikel

Bewohner wehren sich gegen Straßenstrich

Donnerstag, den 10. Juli 2014
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Zwei bis vier Prostituierte stehen regelmäßig an der Landesstraße bei Ludwigsaue. Verwaltung prüft Gegenmaßnahmen.

MAZ Oranienburg, 10.7.2014

LUDWIGSAUE
Die Bewohner des Kremmener Ortsteils Ludwigsaue wehren sich gegen einen Straßenstrich unweit des kleinen Ortes. Auf der Landesstraße 191 zwischen Rüthnick und Beetz bieten direkt an der Einfahrt nach Ludwigsaue zwei bis vier Damen regelmäßig ihre Dienste an.

„Sie stehen meist am Tage dort“, sagte ein Ludwigsauer, der nicht namentlich genannt werden will, in einem Gespräch mit der MAZ. Nach seinen Angaben verschwinden die Frauen mit ihren Freiern im Auto im Wald. Seit Mai sind die Prostituierten dort zu beobachten. Es könnte sich um Bulgarinnen handeln, die ein Gewerbe ausüben, das als „erotische Massagen“ angemeldet sei.
„Wir wollen sie da weghaben“, sagt der Ludwigsauer Einwohner. „Wir dachten, das regelt sich von allein, weil so viel Betrieb ist auf der Strecke ja nicht.“ Dem war aber nicht so. „Wir haben Angst vor Drogenhandel und Beschaffungskriminalität.“ Es seien bereits öfter benutzte Kondome im Wald auf dem Gebiet von Beetz und Ludwigsaue gefunden wurden. „Das ist eine Pietätlosigkeit, die wir nicht hinnehmen wollen.“

„Bürger der Stadt Kremmen, Sommerfeld, Beetz, Ludwigsaue und Neu-Ludwigsaue“ haben ein Schreiben an die Medien, an das Innenministerium in Potsdam, den Landkreis Oberhavel und die Kremmener Stadtverwaltung verschickt. Darin: 75 Unterschriften von Bürgern aus den genannten Orten. Ihre Forderung: ein Sperrbezirk für die Straßen und Gebiete von Beetz – und damit auch für Ludwigsaue – einzurichten, „um die dortige Prostitution zu untersagen“.

Aus Sicht von Bert Lehmann, dem designierten Ordnungsamtschef von Kremmen, stehen die Chancen dafür nicht gut. „Wir haben dazu nicht die Möglichkeit“, sagte er gestern. Dass in Ludwigsaue immer wieder zwei bis vier Prostituierte an der L191 stehen, ist in der Verwaltung jedoch bereits bekannt. „Wir haben das intern schon diskutiert“, so Lehmann. Bislang aber noch ohne Ergebnis. „Wir können nicht das ganze Stadtgebiet zum Sperrbezirk erklären, dann ziehen sie einfach woandershin“,sagte Bert Lehmann.

Irina Schmidt, die Pressesprecherin des Landkreises, bestätigte gestern, dass das Schreiben auch in Oranienburg angekommen sei. Zum Problem an sich konnte sie allerdings noch keine Aussage machen, man werde den Fall prüfen.

Der Ludwigsauer Einwohner hofft, dass sich was tut: „Dem Ruf unseres Dorfes schadet das immens“, sagte er.