RTelenovela

Kindergärtner unter Generalverdacht

Freitag, den 22. April 2011
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Lindow hat seit einiger Zeit einen Kindergärtner. Das ist durchaus etwas Besonderes, schließlich gibt es nicht so viele Männer in diesem Beruf. In Lindow soll es angeblich der erste überhaupt sein.

Allerdings haben es Männer dort auch nicht leicht. Denn: Sie haben einen miesen Ruf. Männer könnten Kinderschänder sein. Zumindest erzählte der junge Mann das neulich einem Kollegen, dass er schon mal unterschwellig dieses Vorurteil mitbekommen hat. Ein Mann, der sich um mein Kind kümmern will? Um meine Tochter? Das könnte problematisch sein. So denken wohl zumindest einige Mütter.
So weit ist es also schon gekommen.

aRTikel

Der Test zum Welttoilettentag

Donnerstag, den 19. November 2009
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Den Gedenktag gibt es seit 2001: Die MAZ testete neun Anlagen

MAZ Neuruppin, 19.11.2009

Heute ist der Welttoilettentag. Deshalb hat sich die MAZ am Dienstag auf eine Reise zu den öffentlichen Toiletten in Neuruppin, Lindow, Rheinsberg und entlang der Autobahn A 24 begeben. Relevant waren jedoch nicht nur die Toilettenbecken an sich, sondern auch das Umfeld. Sind die Anlagen einfach zu finden? Sind sie problemlos zu bedienen? Dabei schnitten die Toiletten auf den Autobahnraststätten und dem Autohof in Herzsprung insgesamt etwas besser ab als die in den drei Städten.

Erstmals ausgerufen wurde der Welttoilettentag übrigens am 19. November 2001 von der Welttoilettenorganisation. Die Vereinten Nationen unterstützen den jährlichen Feiertag. Damit soll vor allem auf fehlende ausreichend hygienische Sanitäreinrichtungen für mehr als 40 Prozent der Menschen auf der Welt hingewiesen werden. Ein Problem, das unterschätzt wird, obwohl es ein wichtiges Hindernis für soziale und wirtschaftliche Entwicklung ist, so ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums.

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Wie im Tierkäfig
Die Toilette an der Neuruppiner Post wirkt gruselig – die Klos am Schulplatz sind alt, aber sauber

NEURUPPIN
Die Toilette am Neuruppiner Schulplatz ist eher ein Insidertipp. Ich habe sie nur zufällig entdeckt. Sie ist nicht ausgeschildert. Hinter dem Bistro am alten Gymnasium führt eine Treppe nach unten. Auf den ersten Blick sieht die gesamte Anlage schon ein bisschen älter aus. Auf den zweiten zwar auch, aber auf die Sauberkeit kommt es schließlich an. Die ist gegeben.
Die Atmosphäre ist locker. Die Toilettenfrau unterhält sich angeregt mit anderen Gästen, grüßt aber freundlich. Es herrscht Leben in der Bude. Auf einem der Klodeckel klebt ein Bild, auf dem sich ein Männchen die Nase zuhält. So schlimm ist es noch nicht. Leider fehlt allerdings ein Handtuch oder ein Trockner – irgendwas, womit ich mir die Hände abtrocknen kann. Die 30 Cent zahle ich dann bei der Toilettenfrau, die sich inzwischen in ihr zigarettenverrauchtes Kabuff gesetzt hat.

Unweit vom Schulplatz, direkt neben der Post, steht ein vollautomatisches Toilettenhaus. Der Zutritt kostet eigentlich 20 Cent, die Tür öffnet sich aber auch so. Doch der erste Eindruck ist gruselig. Die Tür fällt zu, und ich bin gefangen. Mein Eindruck: Ich stehe in einem Tierkäfig – oder einer Gefängniszelle. Licht gibt es nicht, nur von oben dringt ein wenig Helligkeit durchs Gitter. Toilette, Pissoir und das Ding, das entfernt an ein Waschbecken erinnert, sind aus Stahl und glänzen im matten Licht. Das wirkt alles andere als vertraulich.
Ich beschließe: Auf dieses Klo werde ich mich ganz bestimmt nicht setzen. Und ich kenne niemanden, der sich auf so etwas freiwillig setzen würde. Das Häuschen ist nicht wirklich dreckig, aber schön ist was anderes.

Ein besonderer Anblick bietet sich übrigens in der Neuruppiner Regattastraße gegenüber dem Evangelischen Gymnasium: ein verwitterter, abgeschlossener Container, an dem das Schild „Toilette“ klebt. Was mich drinnen erwartet hätte, will ich mir aber lieber gar nicht ausmalen.

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Das Hinweisschild zeigt auf Kronprinz Friedrich
Die Rheinsberger Toilette ist sauber, aber schwer zu finden

RHEINSBERG
Rheinsberg hat ein ordentliches, sauberes Klo. Da gibt es nichts zu meckern. Nur leider habe ich ewig danach suchen müssen.
Das Hinweisschild für die Toilette habe ich schnell entdeckt. Es steht gegenüber dem Tor zum Schlosspark. Lustigerweise zeigt es direkt auf das Denkmal von Kronprinz Friedrich. Ich vermute jedoch, dass es nicht gemeint sein kann. Mit etwas gutem Willen zeigt das Schild auch in Richtung der Touristeninfo. Also laufe ich dort hin.

Ich ahne, dass ich falsch bin, denn dort fehlt jeder weitere Hinweis auf ein Klo. Ich frage nach. „Da müssen Sie in den Schlosspark zum Marstall“, bekomme ich als Auskunft. Ich laufe also zurück zum Schlossparkeingang. Und wieder bin ich ratlos. Ich sehe mich im Park um. Welches der Gebäude könnte denn nun der Marstall sein? Ich denke erneut an das Hinweisschild vor dem Park. Es zeigt auf das vom Tor aus gelegen rechte Gebäude. Ich mache mich auf den Weg.
Einen weiteren Hinweis auf eine Toilette – oder überhaupt irgendeinen Tipp finde ich nicht. Schließlich stehe ich vor einer verschlossenen Tür mit der Aufschrift „Schlosstheater Rheinsberg“. Ein Klo gibt es hier nicht. Missmutig laufe ich wieder zum Eingang zurück. Unterwegs sprechen mich zwei Frauen an: „Wissen Sie, wo die Toiletten sind?“ Gute Frage. Da sind wir ja nun schon zu dritt. Ich habe keine Antwort, und wir sind schnell per du.

Auf dem Rückweg entdecke ich dann doch noch eine Übersichtstafel. Die muss ich wohl übersehen haben. Auf ihr kann ich ablesen, wo nun genau der Marstall ist. Es ist das linke Gebäude, das eingerüstete. Das Hinweisschild draußen zeigt also in eine völlig falsche Richtung. Direkt vor dem Eingang erwartet mich eine große Hinweistafel: WC. Gut zu wissen.

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Die Tür fällt zu, der Gast steht im Dunkeln
In Lindow sind die Räume beschmiert

LINDOW
Normalerweise kostet der Zutritt zur Toilette an der Lindower Touristeninfo im Ortszentrum 20 Cent und ist eine Wissenschaft. Die kleine Hinweistafel spricht Bände: Tür kräftig innerhalb von drei Sekunden öffnen. Was für ein Stress. Den habe ich glücklicherweise nicht, ein Mitarbeiter der Touristen-info schließt mir auf. Derzeit müssen die 20 Cent für die Männertoilette nicht gezahlt werden, weil der Raum völlig mit Graffiti beschmiert ist. Diverse Krakel von verschiedenen „Künstlern“ zieren Vorraum und Kabine.

Zunächst muss ich allerdings nach dem Lichtschalter suchen. Als die Tür zufällt, stehe ich nämlich völlig im Dunkeln. Nichts für Leute mit Platzangst. Ich taste die Wand ab nach dem Schalter.
Auch ohne Graffiti wirkt der düstere Raum nicht sehr gastlich. Das Pissoir neben dem Miniwaschbecken ist ungepflegt, das darin stehende Wasser gelb. Insgesamt sollten die Lindower darüber nachdenken, das Ding gründlich zu sanieren.

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Toiletten an der Autobahn

Papierreste auf dem Boden
LINUM
In der Toilettenanlage der Raststätte Linumer Bruch – an der Autobahn in Fahrtrichtung Hamburg – empfängt mich zunächst ein eigenwilliger Geruch. Im Toilettenraum selbst ist der Duft glücklicherweise neutraler. In einer der Kabinen liegen noch Reste des Klopapiers vom Vorgänger. In den Urinalen liegen stellenweise noch lauter Haarbüschel, was nun wirklich kein schöner Anblick ist. Aber ansonsten ist die Anlage annehmbar sauber. Clever: Der Toilettenmann am Ausgang hat sein Schild so hingelegt, dass der Besucher die 50 Cent Gebühr als Aufforderung versteht – und nicht als freiwillige Gabe.

Ein paar Minuten Urlaubsflair
WALSLEBEN
Idylle an der Raststätte Walsleben-Ost. Das Toilettenhaus ist ein Extracontainer neben der Gaststätte, dahinter beginnt der Wald. Das Gebäude hat von außen das Flair eines Urlaubsbungalows. Am frischesten riecht es im Vorraum, drinnen duftet es neutral, alles ist sauber. Allerdings beginnen die Klobrillen langsam zu verkeimen. Auf der anderen Seite der Autobahn, in Walsleben-West, wartet die Toilettenfrau vor der Tür rauchend auf ihre Kunden. Dennoch werde ich freundlich begrüßt. Der Toilettenraum ist ähnlich eingerichtet wie in Walsleben-Ost, wirkt jedoch noch viel heller und ausgesprochen freundlich. Die Becken sind sauber. Da lässt sich der Kunde gern nieder und gibt 30Cent oder mehr.

Duschen für die Brummifahrer
HERZSPRUNG
Aus dem Radio beschallen die größten Hits der 80er, 90er und das Beste von heute den Waschraum. Im Sanitärbereich auf dem Autohof in Herzsprung können die Brummifahrer auch duschen. Der Toilettenmann gibt sich Mühe: Überall stehen kleine Töpfe mit Blumen. Ein kleines Problem scheint es in einigen der Kabinen zu geben. Das Wasser läuft permanent. In Sachen Sauberkeit lässt die Anlage aber keine Wünsche offen. Ein Nachteil auf dem riesigen gepflasterten Rastplatz ist jedoch die völlige Orientierungslosigkeit. Der Reisende verirrt sich – sowohl bei der Zu- als auch bei der Abfahrt.

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Im nächsten Jahr kommt der Anbau
Interview: In Flecken Zechlin nachgefragt

Am Toilettentest kann Flecken Zechlin mangels Testobjekt nicht teilnehmen. Robert Tiesler fragte beim Ortsbürgermeister Wilfried Schmidt nach.

Flecken Zechlin hat als Touristenort bislang keine öffentliche Toilette. Warum ist das so?
Wilfried Schmidt:Bisher bestand kein Bedarf. Aber als Tourismusort werden wir eine öffentliche Toilette brauchen.

Und wie weit sind die Überlegungen?
Schmidt: Die Toilette ist in Planung.

Wann und wo soll es denn so weit sein?
Schmidt:Ich gehe davon aus, dass sie im Jahr 2010 gebaut wird. Es ist ein Anbau an die Touristeninformation geplant. Ein Architektenbüro ist schon an der Arbeit.

aRTikel

Die Spätfolgen werden unterschätzt

Freitag, den 13. November 2009
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Gesundheit: Diabetes kann Augen und Füße schädigen / In der Region gibt es mehrere Selbsthilfegruppen

MAZ Neuruppin, 13.11.2009

Acht Millionen Deutsche haben Diabetes. Günther Miekley aus Vielitz muss sich viermal am Tag Insulin spritzen.

NEURUPPIN
Bald sind es drei volle Jahrzehnte. Es war 1980, als Günther Miekley erfuhr, dass er Diabetiker ist. „Man hat das damals so hingenommen“, sagt der 72-jährige Vielitzer. „Aber seit 1991 muss ich mir Insulin spritzen. Viermal am Tag. Das ist viel.“
Miekley leidet an Diabetes mellitus, im Volksmund die Zuckerkrankheit. Seine Bauchspeicheldrüse produziert zu wenig Insulin, wodurch der Blutzuckerspiegel zu hoch ist. Deshalb muss er viermal am Tag spritzen – zu genau festgelegten Zeiten: um 7.30 Uhr, zum Mittag, zum Abendbrot und vor dem Schlafengehen. Ausnahmen gibt es nicht.

Deutschlandweit sind bislang acht Millionen Menschen an Diabetes erkrankt, von der es zwei Typen gibt. Mit 92 Prozent leidet die größte Zahl der Betroffenen an der Typ-2-Diabetes. Zu ihnen gehört auch Günther Miekley. Diese Form der Zuckerkrankheit ist meist genetisch veranlagt.
Siegfried Ringleb dagegen leidet am Typ 1 der Diabetes. Und das schon seit 50 Jahren. Beim Typ 1 zerstört der Körper die eigenen Insulinzellen. Ringleb muss nicht zu festen Zeiten spritzen. „Ich kann im Großen und Ganzen auch essen, was ich will und muss danach eine entsprechende Menge des Insulinpräparates zuführen.“
Am Anfang musste sich der heute 75-Jährige dazu überwinden. „Und anderen Leuten kann ich dabei immer noch nicht zusehen.“ Als der Neuruppiner 1959 von der Krankheit erfuhr, war der Schock groß: Am Bett seiner schlafenden Kinder kam die Angst: „Ich wusste nicht, ob ich noch erlebe, wie sie aufwachsen“, erzählt er.

Ringleb arbeitet ehrenamtlich für den Deutschen Diabetiker Bund in Neuruppin und organisiert Selbsthilfegruppen. Einmal im Monat treffen sich die Mitglieder in Neuruppin, Rheinsberg, Lindow und Fehrbellin. Sie sind zwischen 65 und 90 Jahre alt. „Wir sprechen über unsere Erfahrungen und aktuelle Forschungsergebnisse“, so Ringleb.
„Wir haben 72 Mitglieder“, sagt er. „Ich schätze, die Zahl der Betroffenen ist sehr viel höher. Diabetes ist zu einer echten Volkskrankheit geworden“, sagt der Neuruppiner. „Sehr viele Menschen bewegen sich zu wenig und ernähren sich schlecht. Jedes fünfte Kind ist übergewichtig.“ Somit steige das Risiko, zu erkranken. „Wenn es dann passiert, dann nehmen es die Betroffenen anfangs nicht ernst genug“, so Ringleb.

Das glauben auch Irmgard Deutschmann (70) aus Vielitz sowie die Neuruppinerin Evelie Urban (77), die beide die Selbsthilfegruppen des Diabetikerbundes besuchen. „Gerade viele junge Leute unterschätzen die Spätfolgen der Krankheit“, sagt Evelie Urban. Die Rentnerin muss regelmäßig zum Augenarzt, denn ein zu hoher Blutzuckerspiegel führt zu Sehschwächen, im schlimmsten Fall erblinden die Betroffenen. Auch die Füße sind gefährdet, Gefäßschäden können die Hautoberfläche taub werden lassen. Wunden empfinden Diabetiker oft nicht als Schmerz. Das könnte zur Amputation des Beines führen.
In den Selbsthilfegruppen wird das alles besprochen. „Mir hilft das sehr“, sagt Irmgard Deutschmann. Auch Diät-Nahrungsmittel für Diabetiker sind bei den Treffen ein Thema. „Ich verzichte darauf“, so Deutschmann. „Sie sind nicht notwendig.“ Zuckerkranke könnten auch normale Lebensmittel essen, sogar Schokolade. „Aber in Maßen, nicht im Massen.“

Wichtig sei, dass sich jeder mit dem Essen, was er täglich zu sich nimmt, beschäftigt. Zuckergehalt. Nährwert. Broteinheiten. Alles muss berechnet und berücksichtigt werden. Jede Stunde, jeden Tag.

aRTikel

Ein lässiger Tag bei Türkiyemspor

Montag, den 5. Oktober 2009
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Soziales: Lindower Jugendliche zu Gast in Berlin

MAZ Neuruppin, 5.10.2009

BERLIN
Ein guter Tag für die Fußballer von Türkiyemspor Berlin, aber auch für zehn Jugendliche aus Lindow. In der Regionalliga traten die Hauptstadt-Kicker am Sonnabend gegen Hannover 96 II an und gewannen mit 2:1. Und die Lindower dabei.
Ein Freundschaftsbesuch – jedoch mit einer Vorgeschichte, die alles anderes als freundschaftlich begann. Ende August gerieten auf einem Parkplatz in Lindow einheimische Jugendliche mit Berliner Nachwuchskickern aneinander. Inzwischen kamen die beiden Gruppen ins Gespräch. Am Sonnabend reisten die Lindower zu Türkiyemspor nach Berlin.

„Wir haben zuerst gemütlich gefrühstückt“, erzählt Sozialarbeiterin Annett Bauer. In einem Café in Kreuzberg setzten sich alle an eine große Tafel – immer ein Lindower neben einen Berliner. „Die Stimmung war lässig und entspannt“, so die Betreuerin. „Es ist ganz gut gelaufen“, bestätigt die 16-jährige Vanessa. „Wir haben uns gegenseitig vorgestellt und erzählt, was wir für Hobbys haben.“ Die Schlägerei in Lindow war kein Thema. „Das ist wohl auch ganz in Ordnung so“, sagt Vanessa. „Es ist nun mal passiert, wir können es nicht mehr ändern.“ Auch Maximilian (17) fand das Treffen „ganz okay“. Nach dem Frühstück in Kreuzberg fuhren alle zum Spiel in den Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark nach Prenzlauer Berg.

„Die erste Reaktion auf die Einladung war Abwehr“, erzählt Annett Bauer. „Sie hatten völlig verquere Bilder von den Menschen hier.“ In Lindow gebe es kaum Migranten. „Sie haben einen Mangel an derartigen Erlebnissen.“ Selbst ihre Ferien würden sie meistens im Ort verbringen. Gegenmaßnahmen wären Ausflüge, Freundschaftsspiele, Berlin-Touren. Doch für solche und andere Aktionen fehlt es oft an Geld: „Ich wünsche mir vom Kreistag, dass mehr Mittel freigemacht werden, um den Jugendlichen die Welt zu eröffnen“, sagt Annett Bauer.

Moment mal: Gesprächsbedarf

RT hält das Treffen der Lindower Jugendlichen mit den Berlinern für sinnvoll

Vergeben ist die Schlägerei zwischen Lindower Jugendlichen und Nachwuchsfußballern aus Berlin sicherlich schon. Vergessen aber auf keinen Fall.
Nach dem sehr unschönen Aufeinandertreffen, das Ende August auf einem Parkplatz der kleinen Stadt in eine Schlägerei ausartete, kamen die Lindower Jugendlichen und die Berliner Fußballer bereits mehrmals ins Gespräch. Dabei wurde deutlich: Schuldzuweisungen bringen nichts. Sinnvoller ist, die Gespräche zu nutzen, um einander kennenzulernen und einander besser zu verstehen. Für die jungen Leute aus Lindow ist das eine neue Erfahrung. Denn offenbar war ihnen bisher alles Fremde, alles Auswärtige suspekt.

Am Sonnabend reisten sie nach Berlin zu den Fußballern von Türkiyemspor. Davor hatten sie Bammel. Ihnen war nicht klar, was sie dort erwartet, wie sie dort aufgenommen werden. Aber am Ende verlief der Tag ganz entspannt. Solche Ausflüge und Zusammentreffen mit Jugendlichen aus anderen Regionen und Lebensumständen sind wichtig und sollten unbedingt fortgeführt werden. Wenn sich der Horizont der jungen Leute vom platten Land erweitert, stehen sie allem Fremden nicht mehr so misstrauisch gegenüber. Politiker und Jugendbetreuer sollten alles dafür tun, um das zu ermöglichen.

RTelenovela

Der Catwalk von Lindow

Samstag, den 11. August 2007
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Statt zum Darß ging es am Freitag nach Neuruppin und Lindow. Statt Luxussolozelten ein entspannter Tag im Ruppiner Land. Dort machen gerade Sabi und Ina Urlaub.
Wir trafen uns am Mittag Neuruppin, an einem Eisladen an der Karl-Marx-Straße. Und der Früchtebecher ist der pure Wahnsinn. Für noch nicht mal 5 Euro bekommt man drei Kugeln Eis, Sahne und Früchte bis zum Abwinken. Melonen, Trauben, Ananas, Äpfel, so richtig frisch und lecker. Wenn schon in Neuruppin ansonsten nicht so viel los ist – dieser Eisladen ist einen Besuch wert.
Weiter nach Lindow. Neben dem Kloster kann man auf dem Friedhof extrem spannende Entdeckungen machen. Denhn hier gibt es Gräber von Leuten, die im 19. Jahrhundert bereits verstorben sind. Relikte aus vergangenen Zeiten.
Süüüüß!! Das große Eichhörnchen hatte es uns angetan. Das heißt, eigentlich nur Sabi und mir. Ina war mit dem Kätzchen beschäftigt, das sich gleichzeitig zu uns gesellte. Auf Du und Du mit den Lindower Tieren.
Wo wir schon bei Tieren sind: Wir hatten es uns gerade auf der Sommerterrasse beim Italiener gemütlich gemacht, als direkt unter uns ein nettes Hundchen einen fetten – und stinkenden – Haufen absetzte. Das Frauchen hatte glücklicherweise dafür Verständnis, dass uns die Sache mächtig stank und entfernte das Haufi.
Lindow ist übrigens auch voll kremmen. Wie wir ja schon mal in Gransee festgestellt hatten (-> 18.2.2006). Bedeutet: Eine schmale Hauptstraße gesäumt von nicht allzu hohen Altbauten. Auch Liebenwalde passt zum Beispiel in diese Kategorie, stellenweise auch Neuruppin. Aber in Lindow fällt es schon sehr auf.
Das Beste an Lindow: Der schmale Weg auf dem Bungalowgrundstück von Inas Familie. Er führt leicht bergab und ist ein richtiger Catwalk. Wie gemacht für Models, die hier ihre geilen Klamotten vorführen. Wer hier herunterläuft, verfällt sofort in einen Modelschritt. Geil.