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Eine Reise in den Nahen Osten

Mittwoch, den 17. April 2002
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Greensession: Schlagzeuger Christoph Hengelhaupt musizierte in Jordanien und dem Libanon

MAZ Oranienburg, 17.4.2002

Letztes Jahr stellten wir euch die Hohen Neuendorfer Band „Greensession“ vor. Die MAZ-Jugendseite begleitet die Jungs auf dem Weg nach oben. In unregelmäßigen Abständen berichten wir an dieser Stelle über alle Neuigkeiten.

HOHEN NEUENDORF
In den Nahen Osten, nach Jordanien, Syrien und in den Libanon, reiste Greensession-Schlagzeuger Christoph in den Osterferien. Jedoch nicht mit seiner Band, sondern mit dem großen Landesjugendsinfonieorchester Brandenburg. Dem gehört er seit elf Monaten an. Drei- bis viermal im Jahr treffen sich die 60 bis 80 Leute zu großen Probenphasen. Zum 10.Geburtstag des Orchesters spielten sie im Konzerthaus Berlin, mit Daniel Barenboim am Klavier. „Das war schon etwas ganz Besonderes“, meint Christoph.
Und nun die elftägige Konzerttournee in die Ferne. Christoph war im Orchester für die Pauken zuständig. Eigentlich sollte es auch nach Israel gehen, doch wegen der politischen Lage wurde das Konzert abgesagt. „Dafür hatten wir einen zweitägigen Aufenthalt in Jordanien am Roten Meer“, erzählt Christoph. Für jedes Konzert hatte das Orchester einen Gast-Pianisten. Beim Auftritt im Kongresszentrum von Damaskus, das mit 2000 Leuten fast ausverkauft war, saß dementsprechend ein syrischer Pianist am Klavier.
In Amman, der jordanischen Hauptstadt, gaben sie zwei Konzerte, eines davon für Schüler. „Die waren recht euphorisch, es gab gleich Jubel und Applaus. Auch einmal mitten im Stück, weil sie dachten, es ist zu Ende.“ Am Abend lauschten leider nur 400 Leute dem Konzert. „Da gab es auch Überlegungen, es abzusagen.“ Wegen den Unruhen in Israel ist auch die jordanische Königsfamilie nicht gekommen. „Da wurde mir bewusst, dass ganz schön was los sein muss, obwohl in Jordanien aber völliger Frieden ist.“
Der Terminplan war voll bepackt. „Erst über den Basar, zu den Moscheen und am Abend spielen.“
In Beirut im Libanon spielten sie in der St.-Joseph-Kirche. „Da war die Akustik nicht so trocken, wie in anderen Räumen.“ Zu einem Zwischenfall kam es am letzten Abend in einem Beiruter Restaurant. Auf der Abschlussfeier wurde gerade die „Miss Orchester“ gewählt. Die Meldung, Israel plane Luftangriffe auf Beirut, verbreitete sich unterdessen wie ein Lauffeuer. Die Gruppe musste so schnell wie möglich ins Hotel zurück. Dort wurde dann weitergefeiert. „Da war das alles schon fast wieder vergessen.“ Für Christoph war die Reise in den Nahen Osten auf jeden Fall eine große Erfahrung: „Ich habe sehr viel erlebt. Das kann man kaum verarbeiten.“
In der guten alten Heimat gehen inzwischen die Proben bei Greensession weiter. Viele neue Texte und Lieder sind in Vorbereitung. Was der Band jetzt noch fehlt, ist ein Sänger. Wer zwischen 16 und 20 Jahre alt, kreativ und engagiert ist, Band- und Bühnenerfahrung hat, kann sich auf der Website von Greensession melden.

Apropos Internet: Seit dem 7.April ist die neu gestaltete Website von Greensession online. Ab sofort kann man sich die neuesten Videos vom Auftritt beim Rockwettbewerb im Fuchsbau ansehen. Ganz neu ist auch das „GREENforum“, in dem jeder Besucher seinen Senf ablassen kann. Und natürlich sind unter „Presse“ auch alle bisher erschienenen MAZ-Artikel über Greensession verfügbar.