RTelenovela

Am Starnberger See: Herrlich und ein bisschen dekadent

Sonntag, den 1. August 2010
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Ich gebe es zu: Es war schon ein bisschen blauäugig, als wir uns in Leoni am Starnberger See auf die Terrasse eines Lokals gesetzt haben und dachten, dort gebe es was zu Essen. Es gibt da auch was Essen, aber ob es auch der Geldbeutel überlebt?
Nur schwer. In diesem Lokal zahlt der Kunden nämlich nicht nur fürs Essen und die Getränke, sondern auch für den Seeblick. Und es ist ein toller Seeblick, das muss man schon sagen.
Blattsalat mit Huhn gibt’s für 14 Euro, Thunfisch-Tartar für 15 Euro, Pasta Radicchio für 18 Euro, irgend so eine Hähnchen-Roulade für 20,50 Euro, Renkenfilet für 21,50 Euro und Rinderpaillard für 24 Euro.
Okay, die Preise sind happig. Mein Problem ist vielmehr, dass ich mit solchen abgehobenen Speisen an sich schon wenig anfangen kann. Wenn ich nicht mal weiß, was das ist, was da mal locker 24 Euro kostet, bestelle ich es nicht. Ich bin da nicht sehr experimentierfreudig.
Meine Kollegin nahm einen 14-Euro-Salat, ich ein Stück Kuchen. Das musste reichen, und auf dem Nach-Hause-Weg kommt bestimmt ein McDonald’s-Laden.

Den letzten Tag unseres München-Aufenthalts nutzten wir für einen Ausflug zum Starnberger See. Das Wetter war auf unserer Seite, und wenn wir ehrlich sind, haben wir uns das ja auch, verdammt noch mal, verdient.
In Starnberg muss der geneigte Tourist erst einmal einen Parkplatz finden. Und obwohl ein Parkleitsystem angekündigt wird, gibt es keins. Es sei denn, die Starnberger betrachten das besetzte Parkhaus am Bahnhof sowie den Platz auf der anderen Bahnhofsseite als ihr Leitsystem.

Ein bisschen Dekadenz muss schon sein, wenn man am Starnberger See ist. Direkt an der Seepromenade saßen wir einer Terrasse, die sogar vor dem Seeufer schwamm. Wir saßen also auf dem See, sahen zu, wie die Segler in der Ferne übers Wasser glitten, wie der holländische junge Mann hinter uns seine kleine Schwester ins Wasser schubste – und schlüften dazu ein Radler oder einen Milchkaffee. Herrlich, so die Seele baumeln zu lassen.
Eine Stunde reichte danach schon, um mir während der Schiffstour über den See einen gewaltigen Sonnenbrand auf den Armen zu holen. Sche war’s trotzdem.
In Potsdam wird über diverse Seen gestritten, und darüber, ob man als Bürger da überall rumlaufen darf. Am Starnberger See gibt es auch keinen Rundweg, da gehen die Seegrundstücke allesamt bis zum Wasser. Strände gibt es aber trotzdem – und viel Grün.

Eines fällt auf: In Starnberg, aber auch in Leoni, sind die Leute meistens sehr schick angezogen. Schlabbige Hosen bei Männern sind kaum zu sehen, gerade im Umfeld von Lokalen. Man sieht durchaus, dass sich dort eine andere Gesellschaft aufhält.
Außer vielleicht im Supermarkt von Berg. Da sind alle Leute gleich. Und wenn die Leute am Starnberger See nicht wissen, wie es in DDR-Kaufhallen vor den Kassen zuging – in Berg haben sie es erfahren. Eine lange Schlange bildete sich durch den halben Supermarkt. Es war nur eine Kasse geöffnet, als dann “Bitte 2. Kasse!” aus den Lautsprechern ertönte, meinte jemand: “Und die 3. Kasse auch!” Bei Kaufland bekommt man übrigens Geld, wenn man länger als fünf Minuten wartet und nicht alle Kassen geöffnet sind.

Der Münchner Flughafen scheint extrem kurze Abstände zwischen den landenden Flugzeugen zu haben. Wer bei Garching auf der A9 unterwegs ist, bekommt auf einen Blick meist gleich zwei Flieger hintereinander zu sehen. Und das erstaunlich eng hintereinander. Wenn man dann nach links sieht, sind da schon die nächsten Flugzeuge. Oder war das in Wirklichkeit eine Flugschau?

RTelenovela

Mit der Ferres am See

Montag, den 22. Juni 2009
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Der Starnberger See liegt direkt vor den Toren Münchens. Hat man erst mal die richtige Autobahn Richtung Starnberg gefunden – und das ging von München-Ost erstaunlich einfach – ist es nicht mehr weit.
In Starnberg wird aus der Autobahn die Bundesstraße B2. Eine alte Bekannte, denn die B2 führt auch durch Berlin und Potsdam. Nach einem kleinen Mittagessen fuhr ich aber weiter ans nördliche Ostufer des Starnberger Sees, nach Berg.
Ich hielt auf einem Parkplatz und wunderte mich: Parkgebühren sind zwar keine zu zahlen, aber eine Parkscheibe muss man hinterlegen. Parken darf man: 24 Stunden. Ja, genau. 24 Stunden.
Ich frage mich: Wie soll das funktionieren? Stelle ich meine Parkuhr auf „3“, weiß doch niemand, ob 3 Uhr oder 15 Uhr gemeint ist. Und wenn sie sowieso 24 Stunden gilt, wieso muss ich dann überhaupt eine Parkuhr stellen? Irgendwie erschloss sich mir das Ganze nicht, aber vielleicht kann mir das ja mal jemand erklären.

Ich spazierte zum See. Auf einem Bootssteg standen gerade ein paar Jungs in Badehosen und sprangen ins kühle Nass. Immer wieder. Mehrere kleinere Kinder und ein Paar beobachteten das Ganze.
Die Frau kam mir irgendwie bekannt vor, und ich sollte mich nicht irren. Neben mir stand die Schauspielerin Veronica Ferres mit einem Mann, der wahrscheinlich ihr Lebensgefährte ist. Leider bin ich nicht auf dem aktuellen Stand, was Frau Ferres‘ Familienstand angeht. Die beiden schlenderten dann auch weg, und ich auch lief zurück zum Auto.

Ein paar Kilometer weiter, in Leoni, präsentierte sich der Starnberger See dann in seiner ganzen Schönheit. Die Straße in den kleinen Ort führte einen Abhang hinunter, beim Runterfahren konnte man auf den See blicken. Ein Panoramabild.
Was durchaus auffällt: Die erstaunlich schlechten Straßen. Das heißt nicht, dass sie völlig runtergekommen sind, sie schon durchaus asphaltiert, aber wahrscheinlich schon jahrelang nicht mehr in gutem Zustand. Wellig, brüchig – wahrscheinlich schlägt sich der angebliche Reichtum der Leute dort nicht auf den Straßenbau nieder.

Als ich auf der Rückfahrt in Percha (Lindenstraßen-Fans könnten diesen Ort noch kennen) tankte, war es mit dem guten Wetter auch dahin, ein Wolkenbruch ergoss sich über den See und die Orte drumherum.