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Coronavirus in Zeiten des Coronavirus

Samstag, den 2. April 2022
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Eigentlich hat Deutschland ja mehr oder weniger beschlossen, dass das Coronavirus abgeschafft ist. Kaum noch Maßnahmen, sehr bald gibt es fast nirgendwo noch eine Maskenpflicht. Maskenmuffel jubeln, weil sie der blödsinnigen Meinung sind, dass Masken ja eh nicht helfen würden.
Ich weiß es besser.

Und eigentlich ärgere ich mich. Denn quasi kurz vor Schluss hat es mich auch erwischt. Und dabei haben wir uns alle getestet, bevor wir zusammengekommen waren. Aber am nächsten Tag hatte eine der sieben Personen plötzlich einen positiven Coronatest. Und inzwischen sind sechs der sieben Personen positiv.
Und ich bin leider einer der sechs Leute.

Es fing am Abend mit einem trocknen Husten an, dazu leichter Kopfschmerz. Am nächsten Morgen der Test: negativ. Dennoch fühlte ich mich leicht erkältet. Im Laufe des Tages wurde es jedoch wieder besser.
Bis zum Abend. Dann ging es richtig los. Erhöhte Temperatur, leichter Kopfschmerz, Husten, einsetzender Schnupfen. Ich ahnte schon: Diesmal bin ich dran. Zumal schon zwei meiner Freunde gesagt hatten, dass sie leicht positiv seien.
Am nächsten Morgen der Test: positiv. Toll.

Später fuhr ich nach Lehnitz zur Teststation. Ich sagte denen gleich, was Sache ist, aber es musste vor dem PCR-Test nochmal ein normaler Test gemacht werden. War natürlich auch positiv. Und das Ergebnis des PCR-Tests am nächsten Tag ebenfalls.

Es fühlt sich wie eine Erkältung an. Aber anders als eine normale Erkältung. Nämlich ausschließlich im Kopfbereich. Die Nase läuft, leichter Kopfschmerz (am ersten Tag), Husten. Abgesehen davon tut aber nicht mal mehr als Hals weh, auch die Brust ist komplett frei. Bis auf den Muskelkater wegen des Hustens.
Wenn es weiter so gut läuft, kann man wohl von einem milden Verlauf sprechen.
Blöd nur, dass ich nun eine Woche zu Hause rumsitzen muss. Das Konzert am Sonnabend fällt für mich aus, auch der Kinobesuch am Wochenende…

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aRTikel

Leute, Leute: Unterwegs in schwierigen Zeiten

Mittwoch, den 22. Dezember 2021
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Lucas Fünfhaus (31) aus Lehnitz kämpft als Veranstaltungstechniker mit den Umständen der Pandemie – im Sommer leistet er ein Wochenende Hilfe im Flutkatastrophen-Gebiet

MAZ Oberhavel, 22.12.2021

Lehnitz.
Es sind bewegte Zeiten für Lucas Fünfhaus. Der 31-Jährige aus Lehnitz ist eigentlich freier Veranstaltungstechniker. Aber nun ist das ja in Zeiten des Coronavirus so eine Sache mit den Veranstaltungen. Viele Jobs brachen weg. Stattdessen arbeitete er im Impfzentrum und war im Sommer im Hochwassergebiet.
Bis heute herrschen in der Event-Branche riesige Unsicherheiten. „Die Situation ist unplanbar“, sagt er. „Es weiß niemand, ob die aktuellen Hygienekonzepte etwas bringen und wie man damit umgehen soll.“ Planungen seien normalerweise langfristig. „Und es setzt sich ja niemand hin und plant, um dann drei Tage vorher neue Beschlüsse umsetzen zu müssen.“

Im Herbst 2020 nahm Lucas Fünfhaus an den Demonstrationen der Eventbranche teil, die bis heute kaum als Krisenbranche in der Pandemie wahrgenommen wird. Inzwischen ist er fest angestellt als Fachkraft für Veranstaltungstechnik bei einer Berliner Firma. „Die buchen mich seit langem.“ Ohne die Festanstellung hätte er vermutlich bis April keine Kunden gehabt. Kürzlich wurde erst bekannt, dass auch 2022 die Grüne Woche in Berlin ausfallen wird. Damit wäre er den ganzen Januar beschäftigt gewesen. „Das ist einfach weg und kommt nicht wieder.“
Immer mal wieder hört er dann: „Dann muss man sich eben umorientieren.“ Aber auch das sei nicht so einfach. „Man macht ja nicht irgendeinen Job, sondern etwas, was einen bewegt und die Leidenschaft ist. Und wir sind keine Schwerverdiener. Wir arbeiten oft zu schlechten Uhrzeiten.“ Wenn jemand aus der Branche rausgehe, mache er anderen ebenfalls Konkurrenz. Sei er aber erst mal weg, habe einen geregelten Job und ein besseres Einkommen – dann komme er oft nicht mehr wieder.

Auch beim Lehnitzer Karneval Klub (LKK) kümmert sich Lucas Fünfhaus um die Technik. „Es wird zwar noch geprobt, aber eigentlich ist das Vereinsleben auf Null zurückgefahren.“ Man traue sich noch nicht, alles abzusagen, die Seniorenveranstaltungen seien aufs Frühjahr verschoben. „Bei uns im Saal, wo wir sonst 130 bis 140 Plätze haben, dann auf Abstand zu gehen, klappt nicht.“ Seit 1997 ist er Mitglied im Verein, wie seine ganze Familie. Er tanzte bei den kleinen Funken und rutschte dann in die Techniksparte. Eigentlich beginnt am 1. Januar der Aufbau für die Shows. „Ein Riesenaufwand.“ Ob er damit anfängt, ist noch unklar.

Im Sommer arbeitete der Lehnitzer im Oranienburger Impfzentrum in der Turm-Erlebniscity. Ein Job, der ihm Spaß gemacht hat. Er war bekannt dafür, dass er über der FFP2-Maske noch eine rote Nase trug. „Die meisten Leute haben sich gefreut und meinten, es sei schön, mal was anderes zu sehen – und in der schweren Zeit auch mal ein Lächeln.“

Zur Fluthilfe kam er über eine Freundin, die in der Katastrophenregion wohnt. „Da wollte ich helfen.“ Er konnte sich einfach nicht vorstellen, dass er sich am Wochenende in die Sonne lege, während im Kreis Euskirchen die Not herrsche. An einem Freitag machte er sich los – nachdem er noch bis 21.30 Uhr gearbeitet hatte. Er hatte verschiedene Hilfsmittel und Materialien an Bord, auch ein Stromaggregat. Einen Kühlschrank, für den er bei Ebay 50 Euro bezahlen sollte, bekam er kostenlos – nachdem er gesagt hatte, wohin er das Teil bringen wollte.
Die Eindrücke bleiben: „Man fährt einen Berg runter, und plötzlich sieht man ein Auto auf dem Feld. Man fährt um die nächste Kurve, da liegt ein Auto auf dem Dach oder mehrere übereinander.“ Man kenne die Flutbilder aus dem Fernsehen, aber vor Ort sei es deutlich schlimmer gewesen. Ein Wochenende lang packte er mit an. „Am Abend hat man gemerkt: Die Leute sind so richtig kaputt, weil die seit Tagen gearbeitet haben.“ Dass ihm manche Leute von der Tour abgeraten haben, hat ihn geärgert. „Da wurde jede Hand gebraucht.“

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Unkontrolliertes 2G in Zeiten des Coronavirus

Mittwoch, den 10. November 2021
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Die Inzidenzen sind hoch wie nie. Und auch wenn mehr als 80 Prozent der Erwachsenen geimpft sind, ist die Pandemie in Deutschland auf einem Höhepunkt.
Ist 2G ein Heilmittel? Also dass nur noch Geimpfte oder Genesene bestimmte Orte besuchen dürfen? Viele bezweifeln das, weil ja auch Geimpfte sich anstecken und das Virus auch verbreiten können.
Dennoch meinen viele Veranstalter, mit 2G können sie weitermachen und alle Regeln damit abschaffen zu können.

Neulich waren wir in einem Restaurant. Draußen an der Tür wird auf die 2G-Regel hingewiesen. Ich begann in Gedanken schon mein Handy mit den Daten hervorzukramen.
Als wir reingehen, sind wir die einzigen. Außer uns ist keiner da. Der Kellner begrüßt uns, weist uns einen Tisch, und will… ähm, nein, er will nicht. Er fragt nicht mal, ob wir geimpft sind.

Als sich der Laden später füllt, kriege ich auch nicht mit, dass irgendjemand seinen Impfstatus zeigen muss. Wenn die Leute reinkommen, haben viele eine Maske auf. Aber drinnen müssen sie die nicht tragen – wegen 2G. Irgendjemand fragt nach, und der Kellner sagt laut, man müsse keine Maske tragen, weil ja hier die 2G-Regel gelte.
Im Grunde ist das natürlich eine Lüge. Denn 2G müsste er kontrollieren, was er aber nicht tut. Heißt: Es gilt überhaupt kein G, es herrscht Wurschtigkeit.

Falls das Virus nicht aufzuhalten ist und wieder eine Notlage eintritt und vielleicht doch noch mal alles geschlossen werden muss – vermutlich sind die Leute aus diesem Laden dann die ersten, die sich beschweren, weil sie ja die 2G-Regel hatten. Aber: Nein, nichts hatten die.

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Umwege, Umwege und Umwege

Freitag, den 6. August 2021
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Als Autofahrer braucht man in und um Oranienburg mal wieder viel Geduld, und Umwege stehen immer wieder auf der Tagesordnung.

Wer in die Schulstraße will, muss von der City kommend über die Lehnitz-, Linden- und Stralsunder Straße. Einmal um den Block. Wer von dort in Richtung City zurück will, muss ebenfalls über diese Strecke fahren. Immer wierder die große Schleife.
Wer zur Autobahn möchte, kann momentan nicht mehr über die Saarlandstraße zum Anschluss Oranienburg-Süd fahren. Dort wird der Kreisel gebaut. Wieder müsste ich durch die oft zugestaute City – wieder die große Runde.
Neulich bin ich ausgewichen über Lehnitz und die Anschlussstelle Birkenwerder. Aber auch das ist ab 11. August nicht mehr möglich, weil die Anschlussstelle in Richtung Hamburg gesperrt wird. Ich müsste also entweder nach Oranienburg zurückfahren, durch Borgsdorf zum Anschluss Velten oder über Hohen Neuendorf nach Stolpe (bald auch gesperrt).

Momentan geht es in Richtung Wandlitz wenig, weil die B273 zwischen Wensickendorf und dem Kreisel vor Wandlitz vollgesperrt ist. Da widerum muss man über Lehnitz, Zühlslake und Zühlsdorf.
In Richtung Summt wird’s bald nicht besser. Ende Oktober soll auch der Mühlenbecker Weg in Lehnitz gesperrt werden. Also ich in Richtung der Anschlussstelle Mühlenbeck geht es dann nur mit Umwegen.

Geht’s noch? Ich werde mir wohl bald mal einen Hubschrauber mieten müssen.

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Fünfter Schnelltest in Zeiten des Coronavirus

Mittwoch, den 30. Juni 2021
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Das ist ja mal wieder verwirrend. Will ich in Oranienburg ins Freiluftkino, brauche ich keinen Corona-Schnelltest-Nachweis oder den Nachweis, dass ich geimpft bin. Inzwischen brauche ich auch keinen Nachweis mehr, wenn man essen gehen will oder in die Sauna.
In Berlin ist das anders. Wer dort ins Kino will, muss einen Negativ-Test nachweisen – oder den Impfpass. Ebenso im Freiluftkino. Andere Bundesländer – andere Regeln. Wer soll da noch durchsehen?

Am Montagabend sollte es nach fast acht Monaten endlich wieder ins Kino gehen. Dazu brauchte ich den Test. Ich bin zwar doppelt geimpft, der vollständige Impfschutz ist aber noch nicht da.
Also fuhr ich am Montagnachmittag das dritte Mal nach Lehnitz – zum Testzentrum. Zum fünften Mal also der Schnelltest.
Vor mir stand nur ein weiteres Auto, die Wartezeit war also gering, zumal ich vorher schon mal den Datenzettel ausfüllen sollte.
Die Test-Variante diesmal: Das Stäbchen wurde ganz tief in das linke Nasenloch geschoben. Somit hat auch nur mein linkes Auge getränt.

Ich dachte ja, dass dieses Testzentrum in Lehnitz nicht mehr lange existieren wird. Denn in Brandenburg muss dieser Nachweis, wie erwähnt, kaum noch vorgelegt werden.
Ich habe mich allerdings geirrt. Denn noch nie habe ich gleichzeitig mit so vielen Leuten auf dem Parkplatz aufs Ergebnis gewartet. Und es kamen auch permanent Autos mit Testwilligen. Der Bedarf ist also erstaunlicherweise immer noch da, und es ist gut, dass die Leute das kostenlose Angebot auch annehmen.

Nach 15 Minuten bekam ich mein Ergebnis: negativ. Der Kinoabend konnte also beginnen.

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Traumtagebuch (151): Hier haben Sie nicht einzukaufen!

Sonntag, den 16. Mai 2021
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(150) -> 24.1.2021

Ich fahre mit dem Rad durch den Wald hinter Lehnitz. Auf der linken Seite erblicke ich plötzlich einen Friedhof, extrem weit vom eigentlichen Ort entfernt. Ich wundere mich und beschließe, auf der Rückfahrt mal auf diesen Friedhof zu gehen, denn ich erinnere mich, dass dort ja unsere Nachbarin begraben ist. Ich möchte mir das mal ansehen.

Ich bin zurück im Ort und betrete einen Laden. Ich überlege kurz, ob ich vielleicht eine Postkarte kaufen will. Allerdings gibt es keine. Genaugenommen gibt es eigentlich überhaupt sehr wenig im Laden. Viele Regale sind leer. Ich nähere mich einem der Regale, wo noch was drin ist, als mich der Mann hinter der Ladentheke anpampt, ob ich denn etwas was kaufen wolle. Hier gebe es nichts zu kaufen, und eigentlich solle ich doch besser den Laden wieder verlassen.

Ein wenig später: Ich rege mich total auf, denn der Bus bleibt liegen. Die Busfahrerin regt sich auch auf, haut draußen erst auf ihren Bus ein, und dann stampft sie mehrfach auf den Boden. Genau an der Kreuzung blieb der Bus liegen, er blieb einfach stehen, es machte puff, und dann war Ruhe.
Ich stehe auf dem Parkplatz am Lehnitzer Bahnhof und schreie rum, wie ich denn nun nach Hause kommen sollte.

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Zweiter Schnelltest in Zeiten des Coronavirus

Dienstag, den 6. April 2021
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Über Ostern war die Schnelltest des Landkreises Oberhavel in Lehnitz auch an allen Feiertagen geöffnet. Eine sehr gute Sache, denn so hatte jeder die Chance, bevor er zur Familie fuhr, sich vorsichtshalber noch mal testen zu lassen.
Am frühen Ostersonntagnachmittag nahm ich diesen kostenlosen Service in Anspruch. Es war das zweite Mal, dass ich in Lehnitz den Test machte.

Die Prozedur war dieselbe wie beim ersten Mal. Diesmal machte ein junger Mann den Test, ob er vom DRK war oder von der Bundeswehr, war nicht ersichtlich.
Merkwürdigerweise führte er das Teststäbchen nur in ein Nasenloch ein. Bei meiner Premiere waren es beide Nasenlöcher, und die Dame bohrte auch ein bisschen länger. Und ehrlich gesagt, habe ich beim Selbsttest auch länger gebohrt, und auch in beiden Nasenlöchern.

Irgendwie gibt mir das das Gefühl, dass es eigentlich keinen Unterschied macht, ob sich den Selbsttest zu Hause mache oder zur Teststation fahre. Und vermutlich ist das auch so…

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