RTelenovela

Innehalten mit Roger W.

Sonntag, den 2. August 2020
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Und wieder brachten wir jemanden unter die Erde. Wieder versammelten wir uns auf dem Friedhof. Wir standen wir da und lauschten dem Trauerredner, der letzte Worte zum Verstorbenen vortrug.

Er war einer der besten Freunde meines Vaters. Seit mehreren Jahren schlug er sich mit einem Tumor herum. Zum zweiten Mal musste er operiert werden, und diesmal ist er danach nicht mehr aufgewacht.
Er wollte auf dem Friedhof in Lehnitz beerdigt werden, dort gibt es ein Areal, das ein wenig an einen Friedwald erinnert, aber eher wie eine Art Wildwiese wirkt.

Als der Trauerredner über sein Leben spricht, da erwähnt er auch meinen Vater, als es um dessen Freunde geht. Wie ja überhaupt der Tod dieses Mannes auch viele Erinnerungen an meinen Vater und dessen Beerdigung nach sich zog. Es war einerseits ein Stich ins Herz, andererseits aber auch ein warmes Gefühl, das diese Erwähnung auslöste.
Einer der Songs, die auf dieser Beerdigung gespielt wurde, war von Roger Whittaker – dessen Musik verbinde auch ebenfalls sehr mit meinem Vater. Auch er war Fan von Whittaker, und seine Musik lief immer auf den Partys in der Familie.

Diese Stunde auf dem Friedhof in Lehnitz war deshalb mal wieder eine Zeit des Innehaltens, und ich habe mich dort auch wieder gefragt, wie viele Beerdigungen ich in meinem Leben wohl noch erleben muss. Wenn der Lauf der Zeit voranschreitet.

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KeineWochenShow

#182 – Auto-Abi 2020

Sonntag, den 28. Juni 2020
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Das Coronavirus sorgt auch dafür, dass die Menschen kreativ werden müssen. Die Abiturzeugnis-Übergabe am Oranienburger Louise-Henriette-Gymnasium konnte nicht wie üblich stattfinden. Stattdessen traf sich der Abitur-Jahrgang in Lehnitz auf dem Tüv-Gelände zum LHG-Auto-Abi 2020 – die Zeugnisse gab es am Drive-In.
Dazu gibt es in KeineWochenShow #182 einen ausführlichen Beitrag.

Außerdem sprechen wir über die Coronavirus-Hotspots. Der größte ist in Rheda-Wiedenbrück in der Tönnies-Fleischfabrik. Eine vierstellige Infiziertenzahl, und die Frage steht im Raum, ob das alles noch beherrschbar ist oder ob eine zweite Viruswelle droht.
Und wir blicken auch auf die “Night of Light” zurück, bei der die Event- und Veranstaltungsbranche auf ihre Probleme in der Coronakrise aufmerksam machen – mit Bildern aus Oranienburg, Kremmen und Marwitz.

Wir blicken aber auch auf die Krawalle von Stuttgart und die Blicke, warum es so viele Menschen auf die Polizei abgesehen haben. Das und mehr in KeineWochenShow #182 auf Youtube.

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aRTikel

Abiturfeier als großes Auto-Event

Montag, den 22. Juni 2020
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Die Oranienburger Louise-Henriette-Gymnasiasten bekommen ihre Zeugnisse auf dem Tüv-Gelände in Lehnitz

MAZ Oberhavel, 22.6.2020

Lehnitz.
„Mit Abstand die Besten“ – das war das Motto des 2020er-Abitur-Jahrgangs am Oranienburger Louise-Henriette-Gymnasium (LHG). Und das hatte im Jahr des Coronavirus nicht nur mit Leistung und Sympathie zu tun. Um auch physisch Abstand zu halten, fand die diesjährige Zeugnisübergabe nicht in der Schule, sondern auf dem Tüv-Gelände in Lehnitz statt – als Auto-Event.
„Wir haben unter den damaligen Bedingungen überlegt, was können wir machen, damit alles gemeinsam stattfindet – also mit Familie, Abiturienten, Lehrern“, erzählte Lehrerin Ines Jahn, die die Feier in Lehnitz mitorganisiert hat, am Sonnabendnachmittag. Vorbild seien die Konzerte in Autokinos gewesen. Auf diese Idee ist dann am LHG aufgebaut worden.

So kam der Abiturjahrgang mit den Autos nach Lehnitz – fast überall saß die Familie mit drin. Felix Wigger, der ein Studium für Agrarwissenschaften beginnen will, kam mit dem Traktor zur Feier. „Ich finde das gut, denn bei einer Feier in der Schule hätten die Eltern nicht dabei sein können“, sagte Julien Neukirch, der am Sonnabend ebenfalls sein Zeugnis bekam.
In strömendem Regen füllte sich am Sonnabendnachmittag langsam der große Parkplatz. Alles war vorbereitet. Jeder Wagen hatte seinen Platz, und die Stellplätze boten auch Freiraum zwischen den Autos. Auch, wenn es in diesem Jahr auf eine andere Art und Weise feierlich war als sonst, wenn auch der eigentliche Abiball nicht stattfinden konnte – die mehr als 70 Abiturientinnen und Abiturienten haben sich alle schick angezogen. Während der Zeremonie saßen alle in ihren Autos. Allerdings brauchten danach zwei Wagen Starthilfe, die Batterien hatten zu schnell aufgegeben.
„An Tagen wie diesen wünscht man sich die alten Zeiten zurück“, sagte Schulleiterin Gabriele Schiebe in ihrer Festrede. „Normalerweise stehe ich vor erwartungsvoll schauenden, festlich gekleideten Abiturienten in der liebevoll geschmückten Turnhalle.“ Wobei auch der Parkplatz zum LHG-Auto-Abi 2020 ein wenig geschmückt war, und auch an vielen Autos waren Luftballons oder Banner befestigt.

Martin Steuer, der stellvertretende Schulleiter, verlas später alle Namen derer, die das Abitur bestanden haben, und im Anschluss sind die Zeugnisse übergeben worden. Dazu sind alle Autos nacheinander auf die Rampe am Rand des Tüv-Platzes gefahren, dort bekamen alle die Zeugnisse und Geschenke ins Fenster gereicht. Als es nicht mehr regnete, durften die Jugendlichen auch kurz aussteigen, um alles in Empfang zu nehmen. Schulleiterin Gabriele Schiebe sagte danach, sie sei erleichtert und glücklich, dass alles so gut über die Bühne gegangen sei.
Danach wäre eigentlich der Abiball dran gewesen – aber auch daran war offiziell nicht zu denken. „Wir trinken jetzt zu Hause einen schönen Kaffee mit der Familie“, erzählte Abiturient Benno Kaddatz.

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RTelenovela

Auto-Abi in Zeiten des Coronavirus

Sonntag, den 21. Juni 2020
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Als ich 1998 mein Abiturzeugnis bekam, war alles etwas anders als 2020. Wir versammelten uns alle schick angezogen von unserer Schule, und in der Aula sprach unser Direktor warme Worte zu uns. Wir bekamen die Zeugnisse und ein Blümchen.

Am Sonnabend blieben Aula und Sporthalle des Oranienburger Louise-Henriette-Gymnasiums verschlossen. Dieses Jahr gab es das „LHG-Auto-Abi 2020“. Wegen des Coronavirus und den Sicherheitsmaßnahmen war sehr lange nicht klar, ob und wie die Abitur-Feierlichkeiten stattfinden können. Man orientierte sich dann an den Konzerten in den Autokinos und entwickelte die Idee weiter.

Die Abiturfeier fand als großes Auto-Event auf dem Lehnitzer Tüv-Gelände statt. Wie bei den Konzerten im Autokino saßen die Abgänger und ihre Familien in ihren Autos und verfolgten das Rahmenprogramm. Bei „An Tagen wie diesen“ sangen (fast) alle mit, aber man musste schon an den Autos vorbei gehen, um zu hören, ob wirklich jemand mitsingt.

Leider regnete es in Strömen. Wenn man schon auf diese Weise das Abi feiern muss, dann wäre ja ein bisschen Sonne wenigstens schön gewesen. Aber auch so hat es funktioniert, und so war es dann noch mehr besonders als sowieso schon.

Und dann standen sie alle Auto an Auto, um ihre Abi-Zeugnisse in Empfang zu nehmen. Wie am Drive-In. Irgendwie war das cool. Aber irgendwie auch schade, dass sich letztlich alle eher fernbleiben mussten.

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aRTikel

Kultur-Neustart bei Friedrich Wolf

Montag, den 8. Juni 2020
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Erste Veranstaltung nach dem Coronastopp im Garten der Lehnitzer Gedenkstätte – Journalist und Autor Jens Bisky liest aus seiner 1000 Seiten dicken Berlin-Biographie

MAZ Oberhavel, 8.6.2020

Lehnitz.
Langsam läuft das Kulturleben in der Region wieder an. Auf dem Gelände der Friedrich-Wolf-Gedenkstätte in Lehnitz fand am Sonntagnachmittag die erste Veranstaltung nach dem Coronastopp Mitte März statt. „Das ist im Garten gut zu realisieren“, sagte Tatjana Trögel, die Leiterin der Gedenkstätte. Die Stühle standen weit auseinander, außer für Paare, die sowieso zusammen leben. „Bei Regen wäre es schwierig geworden.“ Da hätte die Veranstaltung eventuell abgesagt werden müssen. Auch die beiden Sommerlesungen sollen im Garten am Alten Kiefernweg stattfinden.

Noch immer ist unterdessen die weitere Finanzierung der Gedenkstätte offen. Oranienburgs Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos) ist damit beauftragt, ein Finanzierungskonzept zu erarbeiten. „Wir stehen immer noch auf der Kippe“, sagt Tatjana Trögel. Wegen der Coronakrise habe sich bislang noch keine Neuigkeit ergeben. Finanzmittel aus durch das Coronavius geschaffenen Fonds bekomme die Gesellschaft auch nicht. „Aber ich freue mich, dass wir wieder was machen können.“
So sieht das auch Besucherin Tekla Tesch. In den vergangenen Wochen hatte sie Kultur nur im Fernsehen und im Internet genossen. „Nachdem ich gelesen habe, dass es hier stattfindet, war klar, dass wir kommen.“ Vom Buch, um das es ging, habe sie schon viel gehört, deshalb sei sie neugierig.

Der Journalist und Autor Jens Bisky war am Sonntagnachmittag zu Gast, um sein Buch „Berlin – Biographie einer großen Stadt“ vorzustellen. Auf fast 1000 Seiten schreibt er über die Geschichte Berlins. „Man braucht Geduld und Zeit, wird dann aber belohnt“, sagte Paul Werner Wagner, der Leiter der Friedrich-Wolf-Gesellschaft und Moderator der Veranstaltung. Das Buch sei analytisch und lebendig zugleich.

Jens Bisky erzählte, dass 1740 Berlin statistisch zur Großstadt geworden sei, damals lebten dort erstmals mehr als 100 000 Menschen. „Berlin ist immer Zentrum des gestigen Lebens gewesen. Berlin war relativ früh eine Zuwandererstadt.“ Heute sei jeder Zweite, der in Berlin lebt, zugezogen. „Das klingt erst mal viel“, so Jens Bisky weiter. Aber das sei um 1840 beispielsweise auch schon so gewesen. Ab 1870 sei die Bevölkerungszahl explodiert. 1919 lebten auf dem heutigen Berliner Gebiet 3,6 Millionen Menschen – so viel wie heute auch. In seinem Buch beschrieb Bisky zudem Berlin im Kaiserreich, im Krieg, während der Teilung und danach.

Die Lesung und das Thema kamen bei den Besuchern sehr gut an, alle bereitgelegten Bücher waren am Ende ausverkauft. Die nächste Veranstaltung ist am 21. Juni um 15 Uhr: Zu Gast ist dann die Journalistin und Autorin Marion Brasch.

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ORA aktuell

Bombenfund: Lehnitzbrücke in Oranienburg gesperrt

Donnerstag, den 12. Dezember 2019
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Wegen eines Bombenfundes am Oranienburger Treidelweg ist die Lehnitzbrücke seit Mittwochvormittag voll gesperrt. Die Lehnitzstraße ist zwischen der Saarbrücker Straße und Baumschulenweg nicht befahrbar.

Am Ufer des Oder-Havel-Kanals liegt eine 500-Kilo-Bombe amerikanischer Bauart mit chemischen Langzeitzünder. Am Donnerstag gilt ab 8 Uhr ein 1000-Meter-Sperrkreis. Betroffen sind die Lehnitzer Ortsdurchfahrt, die Saarlandstraße und die André-Pican-Straße bis Höhe Bykstraße. 5200 Menschen sind betroffen. Mehrere Kitas und ein Seniorenzentrum sind im Sperrkreis. Der Bahnverkehr wird unterbrochen.

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ORA aktuell

Am Oranienburger Treidelweg: Bombe 206 und 207

Donnerstag, den 18. Juli 2019
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Am Donnerstag sollen in Oranienburg zwei Bomben entschärft werden. Sie liegen am Treidelweg, unweit des Oder-Havel-Kanals. Es sind 500-Kilogramm-Bomben amerikanischer Bauart, die 206. und 207., die in der Stadt seit der Wende entschärft werden.

Ab 8 Uhr gilt ein 1000-Meter-Sperrkreis in Oranienburg und Lehnitz. Etwa 5100 Menschen sind von der Räumung betroffen. Gesperrt ist auch der S-Bahnhof Lehnitz. Der S-Bahn-Verkehr wird ab 8 Uhr unterbrochen, der Regionalverkehr wird ab etwa 9.30 Uhr unterbrochen.
Gesperrt ist auch der Durchgangsverkehr in Lehnitz und in der Saarlandstraße und der André-Pican-Straße. Die Berliner Straße ist frei.

Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass die Entschärfungsarbeiten bis etwa 19 Uhr dauern. Die Entwarnung wird per Sirene und in den Medien bekannt gegeben.

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