ORA aktuell

Oranienburgs Pressesprecher zieht in den Landtag ein

Sonntag, den 14. September 2014
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Björn Lüttmann (SPD) hat bei der Landtagswahl überraschend den Wahlkreis 9 gewonnen. Der bisherige Pressesprecher der Stadt Oranienburg setzte sich in Oranienburg, Liebenwalde und Leegebruch gegen Gerrit Große (Linke) durch.
Lüttmann erreichte 27,0 Prozent, Große 26,9 Prozent. Zwischen beiden lagen nur 23 Stimmen.

Björn Lüttmann wird mit diesem Ergebnis Landtagsabgeordneter. Gerrit Große wird es aber vermutlich über ihren Listenplatz ebenfalls wieder in den Landtag schaffen.

aRTikel

Der Countdown läuft: Sonntag schrillt der Wahlwecker

Donnerstag, den 11. September 2014
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Acht Jugendliche aus ganz Brandenburg klären über Politik auf. Die Tour führte durch Oberhavel.

MAZ Oranienburg, 11.9.2014

OBERHAVEL
Der Wecker klingelt! Spätestens am Sonntag, wenn um 8 Uhr in Brandenburg die Wahllokale öffnen. Es ist Landtagswahl und eine Gruppe mit acht Jugendlichen hat es sich zum Ziel gesetzt, dass die Wahlbeteiligung hoch wird. „Hauptsache, sie fällt nicht
unter 50 Prozent, so wie in Sachsen neulich“, sagt Maximilian Genz. Der 20-Jährige aus Schwanebeck (Barnim) gehört zum Wahlwecker-Team, das in den vergangenen
zwei Wochen – und noch bis Sonntag – durch ganz Brandenburg reist, um die Leute zu wecken, insbesondere aber junge Leute. Am vergangenen Wochenende
war es in Oberhavel unterwegs. Im Jugendklub „T-Point“ in Leegebruch verbrachte es zwei Nächte.

Zum Wahlwecker-Team – Motto: „Aufwachen! Wählen gehen!“ – gehören acht junge Leute, darunter auch Josephin Bär (18) aus Glienicke, die unter anderen vom Landesschülerrat, vom Jugendpresseverband und vom Potsdamer Stadtjugendring kommen.
„Wir fahren mit unserem Bus zu öffentlichen Plätzen“, erzählt Thi Ngoc Truc Nguyen (18) aus Werder (Potsdam-Mittelmark). „Wir treffen uns mit Politikern aus der
Region, sprechen Jugendliche an, machen Videos, Fotos und schreiben einen Blog.“ Auf der Internetseite www.wahlwecker-tour.de sowie auf Facebook schreiben sie jeden
Tag über ihre Erlebnisse.

Erstmals dürfen bei der Landtagswahl Jugendliche schon ab 16 wählen gehen. „Das finde ich richtig“, sagt Josephin Bär. „Und eigentlich ist ja die Frage: Warum
erst ab 16?“
Gerade an Oberschulen hätten viele Schüler noch nicht gewusst, dass sie wählen dürfen, berichtet Wahlwecker-Teammitglied Thi Ngoc Truc Nguyen. „An den Gymnasien sieht das schon anders aus“, ergänzt sie.
Gleichzeitig kritisiert die Gruppe aber auch, dass sich Politiker immer weniger für die wahren Belange der Jugendlichen interessieren. Die Spitzenkandidaten würden sich dafür keine Zeit nehmen. „Es gibt Politiker, die sehr offen sind, andere aber gar nicht“,
sagt Josephin Bär. „Da läuft was schief in der Kommunikation.“
Allein das Wort „Jugendklub“ komme in vielen Wahlprogrammen gar nicht vor. „Es geht um Bildung, um Fachkräftemangel“, sagt Josephin. „Alles wichtige Themen, aber die jungen Leute kann man dafür nun mal nicht begeistern, auch wenn sie davon betroffen
sind.“ Im Wahlkampf würden die Jugendlichen meist vergessen.

Auch diesem Missstand will das Team entgegenwirken. In Oberhavel besuchten die
Wahlwecker-Leute das „Fest derFarben“ in Hennigsdorf. „Das hat Spaß gemacht“, sagt Josephin Bär. Danach traf sich ein Teil der Gruppe mit dem Glienicker Ortschronisten
Joachim Kullmann. Dabei ging es vor allem um die DDR-Geschichte des Ortes. Glienicke
ist bekannt für den „Entenschnabel“, die ehemals verwinkelte Grenze zu West-Berlin. „Die Unfreiheit in der DDR verbunden mit der heutigen Wahlfreiheit – ein
wichtiger Zusammenhang, sagt Josephin Bär. In Schwante waren sie am Sonnabend im Jugenddorf beim Kreiserntefest und beim Zwiebelkuchenfest auf dem Dorfanger.
Auch die Kulturmeile in Leegebruch steuerten sie an.

„Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden“, sagt Thi Ngoc Truc Nguyen. In Dallgow-Döberitz (Havelland) sind sie vom einem Team der ZDF-Kindernachrichtensendung
„Logo“ begleitet worden. Auf Facebook haben sie mehr als 600 Fans.
Am Sonntagabend treffen sie sich in Potsdam zur Wahlparty.
Eine Empfehlung für eine bestimmte Partei geben die Wahlwecker übrigens nicht. „Unsere Devise lautet: Geh’ demokratisch wählen!“, sagt Josephin Bär.

RTelenovela

Ich bin noch nicht bereit für den Advent

Sonntag, den 1. Dezember 2013
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Advent 2013. Zeit für Kerzen, Adventskalender, Schokoweihnachtsmänner und Weihnachtsfilme. Und natürlich Weihnachtsmärkte.
Als ich am Sonnabend in Leegebruch vom Auto in Richtung Markt laufe, höre ich schon die Musik aus den Lautsprechern: “Stille Nacht”. Und ich bin schon bedient. Ich bin noch nicht bereit für Weihnachtslieder, und dann auch noch “Stille Nacht”! Für mich gehört das zu den wenigen Liedern, die ich ausschließlich Weihnachten selbst hören (und singen) möchte, jedenfalls in dieser herkömmlichen Chorversion. Ebenso wie übrigens “O du Fröhliche”.

Auf der Eichenallee in Leegebruch befanden sich diverse Stände, es gab Bratwürste, Schmalzstullen, Schmalzgebäck und was es eben sonst so auf Weihnachtsmärkten gibt. Zwischendurch tüdelte irgendwas von Michael Hirte mit seiner Mundharmonika aus den Lautsprechern. Gehört eigentlich auf den Index.
Mich hat dieser Markt ein wenig auf den falschen Fuß erwischt. Ich muss nun erstmal meine Weihnachts-CDs fürs Auto rauskramen, und gleich am Sonntag werde ich in Kremmen testen, ob ich endlich bereit bin für den Advent.

aRTikel

Manchmal bedient sich Mama aus der Brotbüchse

Donnerstag, den 29. August 2013
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Moritz Steinmöller (16) sieht seine Mutter jeden Tag in der Schule / Privates wird getrennt

MAZ Oranienburg, 29.8.2013

LEEGEBRUCH
Vertretungsstunde bei Frau Steinmöller. Dem 16-jährigen Moritz aus Leegebruch ist das bisher erst dreimal in seiner Schullaufbahn am Oranienburger Louise-Henriette-Gymnasium passiert. Besonders begeistert darüber war er anfangs nicht. Denn Frau Steinmöller ist seine Mutter. Und Unterricht mit der eigenen Mama?

Seit Bastian Bielendorfer und sein „Lehrerkind“-Buch in den Bestsellerlisten standen, gilt die Beziehung von Lehrerkindern und ihren Eltern als beliebtes Talkshowthema. Besonders wenn die eigenen Eltern auch noch an derselben Schule unterrichten. Darf man Bielendorfers Schilderungen glauben, muss es oft die Psycho-hölle gewesen sein.

Moritz Steinmöller nimmt das alles eher gelassen hin. Auch er hatte das Buch schon mal in der Hand. „Ist bestimmt ganz spannend, aber mir geht’s ja noch ganz gut“, sagt er und schmunzelt ein bisschen. Er kennt die Probleme eines Lehrerkindes kaum. Die Grenzen zwischen Schule und Privatleben sind klar gezogen. „Es gab mal eine Vertretungsstunde, in der meine Mutter gleich mal das Handy eines Freundes eingezogen hat“, erinnert er sich. „Der meinte dann danach zu mir, ob ich das nicht klären könne.“ Aber Moritz hatte dafür nur ein Schulterzucken übrig. Nein, das Problem müsse er schon selber lösen, hatte er zu dem Freund gesagt.

Moritz hätte auch an eine andere Schule gehen können, aber das LHG war sein Erstwunsch, das Runge-Gymnasium stand auf Platz zwei. Schon sein Bruder Bastian besuchte das LHG, „und er hat mir davon nicht abgeraten“, sagt Moritz.
Als er in die 7. Klasse kam, haben sich seine Mutter Ariete und er versprochen, Schule und Privates streng zu trennen. „Das schaffen wir auch ganz gut. Ich habe noch nie in ein Klassenbuch geguckt, um zu sehen, wie Moritz’ Noten sind“, sagt Ariete Steinmöller. „Ich gehe davon aus, dass er mir das dann zu Hause erzählt.“ Moritz nickt und lächelt wieder. Falls er doch mal sein Herz ausschütten will, dann heißt es vorher: „Das erzähle ich dir als Mutti.“ Es sei in der Situation für Moritz völlig unerheblich, wo sich der Arbeitsplatz der Mutter befinde. „Auch wenn mir meine Kollegen erzählen wollen, was Moritz eventuell angestellt hat, blocke ich ab.“ Sie fragt dann den anderen Lehrer, ob das Geschehen so gravierend sei, dass ein Elternbesuch notwendig wäre. „Die allermeisten Kollegen verhalten sich in der Hinsicht hochprofessionell“, sagt sie. Dazu gehört auch, dass Moritz als Lehrerkind von den anderen Lehrern weder bevorzugt oder benachteiligt wird.
„Wir begegnen uns in der Schule auch relativ selten“, erzählt Ariete Steinmöller. „Manchmal stibitze ich aber heimlich etwas aus seiner Brotbüchse“, gibt sie zu. „Ich nehme auch zur Kenntnis, mit wem er sich so unterhält, aber das sind ja in der Regel dieselben Leute, die auch mal bei uns zu Hause sind.“

Im Gegensatz zu den Bielendorfers bekommen die Steinmöllers den gemeinsamen Schulalltag meistens sehr gut hin.

aRTikel

Joachim Gauck und die Youtubestars

Donnerstag, den 27. Dezember 2012
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„Willi“: 58-mal in der MAZ und täglich auf Facebook – was 2012 bei den Jugendlichen in Oberhavel los war

MAZ Oranienburg, 27.12.2012

Topmodels, Videos auf Youtube, Auftritte im Fernsehen. Das Jahr bot in Oberhavel interessante Höhepunkte.

Januar:
In Hohen Neuendorf und im Löwenberger Land beginnt das Jahr mit gähnender Leere. Zumindest in den Veranstaltungskalendern auf den Internetseiten stehen keine Einträge. Glücklicherweise nur ein vorübergehender Zustand.
Toxica ist mit 15 Jahren die wohl jüngste Bassistin in Oberhavel. Die Schildower Band „Masters of dark Fire“ scheint aber Geschichte zu sein, denn die Musikerin gründet eine eigene Band.

Februar:
Tobias Regner, 2006 Gewinner bei „Deutschland sucht den Superstar“, gibt ein Konzert in Oranienburg. Der Hype um ihn hielt ein halbes Jahr, dann sei Schluss gewesen, erzählt er im „Willi“-Interview. Aber er macht tapfer weiter.
Facebook gestaltet seine Seiten um, führt die Chronik ein. Die „Willi“-Fans sind nicht begeistert, nur sieben Prozent finden die neuen Strukturen gut, ergibt eine Umfrage.
„Crazy Dennis Tiger“ feiert auf der Berlinale Premiere. Der Kurzfilm wurde in Schildow und Bergfelde gedreht. In der Hauptrolle: Dennis Kamitz aus Schildow.

März:
„Hackt’s noch? Schmeißt den Dreck in den Müll!“ Das ist nur eine Reaktion auf eine Verlosung von DVDs der Band Freiwild. Die Musiker sollen eine Naziskin-Vergangenheit haben.
Der Leegebrucher Jugendklub kommt in die Jahre. Die Party zum 50. Geburtstag ist ein rauschendes Fest.
Annabelle Rieß aus Velten mischt „Germany’s next Topmodel“ auf. Die 23-Jährige schafft es in der ProSieben-Modelshow unter die letzten 13 Frauen.

April:
Bei Youtube erscheint der Videoclip zum Song „Tanzen“ von Ilja Schierbaum. Gedreht wurde der Film auf Schloss Schwante.
Ingmar und Boussa von der Energy-Berlin-Toastshow treten im Oranienburger Filmpalast auf. Boussa überzeugt mit ihrer groovigen Musik, Ingmars Comedyshow bleibt eher platt.
Schauspieler Jörn Schlönvoigt, bekannt aus „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, engagiert sich für den Tierschutzverein Oberhavel. Dafür setzt er sich bei „Fressnapf“ in Oranienburg an die Kasse.
Die Hennigsdorfer Band „Die anderen Kinder“ hat einen Auftritt in der ZDFneo-Show „NeoParadise“. Die Pilotfolge ist schon 2011 aufgezeichnet und nun heimlich ausgestrahlt worden. Die Musiker haben ihren eigenen TV-Auftritt verpasst.

Mai:
Theo Trebs aus Birkenwerder hat einen Auftritt im „Tatort“. Im SWR-Fall „Der Wald steht schwarz und schweiget“ spielt der 17-Jährige aus Birkenwerder an der Seite von Ulrike Folkerts (Lena Odenthal).
Sandro Kohnke ist Youtubestar. der 20-Jährige aus Schwante spielt in einem Imagefilm der Bäckerinnung mit. Bislang ist er 271 000-mal angeklickt worden.
Glückwunsch! Mit einer „Trash is fash“-Party feiert die „Beat-Fabrik“ in Marwitz ihren 15. Geburtstag.

Juni:
3D schlägt 2D. „Men in Black 3“ ist der erste Film, der im Filmpalast Oranienburg gleichzeitig in beiden Versionen läuft. Die 3D-Fassung wird jedoch mehr angenommen.
Janin Schadewald (23) aus Oranienburg lässt sich vom ZDF umstylen. „Schick und schön“ heißt die Show, aus der sie wie ein neuer Mensch herauskommt.
In Zehdenick wird Moritz von Uslars Buch „Deutschboden“ für das Kino verfilmt. Premiere soll im Herbst 2013 sein.
An der Regine-Hildebrandt-Gesamtschule in Birkenwerder tauchen Vampire auf. „Blut“ heißt das Musical, das dort Premiere feiert.

Juli:
Noch ein 15. Geburtstag! Diesmal feiern wir uns selbst, „Willi“ ist in der Pubertät angekommen.
Michael Kessler ist mal wieder auf Expedition. Mit dem Klapprad fährt er von Kopenhagen nach Berlin. Vor dem Oranienburger Schloss lässt er sich von Jugendlichen einige Akrobatiktipps geben.

August:
In Oranienburg tauchen an Brücken- und Hausmauern gelbe Klebezettel auf. „Junger, schlanker Er sucht Sie bis 20 Jahre“, heißt es darauf. Der Unbekannte bietet „viel TG“, Taschengeld. Wir warnen davor.
Die Oranienburger Runge-Gymnasiasten beziehen zum Schuljahresbeginn ihr neues Gebäude an der Willy-Brandt-Straße. Sie lernen nun in modernen Räumen.
Sven Gruel wird von Paul Aurin erst im Stechen besiegt. In Hohen Neuendorf steigt am Marie-Curie-Gymnasium wieder das Event „Schlag den Paul“. Eine echt spannende Show.

September:
Die Oranienburger Band PlekWek bringt ihr neues Album „Deswegen!“ heraus. Mehr als 250 Konzerte haben die Musiker bereits gegeben.
Die Kremmener Jugendarbeit bekommt gute Noten von den jungen Leuten in den Klubs, aber auch von den Betreuern. Die Stadt Kremmen hatte die Jugendarbeit von einem privaten Träger übernommen.

Oktober:
Schock! Der Schauspieler Dirk Bach ist tot! Nur vier Tage, bevor er gestorben war, kam er in die Show „neoParadise“. Der Schildower Dennis Kamitz war vor Ort. „Dirk Bach war total gut drauf“, erzählte er.
Ali Rhabarber und die Pfirsichräuber haben einen neuen Sänger. Die Band aus Groß-Ziethen wird nun von Mike Döhnert unterstützt.
Die Geburtstagsparty eines 16-Jährigen in Lehnitz ufert dermaßen aus, dass die Polizei kommt. Dutzende Jugendliche müssen zum Lehnitzer Bahnhof eskortiert werden.
Das „Kino im Ziel“ in Hennigsdorf schließt. Die Mitarbeiter erfahren es erst wenige Tage vorher. Unterdessen feiert der Oranienburger Filmpalast sein 15. Jubiläum seit der Neueröffnung.

November:
Schüler des Oranienburger Runge-Gymnasiums treten am Morgen nach der US-Wahl im Morgenmagazin der ARD auf. Sie präsentieren ihr Projekt zur Wahl. Sie sagen voraus, dass Mitt Romney in Indiana gewinnt – und haben recht.
Ein Treffen bei Bundespräsident Gauck in Berlin haben Oranienburger Schüler des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums ein paar Wochen danach. Die Band Hightek Music schafft es sogar ins „Nachtmagazin“ der ARD.
Die Band Mayia, die regelmäßig in Oranienburg probt, gewinnt die zweite Ausgabe von „Rockin’ Oberhavel“ im Hennigsdorfer Stadtklubhaus. Die jungen Frauen sind die Nachfolger der „anderen Kinder“, die 2010 gewannen.

Dezember:
Herzlichen Glückwunsch! Die Theatergruppe „Obst“ vom Oranienburger Runge-Gymnasium bekommt den diesjährigen Kulturpreis des Landkreises Oberhavel.
Die Hennigsdorfer sind schockiert: Unbekannte brechen ins Jugendfreizeitzentrum Konradsberg ein und stehlen Laptops, eine Playstation 3, eine Digitalkamera sowie ein Diktiergerät.

aRTikel

Mit Freunden chillen und einfach nur Musik machen

Donnerstag, den 6. Dezember 2012
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Die Band H. F. M. aus Leegebruch gibt es seit etwa fünf Monaten

MAZ Oranienburg, 6.12.2012

Der Clip zum Song „We are young“ auf Youtube hatte schon mehr als 1000 Klicks.

LEEGEBRUCH
Ich wollte dir nur mal eben sagen, dass du das Größte für mich bist. Der Song von den Sportfreunden Stiller beginnt so, wie wir ihn kennen. Felix Hahn singt die bekannten Zeilen, doch dann tritt Ricardo Löwner ans Mikro und rappt. Den Text dafür hat er selbst geschrieben.

Es ist eine Mischung aus Charthits und eigenen Texten, die die Band H. F. M. präsentiert. Am Anfang standen die Buchstaben für Heiko, Felix und Markus, inzwischen bedeuten sie „Here for the Music“. Hier – das ist ein Proberaum an der Eichenallee in Leegebruch. „Der Name drückt unsere Mentalität aus“, sagt Felix Hahn. „Wir wollen einfach Musik machen.“ Die 17- und 18-Jährigen treffen sich dort ein- bis zweimal pro Woche, um gemeinsam Musik zu machen. Erst seit Anfang Juli gibt es H. F. M., am Sonnabend hatten die vier Musiker ihren ersten größeren Auftritt auf dem Weihnachtsmarkt im Ort. Davor spielten sie auch schon im Leegebrucher Jugendklub.

Heiko Strehlow hat für die Band Schlagzeugspielen gelernt. „Gitarre war mir zu kompliziert, einen Bass haben wir bei uns nicht, da blieb nur das Schlagzeug“, erzählt der Schüler des Louise-Henriette-Gymnasiums. „Ich habe mich hingesetzt und drauflosgespielt.“ Dass Felix Hahn singt, hat sich auch erst im Laufe der Zeit ergeben. „Am Anfang musste ich mich überwinden, aber jetzt geht’s“, erzählt er. Gitarrespielen hat er sich vor einem halben Jahr selbst beigebracht. Markus Joachim hat schon immer gern Gitarrensongs gehört, er nahm sich dann einen Lehrer, damit er auch spielen kann.
Zunächst waren sie zu dritt. Felix und Heiko kannten sich von der Schule, dann kam Markus hinzu. Letzterer war es auch, der Ricardo Löwner zur Band eingeladen hat. Ricardo rappt schon seit zwei Jahren. „Wir haben beschlossen, was zu viert zu machen“, erzählt Ricardo. Beim Auftritt am Sonnabend war er bei vier von acht Songs mit am Mikro.

Zu den Songs, die sie präsentieren, gehören Outkasts „Hey ya“, „Halbstark von K. I. Z. oder „We are young“ von der Band Fun. Zu letzterem haben die Musiker vor einigen Wochen ein Video produziert, das bei Youtube schon mehr als 1000-mal angeklickt wurde.
Mit „Ich will“ hat H. F. M. auch einen eigenen Song im Programm: „Ich will mit meinen Freunden chillen, ich will einfach die Welt verstehen“, heißt es darin. Was die Band auch will: auftreten. „Wir würden gern öfter hier in der Umgebung spielen“, sagt Heiko Strehlow. Und dann? Mal sehen – Ideen haben die Jungs jedenfalls genug.

www.facebook.com/HereForTheMusic2012

aRTikel

1992: Premiere für den Pizzabringdienst

Mittwoch, den 15. August 2012
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Juli 1992 II -> 24.7.2012

Vor 20 Jahren: Mahlzeit wird nach Hause gebracht / Umweltskandale in Liebenwalde und Nassenheide

MAZ Oranienburg, 15.8.2012

Was passierte vor 20 Jahren im Altkreis Oranienburg? Diesmal: die erste Hälfte im August 1992.

OBERHAVEL
Die Diskussion um die Ämterzugehörigkeiten geht im August 1992 weiter. Das Potsdamer Innenministerium gibt Zühlsdorf grünes Licht, das Amt Schildow und den Kreis Oranienburg zu verlassen und sich nun dem neugegründeten Amt Wandlitz sowie dem neuen Kreis Barnim anzuschließen.

Der Riva-Konzern entlässt zum 1. August 1992 von den ursprünglich 1050 Mitarbeitern der Hennigsdorfer Elektrostahlwerke 150 Leute – wie mit der Treuhand vereinbart.

In Liebenwalde bahnt sich ein neuer Umweltskandal an. Aus einem Regenentwässerungsrohr neben der Mühle in der Zehdenicker Straße strömt Jauche – die läuft in den Beverinsee. Woher das stinkende Nass kommt, ist unklar. Liebenwaldes Umweltbeauftragter Roland Heigel beginnt mit der Ursachenforschung.

In Nassenheide am Koppelweg lagern unterdessen hunderte Rohre aus Asbest. Sie sollten zu DDR-Zeiten für das ländliche Trinkwasserprogramm verwendet werden.

Die Berliner Schauspieler Harald Juhnke und Günter Pfitzmann steigen angeblich ins Gastrogewerbe ein – so lautet zumindest ein Gerücht in Hennigsdorf. Es besagt, dass sie die Kneipe namens „Schwemme“ vor den Toren des Stahlwerks übernehmen wollen. Die Frage ist: Steht Juhnke vor oder hinter dem Tresen?

Oranienburg hat den ersten Pizzabringdienst. Zwei Schüler liefern die Pizzen von der Gaststätte „Zum Barnim“ aus in die Stadt. Eine Mark kostet das für die Kunden zusätzlich.

Die Gemeinden Beetz und Sommerfeld wollen sich über den geplanten Hotelneubau am Beetzer See einigen. Bislang gab es eher Bedenken. Das Haus soll den Komfort eines Drei-Sterne-Hauses haben – mit 120 Zimmern.

Der Traum von der Einheit der Gemeinden Leegebruch und Germendorf ist geplatzt. Die Germendorfer Gemeindevertreter stimmten dagegen. Sie sollen sich eher einem möglichen Amt Oranienburg-Land anschließen. „Eine große Chance ist vertan“, sagt Germendorfs Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse nach der Entscheidung.

Wegen zu hoher bakterieller Belastung wird am 11. August 1992 der Hubertussee in Borgsdorf gesperrt – ebenso die Badestelle auf dem Lehnitzer Campingplatz.

Am 13. August 1992 geht bei der MAZ ein Anruf ein: „Hören Sie zu! In einer Stunde geht im Armeeobjekt in Lehnitz eine Bombe hoch!“ Die Kaserne muss evakuiert werden, doch eine Bombe entdecken die Suchspezialisten nicht.