RTelenovela

Die aktuelle Christvesperkritik 2020: In Zeiten des Coronavirus

Donnerstag, den 24. Dezember 2020
Tags: , ,

2019 -> 25.12.2019

Alles anders. Wir sitzen in der Kirche, und es ist auffallend leer. Die Orgel spielt nicht, wir dürfen auch nicht singen. Und wir haben Masken auf.

Viele Gottesdienste am Heiligabend sind auch in unserer Region abgesagt worden. Zu eng, zu gefährlich, man wolle kein Risiko eingehen, hieß es.
In Oranienburg und Schmachtenhagen – und anderen Orten – sind Open-Air-Gottesdienste angekündigt worden. Und wir haben uns auch entschlossen, nach Schmachtenhagen zu fahren. Dort sollte er ursprünglich auf dem Dorfplatz stattfinden, später hieß es, man feiere im Kirchhof.
Am Ende kamen allerdings auch nur etwa 25 Menschen. Sonst kommen immer um die 150, und die Kirche ist voll. Im Kirchhof hätte sich das sicherlich gut verteilt. Nun aber waren es so wenig, dass der Pfarrer spontan entschied, doch in die Kirche zu gehen – mit der Anzahl an Leuten sei genug Platz, sich zu verteilen.

Und so war es dann auch. Alle saßen mit Abstand und Masken in der Kirche, und Pfarrer Friedemann Humburg stand vorn. Er las aus der Bibel vor, auch die Weihnachtsgeschichte. Wir durften nicht singen, aber die wichtigsten Lieder sang der Pfarrer selbst.
So war so rührend wie traurig. Da saßen also die wenigen Leute, die Stimmung war natürlich auch nicht ganz so festlich. Es ist schon was anderes, wenn alle eng an eng sitzen, wenn die Orgel spielt, wenn wir alle singen.
Als der Pfarrer dann am Ende “Stille Nacht” sang, wurden meine Augen ein wenig feucht.

Zuvor erzählte er in seiner Predigt davon, dass ein Politiker kürzlich davon gesprochen hatte, wir würden jetzt das härtesten Weihnachten der Nachkriegszeit erleben. “Das ist nicht das Ende”, sagte der Pfarrer dazu, und er machte Mut, dass die Hoffnung da sei, dass wieder bessere Zeiten kommen – und dass wir es trotz allem immer noch gut haben würden. Dass sie meisten eine warme Wohnung haben, zu essen – und es die meisten sehr gut gehe, trotz aller Einschränkungen. Dass sich Leute mit Anne Frank vergleichen würden, weil sie ihren Geburtstage nicht wie sonst feiern könnten, sei da ein falscher Vergleich.
Es war eine tolle, Mut machende Predigt – danke dafür!

Die Glocken zum Ende des Gottesdienstes läuteten schon eine halbe Stunde früher als sonst. Ich hoffe, 2021 wird es wieder normal sein.

-> Die Predigt in der Online-Version auf Youtube.

Hits: 136

KeineWochenShow

#207 – Ta ta ta taaa!

Sonntag, den 20. Dezember 2020
Tags: , , , , ,

Nun steht Weihnachten vor der Tür. Und es wird ein Weihnachtsfest, wie wir es noch nicht hatten. Kontaktbeschränkungen, Virusangst, und immer wieder die Frage: Was darf man, was kann man, was geht nicht?
Darüber sprechen wir in KeineWochenShow.
Und im Interview erzählt Oranienburgs evangelischer Pfarrer Friedemann Humburg, ob, wo und wie in Oranienburg, Germendorf und Schmachtenhagen die Heiligabend-Gottesdienste stattfinden. Es geht auch darum, warum er findet, dass Gottesdienste trotz allem durchgeführt werden sollten und ob er mehr Seelsorge leisten muss als sonst.

Wir sprechen aber auch über den 250. Geburtstag von Beethoven, über Joe Biden, der nun auch von den US-Wahlmännern gewählt worden ist und über einen schrecklichen und tödlichen Unfall in dieser Woche bei Germendorf.
Und den Weihnachtsmann haben wir auch schon gesehen – das und mehr in KeineWochenShow #207 auf Youtube.

Hits: 158

ORA aktuell

Katholische Kirche in Oranienburg feiert 125. Jubiläum

Dienstag, den 15. September 2020
Tags:

Die katholische Kirche Herz Jesu in Oranienburg hat am Sonntag ihr 125-jähriges Bestehen gefeiert. Zum Jubiläum fand ein Festgottesdienst im Freien statt.

Pfarrer Johann Leopold Panske aus Reinickendorf hielt 1893 in einer Gaststätte wieder Sonntagsmessen. Im September 1985 ist die Kirche in der damaligen Berliner Straße 42 eingeweiht worden, heute ist sie in der Augustin-Sandtner-Straße. 1960 und 1995 gab es größere Sanierungsarbeiten.
1860 Menschen gehören heute zur katholischen Kirchengemeinde in Oranienburg.

Hits: 169

aRTikel

Musik gegen den Coronakoller

Montag, den 25. Mai 2020
Tags: , , , ,

Familie Herrig aus Malz spielt seit Mitte März jede Woche vor der Kirchentür in Friedrichsthal – zum letzten Auftritt gibt es einen Kuchen zum Dank

MAZ Oranienburg, 25.5.2020

Friedrichsthal.
Mal ein paar Minuten Zerstreuung, ein bisschen Kultur und Besinnlichkeit in aufregenden Zeiten: Zwölfmal stand Familie Herrig aus Malz immer am Sonntagvormittag vor der Kirche in Friedrichsthal, um Musik zu machen. An diesem Sonntag das vorerst letzte Mal.
Vor der Kirchentür wurden Mikrofone aufgebaut, ein Piano, und eine Trompete war auch dabei. Tino Herrig, Kirchenmusiker in Friedrichsthal, Nassenheide, Sachsenhausen und Freienhagen, und seine beiden Söhne Paul (19) und Franz (15) haben sich jedes Mal drei Titel rausgesucht, die gemeinsamen mit den anderen Leuten gesungen werden konnten, außerdem zwei weitere Lieder.

In den vergangenen Wochen waren Gottesdienste wegen der Regeln rund um das Coronavirus nicht erlaubt. „Mitte März hat es angefangen, als alles verboten war“, erzählt Tino Herrig. „Es war die Idee unseres Pfarrers Peter Krause.“ Sie lautete: „Musik vor dem Turm“. Sie fand in Friedrichsthal mit den Herrigs statt und gleichzeitig mit Pfarrer Krause in Sachsenhausen, eine Stunde danach in Nassenheide. „Es tat mir ein bisschen weh, dass die Kirche so sang- und klanglos ihre Türen geschlossen hat, also haben wir dann nach Ideen gesucht, die in dieser Zeit auch erlaubt gewesen seien. 15 Minuten lang sollten die Leute sonntags mit Musik erfreut werden.
Reklame dafür gab es nicht – aus guten Gründen. Aber natürlich sprach sich das Friedrichsthal schnell rum. Außerdem blieben immer wieder Passanten stehen, und in den umstehenden Häusern wurden viele Fenster geöffnet. „Wir haben gemerkt, wie sehr die Sehnsucht nach etwas Gemeinsamkeit und nach dem Wort Gottes da ist, sagte Tino Herrig am Sonntag.
Gespielt worden sind Hoffnungs- und Dankeslieder. „Wir haben auch immer versucht, ein paar liturgische Sachen zu spielen und auch zeitgemäße Musik.“

Seine Kinder musste er nicht lange bitten. „Franz hat sofort mitgemacht, und dann hat Paul auch bald Ja gesagt.“ Paul hat in der Zeit auch sein Abitur gemacht, war also auch mit seinen Prüfungen beschäftigt.
Franz hat es großen Spaß gemacht, jeden Sonntag zu spielen. „Es war interessant, dass auch Leute kamen, die nicht christlich waren“, erzählte der 15-Jährige. „Musik bedeutet für mich, mich zu öffnen. Das, was man mag, kann man preisgeben.“ Ein Lieblingslied hat er nicht. „Am liebsten spiele ich aber neue Hits, die angesagt sind.“ Trompete spielt er, seit er neun Jahre alt war, anfangs an der Musikschule, inzwischen im Sachsenhausener Posaunenchor. „Ich mag den Ton, der da rauskommt“, erzählte er. Ansonsten geht er in die 9. Klasse an der Oranienburger Torhorst-Gesamtschule. Später will er am liebsten beruflich etwas mit Musik machen.

Jeden Sonntag dabei war auch Edelgard Müller. Die Friedrichsthalerin leitet das Frauenfrühstück in Malz. „Wie anders und ärmer wäre unsere Coronazeit doch verlaufen, gäbe es nicht die Familie Herrig, die uns und viele andere mit ihrer Musik immer sonntags an der Kirche Friedrichsthal erfreut hat.“ Es sei ein Ersatz dafür gewesen, dass ja sonst nicht viel los sein konnte. „Man sah mal ein paar Leute und konnte von weitem ein paar Worte wechseln“, sagte sie. Sie schrieb nicht nur einen Dankesbrief, sondern überreichte am Sonntag Tino Herrig auch eine Torte zum Geburtstag.

Pfingsten findet dann wieder eine Andacht in der Kirche statt, aber am 21. Juni soll ab 18 Uhr zur Sommersonnenwende wieder vor der Kirchentür Musik gemacht werden.

Hits: 261

RTelenovela

Die aktuelle Christvesperkritik 2019

Mittwoch, den 25. Dezember 2019
Tags: , ,

2018 -> 24.12.2018

Fangen wir mit dem wichtigsten an. Die Predigt, die Pfarrer Friedemann Humburg Heiligabend in der Schmachtenhagener Kirche gehalten hat, war großartig.
Sie drehte sich darum, wie gut es uns doch im Großen und Ganzen doch gehe. Die Kirchengemeinde hat Kontakt nach Simbabwe, und dort herrscht die pure Armut. Es gibt kaum noch Wasser, die Menschen müssen tagelang warten oder suchen, um Wasser zu bekommen. Es herrschen Unruhen, da Land geht vor die Hunde.
Und dann erlebt er im Oranienburger Kaufland, wie sich Leute über irgendwas aufregen, weil es ein bestimmtes Getränk gerade nicht gibt, und darüber, dass gerade nur fünf Kassen geöffnet seien, und dass sie dort nie wieder einkaufen würden. Auch würden sich die Menschen auch bei ihm als Pfarrer ständig über was beschweren. Die Leute seien ungeduldig, und sie würden nicht wertschätzen, dass es Deutschland immer noch gut gehe. Und das kotze ihn an. Und er entschuldige sich schon davor für die Wortwahl, aber so sei es nun mal.
Zudem machte er anhand der Weihnachtsgeschichte, die ja immer so heimelig daherkomme, klar, welche Armut damals geherrscht habe, und dass es alles andere als romantisch gewesen sein muss, im Stall bei den Tieren ein Kind zu bekommen.
Es ging ihm darum, dass wir uns auf das besinnen, was wir haben, auf den Luxus. Und selbst wir nicht im Luxus leben, sei es immer noch einer – verglichen mit den Menschen in Simbabwe.
Das war eine Predigt, die alles andere als oberflächlich war und wirklich eine Botschaft hatte. Großen Dank dafür.

Auch gehört zu dieser Christvesper, dass der Männerchor diesmal ziemlich gut war. Ich bin zwar kein Fan des vielstimmigen Gesangs, der sich sehr schnell “falsch gesungen” anhört, diesmal war das alles aber ganz passabel.
Nur eines: Bei den Mitsingliedern sollte vielleicht “Fröhlich soll mein Herze springen” aus dem Programm genommen werden. Da habe ich den Eindruck, dass das fast niemand kennt und dementsprechend kaum mitgesungen wird. Ich kenne es beim besten Willen auch nicht…

Hits: 164

RTelenovela

Köln (5): Pssst, bitte nicht über die Philharmonie latschen!

Mittwoch, den 3. Juli 2019
Tags: , ,

(4) -> 2.7.2019

Als wir in Köln die Domplatte erreichen, läuten die Glocken des Doms unentwegt. Natürlich müssen wir, wenn wir schon dort sind, auch in den Dom rein. Offenbar findet ein Gottesdienst statt, aber wir sagen, dass wir dabei sein möchten. Wir setzen uns auf eine Bank, und schon geht es los.
Die Orgel spielt, ein Chor singt. Der Pfarrer und die Ministranten kommen Weihrauch schwenkend durch die Kirche zur Kanzel gelaufen.
Ohne Mikro wäre niemand zu verstehen, zumal das Domradio den Gottesdienst überträgt. Immer wieder stehen wir auf, um zu beten oder irgendeinen Segen oder Spruch in Empfang zu nehmen – oder um zu singen.
Nach etwa 20 Minuten schleichen wir uns raus.

Direkt neben dem ist die Kölner Philharmonie. Unterirdisch. Die Decke der Philharmonie ist gleichzeitig der Fußboden des Heinrich-Böll-Platzes. Blöderweise muss der seit einigen Jahren etwa 1000-mal im Jahr gesperrt werden. Wegen Tritt- und Rollgeräuschen, die unten im Saal gehört werden. Ob die Planer wenigstens eine schallende Ohrfeige bekommen haben, ist nicht bekannt. Ein paar Ordner standen auch wieder auf dem Platz, als wir drüber laufen wollten.
Wir liefen dran vorbei – auf die Hohenzollernbrücke. Die ist dafür bekannt, dass Liebespaare ihre Schlösser daran befestigen. Inzwischen aber sind da so viele Schlösser dran, dass kein Platz mehr ist. Das wirkt dann leider ziemlich albern, weil man die einzelnen Schlösser gar nicht mehr wahrnimmt. Einfach nur noch bekloppt, und hoffentlich bricht die Brücke nicht irgendwann mal ein…

Wer in eine Kneipe in Köln geht, kann gar nicht anders, als ein Kölsch zu trinken. Wenn die Kellnerin kommt, fragt sie zwar, aber wenn man was anderes will, überhört sie das und stellt einem trotzdem ein Kölsch hin. Was man dann auch trinkt, und das eigentlich auch gar nicht so schlecht schmeckt. Und noch eins nimmt. Prost!

Hits: 288

KeineWochenShow

#120 – Was glaubst du eigentlich?

Sonntag, den 21. April 2019
Tags: ,

Zu Ostern 2019 gibt es eine besondere, ganz andere Ausgabe von KeineWochenShow: “Was glaubst du eigentlich?” ist das Motto und die Frage.

Gut 27 Minuten lang unterhalten wir uns nur zu diesem Thema: über den Glauben und über Gott. Warum wir Ostern feiern? Wieso Jesus gekreuzigt wurde? Und wie denn überhaupt der Glaube funktioniert? Was wir eigentlich von Gott erwarten können und was nicht? Und natürlich: Warum wir nicht glauben. Wie wir diesen Gott überhaupt sehen.

Wir sind gespannt auf eure Reaktionen. Das Ergebnis ist durchaus spannend. Ein Gespräch über den individuellen Umgang mit der Region. “Was glaubst du eigentlich? Ein KeineWochenShow Special” auf Youtube.
Und die Promi-Geburtstage der Woche gibt es diesmal im vorangestellten Teaser zu KeineWochenShow #120 auf Youtube.

Hits: 239