RTelenovela

Wie aufregend: die Thesentür!

Freitag, den 4. Januar 2019
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1517 war es, als Martin Luther seine 95 Thesen zum Zustand der evangelischen Kirche an das Tor der Schlosskirche in Wittenberg anschlug.
2017 wurde deshalb dort groß das 500. Jubiläum dieses Ereignisses gefeiert, und mit ein bisschen Verspätung haben wir uns die Stadt nun auch angesehen. Natürlich wollten wir auch auf den Spuren Martin Luthers wandeln.

Und tatsächlich spielt Luther in Wittenberg eine große Rolle – auch in vielen Läden, in denen man Tassen mit dem Bild Luthers kaufen kann. Wobei ich sagen muss, dass Luther nun nicht gerade der Typ ist, den man ständig auf seiner Kaffeetasse sehen möchte.

Auf unserem Spaziergang durch die Wittenberger Altstadt, die übrigens sehr schön ist, gelangten wir zunächst an die Stadtkirche. Dort hat Luther oft geprädigt. Rein sind wir leider nicht gekommen – dafür war es zu spät, die Kirche war schon geschlossen.

Weiter zur Schlosskirche. Dort befindet sich das Tor der Tore. Immer wieder stellen sich Touristen davor und lassen sich mit der Tür im Hintergrund fotografieren. In diesem Tor sind auch die 95 Luther-Thesen eingraviert. Natürlich machte auch ich Fotos. Allerdings scheinen die Wittenberger durchaus bescheiden zu sein. Denn dieser wohl wirklich historische Ort kommt erstaunlich unscheinbar daher. Davor steht zwar ein kleines Schild, wer aber eher unaufmerksam durch die Stadt läuft, wird gar nicht ahnen, welch wichtige Stätte das ist.

Angeschlossen an die Kirche ist ein Museum, in dem man viel über die Zeit der Reformation um 1517 erfahren kann. In die Kirche kommt man nur über den Museumseingang. Eine Treppe runter führt dann in die Kirche.
Ich mag Kirchen ja sowieso, aber die Schlosskirche in Wittenberg strahlt noch mal echte Historie aus, zumal sie relativ prächtig ist. Während man also andächtig in der Kirchenbank sitzt, denkt man kurz darüber nach, wie das dort wohl alles vor 501 Jahren ausgesehen haben könnte…

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Die aktuelle Christvesperkritik 2018

Montag, den 24. Dezember 2018
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2017 -> 24.12.2017

Die wichtigste Nachricht zuerst: Die Kirche hatte Strom. Das ist ja schon mal sehr erfreulich.
Und erfreulich ist auch, dass es diesmal etwas Neues in der Schmachtenhagener Christvesper gab. Ein junger Mann, vermutlich auf dem Dorf, spielte auf der Geige das Ave Maria. Das klang sehr schön und war mal was ganz anderes. Vielleicht kann ja nächstes Mal dafür der Männerchor ein Lied weglassen.

An der Frequenz der Menschen, die die Lieder mitsingen, kann man auch erkennen, wie bekannt ein Lied ist. Während am Ende bei “O du Fröhliche” so ziemlich alle mitgesungen haben, musste selbst ich, der ja eigentlich immer tapfer mitsingt, bei “Fröhlich soll mein Herze springen” passen. Ich kannte das Lied nicht – nicht mal, als die Orgel die Melodie spielte. Vielleicht kann man für’s nächste Jahr mal was anderes aussuchen.

Ansonsten ist es immer wieder ein schöner Moment – man kommt aus der Kirche, es wird draußen langsam dunkel, und das Weihnachtsfest kann so richtig beginnen.

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maischberger: Missbrauch in der katholischen Kirche – aufklären oder vertuschen?

Samstag, den 29. September 2018
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MI 26.09.2018 | 23.45 Uhr | Das Erste

Sandra Maischberger fragte in ihrer Sendung “maischberger” am Mittwochabend im Ersten: “Missbrauch in der katholischen Kirche – aufklären oder vertuschen?”
Hm, das ist wirklich eine schwierige Frage. Wobei ich ja aufklären einen Tick besser finde. Aber man kann ja mal fragen, vielleicht muss man in der katholischen Kirche ja wirklich noch ein bisschen drüber nachdenken.

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Heiligabend, 18 Uhr

Montag, den 25. Dezember 2017
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Um kurz vor 18 Uhr fahre ich am Heiligabend zur Familienbescherung. Wenn ich das Auto vor der Garage parke und aussteige, dann höre ich die Oranienburger Kirchenglocken läuten. Aus dem Zentrum sind die Glocken der Nicolaikirche zu hören. Um Punkt 18 Uhr setzt das Geleut von St. Johannesberg ein – vom ehemaligen katholischen Kloster. Es ist das Weihnachtsläuten.

Besonders das Läuten von Johannesberg ist mit vielen Erinnerungen verbunden. Denn der Ton der Glocken hat sich seit meiner Kindheit nicht geändert. Früher läuteten sie um 6, 12 und 18 Uhr. Weil ich morgens nie mehr in Hörweite bin, weiß ich nicht, ob es das morgendliche Läuten noch gibt. Es ist ein Stück Nostalgie und vor allem Heimat.

Nun also, um 18 Uhr, stehe ich vor dem Haus und lausche dem doppelten Glockenläuten, halte zwei Minuten inne. Ich denke an die, die nicht mehr da sind, Streiflichter von früher.
Irgendwann setze ich mich dann in Bewegung, gehe ins Haus, um Weihnachten zu feiern.

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Die aktuelle Christvesperkritik 2017 – unplugged

Sonntag, den 24. Dezember 2017
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2016 -> 25.12.2016

Ohne Strom kein Licht.
Ohne Strom keine Orgel.
Ohne Strom keine Glocken.
Irgendwer hat der Schmachtenhagener Kirche heute den Saft abgedreht. So ging die Christvesper ohne Strom und sehr individuell über die Bühne – als Impro-Version.

Der geplante Ablauf war hinfällig, weil offenbar auch der Männerchor, der ja immer da ist, nicht so spontan ein paar Lieder vom zettel singen kann. Deshalb fielen alle orgelbegleitete Lieder einfach weg. Bis auf “O du Fröhliche”, das die Besucher der Kirche aber so gut schmetterten, dass Pfarrer Humburg im Anschluss meinte, dass man ja gar keine Orgel brauchte.
Er musste sich ein bisschen beeilen, denn draußen wurde es langsam dunkel, und somit versank auch das Kircheninnere im Schummerlicht.

Passenderweise ging es in der Predigt um Veränderungen und eventuelle Enttäuschungen. Man solle nicht gleich alles infrage stellen, nur weil eine geplante Sache nicht so funktioniert wie geplant.
Die “Stille Nacht” sangen wir dann doch noch gemeinsam mit dem Chor, der Pfarrer verabschiedete uns, und genau in dem Augenblick, als seine letzten Worte verklungen waren, ging das Licht in der Kirche an.

Mit einem großen Lacher und Applaus endete die (mal wieder) sehr denkwürdige Christvesper am Heiligabend 2017 in Schmachtenhagen. Frohes Fest!

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ORA aktuell

Simbabwe: Reise nach Oranienburg verweigert

Sonntag, den 27. August 2017
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Zum elften Mal sollten am vergangenen Sonnabend in Oranienburg Gäste aus Simbabwe begrüßt werden. Es handelt sich dabei um eine Aktion des evangelischen Kirchenkreises Oberes Havelland. Die Besuche erfolgen jährlich wechselseitig.
Doch die drei Frauen und drei Männer zwischen 20 und 40 Jahren durften von Frankfurt/Main aus nicht weiterreisen. Ein Bundespolizist untersagte die Tour. es heißt, sie seien verdächtig gewesen, weil sie ärmlich gekleidet gewesen seien und kaum Geld gehabt hätten. Allerdings hatten sie alle Unterlagen: Einladungen, Kostenübernahmen, Verpflichtungserklärung. Der Bundespolizist habe das für Fälschungen gehalten, so Superintendent Uwe Simon.

Die Kirchenleute wollen nun wissen, was da schief gelaufen ist und ob solche Partnerschaften überhaupt noch mögliche seien, wenn solche Reisen nicht möglich seien. Auch über Regresszahlungen denkt man nach – 10.000 Euro habe die Reise gekostet, vieles kam durch Spenden zusammen.
Die Leute aus Simbabwe sind wieder zu Hause.

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Rügen 2017 (14): Hinten spielt die Musik!

Freitag, den 21. Juli 2017
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(13) -> 20.7.2017

Fahre ich auf Rügen von der Fähre in Glewitz nach Binz, dann komme ich durch den Putbuser Ortsteil Vilmnitz. Die Landesstraße wird dort schmal, das Kopfsteinpflaster ist holprig und sieht aus wie aus dem 19. Jahrhundert. Man könnte dort Filme über alte Zeiten drehen. Dort steht auch die Maria-Magdalena-Kirche, sie ist fast 800 Jahre alt.
Jeden Donnerstag finden dort im Sommer Konzerte statt. Ich hatte davon in der Ostsee-Zeitung gelesen und fuhr hin.
Geplant war ein Barockkonzert mit Orgel und Trompete.

Tickets gab es nur an der Abendkasse. In der Schlange entdeckte ich vorn auf dem Teil die Preisangabe 15 Euro. Ich zückte schon mal das Geld. Als ich es der Frau an der Kasse gab, wunderte die sich. Nein, das koste keine 15 Euro, sondern nur 6 Euro.
Ich hatte den CD-Preis erblickt, nicht den Eintrittspreis, und ich irgendwie dachte ich, dass 6 Euro ganz schön wenig sind.

Wir saßen nun in den Kirchenbänken und warten. Alle blickten nach vorn zum Altar. Allerdings tat sich nicht vorn, sondern hinten etwas. Hinten, auf der Empore ist nicht nur die Orgel, dort stand auch schon der Trompeter.
Eine Frau aus der Kirchengemeinde begrüßte dann die “lieben Hörenden”. Fans ich erst lustig, aber dann war klar: Wir werden nach vorn blicken – aber nichts sehen. Denn das Konzert findet hinter uns statt.

Und so war es dann auch. Anfangs drehte ich mich immer wieder mal um, um auch mal die Musiker zu sehen. Aber irgendwann fand ich mich damit ab, dass man ins Leere schaut. Irgendwie hatte es auch etwas Meditatives.

Bei Kirchenkonzerten ist das mit dem Applaus ja auch immer so eine Sache. Darf man zwischen Musikstücken klatschen? Das Publikum war sich sehr uneins. Nach dem ersten Stück applaudierte keiner. Nach dem zweiten traute sich einer und viele stimmten mit ein. So zog sich das durchs ganze Konzert. Den Jubel gab es dann am Schluss. Verdient, übrigens. War schön!

Hits: 12