aRTikel

Die Historie des Gebäudes bleibt weiter sichtbar

Dienstag, den 14. Januar 2014
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Seit fünf Jahren wird die Kirche in Vehlefanz saniert / Fassade bis Ende des Jahres fertig

MAZ Oranienburg, 14.1.2014

VEHLEFANZ
Die Kirchenuhr zeigt 7.50 Uhr. Immer, den ganzen Tag. Die Uhr steht, und das schon seit Wochen. Auch die Kirchenglocke schweigt, selbst zu Weihnachten blieb es in Vehlefanz still. Seit dem Spätherbst des vergangenen Jahres ist kein Strom da. Solange die Fassade des alten Kirchengebäudes saniert wird, bleibt das auch so. „Wir mussten die Hauptleitung abklemmen“, sagt Pfarrer Thomas Hellriegel. Für die Feiern zum Weihnachtsfest ist extra eine Baustellen-Notstromleitung gelegt worden.

Seit 2009 schon dauern die Bauarbeiten. „Das Ziel ist die grundhafte Sanierung und Restaurierung des Gebäudes“, so der Pfarrer. Von 2010 bis 2012 ist das Dach hergerichtet und komplett neu eingedeckt worden. Momentan stehen draußen Gerüste. „Es ist deutlich geworden, dass wir am Südanbau erheblich mehr Schäden haben als gedacht“, sagt Thomas Hellriegel. Der Giebel war durchgefault und hatte kaum noch Tragkraft. „Auch wegen des Denkmalschutzes müssen wir behutsam rangehen.“ Statisch sei der Umbau an der Stelle ein Problem gewesen, weil das neue Dach ja schon drauf war. „Wir haben das hinbekommen, aber es wäre natürlich einfacher gewesen, wenn wir das Dach danach erst saniert hätten“, so Hellriegel.

Ende 2014 soll die Außensanierung fertig sein. Dazu gehört auch der Putz der Kirche. „Dabei handelt es sich an vielen Stellen um poröses Gestein aus dem 18. Jahrhundert. Das ist nicht so solide wie Ziegel.“ Hellriegel kratzt ein wenig an den alten Steinen, und tatsächlich krümelt es auf die Erde. Bei den Bauarbeiten soll ein Kompromiss zwischen der Erneuerung und die Sicht auf die Baugeschichte geschaffen werden. „Wir wollen, dass es sichtbar bleibt, wo früher mal Fenster waren. Es wird am Gemäuer auch weiterhin Stellen geben, an denen die Historie einsehbar ist.“ Eventuell sollen später zusätzliche Schrifttafeln angebracht werden. Momentan ist die Baustelle in Vehlefanz allerdings verwaist. „Wir haben Winterpause“, sagt der Pfarrer. „Wenn wir gewusst hätten, dass es so mild ist, hätten wir weitergemacht.“

Bis Ende 2014 sollen etwa 650 000 Euro in Vehlefanz verbaut worden sein. Gefördert wird das Projekt von der Landesregierung, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der kirchlichen Stiftung zum Erhalt von Baudenkmalen, der Landeskirche, dem Kirchenkreis, der Gemeinde Oberkrämer sowie diversen privaten Stiftungen.

Im Jahr 2015 geht es im Inneren der Kirche weiter. Pfarrer Thomas Hellriegel zeigt auf die Risse oben in der Wand. „Die kommen von der Dachsanierung“, sagt er. Allerdings sind die entsprechenden Folgeschäden geringer als angenommen. Was außerdem genau im Innenraum passieren soll, darüber herrscht noch Unklarheit. „Wir wollen im Laufe der nächsten Monate ein Konzept erarbeiten.“ Demnächst soll deshalb ein Spendenaufruf gestartet werden, denn für den Innenausbau gibt es weniger Fördergelder als für die bisherigen Arbeiten.
Beispielsweise wird es bald um die Fragen gehen, was aus der Bemalung werden soll, die nach dem Zweiten Weltkrieg entstand. „Darunter könnten sich eventuell historische Zeugnisse befinden“, so Hellriegel. Stichprobenartig könnte dies untersucht werden. „Historisch gesehen soll möglichst viel sichtbar bleiben.“ Die Kirchenbänke bekommen aber auf jeden Fall eine Frischzellenkur. Auch eine Heizung soll es dann geben. „Gottesdienste finden bisher immer nur im Sommerhalbjahr statt, das wird sich danach ändern.“

Thomas Hellriegel, der seit 2011 Pfarrer in den Kirchengemeinden in Vehlefanz und Schwante ist, freut sich über das Interesse der Dorfbewohner. „Sie fragen nach und sagen auch mal ihre Meinung.“ Etwa 15 Leuten kommen regelmäßig zu den Gottesdiensten, zu Taufen und zu den großen Festen sind es erheblich mehr.
Nicht nur in Vehlefanz wird gebaut, auch der Kirchturm in Schwante soll bald saniert werden, kündigt Pfarrer Hellriegel an.

RTelenovela

Sein letzter Weg

Sonntag, den 5. Januar 2014
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Zur katholischen Kirche habe ich eine eher lockere Verbindung. Meine Oma war katholisch und ging – so lange sie es konnte – jeden Sonntag zum Gottesdienst. Als Kind bin ich ab und zu mit, weil mich das interessiert hat. Allerdings fand ich es damals schon anstrengend, das Aufstehen und Hinsetzen, das Hinknien und wieder Aufstehen. Es war nicht meine Welt – und das ist es bis heute nicht so wirklich. In der Hinsicht liegt mir die evangelische Kirche näher.
Einmal im Jahr erlebe ich einen katholischen Gottesdienst, immer am ersten Sonntag im November, die Gräberweihe in Oranienburg. Seit den 80ern bin ich fast jedes Jahr dabei, und deshalb kannte ich natürlich auch den Pfarrer Alfons Bunk.
Er war es auch, der einst auf der Beerdigung meiner Oma gesprochen hat. Pfarrer Bunk galt allseits als beliebt, er brachte die Menschen zusammen, er nahm sich ihnen an, er wollte vermitteln.

Weihnachten ist er gestorben, am Sonnabend waren die Trauerfeier und die Beerdigung. Die Kirche war übervoll, bis weit nach draußen standen die Menschen, um Abschied von ihm zu nehmen. Die draußen standen, bekamen leider nicht viel vom Gottesdienst mit, mit einem solchen Ansturm hat wohl keiner gerechnet.
Danach führte ein langer Trauerzug durch das Neubaugebiet zum Friedhof. Das war auch für mich ein sehr berührender Augenblick, zu sehen, wie da Hunderte Menschen hinter dem Auto mit dem Sarg herliefen. So eine Prozession erlebt Oranienburg wohl auch nur noch selten.

ORA aktuell

Oranienburgs Katholiken trauern: Pfarrer Alfons Bunk ist tot

Samstag, den 28. Dezember 2013
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Trauer in der katholischen Herz-Jesu-Gemeinde in Oranienburg: Pfarrer Alfons Bunk ist tot. Nach längerer Krankheit ist er am ersten Weihnachtsfeiertag im Alter von 78 Jahren gestorben. Das berichtet der Oranienburger Generalanzeiger.
20 Jahre lang war Bunk Pfarrer in der Gemeinde, er ist für seine menschliche Wärme allerseits geschätzt worden.

Die Trauerfeier findet am Sonnabend, 4. Januar, um 11 Uhr in der Herz-Jesu-Kirche in Oranienburg, die Beerdigung danach auf dem katholischen Friedhof in der Kitzbüheler Straße statt.

RTelenovela

Die aktuelle Christvesperkritik 2013

Dienstag, den 24. Dezember 2013
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2012 -> 24.12.2012

Seit 15 Jahren schon besuche ich jeden Heiligabend die Christvesper in der Schmachtenhagener Kirche. Trotzdem gibt es immer wieder mal eine Premiere.
Diesmal: Der Gottesdienst verspätete sich, und selbst der Pfarrer war darüber überrascht. Kurz nach 15 Uhr stand er vorn und schaute auf die Uhr, er gab ein Zeichen nach oben, zur Orgelspielerin. Doch es passierte nichts. Nach weiteren zwei Minuten lief der Pfarrer Richtung Ausgang, scheinbar ging er die Stufen hoch zur Orgel, um sich mal zu erkundigen, was denn da los sei.

Wir begannen mit fünf Minuten Verspätung. Der Pfarrer meinte in der Begrüßung, das sei Absicht gewesen, um die Spannung der Kinder vor der Bescherung noch weiter zu erhöhen.

Ansonsten hat sich in den 15 Jahren viel getan. Inzwischen sind die Bänke beheizt. Haben wir früher immer leicht gefroren, kommt man heute fast schon ins Schwitzen – was aber auch an den 10 Grad Außentemperaturen liegen könnte.

Die Lieder waren die üblichen, diesmal schien es, als ob die Leute erst einen Anlauf brauchten, um mitzusingen. Bei “Hört, der Engel helle Kinder” sang jedenfalls kaum jemand mit, obwohl die Texte vorliegen. Bei “Ihr Kinderlein kommet” platzte der Knoten.

Und noch etwas ist mir aufgefallen. Am Ende steht der Pfarrer am Ausgang der Kirche. Viele, viele Leute laufen an ihm vorbei und grüßen ihn nicht mal zum Abschied, geschweige denn, dass die fröhliche Weihnachten wünschen. Sie gehen wortlos an ihm vorbei. Ganz schön dumpf.

aRTikel

Im Dienste Gottes

Dienstag, den 10. Dezember 2013
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Karlheinz Sandow kümmerte sich mehr als 40 Jahre lang um das kirchliche Leben in Flatow

MAZ Oranienburg, 10.12.2013

FLATOW
Ab jetzt ist mehr Zeit für den Garten. „Da ist viel zu tun“, sagt Karlheinz Sandow. Der 72-jährige Flatower gehörte vier Jahrzehnte lang zum Gemeindekirchenrat des Dorfes, für 14 Jahre leitete er das Gremium. Nun hat er das Amt aufgegeben, Natja Guse ist seine Nachfolgerin.

Die evangelische Kirche in Flatow ist für Karlheinz Sandow ein Stück Heimat. „Ich bin dort getauft worden, dort fand meine Konfirmationen statt, ich habe dort geheiratet“, erzählt er. Dennoch: Jetzt, mit 72, wollte er kürzertreten. „Vieles fällt einem doch inzwischen schwerer“, sagt er. Außerdem wollte er dem Nachwuchs im Gemeindekirchenrat eine Chance geben.
Das Gremium verwaltet das kirchliche Leben im Dorf. Es ist zuständig für die Finanzen, aber auch dafür, dass zum Gottesdienst Blumen vorhanden sind. „Die Mitglieder sammeln auch die Kollekte ein.“
Alle zwei bis drei Wochen finden in Flatow Gottesdienste statt. „Unsere Pfarrer ist für sechs Dörfer zuständig, da geht das nicht mehr öfter“, sagt Karlheinz Sandow. Meistens kommen ein Dutzend Menschen, selten 40. „Wenn eine Taufe ansteht, kommen natürlich mehr.“

In Grünefeld absolvierte der Flatower eine Malerlehre, danach arbeitete er zwei Jahre lang in West-Berlin. Nach dem Mauerbau wechselte er in einen Kremmener Dienstleistungsbetrieb. 1983 sprach ihn die damalige Flatower Pastorin an, ob er als Kirchenmaler arbeiten möchte. „Ich sagte zu, und es gab auch reichlich zu tun, das war gar nicht zu schaffen“, erzählt Karlheinz Sandow. Er arbeitete in 22 Kirchen in der Region, half beim Renovieren und Restaurieren. „Eine der schönsten Kirchen war in dieser Zeit die in Fehrbellin“, erinnert er sich. Inzwischen ist er in Rente gegangen.

Gebete spielen eine große Rolle im Leben der Sandows. „Wir knien uns nicht jeden Tag nieder“, sagt er, „aber ein Abendgebet und ein Dankeswort müssen drin sein.“ Ganz raushalten aus der Kirchenarbeit will er sich auch weiterhin nicht. „Meine Meinung kann ich immer äußern, aber die Beschlüsse zieht der neue Gemeindekirchenrat“, sagt er und schmunzelt. Er ist froh, dass die Sanierung des Kirchengebäudes weitgehend abgeschlossen ist. „Es fehlen noch Kleinigkeiten, wie zum Beispiel ein neuer Schaukasten.“
Letzterer würde auch den Pilgern weiterhelfen, die ab und durch Flatow laufen. Das Dorf liegt nämlich am Pilgerweg Berlin – Bad Wilsnack. „Sie können im Gemeindehaus übernachten, und darum musste ich mich auch kümmern“, so der 72-Jährige. Eine Aufgabe, die er immer gern übernahm, so konnte er viele Menschen kennenlernen.

Seit einer Woche hat Karlheinz Sandow frei. Trotzdem: „Eine Pause habe ich bis jetzt noch nicht gehabt.“ Schließlich muss auch noch das Eichenlaub im Garten zusammengefegt werden.

RTelenovela

Nikolaus bei Nikolai

Sonntag, den 8. Dezember 2013
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Für mich ist die Wende 1989 in der DDR nach wie vor das einschneidendste, prägendste und lebensrichtungsweisenste Ereignis meines Lebens. Einer der Ausgangspunkte der friedlichen Revolution war die Nikolaikirche in Leipzig.
Dort fanden schon 1982 Friedensgebete statt, im Herbst 1989 dann verstärkt, die auch durch die Stasi nicht verhindert werden konnten. Von dort aus starteten auch die berühmten Monstagsdemos.

Der Nikolaustag 2013. Es ist ein kalter, windiger Nachmittag, wegen des Sturmtief Xaver öffnet der Weihnachtsmarkt erst am frühen Abend. Wir wollen uns die Kirche ansehen und werden gleich von einem Spalier empfangen. Gleich findet dort ein Nikolausgebet für Kinder statt.
Eine ganze Gruppe von Kitakindern wartet darauf, dass es losgeht. Wir Erwachsenen bekommen 1-Euro-Schokotaler, die sollen später noch eine Rolle spielen.
Schon ist klar: Das ist kein normaler Gottesdienst.

Ist es auch nicht gewesen. Wir singen ein Nikolauslied, das ich nicht kenne. Dann beginnt ein sogenanntes Anspiel. Gezeigt wird die Geschichte des heiligen Nikolaus, der gegen die Armut in seiner kleinen Stadt kämpft. Die Kinder machen mit und rufen “Wir haben Hunger!” Es tauchen Piraten auf, die ihnen Böses wollen, aber der mutige Nikolaus stellt sich ihnen entgegen. Die Erwachsenen kommen ins Spiel, als die Stadtbevölkerung ihr letztes Geld für Nahrung spendet (unsere 1-Euro-Schokotaler).
“Lasst uns froh und munter sein”, singen wir dann noch.

Die Kinder wuseln dabei die ganze Zeit für den Kirchengang, so richtig ruhig ist es nie, und das macht großen Spaß, dem munteren Treiben zuzusehen. Am Ende gibt es sogar Applaus, was in der Kirche ja besonders ungewöhnlich ist.
Als ich den Kindern so zusehe, erinnere ich mich daran, wie besonders und wie aufregend der Nikolaustag als Kind war. Abends Stiefel putzen, morgens die Geschenke raussuchen. Im Kindergarten roch es anders als sonst, es gab Schokoladen, kleine Tannenzweige, eine Orange (wenn es denn welche gab). Viel ist davon heute leider nicht mehr übrig. Schade eigentlich.

aRTikel

Seit 25 Jahren im Dienst des Herrn

Donnerstag, den 10. Oktober 2013
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Sabine Dill gibt in Kremmen Religionsunterricht und sitzt in der Kirche an der Orgel

MAZ Oranienburg, 10.10.2013

KREMMEN
Die Anonymität der Großstadt ist nicht ihr Ding. „Ich möchte es überschaubar“, sagt Sabine Dill. Deshalb mag sie das Leben in der kleinen Stadt. Seit 2005 lebt sie mit ihrem Mann Matthias und den zwei Söhnen in Kremmen.
In diesen Tagen feiert Sabine Dill ein Berufsjubiläum. Seit 25 Jahren ist sie Katechetin. Der Begriff bedeutet „Unterweisung“. „Ich unterrichte Kinder und Jugendliche im christlichen Glauben“, sagt sie. Zu ihr kommen die Kinder zur Christenlehre nach Beetz. An der Goetheschule in Kremmen gibt die 48-Jährige freitags Religionsunterricht. Ihre Schüler kommen freiwillig zu ihr. „Christenlehre klingt sehr streng, aber es soll auch Spaß machen“, sagt Sabine Dill und lächelt.
In Kremmen kümmert sie sich aber auch um die Kirchenmusik. Mittwochs ist Musicalprobe, donnerstags gibt sie Blockflötenunterricht für Kinder, außerdem kommt der Flötenkreis zusammen. Am Sonnabend hat sie ein wenig Zeit zum Orgelspielen, sonntags begleitet sie in der Regel zwei Gottesdienste auf dem Instrument. „24 Stunden sind ziemlich wenig Zeit“, sagt sie. „Und eine Familie habe ich ja schließlich auch noch.“

Sabine Dill ist über die Musik zur Kirche gekommen – und über ihr Elternhaus. „Meine Eltern waren sehr gläubig.“ Sie lacht und sagt dann: „Ich bin bei Kirchens aufgewachsen.“ Sie stammt aus Magdeburg-Olvenstedt. „Meine Familie konnte mit dem DDR-Sozialismus nicht viel anfangen, in dem Staat war die Kirche mein Zuhause.“ Sie fing eine Kleidungsfacharbeiterlehre an. Mit 18 lernte sie Orgelspielen und begann daraufhin ein Kirchenmusikstudium in Halle an der Saale. „Ich habe als Kind schon Klavier gespielt und gern gesungen.“ 1988 trat sie ihre erste Stelle als Katechetin in Erfurt an und arbeitete auch dort schon nebenamtlich als Kirchenmusikerin. Sie blieb bis 2005 in Thüringen und kam dann mit ihrer Familie nach Kremmen. „Nach so langer Zeit wollte ich noch mal wechseln“, sagt Sabine Dill.

38 Kinder nehmen am Religionsunterricht an der Kremmener Schule teil. „Die Vermittlung ist schwieriger geworden.“ Das Interesse an den Grundlagen des Glaubens sei kaum noch da. „Ich muss alles erklären.“ Im ländlichen Bereich würden sich die Leute ganz allgemein immer weniger auf die Kirche einlassen. „Das hat nichts mit der DDR-Vergangenheit zu tun. Es spielt einfach im Alltag keine Rolle mehr.“ Sabine Dill findet das schade, denn ihr ist der Glaube wichtig. „Gott hat mich durch schwierige Lebensphasen hindurchgetragen“, sagt sie. Wobei Glauben nicht heiße, dass das Leben nur dadurch leichter und fröhlicher sei. „Gott ist nicht dazu da, unsere Wünsche zu erfüllen. Aber er hört mir zu, wenn ich bete, er gibt mir Kraft, auch körperliche Kraft. Er kann helfen, durchs Leben zu kommen.“
Sonntags kommen immer weniger Menschen in die Kirchen, aber das sei gar nicht mal so schlimm. „Gottesdienste haben heute einen anderen Stellenwert. Sonntags wollen die Leute in ihren Familien sein.“ Wichtiger seien gemeinsame Feiern wie das Johannis- oder Martinsfest – und natürlich Weihnachten. Da sind die Kirchen voll. „Klar ist es schade, dass die Leute nur zu solchen Feiertagen zu uns kommen, aber wir müssen diese Möglichkeit nutzen.“

Zeit, ihr Berufsjubiläum zu feiern, hat Sabine Dill kaum. Die Gemeindearbeit nimmt sie sehr ein. Aber die Silberhochzeit mit ihrem Mann – die war ein rauschendes Fest