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Die Hohenbrucher Orgel produziert schiefe Töne

Donnerstag, den 12. Mai 2016
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Das Instrument soll im Juli repariert werden, doch dafür werden noch Spenden benötigt

MAZ Oberhavel, 12.5.2016

Hohenbruch.
Wenn Stefan Freitag in der Hohenbrucher Kirche auf der Orgel spielt, dann schleicht sich in die Musik immer mal wieder ein falscher Ton ein. Und das nicht, weil sich der Organist verspielt, sondern weil die Orgel dringend saniert werden muss. „Um so höher die Töne werden, desto kleiner werden die Pfeifen und machen sich die Schäden schlimmer bemerkbar“, erzählt er.

Im kommenden Jahr wird die Hohenbrucher Orgel 200 Jahre alt. Erbaut wurde sie 1817 vom Instrumentenmacher und Bäckermeister Tobias Thurley aus Treuenbrietzen. Damals stand sie noch im alten Kirchengebäude. Die jetzige Kirche wurde 1870 bis 1872 erbaut, dorthin wanderte dann auch die Orgel an ihren heutigen Platz. In den Jahren 1928 und 1970 ist sie überholt worden. Alle zwei Wochen, wenn in der evangelisch-reformierten Gemeinde ein Gottesdienst stattfindet, wird sie gespielt. Die Kirchenbesucher hören also, dass Bauarbeiten am Instrument dringend notwendig sind.

Stefan Freitag drückt auf die Tasten der Orgel. „Hören Sie? Der Ton macht nicht, was er soll.“ Nur ganz leise ist etwas zu hören. „Und diese Fehler stören natürlich beim Spielen.“ Der Organist aus Brandenburg an der Havel spielt Orgel seit er ein Kind war. Schon mit acht Jahren spielte er bei Gottesdiensten, die sein Vater geleitet hatte. „Den ersten Unterricht hatte ich aber erst, als ich zehn war.“
Da die Hohenbrucher momentan keinen eigenen Organisten haben, kommt der Brandenburger ab und zu in den Kremmener Ortsteil – zumal die Gemeinde mit Brandenburg an der Havel einen gemeinsamen Pfarrsprengel bildet. „Es gibt aber auch mehrere Hohenbrucher, die hier auf der Orgel spielen.“
Stefan Freitag schätzt das Instrument sehr. „Das hier ist eine mechanische Orgel, da muss man noch richtig auf die Tasten draufdrücken, dass was kommt .“ Es gebe Orgeln, da würden einem danach die Finger wehtun. „Hier geht das aber noch.“ Ein spezielles Lieblingslied hat Stefan Freitag nicht. „Es muss zur Aussage des Gottesdienstes passen“, findet er. Das sei die Hauptsache.

Nun aber muss die Orgel auf den Prüfstand. „Die komplette Mechanik muss durchgesehen werden“, sagt Stefan Freitag. Jede Taste – oben 48, unten 27 – habe ihre eigene Mechanik. Das Pfeifenwerk werde komplett ausgebaut, inklusive aller 417 Pfeifen. Sie würden überarbeitet und gereinigt. Eine Firma aus Plau am See (Mecklenburg-Vorpommern) übernimmt dies.
Die Kosten werden momentan auf 4000 bis 5000 Euro geschätzt. „Allerdings sieht man ja viele Fehler erst, wenn alles auseinander gebaut ist“, sagt der Organist. Für die Restaurierung werden in Hohenbruch deshalb Spenden gesammelt. „Etwa 2000 Euro haben wir schon zusammen“, sagt Pfarrer Malte Koopmann. Es wird bei allen Gottesdiensten gesammelt, bei Feiern oder anderen Gelegenheiten.

Voraussichtlich im Juli sollen die Bauarbeiten über die Bühne gehen. „Der Orgelbauer rechnet bloß mit drei bis vier Arbeitstagen“, sagt Stefan Freitag. Das sei quasi zwischen zwei Gottesdiensten zu schaffen. Für den Sonnabend, 3. September, sei dann ein Konzert geplant, um die Reparatur der Orgel zu feiern. Andreas Hetze, der Organist der evangelisch-reformierten Schlosskirchengemeinde in Berlin-Köpenick, ist dann in Hohenbruch zu Gast, um ab 17 Uhr auf der Orgel zu spielen. Wenn das Instrument im kommenden Jahr den 200. Geburtstag feiert, sind auch mehrere Konzerte geplant, sagt Stefan Freitag.
In der Kirche in Hohenbruch könnten Interessierte für die Orgel spenden. Am Eingang sind entsprechende Boxen aufgebaut. Informationen gibt es auch über die Gemeindebüros in Hohenbruch und Brandenburg an der Havel.

Kontakt: Mehr Infos gibt es unter Tel. 033051/2 52 27 oder Tel. 03381/ 20 02 00 (Anrufbeantworter).

RTelenovela

Morgens um 5 in Leegebruch

Montag, den 28. März 2016
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Am Ostersonntagmorgen gegen 4.55 Uhr hat fast ganz Leegebruch noch fest geschlafen. Vor der Kirche in der Straße der jungen Pioniere fand sich aber ein Grüppchen von 13 Menschen zusammen, um die Osternacht zu feiern. Für einen einwohnermäßig nicht ganz so kleinen Ort wie Leegebruch ist das wenig.
Aber zugegeben: 5 Uhr als Beginn für den Osternachtsgottesdienst ist früh – zumal es ja sogar erst 4 Uhr war, die Uhr ist erst zwei Stunden zuvor auf die Sommerzeit umgestellt worden.

Mit den Worten „Der Herr ist auferstanden“, begrüßte die Pfarrerin die Gäste.
Aus diesem Anlass kann man dann wohl auch mal früh aufstehen – oder wie ich erst gar nicht ins Bett gehen. Aber kein Wunder, dass so mancher der Besucher ins Gähnen kam. Auch wenn die Pfarrerin uns mit einem dreistimmigen Hallelujah-Kanon ganz schön auf Trab hielt. Wirklich anspruchsvoll!

Mit so wenigen Leuten war es dann leider auch nicht so wirklich feierlich. Das war ein wenig schade.
Die Kremmener fingen in diesem Jahr „erst“ um 6 Uhr mit dem Gottesdienst an, da wird es mich wohl Ostern 2017 wieder hinziehen, denn auch den Chor habe ich schon ein bisschen vermisst.

RTZapper

Die Rocky Horror Picture Show: Nicht am Karfreitag!

Samstag, den 26. März 2016
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FR 25.03.2016 | 0.00 Uhr | (Sa.) | kabeleins

“Die Rocky Horror Picture Show” lief nicht das erste Mal bei kabeleins. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass der Klassiker von 1975 erst um Mitternacht lief. Und dennoch hatte es einen Grund, warum er diesmal erst um genau Mitternacht anfing. Früher hätte er an diesem sehr späten Freitagabend – oder eher: Sonnabendmorgen – gar nicht laufen dürfen. “Die Rocky Horror Picture Show” ist nämlich für Ausstrahlungen am Karfreitag gesperrt. Der Film darf an diesem “stillen Feiertag” nicht gezeigt werden. Also auch nicht am Totensonntag oder am Volkstrauertag.

Die FSK beurteilt nämlich nicht nur, ab wie viel Jahren sich jemand einen Film ansehen darf. Laut Grundgesetz, Artikel 140, sind Sonntage und christliche Feiertage gesetzlich geschützt, und “stille Feiertage” wie eben der Karfreitag haben einen noch höheren Schutz. Das Verbot gibt es seit 1980, und auf der Liste stehen aktuell 756 Filme.
Dazu gehören “Final Destination” oder “Die Feuerzangenbowle”, “Police Academy” und “Mary Poppins”, Bud Spencers “Banana Joe” und Thomas Gottschalks “Piratensender Powerplay”, “Animal Farm”, und die “Eis am Stiel”-Filme, “Hostel” und “Ring” und viele, viele weitere Filme. Bei einigen verständlich – bei anderen erscheinen eher Fragezeichen.

All diese Filme sind Karfreitag also verboten. Wie ja auch Tanzveranstaltungen am Karfreitag verboten sind.
Albern? Überholt? Blödsinnig?
Mag sein. Gegner dieser Regel sagen ja, Kirche und Staat dürften sich nicht vermischen, weshalb auch solche Regelungen unzulässig seien.
Aber so lange der Karfreitag ein Feiertag ist, man diesen auch gern in Anspruch nimmt, sollte man doch im Gegenzug mit diesen Regeln auch keine Probleme haben. Quasi ein Kompromiss.

Und bei kabeleins hat man dann ja schließlich auch keine Minute zu lang gewartet, um dann um Punkt Mitternacht “Die Rocky Horror Picture Show” zu starten.

-> Die Liste der Filme, die an “stillen Feiertagen” nicht gezeigt werden dürfen, herausgegeben von der Piratenpartei.

RTelenovela

Die aktuelle Christvesperkritik 2015

Freitag, den 25. Dezember 2015
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2014 -> 25.12.2015

Nach dem Reinfall 2014 muss eine Veränderung her. Ich hatte das immer vorgehabt, nun habe ich – zumindest in diesem Jahr – den Heiligabend-Kirchen-Location-Wechsel vollzogen. Nach 17-mal in Schmachtenhagen waren wir diesmal in der Oranienburger Nicolaikirche.

Frühes Erscheinen sichert die besten Plätze, und 25 Minuten früher sind eigentlich schon zu spät. Wer weiß, wann die ersten Leute in der Kirche erscheinen, um auf den Hauptbänken zu sitzen.
Aber nicht tragisch, wir saßen an der Seite, und ich habe den Pfarrer zumindest bei der Predigt gesehen. Und die war lang, aber gut. Oranienburgs Pfarrer hält zeitgemäße Predigten, ohne dabei plump oder anbiedernd zu sein.
Er erzählte vom Stress in der Vorweihnachtszeit und davon, dass ja zu Weihnachten hoffentlich der Stress ein wenig abfällt. Von der Nächstenliebe und natürlich, was die vielen Flüchtlinge für uns bedeuten. Lebensnah und klug.

Bei der Auswahl der Lieder müssen wir aber noch reden: Damit die Kollekte durchgehen kann, werden sieben Strophen “Vom Himmel hoch” gesungen, und das ist des Guten ein bisschen viel. Und dann: kein “Stille Nacht”?? DAS Weihnachtslied neben “O du Fröhliche” fehlt? Also, das geht nun wirklich nicht!

aRTikel

Vehlefanz, Ortsteil Ägypten

Freitag, den 31. Juli 2015
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Im Sommerlager am Mühlensee haben die jungen Teilnehmer schon viel gebaut und erlebt

MAZ Oranienburg, 31.7.2015

VEHLEFANZ
Es gibt Momente in diesen Tagen, da verwandelt sich das Sommerlager am Vehlefanzer Mühlensee in ein Herbstlager. Das Wetter allein gestern war wechselhaft: Von bedeckten 16 Grad bis sonnigen 22 Grad war alles dabei. „Aber alles nicht tragisch“, sagt Manuel Kain vom Leitungsteam. Die Teilnehmer haben sich darauf eingestellt.

Seit Sonntag sind die 150 Kinder im Zeltcamp, das von der Evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Oberkrämer und der Christlichen Versammlung Oranienburg organisiert wird. Das diesjährige Motto: „Mose – Zur Freiheit geboren!“. Das Lager verwandelte sich in das alte Ägypten.
Los ging es am Sonnabend am Kiessee in Grünefeld. Die Festivalwiese verwandelte sich in einen Handelsmarkt. Das Spiel begann. Die Sklaven aus Ägypten kämpfen darum, befreit zu werden. Die Gruppen machten sich noch am Sonnabend auf in Richtung Vehlefanz, inklusive Übernachtung im Krämer Wald. „Danach waren die Kinder natürlich k.o.“

Davon war gestern natürlich nichts mehr zu merken. Inzwischen haben die Gruppen ihre Behausungen ausgebaut. Alle haben ein Dach, Sitzmöglichkeiten und ein Lagerfeuer. „Wir haben drei Tage dafür gebraucht“, erzählt die zwölfjährige Mareike aus Bötzow.
Eine andere Gruppe hat sich einen Unterstand gebaut, der wie eine Gießkanne aussieht. „Wir haben vorher geplant, überlegt und probiert“, erzählt Jonathan Köhlinger. Der 20-Jährige aus Wetzlar in Hessen ist einer der Gruppenleiter. „Am ersten Tag lief es noch nicht so rund.“ Deshalb gab es dann erst mal eine kleine Motivierungsrunde, „Danach hat alles wunderbar funktioniert.“ Zum vierten Mal ist Jonathan Köhlinger als Helfer in Vehlefanz dabei. „Ich will immer wiederkommen“, sagt er. „Man lebt von Sola zu Sola“, erzählt der Student.

Der Tag im Lager beginnt gegen 7.30 Uhr, dann haben alle Zeit, sich frisch zu machen. Es gibt eine Morgenandacht, danach Frühstück. Am Vormittag findet das Vorspiel statt, da wird in Fortsetzungen die Geschichte rund um Mose weitererzählt.

„Ich finde es toll hier“, sagt Laura (11) aus Berlin. Auch sie hat in den vergangenen Tagen fleißig mitgebaut. „Früher habe ich das nie getan“, sagt sie. Jetzt aber hat sie beim Bau des Zaunes geholfen, bei der Überdachung, beim Eingang und den Sitzmöbeln. „Das ist mein erstes Mal im Lager“, erzählt sie und lächelt. „Eine Freundin von mir war schon mal hier und hat erzählt, wie toll das war.“ Da wollte sie mit, „ich hatte große Lust darauf.“ Auch Jaromir (14) aus Potsdam ist glücklich: „Man ist mal in der Pampa“, erzählt er. „Man ist mit Leuten zusammen, die auch an Gott glauben.“ Das gefalle ihm sehr.

Am Sonnabend, 1. August, findet ab 15 Uhr so etwas wie ein „Tag der offenen Tür“ statt. Dann können sich alle Interessierten im Lager umsehen. Um 16 Uhr startet der Gottesdienst, danach ist Abreise. Das Team bleibt dann noch bis Sonntag.

*

Camp mit 250 Leuten
Seit Sonnabend läuft das Sommerlager 2015. Motto: „Mose – Zur Freiheit geboren!“. Start war in Grünefeld. Von dort sind die Teilnehmer nach Vehlefanz gewandert. 150 Kinder sind dabei. Dazu kommen 30 Teenies, die an allen möglichen stellen helfen. Etwa 70 Mitarbeiter betreuen das Lager.
Die Kosten werden auf etwa 24.000 Euro beziffert. Davon zahlen die Teilnehmer etwa 18.000 Euro, der Rest kommt durch Spenden und Sponsoren rein.

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Seit zehn Jahren bringt der Förderkreis Leben ins Dorf

Freitag, den 10. Juli 2015
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Die Kultur- und Kinderkirche in Eichstädt feiert ein Jubiläum. Große Feier am Sonntag.

MAZ Oranienburg, 10.7.2015

EICHSTÄDT
In der Eichstädter Kirche ist immer was los. Am Mittwochabend zum Beispiel: Robert Bauer hat gerade einen Musikschüler bei sich zu Gast: Unterricht an der Trompete, und die Musik schallt durch das ganze Kirchenschiff.
Sabine Schulze und Marko Giese vom Förderkreis der Kultur- und Kinderkirche Eichstädt huschen schnell an den beiden vorbei, die Treppe hoch auf die Empore. Auch die ist zu einem Raum umfunktioniert worden, in dem auch Musikunterricht stattfindet.

Es herrscht Leben in der Eichstädter Kirche – dafür sorgt der Förderkreis nun seit zehn Jahren. Das Jubiläum soll am Sonntag beim Sommerfest gefeiert werden.
Es war 2005, als die Kirche übernommen worden ist. Das Gebäude gehört weiterhin der Kirchengemeinde, genutzt aber wird sie vorrangig vom Förderkreis. Es gibt einen entsprechenden Nutzungsvertrag. Damals kamen die Bänke raus, eine Küche gab es noch nicht, und für die Veranstaltungen und den Unterricht wurden neue Toiletten eingebaut. Auch ist das komplette Gebälk vom Holzwurm befreit worden. „Damals wurde die Kirche relativ wenig genutzt“, erzählt Sabine Schulze vom Förderkreis. Durch die Zusammenlegung der Kirchengemeinden, und weil Vehlefanz als größte Kirche nun auch von den Eichstädtern mitgenutzt werden kann, war die neue Nutzung der Eichstädter Kirche damals möglich geworden.

Die damalige Kantorin Gisela Semper hatte die Idee, das Haus für kirchenmusikalische Veranstaltungen, für Vorträge und für Kinderfeste zu nutzen. „Vor zehn Jahren war so eine Idee noch neu“, sagt Sabine Schulze. Die Zusammenarbeit mit der Kirche sei auch heute noch „ganz wunderbar.“
Die Musikschule hat sich ein wenig später in Eichstädt entwickelt, sie gab es nicht von Anfang an. Heute arbeiten dort fünf Musiklehrer mit 30 bis 40 Schülern. „Jeden Tag werden andere Instrumentengruppen bei uns geübt“, sagt Marko Giese. Montags kommen die Block- und Querflöten sowie das Saxofon zum Zuge, dienstags das Schlagzeug, mittwochs die Bläser, donnerstags Geige und Bratsche und freitags Gitarre und Bass. Darüber hinaus gibt es die Cookies, ein Kinder- und Jugendorchester.

Der Förderkreis der Kultur- und Kinderkirche Eichstädt hat derzeit 82 Mitglieder, davon sind 20 bis 25 aktiv. „Bei Veranstaltungen sorgen sie für Büfetts und Getränke“, erzählt Sabine Schulze. „Das machen sie alle in ihrer Freizeit. Ohne sie wäre das alles gar nicht machbar.“ Sechs bis acht Konzerte finden jährlich in der Kirche statt, dazu zwei bis drei Veranstaltungen in der Reihe „Land und Leute“. Hin und wieder nutzt auch die Bibliothek Oberkrämer das Haus für Veranstaltungen.
„Wir versuchen, ein breites Spektrum abzudecken“, sagt Marko Giese. „Damit für jeden etwas dabei ist.“ Das Eventteam des Förderkreises stellt das Programm zusammen. „Am tollsten ist es natürlich, wenn die Kirche dann auch voll ist“, so Marko Giese weiter. So war die Gruppe „Mädelz“ gleich zweimal in Eichstädt, immer vor vollem Haus.

Die Arbeit im Förderkreis in der Eichstädter Kirche mache großen Spaß. „Wir holen Kultur ins Dorf“, sagt Sabine Schulze, die in Bärenklau lebt und im Falkenseer Jobcenter arbeitet. „Das hier ist ein wirklich geniales Projekt“, findet auch Marko Giese. „Wir können das sagen, wir sind ja erst später dazugestoßen.“ Der Veltener ist Techniker für Leitstellen und Funk beid er Polizei in Berlin.
Jetzt aber laufen erst mal die Vorbereitungen für das Sommerfest am Sonntag. Dann wird auf zehn Jahre Vereinsarbeit angestoßen.

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Antrittsbesuch in der Flatower Kirche

Freitag, den 3. Juli 2015
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Nico Vajen ist neuer Pfarrer in acht Gemeinden

MAZ Oranienburg, 3.7.2015

FLATOW
Hier in der Gegend eine Wohnung zu finden – das ist gar nicht so einfach. Nico Vajen und seine Familie sind in Linum gelandet. Montag war der Umzugstag, jetzt richten sie sich langsam ein.
Nico Vajen ist der neue Pfarrer von Flatow. Insgesamt aber ist der 33-Jährige für acht Kirchengemeinden zuständig. Zu seinem Gebiet gehören auch Linum, Tietzow, Hakenberg-Tarmow, Karwesee, Dechtow, Betzin und Brunne. In den nächsten Wochen will er seinen Wirkungsbereich näher kennenlernen. „Das ist hier meine erste Herausforderung.“ Gestern ist er in der Flatower Kirche schon mal von Karlheinz Sandow vom Gemeindekirchenrat begrüßt worden. „Wir freuen uns, dass wir wieder einen Pfarrer haben“, sagte er.

Der neue Pfarrer stammt aus Scheeßel in Niedersachsen – der Ort ist durch das jährliche Hurricane-Festival bekannt. „Mit 15 war ich das erste Mal dort“, erzählt Nico Vajen. Nach der Schule absolvierte er zunächst eine kaufmännische Ausbildung. „Aber ich habe gemerkt, das ist nichts, was ich machen möchte.“ Nebenbei half er schon bei der Jugendarbeit in seiner Gemeinde. „Das interessierte mich, und ich wollte was Sinnvolles machen.“ Der Pfarrer sprach ihn an, wenig später begann Nico Vajen ein Theologiestudium. In dieser Zeit war er auch ein halbes Jahr in Indonesien sowie auch in England. Zuletzt war er Pfarrer in Bremervörde in Niedersachsen.

Da seine Schwiegereltern in Berlin wohnen – seine Frau stammt aus der Hauptstadt –, hat er sich bei der hiesigen Landeskirche beworben. Die entsandte ihn in den Bereich um Flatow und Linum. Dort hat er zunächst eine zweijährige Probezeit. „Wir sind froh, dass wir in einem der Dörfer leben können, in dem ich arbeite.“ Auch in Kremmen und Fehrbellin hatte sich die Familie, dazu gehören eine dreijährige Tochter und ein einjähriger Sohn, nach Wohnraum erkundigt.

Als seine Aufgabe sieht er es, die Menschen, die zu ihm kommen, in ihrem Glauben zu stärken. Aber er möchte auch zu denen Kontakt aufnehmen, die nicht oder nicht mehr in der Kirche sind. „Am Anfang werde ich sehr viele Besuche machen“, kündigt er an. Auch wünscht er sich, dass die Kirchen in den Dörfern Orte sind und bleiben, wo sich die Menschen treffen. „Da sollten wir für vieles offen sein“, sagt Nico Vajen.

In seiner Freizeit liest er viel und unternimmt etwas mit seiner Familie. Auch liebt er den Fußball – er ist Anhänger von Werder Bremen.

Ein paar Wochen der Eingewöhnung werden wohl noch folgen, schätzt er. „Aber wir sind bisher sehr herzlich aufgenommen worden“, so Nico Vajen.
Am kommenden Sonntag findet um 14 Uhr in Linum der Begrüßungsgottesdienst statt.