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Im Ladenkino

Montag, den 25. April 2016
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Unweit vom Amüsierviertel rund um die Simon-Dach-Straße in Berlin-Friedrichshain befindet sich ein echtes Kleinod: das B-Ware Ladenkino.
Es ist einer der Läden, in dem viel mehr drin ist, als man denkt, wenn man davor steht. Ein echtes Kiezkino, bis zum nächsten Multiplex ist man noch eine Weile unterwegs.

Man kommt rein, und das Ding wirkt tatsächlich wie ein kleiner Laden. Vorn gibt’s einen Tresen, davor ein paar Sitzecken. Eine davon leicht erhöht und mit drei Stühlen, die aussehen, als ob sich dort nur Majestäten hinsetzen dürfen.
In den hinteren Fluren befinden sich nicht nur drei (ich hoffe, ich habe richtig gezählt) kleine Kinosäle, sondern auch viele Regale mit DVDs. Eine Videothek. Und natürlich sind es allesamt Filme, die speziell und besonders sind, selten sind Blockbuster dabei.

Die Leute müssen im Laden auf den Beginn der Vorführung warten – bis jemand kommt und den Filmtitel nennt und ruft, dass nun der Einlass beginne.
Und sitzt man erst mal, dann geht es auch zügig los – ohne Reklame. Und das auch bei preiswertem Eintritt, er hat nur 6 Euro gekostet. Es sind Filme, die in der Regel schon ein paar Wochen in den Kinos laufen, aber auch noch nicht so alt, dass es sie schon auf DVD gibt. Also letztlich doch aktuelle Produktionen.

In unserem Saal bestand die letzte Reihe übrigens auch zwei Sofas. Das ist recht gemütlich, man kann sich allerdings nicht langlegen, dann sieht man nichts.
Im Kiez scheint das gut anzukommen – oder auch bei Berlinern aus anderen Kiezen oder bei Touris. Das Kino war sehr gut besucht.

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99 Minuten – wahnsinnige Überlänge!

Samstag, den 12. März 2016
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Wenn ich heutzutage ins Kino gehe, dann habe ich oft den Eindruck, dass die Eintrittspreise immer nur noch ungefähre Angaben sind. Besonders auffällig scheint das in den UCI-Kinos zu sein. Im “Colosseum” in Berlin-Prenzlauer Berg zum Beispiel.

Die Loge? Beginnt schon in Reihe 4.
Ganz hinten sitzen? Das ist der VIP-Bereich – noch viel teurer.
Überlänge? Aufschlag!
3D? Aufschlagsaufschlag!

Aber wann hat ein Film eigentlich Überlänge? Eigentlich kannte ich die Regel, dass ein Film, der länger ist als 120 Minuten läuft, Überlänge hat.
Das scheint Vergangenheit zu sein.
Im “Colosseum” wird für “London has fallen” ein Überlängenzuschlag von 50 Cent berechnet. Kostet dann also nicht 8,70 Euro, sondern 9,20 Euro. Und wer nicht ganz vorne sitzen will, zahlt dann schon 10,20 Euro.

“London has fallen” ist 99 Minuten lang. Von einer Überlänge also sehr weit entfernt. Berechnet das UCI etwa die Reklame mit? Zahlt der Kunde für Werbung?
Ist das seriös? Ist das Abzocke? Auf jeden Fall extrem ärgerlich!

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Meine Brotfabrik-Premiere

Mittwoch, den 17. Februar 2016
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In diesem Jahr feiere ich mehrere 20. Jubiläen. Eines davon am 28. Juni: 1996 war ich das erste Mal in einem Berliner Kino. Seitdem stieg mein Kinofilm-Konsum stetig an. Inzwischen habe ich viele Kinos in der Hauptstadt kennengelernt, aber es kommt immer seltener vor, dass ich in ein Kino gehe, das ich vorher nicht kannte.

Die Brotfabrik zum Beispiel. Das Kino in Weißensee ist nicht mal versteckt in einer Seitenstraße. Es befindet sich direkt an der Prenzlauer Promenade (B109), also der Straße, die ich schon hunderte Male stadtein- und auswärts gefahren bin. Es gibt vermutlich kein Kino, an dem ich öfter vorbeifahre und auch immer einen Blick auf das Programm werfe, das ganz groß über dem Eingang steht. Aber ich war eben noch nie drin. Bis jetzt.

Da der Film “Sibylle” dort in einem der wenigen Kinos lief, hatte ich also meine Brotfabrik-Premiere.
Offenbar gibt es dort eine Gaststätte, wo es vermutlich auch Brot gibt, auch ein Theater – und eben das Kino. In einem Minikabuff sitzt eine Frau und verkauft das Tickets. Ich war mir nicht sicher, ob es auch Getränke gibt, aber sie hat tatsächlich ein kleines Kühlschränkchen neben sich zu stehen. “Aber wir haben nur Fritz-Cola”, sagte sie entschuldigend. Das ist mir schon mehrfach aufgefallen, als ob es den Leuten peinlich ist, “nur” diese Sorte anbieten zu können.

Mit dem Ticket und einer Flasche Cola irrte ich dann eine Treppe hoch. Irgendwo im Dunkeln, und tatsächlich hatte ich mich verirrt. Ich stand vor einem Tür, die zu einem internen Raum führt. Ich tastete mich wieder runter und nahm den anderen Weg.
Der Saal ist gar nicht mal so groß, und muss er auch nicht sein. Die Wände sind nicht verputzt, und ein bisschen wirkt das alles wie eine Garage. Aber recht gemütlich.
Den Film sahen an diesem Abend insgesamt sieben Leute, und ich kann nur hoffen, dass über die Woche hinweg ein paar Menschen mehr kommen. Denn das Kino zeigt Filme abseits des Mainstreams und scheint so etwas wie ein Kiezkino und -treff zu sein. Und so etwas braucht eine Stadt wie Berlin!

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Bibi & Tina & ich

Montag, den 1. Februar 2016
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Das Wochenende habe ich dazu genutzt, ins Kino zu gehen. Und der Mann an der Kasse des Oranienburger Filmpalastes hat sich wirklich schwer gewundert, als ich ihm den Titel nannte: “Bibi & Tina”. Normalerweise kämen nur Kinder mit den Eltern vorbei, aber ich stand da ganz allein an diesem Sonnabendnachmittag – und verteidigte mich. Schließlich wolle ich über den Film etwas schreiben, und dazu müsste ich ihn ja sehen.

Aber jetzt kann ich es ja sagen: Ich habe mir “Bibi & Tina” eigentlich auch ganz freiwillig angesehen. Aber muss einem das peinlich sein? Immerhin handelt es sich dabei um einen Film von Detlev Buck, und der macht in der Regel sehr gute Filme, wie ich finde. Aber davon mal abgesehen, machen solche Familienfilme oft großen Spaß. Die “Rico und Oskar”-Filme sind dafür auch gute Beispiele. oder der wunderbare Peanuts-Film.
Okay, im Fall von “Bibi & Tina” denkt man zuerst an Mädchen und Pferde. Aber Buck sorgt dafür, dass der Film mit dem Klischeee recht wenig zu tun hat und dass man die auch als Erwachsener sehr gut sehen kann.
Wir sehen uns dann wohl – wenn es ihn denn geben sollte – beim vierten “Bibi & Tina”-Film wieder. Oder bei anderen sehenswerten Kinder- Jugend und Familienfilmen.

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2015

Donnerstag, den 31. Dezember 2015
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DIE BESTE PARTY
Sabis Hochzeit in Groß Behnitz

DAS BESTE KONZERT
Herbert Grönemeyer in Berlin

DER BESTE SONG
Mark Forster – Bauch und Kopf
außerdem:
Prag – Dieser Himmel
Joris – Herz über Kopf
Adele – Hello
Sam Smith – Writings on the Wall
Mans Zelmerlöw – Heroes

DAS BESTE ALBUM
Mark Forster – Bauch und Kopf
außerdem
Prag – Kein Abschied

DER BESTE FILM
Der Marsianer – Rettet Mark Watney
außerdem:
Freistatt
Whiplash

DER SCHLECHTESTE FILM
Kartoffelsalat – Nicht fragen
außerdem:
Poltergeist
Camino de Santiago

BESTE TV-SENDUNG
Club der roten Bänder, VOX
außerdem:
Neo Magazin Royale, zdf_neo
Bombenjäger – Oranienburgs explosives Erbe, rbb
Tatort: Borowski und die Kinder von Gaarden, Das Erste
Die Ungehorsame, Sat.1
Weißensee, Das Erste
Bates Motel, VOX
Kessler trifft… Horst Lichter, ZDF

SCHLECHTESTE TV-SENDUNG
Secret Hunters: Die Geheimnisse des Grabowsees, Welt der Wunder
außerdem:
Frauentausch: Jutta vs. Jasmine, RTL II
Sarah & Pietro… bauen ein Haus, RTL II
Stadlshow, Das Erste
Die Lars Reichow Show, ZDF

BESTER RADIOSENDER
radioeins. Ein bisschen Beständigkeit.

BESTES BUCH
Gavin Extence – Das unerhörte Leben des Alex Woods oder Warum das Universum keinen Plan hat
außerdem:
Thomas Mohr – Die Schützen
Hansen Hoepner / Paul Hoepner – Zwei nach Shanghai

BESTER AUGENBLICK
Wandern und kraxeln im Hochland in Island

SCHLECHTESTER AUGENBLICK
Zu wissen, dass man von jemandem Abschied nehmen muss – für immer.

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Vorspiel mit Christian Grey

Mittwoch, den 18. Februar 2015
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Wie viele der Männer, die sich mit ihren Frauen im Kino “Fifty Shades of Grey” ansehen, machen das eigentlich freiwillig? Es sind einige, die sich mit ihren Frauen im Oranienburger Filmpalast einfanden, um die geheimen Sexpraktiken des Christian Grey kennenzulernen.
Was erwarten sie sich davon? Eine Belohnung im Anschluss an den Film? Einmal “Sportschau” gucken ohne Augenrollen der Freundin? Eine Stunde “Telekolleg Sado-Maso”? Einkaufstipps für den Baumarkt (”Einmal Kabelbinder, bitte!” Zwinker, zwinker!)?

Was das Pärchen in der Sitzreihe hinter mir mitbekommen hat, weiß ich nicht genau. Er wisperte ihr immer wieder “Ich liebe dich” ins Ohr, worauf sich die beiden innig und ausführlich küssten. Das Pärchen in der Reihe davor sorgte dagegen für einen Live-Audio-Kommentar. Sie sagte nichts, er trank sein Bier und gab immer wieder seinen Senf dazu. Als Christian Grey sich das erste Mal auszieht, geht ein Murmeln durch den Saal, und die beiden hinter mir knutschten wieder (oder immer noch). Vermutlich nur das Vorspiel. Wobei ich nicht genau weiß, woher die weißen Flecken auf den Stühlen in der Reihe hinter mir kommen. Geht etwa gerade in deutschen Kinosälen nicht nur auf der Leinwand die Post ab?

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2014

Mittwoch, den 31. Dezember 2014
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DIE BESTE PARTY
20 Jahre LHG – Show und Ehemaligenball

DAS BESTE KONZERT
Casper in Berlin

DER BESTE SONG
Klangkarussell: Netzwerk (Falls like Rain)
außerdem:
Mark Forster & Sido: Au Revoir
Andreas Bourani: Auf uns
Klangkarussell: All Eyes on you
The Common Linnets: Calm after the Storm
Clean Bandit feat. Jess Glynne: Rather be
Ed Sheeran: I see Fire
Helene Fischer: Atemlos durch die Nacht
Marcus Wiebusch: Der Tag wird kommen
Jennifer Lawrence: Hanging Tree

DAS BESTE ALBUM
Klangkarussell: Netzwerk

DER BESTE FILM
Interstellar
außerdem:
Die Karte meiner Träume
Boyhood
Hin und weg
Rico, Oskar und die Tieferschatten

DER SCHLECHTESTE FILM
American Hustle
außerdem:
Die Pinguine aus Madagascar
Männerhort
A most wanted Man

BESTE TV-SENDUNG
FIFA-WM 2014 live – Finale: Deutschland – Argentinien, Das Erste
außerdem:
Kesslers Expedition: Auf drei Rädern von Bayern an die Ostsee, rbb
Kessler ist…, zdf_neo
Der Rassist in uns, zdf_neo
Rock am Ring: Klangkarussell, einsplus
Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!, RTL

SCHLECHTESTE TV-SENDUNG
ZDFZeit: McDonald’s gegen Burger King, ZDF
außerdem:
Die Promi-Lektion: Macht Senna heiratsfähig, RTL II
Guten Morgen, Schatzi!, Hallo TV
Die Goldene Henne 2014, MDR-Fernsehen
Himmel oder Hölle, ProSieben

BESTER RADIOSENDER
Brauchen wir doch gar nicht drüber reden: radioeins.

BESTES BUCH
Nils Mohl: Stadtrandritter

BESTER AUGENBLICK
Eine Zufallsbegegnung und lange Gespräche in einer lauen Berliner Frühlingsnacht

SCHLECHTESTER AUGENBLICK
Die immer wiederkehrenden Diskussion um die Job- und Firmenzukunft