RTelenovela

Vorspiel mit Christian Grey

Mittwoch, den 18. Februar 2015
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Wie viele der Männer, die sich mit ihren Frauen im Kino “Fifty Shades of Grey” ansehen, machen das eigentlich freiwillig? Es sind einige, die sich mit ihren Frauen im Oranienburger Filmpalast einfanden, um die geheimen Sexpraktiken des Christian Grey kennenzulernen.
Was erwarten sie sich davon? Eine Belohnung im Anschluss an den Film? Einmal “Sportschau” gucken ohne Augenrollen der Freundin? Eine Stunde “Telekolleg Sado-Maso”? Einkaufstipps für den Baumarkt (”Einmal Kabelbinder, bitte!” Zwinker, zwinker!)?

Was das Pärchen in der Sitzreihe hinter mir mitbekommen hat, weiß ich nicht genau. Er wisperte ihr immer wieder “Ich liebe dich” ins Ohr, worauf sich die beiden innig und ausführlich küssten. Das Pärchen in der Reihe davor sorgte dagegen für einen Live-Audio-Kommentar. Sie sagte nichts, er trank sein Bier und gab immer wieder seinen Senf dazu. Als Christian Grey sich das erste Mal auszieht, geht ein Murmeln durch den Saal, und die beiden hinter mir knutschten wieder (oder immer noch). Vermutlich nur das Vorspiel. Wobei ich nicht genau weiß, woher die weißen Flecken auf den Stühlen in der Reihe hinter mir kommen. Geht etwa gerade in deutschen Kinosälen nicht nur auf der Leinwand die Post ab?

RTelenovela

2014

Mittwoch, den 31. Dezember 2014
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DIE BESTE PARTY
20 Jahre LHG – Show und Ehemaligenball

DAS BESTE KONZERT
Casper in Berlin

DER BESTE SONG
Klangkarussell: Netzwerk (Falls like Rain)
außerdem:
Mark Forster & Sido: Au Revoir
Andreas Bourani: Auf uns
Klangkarussell: All Eyes on you
The Common Linnets: Calm after the Storm
Clean Bandit feat. Jess Glynne: Rather be
Ed Sheeran: I see Fire
Helene Fischer: Atemlos durch die Nacht
Marcus Wiebusch: Der Tag wird kommen
Jennifer Lawrence: Hanging Tree

DAS BESTE ALBUM
Klangkarussell: Netzwerk

DER BESTE FILM
Interstellar
außerdem:
Die Karte meiner Träume
Boyhood
Hin und weg
Rico, Oskar und die Tieferschatten

DER SCHLECHTESTE FILM
American Hustle
außerdem:
Die Pinguine aus Madagascar
Männerhort
A most wanted Man

BESTE TV-SENDUNG
FIFA-WM 2014 live – Finale: Deutschland – Argentinien, Das Erste
außerdem:
Kesslers Expedition: Auf drei Rädern von Bayern an die Ostsee, rbb
Kessler ist…, zdf_neo
Der Rassist in uns, zdf_neo
Rock am Ring: Klangkarussell, einsplus
Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!, RTL

SCHLECHTESTE TV-SENDUNG
ZDFZeit: McDonald’s gegen Burger King, ZDF
außerdem:
Die Promi-Lektion: Macht Senna heiratsfähig, RTL II
Guten Morgen, Schatzi!, Hallo TV
Die Goldene Henne 2014, MDR-Fernsehen
Himmel oder Hölle, ProSieben

BESTER RADIOSENDER
Brauchen wir doch gar nicht drüber reden: radioeins.

BESTES BUCH
Nils Mohl: Stadtrandritter

BESTER AUGENBLICK
Eine Zufallsbegegnung und lange Gespräche in einer lauen Berliner Frühlingsnacht

SCHLECHTESTER AUGENBLICK
Die immer wiederkehrenden Diskussion um die Job- und Firmenzukunft

RTelenovela

Vorspiel

Mittwoch, den 26. November 2014
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Bekommen manche Leute es eigentlich nicht mit, dass sie nicht alleine sind? Ist es ihnen wurscht?
Neulich im Filmtheater am Friedrichshain in Berlin. Das junge Pärchen vor uns scheint sich noch nicht lange zu kennen. Die Liebe ist jedenfalls noch sehr, sehr groß.

Sie will kuscheln. Dabei ist der Film, den sie sehen, eigentlich gar kein Kuschelfilm: “Mommy”, es ist eigentlich eher ein Drama mit recht lustigen Augenblicken.
Aber egal, sie will kuscheln. Sie legt ihren Kopf in seinen Schoß. Er beginnt, ihren Nacken zu kraulen und zu massieren. Er streichelt ihren Arm.
Sie kommen in Fahrt, sie zieht ihr Shirt aus, hat noch ein Hemdchen drunter. Es gibt leises Gelächter bei den Umsitzenden, die nun alle aufmerksam geworden sind. Und er hat nun mehr Streichelfläche.

Irgendwann hat sie genug. Dafür legt er seinen Kopf in ihren Schoß. Sie beginnt ihn zu streicheln, ihre Hand wandert in sein Shirt.
Nein, man muss dazu nicht besonders hingucken, in der Sitzreihe dadinter bekommt man das alles auch so mit. Dass es die hintere Reihe unter Umständen nervt, wenn da plötzlich ein massierender und streichelnder Arm im Blick ist, spielt dann keine Rolle.
War wohl das Vorspiel, das Hauptprogramm gab es dann wohl nach dem Film, an einem anderen Ort.

RTelenovela

Wenn sie im Zoopalast die Lichter ein- und ausschalten

Mittwoch, den 19. November 2014
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Schon immer war der Zoopalast in Berlin-Charlottenburg ein angesagtes Kino, auch wenn es zuletzt ziemlich runtergekommen war. Aber der Saal 1 über mehr als 1000 Plätzen war immer ein Highlight, vor allem weil Ende der 90er jede der Vorstellungen mit einer tollen Lasershow eingeleitet wurde.
Mehrere Jahre ist das Haus saniert worden. Nun ist der Zoopalast ein Edelkino. Vor allem die breiteren, gemütlicheren Sitze sorgen für ein schönes Kinoerlebnis (und natürlich immer noch ein hoffentlich guter Film).

Nach der Neueröffnung bietet der Saal 1 zwar weniger Plätze, toll ist er immer noch. Und er bietet vor dem Film wieder eine Show – eine Introshow.
Klar, auf die war ich besonders gespannt, denn die Messlatte lag nach den Lasershows von einst hoch. Und irgendwie dachte ich, dass es wieder was Ähnliches gibt.

Es beginnt mit Musikfetzen aus bekannten Filmhits. Vorn, am Vorhang, sieht man einen Wasserfall. Nett. Die Musik wird dramatischer (”Weißer Hai”), das Licht geht aus, und oben an der Ecke blinken rote Lichter, grüne und was weiß ich noch für Farben auf. Blink, blink, blink. Zu weiteren Musiken (u.a. “Indiana Jones”) wechseln dann mal die Lichtfarben an der Decke, es werden weitere Lampen ein- und ausgeknipst.
Sehr viel mehr passiert nicht. Der Slogan am Ende lautet: “Das Kino kommt zurück”. Zumindest aus meiner Sicht war es zwar nie weg, aber was diese seltsame Lichtknipsshow mit dem Slogan zu tun hat, erschließt sich mir nicht. Es ist zwar schön, die berühmten Songs zu hören, aber man hätte im Saal für eine Introshow sicherlich anders damit umgehen können – und die Leinwand, um die es ja geht, hätte dabei eine Rolle spielen müssen.

Der Film danach war übrigens in der Tat ein Erlebnis. Visuell, akustisch, und extrem gemütlich war der Abend auch.

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Karla Kolumna ist tot!

Sonntag, den 6. April 2014
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Ihre schrille Stimme kennen sicherlich viele: Karla Kolumna war die rasende Reporterin in Neustadt, der Heimat von Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen.
Sie, oder vielmehr die Sprecherin Gisela Fritsch, ist gestorben – und zwar schon im Juli 2013. Bis heute habe ich dazu nichts gefunden. Das traurige Ereignis ist an mir vorbeigegangen.

Erst eine Recherche zum Kinofilm “Bibi & Tina” hat mich darauf gebracht. Bei Wikipedia fand ich den Eintrag zur gleichnamigen Hörspielserie, dem Ableger der “Bibi Blocksberg”-Reihe. Dort traf ich auf Karla Kolumna und Gisela Pukaß-Fritsch – und dass sie im vergangenen Jahr gestorben ist.

Das erklärt auch auch die Beobachtung, die noch gar nicht so lange her ist. Im März war ich mit einem Freund im Kino. Wir haben “Philomena” gesehen – mit Judi Dench. Schon im Kino flüsterte ich meinem Freund zu, dass die Dench diesmal eine andere Synchronstimme habe. Jetzt weiß ich auch warum. Gisela Fritsch sprach nicht nur Karla Kolumna, sondern u.a. auch Judi Dench – in den “James Bond”-Filmen zum Beispiel.

Ein sehr verspäteter Nachruf, aber mir wird ihre Stimme fehlen.

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Zentral im Hinterhof

Sonntag, den 9. September 2012
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Selten, aber es kommt vor: Gestern war ich in einem Berliner Kino, in dem ich bislang noch nie einen Film gesehen habe. Das “Central” an der Rosenthaler Straße in Mitte liegt allerdings auch ein wenig versteckt in einem ziemlich ramschigen Hinterhof.

Ja, dit is ooch Berlin! Wir sitzen im Hinterhof des Cinema-Cafés, das wohl das älteste Café im Umkreis des Hackeschen Marktes sein soll. Trotz der Citylage, sind die Preise noch ziemlich niedrig. 2,40 Euro für eine Schale Milchkaffee sind zumindest nicht allzu teuer.
Okay, der Hinterhof wirkt ein bisschen runtergekommen. Der Putz fällt von den Wänden, die Graffiti fallen auch nicht in die Kunstkategorie. Weiter hinten steht eine seltsame, riesige Figur aus Metall, dahinter liegt das Kino “Central”, eines der kleinen, erhaltenswerten Lichtspielhäuser der Hauptstadt. Ein Blick auf das Programm zeigt, dass das Arthouse-Kino in Berlin noch seinen Platz hat. Viel Zeit lässt man dort auch nicht verstreichen. Höchstens fünf Minuten vergehen von Filmende bis zur nächsten Vorstellung im selben Saal. Und das für nur 6,50 Euro. Nebenan, in den Kinos der Hackeschen Höfe, ist’s mit 8 Euro schon sehr viel teurer.

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Frag Google (3): Monicas Wanne in Linumhorst

Samstag, den 21. Juli 2012
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(2) -> 20.6.2012

Und wieder zehn neue Sucheingaben bei Google, die aus irgendwelchen Gründen auf meine Seite führten.

1. “glückskeks kein zettel”
Das kann nur ein schlechtes Omen sein.

2. “monica ivancan wanne”
Ist das ein Fetisch?

3. “sexkontakt in linumhorst”
Die Frage ist: Hatte jemand einen Sexkontakt in Linumhorst? Hat Linumhorst eine sündige Meile? Das Dorf ist so klein, da wäre das eine Sensation…

4. “kino mit fusshocker”
Die gibt es zum Beispiel in der Astor-Filmlounge in Berlin-Charlottenburg am Kurfürstendamm. Der ehemalige “Filmpalast” zählt zu meinen Lieblingskinos, ist nach dem Umbau noch gemüticher geworden – aber leider auch teuer.

5. “gibt es in leegebruch s-bahn”
Nein, aber zwei Buslinien.

6. “physio kitzlig”
Unheimlich. Dieser Suchbegriff tauchte just an dem Tag auf, an dem ich erstmals eine Rückenmassage bei meiner Physiotherapeutin ausprobiert habe. Das war kritisch, weil ich am Rücken extrem empfindlich bin. Aber es hat ganz gut funktioniert.

7. “wie lange dauert ein brief von der bußgeldstelle bei fahrerflucht”
Ohoh! Was ist denn da passiert? Ob bei Fahrerflucht wirklich nur ein Brief von der Bußgeldstelle kommt?

8. “sind die geschichten echt bei der talk annica hansen”
Nein!

9. “annica hansen schow blöder gehts nicht”
Ja!

10. “warum hört annica hansen auf ?”
Die Frage lautet eher: Warum durfte sie zehnmal auf Sendung gehen?