RTelenovela

Life – Augen und Ohren zu!

Samstag, den 1. April 2017
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Es kommt nicht allzu oft vor, und diesmal war es sogar eine Premiere: Aber der Film “Life”, den ich im Oranienburger Filmpalast gesehen habe, hat mich eiskalt erwischt. Mit purem Ekel in einer Form, die ich im Kino so noch nicht erlebt habe.

Es geht um diese Szene: Ein Mitglied der Raumfahrtcrew (Ryan Reynolds) hat es mit einem außerirdischen Wesen vom Mars zu tun. Ein zunächst wurm- und krakenähnlichen Tier.
Dieses Ding knebelt den Mann und bahnt sich dann in seiner schleimigen Art den Weg in den Mund des Mannes. Dort verschwindet es. Schon diese Szene, die sich über viele Sekunden hinzog, konnte ich nicht sehen. Ich spürte den puren Ekel.

Das hat eine Vorgeschichte, sie hat mit dem Horrorfilm “Poltergeist II” zu tun, ich hatte es schon mal erzählt.
Aber die Szene in “Life” ging weiter. Man hörte nun, wie das Marsding den Menschen von ihnen auffraß. Die Geräusche waren gruselig, die Bilder dazu grauenerregend.
Und ich – ich hatte die Augen zugekniffen und mir zwischenzeitlich sogar die Ohren zugehalten. Ich verspürte einen selten erlebten Ekel, nur wenig hätte bis zum Würgereiz gefehlt.

Ob das nun für diesen Film spricht oder gegen ihn – das muss ich irgendwie noch rausfinden.

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2016

Samstag, den 31. Dezember 2016
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DIE BESTE PARTY
800 Jahre Oranienburg – Der Festumzug

DAS BESTE KONZERT
Underworld in Berlin

DER BESTE SONG
Stereoact feat. Kerstin Ott: Die immer lacht
außerdem:
Sportfreunde Stiller: Sturm und Stille
Stereoact: Guten Morgen, Sonnenschein
Frans: If I were sorry
Underworld: Low Burn
Price Damien: Glücksmoment
Alma: Karma

DAS BESTE ALBUM
Sportfreunde Stiller – Sturm und Stille
außerdem
Underworld – Barbara Barbara, we face a shining Future

DER BESTE FILM
Raum
außerdem:
24 Wochen
Die Mitte der Welt

DER SCHLECHTESTE FILM
Hail, Caesar!
außerdem:
Wild
The Boss

BESTE TV-SENDUNG
Kessler ist… Hugo Egon Balder, ZDF
außerdem:
Sido in the Box, ProSieben
Terror – Ihr Urteil, Das Erste
OGOT – Old Guys on Tour, Tele 5
Ninja Warrior Germany, RTL

SCHLECHTESTE TV-SENDUNG
Match Factor, ProSieben
außerdem:
Netz-O-Rama, Comedy Central
Sarah & Pietro – Die ganze Wahrheit, RTL II
In Touch – Stars. Styles. Stories., RTL II
Slow TV auf Tele 5: Boccia Boccia, Tele 5

BESTER RADIOSENDER
radioeins. Was sonst?

BESTES BUCH
Rita Falk: Hannes
außerdem:
Dave Eggers: Der Circle
Katharina Peters: Bernsteinmord

BESTER AUGENBLICK
Die Premiere des “RT Zapper”-Buches in Kremmen

SCHLECHTESTER AUGENBLICK
Wenn dir gezeigt wird: Sei dir deiner Zukunft hier bloß nicht so sicher!

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Der Cinestar-Niedergang

Freitag, den 16. Dezember 2016
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In Berlin-Friedrichshain entsteht demnächst ein neuer Kinopalast. So was hat Berlin ja auch noch nicht und wird deshalb sehr dringend benötigt.
Na ja.
Dabei scheint es, dass die großen Ketten jetzt schon arg zu knabbern haben. Wenn man sich zum Beispiel mal in den Cinestar-Kinos in Berlin umsieht, wird man nachdenklich.

In Tegel stehen die Leute gute fünf Minuten an der Kinokasse, ohne dass sich was tut. Die Kasse ist nicht besetzt, der Mann dahinter war plötzlich verschwunden, und die anderen zig Kassen sind verwaist. Auch sonst ist wenig los. Es ist kein einziger Mitarbeiter zu sehen, weder am Einlass, noch an der langen Bar.
Wer wissen möchte, welchen Film man sich denn ansehen könnte, muss im Smartphone im mobilen Internet nachsehen. Die Anzeigetafeln sind außer Betrieb. Flyer sind nicht zu finden. Service: null. Oder eher: -100. Und das ist keine einmalige Beobachtung, sondern in Tegel ein Dauerzustand.
Die Tickets werden zwar nur moderat teurer, dafür aber ist inzwischen fast der komplette Kinosaal zur Loge mutiert. Bis auf die ersten drei Rumpelreihen. Somit wurde es also doch teurer – aber eben versteckt.
Die zig Kassen an der Bar sind niemals alle besetzt – der hintere Teil der Bar nicht nicht mal bestückt. Aber wer inzwischen für einen halben Liter Cola 4,50 Euro zahlen muss, geht sowieso dankend dran vorbei. Von den unfassbaren Popcorn- und Nachopreisen gar nicht zu reden.
Später wird das komplette Kino von furchtbarer Rap/HipHop-Musik beschallt. In einer Lautstärke, dass es weh tut. Wegen der Texte und sowieso.
Wer ins Tegeler Cinestar geht, der wird quasi an allen Ecken und Enden angebrüllt: Bitte kommen Sie nicht hierher!

Das Cinestar Cubix am Alexanderplatz in Mitte hat auch schon bessere Tage erlebt. Bisher war auch die Bar in der oberen Etage immer besetzt, weshalb wir uns im Foyer auch nichts gekauft haben. Oben stellen wir überrascht fest, dass tote Hose herrscht. Dem Umsatz des Kinos hat das nicht gut getan – wir hatten keine Lust, noch mal runter zu gehen.

Im Cinestar-Kino in der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg wird über den Kassen immerhin das Kinoprogramm angezeigt. Aber die Kassen sind oft geschlossen. Stattdessen gibt es die Tickets an der Getränkebar. Wenn man Glück hat, hat jemand einen Zettel irgendwohin geklebt, wo das auch steht.

Und so weiter.
Das Kino ist in der Abwärtsspirale. Immer weniger Service. Immer höhere Preise. Immer weniger Personal. Immer mehr Sparmaßnahmen. Das führt zu noch weniger Besuchern und noch höheren Preisen.
Schade. Denn für mich ist das Kino, die große Leinwand immer noch unersetzbar.

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Im Ladenkino

Montag, den 25. April 2016
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Unweit vom Amüsierviertel rund um die Simon-Dach-Straße in Berlin-Friedrichshain befindet sich ein echtes Kleinod: das B-Ware Ladenkino.
Es ist einer der Läden, in dem viel mehr drin ist, als man denkt, wenn man davor steht. Ein echtes Kiezkino, bis zum nächsten Multiplex ist man noch eine Weile unterwegs.

Man kommt rein, und das Ding wirkt tatsächlich wie ein kleiner Laden. Vorn gibt’s einen Tresen, davor ein paar Sitzecken. Eine davon leicht erhöht und mit drei Stühlen, die aussehen, als ob sich dort nur Majestäten hinsetzen dürfen.
In den hinteren Fluren befinden sich nicht nur drei (ich hoffe, ich habe richtig gezählt) kleine Kinosäle, sondern auch viele Regale mit DVDs. Eine Videothek. Und natürlich sind es allesamt Filme, die speziell und besonders sind, selten sind Blockbuster dabei.

Die Leute müssen im Laden auf den Beginn der Vorführung warten – bis jemand kommt und den Filmtitel nennt und ruft, dass nun der Einlass beginne.
Und sitzt man erst mal, dann geht es auch zügig los – ohne Reklame. Und das auch bei preiswertem Eintritt, er hat nur 6 Euro gekostet. Es sind Filme, die in der Regel schon ein paar Wochen in den Kinos laufen, aber auch noch nicht so alt, dass es sie schon auf DVD gibt. Also letztlich doch aktuelle Produktionen.

In unserem Saal bestand die letzte Reihe übrigens auch zwei Sofas. Das ist recht gemütlich, man kann sich allerdings nicht langlegen, dann sieht man nichts.
Im Kiez scheint das gut anzukommen – oder auch bei Berlinern aus anderen Kiezen oder bei Touris. Das Kino war sehr gut besucht.

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99 Minuten – wahnsinnige Überlänge!

Samstag, den 12. März 2016
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Wenn ich heutzutage ins Kino gehe, dann habe ich oft den Eindruck, dass die Eintrittspreise immer nur noch ungefähre Angaben sind. Besonders auffällig scheint das in den UCI-Kinos zu sein. Im “Colosseum” in Berlin-Prenzlauer Berg zum Beispiel.

Die Loge? Beginnt schon in Reihe 4.
Ganz hinten sitzen? Das ist der VIP-Bereich – noch viel teurer.
Überlänge? Aufschlag!
3D? Aufschlagsaufschlag!

Aber wann hat ein Film eigentlich Überlänge? Eigentlich kannte ich die Regel, dass ein Film, der länger ist als 120 Minuten läuft, Überlänge hat.
Das scheint Vergangenheit zu sein.
Im “Colosseum” wird für “London has fallen” ein Überlängenzuschlag von 50 Cent berechnet. Kostet dann also nicht 8,70 Euro, sondern 9,20 Euro. Und wer nicht ganz vorne sitzen will, zahlt dann schon 10,20 Euro.

“London has fallen” ist 99 Minuten lang. Von einer Überlänge also sehr weit entfernt. Berechnet das UCI etwa die Reklame mit? Zahlt der Kunde für Werbung?
Ist das seriös? Ist das Abzocke? Auf jeden Fall extrem ärgerlich!

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Meine Brotfabrik-Premiere

Mittwoch, den 17. Februar 2016
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In diesem Jahr feiere ich mehrere 20. Jubiläen. Eines davon am 28. Juni: 1996 war ich das erste Mal in einem Berliner Kino. Seitdem stieg mein Kinofilm-Konsum stetig an. Inzwischen habe ich viele Kinos in der Hauptstadt kennengelernt, aber es kommt immer seltener vor, dass ich in ein Kino gehe, das ich vorher nicht kannte.

Die Brotfabrik zum Beispiel. Das Kino in Weißensee ist nicht mal versteckt in einer Seitenstraße. Es befindet sich direkt an der Prenzlauer Promenade (B109), also der Straße, die ich schon hunderte Male stadtein- und auswärts gefahren bin. Es gibt vermutlich kein Kino, an dem ich öfter vorbeifahre und auch immer einen Blick auf das Programm werfe, das ganz groß über dem Eingang steht. Aber ich war eben noch nie drin. Bis jetzt.

Da der Film “Sibylle” dort in einem der wenigen Kinos lief, hatte ich also meine Brotfabrik-Premiere.
Offenbar gibt es dort eine Gaststätte, wo es vermutlich auch Brot gibt, auch ein Theater – und eben das Kino. In einem Minikabuff sitzt eine Frau und verkauft das Tickets. Ich war mir nicht sicher, ob es auch Getränke gibt, aber sie hat tatsächlich ein kleines Kühlschränkchen neben sich zu stehen. “Aber wir haben nur Fritz-Cola”, sagte sie entschuldigend. Das ist mir schon mehrfach aufgefallen, als ob es den Leuten peinlich ist, “nur” diese Sorte anbieten zu können.

Mit dem Ticket und einer Flasche Cola irrte ich dann eine Treppe hoch. Irgendwo im Dunkeln, und tatsächlich hatte ich mich verirrt. Ich stand vor einem Tür, die zu einem internen Raum führt. Ich tastete mich wieder runter und nahm den anderen Weg.
Der Saal ist gar nicht mal so groß, und muss er auch nicht sein. Die Wände sind nicht verputzt, und ein bisschen wirkt das alles wie eine Garage. Aber recht gemütlich.
Den Film sahen an diesem Abend insgesamt sieben Leute, und ich kann nur hoffen, dass über die Woche hinweg ein paar Menschen mehr kommen. Denn das Kino zeigt Filme abseits des Mainstreams und scheint so etwas wie ein Kiezkino und -treff zu sein. Und so etwas braucht eine Stadt wie Berlin!

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Bibi & Tina & ich

Montag, den 1. Februar 2016
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Das Wochenende habe ich dazu genutzt, ins Kino zu gehen. Und der Mann an der Kasse des Oranienburger Filmpalastes hat sich wirklich schwer gewundert, als ich ihm den Titel nannte: “Bibi & Tina”. Normalerweise kämen nur Kinder mit den Eltern vorbei, aber ich stand da ganz allein an diesem Sonnabendnachmittag – und verteidigte mich. Schließlich wolle ich über den Film etwas schreiben, und dazu müsste ich ihn ja sehen.

Aber jetzt kann ich es ja sagen: Ich habe mir “Bibi & Tina” eigentlich auch ganz freiwillig angesehen. Aber muss einem das peinlich sein? Immerhin handelt es sich dabei um einen Film von Detlev Buck, und der macht in der Regel sehr gute Filme, wie ich finde. Aber davon mal abgesehen, machen solche Familienfilme oft großen Spaß. Die “Rico und Oskar”-Filme sind dafür auch gute Beispiele. oder der wunderbare Peanuts-Film.
Okay, im Fall von “Bibi & Tina” denkt man zuerst an Mädchen und Pferde. Aber Buck sorgt dafür, dass der Film mit dem Klischeee recht wenig zu tun hat und dass man die auch als Erwachsener sehr gut sehen kann.
Wir sehen uns dann wohl – wenn es ihn denn geben sollte – beim vierten “Bibi & Tina”-Film wieder. Oder bei anderen sehenswerten Kinder- Jugend und Familienfilmen.