RTelenovela

Wenn sie im Zoopalast die Lichter ein- und ausschalten

Mittwoch, den 19. November 2014
Tags: , ,

Schon immer war der Zoopalast in Berlin-Charlottenburg ein angesagtes Kino, auch wenn es zuletzt ziemlich runtergekommen war. Aber der Saal 1 über mehr als 1000 Plätzen war immer ein Highlight, vor allem weil Ende der 90er jede der Vorstellungen mit einer tollen Lasershow eingeleitet wurde.
Mehrere Jahre ist das Haus saniert worden. Nun ist der Zoopalast ein Edelkino. Vor allem die breiteren, gemütlicheren Sitze sorgen für ein schönes Kinoerlebnis (und natürlich immer noch ein hoffentlich guter Film).

Nach der Neueröffnung bietet der Saal 1 zwar weniger Plätze, toll ist er immer noch. Und er bietet vor dem Film wieder eine Show – eine Introshow.
Klar, auf die war ich besonders gespannt, denn die Messlatte lag nach den Lasershows von einst hoch. Und irgendwie dachte ich, dass es wieder was Ähnliches gibt.

Es beginnt mit Musikfetzen aus bekannten Filmhits. Vorn, am Vorhang, sieht man einen Wasserfall. Nett. Die Musik wird dramatischer (”Weißer Hai”), das Licht geht aus, und oben an der Ecke blinken rote Lichter, grüne und was weiß ich noch für Farben auf. Blink, blink, blink. Zu weiteren Musiken (u.a. “Indiana Jones”) wechseln dann mal die Lichtfarben an der Decke, es werden weitere Lampen ein- und ausgeknipst.
Sehr viel mehr passiert nicht. Der Slogan am Ende lautet: “Das Kino kommt zurück”. Zumindest aus meiner Sicht war es zwar nie weg, aber was diese seltsame Lichtknipsshow mit dem Slogan zu tun hat, erschließt sich mir nicht. Es ist zwar schön, die berühmten Songs zu hören, aber man hätte im Saal für eine Introshow sicherlich anders damit umgehen können – und die Leinwand, um die es ja geht, hätte dabei eine Rolle spielen müssen.

Der Film danach war übrigens in der Tat ein Erlebnis. Visuell, akustisch, und extrem gemütlich war der Abend auch.

RTZapper

Karla Kolumna ist tot!

Sonntag, den 6. April 2014
Tags: , ,

Ihre schrille Stimme kennen sicherlich viele: Karla Kolumna war die rasende Reporterin in Neustadt, der Heimat von Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen.
Sie, oder vielmehr die Sprecherin Gisela Fritsch, ist gestorben – und zwar schon im Juli 2013. Bis heute habe ich dazu nichts gefunden. Das traurige Ereignis ist an mir vorbeigegangen.

Erst eine Recherche zum Kinofilm “Bibi & Tina” hat mich darauf gebracht. Bei Wikipedia fand ich den Eintrag zur gleichnamigen Hörspielserie, dem Ableger der “Bibi Blocksberg”-Reihe. Dort traf ich auf Karla Kolumna und Gisela Pukaß-Fritsch – und dass sie im vergangenen Jahr gestorben ist.

Das erklärt auch auch die Beobachtung, die noch gar nicht so lange her ist. Im März war ich mit einem Freund im Kino. Wir haben “Philomena” gesehen – mit Judi Dench. Schon im Kino flüsterte ich meinem Freund zu, dass die Dench diesmal eine andere Synchronstimme habe. Jetzt weiß ich auch warum. Gisela Fritsch sprach nicht nur Karla Kolumna, sondern u.a. auch Judi Dench – in den “James Bond”-Filmen zum Beispiel.

Ein sehr verspäteter Nachruf, aber mir wird ihre Stimme fehlen.

RTelenovela

Zentral im Hinterhof

Sonntag, den 9. September 2012
Tags: , , ,

Selten, aber es kommt vor: Gestern war ich in einem Berliner Kino, in dem ich bislang noch nie einen Film gesehen habe. Das “Central” an der Rosenthaler Straße in Mitte liegt allerdings auch ein wenig versteckt in einem ziemlich ramschigen Hinterhof.

Ja, dit is ooch Berlin! Wir sitzen im Hinterhof des Cinema-Cafés, das wohl das älteste Café im Umkreis des Hackeschen Marktes sein soll. Trotz der Citylage, sind die Preise noch ziemlich niedrig. 2,40 Euro für eine Schale Milchkaffee sind zumindest nicht allzu teuer.
Okay, der Hinterhof wirkt ein bisschen runtergekommen. Der Putz fällt von den Wänden, die Graffiti fallen auch nicht in die Kunstkategorie. Weiter hinten steht eine seltsame, riesige Figur aus Metall, dahinter liegt das Kino “Central”, eines der kleinen, erhaltenswerten Lichtspielhäuser der Hauptstadt. Ein Blick auf das Programm zeigt, dass das Arthouse-Kino in Berlin noch seinen Platz hat. Viel Zeit lässt man dort auch nicht verstreichen. Höchstens fünf Minuten vergehen von Filmende bis zur nächsten Vorstellung im selben Saal. Und das für nur 6,50 Euro. Nebenan, in den Kinos der Hackeschen Höfe, ist’s mit 8 Euro schon sehr viel teurer.

RTelenovela

Frag Google (3): Monicas Wanne in Linumhorst

Samstag, den 21. Juli 2012
Tags: , , , , , , ,

(2) -> 20.6.2012

Und wieder zehn neue Sucheingaben bei Google, die aus irgendwelchen Gründen auf meine Seite führten.

1. “glückskeks kein zettel”
Das kann nur ein schlechtes Omen sein.

2. “monica ivancan wanne”
Ist das ein Fetisch?

3. “sexkontakt in linumhorst”
Die Frage ist: Hatte jemand einen Sexkontakt in Linumhorst? Hat Linumhorst eine sündige Meile? Das Dorf ist so klein, da wäre das eine Sensation…

4. “kino mit fusshocker”
Die gibt es zum Beispiel in der Astor-Filmlounge in Berlin-Charlottenburg am Kurfürstendamm. Der ehemalige “Filmpalast” zählt zu meinen Lieblingskinos, ist nach dem Umbau noch gemüticher geworden – aber leider auch teuer.

5. “gibt es in leegebruch s-bahn”
Nein, aber zwei Buslinien.

6. “physio kitzlig”
Unheimlich. Dieser Suchbegriff tauchte just an dem Tag auf, an dem ich erstmals eine Rückenmassage bei meiner Physiotherapeutin ausprobiert habe. Das war kritisch, weil ich am Rücken extrem empfindlich bin. Aber es hat ganz gut funktioniert.

7. “wie lange dauert ein brief von der bußgeldstelle bei fahrerflucht”
Ohoh! Was ist denn da passiert? Ob bei Fahrerflucht wirklich nur ein Brief von der Bußgeldstelle kommt?

8. “sind die geschichten echt bei der talk annica hansen”
Nein!

9. “annica hansen schow blöder gehts nicht”
Ja!

10. “warum hört annica hansen auf ?”
Die Frage lautet eher: Warum durfte sie zehnmal auf Sendung gehen?

RTelenovela

Verschenkte Filmperlen in Mono

Freitag, den 20. Juli 2012
Tags: , , ,

“Nathalie küsst” hieß der Film der am Mittwoch um 18.30 Uhr im Hennigsdorfer Kino lief. Das „Kino im Ziel“ hat immer mal wieder echte Filmperlen im Programm. Blöd nur, dass die irgendwo am Nachmittag versteckt werden.

Es ist durchaus etwas Besonderes, wenn kleine Kinos in kleinen Städten wie Hennigsdorf auch mal Filme abseits des Mainstreams
zeigen.Wenn in Hennigsdorf „The amazing Spiderman“ oder „Ice Age 4“ laufen,
dann ist das schön, aber erst mal nichts Besonderes.
Dann aber erblicken Filmfans plötzlich Werke wie „My Week with Marilyn“ auf dem Plan. Oder eben den französischen Streifen „Nathalie küsst“. Neulich lief in Hennigsdorf die Science-Fiction-Parodie „Iron Sky“, die schon bei der Berlinale für
Wirbel sorgte.

Aber was nützt das alles, wenn diese Perlen an einem Mittwochnachmittag um
18 Uhr beginnen? Jetzt, in den Ferien und der Urlaubszeit, mag das kein Problem
sein, aber wer geht denn in der Regel am späten Nachmittag ins Kino, um sich so eine Perle reinzuziehen?
Dementsprechend leer war es dann auch immer, wenn ich mir dann doch mal die Zeit genommen habe und schnell ins Kino gedüst bin. Da kommt es vor, dass ich allein im Saal sitze – oder höchstens noch eine Handvoll Menschen neben mir.

„Der besondere Film“ heißt die Reihe, die mittwochs im „Kino im Ziel“ läuft. Aber so viel Wert scheinen die Betreiber nicht darauf zu legen, dass diese Filme auch gesehen werden. Das macht der Oranienburger Filmpalast besser. Dort ist das „Kino für Kenner“ am Montag um 20 Uhr gerade richtig im Programmplan. Als dort diese Woche “Best exotic Marigold Hotel” lief, war der Saal gut dreiviertelvoll.

Und wenn wir schon mal dabei sind, liebe Hennigsdorfer: Einen akustischen Genuss kann man es auch nicht gerade nennen, was in dem Kino geboten wird. Dolby Surround habe ich in Hennigsdorf jedenfalls schon lange nicht mehr erlebt. Im „Kino im Ziel“ hört sich das eher wie Mono in den sehr frühen 90ern an – gerade erst wieder bei “Ice Age 4 – Voll verschoben” erlebt. So vergrault man
auch die Besucher.

(auch in leicht kürzerer Version in der MAZ vom 12.7.2012)

RTZapper

Der Deutsche Filmpreis 2012

Samstag, den 28. April 2012
Tags: , , ,

FR 27.04.2012 | 21.45 Uhr | Das Erste

Ein paar Leute haben gelacht, als “Lola”-Laudator Christoph Maria Herbst mit Weihrauch auf der Bühne erschien – als Zeichen für Selbstbeweihräucherung. Ein paar Leute schienen ein bisschen angepisst. Und beide Seiten hatten irgendwie recht. Vor allem aber: Christoph Maria Herbst mit dem Bild der Branche, die sich selbst beweihräuchert, sich selbst feiert.

“Barbara”, “Kriegerin”, “Halt auf freier Strecke”. Alles gute Filme. Aber auch alles Filme, die kaum Zuschauer hatten.
Die Verleihung der “Lola”, des Deutschen Filmpreises 2012, die das Erste am Freitagabend ausstrahlte, war in ihrer Festlichkeit auch eine sehr bittere Veranstaltung. Komödien kamen nicht oder kaum vor. Publikumserfolge (und wirklich gute Filme) wie “Rubbeldiekatz” blieben nahezu unerwähnt. Es war die Hochkultur, die die Branche feierte. Filme, die vom Publikum weitgehend ignoriert wurden.

Und deshalb musste sich diese Branche von einigen Laudatoren auch harte Worte anhören. Die Summe der Zuschauer sei niedriger als die Quote von “Gottschalk live” hieß es da. Und im Grunde war das kein Witz. Regisseur Christian Petzold musste dafür Kritik einstecken, dass er am Publikum vorbeidreht.
Nicht nur Herbst ätzte, auch Josef Hader las den deutschen Filmemachern ordentlich die Leviten.

Der deutsche Film leistet gute Arbeit – sowohl im Independentbereich als auch bei den schwirigen Stoffen, aber auch in der Unterhaltung, im Popcornkino. Das spiegelt sich bei der “Lola” jedoch in eklatanter Weise wider. Die “Lola” hat mit dem Geschmack und der Meinung der Zuschauer herzlich wenig zu tun. Zumindest die Lola 2012 war reine Selbstbefriedigung. Und dass das nur wenige Menschen sehen wollen – wahrscheinlich wundert sich genau diese Filmbranche darüber sehr.

RTelenovela

8:13 – meine Oscar-Schmach

Dienstag, den 28. Februar 2012
Tags: , , ,

Dass die diesjährige Oscar-Nacht leider recht langweilig war, habe ich ja bereits an anderer Stelle erwähnt. Aushalten lässt sich das eigentlich nur, in dem man nebenher chattet und ein kleines Oscar-Battle veranstaltet.
Und, nun ja, aus meiner Sicht war das allerdings doch keine so gute Idee, wie ich anfangs dachte. Ich habe grandios verloren, am Ende 8:13. Damit habe ich nach 2006 wieder keinen Erfolg gehabt.

Aber wer kann denn schon ahnen, dass die Oscar-Jury tatsächlich in eine schlimme Nostalgiewelle geraten ist und “The Artist” alle wichtigen Preise hinterherschmeißt, weil da jemand mal wieder einen Stummfilm gedreht hat?
Am Ende des Battles war sowieso klar, dass ich verlieren würde. Also setzte ich in der Kategorie “Bester Film” auf mein ganz persönliches Highlight und tippte auf “Extrem laut und unglaublich nah”. Aber für diesen Film blieb es bei der Nominierung, und ich werde mir wohl auch mal den Artisten reinziehen müssen.