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Junior Eurovision Song Contest 2021 – Wer fährt nach Paris?

Sonntag, den 12. September 2021
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FR 10.09.2021 | 19.35 Uhr | KiKA

Die deutsche Premiere Ende November 2020 ging ordentlich in die Hose. Letzter Platz beim Junior Eurovision Song Contest. Was wir ja beim großen ESC schon irgendwie gewöhnt sind, das setzte sich bei der Junior-Version fort.

Am Freitagabend ist beim KiKA die Kandidatin für den diesjährigen Wettbewerb gesucht worden, der diesmal am 4. Advent in Paris stattfinden wird. Denn die Franzosen haben im vergangenen Jahr mit einer wunderbar verspielten Partynummer gewonnen.

Wer diesmal für uns dabei ist, wurde nun – auch wieder eine Premiere – in einer Live-Show ermittelt, und vielleicht ist so ein deutscher Vorentscheid uns ja 2022 in Deutschland beim großen ESC auch wieder vergönnt.
Drei junge Mädchen traten an. Zunächst sangen Emilie, Marta und Pauline denselben Song: “Imagine us”, eine gefällige Popnummer, die tatsächlich jede von ihnen anders gesungen hat.
Das Problem bei solchen Kindermusikshows ist ja immer, dass man nicht wirklich offen sagen kann, wenn sie nicht gut gesungen haben. Tatsächlich war ein Mädchen dabei, das schrecklich schief gesungen und quasi keinen Ton richtig getroffen hat – trotzdem waren natürlich alle schwer begeistert.
Danach sangen die Mädchen noch eigene Songs.

Pauline siegte am Ende, nun musste noch gewählt werden, ob sie mit “Imagine us” antritt oder mit “Hausboot”, einer schönen, lockeren Nummer, die eher beschwingt war. Im Voting entschieden sich die (vermutlich sehr jungen) Zuschauer für “Imagine us”.
Der Song könnte zwar ein Ohrwurm sein, aber es bleibt abzuwarten, was die Verantwortlichen am 19. Dezember in Paris für eine Show darum stricken. Wenn die wieder so einfallslos ist wie 2020, dann ist mit dem Song wohl wieder nur wenig zu holen – immerhin gibt es diesmal Konkurrenz aus 18 Ländern.

In Deutschland muss noch viel getan werden, um die Popularität des JESC zu steigern, gerade mal 200.000 Menschen sahen die Show beim KiKA. Offenbar hat sie aber zumindest Europa wieder erreicht. 2020 waren nur 12 Länder dabei, nun sind es wieder 19.

-> Die Show auf Eurovision.de

Hits: 100

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Lassie

Mittwoch, den 5. Mai 2021
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DI 04.05.2021 | 12.05 Uhr | KiKA

Schock: Lassie spricht! Und der Köter spricht wie eine Oma.
Den Collie, der so klug ist, dass er seinen Herrchen und Frauchen aus jeder Patsche hilft, gab es erstmals 1954 als Fernsehserie. Deshalb dürfte so ziemlich allen Erwachsenen dieser Wunderhund bekannt sein.
Lassie bellte, sie (oder ist sie ein Er?) fiepte, sie (er?) kläffte, sie (?) rannte – aber sprechen, das konnte sie nie!

Genau genommen kann sie das auch heute noch nicht. Momentan lief beim KiKA immer am Mittag die Zeichentrickserie, die ab 2015 erstmals zu sehen war. Lassie lebt hier bei einer Familie, die an einem Nationalpark wohnt.
Und immer wenn Lassie mit den anderen Tieren unter sich ist, dann beginnt das Hundevieh plötzlich zu sprechen – mit einer echten Omastimme. Wobei ja jeder weiß, dass Lassie schon gute 80 Jahre alt ist, so lange ist der erste Roman her. Aber vermutlich hat auch Fury damals mit den anderen Pferden geplaudert, und Delphin Flipper mit seinen Meereskumpels (falls er welche hatte) ebenfalls.

Leider gehört auch “Lassie” nicht zu den Zeichentrick-Premiumserien, sondern es handelt sich um eine der schnell dahingepfuschten Animationen. Keine Hintergründe, alles im hinteren Bild ist nur noch verwischt. Manchmal wirkt es, als ob Tiefen im Bild nicht erwünscht seien, die Figuren wirken nur nur hin- und hergeschoben. Die Mutter sieht aus wie aus einem 90er-Computerspiel gefallen, die kleine Zoe scheint die verschollene Schwester von Bibi Blocksberg zu sein. Und, ja, das muss man leider so sagen: Lassie ist schlicht hässlich und lieblos gezeichnet. Und wenn sie gerade nicht mit den anderen Tieren quasselt, dann glotzt sie ständig nur doof in der Welt rum.

Kinder werden sich an den nett-harmlosen Geschichten mit kleinem Lerneffekt sicherlich erfreuen. Aber ansonsten ist die neue Lassie ziemlicher Schund. Nun gut: Schund war die Serie auch früher schon, aber da haben wenigstens noch richtige Leute mitgespielt. Und ein richtiger Hund.

-> Die Serie in der ZDF-Mediathek

Hits: 165

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Die Geburtstagssendung mit der Maus

Dienstag, den 9. März 2021
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SO 07.03.2021 | 8.50 Uhr | Das Erste

Wie relevant “Die Sendung mit der Maus” auch 2021 noch sein kann, ist klar, wenn man einen Blick auf die Zuschauerzahlen der Geburtstagssendung wirft. Fast 3,7 Millionen Menschen haben am Sonntag “Die Geburtstagssendung mit der Maus” im Ersten und später im KiKA gesehen. Das ist ein extrem starker Wert. Aber auch sonst sind durch die beiden zeitversetzten Ausstrahlungen um die 2 Millionen Menschen dabei.
Und nun ist die Maus also 50.

Ein halbes Jahrhundert erklärt die Maus – oder eigentlich Armin Maiwald, Christoph Biemann, Ralph Caspers und der Rest des Teams – nun schon den jeweiligen Kinder und den Erwachsenen, wie das Leben auf der Erde funktioniert. Und zum Jubiläum gab es einen Blick nach vorn: Wie wollen wir leben? Was wird aus der Technik, aus der Umwelt? Kinder konnten Vorschläge machen, welche Erfindungen es geben sollte.

Im kreischbunten und hektischen Kinderfernsehen ist “Die Sendung mit der Maus” immer noch ein wichtiger Ruhepool. Auch diese Sendung ist in den 50 Jahren natürlich moderner geworden, aber sie hebt sich immer noch ab von dem, was sonst oft am Sonntagmorgen zu sehen ist.

-> Zum 25. Jubiläum 1996
-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 3. Oktober 2021)

Hits: 162

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Das war 2020!

Donnerstag, den 31. Dezember 2020
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Weißt du noch, damals? Als Shows in großen Hallen mit tausenden Menschen aufgezeichnet worden sind? Als in der “heute show” noch Menschen im Studio saßen und gelacht und geklatscht haben? Das war alles davor. Vor Corona.
Kein anderes Thema hat die Menschheit und somit auch das Mediengeschehen 2020 so beeinflusst wie das Coronavirus.

Okay, davor gab es noch die Umweltsau. Corona war noch weit weg. 2020 begann mit einem Skandal, der noch von 2019 ins neue Jahr rüberschwappte. Der WDR-Kinderchor und die Oma, die alte Umweltsau. Satire und so. Die führte jedoch zu einem heftigen Streit. Einerseits der Shitstorm, angeführt von rechten Kreisen. Andererseits beim WDR selbst. Dass sich Intendant Tom Buhrow für eine Satire entschuldigte, anstatt sich näher damit zu befassen oder sich vor seine Leute zu stellen, kam nicht gut an.
Apropos Shitstorm: Der rollt auch 2020 wieder zigfach durchs Land. Weil das RTL-Dschungelcamp in Australien live auf Sendung ging, obwohl es im Land riesige Waldbrände gab, sorgte bei denen, die sich schnell empören, für Empörung. Dass die Brände so weit weg waren, dass es für die Show nicht relevant war – egal. RTL rief stattdessen in den Sendungen zu Spenden auf. Ach, und wer hat eigentlich gewonnen? Kann das mal jemand googlen?
Empörung herrschte auch über den vom mdr übertragenen Semperopernball. Zuvor vergaben die Ausrichter des Balls den St.-Georg-Orden an Abd el Fatah al-Sisi, dem Präsidenten von Ägypten. Menschenrechtsverletzungen stehen bei ihm auf der Tagesordnung, und wie es zur Preisvergabe kam, ist unklar. Es heißt, man wollte einen Ball-Ableger in Ägypten etablieren. Die Wellen schlugen hoch, als Moderatorin Judith Rakers beschloss, die Moderation abzugeben. Mareile Höppner wollte einspringen, wurde aber vom Shitstorm weggefegt – am Ende moderierte Roland Kaiser allein, nicht ohne heftige Kritik zu üben.

Corona trat spätestens am 28. Januar in das Leben der Deutschen. Der erste Fall im Land. In einem “Tagesthemen extra” auf Youtube ist diese Meldung verbreitet worden. Und dann ging alles ganz schnell.
Die Fallzahlen stiegen, Mitte März gab es Einschränkungen und schließlich den ersten Lockdown. Fernsehshows mussten auf Publikum verzichten. Weil Kinos und Theater schließen mussten, zeigte der rbb diverse Aufführungen wie “Carmen”. Musiker gaben Online-Konzerte, viele Theater zeigten Stücke oder Ausschnitte davon live bei Facebook oder Youtube. Die Fußball-Bundesliga pausierte zwei Monate lang, stattdessen liefen am Sonnabend alte Länderspiele. Der Charité-Virologe Christian Drosten stieg zum Star auf, NDR Info bat ihn regelmäßig zum Coronavirus-Update, und Hunderttausende lauschten den Ausführungen. Mangels bewegter Bilder zeigte tagesschau24 den Podcast mit einem Standbild. Die Tagesschau selbst hatte plötzlich jeden Tag fast 20 Millionen Zuschauer. Alle wollten wissen, was los ist in diesem Land. Angela Merkel spricht zu den Deutschen: “Es ist ernst. Nehmen Sie es auch ernst.” Die Ansprache sehen auf verschiedenen Sendern gut 25 Millionen Menschen.

Medien im Ausnahmezustand. Und Fernsehsender, die plötzlich spontan umplanen müssen oder in Windeseile neue Formate schaffen. Bei RTL gehen Pocher, Jauch und Gottschalk zur Primetime live per Schaltkonferenz mit der “Quarantäne-WG” auf Sendung. Leider irgendwie ohne Konzept, und nach drei Sendungen ist Schluss. Auf Sat.1 bekommt Luke Mockridge eine einstündige Show, bei VOX sendet Mark Forster aus seinem Studio und holt sich übers Netz Gäste zu sich. Matze Knop witzelt jeden Tag bei Sky Sport News. Alles sehr kurzlebig. Nur Sebastian Puffpaff ist mit seiner täglichen Coronasendung bei 3sat langlebig. Es gibt Comedy-Konferenzen mit langweiligen oder gelangweilten Komikern, die zu Hause in die Kamera starren. “NDR Talk Show” und Co. wandeln sich ebenfalls zu Konferenzschaltungen – und alle zeigen, wie mies das Internet in Deutschland ist.
Kreativ wird Sido. Er meldet sich freitags zwölf Stunden lang live aus einem Berliner Loft – “Zuhause mit Sido” läuft elfmal auf Youtube. Später meldet er sich mit Knossi und weiteren Freunden live auf Twitch aus dem mehrtägigen Angelcamp. Jan Böhmermann und Olli Schulz senden mit ihrem Spotify-Podcast “Fest & flauschig” im Frühjahr fünfmal pro Woche und sorgen für Zerstreuung im Homeoffice. Klaas Heufer-Umlauf sorgt in “Late Night Berlin” für rührende Augenblicke, als er Supermarkt-Angestellten was Gutes tut und im Innenhof eines Altersheims ein Konzert veranstaltet.
Unterdessen gibt es in den Nachrichten jeden Tag die neuen Coronazahlen – und es gibt die, die alles anzweifeln. Lügenpresse. Mainstreammedien. Und andere Kampfbegriffe.
Ein Verlierer sind die Kinos. Diverse Filme verlieren ihren Leinwandauftritt – “Berlin Berlin” läuft nur auf Netflix, “Mulan” für viel Geld nur auf Disney+, auch auf Amazon Prime Video gibt es Filme zu sehen, die 2020 eigentlich hätten im Kino laufen sollen.

Und sonst? Fußball-EM: ausgefallen. Olympia? Ausgefallen. Viele, viele Events sind: ausgefallen. Es ist ein tristes, trauriges, ruhiges Jahr. Als die Bundesliga wieder läuft, ist es immer noch ruhig – in die Stadien darf weiter kein Publikum. Geisterspiele werden zur Normalität.
Auch der Eurovision Song Contest in Rotterdam: ausgefallen. Aus Versicherungsgründen konnte es offenbar auch keinen Ersatz geben. Stattdessen machte jedes Land einirgendein eigenes Finale. Unser deutscher Teilnehmer Ben Dolic – im deutschen Finale in der Hamburger Elbphilharmonie im Ersten war zu erahnen: Wir wären nicht weit gekommen. Bitte nicht wiederwählen.
Der Junior Eurovision Song Contest 2020 in Warschau: zum Glück nicht ausgefallen. Und erstmals nahm Deutschland teil und wurde: Letzter. Glück auf!

Am besten haben es im ersten Lockdown wohl die Bewohner des “Big Brother”-Hauses auf Sat.1 gehabt. Im Februar ziehen sie ein. Als sie später erfahren, was draußen los ist, ist das eine Live-Sondersendung. Experten erklären den Bewohnern, die Pandemie, die draußen herrscht. Die Show geht es – im Gegensatz zu Kanada, wo “Big Brother” abgebrochen werden muss. Am Ende gewinnt übrigens… kann das bitte auch mal jemand googeln? War übrigens ein Flop – leider. Das Publikum will mehr Zoff, mehr Trash – da war “Big Brother” fast erfreulich normal.

Trash, Zoff – da ragen zwei Formate 2020 heraus. In “Promis unter Palmen” auf Sat.1 und im “Sommerhaus der Stars” bei RTL kommt es zu heftigsten Mobbing-Attacken, die beim Zuschauen weh tun und wütend machen – aber eben auch für Quoten sorgen. Der Streamingdienst TV Now und RTL fluten das Land mit Promi-Trash-Formaten – sinnlos, die hier alle aufzuzählen, so schnell, wie sie vergessen werden. In “Kampf der Realitystars” auf RTL zwei regt sich Jürgen Milski über ein Spiel auf, das unter seinem Niveau sei. Lustig. Vor ein paar Jahren hat er bei 9Live noch ganz niveauvoll Zuschauer verarscht. Aber echt.
Und wenn ein Trash-Format plötzlich nicht mehr so richtig trashig ist, ist’s auch falsch: “Schwiegertochter gesucht” kommt 2020 mit ziemlichen Normalos daher – und schon weht auch deshalb wieder ein Shitstörmchen.

Pech hat RTL auch mit “Deutschland sucht den Superstar”. Wobei: Was heißt Pech? RTL rannte mit offenen Augen ins PR-Desaster. Jurymitglied Xavier Naidoo macht mit Corona-Leugner-Videos und wirren Aussagen von sich Reden. Vor den Live-Shows im Frühjahr wird er gefeuert. Dieter Bohlen macht sich lächerlich, weil er stundenlang rumeiert, anstatt um zu erklären, was Sache ist. Für Naidoo kommt Florian Silbereisen in die Jury, und am Ende gewinnt der Schlager: Ramon Roselly kann sich in der Schlagerbranche schnell etablieren. Im Herbst kommt Michael Wendler ins Spiel. Als Jurymitglied soll er für Quote sorgen, aber auch er gleitet in die irre Welt der sogenannten Querdenker ab. Die Medien seien gelenkt, sagt er, auch RTL – und weiteren Stuss. RTL reagiert. Wendler ist raus. Blöd nur: Die Castings sind im Kasten. Im Januar 2021 ist Wendlerzeit bei RTL – bis zum Recall.
Aber warum eigentlich der Wendler? Es war nämlich auch das Jahr von Oliver Pocher. Auch er hatte Corona, und zu Hause begann er, Instagram und Co. zu durchforsten, um den dortigen Irrsinn freizulegen. Seine Videos finden riesigen Anklang, und dabei stößt er auch auf Wendler-Aktionen. Das schaukelt sich hoch bis zu einer gemeinsamen Battle-Show bei RTL. Wendler bekommt Dokusoaps und weitere Angebote. Bis zum Aus.
Und Pocher ist bei RTL omnipräsent. Moderationen, Auftritte und eine eigene Late Night mit Ehefrau Amira.

Wer immer noch fehlt in der Medienlandschaft: Stefan Raab. Vor fünf Jahren stand er das letzte Mal vor der Kamera. Jetzt produziert er nur noch Shows, sitzt in der Regie und frisst Chips. So wird das dem Zuschauer vor jeder seiner Sendungen mitgeteilt, als ob es ein Qualitätsmerkmal sei, dass Raab irgendwie anwesend ist. Doch es herrscht Götterdämmerung. Sein “Free European Song Contest” ist nett, wirkt aber altbacken, wie seine Shows vor zehn Jahren. “Fame Maker”, wo man die Sänger nicht hören kann, ist eine nette Idee, trägt aber nicht ewig. Und die Möchtegern-Late-Night “Täglich frisch geröstet” bei TV Now ist wohl die Enttäuschung des Jahres: nicht täglich, nicht frisch, nicht geröstet, eigentlich nicht mal eine Late Night.

Der Sender Tele 5 steht vor einer ungewissen Zukunft. 2020 erfolgte die Übernahme durch Discovery, die eigentlich durch Dokuformate bekannt sind. Senderchef Kai Blasberg nimmt den Hut.
2020 mussten wir aber noch weitere Abschiede nehmen. Jan Hofer verlässt nach mehr als 35 Jahren die Tagesschau. Die Moderatorin Sabine Sauer geht nach ebenso vielen Jahren in den Ruhestand, ebenso wie ZDF-Wettermann Gunther Tiersch. Hans-Ulrich Jörges verabschiedet sich vom “stern”. Mit Zee.One hat sich ein ganzer Sender verabschiedet – wobei ihn wohl kaum jemand vermissen wird. Und nach fast 35 Jahren endete die “Lindenstraße”. Mit Helga Beimers 80. Geburtstag mussten die Fans sich von der Dauerserie trennen. Das Fernsehballett wird aufgelöst. Die Formel 1 läuft letztmals bei RTL, wandert zu Sky. Eine Ära endete Ende Dezember bei radioeins: Nach 33 Jahren und 1627 Sendungen lief letztmals die Musiksendung “Roots”. Moderator Wolfgang Doebeling geht mit 70 Jahren in Rente.

Sie werden uns fehlen. Die Schauspieler Sean Connery, Michael Gwisdek, Claude Brasseur, Irm Hermann, Kirk Douglas, Renate Krößner, Otto Mellies, Burkhart Driest, Sonja Ziemann, Thilo Prückner, Michel Piccoli und Birol Ünel. Die Komiker Karl Dall, Herbert Feuerstein und Fips Asmussen. Die Comiczeichner Albert Uderzo und Uli Stein. Künstler Christo. Promifriseur Udo Walz. Die Musikschaffenden Gotthilf Fischer, Little Richard, Ennio Morricone, Werner Böhm (Gottlieb Wendehals), Kenny Rogers, Harry Jeske und Trini Lopez. Die Journalisten Gert Müller-Gerbes, Horst Schättle, Mathias Puddig, Hermann Schreiber, Ulrich Kienzle, Geri Nasarski, Sabine Zimmermann, Volker Panzer und Julitta Münch. “Bummi”-Gründerin Ursula Böhnke-Kuckhoff. Fußballer Diego Maradona. Die Politiker Norbert Blüm, Hans-Jochen Vogel, Thomas Oppermann, Wolfgang Clement, Ingrid Stahmer und Barbara Rütting. Die Unterhalter Roy Horn und Mike Shiva. Der Filmemacher Joseph Vilsmeier. Dramatiker Rolf Hochhuth. Der Autor Carlos Ruiz Zafón.

Immer noch da ist die AfD. Da wird von Ermächtigungsgesetzen gefaselt, es werden rechte Youtuber in den Reichstag eingeschleust, und die Querdenker-Bewegung findet man dort auch irgendwie sehr gut. Nicht gut findet die AfD den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Lieber setzt man auf sogenannte alternative Medien oder sorgt gleich selbst für den Content.
Dass die CDU in Sachsen-Anhalt vorsichtshalber nicht über die Erhöhung des Rundfunkbeitrages abstimmen lässt – im Fall dessen, dass die CDU selbst ablehnt, sitzt man in einem Boot mit der AfD und riskiert einen Koalitionsbruch -, und so die geplante Erhöhung vorerst kippt, gefällt der AfD.
Immerhin gibt es bei ARD und ZDF nicht Sendungen bei wie BILD, wo die Moderatoren aus Sponsoringgründen Milchflaschen ins Bild halten und schütteln müssen. “Reif ist Live” war mehr Milchreklame als Fußball-Analyse.

Überhaupt, die BILD. Nach dem Anschlag von Hanau geht “Bild live” auf Sendung, und es werden krude Theorien on Air geschickt. Fakten prüfen? Ach was. Wozu denn?
Nach einem Familiendrama in Solingen veröffentlicht die BILD einen Chat zwischen einem Jungen, dessen Mutter und Brüder tot sind, und dessen Freund. RTL zerrt den Freund vor die Kamera. Die Sensationsgeilheit kennt keine Grenzen. Die Öffentlich-Rechtlichen machen es nicht immer besser: Nach einem Anschlag im hessischen Volkmarsen wird auch in einer hr-Sondersendung rumorakelt.

Und sonst so? Die Ärzte rocken die Tagesthemen. Joko und Klaas müssen sich für Fake-Beiträge entschuldigen – sorgen aber auch für Begeisterung, als sie ihre 15-Minuten-Live-Sendung auf ProSieben für Hinweise auf Frauenrechte und Flüchtlinge nutzen. Die CSU kann ihren Parteitag nur virtuell abhalten. Mal was anderes live auf phoenix: Angelika Niebler hat echt wenige Bücher in ihrem Regal – hätte man sonst gar nicht erfahren. Rezo hat mal wieder zerstört: diesmal die Presse, vor allem die Lügen der Klatschpresse. Der rbb kuschelte im Sommerinterview mit dem Neonazi Andreas Kalbitz (Ex-AfD) an einem lauschigen See. Blöd: Die Recherchen aus dem eigenen Haus haben die Redaktion irgendwie nicht erreicht. Und dann war da noch der Bachelor bei RTL, der am Ende einfach gar keiner Frau eine Rose schenkte. Single zu sein ist doch auch was Schönes.

2021. Bleiben Sie gesund. Werden Sie gesund. Alles wird gut. Hoffentlich.

Hits: 513

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Junior Eurovision Song Contest 2020

Montag, den 30. November 2020
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SO 29.11.2020 | 17.00 Uhr | KiKA

Letzter. Damit kennt sich Deutschland sehr gut aus. Und nun ist es auch beim Junior Eurovision Song Contest passiert.
Dabei ist es sehr lobenswert, dass Deutschland erstmals an der Kinderversion des ESC teilgenommen hat. Seit 2003 gibt es den Wettbewerb, und bis dieses Jahr war Deutschland bislang nie dabei. Weil man sich ein Debakel ersparen wollte? Der KiKA übertrug am Sonntagnachmittag live.

Vermutlich wegen der Coronakrise waren nur zwölf Länder dabei, 2018 waren es noch 20. Die Show kam, weil Polen 2019 das zweite Mal hintereinander gewonnen hat, live aus Warschau. Die Auftritte jedoch waren meist in den jeweiligen Heimatländern aufgezeichnet und wurden zugespielt – wegen der Pandemie war es nicht möglich, die komplette Show in Warschau durchzuziehen. Damit hat aber immerhin der Junior Eurovision Song Contest das geschafft, was im Mai offenbar bei der Hauptshow nicht möglich war.

Gewonnen hat Frankreich, und das absolut verdient. Valentina sang mit “J’imagine” eine echte kindergerechte Party. Ein Gute-Laune-Song in quietschbunt-fröhlicher Kulisse. Valentina sang auch gut und wirkte dabei nicht wie ein Mädchen, das Erwachsene nachäffen will.

Vergleicht man den französischen Beitrag mit dem aus Deutschland, dann weiß man auch, warum Frankreich gewonnen hat und Deutschland Letzter wurde.
Susan sang “Stronger with you”, ein Song der zwar ganz okay war, aber leider nicht gut umgesetzt worden ist. Die Bühnenshow wirkte extrem von gestern. Als ob die Verantwortlichen nicht gewusst haben, was beim Junior Eurovision Song Contest auf sie zukommt. Oder man hat sich auf alte 90er-Jahre-VHS-Kassetten verlassen und damalige Shows als Vorbilder gehabt. Ein lahmes Bühnenbild, eine langweilige Show, und leider hatte Susan auch nicht ihren besten Tag, denn den Gesang hat sie bestimmt besser drauf als bei diesem Auftritt.
Im Vergleich zu den meisten anderen Auftritten konnte sie da schlicht nicht mithalten.
Erstaunlicherweise setzte der deutsche Auftritt beim JESC da an, wo Deutschland seit 2019 eigentlich nicht mehr hinwollte, es braucht da offenbar dringend frischen Wind.

Grundsätzlich aber ist es schön, dass es diese Show gibt. Dennoch muss es für alle schwierig gewesen sein, dann beim KiKA gute Laube zu verbreiten, obwohl die Enttäuschung bei Susan riesig gewesen sein muss. Aber leider gehört auch so eine Erfahrung zum Leben dazu.

-> Die Sendung in der KiKA-Mediathek

Hits: 241

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KiKA live: Junior Eurovision Song Contest 2020

Samstag, den 5. September 2020
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MI 02.09.2020 | 20.00 Uhr | KiKA

Das ist eine gute Nachricht: Deutschland wird in diesem Jahr erstmals am Junior Eurovision Song Contest teilnehmen. Er findet am 29. November in Warschau in Polen statt. In Deutschland wird der KiKA das Event ab 17 Uhr live übertragen.

Den Junior Eurovision Song Contest gibt es schon viele Jahre. Wer gewonnen hat, hatte auch immer einen kurzen Auftritt beim großen Eurovision Song Contest, und die Veranstalter sollten drüber nachdenken, ihm oder ihr auch einen richtigen Song-Auftritt zu gönnen.
Dass Deutschland bislang nicht dabei war, war unverständlich. Denn die Show ist für den KiKA mehr als geeignet, und eigentlich könnte sie auch am Sonntagnachmittag live im Ersten laufen – was sollte da dagegensprechen? Angeblich hat man hierzulande drauf verzichtet, weil die Sendezeit nicht ins KiKA-Sendeschema gepasst habe – was natürlich eine blödsinnige Ausrede ist, weil ein einmal im Jahr stattfindendes Event selten in irgendein Schema passt.

Das Auswahlverfahren für den deutschen Act war allerdings ein bisschen lieblos. Eigentlich gibt es beim KiKA die Castingshow “Dein Song”. Die spielte bei “unserem Lied für Warschau” aber keine Rolle.
Stattdessen gab es ein Casting, an dem vier Jugendliche teilgenommen haben – drei Mädchen und ein Junge. Gerade mal gute 25 Minuten gönnte man einer entsprechenden Sendung. In “KiKA live” gab es am Dienstag- und Mittwochabend zwei etwa zwölfminütige, zusammengeschnittene Häppchen.

Der erst 17-jährige Komponist Levent Geiger hat zwei Songs geschrieben, die Vier im Casting sangen beiden Lieder, und dann wurde auch schon entschieden, wer mit welchem Song in Warschau antritt.
Dieses Casting könnte ruhig auch zu einem Event werden, um die jungen Zuschauer (und die älteren auch) schon mal anzufüttern und Begeisterung zu schüren.
Gewonnen hat Susan (13), sie tritt mit dem Song “Stronger with you” an, jund Deutschland ist sogar das erste Land überhaupt, wo feststeht, wer beim JESC 2020 dabei ist.

In “KiKA live” will man Susan nun in den nächsten Wochen begleiten, Mitte September soll der Videoclip entstehen, und es wird spannend, ob Ende November – auch angesichts des ESC 2020, der ausgefallen war – ein bisschen Song-Contest-Euphorie aufkommt.

-> Der Auftritt im Casting auf eurovision.de.

Hits: 184

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Grimme-Preis 2020

Dienstag, den 25. August 2020
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FR 21.08.2020 | 22.25 Uhr | 3sat

Normalerweise wird der Grimme-Preis immer im März vergeben. Doch in diesem Jahr ist nichts normal. Coronavirus. Auch der Ersatztermin im August ist gestrichen worden.
Deshalb gab es die Verleihung am Freitagabend bei 3sat als Doku. Moderator Jo Schück reiste zu den Preisträgern überreichte ihnen den Grimme-Preis und redeten ein wenig über die Werke, für die sie ausgezeichnet worden sind.

Klaas Heufer-Umlauf empfing Jo Schück auf einem Steg irgendwo in Brandenburg. Er (und sein Team) bekam den Preis für “Joko & Klaas live”, die 15-Minuten-Sendung bei ProSieben, die sie für Aktionen aller Art nutzen. Nicolas Puschmann, der Prince Charming, empfing Jo Schück in einer Hotelbar. Für die erste schwule Datingshow gab es auch den Grimme-Preis – völlig zurecht, denn in der Reihe ging es nicht nur ums Verkuppeln, sondern auch um Toleranz – und auch um Liebe. Bürger Lars Dietrich traf Jo Schück auf einer Art Lagerhalle, er bekam den Preis für die Kinder-Musiksendung “Leider laut” im KiKA.
Preise gingen auch an die Serien “Skyline”, “How to sell Drugs online (fast)”, “Der Pass”, den Film “Hanne”, an “Chez Krömer” und viele andere.

Dass die Verleihung diesmal nicht im Rahmen einer Gala geschah, ist natürlich schade. Das aber vor allem für die Ausgezeichneten. Denn natürlich ist es festlich, wenn man irgendwo zusammenkommt und feiert.
Für den Zuschauer war die Doku aber vielleicht sogar unterhaltsamer. Denn Jo Schück reiste dafür durch Deutschland, traf verschiedene Leute und führte spannende Gespräche in abwechslungsreichen Kulissen.

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