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Havelländer kämpfen mit Wahlfleisch für die Menschenrechte

Mittwoch, den 17. März 2010
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Musik: Gemeinsame CD von zehn jungen Bands aus Nauen und Umgebung soll kostenlos verteilt werden / Konzert am 8. Mai in Ketzin

MAZ, 17.3.2010

NAUEN
Sylvia Swierkowski ist sich sicher: „Menschenrechte gehen uns alle etwas an“, sagt die 23-jährige Musikerin aus Ketzin (Havelland). „Vielen ist gar nicht klar, dass selbst im Havelland, in unserer Umgebung, Menschenrechte verletzt werden.“ Minderheiten, die Hänseleien ertragen müssen. Kinder, die in der Schule Mobbingattacken ausgesetzt sind. Nicht zu vergessen der Rechtsradikalismus gerade in den kleineren Städten.
Gegengewalt sei keine Lösung, so Sylvia Swierkowski. Stattdessen haben sich im Havelland zehn junge Bands und Solokünstler zusammengetan und das Projekt „Havelsoundz“ ins Leben gerufen. Dabei sind unter anderen die Band Pusteblumenzäcken aus Ketzin, Fear and Loathing, die aktuellen Gewinner des Landesrockwettbewerbes, und Lius aus Paretz mit einem Hip-Hop-Song. Es entstand eine CD mit Liedern über Menschenrechte.

Ein Song heißt „Wahlfleisch“. Die Pusteblumenzäcken erzählen darin von den Tagen vor der Bundestagswahl, von rechten und linken Wahlplakaten. Lius (21) alias Mathias Müller singt „Willkommen“. „Es geht um den Durchschnittsbürger, der sich bloß auf sich selbst konzentriert“, erklärt er.
„Uns ist wichtig, dass alle Musikrichtungen vertreten sind“, sagt Nico Schlott, einer der Organisatoren und selbst Musiker. „Wir wollen jeden erreichen.“ Schlott kritisiert den Trend zur unpolitischen Musik. „Kaum noch eine der populären Gruppen beschäftigt sich mit solchen Themen, sie wollen sich eigentlich nur finanziell über Wasser halten.“ Mit der Aktion wollen die Havelländer dagegensteuern.
Für die Aufnahmen hatte jede der Bands drei Tage Zeit in einem Potsdamer Tonstudio. Derzeit läuft die Nachbearbeitung. Wenn alles fertig ist, sollen die CDs kostenlos an Schulen und Jugendeinrichtungen in der Nauener Region verteilt werden. Am 8. Mai stellen die Musiker ihr Projekt mit einem großen Konzert auf der Freilichtbühne in Ketzin vor. „Wir hoffen, dass Bands in anderen Landkreisen ähnliche Aktionen starten und es dann eine brandenburgweite CD gibt“, so Nico Schlott.

Seit einem Jahr arbeiten die Jugendlichen an den „Havelsoundz“. Dabei unterstützt sie Anke Bienwald vom Nauener Jugendförderverein Mikado. „Ich finde das Projekt sehr spannend, sonst wäre ich nicht dabei“, sagt sie. Bienwald kümmerte sich auch um Gelder vom EU-Programm „Jugend für Europa“ und sucht auch weiterhin nach Unterstützern.

Info: Mehr Infos gibt es beim Verein Mikado unter 03321/453313 oder im Internet unter havelsoundz.de.tl.

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Schönwalde punktet, Ketzin muss nacharbeiten

Freitag, den 24. April 2009
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Teil 1 -> 18.4.2009

Internet: Der MAZ-Test: Wie präsentieren sich die Städte und Gemeinden des Osthavellandes auf ihren Homepages? / Teil 2

MAZ Falkensee, 24.4.2009

Wie aktuell und übersichtlich sind die Internetseiten der Städte und Gemeinden im Osthavelland? Die MAZ vergibt Schulnoten.

HAVELLAND
Gemeinsam mit dem Softwareentwickler Jörg Stöber schaute sich Robert Tiesler auf den örtlichen Internetseiten um. Nachdem im ersten Teil bereits Brieselang, Dallgow-Döberitz, Falkensee und Friesack ihre Noten erhalten haben, folgt heute der zweite Teil.

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Ketzin
www.ketzin.de

Layout: Das Design ist schlicht und optisch wenig ansprechend. Der Nutzer stößt eher zufällig auf die Begrüßung des Bürgermeisters unter „Verwaltung“ und „Begrüßung“. Die Seite ist zwar nicht unübersichtlich, aber manche Links der Hauptnavigation führen zu fremden Seiten, die sich auch nicht nur auf Ketzin beziehen.

Nutzwert: Nicht immer aktuell. Einige Ausschreibungen sind von 2007. Politisch ist die Seite aber auf neuestem Stand, auch die Amtsblätter sind zu finden. Die Termine wurden bis zum Jahresende 2009 vorgetragen. Unklar ist, ob sie später noch überarbeitet werden, falls etwas ausfällt. Nette Zugabe: das Wetter in Ketzin.

Barrierefreiheit: Das Programm Flash ist zwingend erforderlich, sonst lässt sich die Seite nicht bedienen, weil die Navigation fehlt. Für einige Rechner ist die Seite somit nicht nutzbar. Barrierefreiheit ist absolut nicht gegeben, weil die Seite dafür zu kompliziert aufgebaut ist.

Noten: Inhalt 2,5
Umsetzung 6

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Nauen
www.nauen.de

Layout: Mittelmaß. Es werden teilweise kontrastarme Schriften verwendet, die schwer zu lesen sind. Die Navigation ist unklar. Die Unterpunkte sind unscheinbar im oberen Teil, eine dritte Navigationsleiste erscheint im Fuß. Auch hier findet der Nutzer die Begrüßung nur zufällig.

Nutzwert: Der Besucher wird mit dem Schriftzug „Funkstadt Nauen“ begrüßt. Weshalb wird Nauen so genannt? Inhaltlich geht die Seite auf solche Fragen nicht ein. Die Terminliste erscheint außerdem unübersichtlich. Bei wiederkehrenden Events werden unklare Daten eingegeben. Ein zweiter Veranstaltungskalender steht unter „Kultur“ und „Freizeit“. Der ist wenig hilfreich, da dort nur Tage ohne Orte und Uhrzeiten angegeben sind. Schön ist der Altstadtbummel mit neuen und alten Fotos.

Barrierefreiheit: Der Nutzer muss erst den Popupblocker ausschalten, um die Seite ansehen zu können. Sie ist kompliziert aufgebaut, besteht aus vielen Tabellen und ist damit nicht barrierefrei. Die Einzelseiten sind auch nicht extra nach ihrem Inhalt ausgezeichnet, was die Orientierung auf der Seite erleichtern würde. Gut dagegen ist die vorhandene Textversion.

Noten: Inhalt 3
Umsetzung 4,5

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Schönwalde-Glien
www.schoenwalde-glien.de

Layout: Die Startseite ist originell. Die Rubriken sind übersichtlich und klar strukturiert, es ist immer offensichtlich, wo sich der Nutzer gerade befindet.

Nutzwert: Die Informationen sind umfassend. Zu finden sind alle Ansprechpartner, Gesetzestexte und Paragrafen. Die Visitenkartendateien der Gemeindemitarbeiter können direkt in das eigene Mailprogramm übertragen werden. Im Bereich „Bürger“ erscheint der Titel der Rubrik „Lebenslagen“ etwas unbestimmt. Der Veranstaltungskalender ist bis Anfang 2010 geführt. Das Branchenbuch ist noch ausbaufähig. Interessant: die Einwohnerstatistik der Gemeinde – allerdings steht sie unter „Wirtschaft“. Kleines Manko: Es fehlen Bilder. Der Bürgermeister und die Sparkasse können doch nicht das einzige sein, was Schönwalde optisch zu bieten hat.

Barrierefreiheit: Überzeugend. Die Codestrukturierung ist auf der Höhe der Zeit, die Seite ist dadurch für Bildschirmleseprogramme optimiert, die auch Sehbehinderten die Nutzung ermöglichen. Alle Infos sind zu diesem Zweck korrekt ausgewiesen. Auch eine Schnellnavigation für solche Leseprogramme ist vorhanden.

Noten: Inhalt 1,3
Umsetzung 1,2

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Wustermark
www.wustermark.de

Layout: Ein Seitenkopf mit dem Ortsnamen fehlt. Nur das Wappen im oberen Teil der Seite deutet darauf hin, wo sich der Nutzer überhaupt befindet. Die Navigation auf der linken Seite ist unklar aufgebaut, in den Rubriken sind unter anderem „Veranstaltungen“, „Seniorenrat“ und „Rangierbahnhof Wustermark“ aufgelistet. Generell treten viele Unklarheiten auf. Während des Surfens weiß der Nutzer nicht, auf welcher Unterseite er sich gerade bewegt.

Nutzwert: Der Formularserver auf der Gemeindeseite enthält alle wichtigen Infos, inklusive E-Mail-Adressen der Ansprechpartner. Zudem gibt es alle wichtigen Daten zum Ort, zur Kommunalpolitik, Touristik und Wirtschaft.

Barrierefreiheit: Die Seite basiert auf verschachtelten Seiten und Tabellen. Leseprogramme haben damit Probleme. Nicht barrierefrei.

Noten: Inhalt 2,5
Umsetzung 5

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Mehr Frostschäden als sonst

Dienstag, den 3. März 2009
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Infrastruktur: Die Straßen im Havelland sind nach dem langen Winter löchrig geworden

MAZ Falkensee, 3.3.2009

Die Kommunen im Landkreis beginnen schon mit ersten Aus- besserungsarbeiten, aber erst im April kann Bilanz über die Schäden gezogen werden.

HAVELLAND
Ganz vorsichtig schleichen die Autos die Piste entlang, fahren Schlangenlinien. Die Vorholzstraße in Brieselang ist ein Bild des Jammers. Schlagloch reiht sich an Schlagloch, der Asphaltbelag ist nicht mehr als ein Flickenteppich, der nach dem Winter mehr und mehr aufbricht.
„Die Vorholzstraße ist ein echter Brennpunkt“, gibt Brieselangs Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU) zu. Schlimm sieht es nach seinen Angaben auch in der Wustermarker Allee und in der Bahnstraße aus. „In diesem Jahr haben wir mehr Frostschäden als sonst“, erklärt Wilhelm Garn. „An einigen Stellen beobachten wir außerdem Rissbildungen.“
Doch nicht nur in Brieselang entstanden in den zurückliegenden Wochen viele Schlaglöcher. Alle Kommunen im Havelland sind betroffen. „Der ständige Wechsel von Frost und Tauwetter in diesem Winter macht den Straßen zu schaffen“, sagt Lothar Wiegand, Sprecher des Verkehrsministeriums in Potsdam. Die Meistereien würden die Strecken unentwegt kontrollieren. So sind bereits Schlaglöcher auf der Strecke zwischen Schönwalde-Dorf und Falkensee ausgebessert worden. Wie hoch der Schaden auf den Landesstraßen sei, darüber gebe es noch keine Prognosen. Dauerhafte Reparaturen könnten zudem erst im April beginnen, wenn es dauerhaft wärmer sei, so Wiegand.
In Brieselang laufen bereits die Ausschreibungen für die Straßenausbesserungen. „Einige Löcher haben wir aber auch schon auffüllen lassen“, sagt Wilhelm Garn. In der Regel werden die schadhaften Stellen mit einem Kalt- und Heißasphaltgemisch ausgebessert. Etwa 100000 Euro gibt die Gemeinde Brieselang jährlich dafür aus. „Aber ich weiß nicht, ob das nach diesem Winter reichen wird“, sagt Wilhelm Garn.
„Wir haben viele Reparaturen zu erledigen“, erklärte Falkensees Stadtchef Heiko Müller (SPD) in der jüngsten Zusammenkunft der Stadtverordneten. „Es sind weit mehr Schlaglöcher als in den vergangenen Jahren.“ Im Haushalt hat Falkensee in diesem Jahr 550000 Euro für Straßenerneuerungen zur Verfügung. Kritisch sind die Schäden unter anderem im Havelländer Weg und in der Hansastraße. „Die Situation ist verkraftbar, aber es schmerzt“, so Müller.
„Auch wir haben einige Bereiche, in denen es schlimm aussieht“, erklärt Nauens Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD). 200000 Euro gibt die Stadt pro Jahr in einem Sonderprogramm für die Instandhaltungen von Straßen aus.
In Dallgow-Döberitz sind einige Löcher bereits gestopft worden. „In der Wilmsstraße waren wir schon aktiv“, sagt Gemeindechef Jürgen Hemberger (Freie Wähler).
Winterschäden hat auch die Stadt Ketzin zu beklagen. „Besonders akut ist es in der Thälmannstraße im Ortsteil Tremmen“, sagt Bürgermeister Bernd Lück (FDP). Aber diese Strecke werde in diesem Jahr sowieso saniert, kündigt er an. In Ketzin selbst sei der Friedrich-Ludwig-Jahn-Weg besonders betroffen. Den jährlichen Finanzrahmen der Stadt für Ausbesserungen beziffert Lück „auf unter 10000 Euro.“ Mindestens alle vier Wochen kontrolliert ein Mitarbeiter des Tiefbauamtes die Straßen der Stadt.
Der Landkreis nimmt in den nächsten zwei Wochen eine komplette Befahrung aller Kreisstraßen vor, erklärt Pressesprecher Erik Nagel. „Es liegen im Amt allerdings schon einige Meldungen über Frostaufbrüche und andere Schäden vor“, sagt er. Die würden gebündelt und mit den Ergebnissen der Begehung abgeglichen. Die Lage sei aber nirgendwo so ernst, dass der Verkehr nur eingeschränkt fließen könne, so Nagel. Die meisten der Kreisstraßen seien recht neu, so dass sich die Schäden insgesamt in Grenzen hielten.
Nach der Streckenüberprüfung erstellt der Kreis eine Prioritätenliste. Ein Großteil der Reparaturarbeiten werde dann an Straßenbaufirmen vergeben. 120000 Euro pro Jahr sind im Haushaltsplan des Landkreises für solche Maßnahmen eingeplant.

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Zahl der Lehrlinge geht zurück

Freitag, den 20. Februar 2009
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Ausbildung: 30 Gesellen in Nauen freigesprochen / Mehr als die Hälfte der Elektroniker fiel durch

MAZ Falkensee, 20.2.2009

NAUEN
Ein Audi-A-2-Motor war das Gesellenstück von Mark Scheil. Der 24-jährige Kfz-Mechatroniker aus Hönow (Märkisch-Oderland) rüstete das Modell auf Autogas um. „Mit meiner Kollegin habe ich zweieinhalb Monate daran gearbeitet“, erzählte er, nachdem er am Mittwochabend in den Räumen der Nauener Kreishandwerkerschaft freigesprochen wurde und das Abschlusszeugnis erhielt.
Die Arbeit hat sich gelohnt: Mark Scheil ist der Beste seines Jahrgangs. „Es ist ein tolles Gefühl“, sagte er. „Irgendwie erhebend.“ Bis Oktober möchte er bei seiner Ausbildungsfirma, der ACM Mosolf GmbH in Etzin weiterarbeiten. „Dann werde ich Fahrzeugtechnik und Maschinenbau studieren.“
Mark Scheil ist einer von 30 Gesellen im Osthavelland, die ihre Prüfung erfolgreich absolviert haben. Unter ihnen ist mit Cindy Beyer nur eine Frau (siehe Interview). Allen wurde am Mittwoch der Gesellenbrief überreicht.
„Darauf können Sie stolz sein“, sagte Kreishandwerksmeister Michael Ziesecke. „Sie haben nun überall gute Chancen weiterzukommen.“ Ziesecke machte ihnen Mut, sich auf ihr Selbstvertrauen zu verlassen. Besonders lobte er die Zusammenarbeit zwischen der Ausbildungsstelle und dem Lehrbetrieb. „Die praktische Ausbildung kommt in der Firma immer relativ kurz“, erklärte Ziesecke. „Die Firma Mosolf hat dagegen eine eigene Lehrwerkstatt.“ Es gebe in Deutschland viele Beispiele dafür, dass eine ergänzende Ausbildung Erfolg bringe. „Wir haben festgestellt, dass dort, wo Plan und Praxis übereinstimmen, die besten Ergebnisse erzielt wurden.“ Tatsächlich haben neben Mark Scheil zwei weitere Kfz-Mechatroniker die Note Eins geschafft: Auch Christian Godowski aus Dessau und der Ketziner Thomas Thierbach erhielten Auszeichnungen.
Doch so groß die Freude war, die Zahlen sprechen noch eine andere Sprache. Meldeten sich im Jahr 2008 noch 71 Gesellen zur Prüfung, waren es 2009 nur noch 37. Davon haben sieben nicht bestanden. Besonders dramatisch fiel das Ergebnis bei den Elektronikern aus. Fünf der acht angemeldeten Lehrlinge fielen durch.
Der Kreishandwerksmeister im Osthavelland sieht diese Entwicklung mit Sorge. „In der Praxis sind die Prüflinge oft gut, aber in der Theorie haben viele eine Fünf.“ Er kündigte Gespräche mit der Bildungsstätte und der Innung an. „Die meisten Elektroniker fallen schon bei der Bewerbung durch“, ergänzte Ziesecke. „Es hapert in der Mathematik und im logischen Denken.“
Bei den Metallbauern sei das Problem nicht so gravierend. Dennoch: „Der Wissensstand der Jugendlichen ist offenbar immer dünner.“ Neben dem schlechteren Abschneiden in der Schule machte der Kreishandwerksmeister aber auch den demografischen Wandel für den Rückgang der Lehrlingszahl verantwortlich.
Für die 30 freigesprochenen Gesellen sieht Ziesecke aber eine gute Zukunft: „Wenn die Einstellung stimmt, dann können die jungen Leute auch mit nicht so guten Noten was erreichen.“ An sich hätten alle eine Chance: „Gute Leute werden überall gesucht“, sagte Ziesecke.
Deshalb dürfte der Prüfungsbeste Mark Scheil kaum Probleme bekommen: „Ich träume davon, eine Werkstatt für amerikanische Fahrzeuge zu eröffnen.“ Der Wirtschaftskrise sieht er gelassen entgegen: „Autos gibt es immer. Die sterben nicht aus. Wir müssen uns ja fortbewegen.“

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Internettrends und Modelsuche

Mittwoch, den 31. Dezember 2008
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Rückblick: 53-mal „Willi“: Die MAZ-Jugendredaktion mit ihrer eigenen Jahresbilanz 2008

MAZ Falkensee, 31.12.2008

Pommes- und Dönertests, Konzerte und Jugendaktionen: Es ist Zeit, Bilanz zu ziehen.

Januar:
Aufstand gegen das StudiVZ. Das Internetportal, in dem sich (nicht nur) Studenten einschreiben, will die Daten für gezielte Werbung verwenden. Viele Nutzer protestieren, wollen aussteigen. Dabei wird das auf anderen Seiten schon lange praktiziert.
Jugendliche aus dem Havelland wollen sich mehr in der Politik engagieren. In Falkensee und Nauen sind entsprechende Interessenvertretungen vorhanden oder im Aufbau.
Einheitliche Kleidungen an den Schulen im Havelland? Bei einer Umfrage am Leonardo-da-Vinci-Campus in Nauen sind die, die es betrifft, geteilter Ansicht.

Februar:
„Willi“ macht in Falkensee den Dönertest. Das Smirna-Grillhaus in Finkenkrug macht das Rennen.
Schülerinnen aus Falkensee drehen einen kurzen Zeichentrickfilm für das Aktionsbündnis Tolerantes Brandenburg. Der „Saftladen“ wird zum Trickfilmstudio.
Das Rauchverbot in öffentlichen Räumen gilt auch im Havelland: „Ich rauche seit dem 1. Januar weniger“, sagt eine junge Ketzinerin. Viele haben Verständnis für die neue Regelung – erstaunlicherweise.
Martyna aus Schönwalde-Glien möchte Model werden. Doch in der ProSieben-Show „Germanys Next Topmodel by Heidi Klum“ scheidet sie frühzeitig aus.

März:
„Die Welle“ startet in den Kinos. Gedreht wurde der Film größtenteils am Marie-Curie-Gymnasium in Dallgow-Döberitz. Bei einer Sondervorführung in Spandau können sich die Dallgower auf der großen Leinwand bewundern.
Schüler aus Nauen und Rathenow präsentieren Zeitzeugeninterviews, die sie geführt haben. Sie wollten klären, was eigentlich während des Zweiten Weltkrieges im Havelland geschehen ist.
Das Redaktionsteam der Schülerzeitung der Dallgow-Döberitzer Grundschule „Am Wasserturm“ bekommt den dritten Preis im landesweiten Wettbewerb.

April:
Bei der Frühlingsausgabe der „Vier-Jahreszeiten“-Konzerte im Ketziner Jugendklub „BarRock“ treten unter anderem die Bands Pusteblumenzäcken und Subto auf.
Nico Schlott aus Wustermark betreibt ein Internettagebuch für das Havelland. Unter dem Dach der landesweiten „Freisein“-Blogs schreibt er über Neuigkeiten und Trends in der Region.

Mai:
Die DDR-Geschichte kommt im Unterricht zu kurz. Das sagt eine Mehrheit von befragten Schülern im Havelland.
Tomas Morandi (17) aus Argentinien lebt für ein halbes Jahr bei einer Familie in Dallgow-Döberitz. Er lebte sich schnell ein.
In Spandau beginnt das „Citadel Music Festival“. Mehr als 30 Konzerte finden bis September statt. Musikgrößen wie Ich+Ich, Schiller und Juanes stehen auf dem Programm.

Juni:
Eine ganze Staffel „24“ am Stück. „Willi“ wagte das Experiment, alle 24 Folgen der US-Krimiserie (fast) ohne Pause zu sehen. Das schlaucht, und am Ende bekommt man nicht wirklich mehr etwas mit.
Die Havelländer glauben, dass Deutschland Fußball-Europameister wird. Hat irgendwie nicht so ganz funktioniert. Na ja, aber fast.
Die Nauener „Musicarena“ schließt. Der Mietvertrag des Diskobetreibers wurde nicht verlängert.
Nauener Schülerinnen beschäftigen sich mit schwul-lesbischer Literatur. Die Filia-Frauenstiftung stellt für die Bibliothek in Nauen entsprechende neue Bücher zur Verfügung.

Juli:
Rache an der Gesellschaft. So begründet ein 16-jähriger Falkenseer bei „Willi“, warum er Hauswände und Mauern mit Graffiti besprüht.
Großer Pommestest von „Willi“ im Havelpark in Dallgow-Döberitz. Es gewinnt der Kaufmarkt-Imbiss, allerdings erreicht keiner der fünf Testkandidaten eine bessere Note als 2.

August:
Til Schweigers Filmhit „Keinohrhasen“ erscheint auf DVD. Zuvor sahen die Komödie mehr als sechs Millionen Menschen in den Kinos. Der erfolgreichste Streifen des Jahres. Einige Szenen entstanden in Paretz.
„Willi“ übergibt einen Buchgewinn an die Bibliothek in Friesack und hatte ein nicht sehr kleines Paket mit weiteren Büchern und einigen CDs dabei.
Das Musikfestival „Frierock“ in Friesack findet zum neunten Mal statt. Innerhalb von zwei Tagen treten neun Gruppen auf.

September:
Ana van Helsing aus Dallgow-Döberitz ist die Initiatorin der Konzertreihe „Fang mich auf“. Es soll Geld für den Verein Dunkelziffer gesammelt werden, der sich um missbrauchte Kinder kümmert. Das Spandauer Konzert wird allerdings kurzfristig abgesagt.
Falkensee im Internet: Rund 160 Filme haben Nutzer bei Youtube und MyVideo hochgeladen. Zu sehen sind Theateraufführungen und Impressionen.
Fritzi Zachau (18) aus Falkensee reiste für sieben Wochen nach Australien und nahm auch am Weltjugendtag in Sydney teil.

Oktober:
Neuer Trend im Internet: Couchsurfing. Jugendliche, die verreisen, aber wenig Geld ausgeben wollen, melden sich auf einem Internetportal. Dort bieten Fremde ihr Sofa als Übernachtungsmöglichkeit an.
Die Doku „Heimatkunde“ läuft in den Kinos an. „Titanic“-Chef Martin Sonneborn sah sich dafür auch im Havelland um, um Spuren der Wendezeit aufzuspüren.
Nach sechswöchiger Umbaupause eröffnet die Diskothek „Crazy“ in Friesack wieder für das Publikum.

November:
Das illegale Runterladen von Musik im Internet wird immer gefährlicher. Fahnder begeben sich nicht nur virtuell auf die Suche nach den Tätern.
Sven Pichowsky (21) aus Brieselang organisiert im Falkenseer „Capitol“ eine Rapparty. Für diverse Musiker aus dem Havelland produziert er ganze Alben.
Eine Schulklasse aus Nauen erstellt Berufspodcasts. Die kurzen Hörstücke mit Interviews zu verschiedenen Berufen können im Internet runtergeladen werden.
Die Friesacker Band Harmoana schaffen es bis ins Deutschlandfinale des „Local Heroes“-Wettbewerbes. Für einen Sieg reicht es dort allerdings nicht.

Dezember:
Bei so vielen Internetthemen im Jahr 2008: „Willi“ machte den Selbsttest. Eine Woche ganz ohne das virtuelle, weltweite Netz. Keine Mails, kein StudiVZ, keine Blogs. Zu vermelden sind leichte bis mittlere Entzugserscheinungen und Kommunikationshürden. Aber auch neue Gespräche – ganz reale, wohlbemerkt.
Nauener Schüler feiern den „Tag der Menschenrechte“. Sie erstellen ein kleines Programm und gestalten Plakate, auf denen die Menschenrechte vermerkt sind.

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Forum für die vogelfreie Haveljugend

Donnerstag, den 17. April 2008
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Internet: Nico Schlott aus Wustermark will junge Leute aus der Region informieren

Der 25-Jährige betreibt mehrere Internetseiten. Auch für einige Jugendklubs in der Region ist er aktiv – ehrenamtlich.

MAZ Falkensee, 17.4.2008

WUSTERMARK
„Die Kommunikation unter den Jugendklubs im Havelland fand bisher nicht statt“, sagt Nico Schlott. Der 25-jährige Wustermarker betreibt seit kurzem die Internetseite Haveljugend.de. Zu finden sind dort Freizeitmöglichkeiten, Termine, Links zu Musikgruppen aus dem Havelland, Adressen von Diskos, Bars und Sportvereinen und vieles mehr.
„Die Idee dafür entstand auf einem Treffen der Jugendklubs“, sagt Nico Schlott. „Mir ist aufgefallen, dass sie sich alle gar nicht kannten. Ich wollte eine Vernetzung schaffen.“ Ursprünglich sollte ein Forum entstehen, auf dem sich alle hätten austauschen sollen. „Aber dann ist mehr daraus geworden.“
Seit Dezember ist die Seite online, Zwei bis drei Stunden am Tag sitzt er daran. Außerdem gestaltete er die Seite des Ketziner Jugendklubs „BarRock“, sowie die Myspace-Seite für das Vier-Jahreszeiten-Bandfestival in Ketzin. Vor einigen Wochen kam ein weiteres Projekt hinzu. Für das Online-Jugendmagazin „Freisein“ betreut er „Vogelfrei“, die Seite für das Havelland. Dort berichtet er ebenfalls über das Leben in der Region. „Ich mache das ehrenamtlich“, sagt Nico Schlott. Das klappt momentan auch noch ganz gut. Der Berufskraftfahrer muss gerade pausieren: „Zu viele Punkte in Flensburg.“ Aber wenn es voraussichtlich Mitte Mai wieder losgeht mit dem Fahren, wird er weniger Zeit für die Haveljugend und die anderen Projekte haben.
Eigentlich sei im Havelland gar nicht so wenig los, „wenn man weiß, wo es ist“, so Nico Schlott. Er hofft, dass Veranstalter ihm Termine von Konzerten und anderen Veranstaltungen zuschicken. „Vieles ist bisher versteckt, ich weiß auch nicht warum.“ Damit die Projekte weiterlaufen können, braucht er bald redaktionelle Hilfe. „Wenn ich bald wieder unterwegs bin, habe ich nicht mehr so viel Zeit.“
Das ist aber noch längst nicht alles, was Nico Schlott macht: Auch sein Musikprojekt Funkstädter liegt ihm am Herzen. „Durch meinen Vater bin ich an der elektronischen Musik hängengeblieben“, erzählt er. Seine instrumentalen Stücke sind eine Mischung aus Ambient, Dance, Techno und House. „Ich war auch mal eine Weile Moderator bei einem Onlineradio. Aber die Musik mache ich nur im privaten Bereich, für unterwegs.“ Und einen Plattenvertrag? „Wenn sich’s ergibt, aber ich lege es nicht darauf an.“ Auf jeden Fall veröffentlichen will er jedoch seinen Roman über das „Brieselanger Licht“, eine in der Region bekannte Legende. „Bisher habe ich sehr gute Kritiken dafür bekommen.“
Internet, Musik, der Roman: Langweilig wird es Nico Schlott sicherlich so schnell nicht.

www.haveljugend.de
www.funkstaedter.de
vogelfrei.wordpress.com

RTelenovela

(K)etzin – Auf das K kommt es an

Mittwoch, den 19. März 2008
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Ich hatte heute einen Termin im Jugendclub in Ketzin. Oder doch in Etzin? Mein Gesprächspartner am Telefon beschrieb mir den Weg – er nannte mir die Straße und ein paar Dinge, an denen ich mich orientieren konnte. In Ketzin.
Dachte ich erst mal. Um mir sicher zu sein, suchte ich in Google Maps nach dem Weg. Ich gab den Ort und die Straße ein. “Meinen Sie Etzin?” Tatsächlich: Laut Google Maps gab es die von mir gesuchte Straße in Ketzin nicht – dafür aber in Etzin. Etzin ist ein Ortsteil von Ketzin.
Die Frage war nur: Musste ich nach Ketzin oder nach Etzin?
Noch mal angerufen: Ketzin. Ich muss nach Ketzin!
Noch mal Google Maps gefragt, diesmal mit leicht veränderter Eingabe: Etzin! Ich muss nach Etzin!
Also rein ins Auto. Von Falkensee aus fuhr ich über die B5 zum Abzweig der sowohl nach Etzin, als auch nach Ketzin führt.
Und da in Etzin sämtliche Merkmale fehlten, auf die ich achten sollte – musste ich wohl tatsächlich nach Ketzin.
Und der Jugendclub war tatsächlich dort – nur die angegebene Straße gibt es dort nicht – zumindest ist sie nicht ausgeschildert. Ich fand das Häuschen trotzdem – und werde mich noch lange an Etzin und Ketzin erinnern…