KeineWochenShow

#216 – Gibt es Ziegen auf dem Mars?

Sonntag, den 21. Februar 2021
Tags: , ,

Winter, Mars, Corona. Das sind die drei großen Themen in der neuen Ausgabe von KeineWochenShow.
Wir sprechen über den strengen Winter, der ja immerhin eine gute Woche gehalten hat, und nun angesichts von angekündigten 11 Grad schon wieder so fern wirkt. Es geht um die Diskussion, ob man denn auf die zugefrorenen Seen gehen sollte.
Außerdem sind wir zu Gast bei den kleinen Ziegen auf dem Karolinenhof, zwischen Flatow und Kuhhorst. Geschäftsführerin Sarah Spindler erzählt wie die Geburten der Zickleins abliefen und was die Coronakrise mit dem Hof macht.

In Sachen Corona spekulieren wir über die angekündigten Schnelltests, die ja so ein bisschen Entlastung bringen könnten. Und über das schlechte Image des Impfstoffes von AstraZenenica.
Und wir sind auf dem Mars – zumindest mit einem Rover.

Wir gratulieren außerdem Herbert Köfer zum 100., es geht um Schweinefleisch in einem verunglückten Lkw, es gibt wieder Bier und eine CD! Das und mehr in KeineWochenShow #216 auf Youtube!

Hits: 180

aRTikel

Mehr als 200 Zicklein tollen im Schnee herum

Samstag, den 13. Februar 2021
Tags: , , ,

Saisonstart auf dem Karolinenhof bei Flatow – Hofladen ist geöffnet – wegen Corona gibt es keine Führungen

MAZ Oberhavel, 13.2.2021

Karolinenhof.
Normalerweise dürfen zum Saisonstart auf dem Ziegenhof die Leute auch in den Stall, um die kleinen Zicklein zu beobachten und zu streicheln. Am Freitag öffnete der Hofladen das erste Mal in diesem Jahr – der Stall aber bleibt für die Öffentlichkeit geschlossen. Wegen der Pandemieregeln dürfen die Leute dort nicht rein. In den Hofladen dürfen nur einzelne Personen oder Familien rein. Alle Produkte aus dem Café gibt es zum Mitnehmen.

Die Beschränkungen haben am Freitagvormittag aber niemanden gestört, denn bei schönstem sonnigen Wetter konnten die Besucher die Tiere in ihrem Außengehege ansehen. „Auf dem Hof können sich die Leute frei bewegen“, sagte Sarah Spindler, eine der Geschäftsführerinnen auf dem Karolinenhof, der sich zwischen Kuhhorst und Flatow befindet. „Wir bekommen von Corona hier nur mittelmäßig viel mit“, sagt die Landwirtin und lächelt. „Wir haben hier viel Platz, sind oft draußen.“ Gerade jetzt bietet der Hof viel Entspannung, der Lärm der Stadt ist nicht zu hören, selbst von der Autobahn dringt nur sehr selten Lärm dorthin. Einsam fühlt sich Sarah Spindler aber trotzdem nie. „Wir sind in 45 Minuten in Berlin, haben hier aber unsere Ruhe. Das ist eine gute Kombi.“

Am 10. Januar begann die Zeit der Zicklein-Geburten. „Sie waren diesmal alle sehr pünktlich.“ Es habe Tage gegeben, da seien 20 Tiere geboren worden. „Da hat man manchmal schon ein bisschen den Überblick verloren. Wer gehört zu wem?“ Etwa 200 Jungtiere sind auf dem Hof in diesem Jahr bislang auf die Welt gekommen. Dabei muss den Besuchern immer klar sein, dass die meisten der süßen Tierchen keine Zukunft haben. Nur etwa 20 davon bleiben für die nachfolgende Zucht dort. Die anderen werden geschlachtet oder verkauft. Zwar kann es in diesem Jahr keine Führungen geben, aber Sarah Spindler thematisiert das dann immer. „Ich erzähle davon, bevor die Leute anfangen mit den Tieren zu schmusen.“ Es sei für alle wichtig zu wissen, dass der Hof vor allem von der Ziegenmilch lebe. Einerseits werde die Milch der Ziegen gebraucht, andererseits könnten nicht jedes Jahr 200 Tiere behalten werden. „Wir müssen schlachten. Anders geht es nicht. Aber bis dahin haben sie ein schönes Leben.“ Dieser Kreislauf müsse den Besuchern klar sein.

Mit den Geburten der Zicklein begann auch die Arbeit in der Käserei. In diese sei zudem investiert worden, sagt Sarah Spindler. „Wir haben komplett neu gefliest, neue Elektronik, und die Melkanlage ist umgebaut.“
Ob es 2021 Veranstaltungen geben wird, ist nicht klar und abhängig von der Pandemie-Lage. Eigentlich ist im Juni die Landpartie und im August das Hoffest geplant. Außerdem im April und Mai immer am Wochenende das Schaumelken.

Petra und Burkhard Dorn aus Hohen Neuendorf haben vom Saisonstart per E-Mail-Newsletter erfahren. „Wir sind schon von Anfang an immer wieder hier“, sagte Petra Dorn am Freitag. „Wir kaufen alles. Käse, den Lassi, die Milch. Der Käse ist erste Klasse.“ Jörg von Wittken aus Spandau feierte am Freitag auf dem Karolinenhof seinen 67. Geburtstag. Auch er bekam den Newsletter, und da war ganz schnell der Entschluss gefasst, zu seinem Geburtstag die Zicklein zu streicheln.

Die Kälte und der Schnee machen den Tieren nichts aus. Vielmehr tollten sie am Freitag im Schnee herum, einige hielten regelrecht andächtig ihre Nasen in Richtung Sonne. „Nässe und Wind mögen sie nicht“, sagt Sarah Spindler. Wenn der Wind kräftig wehe, „dann stopfen wir alle Ritzen im Stall zu.“ Problematisch sei bei der Kälte nur, wenn die Neugeborenen noch nass seien. „Da muss man aufpassen, dass ihnen nichts abfriert.“
Bis 14. November ist der Hofladen freitags von 11 bis 18 Uhr, am Wochenende von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Hits: 207

aRTikel

Frisches aus dem Karolinengarten

Donnerstag, den 4. Februar 2021
Tags: , , ,

Paula und Joscha Olschewski betreiben in Karolinenhof eine Gemüseaufzucht

MAZ Oberhavel, 4.2.2021

Karolinenhof.
Der Karolinengarten ist ein stilles Fleckchen Erde. Ein kleiner Hof mit einem Schuppen und einem Wohnhaus. Dahinter ein großes Feld, insgesamt sind es vier Hektar. Der Karolinenhof, der diesem Ort – direkt neben Kuhhorst gelegen – ganz weit draußen den Namen gibt, ist in Sichtweite.

2018 haben Paula und Joscha Olschewski begonnen, auf dem Gelände Gemüse anzubauen. „Das war auch vorher schon eine Gärtnerei“, sagt Paula Olschewski. Sie stammt aus Schwerin. Nach dem Abi zog sie nach Berlin. Ihr freiwilliges soziales Jahr machte sie zunächst in der Charité – wo sie aber feststellte, dass das Gesundheitswesen nichts für sie ist. Stattdessen wollte sie in die landwirtschaftlich-ökologische Richtung. Sie setzte ihr freiwilliges Jahr in Kuhhorst fort – und machte dort auch die Lehre zur Landwirtin. „Ich mag das Draußensein“, sagt die 29-Jährige. „Es ist ein gutes Gefühl, wenn ich etwas geerntet habe.“ In der Zeit lernte sie auch den Karolinenhof kennen, begann dort später auch zu arbeiten.

Inzwischen sind sie, ihr Mann und ihr vierjähriger Sohn Nachbarn des Hofes. „Wir wollen hier qualitativ hochwertige ökologische Lebensmittel produzieren“, sagt sie. Seit 2019 wohnt die Familie auf dem Hof, auf dem alles noch etwas spartanisch wirkt. Jetzt, 2021, beginnt dort ihre vierte Anbausaison. Angeboten werden dort im Laufe des Jahres Sellerie, Rote Beete, Möhren, mehrere Kürbissorten, Paprika, Chili, Zucchini, Gurken, Kohlarten und sogar seit dem vergangenen Jahr auch kleine Honigmelonen. Neu dazu kommen sollen auch Erdbeeren und Grüner Spargel.
Hauptsächlich soll alles über die Direktvermarktung verkauft werden. „Wir sind ja ziemlich klein“, sagt die Landwirtin. Da würde es sich wirtschaftlich nicht lohnen, auf Großhändler zu setzen. Stattdessen werden die Gemüseprodukte nebenan auf dem Karolinenhof verkauft, auch im dortigen Café werden die Produkte verarbeitet.
Eine weitere Idee sind Kisten: „Wir liefern wöchentlich Gemüsekisten aus.“ Dabei handele es sich um eine Anlehnung an das Prinzip der solidarischen Landwirtschaft. Interessierte zahlen einen monatlichen Beitrag und bekommen einmal pro Woche eine Kiste voller Gemüse. Von April/Mai bis November wöchentlich, ansonsten zweiwöchentlich. „In der Kiste ist dann alles, was reif ist. Wir haben einen Plan, um uns da möglichst breit aufzustellen.“
Die Kisten werden zu momentan drei Abholstationen gebracht – sie befinden sich in Charlottenau, Linum und Börnicke. Wessen Kiste wohin kommt, richtet sich danach, welche der Stationen am nächsten zum Kunden ist. „Von der Menge her wird der Bedarf von zwei Personen abgedeckt“, sagt Paula Olschewski. Jetzt gerade sei die Zeit, wo sich Interessierte dafür noch anmelden können – viele „Kistenplätze“ gebe es für die Saison ab Mai 2021 aber nicht mehr. Der Vertrag gehe über ein Jahr. Was jeweils genau in der Kiste ist, erfahren die Bezieher immer einen Tag zuvor.
Momentan ist es auf dem Hof ziemlich ruhig. Das Landwirtspaar kümmert sich ums Holz. „Sonst genießen wir auch mal die Familienzeit.“ Gerade während der Coronakrise können sie auf die Weite des Landes zurückgreifen. „Vollpampa“, sagt sie und lächelt. „Aber eigentlich sind wir ja immer noch dicht an Berlin dran.“ Dennoch könnte sie sich nicht mehr vorstellen, in der Großstadt zu leben.

Ende März beginnen die ersten Anpflanzungen, im Sommer sei dann am meisten zu tun. Weiter soll ein neuer Schuppen entstehen und Walnussbäume gepflanzt werden. Irgendwann noch ein paar feste Wege, gerade ist alles recht schlammig. Aber dafür ist noch viel Zeit.
Kontakt und Kistenbestellung per E-Mail: karolinengarten@posteo.de.

Hits: 200

RTelenovela

Februarfrühling

Donnerstag, den 16. Februar 2017
Tags: , , ,

Ich stehe inmitten eines Ziegengeheges. Die Tiere zieht es aus ihrem Stall raus – an die frische Luft. Es sind 10 Grad, die Sonne scheint, es weht kaum ein Lüftchen. Frühling mitten im Februar.
Auf dem Karolinenhof, einem schönen Fleckchen Erde irgendwo zwischen den Dörfern Kuhhorst und Flatow, herrscht die pure Idylle. Keine Autobahn, keine Züge, keine Menschen. Einfach nur Ruhe. Wie ein Kurzurlaub.
Während ein Lämmchen an meinem Schnürsenkel knabbert, unterhalte ich mich mit der Landwirtin, die die Käserei auf dem Karolinenhof betreibt. Sie sagt, für die Tiere sei das das ideale Wetter. Hitze mögen sie nicht, und die Kälte war auch nicht so schön.
Als ich wieder zum Auto laufe, um zurück in Richtung Kremmen zu düsen, bleibe ich kurz noch mal stehen, um der Stille zu lauschen.

Ich lasse beim Fahren ein Fenster offen – es ist so warm draußen, dass es sehr angenehm ist. Die Sonne und die Wärme haben aber noch einen anderen Effekt: Die Leute müssen dringend ihre Autos waschen lassen, weil die bei dem schönen Wetter nämlich erst recht verdreckt aussehen.
An der Waschstraße im Oranienburger Oranienpark war der Andrang jedenfalls groß – eine lange Autoschlange wartete darauf, dran zu kommen. Die müssen ja Zeit haben…

Hits: 105

RTelenovela

Mit Tempo 20 hinterm Mähdrescher

Montag, den 15. August 2016
Tags: , ,

Das ist der Autofahrer-Supergau: Wenn direkt vor einem ein Mähdrescher fährt, und es gibt keine Möglichkeit zu überholen. Gar keine. Kilometerlang.
Die Fahrt von der Autobahnbrücke bei Flatow auf der Landesstraße 17 zum Karolinenhof dauerte neulich geringfügig länger als geplant. Der Mähdrescher vor mir hatte konstant Tempo 20 auf der Uhr. Das Fahrzeug war breiter als die Straße selbst, die L 17 zwischen Flatow und Kuhhorst ist ja eher schmal. Überholen ging nicht, ich hätte über den holprigen Rasenstreifen brettern müssen, und das hätte mein Auto vermutlich nicht ohne weiteres überlebt.

So tuckelten wir also übers Feld. Ich hatte mich schon in mein Schicksal gefügt, der junge Mann im Auto hinter mir wirkte schon sehr viel nervöser. Aber immerhin war Zeit, sich die Felder genauer anzusehen, und die – ich staune! – momentan schlaglochfreie Piste. Irgendwann bog der Mähdrescher aber doch ab aufs Feld, das Entschleunigungsprogramm endete damit sehr abrupt. Dennoch kam ich 20 Minuten zu spät. Ohne Mähdrescher wären es … hüstel … nur zehn gewesen.

Hits: 97

aRTikel

Ein neues Streichelgehege als lebensrettende Maßnahme

Freitag, den 12. August 2016
Tags: ,

Auf dem Flatower Karolinenhof wird morgen ein weiteres Gelände für die Ziegen eröffnet

MAZ Oberhavel, 12.8.2016

Flatow.
Manchmal haben Besucher Pech. Dann lässt sich direkt auf dem Karolinenhof, zwischen Flatow und Kuhhorst, kaum eine Ziege blicken, wenn sie nämlich draußen auf dem Feld sind. Immer wieder haben Besucher nachgefragt, ob es nicht auch ein kleines Streichelgehege auf dem Hof geben könnte. „Das ist für mich als Landmenschen natürlich erst mal schwer verständlich“, gibt Betreiberin Gela Angermann zu. Aber sie ließ sich gern umstimmen.
Am morgigen Sonnabend wird das neue Streichelgehege gegen 16 Uhr eröffnet. Drei bis vier Ziegen werden darin leben, eventuell kommt im kommenden Jahr noch das eine oder andere Schaf dazu. Besucher können durch ein Doppeltor – sicher ist sicher – in das kleine Gehege gelangen. Die Tiere haben aber direkt dahinter noch einen Stall, in den die Gäste nicht reinkommen. Ebenfalls direkt daneben befindet sich noch ein kleines Auslaufgelände für die Ziegen, das ebenfalls für Besucher tabu ist.

Das Gehege ist genau genommen auch eine Art lebensrettende Maßnahme. Eine der Ziegen ist anderthalb Jahre alt und so klein, dass im Frühjahr bei dem Tier beim Gebärvorgang ein Kaiserschnitt vorgenommen werden musste. Das Tier wird keine Zicklein mehr bekommen. Im Normalfall wäre das Tier früher oder später geschlachtet worden. Nun aber darf es ins Gehege, ebenso wie mehrere weitere Ziegen, die auch keine Milch mehr geben. Die Tiere können bis zu 15 Jahre alt werden, sagt Gela Angermann.Die Ziegen in den Ställen sind immer im Winter eine Attraktion. Hier ein Foto vom Februar 2016.Juliane Weser
Das Gehege selbst entstand mithilfe von Studentinnen der Fachhochschule Eberswalde. Die Idee dafür hatte Sarah Spindler, die auf dem Hof die Ziegenkäserei bewirtschaftet. „Wir sind ganz zufrieden, was dabei herausgekommen ist“, sagt Gela Angermann, „mal sehen, wie es die Ziegen finden.“

Am Sonnabend können die Besucher auf dem Karolinenhof aber auch bei der „Ziegenhochzeit“ dabei sein. Das ist der Moment, wo die beiden Böcke in die übrige, 110 Tiere starke Ziegenherde zurück dürfen. Die Böcke haben dann in den nächsten Wochen ordentlich „zu tun“, immerhin sollen im Januar die nächsten Zicklein das Licht der Welt erblicken.
Neu ist am Sonnabend auch, dass erstmals der „Alte Karolinenhöfer“ verkauft wird, eine besondere Schnittkäse-Sorte, die länger gereift ist. Am 27. und 28. August findet auf dem Gelände zudem wieder das Hoffest statt. Am Abend des ersten Veranstaltungstages spielt eine Live-Band, es gibt außerdem die Möglichkeit, im mitgebrachten Zelt oder Campingbus zu übernachten.

Hits: 245

aRTikel

Junges Paar sichert die Zukunft des Karolinenhofs

Mittwoch, den 23. September 2015
Tags: , ,

Sarah und Sebastian Spindler erfüllen sich in Flatow ihren Lebenstraum

MAZ Oberhavel, 23.9.2015

FLATOW
Irgendwie war es schon immer klar, dass sie mal einen Hof auf dem Land übernehmen würden. Da sind sich Sarah und Sebastian Spindler einig. Sie hat schon als Kind ein Bild gemalt, auf dem nicht nur die Tante zu sehen war, sondern auch ein Bauernhaus mit Ziegen. Und er war „seitdem ich laufen kann, nur in der Landwirtschaft unterwegs.“

Die beiden leben und arbeiten auf dem Karolinenhof. Das Gelände gehört zu Flatow und liegt nur wenige Kilometer von Kuhhorst entfernt. Im kommenden Jahr will das Paar dort auch Verantwortung übernehmen. Sarah Spindler (27) kümmert sich um die Ziegenkäserei, ihr Mann Sebastian (31) um die Landwirtschaft. Die jetzige alleinige Betreiberin Gela Angermann bleibt auf dem Hof – sie kümmert sich um den Laden.

Schon vor fünf Jahren zog sie auf den Karolinenhof. Sarah Spindler begann damals in Kuhhorst eine Lehre als Landwirtin. Als Kind lebte sie in Hagenow in Mecklenburg-Vorpommern, später sehr lange in Berlin. Dann zog sie es raus. „Ich interessierte mich für die Ökolandwirtschaft und habe eine Stelle bekommen.“ Sie suchte in der Umgebung ein Zimmer und fand es auf dem Hof von Gela Angermann. „Eine Freundin gab mir den Tipp“, erzählt sie.
Während der Lehre lernte sie auch Sebastian kennen, er bildete sie aus. „Wir haben die Regel Nummer eins gebrochen“, sagt sie. Sie lautete: Keine Liebesbeziehung auf der Arbeit anfangen. Aber die beiden wurden ein Paar, bald war er Stammgast auf dem Karolinenhof.
Nach der Lehre begann sie ein Studium in Ökolandbau und Vermarktung in Eberswalde – inklusive Praxissemester in Schweden. „Ich wollte aber nicht alleine“, erzählt Sarah Spindler. Sebastian kündigte seinen Job und ging mit. Sie kümmerten sich dort um einen Ziegenhof. „Am Ende haben wir den ziemlich alleine geführt.“

Als die beiden wieder in Deutschland waren, stand die Frage im Raum, wie es nun weitergehen soll. „Als ich das erste Mal wieder auf den Karolinenhof kam, habe ich mich wirklich wieder angekommen gefühlt.“ Auf einer Feier machte ihnen Gela Angermann dann das Angebot, bei ihr auf dem Hof mit einzusteigen. Zwar steht bei Sarah Spindler bis Jahresende noch ihr Studium im Vordergrund, aber danach geht es richtig los. „Für mich war das sofort klar“, sagt sie.
„Bei mir hat es einen Moment gedauert“, gibt ihr Mann zu. Aber letztlich gehe ihn für auch ein Traum in Erfüllung. „Auf lange Sicht werden wir den Hof weiterführen.“ Genaue Konditionen werden später noch besprochen. „Fest steht für uns, dass wir nicht wollen, dass sich Gela Angermann ganz rauszieht, sie soll noch lange hier auf dem Hof bleiben“, sagt Sarah Spindler. Am 18. Juli haben Sarah und Sebastian geheiratet – mit großem Fest auf dem Hof.

Für die Zukunft haben sie 1000 Ideen. Die 27-Jährige denkt beispielsweise an eine Streuobstwiese. „Ich hätte auch gern einen kleinen Streichelzoo“, sagt sie. „Die Ziegen anzufassen ist ja immer eher schwierig.“ Einmal in der Woche könnten sie sich vorstellen, Brot zu backen – oder auch Pizzen. „Das Hauptziel ist aber erst mal, das Bestehende zu optimieren“, sagt Sebastian Spindler, „und Connections aufzubauen.“ Wobei es jetzt schon so sei, dass sich die Bauern untereinander helfen.
Hin und wieder fährt Sarah Spindler aber auch noch in ihre alte Heimat Berlin. „Das ist ein schöner Ausgleich. Trotzdem habe ich hier nicht das Gefühl, dass ich etwas vermissen müsste.“

Hits: 198