RTZapper

on3-Südwild: Anti-Akw-Demo

Mittwoch, den 16. März 2011
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DI 15.03.2011 | 16.30 Uhr | BR alpha

Diane aus Dingolfing ist ganz schön happy. Am Sonnabend ist sie mit dem Bus und einer Reisegruppe zur Menschenkette bei Stuttgart und zur anschließenden Anti-Akw-Demo gefahren.
Weil ja jetzt das Unglück in Japan passiert sei, da kommen doch dann hoffentlich “ganz, ganz viele Leute”. Und sie hofft doch, dass da noch ein paar tausend Menschen mehr kommen.
Eine gewisse Vorfreude ist zu erkennen. Ja, endlich kommen Leute, um zu demonstrieren.

Diane war am Dienstagnachmittag in einem Beitrag des Jugendmagazins “on3-Südwild” auf BR alpha zu sehen. Und sie wirkt in dem Film ein bisschen oberflächlich. In Japan passiert ein Unglück, und sie ist happy, dass dadurch ein paar Leute mehr kommen.
An sich hat sie damit natürlich recht. Und die Anti-Atomdemo war sowieso schon länger geplant. Aber die Art, wie sie ihre gute Laune rüberbringt, sprach nicht so ganz für sie. Sie wirkt wie jemand, der mit dem unglück anderer endlich, endlich ihre eigenen Wünsche und Ziele umsetzen kann.

Die Menschenkette und die Demo waren übrigens ein voller Erfolg. Und angesichts der Situation in Japan und der Diskussion, die in Deutschland inzwischen losgetreten worden ist, wird es sicher nicht die letzte Demo sein. Freudenfeste werden die aber bestimmt nicht werden.

RTelenovela

Huch, unsere Akws könnten eventuell doch unsicher sein!

Mittwoch, den 16. März 2011
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Jeder kann sich mal irren. Die Politiker der schwarz-gelben Koalition waren sich noch vor wenigen Tagen sicher: Unsere Atomkraftwerke in Deutschland sind top und müssen so schnell nicht abgeschaltet werden. Der einst von Rot-Grün festgelegte Atom-Ausstieg galt nicht mehr.
Doch nun gibt es in Japan diesen Vorfall, den Super-Gau. Und Fokushima verändert alles.

Huch, unsere Akws könnten eventuell doch unsicher sein! Jetzt fällt’s unseren Politikern auch wieder ein, und so lassen sie mal ganz fix die sieben ältesten Atommeiler in Deutschland abschalten. Man weiß ja nie, ne? In den nächsten drei Monaten sollen alle Akws überprüft werden, so lange ist die Verlängerung der Betriebsgenehmigung ausgesetzt. Welche der sieben abgeschalteten Meiler für immer ruhen, müssen wir auch erst mal abwarten.

Ein Freund von mir wohnt in Neulußheim in der Nähe von Heidelberg. Nur wenige Kilometer davon entfernt liegt Philippsburg. Das Atomkraftwerk Philippsburg I gehört zu denen, die vorerst ausbgeschaltet werden.
Wenn ich dort bin, sehe ich immer die Hinweisschilder zum Akw Philippsburg. Bislang habe ich mir nicht so wirklich darüber Gedanken gemacht. Den Menschen vor Ort scheint es ähnlich zu gehen. In einem Artikel der “Rhein-Neckar-Zeitung” äußern sich die Philippsburger sehr gelassen über ihre Situation. In Europa könne so was schließlich nicht passieren. Das aber dachte man in Japan auch immer.
Das ZDF berichtete am Dienstag unterdessen von Störfällen, die sich im vergangenen Jahr in Philippsburg ereignet haben. Es scheint also alles möglich zu sein.

Bald sind in mehreren Bundesländern Landtagswahlen. Spannend ist, wie sich die Japan-Katastrophe auf sie auswirkt – und ob die Politiker nach der Wahl immer noch der Meinung sind, dass unsere Akws eventuell doch nicht so sicher sind…

RTZapper

n-tv-Nachrichten: Japan und der Atom-GAU

Sonntag, den 13. März 2011
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SA 12.03.2011 | 3.00 Uhr (So.) | n-tv

Und wieder diese beiden Bilder: Das Atomkraftwerk im japanischen Fukushima aus der Ferne im Qualm. Dann dasselbe Akw und die Explosion. Der Nachrichtensender n-tv zeigt sie in seiner nächtlichen Sondersendung. Es sind die Bilder des Tages. Immer und immer wieder.

Heutzutage kann man es den Zuschauern offenbar nicht mehr zumuten, in einem Interview nur den Gesprächspartner zu zeigen. Um mehr Bewegung und Action zu bieten, muss es meist ein Splitscreen sein. Rechts der Experte, links die Bilder aus Japan. Und eigentlich immer dieselben. Der Qualm und die Explosion. Im Ersten liefen sie in der Dauerschleife. In der “Tagesschau”, im “Brennpunkt”, in den “Tagesthemen”. So erschütternd das Dokument auch ist: In der wenige Sekunden dauernden Dauerschleife werden sie nicht (noch) dramatischer.

RTZapper

Tschernobyl – Der GAU und die Ohnmacht der Politik

Sonntag, den 13. März 2011
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SA 12.03.2011 | 20.45 Uhr | Das Erste

Dieser 12. März 2011 stand ganz im Zeichen des drohenden Super-GAU in den japanischen Atomkraftwerken. Wäre es da angesichts der Erdbeben- und Flutkatastrophe pietätslos gewesen, den “Musikantenstadl” zu zeigen? Das Erste verzichtete auf die Ausstrahlung der Liveshow – genauso wie der federführende ORF2 und das Schweizer Fernsehen. Sie wurde aufgezeichnet und soll später gesendet werden.

Dass die ARD am Sonnabend keinen “Musikantenstadl” zeigte, war richtig – auch wenn das mit Pietät wenig zu tun hatte. Die Show wäre mit fast drei Stunden einfach zu lange gewesen. Drei Stunden ohne Informationen aus Japan, das wäre angesichts der brisanten Lage in Japan einfach eine zu lange Zeit gewesen. Und unterbrechen kann man so eine Show auch schlecht – zumal das wegen der zeitgleichen Ausstrahlung in Österreich und der Schweiz auch gar nicht funktioniert hätte.

Stattdessen lief zur besten Sendezeit die hochinteressante Doku “Tschernobyl – Der GAU und die Ohnmacht der Politik”. Sie zeigte, wie die Politik und die Menschen in Deutschland 1986 auf den GAU in der Ukraine reagierte. Die Sowjets haben damals erst sehr spät und spärlich über die Katastrophe informiert. Da fragt man sich natürlich, warum die Japaner das 2011 eigentlich anders machen sollten. Angesichts der vielen widersprüchlichen Meldungen liegt die Vermutung nahe, dass die offiziellen Stellen mehr wissen, als sie sagen.

RTelenovela

Japan: So weit weg und doch so nah

Samstag, den 12. März 2011
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Irgendwas ist da passiert, in Japan. Am Vormittag habe ich es zunächst im Radio gehört. Radioeins berichtete es, als ich gerade auf der Autobahn war.
Ein Erdbeben. Und Flutwellen.

Der Blick ins Internet zwei Stunden später, veränderte die Lage. Spiegel Online brachte die Bilder von den verwüsteten Küstestreifen Japans in unser Büro.
Wie das immer so ist: Passiert irgendwo auf der Welt eine Katastrophe, tritt alles andere in den Hintergrund. Eine Band, die bald in der Region auftritt? ist das noch wichtig?
Man saugt alle Infos auf, die man bekommen kann. Was berichtet Spiegel Online? Was ist bei facebook los? Vor der täglichen Sitzung noch schnell in das Zimmer, in dem der Fernseher steht: erste bewegte Bilder der “Tagesschau”. Die Wasserwand.

Japan ist so weit weg und doch so nah. Kollegen machten sich Sorgen, denn auch in Neuruppin gibt es Kontakte mit Japan. Bei einem der Bekannten soll die Zerstörung der Stadt wohl immens sein. Beim anderen Freund soll alles nicht so dramatisch sein. Doch die Nachrichtenlage istz unübersichtlich.

Am Abend dann, zu Hause, dann der Medienoverkill. “Heute”, “Tagesschau”, “Brennpunkt”, und ausnahmsweise sind auch n-tv und N24 mal Nachrichtensender.
Jetzt ist Nacht, und wir alle sehen weiter nach Japan: Was passiert mit den Atomkraftwerken? Kommt der Super-Gau?
Ein mulmiges Gefühl beim Weg ins Bett.

ORA aktuell

Tsunami: Oranienburger Feuerwehrmann fliegt nach Japan

Samstag, den 12. März 2011
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Hilfe für Japan: Nach dem Erdbeben und dem Tsunami wird Jens Pamperin, Oranienburgs stellvertretender Stadtbrandmeister, ins Krisengebiet fliegen. Er ist Mitglied der international agierenden ehrenamtlichen Feuerwehrtruppe „@fire“.
Dass er gefordert ist, erfuhr er am Freitagmorgen per SMS. Dann ging es nach Frankfurt/Main und weiter nach Japan.

Zuvor hat der Einsatzstab von “@fire Internationaler Katastrophenschutz Deutschland” an die Vereinten Nationen seine Einsatzbereitschaft mit einem Team aus mehr als 100 Rettungskräften gemeldet.

RT im Kino

The Cove – Die Bucht

Donnerstag, den 22. Oktober 2009
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Delfinjagden in Japan dienen der Allgemeinheit. Sagen die Japaner. Die Delfine fressen den Fischern nämlich die Fische weg. Sagen die Fischer. Außerdem brauchen die Vergnügungsparks wie Seaworld ja Delfine für ihre Show. Sagen die Parkchefs. Und die Leute wollen ja auch Delfinfleisch essen. Sagen die Verkäufer.
23000 Kleinwale werden jedes Jahr in Japan getötet – mit Handharpunen und bei Treibjagden. Ein lebender Delfin, der an einen der Parks verkauft wird, bringt 150000 Dollar, ein getöteter dagegen nur 600 Dollar.
Das sind die nackten Fakten.

Die Doku über “Die Bucht” liefert die schockierenden Bilder dazu. Im japanischen Küstenort Taiji werden die Tiere in eine Bucht gedrängt, wo sie auf bestialische, blutige Weise umgebracht werden. Seltsam nur: Selbst viele Japaner wissen nichts davon, wissen nicht mal, dass man Delfinfleisch essen kann. Sie kennen sie nur aus den Parks – und wissen nicht, wie sie dahin kommen. Und was man ihnen damit antut. Schwimmen die Delfine sonst in einem Radius von rund 70 Kilometer täglich, haben sie in den Parks nur kleine Becken.

Ric O’Barry war in den 60er-Jahren der Trainer von “Flipper” – oder besser gesagt von den Delfinweibchen, die Flipper spielten. Seit ihm klar wurde, was den Tieren damit angetan wird, kämpft er gegen die Jagd auf Delfine. Insbesondere in Japan. O’Barry und seine Mitkämpfer gelingt es, bewegte Bilder in Taiji zu drehen und den Wahnsinn zu zeigen.
“Die Bucht” unter der Regie von Louie Psihoyos und produziert von der Oceanic Preservation Society (OPS), einer Non-Profit-Organisation, ist ein bestürzender Film. Einer, der wütend macht, verstört und hoffentlich aufrüttelt. Da ist es zu verschmerzen, dass am Ende ein bisschen zu viel Pathos aufgelegt wird.

8/10