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OGOT – Old Guys on Tour: Finale

Montag, den 3. Oktober 2016
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SO 02.10.2016 | 20.15 Uhr | Tele 5

Sie stritten sich, schwiegen sich an, und am Ende hatten sie sich wieder lieb. Die old Guys haben Santiago de Compostela erreicht.
Zwölf Folgen lang konnten wir Jörg Draeger, Frederic Meißner, Björn-Hergen Schmipf und Harry Wijnvoord dabei zusehen, wie sie auf dem Jakobsweg pilgern. Karl Dall empfing die Männer an den jeweiligen Etappenzielen.
Am Sonntagabend ging “OGOT – Old Guys on Tour” mit der Ankunft in Santiago de Compostela zu Ende. Das aber ein bisschen enttäuschend – für alle Beteiligten.

Tele 5 hat mit der Sendung für ein leider viel zu wenig beachtetes Fernsehhighlight gesorgt. Das Konzept war dabei sehr simpel: vier Männer wandern, und wir schauen zu. Kein Skript, keine Challenges. Nur der Weg. Nur das Ziel erreichen. Nur darum ging es.
Ein wenig war das Slow-TV, denn Tele 5 hat auch darauf verzichtet, dieses Projekt so aufzupeppen, dass das ganz große Ding draus wurde. Fast muss man sagen, Tele 5 hätte ein wenig mehr draus machen können, schon durch den seltsamen Titel, “OGOT”, sind sicherlich viele Zuschauer gar nicht auf das Jakobsweg-Projekt aufmerksam geworden.

Vermutlich ist noch nie so ausführlich – immerhin mehr als 13 Stunden – vom Jakobsweg berichtet worden. Wir haben gesehen, dass es oft öde ist. Dass es tolle Momente und Stellen gibt. Dass man sich anstrengen, überwinden muss. Dass man den inneren Schweinehund besiegen muss. Herrliche Gegenden, runtergekommene Wege, lange Steppen, schöne Dörfer und Städte.

Auch ohne Challenges – eigentlich ist natürlich der Weg selbst die Challenge – ist viel passiert. Denn die vier Männer kamen nicht immer miteinander klar. Jörg und Frederic waren immer schnellen Schrittes, Björn und Harry eher weniger. Und Harry war genervt. Am Ende so sehr, dass er sich mehr und mehr an den anderen entfernte. Was wiederum die anderen aufregte.
So war die Stimmung leider am Ende sehr gedrückt, in Santiago de Compostela herrschte wenig Euphorie. Und dann wurden sie auch noch aus der Kathedrale rausgeschmissen, weil man da nicht mit Rucksäcken rein darf. So gab es auch nicht den berühmten Gottesdienst mit dem großen Weihrauch-Pendel zu sehen. Wirklich schade.

So war das Finale dann eher Gesprächstherapie. Aussprache. Aber wenigstens konnten beim Abschluss-Picknick alle wieder lachen.
Fazit am Ende: “Ogot” – schön, es gesehen zu haben.

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OGOT – Old Guys on Tour

Dienstag, den 20. September 2016
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MO 19.09.2016 | 22.05 Uhr | Tele 5

Dagegen ist das Dschungelcamp der reinste Urlaub. Tele 5 schickte im Frühjahr vier alternde Promis auf den Jakobsweg – und zwei Kamerateams gleich mit.
Seit Sonnabend zeigt der kleine Sender fünfmal pro Woche “OGOT”. Das ist kein Schreibfehler, sondern die Abkürzung für “Old Guys on Tour”.

Jörg Draeger war mal ein bekannter Gameshow-Moderator. Frederic Meisner war mal ein bekannter Gameshow-Moderator. Harry Wijnvoord war mal ein bekannter Gameshow-Moderator. Björn-Hergen Schimpf war mal… na ja, du weißt schon. Gemeinsam laufen sie mehrere hundert Kilometer. Und sie labern. Und sie streiten. Und sie lästern. Und sie verlaufen sich. Sie leiden. Sie lachen.

Das Projekt ist in mehrerlei Hinsicht mutig. Erstens, weil natürlich niemand weiß, wie viele von den vieren am Ende des Jakobsweges noch gesund sind. Zweitens: Ist es spannend, vier Herren (und dem Team dahinter) beim bloßen Laufen zuzusehen? Passiert da überhaupt was? Reicht das für zwölf Folgen?
Die letzte Frage lässt sich nach drei Folgen am Montagabend noch schwer beantworten. Denn es passiert nicht allzu viel. Wir sehen die Landschaften und die Herren. Das Interessante ist: Diese Nicht-Spannung ist dann doch irgendwie spannend, irgendwie faszinierend. Slow-TV.

Schade ist, dass Tele 5 das Ding selbst kaum und schlecht promotet. Der Titel “OGOT” ist zwar mehrdeutig-lustig, aber dass da vier Promis auf dem Jakobsweg laufen, kann man daraus nicht erkennen, wenn die etwas ältere Zielgruppe in die Fernsehzeitung schaut. Hätte man besser machen können.

Und es darf gern noch interessanter werden. Immerhin hat uns Hape Kerkeling in seinem Jakobsweg-Buch auch viel über die menschlichen Begegnungen erzählt. Ob die vier Herren noch andere Menschen treffen, ist offen. Bislang waren sie auf noch abgelegenen Teilen des Weges unterwegs. Das belebte Stück kommt erst noch.
Auch sieht man nichts über die Herbergen entlang des Weges, aber vermutlich übernachtet das Team in Hotels und nicht dort, wo die Otto-Normal-Pilger schlafen.
Aber es sind ja noch neun Folgen.

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Das große Promi-Pilgern

Montag, den 22. Oktober 2007
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SO 21.10.2007, 19.05 Uhr, ProSieben

Eine Sendung über den Jakobsweg würde man nicht unbedingt bei ProSieben vermuten. Selbst die Variante, Prominente den Camino entlang zu schicken, hätte man eher der ARD oder gar arte zugetraut. Aber nun eben ProSieben mit einem etwas platten Titel: “Das große Promi-Pilgern”. Nun ja.
Oliver Petszokat, Charlotte Engelhardt, Katy Karrenbauer, Ingo Naujocks und Claude-Oliver Rudolph versuchen sich an der langen Strecke. Und eigentlich wäre ein Hintergrundbericht viel interessanter, wie diese Produktion eigentlich entstand. Sind die Kamerateams den Promis die ganze Zeit auf den Fersen gewesen? Wie viel ist gestellt, was ist spontan? Macht es überhaupt Sinn zu pilgern, wenn ständig Kameras um einen herumwuseln?
Dennoch ist die Sendung durchaus interessant. Zeigt sie doch auch die verschiedenen Arten zu pilgern. Sehr ernst nimmt es offenbar Katy Karrenbauer, die sehr in sich zu gehen scheint. Oli und Charlotte sind die lockeren, und dass ProSieben ihnen, um die Sache spannender zu machen, zunächst eine Affäre andichtete, war eher peinlich. Claude-Oliver – tja, warum der eigentlich pilgert (außer wegen der ProSieben-Kohle), ist nicht so ganz klar.
Dass die Sendung bei ProSieben läuft, ist deshalb schade, weil diese Pilgerei ganz offenbar sehr viel mehr hergibt, als uns in den vier Folgen gezeigt wird. Ein paar mehr Sehenswürdigkeiten und Hintergrundberichte würden dem ganzen nicht schaden. Aber ist eben nur ProSieben und somit blanke Unterhaltung.

RT im Kino

Saint Jacques … Pilgern auf Französisch

Donnerstag, den 6. September 2007
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Man könnte auf die Idee kommen, dass windige Filmemacher jetzt auf einen Zug aufspringen wollen, den im vergangenen Jahr Hape Kerkeling hat losfahren lassen. Dabei kam Coline Serreaus Film über den Jakobsweg in Frankreich schon 2005 in die Kinos, da war “Ich bin dann mal Weg” noch nicht in den Buchläden zu haben. Dennoch haben wir es sicherlich Kerkelings Buch und dessen Erfolg zu verdanken, dass der Film nach zwei Jahren endlich auch zu uns ins Kino gelangt.
Denn zumindest in Ansätzen bringt “Saint Jacques … Pilgern auf Französisch” das auf die große Leinwand, wovon Hape so eindrucksvoll im Buch berichtete.
Clara (Muriel Robin), Claude (Jean-Pierre Darroussin) und Pierre (Artus De Penguern) können es kaum glauben: Das Erbe ihrer Mutter wird ihnen nur ausgezahlt, wenn sie den französischen Teil des Jakobsweges laufen.
Das wird, sagen wir mal: problematisch. Denn die drei Geschwister können sich auf den Tod nicht leiden. Dennoch: Sie ziehen das Unternehmen durch und schließen sich der Reisegruppe um Guy (Pascal Légitimus) an. Die will bis nach Santiago de Compsotela laufen. Es beginnt eine Reise voller Strapazen, aber eine des Nachdenkens und zu sich kommens, voller menschlicher Begegnungen und Annäherungen.
Millionen Menschen laufen jedes Jahr den Jakobsweg. Dieser Film macht das Vorhaben zumindest ein wenig greifbarer. Er zeigt, wie man sich so etwas eigentlich vorstellen kann – auch wenn beispielsweise nur die besseren Herbergen im Film vorkommen. Da kennt man von Hape ganz andere Geschichten.
Gedreht wurde natürlich an Originalschausplätzen, was für die Crew nicht immer einfach war. Aber es hat sich gelohnt: Eine sehr warmherzige Geschichte über menschliche Angründe, über das Wandern und das Über-sich-hinauswachsen.

9/10

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Hape Kerkeling liest – Ich bin dann mal weg

Samstag, den 19. Mai 2007
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FR 18.05.2007, 22.15 Uhr, RTL

Nur ein Mann und sein Buch, aus dem er vorliest. Und ein Publikum, das Fragen stellen darf? Kultur bei arte oder 3sat? Nein, Wochenenunterhaltung bei RTL!
Hape Kerkeling hat schon so einiges geschafft. Hat sich als Königin aufs Gelände des Schlosses Charlottenburg geschummelt, hat als Horst Schlämmer bei “Wer wird Millionär?” mit Jauch den Platz getauscht, hat mit seinem Buch über eine Pilgerreise einen Bestseller gelandet. Und jetzt auch noch eine Literatursendung – bei RTL!
15 bis 20 Minuten einfach nur Kerkeling, wie er aus einem Buch liest. Nur hier und da angereichert mit eingeblendeten Dias. Das wird für RTL wohl sicher ein Novum sein. Spontan fiele mir nänlich niemand ein, der am Freitag um 22.15 Uhr bei RTL aus seinem Buch vorlesen dürfte.
Dass der Privatsender an einigen Stellen der Lesung Lacher einspielte – nun gut, das war unnötig und oft auch unpassend. Dennoch ein echtes Experiment. Dafür Respekt!
PS: “Ich bin dann mal weg” von Hape Kerkeling ist ein wirklich großartiges Buch, das ich schon vor Monaten sehr gern gelesen habe!