RTelenovela

Schießerei am Toten Meer

Dienstag, den 31. März 2015
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Reisebüros gehören zu der Branche, die vom Tode bedroht sind. Heutzutage suchen sich die Leute die Reisen lieber selbst im Internet zusammen.
Ich bin da allerdings ein Muffel. Ein Hotel zu buchen, das mache ich im Netz auch. Mir aber einen Urlaub zusammenzubuchen, also ein Hotel und einen Flug irgendwo im Ausland, irgendwas Nettes Pauschales, dazu habe ich eher weniger Lust. Und da kommt das Reisebüro ins Spiel.
Wer ins Reisebüro geht, muss nur sagen, was man will – und es wird rausgesucht. im Reisebüro schauen sie genauso wie wir zu Hause vorm Computer, was am besten ist, was am billigsten ist oder auch, wo eventuell Tücken sind. Und in der Regel kostet das nicht mehr, als wenn man sich zu Hause selbst die Mühe macht.

Wir wussten zwar, wann wir Zeit haben, zu verreisen. Aber nicht so wirklich wohin. Außer: Irgendwo hin, wo wir beide noch nicht waren.
Wir gingen also ins Reisebüro am Potsdamer Platz in Berlin.
Weitere Orte schwirrten in der Luft: Malta. Menorca. Lanzarote. Irgend sowas.
Oder Venedig? War ich zwar schon mal, aber nur auf Klassenfahrt ein paar Stunden. Lissabon? Kenne ich. Barcelona? Kennt meine Reisebegleitung schon.

Die nette Frau suchte am PC. Zunächst Venedig. Hotel 1 sah doof aus. Fand sie, fanden wir. Hotel 2 war toll – aber sehr weit weg von Venedig. Und Venedig selbst? Zu teuer zu unserer Reisezeit.
Barcelona kam auch noch mal ins Spiel. Würden Sie auch mit Germanwings reisen? Man müsse nach der vergangenen Woche ja immer fragen, sagte sie. Für uns kein Problem. Jetzt erst recht, meinte ich. Und sie: Billiger wird’s dadurch aber nicht.

Florenz? Sie suchte hier, sie suchte da, und fand. Manko: kein Direktflug, Zwischenlandung in München. Aber das Hotel sieht nett aus, das Ganze kostet nicht allzu viel. Wir haben uns erst mal vormerken lassen.

Wir wollten aber eine Alternative. Und die ist: Istanbul. Ich muss zugeben: Istanbul reizt mich. Eine andere Kultur, die Grenze zwischen Europa und Asien, viele Sehenswürdigkeiten. Und das Dasein vor Ort könnte preiswerter sein als in Florenz.
Nicht jeder finde Istanbul gut, sagte die Reisebürofrau, und ab und zu passiere da ja auch etwas. Sie erzählte von Kunden, die eine Reise stornieren mussten. Es habe eine Schießerei am Toten Meer gegeben. Fast hätte ich gesagt: “Kein Wunder, dass das Meer nach der Schießerei tot ist.” Aber ich hab’s mir verkniffen.

Und wie geht’s jetzt weiter? Wir bekommen per Mail ein Istanbul-Angebot, und dann können wir immer noch entscheiden.
Florenz oder Istanbul. Die Entscheidung – bald!

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Die Herbstshow

Montag, den 29. Oktober 2012
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SO 28.10.2012 | 11.00 Uhr | ZDF

Schade, eigentlich hatte das ZDF an den vergangenen drei Sonntagen die “Herbstshow” mit Andrea Kiewel angekündigt. Die ist dann leider ausgefallen, denn das ZDF sendete lieber insgesamt sechs Stunden lang eine Reiseshoppingsendung.

Musik, Talk und mehr vom Kalterer See in Südtirol. Dreimal zwei Stunden lang im ZDF-Vormittagsprogramm am Sonntag.
Im Abspann stand es: Der Tourismusverband der südtiroler Region hat die Show finanziell unterstützt. Und das muss ordentlich gewesen sein, denn die “Herbstshow” zelebrierte alle Möglichkeiten, die Touristen rund um den See haben.
Surfen ist so toll! Man kann wunderbare Radfahren! Und dann diese Gegend, dieser See, die Berge, alles ist so wundervoll!

Bands traten auf einer Seebühne auf oder präsentierten sich auf irgendwelchen Bergwegen. In die Auftritte von Sängern schnitt das ZDF herrliche Bilder vom See, von Spaziergängern, von Städten und Marktplätzen. Köche zeigten, was die Küche in Südtirol so hergibt. Und Andrea Kiewel schwärmte über die Gegend, in die man doch unbedingt mal reisen müsse.

Einmal lässt man sich als Zuschauer das gefallen, aber dreimal – das ist dann schon schon dreist. Es scheint, als lässt sich das ZDF einkaufen. Zumindest wirkt es so, dass der Sender die Produktion der “Herbstshow” an den italienischen See verlegt, dafür teilweise bezahlt wird und dafür stundenlang erzählt, wie toll es doch dort ist.
Das nervt am Ende so sehr, dass ich wohl im Leben nie zum Kalterer See nach Südtirol fahren werde.

RTelenovela

Post aus Palermo

Freitag, den 9. März 2012
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Die Sache mit der Post aus Palermo scheint eine komplizierte Sache zu sein. Ich habe am Mittwoch und am Donnerstag je eine Postkarte aus Sizilien bekommen. beide sind am 5. März um 20 Uhr in Palermo abgestempelt worden.

Karte 1 wurde jedoch schon am 29. Februar geschrieben. Was zu der Frage führt: Was ist in der Zwischenzeit passiert? Musste die Karte noch übersetzt und musste geklärt werden, ob sie wirklich nach Deutschland verschickt werden darf? Sie wurde in den Hotelbriefkasten geworfen und erst sechs Tage später weitergeleitet. Das kann schneller gehen…
Karte 2 wurde am 2. März geschrieben, und sie brauchte nur drei Tage bis nach Palermo, um dann verschickt zu werden.

Warum aber kommen zwei Postkarten, die beide am selben Abend abgestempelt wurden, unterschiedlich lange?
Fanden die Postleute einer der Karten so schön, dass sie sie einen Tag länger zurückhielten? Oder fanden die Leute bei der Post, dass es für den Empfänger doch schöner wäre, zwei Karten an zwei Tagen bekommen, anstatt beide an einem Tag zu liefern? Letzteres könnte man fast schon als netten Service bezeichnen.

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Spiegel TV Special: Das Glück der Camper

Samstag, den 22. August 2009
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FR 21.08.2009 | 0.00 Uhr (Sa.) | VOX

Das Glück der Camper scheinen zwei Wochen auf dem italienischen Campingplatz Union Lido zu sein. Ist ja auch idyllisch. Jeder kann die Seele baumeln lassen, so lange das Baumelnlassen nicht zu laut ist. Denn die Regeln bei union Lido sind streng. Strenger als wahrscheinlich zu Hause.

Radiohören? Nein, nein, verboten! Es könnten ja andere Leute belästigt werden. Da kommt gleich der Platzwart und erteilt eine Ermahnung. Grillen? Mit Holzkohle? Nein, nein, verboten! Es könnte ja eine Rauchbelästigung entstehen. Und dann die Bäume! Da kommt gleich der Platzwart und erteilt eine Ermahnung. Rollenfahren während der Mittagsruhe? Nein, nein, verboten! Es könnte ja jemand aus dem Mittagsschlaf hochschrecken. Da kommt gleich der Platzwart und… schon klar. Und dann noch die Nachtruhe. Und die badezone im See. Und dann noch dies und noch das.

VOX und das “Spiegel TV Special” lieferten mal wieder eindeutige Gründe, warum es auf einem Campingplatz ganz schön ätzend sein kann. Bei Union Lido offenbar ganz besonders.

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Kommissar Rex: Chinesische Schatten

Freitag, den 17. Juli 2009
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DO 16.07.2009 | 20.15 Uhr | ZDF

Früher hatte “Kommissar Rex” mal Charme. Mit Wiener Schmäh lösten die Kommissare mit dem Hund ihre Fälle. Und Rex bekam seine Wurstsemmel.
Doch dann wechselten die Ermittler mehrmals, die Quoten sanken, und der ORF und Sat.1 entschlossen sich, die Serie einzustellen.

Doch nun ist Rex zurück. Allerdings musste er dafür von Wien nach Rom ziehen. Die Wiederholungen bei der italienischen RAI laufen so gut, dass sich der Sender entschloss, neue Folgen von “Kommissar Rex” zu drehen. In Deutschland laufen die Folgen seit der vergangenen Woche im ZDF, heute lief Folge 2, “Chinesische Schatten”.
Doch der Rom-Rex funktioniert nicht so richtig. Die Serie hat ihren Charme verloren. Die Ermittler bleiben blass, die Handlung ist seltsam plump-witzig, die Synchronisation mitunter unterirdisch.
Manchmal ist es vielleicht doch besser, Mythen ruhen zu lassen, als sie krampfhaft fortsetzen zu wollen.

Es heißt, die Neuauflage von Rex war in Italien nur mäßig erfolgreich. Das wäre nun wirklich kein Wunder.

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Lindenstraße: Mevlid

Sonntag, den 23. März 2008
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SO 23.03.2008 | 18.45 Uhr | Das Erste

Helga Beimer wollte schon immer mal Ostern in Rom erleben. Ihr großer Traum. Heute in der “Lindenstraße”, die am Gründonnerstag spielte, beschlossen Helga und Erich, Ostern nach Rom zu düsen.
Lustig: Denn Mutter Beimer wird nicht wirklich Spaß gehabt haben. Wer heute Mittag im Ersten die Papstmesse “Ostern in Rom” gesehen hat, wird auch das katastrophale Wetter mit strömendem Dauerregen gesehen haben.
Aber glücklicherweise ist ja die “Lindenstraße” nicht wirklich die Realität, so dass die Rom-Reisenden nächste Woche sicher über das tolle Wetter schwärmen werden…

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Hupen in erster Reihe

Mittwoch, den 6. Juli 2005
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Palermo: Kultur, Verkehr und Vagabunden

MAZ Oranienburg, 6.7.2005

Nachdem der Billigflieger auf dem Flughafen von Palermo gelandet ist, bringt uns der Shuttlebus innerhalb von 45 Minuten ins Zentrum der sizilianischen Großstadt. Genug Zeit, um sich auf die dortigen Verkehrsverhältnisse einzustellen. Schnell stellt sich heraus: Die beste Freundin der italienischen Autofahrer ist die Hupe. Sie wird gern und vor allem oft eingesetzt. Sobald auch nur in der Ferne ein Hindernis auftaucht, wird auf die Hupe gedrückt.
Palermo mit seinen 670000 Einwohnern liegt wunderschön in einer Bucht an der Nordküste der Insel Sizilien. Mehrere Strände laden zum Baden im glasklaren Wasser ein. Für Kulturinteressierte gibt es unter anderem den beeindruckenden Dom von Monreale. Dessen Wände erzählen auf großen Mosaiken die Geschichten des Alten und Neuen Testamentes.
Wirklich äußerst lohnenswert ist auch ein Bummel über die vielen Märkte auf den Plätzen und den kleinen Gassen der Stadt. Von frischem Fleisch und Fisch, Obst und Gemüse, Haushaltswaren und Andenken – die Auswahl ist gigantisch.
Wofür Palermo und Sizilien noch bekannt sind – wir wissen es alle. Es heißt, 80 Prozent aller Geschäfte der Stadt stehen unter der „Obhut“ der Vagabunden. Das Wort Mafia nimmt in Palermo niemand gern in den Mund. Wer genauer hinsieht und aufpasst, kann den Vagabunden öfter begegnen. Große Villen und Palästchen, dicke Autos.
Die beste Reisezeit, um nach Sizilien zu fliegen, ist der Frühling. Jetzt, im Sommer kann es dort sehr heiß werden – nichts für schwache Gemüter.
Und wie gesagt: Besonders spannend ist in Palermo der Straßenverkehr. Parken in dritter Reihe ist normal. Möchte jemand aus der ersten Reihe wegfahren, hupt er einfach so lange und ausdauernd, bis die anderen Fahrer ihre Autos wegfahren und der Weg frei ist. Für Fußgänger ist Palermo paradiesisch. Über die viel befahrene Hauptstraße zu laufen ist kein Problem. Ein kurzer Blick vor dem Betreten der Straße genügt. Dann einfach loslaufen, die Autofahrer werden schon auf uns achten. Und tatsächlich – es funktioniert. Merkwürdigerweise wird nicht mal gehupt, stattdessen bremsen die Autofahrer bereitwillig ab und lassen uns durch. Wer mit dem Bus fahren will, muss an der Haltestelle einen Arm heben, wenn der Bus kommt – ansonsten hält er nämlich nicht.
So bietet Palermo eine interessante Mischung aus Hektik und Gelassenheit.