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EM live – UEFA EURO 2016: Frankreich – Island

Dienstag, den 5. Juli 2016
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SO 03.07.2016 | 20.15 Uhr | ZDF

So die richtig, richtig große Fußball-EM-Euphorie ist bisher noch nicht eingetroffen. Draußen sieht man kaum geschmückte Häuser, und die Fähnchenquote an den Autos ist auch eher gering (was jetzt aber auch niemanden wirklich traurig machen müsste).
Um so schöner ist es, wenn Teams im Wettbewerb sind, die außergewöhnliche Dinge tun.

Am Sonntagabend ist Island zwar im Viertelfinale der EM ausgeschieden – gefreut haben sich aber trotzdem alle. Schon allein wegen: “Huh!” Im ZDF waren diese Rufe wieder zu hören.
Eigentlich klingt dieses “Huh!” ziemlich angsteinflößend. Als die Isländer ihre Vorrundenspiele bestritten, hörte sich der Schrei noch recht martialisch an. Als Zuschauer fragte man sich, was das ist. In Südafrika nervten uns die Vuvuzelas (”Öööööööhhh!!”), jetzt irritierte das “Huh!”.
Aber es wird uns wohl weiter begegnen, vielleicht auch in der kommenden Bundesliga-Saison. Denn im Gegensatz zum “Öööööööööh!” ist das knappe “Huh!” fast schon wieder Comedy. Auch wenn der Schrei einschüchtern soll – wenn man sich dabei die freundlichen Isländer vorstellt, ist’s mit der Schüchternheit vorbei…

RTelenovela

2015

Donnerstag, den 31. Dezember 2015
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DIE BESTE PARTY
Sabis Hochzeit in Groß Behnitz

DAS BESTE KONZERT
Herbert Grönemeyer in Berlin

DER BESTE SONG
Mark Forster – Bauch und Kopf
außerdem:
Prag – Dieser Himmel
Joris – Herz über Kopf
Adele – Hello
Sam Smith – Writings on the Wall
Mans Zelmerlöw – Heroes

DAS BESTE ALBUM
Mark Forster – Bauch und Kopf
außerdem
Prag – Kein Abschied

DER BESTE FILM
Der Marsianer – Rettet Mark Watney
außerdem:
Freistatt
Whiplash

DER SCHLECHTESTE FILM
Kartoffelsalat – Nicht fragen
außerdem:
Poltergeist
Camino de Santiago

BESTE TV-SENDUNG
Club der roten Bänder, VOX
außerdem:
Neo Magazin Royale, zdf_neo
Bombenjäger – Oranienburgs explosives Erbe, rbb
Tatort: Borowski und die Kinder von Gaarden, Das Erste
Die Ungehorsame, Sat.1
Weißensee, Das Erste
Bates Motel, VOX
Kessler trifft… Horst Lichter, ZDF

SCHLECHTESTE TV-SENDUNG
Secret Hunters: Die Geheimnisse des Grabowsees, Welt der Wunder
außerdem:
Frauentausch: Jutta vs. Jasmine, RTL II
Sarah & Pietro… bauen ein Haus, RTL II
Stadlshow, Das Erste
Die Lars Reichow Show, ZDF

BESTER RADIOSENDER
radioeins. Ein bisschen Beständigkeit.

BESTES BUCH
Gavin Extence – Das unerhörte Leben des Alex Woods oder Warum das Universum keinen Plan hat
außerdem:
Thomas Mohr – Die Schützen
Hansen Hoepner / Paul Hoepner – Zwei nach Shanghai

BESTER AUGENBLICK
Wandern und kraxeln im Hochland in Island

SCHLECHTESTER AUGENBLICK
Zu wissen, dass man von jemandem Abschied nehmen muss – für immer.

RTelenovela

Island (8): Mitten im fauligen Dunst

Sonntag, den 13. September 2015
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(7) -> 11.9.2015

In einer Schwefelwolke zu stehen, gehört nicht unbedingt zu den schönsten Erfahrungen, die man machen kann.
In Island ist der Geruch von Schwefel allgegenwärtig. Schon wenn man den Wasserhahn aufdreht und warmes Wasser rauskommt – es riecht wie faule Eier. Eine Sache, an die man sich erst mal gewöhnen muss.

Auf der Halbinsel Reykajnes begegneten uns die Schlammtöpfe namens Gunnuhver. Dort strömt immer wieder schwefeliger Dampf heraus. Und wenn der Wind ungünstig steht, direkt über den Weg zur Aussichtsplattform.
Ich zog mir also die Kapuze über und stiefelte los. Und da drehte sich mal wieder der Wind, eine Megawolke kam auf mich zu, ich stand mitten im fauligen Dunst. Der Nässefilm legte sich auf Hose und Jacke, ich sah nichts mehr – nicht nur wegen des Dampfes, sondern auch wegen der Tröpfchen. Unfähig weiterzugehen (ich wusste nicht, wo der Weg weitergeht), musste ich warten. Panik wäre jetzt ungünstig gewesen.
Ich nutze eine kurze Windpause und rannte weiter.

Die Woche in Island ist – wie sollte es anders sein – fix vergangen. Am letzten Tag wurden wir zurück zum Flughafen Keflavik gebracht, um 0.55 Uhr, also 2.55 Uhr (!) deutscher Zeit ging unser Rückflug.
Sämtliche deutsche Flüge von Island mit Air Berlin gehen zwischen 0 und 1 Uhr in der Nacht. Vermutlich ist es dann am billigsten, für die Passagiere aber ist es eine Zumutung.
Und so istz der Flughafen auch nach Mitternacht noch voll.
Im Duty-Free-Shop sind viele der Waren erstaunlicherweise billiger als in der Stadt, und das hat nichts mit den Steuern zu tun. Aber wer noch mal einkaufen will, sollte das auf dem Flughafen machen.

0.15 Uhr. Überall sieht man wartende Leute. Kinder, die in den Armen ihrer Eltern schlafen. Sie wachten nicht mal auf, als sie zum Gate getragen worden sind. Irgendwann scheint dann der Tiefschlaf gekommen zu sein – egal, was um sie herum geschieht.

Wir nehmen Abschied von Island, einem landschaftlich sehr spannenden Land – einem, in dem man noch sehr viel mehr erkunden könnte, als wir in der einen Woche geschafft haben.

RTelenovela

Island (7): Trolle kaufen Bier bei Jons Sohn

Freitag, den 11. September 2015
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(6) -> 10.9.2015

Einige Dinge in Island sind sehr speziell. Im Laufe unserer Touren haben wir einiges von dem erfahren und hautnah miterlebt, was anders läuft als bei uns.
Zum Beispiel haben die Isländer keine wirklichen Nachnamen. Sie sprechen sich alle immer mit dem Vornamen an. Es heißt, selbst wenn sie den Regierungschef beim Baden treffen, rufen sie ihn mit dem Vornamen. Mit Nicht-Respekt hat das nichts zu tun. Vermutlich eher damit, dass Island ja nur 330.000 Einwohner hat.
Die Nachnamen der Isländer sind im Grunde eher eine Erklärung. So heißen Männer zum Beispiel Christian Jonsson. Das beeutet so viel wie: “der Sohn von Jon”. Das bedeutet aber auch, dass Christians Schester einen anderen Nachnamen hätte, nämlich Jónsdóttir.
Während beispielsweise Schweden und Norwegen vor einiger Zeit Familiennamen eingeführt haben, ist Island beim alten System geblieben. Wobei ich mich frage, was die da an die Hausklingel schreiben. Stehen dann acht Namen dort?

Zu Weihnachten herrscht in Island eine Trollschwemme. Während wir mit dem Nikolaus und dem Weihnachtsmann zwei entsprechende “Figuren” haben, kommen die Isländer auf 13. Bis zum 24. Dezember machen 13 Trolle die Weihnachtszeit unsicher. Dann lässt nämlich die Mutter der Trolle ihre Kinder aus der Höhle.
Die Trolle kommen immer nachts. Es gibt einen, dem die Kinder Steine in den Schuh legen. Die soll der Troll mitnehmen und dafür Geschenke bringen. War man nicht artig, gibt’s aber nur eine Kartoffel. Es gibt den Fensterglotzer, den Türtreter, den Schüssellecker und viele mehr.
Mich hat diese Geschichte sehr an meinen Vater erinnert. Denn ohne die isländische Vorweihnachtszeit zu kennen, scheint er sich damals daraus bedient zu haben. Mal überraschte er uns, in dem er mit Weihnachtsmannmaske Mitte Dezember beim Abendbrot ans Fenster klopfte oder zwischen durch irgendwo für Angst sorgte.
In Island gibt’s das alles auch…

Erst ist es mir gar nicht aufgefallen, aber in Island gehlt etwas: die Bahn. In oder auf Island gibt es weder Eisenbahnen, noch Schienen oder Bahnhöfe. Vermutlich lohnt sich das nicht. Das land ist zu weitläufig und zu dünn besiedelt. Und über die vielen Bergpässe wäre der Schienenbau zu teuer. Deshalb setzen die Isländer voll auf die Autos. Außerdem gibt es (teure) Inlandsflüge und Fernbusse.

Und dann ist das noch die Sache mit dem Bier. Für einen Freund bringe ich von meinen Reisen hin und wieder Gebrautes mit. In Island ist das aber einfacher gesgt als getan. Im Supermarkt? Fehlanzeige! Es gibt keinen Alkohol in den Supermärkten, jedenfalls nichts Hochprozentiges. Und Bier mit 5 Prozent Alkoholgehalt gilt in Island schon als hochprozentig. Bis Ende der 80er-Jahre war Bier sogar verboten.
So bekommt man im Supermarkt also nur Light-Bier-Plörre, die nur 2 Prozent Alkohol hat. Wollte ich aber nicht haben, es sollte richtiges Bier sein.
Noch hatte ich aber nicht rausgefunden, was das für Läden sein könnten, wo es Bier gibt.
Bei den Geysiren entdeckte ich dann Flaschenbier in der Kantine. Meine Chance! Ich griff also zu, kaufte noch was zu essen und ging zur Kasse. Ich konnte gar nicht so schnell gucken, wie der Kassiere die Flasche nahm – und sie öffnete. Blöd, ich wollte nicht, dass er sie öffnete. Ich versuchte ihm das auch klarzumachen. Er meinte daraufhin, dass er sie öffnen müsse. Geschlossen dürfe er sie nicht verkaufen. Ganz toll! Da ich das so nicht wollte, musste er mir das Geld zurückgeben, was er auch erstaunlich widerstandlos gemacht hat.
Später entdeckte ich dann tatsächlich die betreffenden Läden, wo es den Allohol zu kaufen gibt. Blöderweise waren sie aber immer schon geschlossen.
So blieb mir nur die Hotelbar. Und, Gott sei Dank, die nahmen das mit dem Flaschenöffnen nicht ganz so ernst.
Ende gut. alles gut. Und der Flughafen hat auch Bier im Angebot…

Aber so sind sie halt, die Isländer.

RTelenovela

Island (6): Der goldene Kreis

Donnerstag, den 10. September 2015
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(5) -> 9.9.2015

“Der Goldene Kreis” ist die bekannteste Touristenroute in Island. Die durfte auf unserer Reise deshalb natürlich nicht fehlen. Sie führt zu den drei beliebtesten Sehenswürdigkeiten, die das Island zu bieten hat.
Eines fällt dabei auf: Alle diese Sehenswürdigkeiten kann man besichtigen, ohne etwas bezahlen zu müssen. Zumindest ist mir an keiner Stelle aufgefallen, dass man irgendwelche Schranken oder Kassen passiert.
Vielleicht ist es in Island Traditionen, dass solche Naturschönheiten für alle zugänglich sind, ohne Eintritt zu zahlen. In Deutschland wäre das vermutlich undenkbar.

Station 1: der Nationalpark Thingvellir. Er war vor vielen hundert Jahren Versammlungsort für Gesetzgebung und Gerichtbarkeit. Aber noch etwas ist besonders: Denn dort driften die eurasische und die amerikanische Kontinentalplatte auseinander.
Und so hat man nicht nur einen fantastischen Ausblick auf eine tolle Landschaft mit Bergen und kleinen Seen. Man spaziert auch durch die Felsspalten, die sich von Jahr zu Jahr immer weiter – natürlich in Millimeterschritten – voneinander entfernen.

Station 2: die Geysire. Ich muss zugeben, dass das wieder einer dieser Orte war, bei denen ich eher schulterzuckend danebenstand.
In dem Geothermalgebiet blubbert es überall. Auf Schildern wird vor dem heißen Wasser gewarnt. Am bekanntesten ist die Springquelle Strokkur. Die pustet alle zehn Minuten ordentlich Wasser in die Luft, wie eine Explosion. Es köchelt vor sich hin bis der Siedepunkt erreicht ist – ähnlich wie beim Schnellkochtopf.
Ich fand’s eher… nun ja. Lustug ist aber, die vielen Touristen zu beobachten. Hunderte Menschen stehen um das leere Feld herum, den Fotoapprat vor sich, immer bereit, zu knipsen. Und dann zischt es, die Leute rufen “oooh”, und alles ist wieder vorbei…

Station 3: Der Wasserfall Gullfoss wird auch als tobende Majestät bezeichnet. Das Wasser stürzt dort erst 11 Meter, dann weitere 21 Meter tief.
Höchst beeindruckend, denn als Fußgänger kommt man sehr nah ran. Es gibt zum einen eine Aussichtsplattform, von der aus man einen herrlichen Überblick aber das Wassergebiet hat. Über eine Treppe und einen Weg gelangt man dann direkt ins rauschende Geschehen. Eine Naturgewalt, die atemberaubend ist, Abermillionen Liter Wasser fließen da jede Minute durch.
Auch wieder so ein Moment, bei dem man stundenlang auf diese eine Stelle schauen könnte.

RTelenovela

Island (5): Kraxeln und Baden im Hochland

Mittwoch, den 9. September 2015
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(4) -> 7.9.2015

Es war 1104 als der Vulkan Hekla ausgebrochen ist. Es war ein riesiger Ausbruch, und er bedeckte die komplette Region drumherum mit Asche und Lavagestein.
Auf dem Weg nach Landmannalaugar verlassen wir irgendwann die befestigte Straße. Kurz zuvor haben wir aus der Ferne den Eyjafjallajökull gesehen, der 2010 zum letzten Mal aktiv war und Europa zu Boden zwang.

Ungefähr eine Stunde lang werden wir über die sandigen Holperpisten unterwegs sein, das wussten wir vorher schon. Deshalb sind wir auch nicht mit einem normalen Bus, sondern mit dem Hochlandbus unterwegs – ein Lkw mit größerer Personenkabine.
Es ist eine faszinierende Tour: Überall liegen Gesteine, dazu schwarzer Boden. Unendliche Weiten, Berge und Taler – und ab und zu mal ein wenig Grün. Wie in der Wüste, nur dunkler.
Man braucht gute Reifen, wenn man in der Gegend unterwegs ist, überall liegen kleine Steine auf der Strecke. Ohne Alltrad geht sowieso nichts, denn ab und zu überrascht die Strecke mit einem Flüsschen, das zu durchqueren ist. Und eine gute Straßenkarte braucht man auch, denn man kann sich dort leicht verfahren.

Wir erreichen Landmannalaugar. Der kleine Ort liegt in einem Tal, in einem Geothermalgebiet. Man kann dort zelten und von dort aus wandern gehen. Das Besondere: Die kleinen Gewässer drumherum sind von Natur aus warm bis heiß, man kann dort drin baden. Egal, wie kalt es draußen ist. Und die Leute nutzen das. Auf einer kleinen Plattform (draußen, ohne Dach) kann man sich umziehen und sich in die warmen Fluten stürzen. Das Wasser reicht nur bis zu den Knien. Man muss sich setzen oder auf dem Bauch zur Hauptbadestelle robben.
Sie hockt man also da. Das Wasser ist nicht gleichbleibend warm. Plötzlich kommt ein kühler Schwall, gefolgt von richtig heißem Wasser. Aber es ist ein echtes Erlebnis. Allerdings ein bisschen kühl (an unserem Tag 6-8 Grad), wenn man wieder rauskommt und sich wieder anzieht…

Von Landmannalaugar aus kann man über die Gesteine und Berge wandern. Unsere Tour wird 90 Minuten dauern, und es hieß vorher schon, dass sie nicht schwierig sein werde, aber auch nicht zu den leichtesten Touren gehöre.
Zunächst spazieren wir zwischen den Bergen. In der Mitte verläuft ein kleiner, glasklarer Fluss. Man möchte sich eigentlich einen Moment hinsetzen und einfach nur gucken. Ich könnte das stundenlang. Gucken. Aufs Wasser schauen, auf die Berge und wieder aufs Wasser.

Dann beginnt der Aufstieg. Der Weg wird schmaler, ist bald nur noch ein Pfad, irgendwann nur noch zu erahnen und nur durch die Markierungen zu erahnen. Wir kraxeln zwar nicht über Stock, aber über Stein. Wir bewegen uns durch das Lavafeld mit riesigen Gesteinsbrocken. Eine unwirkliche Welt, unfassbar fesselnd. Aber wir müssen weiter. Wäre ich nicht in der Gruppe, würde ich viel öfter stehen bleiben. Nicht um durchzupusten (das auch), sondern um innezuhalten. Das Innehalten hat mir ein bisschen gefehlt, dazu hatten wir keine Zeit.

Ab und zu trafen wir auf Schneeflächen. In diesem Gebiet ist in der Regel bis Anfang Juni Winter. Bis dahin ist es gesperrt. Im Winter kommt man dort nicht hin, schon wegen der Wege.
Wir kamen wieder im Camp an und hatten eine atemberaubende Tour hinter uns – für mich auf jeden Fall der Höhepunkt dieser Island-Reise.

PS: Ein wenig Gelächter gab es, als jemand, im Hochland angekommen, fragte, wie hoch wir denn nun seien. Der Guide antwortete: 600 Meter.
Da hatte ich, ehrlich gesagt, auch mehr erwartet. Andererseits ist ja Hekla auch “nur” 1491 Meter hoch und ragt ja steil hervor. Hätte ich mich besser vorbereitet, hätte mich die Höhenangabe also nicht überrascht.

RTelenovela

Island (4): Selfies in der Blauen Lagune

Montag, den 7. September 2015
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(3) -> 4.9.2015

Die Sache mit den Selfies wird immer schlimmer. Normalerweise sind ja Fotokameras in Schwimmbädern nicht erlaubt. In der Blauen Lagune im Südwesten islands ist das anders: Da sind sie nur in den Umkleideräumen nicht gestattet.
Das führt dazu, dass tatsächlich zig Leute in diesem Schwimmbad mit Selfiestäben rumlaufen und sich selbst beim Baden knipsen.
Nicht, dass ich auch hin und wieder Selfies knipse, aber spätestens da wurde es extrem albern. Es ist ja nicht so, dass da einfach nur Fotos gemacht werden. Nein, minutenlang filmen sich die Leute in bewegten Bildern. Gab es da irgendwo einen Livestream zu sehen?

Die Blaue Lagune gehört zu den großen Touri-Attraktionen in Island. Eigentlich handelt es sich bei dem Wasser um die Rückstände eines Geothermie-Kraftwerkes. Anfangs badeten die Leute darin wild, später ist daraus eine riesige Badelanschaft entstanden.
Und so hocken die Leute in dem recht flachen Wasser, das zwar nicht salzig, aber irgendwie gut für die Haut sein soll. An einer Stelle steht ein Kübel mit Schlamm, den man sich zusätzlich auf die Haut schmieren kann.

Wirklich schwimmen kann man dort übrigens nicht, dafür ist das Becken zu flach. Aber die Isländer schwimmen wohl eh nicht so gerne – sondern machen genau das: Im heißen Wasser hocken und quatschen. Passt also.
Die Blaue Lagune hat sogar drei Saunen. Aber das Saunieren scheint man in Island – anders als in Finnland – nicht so ernst zu nehmen. Schwitzen in Klamotten? Das geht eigentlich gar nicht…

Ob der gute Fuffi, den man wohl für den Eintritt bezahlt, die Sache wert ist, muss jeder für sich wissen. Ein preiswertes Vergnügen ist’s jedenfalls nicht.
Ein läppischer Smoothie mit Bananengeschmack kostet da schon mal ganz schnell 950 Kronen – also etwa 6,50 Euro.