RTelenovela

Guten Tag! Ist alles doof hier!

Sonntag, den 22. November 2020
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Die schlechte Laune oder Miesepetrigkeit mancher Leute lässt einen hin und wieder schon den Kopf schütteln. In einer Facebook-Gruppe aus Bötzow schrieb in dieser Woche eine Frau, dass sie neu zugezogen, und sie wollte wissen, ob es bei der Sparkasse auch einen Schalter gibt.
Normalerweise würde man ihr antworten und sie vielleicht noch herzlichen Willkommen heißen. Aber das wäre ja auch zu freundlich.

“Außer Netto und braune Gesinnung gibt’s hier gar nichts”, antwortete jemand. Und: “Testen sie mal die Busanbindung.” Das mit dem Discounter stimmt, mit der brauen Gesinnung in Einzelfällen auch, die Busverbindung ist seit Jahren ein Diskussionsthema. Aber muss man wirklich erst mal mäkeln, wenn sich jemand neu vorstellt? Man erwartet ein freundliches Lächeln und erntet runtergezogene Mundwinkel. Eine andere Frau merkte an, dass es so schön sei, dass sie auf der Straße sitze. Ein anderer meckert, dass immer wieder fremde Hunde auf sein Grundstück kommen – und stempelt das später als Satire ab.

Glücklicherweise gibt es im Gegenzug aber auch andere Leute, die die Neubürgerin freundlich begrüßen. Man muss ja nicht immer alles gleich niedermachen.

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RTelenovela

Die Maerker-Ampel steht auf Gelb

Mittwoch, den 11. November 2020
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Es hält sich kaum jemand dran, aber in der Stralsunder Straße in Oranienburg gilt an der Busbahnhof-Baustelle beidseitig Tempo 10 wegen einer „unebenen Fahrbahn“. Und das seit dem Frühjahr, als eine provisorische Leitung über die Straße verlief und die Autos nur extrem langsam und sehr holprig rüberfahren konnten.
Die Gefahrenstelle gibt es seit Monaten nicht mehr – aber die Schilder stehen noch.

Für Oranienburg gibt es den „Maerker“ im Internet, auf dieser Seite können Anwohner so etwas melden. Die Stadtverwaltung hat darauf Zugriff, antwortet und handelt gegebenenfalls.
Am 1. September schrieb ich dort die Meldung rein und wies auf das überflüssige Schild hin, und bald darauf stand drunter: „Vielen Dank für Ihren Hinweis, den wir an das zuständige Fachamt weitergeleitet haben.“
Die Bearbeitungsampel steht auf Gelb. Bis heute.

Die Schilder stehen noch immer. Was ist da los? Ist die Meldung im Amt nicht angekommen? Müssen erst Ausschüsse darüber diskutieren? Das Stadtparlament darüber entscheiden, ob die Schilder weg können? Vielleicht sogar der Landtag? Der Bundestag? Das EU-Parlament oder gar die UN-Vollversammlung?
Zehn Wochen Bearbeitungszeit für zwei Schilder sind jedenfalls zu viel, und selbst wenn es einen Grund geben sollte, dass die Schilder da immer noch rumstehen, kann man das ja im “Maerker” ja wenigstens mal mitteilen.

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RTelenovela

Aus einer vagen Idee wurden 200 Ausgaben von KeineWochenShow

Freitag, den 30. Oktober 2020
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Und, was war das hier? Schon wieder KeineWochenShow!
Und das inzwischen 199-mal. Am Freitag zeichnen wir in der Marwitzer Beat-Fabrik die 200. Ausgabe auf. Eigentlich war das – wie auch bei Ausgabe #100 – mit Publikum geplant, aber die steigenden Coronazahlen machen uns da einen Strich durch die Rechnung. So wird es eher ein ruhiges Jubiläum, das sich auch viel mit der Krise der Kulturschaffenden beschäftigen wird.
Die Sendung geht am Sonntag um 11.30 Uhr auf Youtube online.

Für das Jubiläum habe ich einen achtminütigen Film zusammengeschnitten, der auf die vergangenen fast vier Jahre zurückblickt.
Als wir Anfang Januar 2017 begonnen haben, war das eigentlich nur eine vage Idee. Wir hatten noch nicht mal einen Namen, der kam erst, als wir Sendung #1 schon aufgezeichnet hatten.
Seitdem sprechen wir Woche für Woche über das, was so geschehen ist, was wir erlebt haben, was uns bewegt hat, was uns wichtig ist. Und immer gibt es ein Bier und Tipps – oft Metal.
In den 199 Sendungen hatten wir auch den einen anderen Gast. Während der Coronakrise kümmerten wir uns um Leute, die darüber redeteten, wie sie in der Krise klarkommen oder nicht klarkommen.
Wir sangen, wir blödelten.
All das kann man sich hier ansehen.

Eigentlich sollte nach 13 Folgen, zwar nicht Schluss sein, aber eine Staffel enden. Aus den 13 Folgen 199 geworden, und am Sonntag kommt eine 200. dazu.
Und wenn ich mir das Werk so ansehe, dann macht mich das stolz, und ich freue mich, was wir das so alles geschaffen haben, wie gut wir harmonieren. Wenn wir unsere kleinen Hitparaden machen oder kurze Clips, dann machen wir das einfach. Geprobt wird nichts. Gar nichts.
Ich habe noch Lust drauf, und Themen gibt es ja immer, die zu besprechen sind.

Ich danke allen, die jede Woche zuschauen, die auch mal sagen, was gut ist und was nicht. Die kommentieren und Hinweise geben. Die uns von irgendwoher ein Bier spenden. Die helfen beim Filmen, die bei uns Gast sind oder die für ein Interview zur Verfügung stehen. Ohne Sie und euch alle, wäre KeineWochenShow auch nichts.

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ORA aktuell

Oranienburger Stadtverordnetenversammlung erstmals online

Mittwoch, den 28. Oktober 2020
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Die Oranienburger Stadtverordnetenversammlung ist am Montagabend erstmals im Internet live gestreamt worden. Insgesamt 283 Zuschauer schalteten während der fünfstündigen Sitzung ein. In der Spitze waren es 109 Menschen, im Durchschnitt zwischen 50 und 70.

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Ein Hoch auf die Technik (62): Um den Strom müssen Sie sich schon selbst kümmern!

Samstag, den 24. Oktober 2020
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(61) -> 25.8.2020

Sich Technik über Amazon zu bestellen, hat seine Tücken. Man weiß nie so genau, was da letztlich zu Hause ankommt, weil man mal wieder das Kleingedruckte nicht gelesen oder nicht richtig verstanden hat.
Für Videoaufnahmen brauchte ich mehr Licht.

Erste Idee: ein Ringlicht. Ich bestellte mir eines über Amazon, doch die böse Überraschung kam beim Auspacken. Erstens fehlte eine Gebrauchsanweisung, wie man die verschiedenen Teile zusammenbaut. Das hat man gefälligst selbst rauszufinden – vielleicht gibt es ja ein Youtube-Tutorial. Zweitens fehlte die Möglichkeit, das Ding an den Strom anzuschließen. Stattdessen gab es ein USB-Kabel, das man ans Handy anschließen kann.
Nur will ich meistens nicht mit dem Handy filmen, sondern mit der Fotokamera. Mir war das alles zu umständlich, zu blöd, zu ärgerlich, ich schickte das Zeug zurück.

Zweite Idee: ein Scheinwerfer. Ich fand bei Amazon auch etwas, was mir gefiel und bestellte es. Zunächst kamen auch tatsächlich die beiden Scheinwerfer, nur das Stativ dazu – das kam nicht an. Erst zwei Tage danach.
Und ich hatte schon beim Auspacken festgestellt: Es gibt zwar Stromkabel, aber keinen Stecker. Ich würde die Scheinwerfer so nicht in Betrieb bekommen. Später las ich, dass das auch so in der Beschreibung steht, aber dennoch frage ich mich, was das soll. Das ist reine Schikane für den Kunden.
Also fuhr ich zum Elektronikhändler in Oranienburg, um dort zu erfahren, dass ich da nicht bekomme, was ich suche. Was mich wundert, dass es im Elektronikmarkt keinen Stecker und keine Kabel geben sollte. Vielleicht war es Lustlosigkeit.
Stattdessen ging es in den Baumarkt nach Germendorf. Am Infoschalter erzählte ich, was ich wollte, und nachdem wir das Missverständnis geklärt haben, dass es nicht um einen Autoscheinwerfer geht, habe ich auch bekommen, was ich brauchte.
Mein Bruder baute mir alles zusammen, ich hätte das nicht hinbekommen.
Aber das muss man sich mal vorstellen: Man bestellt sich unfertige Teile, bezahlt dafür und muss das ganze auch noch – wenn man es nicht selbst kann – zusammenbauen lassen.
Toll, diese schöne Online-Bestellwelt.

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RT liest

Jan Böhmermann: Gefolgt von niemandem, dem du folgst – Twitter-Tagebuch 2009-2020

Freitag, den 16. Oktober 2020
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Jan Böhmermann hat auf Twitter 2,2 Millionen Accounts, die ihm folgen. Wenn er etwas twittert, dann sehen es viele Menschen. Und es kommentieren viele Menschen.
“Hunger!”
So fing es an, am 16. Januar 2009 um 19.34 Uhr. Jan Böhmermanns erster Tweet bei Twitter. Nach zehn Tagen hatte er genau zehn Follwer. Nach zehn Jahren waren es mehr als zwei Millionen.
Der Satiriker und Moderator hat seine Tweets gute elf Jahre gesammelt. Tweets, Antworten, Diskussionen, Live-Ticker. Eine Auswahl hat er nun in einem Buch zusammengefasst: “Gefolgt von niemandem, dem du folgst”, heißt es. Ein Satz, der auf ihn wohl kaum zutrifft.

Nun könnte man meinen, dass es nicht wirklich interessant ist, irgendwelche alten Twitter-Tweets zu lesen. Ist es aber. Denn diese Sammlung ist mehr als das bloße Nachlesen von alten Gedankenströmen.
Als Böhmermann 2009 anfing zu twittern, da schien die Welt noch in Ordnung zu sein. Ein paar Scherze, Klamauk, harmlose Antworten. Rund um 2015 folgte dann der Wetterwechsel. Als in Deutschland die Flüchtlingsfrage diskutiert wurde, wurde auch der Ton im Netz rauer. Immer öfter gab es Beleidigungen, abschätzige Antworten, und wirkliche Diskussionen scheint kaum noch gewollt.
“Ab 100.000 Follower kommen die Arschlöcher”, schrieb er in einem Tweet am 30. September 2014.
Verlagserbe Konstantin Neven DuMont beschimpft ihn als Systemprofiteur. Ulf Poschardt, “Welt”-Chefredakteur nennt ihn #GEZclown, nachdem Böhmermann gefragt hat, wie genau das “kaum noch verhohlene, gewerbsmäßige Antriggern von Trollen, Wutbürgern und Dödeln durch die Onlineredaktionen von “Welt”, “N24” und “Focus” eigentlich Kohle bringe. Eine Frage, die berechtigt ist.
Im Buch geht es aber auch um diverse Anschläge, um die Verhaftung von Deniz Yücel, um Böhmermanns Erdogan-Zoff, um Wahlen, Umweltsäue und vieles mehr. Und natürlich um Shitstorms. Davon hat Böhmermann ja einige mitgenommen.
Dieses Twitter-Buch ist eine spannende Zeitreise. Allerdings auch eine, die mitunter deprimiert, verwundert und ärgert.

Jan Böhmermann: Gefolgt von niemandem, dem du folgst – Twitter-Tagebuch 2009-2020
Kiepenheuer & Witsch, 464 Seiten
8/10

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Das wird doch der Mann von der Bahn wohl noch sagen dürfen!

Donnerstag, den 15. Oktober 2020
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Da musste sich aber mal jemand Luft machen. Der RE6 in Berlin-Spandau konnte wohl am Dienstagabend nicht rechtzeitig den Bahnhof verlassen. Fahrgäste haben wohl gemeckert.
Das passte dem Kevin aber gar nicht. Kevin heißt nicht Kevin, aber das soll ja hier kein echter Pranger werden.
Kevin jedenfalls arbeitet offenbar im Sicherheitsdienst der Deutschen Bahn.

Und in einer Facebook-Gruppe regte sich Kevin darüber auf, dass sich die Fahrgäste über die Bahner aufgeregt haben, ob sie vielleicht den Kaffeeautomaten leergetrunken haben.
“Klar, wir von der Deutschen Bahn haben auch nichts Besseres zu tun”, mokierte sich der Kevin. “Aber dass Frau Merkels Gäste (drei an der Zahl) für diesen Bundespolizei-Einsatz verantwortlich waren, interessiert keinen.” Die Leute hätten eine große Klappe, “aber nie wissen, was dahinter steht.”

Interessiert, wie sich “wir von der Deutschen Bahn” so ausdrücken. Ich wusste gar nicht, dass “wir von der Deutschen Bahn” so über bestimmte Menschen sprechen. Und dabei dachte ich, dass nur Wenignachdenkende, Rassisten und Neonazis von “Merkels Gästen” sprechen. Ich dachte immer, dass “wir von der Deutschen Bahn” so nicht sind.
Das teilte ich dem Kevin in der Facebook-Gruppe auch mit.

Das nahm sich der Kevin auch gleich zu Herzen. Er löschte seinen liebevollen Post, schmiss mich aus der Gruppe und blockierte sie für mich. Das nenne ich mal konsequent. Aber wahrscheinlich denkt sich der Kevin: Das wird man doch mal sagen dürfen!

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