RTelenovela

Doppeljubiläum

Montag, den 11. Oktober 2021
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In dieser Woche gibt es gleich zweimal was zu feiern. Was wir am Sonntag aufgezeichnet haben, wird im Laufe der Woche online gehen.

Am 16. Oktober feiert der RTest auf der Youtube-Seite “Zapper Infotainment” das fünfte Jubiläum. Dabei hat es genau genommen schon am 13. Februar 2016 begonnen. Damals kaufte ich “Tote Oma”, also Blutwurst, in der Dose. Daraus machte ich eine Facebook-Fotostory, um zu erzählen, wie ich es zubereite und koste. Acht Monate später nahm ich das erste Mal ein Video, den RTest #2, diesmal mit der Brause “Mio Mio Mate Banane”, es war dann der Beginn einer langen Reihe von Tests. Die “Tote Oma” habe ich später noch mal als Video aufgenommen und als RTest #1 veröffentlicht.
Am Mittwoch geht RTest #341 online, und es ist die Jubiläumsfolge.

Aufgenommen wurde sie in Beetz. Wir waren zu Gast bei Familie Trümper, die auf dem Hof eine ausgebaute Scheune haben. Hauptsächlich zeichneten wir aber die Ausgabe #250 von KeineWochenShow auf. Zu Gast waren zwei Bands, es gab ein handverlesenes Publikum und ein paar Aktionen – demnächst gibt es mehr Infos dazu. Online geht die Show am kommenden Sonntag.
Aber an dieser Stelle schon mal ein Dank an die Trümpers und an alle, die sich die Zeit genommen haben, an der Aufzeichnung teilzunehmen.

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KeineWochenShow

#249 – Kreisch! Facebookdown!

Sonntag, den 10. Oktober 2021
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Einmal noch, dann gibt es wieder ein Jubiläum! Am frühen Sonntagabend zeichnen wir in Beetz Ausgabe #250 von KeineWochenShow auf – mit Live-Musik, einem Live-Test und einigem mehr.

Davor gibt es aber auf Youtube noch Ausgabe #249 von KeineWochenShow.
Darin sprechen wir über die großen Themen dieser Woche: Über die wunderbar ruhigen sechs Stunden am Montag, als Facebook, WhatsApp und Instagram ausgefallen waren. Es geht um Gil Ofarim, der von einem Antisemitismus-Vorfall in Leipzig erzählt hat.
Außerdem sprechen wir über den Projektcircus in Oranienburg, über Laschets Abschiedstour, über den Corona-Hotspot Oberhavel und einiges mehr!

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RTelenovela

Leipzigs hässliche Antisemitismus-Fratze

Mittwoch, den 6. Oktober 2021
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“Packen Sie Ihren Stern ein.”
Willkommen in der Messestadt Leipzig. Willkommen im Westin am Leipziger Innenstadtring. Das heißt, einer war nicht Willkommen, jedenfalls nicht mit einem Davidstern an seiner Halskette.

Der Musiker Gil Ofarim erzählte seine schockierende Geschichte in einer Story auf Instagram. Er wollte ins besagte Hotel einchecken. Aber erst habe man ihn in der Schlange ignoriert, dann habe er auf sich aufmerksam gemacht.
Aber erst rief jemand von der Seite, dass er den Stern abnehmen solle, so sagte es dann auch der Typ am Empfang. Der Davidstern, den Ofarim am Hals trug, sorgte dafür, dass er nicht ins Hotel gelassen werden sollte.
Antisemitismus von der übelsten Sorte, in Deutschland, 2021.
Gil Ofarim kämpfte zwischenzeitlich mit den Tränen, als er das erzählte.

Schockierend ist auch, dass es sich um einen Hotelangestellten handelte. Ein Typ, der internationale Gäste empfängt, der für ein an sich weltoffenes Haus arbeitet. Wie konnte er glauben, dass er mit dieser Aktion durchkommt.
Vermutlich kannte er Gil Ofarim nicht. Vielleicht hätte er den Promi Ofarim nicht behelligt. Was aber das perfide Denken des Hotelangestellten erst recht zeigen würde.

Das Westin hat reagiert, die betroffenen Mitarbeiter sind beurlaubt. In der Leipziger Volkszeitung wird die stellvertretende Hotelmanagerin Antje Reichstein so zitiert: „Wir sind ein weltoffenes Hotel und lehnen jede Form von Intoleranz, Diskriminierung und Antisemitismus auf das Schärfste ab. Deshalb sind wir über die unerträglichen Vorwürfe von Herrn Ofarim besorgt und alarmiert. Antisemitismus ist nicht entschuldbar und wird in ihrem Hotel nicht geduldet.”

Nun gibt es vielleicht einige, die sagen, die Sache werde aufgebauscht. Nein, wird sie nicht. Denn der Fall zeigt: Wenn so etwas einem Promi passiert, der seine Reichweite nutzt, um seine Geschichte zu erzählen und zu erreichen, dass sie bekannt wird – wie es muss es erst den vielen Menschen gehen, die Ähnliches erleben, aber nicht die Bühne bekommen, es öffentlich zu machen?
Antisemitismus ist und bleibt ein deutsches Problem. Dem müssen wir uns entgegen stellen. Immer wieder.

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RTelenovela

#facebookdown #whatsappdown #instadown

Dienstag, den 5. Oktober 2021
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Sechs Stunden Ruhe. Sechs Stunden mal kein Pling, sechs Stunden keine neuen Fotos, keine Chats, keine Anfragen – nichts.

Und bei Twitter trendeten drei Stichworte und Hashtags: #facebookdown #whatsappdown #instadown. Sowohl Facebook mit dem Messenger, als auch Instagram und WhatsApp funktionierten einen Abend lang nicht.

Es ging um kurz vor 18 Uhr los. Facebook ließ sich nicht mehr aufrufen. Nachrichten auf WhatsApp ließen sich nicht mehr verschicken. Nach einer anfänglichen Nervosität kam irgendwann die Erkenntnis, dass nichts mehr funktioniert. Es gab also an diesem Montagabend sehr viel weniger Gründe, zum Handy zu greifen. Niemand hat geschrieben, auf Instagram gab es keine neuen Fotos, Statusfotos auf WhatsApp gab es auch nicht zu betrachten.

Alle drei Plattformen gehören zu Facebook. Dieser Mega-Ausfall zeigte somit auch, wie bedenklich es dann doch ist, wenn alle diese großen Player – die früher mal allesamt für sich standen – nun zu einer Firma gehören. Ist Facebook gestört, dann Insta und WhatsApp oft gleich mit – so wie diesmal.
Deshalb war das heute auch der große Tag für Twitter – dort informierten sich alle über die Störungen der Konkurrenz, und vermutlich war auch auf Telegram mehr los als sonst.

Um kurz vor Mitternacht machte es dann doch Pling. Es ging wieder los. Eine WhatsApp-Nachrichte erreichte mich, die garantiert schon vor Stunden geschrieben worden war. Ich antwortete nur: “Ha! WhatsApp läuft wieder!”
Eigentlich war das ein recht entspannter Abend – vielleicht kann man das ganze Social-Media-Gedöns ja öfter mal abschalten.

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RTelenovela

Live in Oranienburg und vor allem in der Umgebung

Mittwoch, den 7. Juli 2021
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So langsam beginnt ja wieder das kulturelle Leben – und es scheint, als könnten bald auch wieder größere Events stattfinden.
Immer mal wieder bekomme ich den Newsletter von Eventim, der großen Bude, die im Internet die Konzerttickets verhökert. Der Titel der Mail lautet: “Live in Oranienburg und Umgebung: Entdecken Sie Top-Events in Ihrer Nähe!”.

Ich kann dir an dieser Stelle exklusiv sagen: In Oranienburg findet keines der Events statt, die in diesem Newsletter angepriesen werden. Da ist dann von den Foo Fighters die Rede: nicht in Oranienburg, sondern im benachbarten Berlin – dieser Kleinstadt, von der wir alle schon gehört haben. Oder die Schlagernacht des Jahres: auch nicht in Oranienburg, sondern ebenfalls in Berlin. Elton John – auch der tritt bedauerlicherweise nicht in Oranienburg auf, sondern ebenfalls nebenan in Berlin.

Wir profitieren in Oranienburg so ziemlich jeden Tag von Berlin. Die Nähe zur Hauptstadt ist Gold wert. Aber damit die Leute bei Eventim ihrem Titel der Mail – “Live in Oranienburg…” – gerecht werden, könnte doch wenigstens irgendwas hierzulande stattfinden – oder irgendwer kommen. Hat Matthias Reim nicht zufällig Zeit? Oder Mark Forster?

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KeineWochenShow

#232 – Bei RTL gibt’s Bier!

Sonntag, den 13. Juni 2021
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Bei RTL gibt’s Bier. Oder anders gesagt: RTL hat ein eigenes Bier. Glaubst du nicht? Kann nicht sein? Dann schaue in die neueste Ausgabe von KeineWochenShow rein. Die Überraschung gibt es beim Biertest!
RTL ist aber auch sonst ein großes Thema, denn Super RTL gehört erstmals wirklich zu RTL, und deshalb wird der Sender auch bald umbenannt. Und von den Tagesthemen hat sich RTL den nächsten Promi geholt.

Um das Coronavirus geht es auch – obwohl: Ist doch eigentlich vorbei, oder? Dafür sorgt es aber auch weiterhin für viel Wirbel, zum Beispiel rund um die Landpartie in Oberkrämer.

Außerdem sind wir gespannt, ob Oberhavel bald einen neuen Landrat wählen muss, wir nehmen Abschied von Philipp Mickenbecker und von einer Prinzessin. Das und und mehr in KeineWochenShow #232 auf Youtube.

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aRTikel

Heldin der Woche: Nicht krank, trotzdem ein Virus-Opfer

Dienstag, den 25. Mai 2021
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Mit einem Youtube-Video macht Stefanie Dietrich auf die schwierige Lage von Kulturschaffenden aufmerksam – in Falkenthal betreibt die Sängerin als zweites Standbein den Hof Landlust

MAZ Oberhavel, 25.5.2021

Falkenthal.
​Von der großen Bühne zur Beschaulichkeit des ländlichen Raums. Wenn die Showtreppe nur noch neben dem Traktor aufgebaut wird. Davon handelt ein Youtube-Video, das Stefanie Dietrich vor gut drei Wochen hochgeladen hat. Es ist humoristisch, satirisch gemeint, es trägt den Hashtag #allepflichtlachen. Doch der Kern des Films ist ernst gemeint. Denn die Betreiberin des Hofes „Landlust“ in Falkenthal im Löwenberger Land möchte damit auf ein echtes kulturell-wirtschaftliches Problem aufmerksam machen. Es geht um die Folgen des Coronavirus.
„Ich habe dieses Virus nicht bekommen. Das empfinde ich als großes Geschenk“, sagt die 44-Jährige. „Aber obwohl wir den nicht bekommen haben, sind wir in voller Linie Opfer dieses Virus.

Stefanie Dietrich hat in München Musical, Gesang, Tanz und Schauspiel studiert. Seit 21 Jahren gastiert sie als freie Musicalsängerin an Stadt- und Staatstheatern im deutschsprachigen Raum. Sie wird als Gast geholt, wenn Rollen nicht aus dem eigenen Ensemble besetzt werden können. In dieser Zeit ist sie auf Lohnsteuerkarte beschäftigt. In den restlichen Zeiten arbeitet sie freiberuflich. Als die Pandemie im März 2020 begann, war auch für sie erst mal Schluss. „Wir haben alle Maßnahmen mitgemacht“, sagt sie. „Ich habe das sehr ernst genommen.“ Im Sommer konnte sie immerhin in Weimar an einem Stück proben. Aber seit November geht wieder gar nichts mehr.

Ihr zweites Standbein ist der Hof Landlust in Falkenthal. Aber auch dort ging sehr lange nichts. Keine Übernachtungen, keine Hochzeiten, keine Klassenfahrten. Doppelter Stillstand, auf beiden Standbeinen. Was die finanziellen Hilfen angeht, fällt sie durch alle Raster, wie sie erzählt.
„Irgendwann kommt eine unglaubliche Trauer“, sagt Stefanie Dietrich. „Es ist nicht nur die Sorge um die Existenz. Wir sind Kreativschaffende. Ich weiß nie, was ich in zwei Jahren machen werde. Mich schreckt es nicht, keine Sicherheit zu haben, ich bin breit aufgestellt.“ Es ist eher die Trauer um die Theater. „Das Wissen, dass es nie wieder so sein wird wie vorher.“ Sie geht davon aus, dass die Theaterlandschaft sich verändern werde. „Es fängt an. Diese Selbstverständlichkeit, dass man in vielen Mittelstädten für 12 Euro Shakespeare angucken kann. So breit kulturell aufgestellt zu sein, wird es nicht mehr geben. Die Etats bröckeln.“ Es werde ein Prozess, der langsam einsetze, wenn sich zeige, dass die Kommunen, die für die Theater zahlen, immer weniger Geld dafür zur Verfügung hätten.

Dabei hatte sie selbst bislang noch Glück. „Ich habe noch zwei Verträge bekommen“, sagt Stefanie Dietrich. „Aber klar ist auch, dass der Hof hier in Falkenthal als Sicherheit nicht reicht.“ Was sie aber wirklich traurig findet: „Es gibt gegenüber meiner Branche wenig Barmherzigkeit und viel Häme.“ Wenn es darum gehe, dass Bühnenmenschen wegen der aktuellen Bestimmungen derzeit nicht oder kaum arbeiten können, dann heiße es oft, man solle sich doch einen „richtigen Job“ suchen. „Aber das ist auch ein Job!“, sagt sie. „Aber ich verstehe, dass einige Menschen hämisch sind, weil ich 20 Jahre jeden Tag gerne zur Arbeit gegangen bin. Die denken vielleicht: Warum sollt ihr immer glücklich sein?“

Zwei Tage hat sie für das Youtube-Video gebraucht. „Ich habe es geschrieben, Freunde haben mir beim Drehen geholfen“, sagt Stefanie Dietrich. Die Reaktionen darauf seien positiv gewesen. „Ich wollte es mit Humor machen.“ So ist der Titel „#allepflichtlachen“ auch eine Reaktion auf die „#allesdichtmachen“-Videos, die  für viel Wirbel gesorgt haben. 
Seit Freitag sind touristische Übernachtungen in Brandenburg wieder erlaubt, auch auf dem Hof Landlust in Falkenthal geht es wieder weiter. „Wir beten, dass wir doch noch einige Hochzeiten machen können“, so Stefanie Dietrich. 

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