RTZapper

phoenix vor Ort: Virtueller CSU-Parteitag

Montag, den 25. Mai 2020
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FR 22.05.2020 | 17.00 Uhr | phoenix

Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel mal ein zehnminütige Fernsehansprache hält, dann ist es ja einigen Leuten auch schon zu viel, als dass sie ihr folgen könnten. Am Freitagabend aber, da saß Marcus Söder, der bayerische Ministerpräsident, eine gute dreiviertel Stunde an seinem Tisch und redete und redete und redete. Es nahm einfach kein Ende.
Dabei war seine Redezeit gar nicht mal so ungewöhnlich. Ungewöhnlich war viel mehr die Art und Weise seiner Rede. Normalerweise würde sie er vor anderen Menschen halten und nicht alleine und immer an der Kamera vorbeischauend.
Es war CSU-Parteitag, und weil wir wegen des Coronavirus keine Großveranstaltungen durchführen können, musste eben auch der CSU-Parteitag virtuell abgehalten werden.
Der Sender phoenix übertrug am Freitag trotzdem live. Und nun eben nicht aus einer großen Halle, sondern man übernahm einfach das Signal der CSU-Übertragung. Was ein bisschen wirkte wie der offene Kanal.

Immerhin hat sich Gastredner Sebastian Kurz, der Bundeskanzler in Österreich, in einen Raum gesetzt, in dem hinter ihm Fahnen standen und neben ein… tja, man weiß es nicht genau. Ein Ofen vielleicht? Es hallte, weil er kein Mikro hatte.
Einen Blick in sein Wohnzimmer ließ er aber nicht zu – ganz im Gegensatz zu Ilse Aigner, der Präsidentin des Landtages in Bayern. Auf ihrem Schrank stehen so viele Bilder rum, dass sie fast bis ans Wandbild ranreichen. Aber vielleicht kann man der Frau Aigner ja mal den Tipp geben, die Wandbilder etwas höher zu hängen. Sehr geschmackvoll ist aber die Blume mit den weißen Blüten neben der Tür. Was sie erzählt hat, weiß ich nicht mehr, ich war ganz auf ihre schlicht eingerichtete Wohnung konzentriert.
Angelika Niebler meldete dich aus einem Dachzimmer, in dem kläglich wenige Bücher rumstanden und eine kleine Europaflagge. Und daneben irgendein Porzellan-Dingsbums mit den weiß-blauen Farben im Bauchbereich. Sehr geschmackvoll. Sie hat auch über irgendwas geredet (“schwere Stunde”, “Nachbarn nicht hängen lassen”), aber dieses Zimmer ganz in Grautönen war einfach zu…. na ja, spannend wäre nun das falsche Wort.

Es ging im einen Leitantrag, um die Rolle der Frauen in der Krise und so weiter. Aber das Ambiente dieses CSU-Parteitags at Home war dann doch viel faszinierender. Als dann die nächste Rednerin nur noch per Telefon zugeschaltet war, war dann aber auch mein Interesse erloschen.

-> Der CSU-Parteitag auf Youtube (Welt-Livestream)

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RTelenovela

Radtour (40): Dreharbeiten am Kanal

Mittwoch, den 20. Mai 2020
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(39) -> 23.4.2020

Diesmal fand die Radtour aus einem besonderen Grund statt. Für ein Himmelfahrt- und Herrentagsspecial von KeineWochenShow wollten wir eine Radtour am Oranienburger Kanal unternehmen.
Dafür ist der Radweg zwischen der Brücke an der Kremmener Straße und Pinnow entlang des Kanals wunderbar geeignet. Er führt immer entlang des Wassers, man sieht viel Grün, man radelt an Feldern vorbei und ist, wenn man Oranienburg verlassen hat, in der puren Natur.

Wir hatten die Kamera dabei, auch das Stativ. Wir stoppten in Sichtweite des ehemaligen Hubschrauberlandeplatzes, auf dem jetzt noch eine große Halle steht. Vorher hielten wir an der ehemaligen Eisenbahnbrücke, über die die Kremmener Bahn führte. Die Bahnstrecke gibt es nicht mehr, und es ist eine von sehr wenigen Brücken, die überhaupt noch da sind.
Problematisch ist die Überfahrt über die Walther-Bothe-Straße. Man kann leider nicht unter der Brücke hindurch, der Radweg führt hoch zur viel befahrenen Straße. Bis man rüber kann, das dauert schon mal.
Zwischendurch stoppten wir an einer Bank für eine längere Moderation. An einem kleinen Kanal schlossen wir die KeineWochenShow-Radtour ab.
Immer wieder sind uns Jogger begegnet oder andere Radler, ab und zu schossen auch Raserradler an uns vorbei.

Was bei dieser Radtour für unsere kleine Sendung raus kam, könnt ihr ab Donnerstagabend auf Youtube sehen.

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RTelenovela

Challenges in Zeiten des Coronavirus

Samstag, den 18. April 2020
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Noch ein Trend während der Coronakrise: Challenges in sozialen Netzwerken.
Da tauchen auf den Pinnwänden bei Instagram und Co. immer wieder neue Rechenaufgaben auf. Aber keine normalen Aufgaben mit Zahlen, sondern verpackt in Bilderrätsel und natürlich besonders tricky. Scheitert man natürlich meistens dran, und es erinnert mich ein bisschen an die Zeiten des 9live-Virus. Und wenn man scheitert, muss man das Rätsel teilen und weiterleiten. Wenn man gewonnen hat, auch. Glaube ich.
Dann gibt es eine Art Stand-Land-Fluss. Anhand des Anfangsbuchstabens des Nachnamens muss man diverse Fragen beantworten. Lieblingstier, Lieblingsort und so weiter.
Auch beliebt sind vielerorts wieder mal Kinder- und Jugendbilder. Gibt man ein Like auf Facebook, kommt sogleich die Antwort, nun sei man selbst dran.

Am Anfang fand ich das noch lustig, und ich habe auch Rechenaufgaben gelöst. Inzwischen ignoriere ich das alles, und ich hoffe jedesmal, dass es nicht auffällt.

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Ostern 2020 in Zeiten des Coronavirus

Montag, den 13. April 2020
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Ostern 2020 geht in die Geschichte ein. Nichts ist wie sonst. Alles ist anders.

Normalerweise gehen wir am Sonnabend immer an ein Osterfeuer. Ganz früher in Basdorf, auch in Lehnitz waren wir mal, in Bärenklau und später in Schmachtenhagen – im vergangenen Jahr privat in Wensickendorf. In diesem Jahr fand das Osterfeuer einzig und allein im Fernsehen statt – im mdr loderte ein digital erzeugtes Osterfeuer im Studio.
Wir trafen uns stattdessen im WhatsApp-Videochat.

Normalerweise fahre ich am sehr frühen Ostersonntagmorgen nach Kremmen zum Osternacht-Gottesdienst, und es ist immer eine sehr besinnlich-schöne Veranstaltung. In diesem Jahr habe ich mir eine der zahlreich im Internet übertragenen Osternacht-Gottesdienste angesehen – auf Youtube war die Auswahl groß.

Normalerweise machen wir am Ostersonntag immer einen Familienausflug. Im vergangenen Jahr waren wir im Zoo in Berlin-Charlottenburg. In diesem Jahr sollte es zu einem speziellen Park mit künstlerischen Bäumen gehen, direkt hinter der polnischen Grenze. Das Vorhaben mussten wir sausen lassen. Die Grenze ist eh dicht.
Normalerweise fahren wir danach was Essen, in eine Gaststätte. Aber die sind ja auch geschlossen.

Normalerweise sind wir Ostermontag in der Familie alle zusammen und essen etwas. In diesem Jahr dürfen wir nicht alle zusammen sein. Stattdessen lassen wir uns was zu essen aus dem Restaurant kommen, denn liefern dürfen sie auch weiterhin. Aber wir sind auch nur in der kleinen Besetzung. Die ganze Familie darf nicht zusammenkommen.

Normalerweise fahre ich am Abend auch noch ins Kino. Irgendwas Gutes läuft ja eigentlich immer, was ich mir noch reinziehen will. Aber das Kino ist geschlossen. Alle Kinos sind geschlossen. Überall.

Das Coronavirus und die Sicherheitsmaßnahmen darum sorgen dafür, dass Ostern 2020 so vollkommen anders ist als sonst. Wir müssen alle ein paar Gänge zurückschalten. Und, ja, es nervt. Und, ja, es ist traurig. Aber was bleibt uns anderes übrig?

Normalerweise

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Re: Alles retour – Die Kehrseite des Online-Handels

Freitag, den 10. April 2020
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DI 07.04.2020 | 12.15 Uhr | arte

Heutzutage läuft das mit dem Einkaufen über das Internet ja so: Man bestellt eine Klamotte, und man bestellt dieselbe Klamotte noch mal in zwei weiteren Größen. Eine davon wird schon passen, und den anderen Müll kann man ja einfach wieder zurückschicken. Kostet ja nix.

Am Dienstagmittag zeigte arte eine Doku über genau dieses Thema, über dieses Problem. In der Reihe “Re:” ging es um die Kehrseite des Online-Handels.
Es ist eine gewisse Sorglosigkeit, die da offenbar bei vielen Leuten herrscht. Die Ware nach Hause zu schicken, kostet nichts. Ebenso, wenn man wieder was zurückschickt. Alles umsonst, irgendwer wird sich schon kümmern. Es heißt, jedes sechste online bestellte Paket geht zurück.

In der Doku erzählt eine Händlerin für Sportartikel, wie sehr es ins Geld geht, wenn haufenweise Ware zurückgeschickt wird. Weil die Ware nicht gefällt. Weil irgendwas ist. Oder einfach so. Und das geht nicht nur ins Geld, sondern man muss den ganzen Kram auch wieder auspacken, überprüfen, man muss schauen, was man denn nun damit macht.
Andererseits gibt es aber auch Menschen, die von dieser Plage profitieren. Es gibt ganze, riesige Lager, wo große Onlinehändler ihre Retouren hinschicken lassen. Hunderte Menschen werden auf diese Weise beschäftigt.

Und doch muss man die Frage stellen, warum das alles so einfach ist. Warum der Kunde diese übergroße Macht hat. Warum ein Kunde Ware zurückschicken kann, die ihm nicht gefällt, auf die er keine Lust hat und – auch das gibt es – die Klamotten einmal tragen und dann zurückschicken, weil damit angeblich irgendwas ist.
Klar ist, dass das Zurückschicken von Ware, die nicht kaputt ist, etwas kosten muss. Einfach, um das sorglose Einkaufen nach dem Motto “Irgendwas davon wird schon passen” zu unterbinden.
Diese Erkenntnisse bleibt nach dieser interessanten arte-Doku.

-> Die Sendung auf arte.tv (bis 4. Juli 2020)

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Videos über guten Geschmack

Mittwoch, den 8. April 2020
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Coronavirus: Der Spirituosen-Verkauf in Sommerfeld geht weiter, die Bar in Berlin ist geschlossen – von Wien aus macht Nicolas Kröger Clips auf Youtube und Podcasts auf Spotify

MAZ Oberhavel, 8.4.2020

Sommerfeld.
Beruflich und privat pendelt Nicolas Kröger immer zwischen Sommerfeld und Wien. Jetzt sitzt er in der Hauptstadt Österreichs fest. Die Corona-Pandemie macht Reisen unmöglich. „Normalerweise bin ich drei Tage pro Woche hier in Wien“, sagt er. Dort lebt er bei seiner Freundin. Das heißt aber nicht, dass seine Firma „N. Kröger Fine Spirits“ in Sommerfeld brach liegt. Der 29-Jährige ist Spirituosen-Produzent. Bei ihm gibt es Gin, Rum oder Whisky. Er kreiert neue Sorten und füllt die Flaschen in seiner Sommerfelder Manufaktur ab und lässt sie etikettieren. „Die Produktion war vorbereitet, es kann dort weitergehen“, sagt er. Der Onlinehandel wird weiter abgewickelt. Seine „Wagemut“-Bar in Berlin allerdings ist geschlossen. „Ich hatte sie allerdings schon vorher auf Null gesetzt, das hatte mit Corona nichts zu tun“, sagt Nicolas Kröger. „Ich wollte eh einen Neustart machen und die Bar von Grund auf neu aufbauen.“ Die Neueröffnung war für den 1. April geplant – die muss nun warten. Wenn er wieder darf, will er mit neuem Team wieder loslegen – und er selbst will mehr mitmischen. Dafür sei vorher kaum Zeit gewesen.

In Wien hat er nun viel Zeit. Andererseits: Langweilig ist ihm nicht. Denn er hat sich neue Aufgaben gesucht. Nicolas Kröger macht nun Youtube-Videos und einen Podcast unter anderem beim Streamingdienst Spotify. Und natürlich dreht sich alles um das, was er besonders gut kann. Er gilt in der Branche als ein Feinsensoriker.„Das Wertvollste, was ich habe, ist zu wissen, was Leute geschmacklich wollen“, erzählte er in einem MAZ-Gespräch im Somer 2019. Er sitzt oft in Jurys und bewertet den Geschmack von Spirituosen. Auch hält er entsprechende Vorträge. „Aber die dauern dann eine halbe Stunde oder auch anderthalb Stunden. Das reicht nicht, da kann ich nicht alles rüberbringen, was mir wichtig ist.“

Schon im August 2018 startete er seinen Youtube-Kanal „Bar Wagemut“. „Aber dafür fehlte mir immer die Zeit.“ Die hat er nun. In seinen Videos zeigte er bereits, was seine Kunden aus den Produkten, die es bei ihm in Sommerfeld gibt, alles zaubern können. In der „Wagemut Taste Academy“ mixte er beispielsweise „Manhattan“-Variationen oder einen Espresso Martini. Auch startete er eine Reihe über die „Faszination Spirituosen“. In dem Video geht es um die vielfältige Welt des flüssigen Geschmacks. Er berichtet über guten und schlechten Geschmack, sensorische Manipulation oder wie Zucker die geschmackliche Wahrnehmung beeinflusse. Alles, was er dort erzählt, gibt es bei Spotify auch als Podcast in der Hörfassung – kostenlos unter dem Titel „Wagemut Taste Academy“.
Auch auf der Social-Media-Plattform „TikTok“ ist er vertreten. Dort erreichte eines seiner kurzen Videos bislang fast 100 000 Aufrufe. „Das ist mega.“

Fünf bis sechs Stunden am Tag arbeitet er an den Videos und Podcasts, außerdem beantwortet er Fragen und Kommentare der Menschen, die sich seine Clips ansehen oder anhören. „Die Interaktion mit den Leuten ist enorm wichtig“, sagt er. „Langeweile habe ich in meinem Leben noch nie gehabt. Und auch jetzt bin ich absolut gut beschäftigt“, sagt Nicolas Kröger. Er komme nicht mal dazu, in Ruhe einen Film zu sehen. Ihm bleibe jetzt nichts anderes übrig, als die Krise abzuwarten. Für seine Bar hofft er auf eine Mietvereinbarung, und in Sommerfeld läuft die Produktion weiter.

-> www.NKroeger.de; Auf Youtube: Bar Wagemut.

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Rumnölen in Zeiten des Coronavirus

Donnerstag, den 2. April 2020
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Die Wirtschaft steht durch die Entwicklungen rund um das Coronavirus derzeit auf sehr wackligen Beinen. Zum Beispiel die Gastronomie.
Gaststätten, Kneipen und Bistros dürfen derzeit nicht öffnen – sie dürfen aber ihre Speisen to go, also zum Mitnehmen verkaufen, und die dürfen ihre Speisen auch ausliefern. Es ist das Letzte, was ihnen noch bleibt. Ein kleiner Strohhalm, um nicht einen kompletten Umsatzausfall zu haben.
Nun müssen nur noch die Kunden mitziehen, sie müssen erfahren, dass ihr Lokal noch da ist, und dass sie dort was bestellen können.

In einer Facebook-Gruppe wurde am Mittwoch dafür geworben, dass ein Hohen Neuendorfer Lokal noch für seine Kunden da sei. Ist ja immerhin gut zu wissen, dass da noch was geht.
Das sollte man irgendwie unterstützen. Was man jetzt nicht so zwingend tun sollte, ist rumzunölen. Eine Frau, die Mitglied der Facebook-Gruppe ist, hatte nichts Besseres zu tun, als zu schreiben, dass sie den Laden ja ganz schlecht finde, weil sie mal negative Erfahrungen gemacht habe. Ausführlich berichtete sie später, was schief gelaufen war.

Ja, das kann man machen. Ja, natürlich kann man seine Meinung sagen. Man kann sagen, dass einem ein Restaurant nicht gefällt. Aber ist das jetzt wirklich nötig? Muss man den Leuten wirklich jetzt, wo die Lokale jeden Euro gebrauchen können, nölig sagen, dass das ja alles Mist sei? Solidarität scheint für einige Menschen schlicht keine Rolle zu spielen. Hauptsache: Ich. Hauptsache auch in Krisenzeiten noch mal nachtreten.
Wenn alles wieder gut ist, kann man froh sein, wenn alle Gaststätten noch da sind. Und dann kann man ja immer noch rumtönen, wo man denn nie wieder hingehen wolle.

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