RTZapper

Sport: Bundesliga-Relegation live

Donnerstag, den 4. Juni 2015
Tags: , ,

MO 01.06.2015 | 20.47 Uhr | mdr Info

Sonnabendnachmittag, Fußball-Bundesliga-Zeit. Auf zig ARD-Radiowellen laufen Sportsendungen, in denen zwei, gern auch mal vier Stunden lang, über Fußball geredet wird. Für den, der es mag, ein toller Service.

Montagabend, Relegation. Der Hamburger SV kämpft gegen den Abstieg aus der 1. Fußball-Bundesliga, die Mannschaft aus Karlsruhe möchte aufsteigen.
Und im Radio? Keine Bundesligashow. Stattdessen nur ein paar Häppchen.

Auf hr1 zum Beispiel. Da wird dem Hörer versprochen, man werde gleich berichten, die Schlussphase werde live übertragen. Dass die Schlussphase aber nur aus der Nachspielzeit, also nach der 90. Minute, besteht, im schlechtesten Fall somit nur wenige Sekunden, das wird vorsichtshalber vorher nicht verraten. Mini-Live-Berichterstattung.
Auf dem Newssender mdr Info war das leider nicht sehr viel besser. Am Montagabend lief das reguläre Infoprogramm. Immer wieder dazwischen gab es ein paar Infos, Live-Schaltungen blieben rar, erneut blieben nur die Schlussphasen der Halbzeiten für Live-Reportagen übrig.
Als das Spiel dann in die Verlängerung ging, blieb es bei den Live-Häppchen.

Am Sonnabend überschlägt sich das ARD-Radio, am Montag ist keine Zeit. Waren die Übertragungsrechte zu teuer? Oder denken die Verantwortlichen, dass es die Hörer am Montag weniger interessiert als am Sonnabend?
Auf jeden Fall habe ich mich schon mal besser von den ARD-Radios in Sachen Bundesliga bedient gefühlt.

Hits: 6085

RTZapper

hr1 16-19

Dienstag, den 2. Juni 2015
Tags: ,

MO 01.06.2015 | 16.05 Uhr | hr1

Viele öffentlich-rechtliche Radiosender sind zu Dudelwellen verkommen. Viel Musik, kaum noch Inhalt. Ein paar Leuchttürme gibt es dennoch, allerdings glauben die Radiomacher offenbar, dass sich jüngere Leute für Informationen nicht mehr interessieren.

Zum Beispiel hr1. Auf der Durchreise in Hessen schaltete ich mal wieder diesen Sender ein, der eigentlich eine ganz gute Mischung aus Musik und Information bringt. Pro halbe Stunde gibt es in der Regel zwei mehr oder weniger spannende Wortbeiträge – besonders in der Nachmittagsschiene “16-19”.
Aber dauerhaft? Das würde mir schwerfallen. Denn die Infos, die hr1 bringt, sind aktuell. Was die Musik angeht, muss der Sender aber vor 20 Jahren stehengeblieben sein. Nach einem 80er-Hit, gibt es einen aus den 60ern, gefolgt von einem der 90er. Und so weiter. Irgendwas aus den Charts? Sehr, sehr selten. Oder wenigstens mal was aus den vergangenen fünf Jahren? Mangelware.

Klar, der hr hat junge Programme. Dort gibt’s neben den Hits aber nur häppchenweise Informationen. Deshalb denkt man wohl, weil sowieso kaum ein junger Mensch zuhört, kann man sich auf Musik-Oldies beschränken. Im Grunde könnte hr1 um 1995 genauso geklungen haben wie heute auch noch.

Der hr ist da aber nicht allein. Der rbb wirbt gern mit seiner Antenne Brandenburg und den vielen Infos aus dem Land, die es dort gibt. Und in der Tat laufen dort Magazine mit Nachrichten und Reportagen aus Brandenburg. Aber mal abgesehen davon, dass diese Reportagen inzwischen auch zu Häppchen verkommen sind – die Musik auf der Antenne Brandenburg ist nahezu unerträglich. Schlager, Schlager und Schlager. Hält kein Mensch unter 50 auf Dauer aus.
Auch beim rbb setzt man offenbar nicht darauf, dass junge Zuhörer eine Musik-und-Info-Radiowelle schätzen würden.

Der rbb mit seinen Schlagern und der hr mit seinen jungen und alten Oldies. Zwei Sender, die mich, was die Wortbeiträge angeht, eigentlich ansprechen, musikalisch aber langfristig abtörnen.

Hits: 6154

RTZapper

hr1 10-12: Smartphone-Glotzer

Dienstag, den 13. Mai 2014
Tags: ,

MO 12.05.2014 | 10.05 Uhr | hr1

Bei hr1 haben sie am Montagvormittag eine schlimme Epidemie aufgedeckt: Die Smartphone-Glotzer-Krankheit. Sehr, sehr erschütternd!
Eine Reporterin hat wohl beobachtet, dass immer mehr Menschen gar nicht mehr auf den Straßenverkehr achten, sondern ständig auf ihr Handy starren. Sogar – und jetzt halte dich fest – wenn sie über die Straße laufen.

Im Vormittagsprogramm des Radiosenders lief in “hr1 10-12” eine Pseudoreportage. Die Reporterin wagte sich an den Brennpunkt und sprach Leute an, die – SKANDAL!!!!! – über die Straße liefen, dabei aufs Handy starrten auf nicht auf den Verkehr achteten. Knallhart sprach die hr-Frau den Verkehrssünder an, der sich keiner Schuld bewusst war. Seine Begründung: Die Ampel war grün. Das konnte die investigative hr-Frau natürlich nicht auf sich sitzen lassen, mit einer grünen Ampel lässt sich eine öffentlich-rechtliche Journalistin nicht einfach so abspeisen. Also hakte sie nach: Es könne doch schließlich trotzdem ein Auto kommen, sagte sie ihm, hörbar verwundert.
War dem Fußgänger natürlich wurscht, wie er sagte, er sei ja im Recht, wenn was passiere. Okay, vielleicht ist er dann auch tot – aber immerhin hat der andere schuld.

Auch ein Taxifahrer kam in dem Beitrag vor. Er erzählte, dass ja ständig was passiere, diese Smartphones seien eine Plage.
Es war ein sehr erschütternder, wachrüttelnder Beitrag, den hr1 da in seinem Programm zeigte. Keine zwei Miniten lang und herrlich sinnfrei, dafür aber voller doofer Klischees.
Und wie die USA damit umgeht, sollten die hr1-Hörer auch noch erfahren – in einem Beitrag anderthalb Stunden später. Vermutlich auch so ein 90-Sekunden-Beitrag. Schließlich will man seinen Hörern nicht allzu viel Tiefgang zumuten. Ist ja schließlich kein Nachrichtenkanal, sondern… ähm… also… hr1.

Hits: 267

RTZapper

hr1-Meridian: Das Thema zum Mitreden

Samstag, den 18. Juni 2011
Tags:

FR 17.06.2011 | 15.05 Uhr | hr1

Beim hessischen Radiosender hr1 kommen auch mal die Hörer zu Wort, aber man will es damit nicht übertreiben.
“Das Thema zum Mitreden” heißt eine Rubrik in der täglichen Sendung “Meridian”. Am Freitagnachmittag hatte Moderator Marco Schreyl ein wirklich packendes Thema: der schnarchende Partner. Schreyl nannte dazu die harten Fakten: zum Beispiel, dass Frauen etwa 90 Minuten weniger pro Nacht schlafen.

Zu viel Wort in einer Radiosendung ist natürlich nicht so toll, deshalb kamen dann erstmal zwei Musiktitel. Dann tat Schreyl so, als habe er tatsächlich Hörer live in der Leitung: “Frau X, was meinen Sie denn?” Dann sprach Frau X, was sie zu sagen hatte. Weil man seinen Hörern aber nicht zutraut, dass sie ihre Meinung live äußern können, zeichnen die hr1-Leute das Ganze lieber vorher auf. Die Leute könnten ja auch zu lange labern. So kamen die Hörer nur kurz zu Wort – merklich zusammengeschnitten. Und Schreyl tat so, als habe er die Hörer live am Telefon, in dem er sie ansprach und am Ende so tat, als würde er ihr direkt drauf antworten. So simulierte er ein Gespräch, wo in Wirklichkeit keins war.

Dass das bei hr1 so läuft, ist aber auch klar: Wenn die Hörer sagen könnten, was sie wollen, wären das ja keine so schönen Zwei-Minuten-Häppchen. Schreyl nutzte seine Moderationen unterdessen dazu, um seine Fakten über das Schnarchen einfach noch mal zu wiederholen. Wenn man sonst schon so wenig zu sagen hat.

Und nebenbei: Trotz seines Erfolges mit “DSDS” (immerhin eine der größten Sonnabendabendshows), scheint Schreyl weiterhin Spaß zu haben, indem er auch noch eine ganz normale Radio-Nachmittagssendung bei hr1 moderiert. Trotzdem ist es irgendwie seltsam, wenn man Schreyl aus den großen Shows kennt, und plötzlich liest er den Verkehrsfunk im Radio und sagt, wo denn in Hessen gerade Staus sind. Erfreulich normal.

Hits: 145

RTZapper

Nachrichten: Hitzewarnung für Hessen

Dienstag, den 30. Juni 2009
Tags: ,

MO 29.06.2009 | 15.00 Uhr | hr1

Achtung, Achtung! Ein schockierendes Ereignis bricht über Deutschland herein. Schockierend, weil so unerwartet: Der Sommer ist da!
Und, wenn man den Vorhersagen glauben darf, bringt der Sommer etwas mit, was bisher so noch nie eingetreten ist: Hitze. Verdammte Hitze.

Zumindest in Hessen scheint der Sommer und die Hitze ein völlig neues Ereignis zu sein. Warum sonst gibt es hessische Gesundheitsministerum eine gesonderte Hitzewarnung heraus? Den Nachrichten in hr1 war das am Montagnachmittag eine lange Meldung wert: Man solle mehr trinken, man solle sich den Gegebenheiten anpassen, in Altersheimen solle besondere Vorsicht gelten.

Ist alles richtig. Nur: auch außergewöhnlich? Es war schon immer warm im Sommer, und so langsam sollten wir wissen, was wir da zu tun und zu lassen haben.
Da stellt sich die Frage: Wenn in Hessen die 30 Grad überschritten werden – kommt dann eine Sondersendung im hr-Fernsehen? Sonderberichte bei hr1? Extraausgaben der Zeitungen? Hoffentlich kommen die Hessen glimpflich davon!

Hits: 6260

RTelenovela

Heimreise

Dienstag, den 28. Februar 2006
Tags: , , , , , , , , , , , , , , ,

Montagabend, etwa 20.35 Uhr, Neulußheim. Nach einem einstündigen Zwischenstopp bei Marcel auf der Reise von Stuttgart nach Hause geht es zurück auf die Piste. Heimreise. Ich bin leicht müde, habe gerade noch eine Kopfschmerztablette genommen. Gut 6 Stunden sind es bis nach Hause. Vielleicht hätte ich lieber doch in “Neulusse” übernachten sollen, um dann ganz früh die Fahrt anzutreten.

Im Radio, auf hr1, wird über Seitensprünge diskutiert. Das ist doch mal ein handfestes Thema für den Rosenmontagabend.
Auf der A67 beginnt es, zu schneien. Das fängt ja gut an.
21.15 Uhr. Tanken in Gräfenhausen, irgendwo bei Darmstadt. Die Raststätte wirkt sehr verlassen. Ich fahre weiter.
Hinter Frankfurt wird der Schneefall heftiger. Der Verkehr wird langsamer, inzwischen fahren die Pkw und die Lkw das gleiche Tempo – zwischen 90 und 100 km/h. Das Überholen der Brummis wird zur Geduld- und Zitterpartie. Auf der Überholspur legt sich langsam, aber sicher, der Schnee nieder.
Ich überhole einen Schwertransport.
22.20 Uhr: Auf hr1 wird die Expertin zum Thema Seitensprünge verabschiedet. So was könne auch mal eine Beziehung kitten, hatte sie vorher erzählt. Kann, muss aber nicht. Und überhaupt müsse man doch auch mal an die Frauen denken, meint eine Psychologin am Telefon. Die Gesellschaft habe doch sowieso einen Überfluss an Sexualität.
Gegen 22.30 Uhr erreiche ich das Hattenbacher Dreieck, dort beginnt die A4. Es geht bergauf. Es schneit weiter. Stellenweise kommt der Verkehr nicht über die 70-km/h-Grenze hinaus. Das macht müde.

23.20 Uhr. Pause bei McDonald’s in Herrleshausen, an der Grenze von Hessen zu Thüringen. Im Gegensatz zur Autobahn, die noch recht frei ist, sind die Straßen abseits der A4 verschneit. Bei McDoof bin ich der letzte Gast des Abends. Bei einem Eis und ner Cola blättere ich die Thüringer Allgemeine durch – dort wird Thüringen im Olympia-Medaillenspiegel extra angegeben.

Mitternacht. Auf DeutschlandRadio Kultur beginnt ein merkwürdiges Feature zu irgendeiner seltsamen Klangkunst. Kann mich nicht so richtig darauf konzentrieren. Finde aber auch nichts Besseres – und lege eine CD ein.
Währenddessen überhole ich den Schwerlasttransport ein zweites Mal.
Inzwischen schneit es auch nicht mehr so wirklich, die Autobahn ist recht gut befahrbar. Einmal überhole ich den Räumdienst, der Salz streut.
Die CD ist zu Ende, ich kehre zum DeutschlandRadio Kultur zurück. In der Telefontalkshow “2254” wird über den Karneval diskutiert. Was wir mögen und was nicht. Die Leute am Telefon erzählen irgendwelche doofen Witze. Einer fängt mit den Mohamed-Karikaturen an. Falsches Thema, auf Wiederhören.

1.45 Uhr, Rasthof Köckern. Zuletzt habe ich hier mit Felix Pause gemacht, als wir vom Taubertal-Festival kamen. Wir stießen auf lauter unfreundliche Damen. Und sie sind immer noch da. Ich war der einzige Gast. Der Parkplatz war voll mit Lkw, in denen die Fahrer wohl schliefen. In der Auslage stand ein Mandarinenkuchen. Ich fragte, ob ich ein Stück haben könne. Was mir die Bedienung geantwortet hat, kann ich nicht sagen. Sie sprach so leise und nuschelig, dass ich es beim besten Willen nicht nachvollziehen konnte. Nur so viel: Ich würde wohl kein Stück bekommen. Vielleicht lieber was von den andern Kuchen? Der sah doof aus, ich wollte nicht. Und nur, weil sie den schönen Mandarinenkuchen nicht anschneiden wollte? Des Rätsels Lösung: Das Ding war noch tiefgefroren. Na toll. So lange kann ich nicht warten. War wieder mal schön in Köckern.

Weiterfahrt um 2.10 Uhr. Die Müdigkeit schlägt um sich. Ich lege meine Schlager-CD ein, die ich von Sabi und Bär zum 10000.Tag bekommen habe. Beschwingt passiere ich Brandenburg.
Auf dem Berliner Ring angekommen gehe ich zu 104.6 RTL über. Dort kündigen sie den brandneuen Song von Melanie C. an. Seltsam: am Nachmittag auf SWR3 wurde auch ein neuer Song von ihr gespielt, aber ein anderer – der wirklich brandneue Song. Nun ja, RTL spielt ihn dann, wenn er auch in den Charts ist und verkauft ihn eben dann als neu. Merkt ja keiner.
3.30 Uhr. Oranienburg. Endlich zu Hause. Ein wenig länger gefahren als sonst. mein bett ruft. Gute Nacht.

Hits: 12583