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Unbekannte laden Sondermüll in den Wäldern ab

Donnerstag, den 22. Februar 2018
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Revierleiter Ingo Jeschek ist sauer – Vermutlich handelt es sich um Reste eines abgerissenen Bungalows – Haufen bei Hohenbruch, Nassenheide und Wolfslake

MAZ Oberhavel, 22.2.2018

Hohenbruch.
Der Müll liegt mitten im Wald. Nicht irgendwo am Rand, die Unbekannten sind tief rein gefahren, damit sie vermeintlich unbemerkt ihren Dreck loswerden konnten. Es muss am Wochenende passiert sein, aber schon am Montag haben Mitarbeiter der Revierförstereien die Müllhaufen entdeckt.

Revierleiter Ingo Jeschek ist sauer. An einer Waldweg-Kreuzung ganz in der Nähe von Döhringsbrück, einem Gemeindeteil von Hohenbruch, liegt einer der Haufen. Es sind ganz offenbar Reste eines abgerissenen Bungalows. Trennwände, wo sogar noch die Tapete zu erkennen ist. Fensterteile, Dämmwolle – und auf jeden Fall umweltschädlicher Asbest. „Wir sind an vier Stellen fündig geworden“, sagt Ingo Jeschek. Ein weiterer Müllhaufen liegt an einer Stelle im Wald zwischen Hohenbruch und Teerofen. Außerdem in der Nähe von Wolfslake und bei Nassenheide. Am Wochenende entdeckten Passanten am Rand von Groß-Ziethen abgeladene Asbestplatten und Bauschutt. Der Revierleiter kann nur für seine vier Fälle sprechen, aber er sagt: „Das alles müsste von einer Aktion stammen.“ Eines oder mehrere Gebäude müssten abgerissen worden sein. Er vermutet, es müsste im Oranienburger Bereich geschehen sein. „Wir haben Anzeige bei der Polizei erstattet.“ Müll im Wald abzuladen, ist eine Ordnungswidrigkeit. „Das hier aber ist eine Umweltstraftat“, sagt Ingo Jeschek.
Zwar sind die Wälder für den Straßenverkehr gesperrt, aber die Schranken an den Eingängen nicht verschlossen. „Das dürfen wir nicht, weil es ein Betretungsrecht gibt, zum Beispiel für Kremserwagen.“ Die unbekannten Täter haben das offenbar für sich ausgenutzt.

Er kann den Müll auch nicht einfach wegräumen. „Da müssen Spezialisten kommen, die das entsorgen. Wir selbst dürfen das auf keinen Fall beräumen, dazu braucht man eine Schutzausrüstung, und das ist eine teure Sache.“ Landkreis und die Försterei müssten sich das wohl teilen. Aber bis alles in die Wege geleitet werde, könne es noch zwei Wochen dauern. Der Revierleiter befürchtet, dass nun noch mehr Leute ihren Müll an diesen Stellen ablagern.

540 Kubikmeter Müll sammelten die Mitarbeiter des Forstreviers Neuendorf 2017 aus den Wäldern, davon waren 100 Kubikmeter Sondermüll. Etwa 2100 Arbeitsstunden gingen dafür drauf – das entspricht Lohnkosten in Höhe von ungefähr 34 000 Euro. Die Kosten für die Sondermüllentsorgung betrug im vergangenen Jahr 4400 Euro, so Ingo Jeschek.

Der Revierleiter hofft, dass durch Zeugen die Täter gefunden werden. „Vielleicht hat ja jemand gesehen, wo ein Bungalow abgerissen worden ist“, hofft er.

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Überflieger: Für den Koch gibt es keine Feiertage

Samstag, den 6. Januar 2018
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Christian Haferkorn betreibt in Hohenbruch eine Küche mit Kochschule

MAZ Oberhavel, 6.1.2018

Hohenbruch.
Gänsekeulen, Rotkohl, Grünkohl, dazu Klöße. Heiß serviert. So sah das Weihnachtsmenü von Christian Haferkorn aus. Zumindest das, was der Hohenbrucher Koch an den Feiertagen zubereitet hat, um es an seine Kunden auszuliefern. Er selbst freute sich vor allem auf den Kartoffelsalat von seiner Mutter. Allerdings blieb ihm auch dafür nicht so viel Zeit. „Ich stand die ganzen Feiertage in der Küche.“ Er hat komplett durchgearbeitet. „Das ist ein bisschen die Krankheit der Gastronomie, dass man die Feiertage nicht mehr so braucht“, sagt er und lächelt. Er kenne es gar nicht mehr, an solchen Tagen zu Hause zu sitzen. Silvester sah es genauso aus. „Ich freue mich, wenn ich 130 Gäste habe, die dann sagen, alles ist gelungen.“ Um 23 Uhr werde meist auf das Menü angestoßen. „Da habe ich Freude dran“, sagt der 31-Jährige.

Christian Haferkorn hat in seinem Leben schon einiges erreicht. Am Kirchring in Hohenbruch betreibt er seine Küche mit Kochschule. Er hat einen Cateringservice, ist im Sommerfelder Hotel in der Küche beratend tätig, übernimmt Messeauftritte für einen Hersteller von Küchenwaren und ist Teil der Nationalmannschaft der Köche.
Er stammt aus Hohenbruch und gehörte zum letzten Jahrgang, der an der Beetzer Schule seinen Zehnte-Klasse-Abschluss machen konnte. Danach machte er eine Lehre als Hotelfachmann. „Aber ich habe mir die Frage gestellt, was mache ich, wenn ich 40 bin“, erinnert er sich. Also begann er mit 19 in Sommerfeld noch eine Lehre als Koch. Danach nahm er öfter an Kochwettkämpfen teil und schaffte es in ein Berlin-Brandenburg-Team. Über diese Schiene kam bald das Angebot, Teil der Jugendnationalmannschaft der Köche zu werden. Er wollte – und er sagte dafür sogar einen Job ab. Er hätte Küchenchef auf dem Petersberg in Bonn werden können, er blieb stattdessen in Sommerfeld und hatte so auch Zeit, um in Berlin mit seinem Team zu üben.
Später wurde er Küchenchef in einem Hotel in Dierhagen an der Ostsee. Dann aber wollte er sich selbstständig machen. „Ich habe als Mietkoch angefangen“, erzählt Christian Haferkorn. Er hatte ja schon viele Kontakte. Er machte viel in Rheinsberg, war auch eine Weile Küchenchef in der Kremmener Seelodge. 2012 kam das Objekt in Hohenbruch dazu. „Ich habe vorher in einer kleinen Küche meiner Eltern angefangen, aber es kam immer mehr dazu.“ Von außen sieht das Gebäude zwar noch nicht so ganz ansehnlich aus, drinnen aber ist schon viel passiert. „Wir haben nach und nach was reingesteckt.”

Hohenbruch soll auch verstärkt der Ort werden, an dem er in seine Kochschule einlädt. „Da kommen Leute aus Berlin, Magdeburg oder der polnischen Grenze.“ Kommt ein Paar zum Kochen vorbei, dann bringen sie beim nächsten Mal eine ganze Gruppe mit. So habe sich schon jetzt vieles ergeben. Er selbst mag am liebsten die gehobene Landhausküche. „Lamm, Wild. Ich bin über alles aus der Region dankbar“, sagt er. „Säfte von den Bauern, Wurzeln aus Linum. An so was habe ich Spaß. Das ist dann vernünftig verarbeitet. Dass er aber selbst eine Gaststätte eröffnet, das stehe momentan nicht auf seinem Plan. Das sei schwierig. „Vielleicht mal mit einem großen Team, aktuell habe ich aber viel mehr Freude am Catering.“ Er habe Respekt davor, wenn man in einem kleinen Restaurant sechs Tage pro Woche vor Ort sei. Christian Haferkorn beschäftigt momentan zwei Festangestellte, plus zehn Pauschalkräfte, die abrufbereit seien.

Und dann hat Christian Haferkorn auch noch die Goldmedaille, die er stolz vorzeigen kann – von der Kocholympiade 2016 des Verbandes der deutschen Köche. Damals gab es unter anderem Heilbutt in Heuasche gegart und Lammhüfte mit Maronenpüree, „Gerade hat sich eine neue Mannschaft gegründet. Wir sind jetzt dabei, das Menü für Luxemburg zu planen.“

Es wird also ein spannendes Jahr für Christian Haferkorn. „Gesundheit ist das Wichtigste, und dass alle Spaß haben bei der Arbeit, dann kommt der Rest von allein.“ In fünf Jahren soll in Hohenbruch innen und außen alles fertig sein. Ein wirkliches Vorbild hat der 31-Jährige dabei übrigens nicht. „Mit Christian Lohse unterhalte ich mich gern, mit ihm tausche ich mich aus.“ Er ist ein Zwei-Sterne-Koch, „aber das ist ein hartes Pflaster, denn da muss man immer sehr akkurat sein“, sagt er.

Zeit für Hobbys bleibt nur bedingt. „Ich gehe jagen.“ Er liebe es, nach dem Kochen rauszugehen oder früh morgens aufzustehen. „Der Wald ist ja hier vor der Tür.“ Auch hat er einen großen Freudeskreis. Und was gibt es zu essen, so ganz privat? „Hausmannskost von Oma. Leberwurststulle, Königsberger Klopse. Bulette, Erbsen, Püree. Aber das machen wir selten.“

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Chronik Kremmen 2017

Donnerstag, den 21. Dezember 2017
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MAZ Oberhavel, 21.12.2017

Januar: Das Pferd Eckerhardt versinkt in einem Hohenbrucher Schlammloch und muss von der Feuerwehr befreit werden. – Der Rohbau für das neue Seniorenhaus an der Ruppiner Chaussee in Kremmen steht. Eröffnung im Spätsommer. – Im Prignitz-Express werden keine Tickets mehr verkauft. Das sorgt für Frust. – Bei Edeka in Kremmen gibt es nun eine Milchtankstelle mit Frischmilch aus Tietzow.

Februar: Die Kremmener SPD-Grüne-Fraktion sammelt sich. Die SPD sei bislang zu still gewesen, sagt Fraktionschef Peter Winkler. Jörg Arens (Grüne) fehlt allerdings oft in der Stadtverordnetenversammlung. – Eine vermisste Kremmenerin (59) wird tot in Karlsruhe aufgefunden. – Der Beetzer See ist zugefroren. Ins Eiswasser werden Weihnachtsbäume geschoben – als Laichhilfen für Zander. – Erstmals veranstalten die Kremmener Feuerwehren eine gemeinsame Hauptversammlung. – Am 17. Februar fliegt in der Kremmener Dammstraße der erste Storch ein.

März: Die Amtszeit von Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse endet. Er will sich zunächst aus der Öffentlichkeit zurückziehen, sagt er. Und: „Ich hätte auf mein erstes Bauchgefühl hören sollen.“ – Die Kinder der Grundschule Beetz nehmen eine Woche lang an einem Zirkusprojekt teil. – In Sommerfeld wird das „Dorv“-Projekt vorgestellt. Es geht um ein Dorfzentrum mit Einkaufsmöglichkeit und Serviceangeboten. – Mehr als 1000 Besucher sind bei der elften Bluesnacht dabei. – Der langjährige Zeugwart und Ehrenschiedsrichter des FC Kremmen, Siegfried „Fiete“ Mattick stirbt mit 76 Jahren. – Heino Hornemann ist neuer Ortsvorsteher von Staffelde.

Der Neue im Rathaus
Sebastian Busse hat am 21. März sein Amt als neuer Bürgermeister der Stadt Kremmen angetreten. Hauptamtsleiterin Bianca Haak überreichte ihm den Schlüssel, außerdem sprach er den Amtseid.

April: Robin Scheffler gewinnt den Vorlesewettbewerb der Grundschule Beetz. – Der Sommerfelder Autor Harald Schmidt feiert seinen 80. Geburtstag. – Die Kremmener Turnhalle wird für den Schulsport gesperrt. Es gibt zwar keinen Schimmel, aber Bakterien in der Luft. Die Halle soll 2018 saniert werden.

Molotowcocktails
Am Ostersonnabend warfen Unbekannte zwei Molotowcocktails auf das Gelände des Asylbewerberheimes in Kremmen. Dies ist als Anschlag gewertet worden, die Kripo nahm die Ermittlungen auf. Im Laufe der folgenden Monate konnten zwei Männer festgenommen werden – beides Kremmener. Ob sie die Täter sind, ist noch offen.

Mai: Trübes Wetter sorgt für eine schlechtere Spargelernte. Nur etwa 20 Tonnen am Tag kommen zusammen, normalerweise sind es um diese Zeit 40 bis 45 Tonnen. – Der Förderverein der Goetheschule feiert sein 25. Jubiläum mit einem Frühlingsfest. – In Kremmen wird diskutiert, was aus der Feuerwehr wird. Bleibt sie an der Straße der Einheit oder kommt ein Neubau? Es läuft auf Letzteres hinaus, entschieden ist aber noch nichts. – Andreas Kretzschmar übernimmt den Vorsitz des Kremmener SPD-Ortsvereins.

Juni: Mal wieder wird für einen Radweg von Sommerfeld über Beetz nach Ludwigsaue und Rüthnick demonstriert. 100 Leute machen mit. Immerhin soll nun 2018 ein Weg nach Ludwigsaue gebaut werden, aber nicht entlang der Landesstraße. – Ein 26-Jähriger rutscht auf der A 24 bei Staffelde in den Straßengraben und stirbt. – Der Kremmener Heiko Höft bekommt den Landesverdienstorden für unternehmerisches Engagement. – Der Flatower Pfarrer Nico Vajen geht mit seiner Familie nach Berlin. Ihm folgt Antje Freye. – Die Sommerfelder Klinik hat nun ein MRT-Gerät – Union Berlin trainiert auf dem Kremmener Fußballplatz. – Der Jahrhundertregen sorgt am 29. und 30. Juni für viele Feuerwehr-Einsätze.

Knutschen mit Malte
Zum zehnten Geburtstag des Kremmener Spargelhofes überreichten die Oberhavel-Landfrauen an Geschäftsführer Malte Voigts eine Erntekrone. Und natürlich durften sie sich dafür einen Knutscher abholen, Das Jubiläum selbst ist Mitte Juni mit einer Party gefeiert worden.

Neustart im Klubhaus
Bäckermeister Plentz hat in Kremmen den Anfang gemacht und das Klubhaus am Marktplatz wiederbelbt. Mitte Juni öffnete die neue Filiale. Die Eröffnungsfeier war für die Kremmener voller Emotionen und Erinnerungen.

Königin für ein Jahr
Anja Mink ist die Kremmener Erntekönigin 2017/18. Hauptberuflich ist die 27-Jährige für Qualitätsmanagement und Direktvermarktung zuständig. Sie vertritt die Stadt auf Festen und Messen.

Juli: Ralph Weißbrich ist nicht mehr Ortswehrführer in Sommerfeld. Ihm folgt Johannes Homuth. – Beim 12. Drachenbootrennen auf dem Beetzer See sind 17 Teams dabei. – In der Kremmener Stadtparkhalle wird ein Film uraufgeführt, in dem Goethe-Grundschüler mitspielen. Gedreht hat ihn Jochen Wermann aus Schwante. – Vivien Genzow ist die neue Chefin der Kremmener Jugendclubs. – Ein Benefizkonzert für die Geschädigten des Starkregens in Leegebruch bringt auf dem Spargelhof 3333 Euro ein und muss wegen Starkregens abgebrochen werden. – Mega-Spendenbereitschaft für die Sommerfelder Feuerwehr. Für ein neues Fahrzeug kommen 45.000 Euro zusammen und später weitere rund 40 000 Euro.

775 Jahre Sommerfeld
Kitakinder, Vereine und viele weitere Sommerfelder feierten das 775. Jubiläum der Ersterwähnung. Die Party war allerdings ziemlich regengeschädigt.

August: In der Hohenbrucher Kirche wird das 200. Jubiläum der Orgel gefeiert. – Die Kremmener Feuerwehr bekommt ein neues Hilfeleistungslöschgruppen-Fahrzeug. – In Staffelde findet das 21. Drescherfest statt, die Planung dafür begann erst acht Wochen zuvor. Eigentlich sollte es nicht mehr gefeiert werden. – Ein Wall mit Baumischabfällen auf einem Firmengelände kurz vor Kremmen sorgt für Ärger. Der Unternehmer, dem es gehört, beklagt eine Hexenjagd.

Punk-Baby
Silas ist waschechter Kremmener und ist am 6. August auf dem Festivalgelände des Punk-Events “Resist to Exist” geboren worden. Die Mutter hatte vorher nichts von der Schwangerschaft gewusst. Ansonsten gab es keine größeren Vorkommnisse.

Der schönste Strand
Am Beetzer See gibt es den schönsten Strand in Oberhavel. Das finden die MAZ-Leser, die in einer Umfrage genauso abgestimmt haben. Die Freude in Beetz war groß

September: Beim Erntefest in Kremmen gewinnt Hartmut Steinke zum vierten Mal den Preis für den schönsten Wagen. – Hunderte Autos kommen zum Oldtimertreffen auf den Spargelhof. – Für Ärger sorgt die Vollsperrung auf der L 172 zwischen Hohenbruch und Germendorf. Da auch die B-96-Auffahrt Oranienburg-Nord gesperrt ist, gibt es eine sehr weitläufige Umleitung. – Bei der Bundestagswahl gewinnt in Kremmen die CDU mit 29,8 Prozent vor der AfD (20,7) und der SPD (20,6). – Für die neue Rettungswache in Kremmen erfolgt der erste Spatenstich.

Hier bitte nicht rauchen – freiwillig!
Die rauchfreie Zone rund um die Kremmener Goetheschule sorgte ein wenig für Ärger. Nicht nur, weil sich die Kremmener das Rauchen ungern auf öffentlichem Grund verbieten lassen. Schließlich sind die Schilder später ausgetauscht worden, nun können sich die Leute freiwillig ans Verbot halten – die Kinder werden es ihnen so oder so danken.

Oktober: 850 Leute kommen zum Oktoberfest auf den Spargelhof. – Das Orkantief Xavier sorgt für große Schäden. Im Wald nördlich von Beetz gibt es eine Schneise der Verwüstung. Viele Straßen sind blockiert. – Die Kirche in Sommerfeld hat nun einen barrierefreien Zugang. Der Unternehmer Winfred Günther hat zwei Drittel von den 40 000 Euro bezahlt.– Schock für Bahnfahrer: Der Prignitz-Express wird auch weiterhin nicht direkt Berlin-Gesundbrunnen anfahren, so steht es im Nahverkehrsplan. – Im Rhinluch rasten bis zu 60 000 Kraniche. – Das Altstadtstübchen in Kremmen hat neue Betreiber: Sina Sakkravi und Saedeh Manishdavi.

November: Die Kremmener Kleinzierzüchter feiern ihr 90. Vereinsjubiläum. – Für das Lindeneck in Flatow gibt es neue Pläne: Übernachtungszimmer und eine kleine Gaststätte, aber erst in etwa fünf Jahren. – Kremmens Kämmerin Kathrin Schönrock kündigt ihren Weggang an. – Das Schulessen wird für Erwachsene teurer, auch der Bringdienst. – Der Wirbel um ein neues Baugebiet in Ludwigsaue erweist sich als Luftnummer. es gibt keine Genehmigung.

Neuer Freizeittrend: Schlaglochgolf
Die Groß-Ziethener leben an einer Schlaglochpiste. Die L17, die Alte Dorfstraße, bietet eine unendliche Geschichte. Saniert wird sie nicht. Deshalb gab es eine besondere Veranstaltung: ein Schlaglochgolf-Turnier. Viele Leute waren zu dem Spaß-Event, das ja eigentlich gar kein Spaß war, gekommen.

Oben am Kreuz
Besonders luftige Bauarbeiten auf dem Dach der Kremmener Nikolaikirche. Am 20. Oktober reparierte der Schmied Dieter Blumberg in 34 Metern Höhe das Turmkreuz. Das war locker und musste wieder befestigt werden.

Dezember: Eine defekte Wasserleitung sorgt in Kremmen für einen kurzzeitigen Versorgungsausfall. – Der musikalische Adventskalender findet diesmal nur am Klubhaus statt. Das gefällt nicht jedem. – Die Bauernscheune in Kremmen schließt. – Helmut Jilg verabschiedet sich als Geschäftsführer des Zweckverbandes.

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Sein Stil: Da sein, viel lesen, alles auf den Tisch bekommen

Freitag, den 24. November 2017
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Kremmens Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) über seine Artr zu arbeiten – Pläne für die alte Schulsporthalle, den Radweg nach Ludwigsaue und Forderungen an die Bahn

MAZ Oberhavel, 24.11.2017

Kremmen.
Bis 2. Dezember läuft in der MAZ noch die Reihe „MAZ zu Hause in Kremmen“. Deshalb baten wir auch Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) zu einem Gespräch.

Sie sind jetzt acht Monate im Amt. Wie fühlt es sich an?
Sebastian Busse: Es fühlte sich von Anfang an richtig an. Ich fühlte mich nie fremd und bin auch von den Mitarbeitern im Rathaus herzlichst aufgenommen worden. Von Anfang an war es mein Ziel, viel miteinander zu sprechen. Mir ist es wichtig, da zu sein, viel zu lesen, alles auf den Tisch zu bekommen und dass die Menschen meinen Stil verstehen.

Ihr Stil?
Ja. Zielstrebig, organisiert, ergebnisorientiert, zuverlässig.

Aber gibt es auch Punkte, wo Sie sagen, es ist schwieriger als gedacht?
Ja, klar. Mal schnell eine Firma anrufen und sagen „Könnt ihr mal kommen?“, so einfach geht das nicht. Da gibt es das Kommunalvergabegesetz, das hat zum Beispiel der Wirbel um das Sommerfelder Feuerwehrfahrzeug gezeigt. Mit der Bürokratie der Vergaberichtlinien blockieren wir uns in manchen Fällen selbst. Manches dauert länger, bis man damit zu Ende ist. Es ist wichtig, sich in meiner Position mit den Gesetzen auseinanderzusetzen, einiges ist doch nicht so einfach umsetzbar, wie ich vielleicht dachte.

In den vergangenen Monaten gab es Situationen, wo Sie schon getätigte Aussagen zurückgenommen haben.
Man lernt ja aus jeder Situation, egal ob positiv oder negativ. Ich bin dabei Erfahrungen zu sammeln, ich sammele sie jeden Tag und bin gewillt, die auch anzunehmen. Ich weiß, man muss erst mal drüber nachdenken, bevor man eine Antwort gibt. Ich möchte schnell helfen, aber das geht eben nicht immer.

Man sieht Sie oft auch in den Ortsbeiratssitzungen. Welchen Eindruck haben Sie von den Ortsteilen?
Jedes Dorf ist abhängig von seinen Einwohnern. Das Ehrenamt muss sehr groß geschrieben werden. In Sommerfeld gibt es sehr engagierte Bewohner, die den Ortsbeirat sehr unterstützen, da merkt man den Zusammenhalt der Leute – auch bei der 775-Jahr-Feier im Sommer. In Groß-Ziethen haben wir beim Schlaglochgolf gemerkt, dass sich alle Ortsteile gemeinsam für eine Sache einsetzen. Staffelde hat seine Feste und Vereine, und Flatow hat mit Gert Dietrich einen der engagiertesten Ortsvorsteher, da hat es jeder Nachfolger mal sehr schwer. Auch in Hohenbruch gehe ich gern in die Ortsbeiratssitzungen. Ich lade außerdem alle Ortsvorsteher einmal im Quartal zu mir ein, um Probleme anzusprechen. Und Lösungen zu finden.

Eine große Baustelle wird im kommenden Jahr die alte Schulsporthalle in Kremmen.
Wir wollen 2018 den ersten Bauabschnitt vollbringen, mit der kompletten Außenhülle, der Verglasung, dem Dach und der Fassade. Das kostet etwa 400.000 Euro. 2019 folgt der zweite Bauabschnitt mit den Innenarbeiten, da kommen 250.000 Euro hinzu. Ich hoffe, die Halle steht zum Schuljahresbeginn im August 2018 wieder zur Verfügung, und ich bin sehr glücklich, dass wir das so entschieden haben.

Wie geht es weiter an der Alten Dorfstraße in Groß-Ziethen?
Wir haben die Genehmigungsplanung beauftragt, die liegt uns noch nicht vor. Das Geld ist im Haushalt 2018 eingestellt. Ziel ist es, 2018 die Arbeiten an den Seitenstreifen zu vollbringen. Ich habe gedacht, dass wir das noch in diesem Jahr hinbekommen, das ist ein großer Tiefschlag gewesen, dass das doch nicht so schnell umsetzbar ist. Aber wir müssen sehen, was wir machen können, denn wir sind ja danach auch zuständig für dortige Reparaturen, und wir gehen das Risiko ein, dass, wenn doch mal die Straße gemacht wird, wieder alles hin ist.

Wann gibt es Entscheidungen rund um das Klubhaus am Marktplatz?
Wir haben Studenten der Potsdamer Fachhochschule das Klubhaus gezeigt, sie haben ein Konzept in die Hand bekommen. Die 17 Studenten sollen drei Gruppen bilden und Vorschläge einreichen. Am 17. Januar gibt es eine Präsentation in der Schulaula, dann gibt es eine Jury, die entscheidet, welcher Plan der Verwaltung vorgeschlagen wird.

Ein weiteres Großprojekt könnte die neue Feuerwache werden. Klar ist, sie wird nicht auf einer Wiese am Schlossdamm gebaut. Wo stattdessen?
Es gibt schon neue Gespräche, aber ich habe noch nichts in der Hand, um konkret zu werden. Klar ist aber, dass Kremmen das finanziell nicht aus eigener Kraft stemmen kann. Wenn wir Fördermittel bekommen, wäre es möglich oder mit einem dreijährigen Kurzzeitkredit.

Ein aktueller Streitpunkt sind die Baumscheiben in der Berliner Straße.
Ich kann das größtenteils nachempfinden. Aber dennoch werden wir nicht morgen die Baumscheiben zurückbauen, es sind erst mal andere Dinge abzuwarten, vielleicht ist das ja auch mit einem Parkverbot zu händeln. Ich kann keine Unfallgefahr erkennen, nur, dass die Leute oft keine Zeit haben und nicht den entgegenkommenden Verkehr abwarten.

Wann kommt der Radweg von Beetz nach Ludwigsaue?
Ich sehe nur die Möglichkeit, mit Fördermitteln einen Weg über den ländlichen Wegebau zu bekommen. Eine Strecke von circa drei Kilometern ist noch offen, der Rest ist schon ausgebaut. Würden wir einen Radweg entlang der Landesstraße bauen, würden wir dafür keine Fördermittel bekommen. Ohne Fördermittel können wir es uns nicht leisten. So denken wir auch darüber nach, den Weg von Kremmen nach Verlorenort zu erschließen – auch über den ländlichen Wegebau, das sind die Felder, wo die Möglichkeit besteht, Gelder zu bekommen. Aber da ist noch nichts klar.

Im Zuge unserer Serie „MAZ zu Hause in Kremmen“ haben wir auch Leserfragen bekommen. So wird ein neues Tempolimit auf der Landesstraße zwischen Sommerfeld und Beetz gefordert, Tempo 80 sei wegen der Einmündung zur Bahnhofstraße zu schnell.
Wenn der Ortsbeirat das an mich heranträgt, können wir einen Antrag stellen. Ich sehe aber wenig Hoffnung, dass der Landesbetrieb das mitmacht.

Die Sommerfelder wünschen sich Einkaufsmöglichkeiten. Unterstützen Sie das „Dorv“-Projekt mit einer Art Dorfzentrum?
Ich unterstütze das, aber ob es in Sommerfeld machbar ist, muss sich zeigen. Jetzt sagen viele, dass sie diesen Laden wollen, aber das Konzept sagt ja aus, dass es ehrenamtlich betrieben wird. Wir haben in Sommerfeld zum Beispiel die alte Schule, dort könnte man dem Projekt eine Chance geben, aber nicht wenn es ein Fass ohne Boden ist.

Immer wieder wird gefragt, wie es um mögliche Windräder im Wald nördlich von Hohenbruch steht.
Wir haben eine Stellungnahme abgegeben. Wir wollen selbst einen Flächennutzungsplan ausweisen mit der Maßgabe, dass Windräder nicht höher sein dürfen als 150 Meter. Aber wir müssen etwas machen, ansonsten stellt man uns die Anlagen dort hin, wie sie wollen.

Die Bewohner in Neu-Ludwigsaue wünschen sich einen befestigten Weg aus ihrem kleinen Ort direkt zur Landesstraße. Problem: Es geht auch über Flächen, die schon zu Ostprignitz-Ruppin gehören.
Sie können auch die Straße über Ludwigsaue nutzen. Das Problem ist mir noch nicht bekannt. Am besten ist, die Bewohner wenden sich an den Beetzer Ortsbeirat, da kommt es ins Protokoll, und ich fahre dann mal selbst hin.

Für Ärger sorgt immer wieder der Prignitzexpress. Wie positioniert sich die Stadt Kremmen?
Ich arbeite mit den Stadtverordneten an einer Stellungnahme zum Nahverkehrsplan. Momentan ist die Situation absolut negativ. Wir wollen definitiv die Direktanbindung nach Berlin-Gesundbrunnen. Dass die Durchbindung über Tegel verwirklicht wird, ist man den Bürgern schuldig, und der Bedarf gibt das her. Wir wollen hier ja auch Zuwachs, und dann müssen die Menschen auch eine Möglichkeit haben, direkt mit der Bahn zu uns zu kommen. Außerdem fordern wir, dass ein zweites Gleis gebaut wird, zumindest zwischen Neuruppin und Kremmen.

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Der Wahlkampf geht in die Verlängerung

Dienstag, den 8. November 2016
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Sebastian Busse und Eckard Koop ringen weiter um die Gunst der Kremmener – Klaus-Jürgen Sasse hat sich mit dem Ergebnis abgefunden

MAZ Oberhavel, 8.11.2016

Kremmen.
Am 20. März 2017 ist der letzte Arbeitstag von Klaus-Jürgen Sasse (SPD). Dann endet seine 24-jährige Zeit als Amtsdirektor und Bürgermeister von Kremmen. Ob danach Sebastian Busse (CDU) oder Eckhard Koop (parteilos) auf dem Chefsessel platznehmen werden, entscheidet sich aber erst am Tag der Stichwahl am 27. November.

Der Wahlkampf geht also weiter. „Ein bisschen sind die Leute ja auch gesättigt“, sagt Eckhard Koop, der bei der Wahl am Sonntag auf dem zweiten Platz landete. „Aber persönliche Gespräche helfen da oft.“ Das ist wohl das, was er in den nächsten gut zweieinhalb Wochen tun möchte: reden. Das muss er wohl vor allem auch in Hohenbruch, denn dort hat Koop mit nur 3,6 Prozent das mit Abstand schlechteste Ergebnis erreicht.

Hohenbruch ist aus Sicht von Sebastian Busse ebenfalls die persönliche Schwachstelle. „Da muss ich noch was tun“, sagt er. Allerdings konnte sich im Ortsteil auch Arthur Förster mit mehr als 60 Prozent durchsetzen, und Förster ist nun bei der Stichwahl nicht mehr dabei.

Aus Sicht von Eckhard Koop werde es am 27. November die größte Aufgabe sein, die Leute in Kremmen überhaupt ein zweites Mal an die Wahlurne zu holen, das Interesse hochzuhalten. Insbesondere die müssen animiert werden, die vorher für Sasse oder Förster gestimmt hatten.

Klaus-Jürgen Sasse war am Montag unterdessen wieder einigermaßen guter Dinge. Enttäuscht ist er aber natürlich trotzdem. „Ich bin ja nicht angetreten, um zu verlieren“, sagte er gestern. Andererseits: „Ich hatte ja einen Plan B in der Schublade.“ Der heißt: Seine Rente zu genießen, Zeit für Arbeiten am Haus. „Ich kannte ja das Risiko und habe vorher verdammt lange überlegt, wieder anzutreten.“ So abgewählt zu werden, sei kein schöner Abgang. Auf der anderen Seite, sagte er, habe er ja eine Verpflichtung gegenüber seiner Partei gehabt.
Bis zum 20. März 2017 bleibt Sasse auf jeden Fall noch im Amt. Allerdings kündigte er an, bis dahin keine politischen Entscheidungen mehr zu fällen. „Das ist ja auch logisch“, so Sasse. „Jetzt stehe der Stadt ein kompletter Richtungswechsel vor.“ Politisch könne er jetzt nichts mehr entscheiden oder bewegen.

Wer auch immer am 27. November gewinnt: „Ich wünsche dem neuen Bürgermeister sehr viel Erfolg“, sagte Klaus-Jürgen Sasse.

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Bürgermeisterwahl in Kremmen: Endlich zu Potte kommen

Donnerstag, den 20. Oktober 2016
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(1) -> 15.10.2016

Die Kremmener Bürgermeister-Kandidaten im Check – Teil 2: Arthur Förster (UWG/LGU) will frischen Wind ins Rathaus bringen

MAZ Oberhavel, 20.10.2016

Kremmen.
Selbstbewusst ist er, der Arthur Förster. Er wolle frischen Wind ins Rathaus bringen, sagte er neulich bei einer Podiumsdiskussion in Kremmen. Dabei ist er gerade mal sieben Monate jünger als der jetzige Amtsinhaber. Dennoch will der 64-jährige Hohenbrucher Bürgermeister von Kremmen werden. Er tritt zur Wahl am 6. November an. Und er hat Chancen: Bei der Wahl 2008 schaffte er es in die Stichwahl.

Arthur Förster, verheiratet, zwei Kinder, zwei Enkel, sitzt im Kremmener Stadtparlament in der Fraktion UWG/LGU. Das bedeutet: Unabhängige Wählergemeinschaft / Landwirtschaft, Gartenbau, Umwelt. Gemeindevertreter ist er seit 1974. „Da habe ich viel gelernt, und es macht mir großen Spaß“, sagt er. „Als Bürgermeister kann ich aber noch viel mehr bewegen.“ Und da hat er so einiges vor.

Ein ganz großes Stichwort: Bürgernähe. Wenn er Rathauschef werden sollte, will er Bürgersprechstunden einführen – in jedem Ortsteil. „Da muss man behutsam anfangen, denn das ist ja viel Arbeit.“ Einmal im Monat will er überall präsent sein. Er will nach Vorbild des Seniorenbeirates weitere Bürgergremien – für Kinder, Kultur und Umwelt. Seine Fraktion hat das Thema in Kremmen schon in Gang gesetzt. Ein weiteres Augenmerk richtet er auf die Straßen und Wege in Kremmen. Vor allem: die schon vorhandenen Wege erhalten. „Zum Beispiel die Straße von Hohenbruch nach Sommerswalde, die wurde immer wieder hinausgeschoben.“ Bislang hieß es immer, dass der Verkehr dort zu gering sei, aber Arthur Förster widerspricht vehement: „Da fahrt keiner lang? Das ist immer schnell gesagt, viele Touristen sind da unterwegs und auch Radfahrer. Außerdem ist das die Verbindung zur Nachbargemeinde Oberkrämer.“

Auch eine neue Feuerwache für Kremmen sei notwendig. „Wo, das müssen wir dann schauen“, sagt er. Der Radwegbau zwischen Hohenbruch und Sommerfeld und zwischen Beetz und Ludwigsaue stehen auf seiner Agenda. Darüber hinaus die Neugestaltung des Sommerfelder Bahnhofsvorplatzes und des Kremmener Stadtparks. Und die Groß-Ziethener Dorfstraße? „Ich weiß auch nicht, warum die da nicht zu Potte kommen“, sagt Arthur Förster.
Die Schaffung von Bauland ist dem Hohenbrucher ebenfalls wichtig. „Bauen in zweiter Reihe, viele Grundstücke würden das hergeben.“ Er selbst lebt es vor, auf seinem Grundstück wurde hinten der Stall ausgebaut. „Da gibt es Potenzial.“ Der Bedarf sei vorhanden, am meisten in Kremmen selbst. Das würde auch die Wirtschaft beflügeln. Arthur Förster möchte weitere Gewerbegebiete – zum Beispiel an der Berliner Chaussee am Kremmener Ortsausgang.
Etablieren möchte er in Kremmen auch den sanften Tourismus. Mit einer Brücke am Kanal Richtung Kremmener See oder einer Kanuausleihstation am Kanal. Kooperationen mit dem Storchen- und Kranichdorf Linum hält er auch für sinnvoll. Windkraft im Wald lehnt er dagegen ab.

Den Job im Rathaus traut er sich zu. „Ich habe einen pädagogischen Abschluss als Lehrmeister“, sagt er. Bei der KFL, einem Landtechnikbetrieb in Oranienburg, hatte er einst 30 Leute unter sich. Seine Schlosserei, die er seit zehn Jahren betreibt, würde er für den Fall der Fälle an den Sohn weitergeben.
Eine Amtszeit möchte er im Rathaus sitzen. „Dann sollte man wirklich mal loslassen“, sagt er, „und die Jugend ranlassen.“

Loslassen – das kann er jetzt schon, wenn auch eher selten. Kommunalpolitik, seine Firma, viel Zeit bleibt da nicht, und sein Körper hatte ihm zwischendurch auch schon deutliche Grenzen aufgezeigt. Aber ihm geht es wieder blendend, sagt er. „Wir haben einen Hund, und die Zeit nehmen wir uns dann für Spaziergänge.“ Am liebsten in den Wald.

*

Zur Person: Arthur Förster, geboren am 29. November 1951 in Groß-Ziethen. Seit 1958 lebt er in Hohenbruch. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und zwei Enkel.

Beruf: Er ist gelernter Schiffsbetriebsschlosser. Inzwischen betreibt er in Orion eine Schlosserei.

Politik: Seit 1974 ist er Gemeindevertreter, zunächst in Hohenbruch, jetzt in Kremmen. Er sitzt in zwei Ausschüssen, ist Ortsvorsteher in Hohenbruch.

Hauptziele : Bürgernähe und gelebte Demokratie, Aufbau und Erhalt der Infrastruktur, Schaffung von Bauland, Ausbau des sanften Tourismus.

Die Wahl: Am 6. November wählen die Kremmener. Vier Kandidaten stellen sich zur Wahl.

Die Serie: Die MAZ stellt die Kandidaten in alphabetischer Reihenfolge vor. Schon erschienen: Sebastian Busse (CDU). Es folgen Eckhard Koop (partelos) und Klaus-Jürgen Sasse (SPD).

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Stille Beobachter am Straßenrand

Mittwoch, den 14. September 2016
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Nachts ist auf den Straßen nichts los? Das ist ein Trugschluss – zumindest neben den Straßen ist an einigen Stellen nämlich mächtig was los. Wer mal im Dunkeln zwischen Sommerfeld und Hohenbruch unterwegs ist, weiß Bescheid.

Neulich Nacht, irgendwann nach halb drei: Direkt hinter dem Sommerfelder Ortsausgang sammelte sich gerade eine ganze Herde mit Rehen auf dem Feld. Glücklicherweise hatten die gerade nicht vor, die Straße zu überqueren, das wäre nicht gut ausgegangen.
Nur wenige hundert Meter weiter, kurz vor der Mini-Ortschaft Schleuensches Luch: Noch mehr Tierpark-Impressionen – eine noch größere Reh-Herde. Sah aber ebenfalls ganz friedlich aus. Auf der anderen Straßenseite wartete dafür ein Hirsch mit riesigem Geweih darauf, dass man ihn beachtet.

Hinzu kamen noch ein Fuchs, der über die Straße rannte, ein Dachs in Hohenbruch und eine kleine Katze. Nein, dass man nachts alleine im Straßenverkehr ist – das ist wirklich eine falsche Behauptung.