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Sein Stil: Da sein, viel lesen, alles auf den Tisch bekommen

Freitag, den 24. November 2017
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Kremmens Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) über seine Artr zu arbeiten – Pläne für die alte Schulsporthalle, den Radweg nach Ludwigsaue und Forderungen an die Bahn

MAZ Oberhavel, 24.11.2017

Kremmen.
Bis 2. Dezember läuft in der MAZ noch die Reihe „MAZ zu Hause in Kremmen“. Deshalb baten wir auch Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) zu einem Gespräch.

Sie sind jetzt acht Monate im Amt. Wie fühlt es sich an?
Sebastian Busse: Es fühlte sich von Anfang an richtig an. Ich fühlte mich nie fremd und bin auch von den Mitarbeitern im Rathaus herzlichst aufgenommen worden. Von Anfang an war es mein Ziel, viel miteinander zu sprechen. Mir ist es wichtig, da zu sein, viel zu lesen, alles auf den Tisch zu bekommen und dass die Menschen meinen Stil verstehen.

Ihr Stil?
Ja. Zielstrebig, organisiert, ergebnisorientiert, zuverlässig.

Aber gibt es auch Punkte, wo Sie sagen, es ist schwieriger als gedacht?
Ja, klar. Mal schnell eine Firma anrufen und sagen „Könnt ihr mal kommen?“, so einfach geht das nicht. Da gibt es das Kommunalvergabegesetz, das hat zum Beispiel der Wirbel um das Sommerfelder Feuerwehrfahrzeug gezeigt. Mit der Bürokratie der Vergaberichtlinien blockieren wir uns in manchen Fällen selbst. Manches dauert länger, bis man damit zu Ende ist. Es ist wichtig, sich in meiner Position mit den Gesetzen auseinanderzusetzen, einiges ist doch nicht so einfach umsetzbar, wie ich vielleicht dachte.

In den vergangenen Monaten gab es Situationen, wo Sie schon getätigte Aussagen zurückgenommen haben.
Man lernt ja aus jeder Situation, egal ob positiv oder negativ. Ich bin dabei Erfahrungen zu sammeln, ich sammele sie jeden Tag und bin gewillt, die auch anzunehmen. Ich weiß, man muss erst mal drüber nachdenken, bevor man eine Antwort gibt. Ich möchte schnell helfen, aber das geht eben nicht immer.

Man sieht Sie oft auch in den Ortsbeiratssitzungen. Welchen Eindruck haben Sie von den Ortsteilen?
Jedes Dorf ist abhängig von seinen Einwohnern. Das Ehrenamt muss sehr groß geschrieben werden. In Sommerfeld gibt es sehr engagierte Bewohner, die den Ortsbeirat sehr unterstützen, da merkt man den Zusammenhalt der Leute – auch bei der 775-Jahr-Feier im Sommer. In Groß-Ziethen haben wir beim Schlaglochgolf gemerkt, dass sich alle Ortsteile gemeinsam für eine Sache einsetzen. Staffelde hat seine Feste und Vereine, und Flatow hat mit Gert Dietrich einen der engagiertesten Ortsvorsteher, da hat es jeder Nachfolger mal sehr schwer. Auch in Hohenbruch gehe ich gern in die Ortsbeiratssitzungen. Ich lade außerdem alle Ortsvorsteher einmal im Quartal zu mir ein, um Probleme anzusprechen. Und Lösungen zu finden.

Eine große Baustelle wird im kommenden Jahr die alte Schulsporthalle in Kremmen.
Wir wollen 2018 den ersten Bauabschnitt vollbringen, mit der kompletten Außenhülle, der Verglasung, dem Dach und der Fassade. Das kostet etwa 400.000 Euro. 2019 folgt der zweite Bauabschnitt mit den Innenarbeiten, da kommen 250.000 Euro hinzu. Ich hoffe, die Halle steht zum Schuljahresbeginn im August 2018 wieder zur Verfügung, und ich bin sehr glücklich, dass wir das so entschieden haben.

Wie geht es weiter an der Alten Dorfstraße in Groß-Ziethen?
Wir haben die Genehmigungsplanung beauftragt, die liegt uns noch nicht vor. Das Geld ist im Haushalt 2018 eingestellt. Ziel ist es, 2018 die Arbeiten an den Seitenstreifen zu vollbringen. Ich habe gedacht, dass wir das noch in diesem Jahr hinbekommen, das ist ein großer Tiefschlag gewesen, dass das doch nicht so schnell umsetzbar ist. Aber wir müssen sehen, was wir machen können, denn wir sind ja danach auch zuständig für dortige Reparaturen, und wir gehen das Risiko ein, dass, wenn doch mal die Straße gemacht wird, wieder alles hin ist.

Wann gibt es Entscheidungen rund um das Klubhaus am Marktplatz?
Wir haben Studenten der Potsdamer Fachhochschule das Klubhaus gezeigt, sie haben ein Konzept in die Hand bekommen. Die 17 Studenten sollen drei Gruppen bilden und Vorschläge einreichen. Am 17. Januar gibt es eine Präsentation in der Schulaula, dann gibt es eine Jury, die entscheidet, welcher Plan der Verwaltung vorgeschlagen wird.

Ein weiteres Großprojekt könnte die neue Feuerwache werden. Klar ist, sie wird nicht auf einer Wiese am Schlossdamm gebaut. Wo stattdessen?
Es gibt schon neue Gespräche, aber ich habe noch nichts in der Hand, um konkret zu werden. Klar ist aber, dass Kremmen das finanziell nicht aus eigener Kraft stemmen kann. Wenn wir Fördermittel bekommen, wäre es möglich oder mit einem dreijährigen Kurzzeitkredit.

Ein aktueller Streitpunkt sind die Baumscheiben in der Berliner Straße.
Ich kann das größtenteils nachempfinden. Aber dennoch werden wir nicht morgen die Baumscheiben zurückbauen, es sind erst mal andere Dinge abzuwarten, vielleicht ist das ja auch mit einem Parkverbot zu händeln. Ich kann keine Unfallgefahr erkennen, nur, dass die Leute oft keine Zeit haben und nicht den entgegenkommenden Verkehr abwarten.

Wann kommt der Radweg von Beetz nach Ludwigsaue?
Ich sehe nur die Möglichkeit, mit Fördermitteln einen Weg über den ländlichen Wegebau zu bekommen. Eine Strecke von circa drei Kilometern ist noch offen, der Rest ist schon ausgebaut. Würden wir einen Radweg entlang der Landesstraße bauen, würden wir dafür keine Fördermittel bekommen. Ohne Fördermittel können wir es uns nicht leisten. So denken wir auch darüber nach, den Weg von Kremmen nach Verlorenort zu erschließen – auch über den ländlichen Wegebau, das sind die Felder, wo die Möglichkeit besteht, Gelder zu bekommen. Aber da ist noch nichts klar.

Im Zuge unserer Serie „MAZ zu Hause in Kremmen“ haben wir auch Leserfragen bekommen. So wird ein neues Tempolimit auf der Landesstraße zwischen Sommerfeld und Beetz gefordert, Tempo 80 sei wegen der Einmündung zur Bahnhofstraße zu schnell.
Wenn der Ortsbeirat das an mich heranträgt, können wir einen Antrag stellen. Ich sehe aber wenig Hoffnung, dass der Landesbetrieb das mitmacht.

Die Sommerfelder wünschen sich Einkaufsmöglichkeiten. Unterstützen Sie das „Dorv“-Projekt mit einer Art Dorfzentrum?
Ich unterstütze das, aber ob es in Sommerfeld machbar ist, muss sich zeigen. Jetzt sagen viele, dass sie diesen Laden wollen, aber das Konzept sagt ja aus, dass es ehrenamtlich betrieben wird. Wir haben in Sommerfeld zum Beispiel die alte Schule, dort könnte man dem Projekt eine Chance geben, aber nicht wenn es ein Fass ohne Boden ist.

Immer wieder wird gefragt, wie es um mögliche Windräder im Wald nördlich von Hohenbruch steht.
Wir haben eine Stellungnahme abgegeben. Wir wollen selbst einen Flächennutzungsplan ausweisen mit der Maßgabe, dass Windräder nicht höher sein dürfen als 150 Meter. Aber wir müssen etwas machen, ansonsten stellt man uns die Anlagen dort hin, wie sie wollen.

Die Bewohner in Neu-Ludwigsaue wünschen sich einen befestigten Weg aus ihrem kleinen Ort direkt zur Landesstraße. Problem: Es geht auch über Flächen, die schon zu Ostprignitz-Ruppin gehören.
Sie können auch die Straße über Ludwigsaue nutzen. Das Problem ist mir noch nicht bekannt. Am besten ist, die Bewohner wenden sich an den Beetzer Ortsbeirat, da kommt es ins Protokoll, und ich fahre dann mal selbst hin.

Für Ärger sorgt immer wieder der Prignitzexpress. Wie positioniert sich die Stadt Kremmen?
Ich arbeite mit den Stadtverordneten an einer Stellungnahme zum Nahverkehrsplan. Momentan ist die Situation absolut negativ. Wir wollen definitiv die Direktanbindung nach Berlin-Gesundbrunnen. Dass die Durchbindung über Tegel verwirklicht wird, ist man den Bürgern schuldig, und der Bedarf gibt das her. Wir wollen hier ja auch Zuwachs, und dann müssen die Menschen auch eine Möglichkeit haben, direkt mit der Bahn zu uns zu kommen. Außerdem fordern wir, dass ein zweites Gleis gebaut wird, zumindest zwischen Neuruppin und Kremmen.

aRTikel

Der Wahlkampf geht in die Verlängerung

Dienstag, den 8. November 2016
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Sebastian Busse und Eckard Koop ringen weiter um die Gunst der Kremmener – Klaus-Jürgen Sasse hat sich mit dem Ergebnis abgefunden

MAZ Oberhavel, 8.11.2016

Kremmen.
Am 20. März 2017 ist der letzte Arbeitstag von Klaus-Jürgen Sasse (SPD). Dann endet seine 24-jährige Zeit als Amtsdirektor und Bürgermeister von Kremmen. Ob danach Sebastian Busse (CDU) oder Eckhard Koop (parteilos) auf dem Chefsessel platznehmen werden, entscheidet sich aber erst am Tag der Stichwahl am 27. November.

Der Wahlkampf geht also weiter. „Ein bisschen sind die Leute ja auch gesättigt“, sagt Eckhard Koop, der bei der Wahl am Sonntag auf dem zweiten Platz landete. „Aber persönliche Gespräche helfen da oft.“ Das ist wohl das, was er in den nächsten gut zweieinhalb Wochen tun möchte: reden. Das muss er wohl vor allem auch in Hohenbruch, denn dort hat Koop mit nur 3,6 Prozent das mit Abstand schlechteste Ergebnis erreicht.

Hohenbruch ist aus Sicht von Sebastian Busse ebenfalls die persönliche Schwachstelle. „Da muss ich noch was tun“, sagt er. Allerdings konnte sich im Ortsteil auch Arthur Förster mit mehr als 60 Prozent durchsetzen, und Förster ist nun bei der Stichwahl nicht mehr dabei.

Aus Sicht von Eckhard Koop werde es am 27. November die größte Aufgabe sein, die Leute in Kremmen überhaupt ein zweites Mal an die Wahlurne zu holen, das Interesse hochzuhalten. Insbesondere die müssen animiert werden, die vorher für Sasse oder Förster gestimmt hatten.

Klaus-Jürgen Sasse war am Montag unterdessen wieder einigermaßen guter Dinge. Enttäuscht ist er aber natürlich trotzdem. „Ich bin ja nicht angetreten, um zu verlieren“, sagte er gestern. Andererseits: „Ich hatte ja einen Plan B in der Schublade.“ Der heißt: Seine Rente zu genießen, Zeit für Arbeiten am Haus. „Ich kannte ja das Risiko und habe vorher verdammt lange überlegt, wieder anzutreten.“ So abgewählt zu werden, sei kein schöner Abgang. Auf der anderen Seite, sagte er, habe er ja eine Verpflichtung gegenüber seiner Partei gehabt.
Bis zum 20. März 2017 bleibt Sasse auf jeden Fall noch im Amt. Allerdings kündigte er an, bis dahin keine politischen Entscheidungen mehr zu fällen. „Das ist ja auch logisch“, so Sasse. „Jetzt stehe der Stadt ein kompletter Richtungswechsel vor.“ Politisch könne er jetzt nichts mehr entscheiden oder bewegen.

Wer auch immer am 27. November gewinnt: „Ich wünsche dem neuen Bürgermeister sehr viel Erfolg“, sagte Klaus-Jürgen Sasse.

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Bürgermeisterwahl in Kremmen: Endlich zu Potte kommen

Donnerstag, den 20. Oktober 2016
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(1) -> 15.10.2016

Die Kremmener Bürgermeister-Kandidaten im Check – Teil 2: Arthur Förster (UWG/LGU) will frischen Wind ins Rathaus bringen

MAZ Oberhavel, 20.10.2016

Kremmen.
Selbstbewusst ist er, der Arthur Förster. Er wolle frischen Wind ins Rathaus bringen, sagte er neulich bei einer Podiumsdiskussion in Kremmen. Dabei ist er gerade mal sieben Monate jünger als der jetzige Amtsinhaber. Dennoch will der 64-jährige Hohenbrucher Bürgermeister von Kremmen werden. Er tritt zur Wahl am 6. November an. Und er hat Chancen: Bei der Wahl 2008 schaffte er es in die Stichwahl.

Arthur Förster, verheiratet, zwei Kinder, zwei Enkel, sitzt im Kremmener Stadtparlament in der Fraktion UWG/LGU. Das bedeutet: Unabhängige Wählergemeinschaft / Landwirtschaft, Gartenbau, Umwelt. Gemeindevertreter ist er seit 1974. „Da habe ich viel gelernt, und es macht mir großen Spaß“, sagt er. „Als Bürgermeister kann ich aber noch viel mehr bewegen.“ Und da hat er so einiges vor.

Ein ganz großes Stichwort: Bürgernähe. Wenn er Rathauschef werden sollte, will er Bürgersprechstunden einführen – in jedem Ortsteil. „Da muss man behutsam anfangen, denn das ist ja viel Arbeit.“ Einmal im Monat will er überall präsent sein. Er will nach Vorbild des Seniorenbeirates weitere Bürgergremien – für Kinder, Kultur und Umwelt. Seine Fraktion hat das Thema in Kremmen schon in Gang gesetzt. Ein weiteres Augenmerk richtet er auf die Straßen und Wege in Kremmen. Vor allem: die schon vorhandenen Wege erhalten. „Zum Beispiel die Straße von Hohenbruch nach Sommerswalde, die wurde immer wieder hinausgeschoben.“ Bislang hieß es immer, dass der Verkehr dort zu gering sei, aber Arthur Förster widerspricht vehement: „Da fahrt keiner lang? Das ist immer schnell gesagt, viele Touristen sind da unterwegs und auch Radfahrer. Außerdem ist das die Verbindung zur Nachbargemeinde Oberkrämer.“

Auch eine neue Feuerwache für Kremmen sei notwendig. „Wo, das müssen wir dann schauen“, sagt er. Der Radwegbau zwischen Hohenbruch und Sommerfeld und zwischen Beetz und Ludwigsaue stehen auf seiner Agenda. Darüber hinaus die Neugestaltung des Sommerfelder Bahnhofsvorplatzes und des Kremmener Stadtparks. Und die Groß-Ziethener Dorfstraße? „Ich weiß auch nicht, warum die da nicht zu Potte kommen“, sagt Arthur Förster.
Die Schaffung von Bauland ist dem Hohenbrucher ebenfalls wichtig. „Bauen in zweiter Reihe, viele Grundstücke würden das hergeben.“ Er selbst lebt es vor, auf seinem Grundstück wurde hinten der Stall ausgebaut. „Da gibt es Potenzial.“ Der Bedarf sei vorhanden, am meisten in Kremmen selbst. Das würde auch die Wirtschaft beflügeln. Arthur Förster möchte weitere Gewerbegebiete – zum Beispiel an der Berliner Chaussee am Kremmener Ortsausgang.
Etablieren möchte er in Kremmen auch den sanften Tourismus. Mit einer Brücke am Kanal Richtung Kremmener See oder einer Kanuausleihstation am Kanal. Kooperationen mit dem Storchen- und Kranichdorf Linum hält er auch für sinnvoll. Windkraft im Wald lehnt er dagegen ab.

Den Job im Rathaus traut er sich zu. „Ich habe einen pädagogischen Abschluss als Lehrmeister“, sagt er. Bei der KFL, einem Landtechnikbetrieb in Oranienburg, hatte er einst 30 Leute unter sich. Seine Schlosserei, die er seit zehn Jahren betreibt, würde er für den Fall der Fälle an den Sohn weitergeben.
Eine Amtszeit möchte er im Rathaus sitzen. „Dann sollte man wirklich mal loslassen“, sagt er, „und die Jugend ranlassen.“

Loslassen – das kann er jetzt schon, wenn auch eher selten. Kommunalpolitik, seine Firma, viel Zeit bleibt da nicht, und sein Körper hatte ihm zwischendurch auch schon deutliche Grenzen aufgezeigt. Aber ihm geht es wieder blendend, sagt er. „Wir haben einen Hund, und die Zeit nehmen wir uns dann für Spaziergänge.“ Am liebsten in den Wald.

*

Zur Person: Arthur Förster, geboren am 29. November 1951 in Groß-Ziethen. Seit 1958 lebt er in Hohenbruch. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und zwei Enkel.

Beruf: Er ist gelernter Schiffsbetriebsschlosser. Inzwischen betreibt er in Orion eine Schlosserei.

Politik: Seit 1974 ist er Gemeindevertreter, zunächst in Hohenbruch, jetzt in Kremmen. Er sitzt in zwei Ausschüssen, ist Ortsvorsteher in Hohenbruch.

Hauptziele : Bürgernähe und gelebte Demokratie, Aufbau und Erhalt der Infrastruktur, Schaffung von Bauland, Ausbau des sanften Tourismus.

Die Wahl: Am 6. November wählen die Kremmener. Vier Kandidaten stellen sich zur Wahl.

Die Serie: Die MAZ stellt die Kandidaten in alphabetischer Reihenfolge vor. Schon erschienen: Sebastian Busse (CDU). Es folgen Eckhard Koop (partelos) und Klaus-Jürgen Sasse (SPD).

RTelenovela

Stille Beobachter am Straßenrand

Mittwoch, den 14. September 2016
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Nachts ist auf den Straßen nichts los? Das ist ein Trugschluss – zumindest neben den Straßen ist an einigen Stellen nämlich mächtig was los. Wer mal im Dunkeln zwischen Sommerfeld und Hohenbruch unterwegs ist, weiß Bescheid.

Neulich Nacht, irgendwann nach halb drei: Direkt hinter dem Sommerfelder Ortsausgang sammelte sich gerade eine ganze Herde mit Rehen auf dem Feld. Glücklicherweise hatten die gerade nicht vor, die Straße zu überqueren, das wäre nicht gut ausgegangen.
Nur wenige hundert Meter weiter, kurz vor der Mini-Ortschaft Schleuensches Luch: Noch mehr Tierpark-Impressionen – eine noch größere Reh-Herde. Sah aber ebenfalls ganz friedlich aus. Auf der anderen Straßenseite wartete dafür ein Hirsch mit riesigem Geweih darauf, dass man ihn beachtet.

Hinzu kamen noch ein Fuchs, der über die Straße rannte, ein Dachs in Hohenbruch und eine kleine Katze. Nein, dass man nachts alleine im Straßenverkehr ist – das ist wirklich eine falsche Behauptung.

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Die Hohenbrucher Orgel produziert schiefe Töne

Donnerstag, den 12. Mai 2016
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Das Instrument soll im Juli repariert werden, doch dafür werden noch Spenden benötigt

MAZ Oberhavel, 12.5.2016

Hohenbruch.
Wenn Stefan Freitag in der Hohenbrucher Kirche auf der Orgel spielt, dann schleicht sich in die Musik immer mal wieder ein falscher Ton ein. Und das nicht, weil sich der Organist verspielt, sondern weil die Orgel dringend saniert werden muss. „Um so höher die Töne werden, desto kleiner werden die Pfeifen und machen sich die Schäden schlimmer bemerkbar“, erzählt er.

Im kommenden Jahr wird die Hohenbrucher Orgel 200 Jahre alt. Erbaut wurde sie 1817 vom Instrumentenmacher und Bäckermeister Tobias Thurley aus Treuenbrietzen. Damals stand sie noch im alten Kirchengebäude. Die jetzige Kirche wurde 1870 bis 1872 erbaut, dorthin wanderte dann auch die Orgel an ihren heutigen Platz. In den Jahren 1928 und 1970 ist sie überholt worden. Alle zwei Wochen, wenn in der evangelisch-reformierten Gemeinde ein Gottesdienst stattfindet, wird sie gespielt. Die Kirchenbesucher hören also, dass Bauarbeiten am Instrument dringend notwendig sind.

Stefan Freitag drückt auf die Tasten der Orgel. „Hören Sie? Der Ton macht nicht, was er soll.“ Nur ganz leise ist etwas zu hören. „Und diese Fehler stören natürlich beim Spielen.“ Der Organist aus Brandenburg an der Havel spielt Orgel seit er ein Kind war. Schon mit acht Jahren spielte er bei Gottesdiensten, die sein Vater geleitet hatte. „Den ersten Unterricht hatte ich aber erst, als ich zehn war.“
Da die Hohenbrucher momentan keinen eigenen Organisten haben, kommt der Brandenburger ab und zu in den Kremmener Ortsteil – zumal die Gemeinde mit Brandenburg an der Havel einen gemeinsamen Pfarrsprengel bildet. „Es gibt aber auch mehrere Hohenbrucher, die hier auf der Orgel spielen.“
Stefan Freitag schätzt das Instrument sehr. „Das hier ist eine mechanische Orgel, da muss man noch richtig auf die Tasten draufdrücken, dass was kommt .“ Es gebe Orgeln, da würden einem danach die Finger wehtun. „Hier geht das aber noch.“ Ein spezielles Lieblingslied hat Stefan Freitag nicht. „Es muss zur Aussage des Gottesdienstes passen“, findet er. Das sei die Hauptsache.

Nun aber muss die Orgel auf den Prüfstand. „Die komplette Mechanik muss durchgesehen werden“, sagt Stefan Freitag. Jede Taste – oben 48, unten 27 – habe ihre eigene Mechanik. Das Pfeifenwerk werde komplett ausgebaut, inklusive aller 417 Pfeifen. Sie würden überarbeitet und gereinigt. Eine Firma aus Plau am See (Mecklenburg-Vorpommern) übernimmt dies.
Die Kosten werden momentan auf 4000 bis 5000 Euro geschätzt. „Allerdings sieht man ja viele Fehler erst, wenn alles auseinander gebaut ist“, sagt der Organist. Für die Restaurierung werden in Hohenbruch deshalb Spenden gesammelt. „Etwa 2000 Euro haben wir schon zusammen“, sagt Pfarrer Malte Koopmann. Es wird bei allen Gottesdiensten gesammelt, bei Feiern oder anderen Gelegenheiten.

Voraussichtlich im Juli sollen die Bauarbeiten über die Bühne gehen. „Der Orgelbauer rechnet bloß mit drei bis vier Arbeitstagen“, sagt Stefan Freitag. Das sei quasi zwischen zwei Gottesdiensten zu schaffen. Für den Sonnabend, 3. September, sei dann ein Konzert geplant, um die Reparatur der Orgel zu feiern. Andreas Hetze, der Organist der evangelisch-reformierten Schlosskirchengemeinde in Berlin-Köpenick, ist dann in Hohenbruch zu Gast, um ab 17 Uhr auf der Orgel zu spielen. Wenn das Instrument im kommenden Jahr den 200. Geburtstag feiert, sind auch mehrere Konzerte geplant, sagt Stefan Freitag.
In der Kirche in Hohenbruch könnten Interessierte für die Orgel spenden. Am Eingang sind entsprechende Boxen aufgebaut. Informationen gibt es auch über die Gemeindebüros in Hohenbruch und Brandenburg an der Havel.

Kontakt: Mehr Infos gibt es unter Tel. 033051/2 52 27 oder Tel. 03381/ 20 02 00 (Anrufbeantworter).

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40 Jahre im Dienst: Tante Hahn grüßt ihre Kollegin Elke

Samstag, den 1. August 2015
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Die Kita-Leiterinnen in Hohenbruch und Sommerfeld feierten gestern ihr großes Jubiläum

MAZ Oranienburg, 1.8.2015

KREMMEN
Sie sind gemeinsam zur Schule gegangen und haben zusammen studiert. Inzwischen sind sie beide Leiterinnen einer Kita. Und nun haben sie auch am selben Tag ihr großes Jubiläum gefeiert. Anita Hahn und Elke Schilling feierten gestern Vormittag ihr jeweiliges 40. Dienstjubiläum.

Beide arbeiten sie seit vier Jahrzehnten: Anita Hahn in der „Villa Sonnenschein“ im Kremmener Ortsteil Hohenbruch, Elke Schilling in der „Villa Kunterbunt“ in Sommerfeld. In beiden Häusern fanden gestern Glückwunschfeiern statt, und natürlich ließ die Hohenbrucherin Grüße nach Sommerfeld ausrichten.

Als Anita Hahn 1975 in Hohenbruch ihren Dienst antrat, da war sie noch mit Schürze und Desinfektion unterwegs, so heiß es gestern in de Laudatio für sie. Mit viel Liebe habe sie sich um die Kinder gekümmert, sie habe aber immer auch Grenzen gesetzt, so hieß es weiter. „40 Jahre Tag für Tag für die Kinder“, und immer habe Anita Hahn versucht, für Probleme eine Lösung zu finden. „Du hast 100 Prozent gegeben mit Kraft und Begeisterung“, so endete die Laudatio. „Das war schon immer mein Ding, mit Kindern zu arbeiten“, erzählte Anita Hahn, die von den Kindern meist „Tante Hahn“ genannt wird. „Das kann man nicht lernen. Man hat es oder man hat es nicht.“ Die Arbeit in der Kita auf dem Dorf habe ihr immer Spaß gemacht. „Hier ist es sehr persönlich. Immer wieder kommen Eltern, die hier im Ort groß geworden sind und die ich damals schon betreut habe.“ Sie könne sich zum Beispiel nicht vorstellen, in der Stadt zu arbeiten.
Die Feier ist weitgehend geheim gehalten worden. „Als ich ankam, war der Tisch schon gedeckt“, so Anita Hahn mit einem Schmunzeln. „Das haben Kollegen und Eltern still und heimlich organisiert.“

Ganz verheimlicht werden konnten die beiden Feiern allerdings nicht, dafür sorgten schon die Presseanfragen im Vorfeld. „Da wusste ich schon, dass da was kommt“, erzählte Elke Schilling. In der Sommerfelder Kita gab es auch ihr zu Ehren ein Fest. „Die Jahre sind vergangen wie im Flug“, sagte sie. „Ich habe hier so viele schöne Momente erlebt, das empfindet man gar nicht als so lange.“
Als sie am 1. August 1975 in Sommerfeld ihren Dienst antrat, war sie gleich die neue Leiterin des Kindergartens. „Ein bisschen mulmig war mir damals schon“, erinnerte sie sich. „Aber ich hatte ein ganz tolles Team, wir haben immer zusammengehalten.“
Auch sie wird immer wieder von Sommerfeldern und Beetzern angesprochen, immerhin gingen ganze Generationen bei ihr und ihren Kolleginnen in die Kita. „Das ist wirklich ein schönes Gefühl“, so Elke Schilling.
„Sie bleibt bei all dem Stress, den es ja hier auch gibt, immer natürlich“, sagte ihre Kollegin Sybille Kneist. „Sie hat viele Jahre lang für Verbesserungen in der Kita gekämpft – und das mit Erfolg.“ Als sie 1975 in Sommerfeld anfing, da musste sie im Winter immer erst den Ofen anfeuern. Längst vergangene Zeiten. „Heute können wir den Kindern viel mehr bieten“, sagte Elke Schilling. „Zum Glück haben wir jetzt viel mehr Möglichkeiten als früher.“ Fünf Jahre wird Elke Schilling noch arbeiten, dann geht sie in den Ruhestand.

Zu den Feiern in Hohenbruch und Sommerfeld kamen auch viele Eltern und einige Vertreter der Stadt Kremmen. Ortsvorsteher Arthur Förster kam in die „Villa Sonnenschein“, um Anita Hahn zu gratulieren. In Sommerfeld war Reiner Tietz, Mitglied im Ortsbeirat, in der „Villa Kunterbunt“.

Anita Hahn hat jetzt erst mal Urlaub. Die Hohenbrucher Kita verabschiedet sich in die Sommerpause. Elke Schilling muss dagegen noch eine Woche arbeiten, dann hat auch sie erst einmal Urlaub.

RTelenovela

Snorres Versteckspiel

Freitag, den 6. März 2015
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Snorre war als Baby eher scheu. Er hatte keine Lust auf seinen Pressetermin. Er hasste es, sich fotografieren zu lassen. Er trieb sich lieber in den Büschen rum oder ging im Wald spazieren – immer in Sichtweite zu Mama und Papa.
Aber mit der Scheu scheint es nun vorbei zu sein.

Snorre ist ein Elch. Er ist jetzt knapp zehn Monate alt und lebt im kleinen Tierpark in Hohenbruch. Als er gebnoren worden ist, durften die Leser der MAZ über seinen Namen entscheiden. Es wurde Snorre.
Als wir zur Namensweihe kamen, fehlte der wichtigste von allen.

Erst jetzt habe ich den Kleinen erstmals zu Gesicht bekommen. Als ich Dienstag in Hohenbruch war, lag er direkt am Gehegezaun und guckte mich an. Ich stieg aus dem Auto und machte erst mal fix ein Foto. Neugierig und auch ein bisschen unsicher beobachtete er mich. Auf dem Foto sieht es aus, als streckt er mir die Zunge raus.
Er ist schon recht groß geworden, aber wenn man daneben Papa Carl-Gustav sieht, weiß man: Da geht noch was.

Snorre kann man übrigens immer besuchen, und es kostet auch nichts. Es gibt aber keine Garantie, dass man ihn auch sieht: Sein Gelände ist so groß, dass es sein kann, dass er außer Sichtweite unterwegs ist.