aRTikel

Chronik Kremmen 2021

Freitag, den 31. Dezember 2021
Tags: , , , , , , , ,

MAZ Oberhavel, 31.12.2021

Chronik Kremmen
Januar: In Sommerfeld wird an der Sana-Klinik eine Pandemie-Station eingerichtet. +++ Corona-Inzidenz über 200: Wer Kremmen in Richtung Ostprignitz-Ruppin verlassen will, muss einen 15-Kilometer-Radius einhalten. +++ Bürgermeister Busse wird am Blinddarm operiert.

Februar: Der Salon Silke am Marktplatz in Kremmen schließt. +++ Ein Wolf in Kremmen? Entsprechende Infos zu einem Video erweisen sich als Fake. +++ Die Beetzer feiern den Karneval auf Youtube. +++ Kämmerei und Hauptamt werden zusammengelegt. +++ In der Berliner Straße brennt eine Lagerhalle.

März: Jugendkoordinator Danny See verlässt die Stadt. Nachfolgerin wird Simone Buttgereit. +++ Die Bibliothek zieht an den Marktplatz. +++ Flatows Ortschef Gert Dietrich hadert 20 Jahre nach der Eingemeindung immer noch damit, dass sein Dorf nun zu Kremmen gehört.

April: Kremmen hat nun einen Osterbrunnen. +++ Die Sanierung der Groß-Ziethener Kirche wird teurer – die Gemeinde bittet um Spenden. +++ Ein Corona-Testzentrum öffnet in der Stadtparkhalle. +++ Das Torfstecherhaus wird Denkmal des Monats. +++ Am Marktplatz öffnet eine Poststelle. +++ Im Eichenhain in Flatow werden 30 Bäume gefällt.

Mai: Wird Kremmen Storchenstadt? Zehn Störche kreisen über der Altstadt.

Juni: Die beiden Brücken am Kanal werden freigegeben. +++ Im Flatoewer Gartenweg brennt eine große Scheune.

Juli: Nach einem Starkregen sterben in Kremmen, Groß-Ziethen und Hohenbruch insgesamt acht Jungstörche. +++ Demo am Kremmener See: Noch immer gibt es keine Einigung über einen geregelten Badebetrieb. +++ Ehrenbürgerin Ursula Münchow wird 100. +++ Die Container an der Goetheschule bekommen eine zweite Etage.

August: Das Neptunfest findet diesmal am Beetzer See statt. +++ Der Anbau für die Kremmener Kita „Rhinstrolche“ wird eröffnet. +++ Bjarne Mädel dreht in Kremmen für den Film „Buba“. +++ Andreas Dalibor erklärt seinen Rücktritt als Stadtverordneter. Ihm folgt Andreas Kretzschmar.

September: Wie soll der Verkehr im Scheunenviertel und der Altstadt fließen? Zu einem entsprechenden Workshop kommen nur wenige Menschen. +++ Das Erntefest in Kremmen und das Herbstfest in Flatow finden mit einem Hygienekonzept statt. +++ Hohenbruch bekommt ein neues Gemeindehaus. +++ Der Posaunenchor Hohenbruch wird 70. +++ Bei der Bundestagswahl siegt in Kremmen die SPD vor der AfD.

Oktober: Die Straße zwischen Kremmen und Sommerfeld wird saniert. +++ Sturm Ignaz sorgt in Kremmen für Schäden, auf die Bahnstrecke fallen schwere Äste.

November: 62 Leute nehmen an der Schleppjagd in Staffelde teil. +++ Jugendclub und Schulen starten das Projekt Bauernhofpädagogik. +++ Nach einer satirischen Karnevalsrede von Bürgermeister Busse gibt es eine wütende Beschwerde von Stadtverordnetenvorsteherin Stefanie Gebauer.

Dezember: Sebastian Busse bleibt Bürgermeister, er verliert die Landratswahl gegen Alexander Tönnies.

Hits: 282

aRTikel

Seit vier Jahrzehnten wird gebohrt

Mittwoch, den 29. Dezember 2021
Tags: , ,

Die Firma Brunnenbau Berger in Sommerfeld feiert Neujahr ihr 40. Jubiläum

MAZ Oberhavel, 29.12.2021

Sommerfeld.
Heute ist die Firma so groß wie nie: 28 Leute arbeiten für das Sommerfelder Unternehmen Brunnenbau Berger. Und in diesen Tagen gibt es etwas zu feiern – am 1. Januar wird die Firma 40 Jahre alt. „Wir haben es jahrelang versucht“, erzählt Firmengründer Klaus Berger. Aber in der DDR eine Gewerbegenehmigung zu bekommen, war nicht so einfach. „Sie kam im November 1981, völlig überraschend.“ Klaus Berger hatte damals eine Frau und zwei Kinder, war viel auf Montage. „Und irgendwann willst du ja mal zu Hause sein.“
Schon sein Vater Max war Brunnenbauer, auch schon dessen Vater. Inzwischen führen Klaus und sein Sohn Brian die Firma. „1982 war ich erst mal alleine, dann kam ein Mitarbeiter dazu“, erinnert sich Klaus Berger. Aber dann ging alles recht schnell. „Ich war der erste im Bezirk Potsdam, der Spülbohranlagen eingesetzt hat.“
Mit der Wende kam zunächst die Angst – wie würde alles weitergehen? „Aber eigentlich hatten wir dann doch nie einen richtigen Einbruch gehabt, wir haben die Wende gut überstanden.“ Ein Problem war in den frühen 90ern eher die Zahlungsmoral, da sei die Firma schon mal auf größeren Geldbeträgen sitzengeblieben. Das hält sich bis heute. „Wirtschaftlich können wir nicht klagen“, sagt Brian Berger. „Die Personalsuche ist das Problem.“

Auch bei Brian Berger (39) war immer klar, „dass ich Brunnenbauer werde“, erzählt er. „Ich bin damit aufgewachsen, als Jugendlicher musste ich auch schon mal helfen“, erklärt er. Im Jahre 2012 machte er seinen Meister, er stieg in die Firma ein. Vor sechs Jahren wurde die GmbH gegründet. Auch Bruder Gil ist Teil der Firma. Brunnenbau Berger ist ein echtes Familienunternehmen. Im Büro arbeitet auch Brian Bergers Ehefrau Wenke. „Ich könnte es ohne meine Frau nicht machen“, sagt er.

Die Firma besitzt momentan mehr als 30 Fahrzeuge, rechnet man die verschiedenen Anhänger mit. „Wir brauchen viel schwere Technik“, sagt Brian Berger. Gearbeitet wird vorwiegend im Raum Berlin-Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern bis runter nach Sachsen-Anhalt und Thüringen. Der Ablaufplan für die einzelnen Maschinen steht teilweise schon bis zum Herbst 2022 fest. „Das wird auch nicht weniger.“ Es gebe immer weniger Brunnenbau-Betriebe. „Im großen Bereich gibt es nicht mehr so viele“, so Brian Berger. Fragt man, wo die Sommerfelder überall Brunnen gebaut haben, ist die Liste sehr lang. In Kyritz wurden vier Brunnen fürs Wasserwerk gebaut, außerdem für die Wasserwerke in Börnicke, Fürstenberg, in Sachsenhausen ist eine Probebohrung schon fertig, im nächsten Jahr steht Liebenwalde auf dem Plan. 2020 wurden drei Glaskugelbrunnen gebohrt. „Das war auch für uns Neuland.“

Der Standort der Firma war immer Sommerfeld. Los ging es mit dem Büro in der Wohnstube, später standen drei Bürocontainer, auch das Grundstück selbst wurde größer. Zum Jubiläum gibt es einen Umzug nach Hohenbruch. „Die Werkstatt bleibt hier, aber das Büro und der Rest ziehen um“, sagt Brian Berger. „Für mich ist es dann nicht mehr so weit zu fahren“, sagt der 39-Jährige, der auch in Hohenbruch wohnt.

Es bleibt viel zu tun für die Brunnenbauer. Firmengründer Klaus Berger (70) will unterdessen im nächsten Jahr ein bisschen weniger arbeiten. Wobei sein Sohn Brian betont: „Ich kann nicht sagen, dass ich unterm Pantoffel stehe. Das war noch nie so. Wir sind auf einer Wellenlänge.“

Hits: 217

RTelenovela

Mückenangriff

Samstag, den 12. Juni 2021
Tags: , , ,

Wenn ich dir einen guten Rat geben darf: Mache niemals eine Pinkelpause am Waldrand. Niemals!
Neulich war ich am Abend unterwegs, und ich muss einfach eine Pause einlegen. Wasser lassen, wie man so schön sagt. Und das will man ja eher nicht so in der Öffentlichkeit. Ein paar Bäume zum Verstecken sind da schon ganz hilfreich.
Und so nahm ich nahe Velten eine kleine Einfahrt in ein Waldstück – natürlich parkte ich ganz vorne. Ich lief ein Stück den Weg rein, und schon als ich stehen blieb, schaute ich an mir runter und erblickte an meinen Beinen lauter Mücken. Ich hatte eine kurze Hose an, und das machte das alles nicht besser. Ich war einem Mückenangriff ausgesetzt, alleine am linken Bein zählte ich sechs oder sieben Mücken.

Ich musste aber trotzdem mal. Nun ging es darum, das Wasser zu lassen, irgendwie die Mücken abzuschütteln und irgendwie auch in Bewegung zu bleiben. Alles andere als einfach.
Als ich fertig war, lief ich schnell zum Auto zurück. Die Mücken waren überall, ich schüttelte und streifte sie ab, stieg ins Auto und Tür zu.
Im unweit davon liegenden Gewerbegebiet musste ich noch mal stoppen. Um mir den Schaden an den Beinen anzusehen, die ordentlich juckten. Und auch die Rückfahrt war höchst unangenehm, denn kratzen macht es ja nun wirklich nicht besser.

Das Schlimme ist: Ich hätte es wissen müssen. Denn vor einigen Tagen war ich am Sonntagnachmittag unterwegs, um einen netten RTest-Drehort zu finden. Ich fand einen netten Waldweg bei Hohenbruch, der sich gut eignete. Dachte ich. Denn in dem Moment, wo ich das Stativ aufstellen wollte, griffen mich die Mücken schon an. Nichts ging, den Dreh dort konnte ich vergessen. Auch da flüchtete ich zum Auto.
Deshalb: In den Wald nur mit Mückenspray, total vermummt – oder es sein lassen.

Hits: 250

aRTikel

Überflieger: Die blaue Legende aus Hohenbruch

Samstag, den 15. Mai 2021
Tags: ,

André Hoff (32) arbeitet seit mehreren Jahren an einer Fantasy-Romanreihe – als Jugendlicher hat es mit Comics im Manga-Stil angefangen

MAZ Oberhavel, 15.5.2021

Hohenbruch.
Als Kind hat er gern gezeichnet. Monster, Phantasie-Figuren. „Ich war immer interessiert an solchen Fantasy-Geschichten wie ,Herr der Ringe’ oder „Star Wars’.“ Später hat André Hoff begonnen, eigene Comics im Mangastil zu zeichnen. „Die Geschichten habe ich mir ausgedacht. Irgendwann bin ich da aber ans Limit gekommen. Dadurch bin ich zum Bücherschreiben gekommen.“
Inzwischen kann der 32-Jährige aus Hohenbruch bereits drei Bücher vorweisen. Das heißt, eigentlich wären es vier. „Aber das erste Buch habe ich nicht veröffentlicht. Das war noch zu amateurhaft.“ Für ihn war aber klar, dass das sein Ding ist – und dass er besser werden will.

Es ist inzwischen gute zehn Jahre her, da begann er an einem neuen Roman zu schreiben. Nicht nur das: „Blaue Legende“ sollte ein Mehrteiler werden. „Es geht darin um Elvon. Er muss die Welt, in der er erfolgreich ist, hinterfragen, um sein wahres Ich zu entfesseln. Was nötig ist, um die besagte Welt zu retten.“ Es sei eine klassische Fantasygeschichte. „Es gibt Verschwörungen im Hintergrund, die sich den Wandel in der Welt zunutze machen, um mehr Macht zu bekommen. Es gibt einen Gegner, der besondere Fähigkeiten hat, der Leute um sich schart. Sie kontrollieren aus dem Schatten heraus, um die Welt so zu formen, wie sie ihnen gefällt.“
Gut gegen Böse. Ein Held bekämpft andere Mächte. André Hoff legt dabei großen Wert darauf, „dass es ein bisschen realistisch ist.“ Alles, was im Roman passiert, solle einen physikalisch erklärbaren Hintergrund haben – und keine Zaubereien wie bei Harry Potter.

Sechs Jahre hat er am Buch gearbeitet. Immer wieder etwas verändert, korrigiert, außerdem ließ er ein Cover gestalten. „Es war schon anstrengend“, sagt er. „Ich war auch kurz davor, es abzubrechen.“ Aber seine innere Stimme sagte: „Bring’ es zu Ende!“ Das fertige Buch schickte er zu verschiedenen Agenturen – ohne Erfolg. So brachte er „Blaue Legende: Der Weg des Einen“ beim Selbstverlag Books on Demand heraus.
Für den zweiten Teil, „Die Macht der Ewigen“, wollte er jedoch nicht wieder so lange brauchen. „Ich wollte in einem Jahr fertig sein.“ Und so setzte er sich jeden Morgen hin, um vor der Arbeit am Buch zu schreiben. Oft schon ab etwa 4 Uhr, und dann eine Stunde lang.

Sein eigentlicher Job hat wenig mit Büchern und Fantasy zu tun. Gemeinsam mit seinem Cousin Patrick leitet er die Hoff-Bau-GmbH in Hohenbruch. Die Baufirma haben seine Eltern vor gut 30 Jahren gegründet, 2013 hat er sie mit übernommen. „Ich bin da hineingewachsen.“ Manche Leute würden sich wundern, „dass ich während der Pausen Bücher lese“, erzählt er.
Wenn er beginnt zu schreiben, dann steht die Geschichte schon fest. „Ich bin ein Freund von klaren Strukturen und Planungen. Es ist mir wichtig, dass der Plot steht, mit allen Ecken und Kanten. Daraus werden die Kapitel strukturiert.“ Die Details geschehen aber dann doch beim Schreiben selbst. „Das entwickelt schon mal ein Eigenleben. Da muss ich schon mal aufpassen, dass ich nicht vom Pfad abkomme.“ Seine Romane – zwischendurch hat er mit „Turtank – Das Erwachen des Helden“ ein weiteres Buch außerhalb der Serie geschrieben – sind über den Verlag Books on Demand in jedem Buchladen oder online bestellbar.

Die „Blaue Legende“ soll noch einen dritten Teil bekommen, danach könnte eine weitere Fantasy-Reihe kommen, die aber zum selben Universum gehört. „Mein Traum wäre es, entdeckt zu werden.“ Von einem richtigen Verlag, „dass man davon leben kann.“ Dafür könnte er sich sogar vorstellen, aus der Firma auszusteigen. „Aber realistisch gesehen, ist das schwierig“, sagt er dann noch. „Es gibt zu viele Self-Publisher. Da ist es schwer, gefunden und erkannt zu werden.“ Ein bisschen was kann er sich dennoch jetzt schon dazuverdienen, vor allem durch E-Books.

Wenn die Pandemie überwunden ist, dann könnte er sich auch vorstellen, Lesungen zu veranstalten. Dann könnte übrigens auch die Arbeit an seinem dritten Standbein weitergehen. Denn André Hoff ist auch Yogalehrer und möchte dann wieder Kurse anbieten.

Hits: 276

aRTikel

Wo kommt denn nun das Ortsschild hin?

Dienstag, den 29. Dezember 2020
Tags: , , , ,

Nachfragen an den Landkreis Oberhavel – ausgehend von der Diskussion am Schäferweg in Vehlefanz

MAZ Oberhavel, 29.12.2020

Oberkrämer/Kremmen.
Wo beginnt eigentlich eine Ortschaft? Und an welcher Stelle muss ein Ortsschild aufgestellt werden – und wo kann es auf keinen Fall stehen? Die Antworten sind mitunter verwirrend, und am Beispiel Schäferweg in Vehlefanz ist zu sehen, dass sie auch für Kopfschütteln sorgen können.

Im ausgebauten Schäferweg steht nun am Sportplatz ein Ortsausgangsschild – dort endet laut Beschilderung Vehlefanz. Ein paar hundert Meter weiter stehen dann aber doch ein paar Häuser, und deshalb wurde dort eine grüne Ortstafel „Koppehof“ aufgestellt. Allerdings: Grüne Ortstafeln bringen kein Tempo-50-Limit mit sich. Das ärgert die Bewohner – denn sie verstehen nicht, warum das Areal nun keine „echte“ Ortschaft sein soll.
Irina Schmidt, Pressesprecherin der Oberhaveler Kreisverwaltung, schreibt dazu: „Wo sich ein Ortsein- oder -ausgang befindet, regelt insbesondere die VwV-StVO zu § 42.“ VwV-StVO bedeutet übrigens Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung. „Sie gibt als zusätzliche klare Maßgabe vor, dass das Zeichen ohne Rücksicht auf Gemeindegrenzen und Straßenbaulast nur dort anzuordnen ist, wo ungeachtet einzelner unbebauter Grundstücke die geschlossene Bebauung auf einer der beiden Seiten der Straße für den ortseinwärts Fahrenden erkennbar beginnt. Es kommt also nicht darauf an, dass eine durchgängige Bebauung vorliegt, sondern es muss sich vielmehr um eine geschlossene Bebauung handeln.“
Nun hat man aber offenbar festgestellt, dass es in Koppehof genau diese geschlossene Bebauung gibt und diese einen funktionalen Bezug zur Straße habe. „Nach uns erst jetzt von der Gemeinde vorliegenden Aussagen ist das bei der Siedlung Koppehof gegeben“, so Irina Schmidt. Eine Aussage die verwundert, da es vorher aus der Verwaltung in Oberkrämer hieß, es habe mit allen Entscheidern eine Begehung der Straße gegeben.

Nun soll das gelbe Vehlefanzer Ortsschild jedenfalls vom Sportplatz in Richtung des Bahnübergangs versetzt werden. Dirk Eger, der Chef des Bauamtes in Oberkrämer, ist skeptisch: „Die vom Landkreis nunmehr vorgeschlagene Lösung für den Schäferweg sehen wir nicht unkritisch.“ Hintergrund könnte sein, dass es auch dann immer noch Grundstücke gebe, die im Bereich ohne ausgeschildertem Tempolimit lägen. „Da aber eine verkehrsrechtliche Anordnung nicht für alle Zeit in Stein gemeißelt ist, kommen wir der Bitte des Landkreises nach und werden einen dementsprechend geänderten Beschilderungsplan dort zur Genehmigung einreichen.“ Bedeutet offenbar: Der Landkreis gibt vor, was geht, und dann muss die Gemeinde einen entsprechenden Antrag einreichen, damit der Landkreis sagen kann, dass das gehe. „Mit einigem Interesse sehe ich dann den Reaktionen der Vehlefanzer Bürgerinnen und Bürgern entgegen“, sagt Dirk Eger.

Warum nicht einfach die grüne Koppehof-Ortstafel durch ein Tempo-50-Schild ergänzt werden kann, begründet Irina Schmidt so: Das könnte nur aufgrund von Verkehrsbeobachtungen oder Unfalluntersuchungen dort angeordnet werden, „wo ein vernünftiger umsichtiger Verkehrsteilnehmer selbst bei entsprechender Aufmerksamkeit nicht erkennen kann, dass eine bestimmte Strecke oder Stelle nur mit einer verminderten, als die zulässige Geschwindigkeit befahren werden darf. Der Fahrzeugführer hat sein Fahrverhalten den örtlichen Gegebenheiten anzupassen“.

Bezugnehmend auf die Regelung, wo denn Ortsschilder stehen können und wo nicht, gibt es in Oberkrämer und Kremmen weitere Beispiele, die zu Nachfragen führen. Im Gustav-Büchsenschütz-Weg in Eichstädt-Ausbau ist die gepflasterte Straße recht schmal, die Grundstückstore befinden sich sehr dicht an der Fahrbahn. Trotzdem steht dort nur eine grüne Ortstafel – allerdings zusätzlich mit einem Tempo-70-Schild. Schon vor einiger Zeit hatte Eichstädts Ortsvorsteher Dirk Ostendorf angemerkt, dass er das für viel zu viel halte – und in der Tat muss man sich das erst mal trauen, mit Tempo 70 durch Eichstädt-Ausbau zu donnern. Es handele sich um eine Einzelfallentscheidung, sagte Irina Schmidt. „Die Wahl der Geschwindigkeit hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel Lage der Örtlichkeit, Unfallgeschehen, Verkehrsaufkommen, Gefahrenlage. Die Straßenverkehrsbehörde wird Ihren Hinweis aufgreifen und sich die Örtlichkeit demnächst ansehen.“
Bauamtschef Dirk Eger erinnert sich, dass Tempo 70 dort der kleinste gemeinsame Nenner gewesen sei, er sei auch nicht glücklich über dieses Tempolimit.

Anderes Beispiel: Hohenbruch hat auf der Landesstraße 191 in Höhe Johannisthal ein gelbes Ortsschild, trotz sehr luftiger Bebauung, links sind nur Felder. „Es ist eine einseitige, geschlossene Bebauung vorhanden, die einen Funktionalitätsbezug zur Straße aufweist. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt dort 60 km/h“, erklärt Irina Schmidt. Die geschlossene Bebauung besteht aus Feldern und Pferdehöfen, rein optisch ist die Bebauung loser als in Koppehof.

In Sommerfeld steht das gelbe Schild von Hohenbruch kommend vor dem Wohnpark, an der Straße gibt es bis auf ein einzelnes Grundstück keine Bebauung, nur die Wohnpark-Ausfahrt. Irina Schmidt: „ Die Lage der Ortstafel resultiert aus einer Weisung des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung von vor rund zehn Jahren.“

Diese Beispiele zeigen, dass in Sachen Standorten von Schildern und Anweisungen von Tempolimits scheinbar durchaus Spielräume bestehen. Dirk Eger vom Bauamt in Oberkrämer geht auch davon aus, dass die Umsetzung des Schildes in Vehlefanz noch nicht das Ende der Geschichte sein könnte.

Hits: 305

aRTikel

Chronik Kremmen 2020

Donnerstag, den 24. Dezember 2020
Tags: , , , , , , , , , , , ,

MAZ Oberhavel, 24.12.2020

Januar:
Kremmens Stadtbrandmeister Gerd Lerche verabschiedet sich Anfang Januar von seiner Aufgabe. Doch so ohne Weiteres wollen ihn die Kameraden nicht „entlassen“. Der Einsatz auf dem Sommerfelder Sportplatz entpuppt sich für Gerd Lerche dann als Abschieds- Überraschungsparty. +++ Zu wenig Platz in der Stadtparkhalle: An der Kremmener Goethe-Grundschule werden die Sportstunden gekürzt. +++Marcel Steinke ist neuer Jugendbeauftragter. +++ An der Goethe-Oberschule gibt es einen Krätze-Fall. +++ Familie Glanzer wird im eigenen Lokal in Staffelde überrascht. Denn die Freunde der Gaststätte und der Familie wollen zum Abschied ein zünftiges Überraschungsfest veranstalten. Nach 23 Jahren geben Glanzers die „Tenne“ auf, einen Nachfolger haben sie nicht finden können. +++ Zum Neujahrsempfang kommen 300 Gäste. +++ Hauptamtsleiterin Bianca Haak verlässt die Verwaltung.

Februar:
Um die Sirene in Groß-Ziethen gibt es eine Diskussion. Sie schallt direkt auf den Hof einer Anwohnerin. +++ Simone Bahr und Wolfgang Engel sind die neuen Vorsitzenden des Seniorenbeirates. +++ Bei Hohenbruch stirbt ein Mann bei einem Autounfall. +++ Der langjähriger Flatower Wehrführer Ewald Werder ist gestorben. +++ In der Kremmener Spargelscheune feiern die Treckerkerls ihr zehnjähriges Bestehen. Aus einer Bierlaune heraus wird die Spaßgruppe 2010 gegründet.

März:
Vom Sommerfelder Klinik-Gelände werden 16 Bienenvölker gestohlen. +++ Heidi Sommer ist neue Gleichstellungsbeauftragte. +++ Musiklehrer und Musiker Ulf Gruber aus Beetz ist gestorben. +++ Frank Bommert (CDU) tritt als Stadtverordneter zurück. +++ Die Poststelle wird geschlossen, weil die Kunden die Corona-Regeln nicht einhalten. +++ Die Staffelder Naturkita schließt. +++ Das Coronavirus sorgt für Einschränkungen. Schulen und Kitas müssen schließen. Das Seniorenfest wird abgesagt.

April:
Am Rathaus ist ein Banner befestigt worden: „Kremmen ist diszipliniert, motiviert, dankbar … und hält Abstand“. +++ Am Spargelhof Kremmen öffnet ein Spargel-Drive-In. Wegen der Pandemie darf das Restaurant nicht öffnen. +++ Das Erntefest wird abgesagt – Corona. +++ Der Jugendclub verlagert seine Aktivitäten ins Internet. +++ Es gibt keine Osterfeuer.

Mai:
Die Sommerfelder Badestelle ist saniert worden. +++ Vier tote Storchenbabys in Kremmen sorgen für Trauer. +++ Katharina Neumann ist neue Betreiberin der „Alten Lebkuchenfabrik“ in Kremmen.

Juni:
Diskussion um die Badestelle am Kremmener See. Der Steg darf nicht mehr benutzt werden, die Öffnungszeiten werden stark eingeschränkt – der Betreiber muss Rettungsschwimmer bereitstellen. +++ Ministerin Julia Klöckner kommt auf den Spargelhof.

Juli:
Der FC Kremmen wird 100 – kann aber nicht feiern. +++ Die Sommerfelder Kitaleiterin Elke Schilling und ihre Beetzer Kollegin Anita Hahn gehen in den Ruhestand. +++ Der Heimatverein Groß-Ziethen löst sich auf. +++ Der Grundstein für den Kremmener Kita-Anbau wird gelegt.

August:
Im alten Aldi-Markt öffnen die Beekeepers. +++ Tina Tischendorf ist neue Pächterin im Sommerfelder Café Hofkultur. +++ Der ehemaliger Groß-Ziethener Ortsvorsteher Lutz Dubrow ist gestorben. +++ Bei Flatow stirbt ein Mann bei einem Verkehrsunfall.

September:
In Flatow herrscht Unzufriedenheit über die Qualität der Denkmal-Sanierung. +++ Bei Kremmen wird ein Teilstück der sanierten A 24 freigegeben.

Oktober:
Auf dem ehemaligen NVA-Gelände im Beetzer Wald findet im Bunker eine illegale Partys statt. Daraufhin wird beschlossen, den Bunker zu sichern, so dass er nicht mehr betretbar ist. +++ Das Asylbewerberheim in Kremmen ist leergezogen. Nun beginnt der Umbau zu Mietwohnungen. +++ Jan Rawitzer (14)aus Sommerfeld hat es ins Radio geschafft. Der Schüler des Veltener Hedwig-Bollhagen-Gymnasiums hat sich ein ganz besonderes Praktikum rausgesucht. Er schickt eine Bewerbung zum Berliner Radiosender Star FM – und bekommt den Zuschlag dafür. Er darf sich zwei Wochen lang nicht nur in der Redaktion umsehen und an vielen Stellen mithelfen. Er geht auch on Air, ist mehrfach im Radio zu hören. +++ Der Gehweg in der Kremmener Straße der Einheit ist saniert. +++ Das Beetzer Kirchenbüro schließt.

November:
Die evangelische Gemeinde eröffnet das neue Gemeindehaus. +++ Zwei Klassen der Goethe-Grundschule lernen jetzt im Container. +++ Die Feuerwehr bekommt ein neues Drehleiterfahrzeug gesponsert.

Dezember:
Der musikalische Adventskalender der Goethe-Grundschule wird online veranstaltet. +++ In Kremmen wird der neue Lidl-Markt eröffnet.

Hits: 339

aRTikel

Urspüngliches aus Hohenbruch

Freitag, den 24. Juli 2020
Tags: ,

Die Vorfahren von Familie Grützmacher haben ihr Gehöft 1710 bekommen – damit wurde der Ort damals gegründet – Original-Urkunde von damals ist noch vorhanden

MAZ Oranienburg, 24.7.2020

Hohenbruch.
Das Grundstück mit dem Haus in Hohenbruch hat die Familie in den vergangenen 310 Jahren nie hergegeben. Inzwischen lebt dort bereits die 13. Generation, und den Ursprung der dortigen Besiedlung, den haben Sabina und Bernd Grützmacher noch immer in ihrem Besitz. Es ist ein wahrer geschichtlicher Schatz. Sie haben ihn gut verwahrt und holen ihn nur selten raus. Es handelt sich dabei um zwei Original-Urkunden aus dem 18. Jahrhundert, auf der die Gründung ihres Ortes vermerkt ist.

„Hohenbruch wurde 1710 gegründet, und unsere Vorfahren waren daran beteiligt“, erzählt Bernd Grützmacher. Der 72-Jährige zeigt auf den Familienstammbaum, in dem alle Namen niedergeschrieben sind. Ganz am Anfang steht Jacob Schneider. Die Familie stammte ursprünglich aus der Schweiz, ließ sich dann bei Potsdam nieder. 1710 wurde Jacob Schneider dann per Los die Hofstelle zugeschrieben. Vermerkt ist das auf einer Urkunde, unterzeichnet von Freiherr von Hertevelt in Cölln an der Spree am 4. Dezember 1710. Danach werde Seine Königliche Majestät in Preußen „in dem hohen Bruch hinter Schleuen, unweit von Oranienburg gelegen“ einige Stellen räumen und gegen einen jährlichen Zins überlassen.

Auf einer zweiten Urkunde, unterzeichnet am 30. Januar 1717 in Cölln an der Spree, wird der Kontrakt nochmals bestätigt – von Seiner Königlichen Majestät in Preußen. Unterschrieben ist die Urkunde mit „Friederich“, gemeint sein könnte der damals herrschende König Friedrich Wilhelm I., der zwischen 1713 und 1740 im Amt war.

Die Urkunden sind in eine Folie eingeschweißt worden, ansonsten würde sie sicherlich langsam zerfallen. Wo sich auf der einen Urkunde einst das Siegel befunden hatte, klafft jetzt ein Loch, das Siegel ist längst zerfallen. „Ein Teil der Familie war in den Westen gegangen“, berichtet Bernd Grützmacher. Noch zu DDR-Zeiten seien die beiden Urkunden mitgenommen worden, um die fachmännisch einzuschweißen. „Sie wurden dann gleich wiedergebracht.“ Die Urkunden seien von Generation zu Generation weitergereicht worden – bis heute.
„Es ist interessant, zu lesen, welche Abgaben sie leisten mussten und was zu beachten war“, sagt Sabina Grützmacher mit Blick auf die Urkunde. „Sie mussten einen Hund halten.“ Für die Jagd.

Sabina Grützmacher geht davon aus, dass alle damaligen Besitzer der Höfe in Hohenbruch eine solche Urkunde bekommen haben. Da aber in ihrem Fall das Grundstück seit inzwischen 310 Jahren immer im Besitz der Familie war, gingen bei ihnen diese Urkunden auch nie verloren. „Wir sind die einzigen, die noch so ein Ding haben.“ Dass bei Verkäufen von Grundstücken solche Dokumente verloren gehen, sei nachvollziehbar. „Zumal dann auch in den Kriegswirren.“ Aber im Fall der eigenen Familie sei das ja nicht so gewesen: „Es wurde testamentarisch festgehalten, dass man nichts verkaufen darf.“

Sie lieben ihr altes Haus. Zunächst hatte das Paar – die eingeheiratete Sabina Grützmacher stammt aus Löwenberg – in Berlin gelebt, später in Iden bei Osterburg in Sachsen-Anhalt, 1980 ging es dann nach Kremmen, im Jahr 2000 zogen sie auf das Familiengrundstück nach Hohenbruch. „Fußböden und Wände sind krumm und schief..“ Aber genau das mache den Charme aus. „Wir hätten noch mehr Altes gelassen, wenn es gegangen wäre.“
In Hohenbruch führen Sabina und Bernd Grützmacher mit ihrer Familie ein gutes Leben, wie sie sagen. „Wir sind in 20 Minuten in Tegel, aber wir haben hier unsere Ruhe. Hier können wir alles schön fern halten.“ Sitzt man im Garten, sieht man viel Grün, viele Blumen. Sie haben Laufenten, Kaninchen, Kühe, Perlhühner, Hund und Katze. Sabrina Grützmacher hätte gern ein Pferd, aber das sei zu pflegeaufwendig. Verkehrslärm gibt es kaum. „Höchstens am Morgen, und wenn es auf der B 96 mal wieder einen Unfall gegeben hat und die Leute die Strecke über Neuendorf und Neuhof umfahren.“

Die Urkunde, die den Beginn der Siedlung ihrer Familie in Hohenbruch zeigt, die wollen sie keineswegs hergeben. „Die bleibt hier, so lange wir hierbleiben“, sagt Sabina Grützmacher und lächelt.

Hits: 413