RTZapper

Rock ‘n’ Heim 2013

Dienstag, den 20. August 2013
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SA 17.08.2013 | 20.00 Uhr | zdf.kultur

Die Premiere war das Ende.
Der Sender zdf.kultur übertrug am Sonnabend vom “Rock ‘n’ Heim”-Festival. Die große Musiksause in Hockenheim fand das erste Mal statt. Und das letzte Mal auf zdf.kultur. Denn diese Festivalpremiere war das allerletzte Event, das zdf.kultur live übertragen hat.

Am 31. Dezember 2013 schlägt für zdf.kultur das letzte Stündlein. Der mit Abstand am innovativste Sender der ZDF-Familie wird dichtgemacht, weil er leider auch die schlechtesten Quoten hatte.
Große Aufmerksamkeit jedoch bekam zdf.kultur mit den vielen Festivalübertragungen. Damit ist nun Schluss. Hockenheim war der Rausschmeißer. Wo und wie es weitergeht, ist noch vollkommen unklar. Ob ab 2014 derartige Events nur noch bröckchenweise bei 3sat laufen oder bei zdf_neo oder weiterhin stundenlang live, kann man beim ZDF noch nicht sagen – jedenfalls nicht öffentlich. Dabei wäre es schön, wenn’s irgendwie, irgendwo, irgendwann weitergeht. Es sei denn, das ZDF hat keine Lust mehr auf junge Zuschauer.

RTelenovela

Lustmolch!

Mittwoch, den 20. Juli 2011
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Das Wetter war mies, es regnete den ganzen Tag. Nach dem Festivalreinfall gönnten wir uns einen Besuch in der Sauna. Und offenbar nutzen in Hockenheim viele die Gunst der Stunde, um ins Aquadrom zu fahren. Der Parkplatz war gerammelt voll.

Glücklicherweise gibt es dort ja nicht nur eine einizige Sauna, so dass sich die Leute auf mehrere Schwitzräume verteilten.
Dennoch war die 90 Grad heiße Blockhaussauna ganz gut gefüllt. Erstaunlich viele junge Leute waren da, auf der oberen Bank saßen einige Frauen und unterhielten sich.

Die Tür öffnet sich, ein älterer, fülliger Mann betritt den Raum. Er sieht sich um. Mehrere Plätze sind noch frei, auch auf der oberen Bank. Doch der Mann hat wohl anderes im Sinn. Er zwängt sich auf den schmalen, engen Platz zwischen der jungen Frau und der Wand. Die Frau muss sogar ein Stück zu ihrer Nachbarin rutschen. Es ist ihr sichtlich unangenehm.
Der Mann aber scheint sich wohlzufühlen, auch wenn er nicht wirklich Platz hat. Seine Augen jedoch wandern immer wieder nach rechts, zur jungen Frau und zu dem, was sie so zu bieten hat. So was bekommt er zu Hause wahrscheinlich nicht mehr zu sehen. Der Lustmolch.

RTelenovela

Zeitungen gibt’s, die gibt’s gar nicht

Dienstag, den 4. Mai 2010
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Wenn ich in Deutschland unterwegs bin, will ich natürlich immer auch wissen, was denn die Zeitungskollegen so alles fabrizieren. Deshalb kaufe ich mir immer die Tageszeitung, die an dem jeweiligen Ort zu haben ist. Bin ich auf Rügen kaufe ich mir die Ostsee-Zeitung. Bin ich in München habe ich meist die Abendzeitung oder den Münchner Merkur.

In Neulußheim in der Nähe von Mannheim gibt es die Hockenheimer Tageszeitung. Das Besondere: Eigentlich gibt es das Blatt nicht mehr. Bloß noch den Titelschriftzug auf Seite 1. Denn die Hockenheimer Tageszeitung ist in Wirklichkeit die Schwetzinger Zeitung. Beide liegen auch in den Geschäften nebeneinander. Und beide sind komplett identisch. Erst kommt der Mantelteil, dann der Lokalteil aus Schwetzingen, dann der aus Hockenheim.
Wer weiß, vielleicht waren das früher mal unterschiedliche Zeitungen. Und ich kann mich auch noch an Zeiten erinnern, da lag in der Hockenheimer Tageszeitung auch zuerst der Hockenheimer Lokalteil, dann der Schwetzinger. Und in der Schwetzinger Zeitung war es andersrum. Selbst diese Mühe macht sich heute niemand mehr, was den einzigen Vorteil hat, dass die Zeitung durchgängige Seitenzahlen hat.
E-Mails schicken die Leser ausschließlich an die Schwetzinger Zeitung, digital existiert das Hockenheim-Pendent schon gar nicht mehr. Ich kann mir gut vorstellen, dass der Verlag abwartet, bis sich die Leute dran gewöhnt haben, um dann den Titel “Hockenheimer Tageszeitung” komplett sterben lässt.

Auf meiner Reise gen Norden stoppte ich an der A7 in Hessen. Dort kaufte ich mir die Fritzlar-Homberger Allgemeine. Nun gut, ein nicht sehr eingängiger Titel. Dabei handelt es sich um eines der Lokalblätter der Hessische/Niedersächsischen Allgemeinen Zeitung (HNA) aus Kassel. Das Konzept ist einfach: Lokales steht vorn, der Rest kommt danach. Macht der Oranienburger Generalanzeiger, der auch aus der Ippen-Gruppe Verlag kommt, auch so.
Die HNA startete gerade ein neues, spannendes Projekt: HNAwatch. Auf dem Blog wird Kritik an der Zeitung geübt. Leser können sagen, was ihnen gefallen hat und was nicht. Aber vor allem: Die Blattkritik der Redaktion bleibt nicht mehr intern, sondern wird veröffentlicht und kann wiederum kommentiert werden. Eine tolle, wenn auch mutige Sache. Redakteure sind ja durchaus empfindlich, was Kritik angeht – und da kann ich mich nicht immer ausschließen. Vorbild ist der BILDblog, mit dem Unterschied, dass dort andere über BILD und Co. schreiben.
Und es geht zur Sache bei HNAwatch. So wird ein Pizzatest scharf kritisiert, der Chefredakteur muss Stellung beziehen.
Da könnte man sich ein Beispiel dran nehmen. Auch wenn es manchmal wehtut.

RTelenovela

Saunakauderwelsch

Sonntag, den 7. Dezember 2008
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In der Sauna im Hockenheimer Aquadrom. Bei ungefähr 75 Grad schwitzen die Leute und – nein, sie schweigen nicht. Sie unterhalten sich. Mein Problem: Ich verstehe sie nicht. Nur Wortfetzen.
Ein Mann und eine Frau sprechen über irgendwelche Gaststätten und Speisen. Einige Ortsnamen fallen, Ketsch, Graben, Speyer und der Bodensee. Und irgendwie sei ja hier in der Gegend, also rund um Hockenheim, nichts mehr los.
Es scheint deutsch zu sein, aber schon so breit, vernuschelt, verzischt. Kaum noch zu verstehen. Eigentlich kann man kaum noch von einem Dialekt sprechen, die Badenser scheinen mitunter ein eigenes Völkchen zu sein…

Massenauflauf in dem Hockenheimer Hotel, in dem ein Großteil der Geburtstagsgesellschaft untergebracht ist. Eine Gruppe Asiasten sorgt für Trubel, bringt den Mann an der Rezeption aber nicht aus dem Konzept. Vor dem Fahrstuhl bildet sich eine lange Schlange. Dass nebenan die Treppe auch nach oben führt, wird ignoriert. Auch, dass aus dem Fahrstuhl das Notsignal erklingt. Irgendwer muss Mist gebaut haben. Ein Zimmerschlüssel passt nicht ins Schloss der Tür, aber vielleicht ist der junge Mann nur mit dem Schießsystem nicht klargekommen.
Der Rest starrt fasziniert auf den Fernseher, auf dem die “Sportschau” läuft.
Ein Sonnabendnachmittag in Hockenheim. Viel los.

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ZAPPER VOR ORT: DTM-Finale 2007

Sonntag, den 14. Oktober 2007
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SO 14.10.2007, Hockenheim, Hockenheimring

Sagen wir es mal so: Meine Sicht heute beim DTM-Finale in Hockenheim war nicht wirklich optimal. Zum letzten Rennen der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft war der Hockenheimring nahezu ausverkauft.
Und ich glaube, der schlechteste Platz im ganzen Motodrom ist der: in der allerersten Reihe, im Block ganz rechts, neben dem großen Zaun.
Tja, und genau da saß ich.
Blickte ich nach rechts auf die Fahrbahn in Richtung Start, musste ich durch vier (!) Zäune durchsehen. Vor mir war das Geländer und nur zwei Zäune. Die Boxengasse war zwar direkt vor mir, aber der Blick war mir versperrt – ich saß ja so tief. Wenigstens war mein Blick auf die erste Rechtskurve gut – und der auf den großen Monitor. So war ich wenigstens immer im Bilde.
Neben Mattias Eckström, der am Ende DTM-Champion wurde, wird auch mit Mika Häkkinen für die Rennen geworben. Und das, obwohl er in Hockenheim nur hinten mit fuhr und auch in der Gesamtwertung nur Achter wurde. Aber: Häkkinen ist der Einzige, den auch Nicht-DTM-Insider kennen, also ein durchaus wichtiger Werbeträger.
Ich selbst kenne mich in der DTM-Szene eher weniger aus. Viel spannender finde ich die Live-Atmosphäre am Hockenheimring. Zum Beispiel die Reaktionen des Publikums, wenn die Rennfahrer mit ihren Wägelchen mit Dreheraktionen ordentlich Reifenspuren hinterlassen – das ruft schon mal ein gemeinschaftliches “Boah!” hervor. Vorwiegend von den Männern. Der Moment, in dem sie kurz wieder zu Kindern werden. Mit einem “Boah!” und Jubel werden auch alle weiteren Zwischenfälle honoriert. Nichts scheint unspannender zu sein, als wenn nichts auf der Strecke passiert. Ein Rennen ohne Zwischenfälle war zumindest für meine Sitznachbarn schrecklich öde. Und das Hockenheimrennen verlief ohne Zwischenfälle.
Das brennende Auto im Rennen nach dem DTM-Finale direkt vor uns haben der Mann und seine Freundin dann auch ganz sicher nicht mehr mitbekommen. Wobei ich ehrlich gesagt auch nicht so genau wusste, was das ADAC-Spektakel am Ende genau zu bedeuten hatte. Hauptsache Autos, Hauptsache schnell – und, ja Hauptsache mal Feueraktion. Der Nachmittag am Hockenheimring hat sich somit wohl doch noch gelohnt.

RTelenovela

Ei jo, muss das sein?

Samstag, den 13. Oktober 2007
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Jeder Ort hat ein typisches Geräusch: In Oranienburg waren es bis vor rund 20 Jahren die Hubschrauber, die auf dem Landeplatz der Russen bei Wilhelmsthal starteten und landeten. Wie ein Klangteppich lag das Geräusch oft stundenlang über der Stadt.
Wer in der Gegend rund um den Hockenheimring wohnt, kommt heute ebenfalls um ein markantes Geräusch nicht herum: Morgen findet das DTM-Finale statt und schon heute finden erste Rennen statt. Und das ist sehr gut zu hören – der Lärm der Rennwagen. Schon am Vormittag, als ich zur Neulußheimer Tankstelle fahre, um Brötchen zu holen, wird im Motodrom Gas gegeben.

Besuch des Schwimmbades von Hockenheim: Wie schon an anderer Stelle beschrieben, ist es eine Todsünde, während eines Aufgusses, die Sauna zu verlassen. Wer es doch tut, zieht den blanken Hass der Leute auf sich. Nun gut, im Turm in Oranienburg nimmt man das eher mit einem Lachen. In Hockenheim ist das anders. Da haben die Leute null Verständnis. Als ein junger Mann während des Aufgusses raus musste, sank die Stimmung bedrohlich: “Och, nein!!” “Das kann doch wohl nicht wahr sein!” “Ei jo, muss das sein?!” Und dabei kam nicht wirklich ein Lufthauch in den Raum. Aber erst mal aufplustern…
Und beim Luftschnappen im Freigelände wussten wir dann wieder, dass morgen der Motorsport in Hockenheim regieren würde…

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ZAPPER VOR ORT: DTM

Montag, den 10. April 2006
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SO 09.04.2006, Hockenheim, Hockenheimring

Mehrere Male im Jahr gibt es Stau in Hockenheim. Dann, wenn auf dem Hockenheimring eine Großveranstaltung stattfindet. Zum Beispiel der Auftakt zur Deutschen Tourenwagenmeisterschaft 2006 (DTM).
Die Schumis, Raikkonen und Co. waren zwar nicht anwesend, aber in der DTM fahren Ex-Formel-1er wie Frentzen oder Hakkinen mit. Und auch Alexander Rambow aus Zehdenick – der allerdings „nur“ im Rahmenprogramm: beim ADAC-VW-Polo-Cup.
Wir hatten ideale Plätze. Den Start im Blick, vor uns die erste Kurve, schräg gegenüber eine Videoleinwand, auf der wir das Geschehen beobachten konnten, dass wir so nicht hätten sehen können. Ansonsten wäre uns auch glatt entgangen, was Jeanette Biedermann für einen seltsamen Pullover an hatte, als sie auf der ARD-Bühne ihre Songs (vermutlich) playbackte. Oder der Reamonn-Sänger, der total stolz drauf ist, dass er den offiziellen DTM-Song präsentieren darf. Was für eine Ehre, wenn man sonst wenig zu tun hat.
In der Zwischenzeit wurden schon die ersten Trainingsrunden gefahren. Es ist schwer, eine Übersicht zu bekommen. Wenn man nicht gerade ein Programmheft hat, erkennt man eher schlecht, wer in welchem Auto sitzt. Die Namen auf den Seitenscheiben der Autos kann man nicht wirklich entziffern, wenn sie so schnell vorbeibrettern.
Danke auch an die junge Frau und den Mann, die sich vor unseren Block postiert haben, um zum Start eine, nein, zwei Räucherraketen zu zünden. Mit dem Ergebnis, dass vorübergehend unsere Blicke getrübt und unsere Nasen mit Ekelgestank voll waren.
Sicherlich, vor dem Fernseher, die ARD überträgt live, ist das Renngeschehen besser verfolgbar, aber wenn man mindestens 37-mal die Rennautos an sich vorbeidonnern sieht, ist das schon was anderes. Die nächste Station der DTM ist übrigens auf dem Lausitzring.