RTelenovela

Flashmob oder Streik? Die Weihnachtsmannparty

Montag, den 16. Dezember 2013
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Glaubst du noch an den Weihnachtsmann? Ich zweifele ein bisschen daran, dass es ihn gibt. Angeblich soll er ja in Himmelpfort sitzen und dort die Wunschzettel von den Kindern aus aller Welt verwalten. Aber ist er’s wirklich?
Was – oder besser: wer – war das aber am Berliner Hauptbahnhof?

Es war eine seltsame Szene, die sich am Sonnabendnachmittag am großen Glitzerweihnachtsbaum abspielte. Eine ganze Horde von Weihnachtsmännern feierte dort eine Party. Heute sagt man eher: einen Flashmob. Oder doch Streik?
Aus einem riesigen Lautsprecher ertönte Musik, und die Männer (und Frauen!) im roten Mantel nahmen sich an den Händen und tanzten um den Baum herum.
Waren das alles etwa die unehelichen Söhne und Töchter des Alten? Haben sie die Arbeit im Weihnachtspostamt geschwänzt? Und gab danach wenigstens von Papa eine ordentliche Abreibung und zusätzlichen Wunschzettel-Nachdienst in Himmelpfort?

So oder so: Was soll bloß werden aus diesem Weihnachtsfest?

RT im Kino

Herr Wichmann aus der dritten Reihe

Sonntag, den 9. September 2012
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Herr Wichmann von der CDU hat’s geschafft – in den Landtag von Brandenburg. Knapp zehn Jahre, nachdem ihn der Filmemacher Andreas Dresen im Bundestagswahlkampf begleitet hat, können wir Henryk Wichmann wieder ein Stück bei der Arbeit beobachten.
Wichmann sitzt in der Opposition in Potsdam, sein Wahlkreis liegt im Norden von Oberhavel und in der Uckermark.

Und es ist viel zu tun. In Vogelsang hält zwar die Bahn im Bahnhof, öffnet aber nicht die Türen. In einem Kanal bei Prenzlau dürfen keine Boote fahren. Die Rentner in Himmelpfort möchten ihren Frust loslassen. In Templin ist eine große Rentnersause. In Gransee möchten Schulkinder etwas über seine Arbeit erfahren. Ein Schreiadler sorgt dafür, dass ein Radweg nicht gebaut werden kann. Im Landtag in Potsdam wird während der Landtagssitzung getratscht und abgestimmt (gern auch mal ohne zu wissen, worum es gerade geht). Und dann ist auch noch das Auto kaputt, weil Wichmann in Nassenheide statt Benzin Diesel getankt hat. Zwischendurch noch ein Besuch bei der Zeitung in Gransee und die Eröffnung des Wahlkreisbüros in Zehdenick.

Was’n Stress. “Herr Wichmann aus der dritten Reihe” bietet sehr spannende Einblicke in den Politikeralltag. Als Otto-Normal-Bürger lernt man auch dazu: Es ist unglaublich, womit sich ein Landtagsabgeordneter in der Provinz innerhalb weniger Monate beschäftigen muss, worin er auskennen muss, worüber er sich schlaumachen muss, was er sich anhören muss, versprechen muss, und und und.
Die Leute sagen gern mal: Politiker sind überbezahlt. Aber wenn Wichmann den Rentnerinnen in Himmelpfort erzählt, was er von seinen Diäten alles bezahlen muss, da wird einem schon schwindlig.

Sicherlich: Dresens Film ist vor allem für die Menschen nördlich von Berlin spannend, weil “Herr Wichmann aus der dritten Reihe” in gewisser Hinsicht auch ein Heimatfilm geworden ist. Allerdings wird es anderen Landespolitikern nicht sehr viel anders gehen als Henryk Wichmann aus Templin.

8/10

RTelenovela

Lieber, guter Weihnachtsmann!

Mittwoch, den 17. August 2011
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Nur noch gute zwei Wochen, dann beginnt endlich die Vorweihnachtszeit. Dann ziehen die Schokoladenweihnachtsmänner in die Supermärkte ein, die Lebkuchen und Adventskalender.

Zu früh? Weil es ja noch nicht mal Herbst ist? Kinder sehen das ganz anders. Beim Weihnachtspostamt in Himmelpfort sind schon 2860 Briefe mit Wunschzetteln eingegangen. Dabei hat der Weihnachtsmann dort noch gar nicht seinen Dienst begonnen. Der Alte weilt wahrscheinlich noch auf Malle und tanzt mit dem Sangriaeimer beim Konzert von Jürgen Milski.
Aber das wissen die Kinder ja glücklicherweise nicht.

Was sind das bloß für Geschenke, die sie sich da wünschen, dass sie schon im Hochsommer ihren Wunschzettel verschicken? Ein neues Haus? Einen BMW?
Nein, es sind Puppen, Plüschtiere, Ponys und Meerschweinchen.
Na, dann mal los, Weihnachtsmann! Wenn du von Malle zurückkehrst, muss du anfangen zu sticken, zu basteln und … na ja, wie du die Tierwünsche erfüllst… keine Ahnung…

RTZapper

Brandenburg Journal: Weihnachtspostamt

Samstag, den 8. Dezember 2007
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FR 07.12.2007, 16.10 Uhr, Oberhavel TV

Eine romantische Vorstellung: Die kleinen Kinder schreiben ihren Wunschzettel und schicken ihn per Post an das Weihnachtspostamt in Himmelpfort. Da sitzt dann der Weihnachtsmann, öffnet die Briefe und beantwortet sie. Eine nette Illusion.
Danke, Oberhavel TV! Die Illusion habt ihr uns genommen. Denn natürlich ist alles ganz anders.
Denn in Wirklichkeit sitzen viele ältere Damen an diversen Tischen, reißen die Briefchen auf, lesen und beantworten sie. Und das nennt sich dann “Post vom Weihnachtsmann”. Im Interview wr dazu ein Weihnachtsmannimitator zu Gast. Auf die Frage, warum er ausgerechnet in Himmelpfort agiere meinte er völlig einfallsreich: In den 80ern hätten Kinder zum Weihnachtsmann geschrieben und die Post sei eben in Himmelpfort angekommen.
Toll. Lieber Möchtegern-Weihnachtsmann, wie wäre es denn damit: Ich wohne hier in Himmelpfort, habe hier einen Nebenwohnung, eine Zweigstelle. Oder so ähnlich. Mal ein bisschen kreativ sein und nicht nüchtern the story of Weihnachtspostamt Himmelpfort erzählen.
Der Moderator meinte in seinem Beitrag, der Weihnachtsmann könne alle Sprachen. Einen Beweis blieb er uns schuldig, aber Kunstbärtige machte nicht mal den Eindruck, als würde er auch nur eine zweite Sprache neben dem Deutschen können.
Die Machenschaften im Weihnachtspostamt in Himmelpfort sind jetzt jedenfalls schonungslos offengelegt worden. Und ich mache mir langsam Sorgen: Sind alle Weihnachtsmänner wie der in Himmelpfort nur Imitatoren?

aRTikel

Himmelpfort ist nur eine Zwischenstation

Mittwoch, den 4. Juli 2007
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Julia Börner will in York studieren

MAZ Gransee, 4.7.2007

HIMMELPFORT
„13 Prüfungen in drei Wochen, das war ein ziemlicher Hammer!“ Aber Julia Börner hat das alles überstanden. Ganz entspannt sitzt sie im Außenbereich eines Bistros in Himmelpfort.
Zwei Jahre lang lernte sie in England am Impington Village College, lebte in den vergangenen Monaten direkt in Cambridge. Seit September 2005 schrieb sie 15 Artikel aus ihrer Zweitheimat. Und in diesen Tagen wird es noch einmal spannend: Sie erhält ihre Prüfungsergebnisse. „Wenn alles klappt, habe ich dann meinen Abschluss in der Tasche.“ Dabei handelt es sich um den IB, den International Baccalaureate. „Das ist ein international anerkannter Abschluss“, erzählt Julia.
Seit Wochen hat sie richtig dafür gebüffelt. „Teilweise mit Nachtschichten“, sagt Julia mit einem Schmunzeln. Was auch immer für eine Note dabei herausspringt: Sie fühlt sich gut vorbereitet für die Uni. „In England sind wir sehr viel selbstverantwortlicher für das, was wir tun.“ Man habe keinen Notenzwang, müsse aber diverse Belegarbeiten erledigen. Julia: „Und je mehr du machst, desto mehr hast du danach im Kopf.“
Sprachlich hatte die 18-Jährige wenig Probleme. Weder ihre Behinderung, Julia hat Ataxie, eine Koordinationsschwäche, noch die fremde Sprache an sich waren ein Hindernis. „Einige dachten, ich komme aus den USA“, erzählt sie, „das war schon ein großes Lob für mich. Wenn ich dann sagte, dass ich aus der Nähe von Berlin komme, war die Verwunderung groß.“
Anfangs hatte Julia Börner noch ein wenig Heimweh. „Ich habe auch Fehler gemacht, zum Beispiel irgendwelche überteuerten Sachen gekauft.“ Aber sie hat sich dann einfach an ihre Mitbewohner gehangen. Im zweiten Jahr war das alles anders: Sie zog von Impington nach Cambridge und lernte ihren Freund kennen. „Er kommt aus Petersborough, aber eigentlich aus Algerien“, erzählt Julia. Bald wird sie ihn wiedersehen.
Jetzt also wieder Himmelpfort. Der kleine Ort mit dem Weihnachtsmannpostamt und der Klosterruine. Wo nur das eine oder andere Auto am Bistro vorbeirauscht. Am Montag fliegt sie für drei Wochen zurück nach England. Und überhaupt steht in ihrem Lebensplan, erstmal ganz dorthin zu gehen. „Ich möchte in England zur Uni gehen“, sagt Julia Börner. „Am liebsten in York, drei Stunden nördlich von Cambridge.“ Wenn sie ihre erforderliche Punkteanzahl erreicht, sollte das auch kein Problem sein. Am Freitag kann sie das Ergebnis im Internet abrufen. Wir drücken die Daumen.

RTelenovela

Wo der Weihnachtsmann wohnt – zumindest vor Weihnachten

Montag, den 18. Juni 2007
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Der Weihnachtsmann hat Sommerpause. Am den Fenstern des Weihnachtsmannpostamtes in Himmelpfort kleben nur ein paar Zettel, dass sich die Kinder doch bitte noch gedulden sollen, schließlich brauche der alte auch mal ein wenig Pause.
Ein Termin führte mich heute nach Himmelpfort. Der Ortsteil von Fürstenberg liegt am obersten Zipfel von Oberhavel, an der Grenze zu Mecklenburg-Strelitz und der Uckermark.
Ortsschilder wird man in Himmelpfort umsonst suchen. Es gibt keine. Oder besser: keine mehr. Sie werden immer wieder geklaut und wahrscheinlich als Souvenir verramscht oder aufbewahrt. Ist ja auch der Wahnsinn, so ein Schild von dem Ort, wo der Weihnachtsmann wohnt – zumindest in den Wochen vor Weihnachten.
Aber auch so hat Himmelpfort einiges zu bieten, auch heute Nachmittag stiefelten diverse Touris durch den Ort. Einige Seen, die sehr sauber sein sollen, findet man hier. Diverse Museen und eine Klosterruine. Der Weihnachtsgottesdienst in Himmelpfort wurde mir heute als legendär angepriesen.
Nach dem Treffen in einem Café und einem kurzen Spaziergang zur Klosterruine war mein Himmelpfort-Ausflug dennoch nach 90 Minuten erledigt.

aRTikel

Angeeckt: Das Ende der Sommerkinos

Mittwoch, den 2. August 2006
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Zu wenige Besucher in Himmelpfort und Neuglobsow


MAZ Gransee, 2.8.2006

OBERHAVEL

Die Sommerkinos in Himmelpfort und Neuglobsow haben ihren Betrieb eingestellt. Das bestätigte am Montag auf MAZ-Nachfrage eine Sprecherin des Betreibers „Rent A Kino“. Grund: Besuchermangel. Es würde finanziell nur draufgezahlt, die Einnahmen reichen hinten und vorne nicht.
Seltsam: Dabei wünschen sich doch gerade die Jugendlichen im Norden von Oberhavel ein Kino. Nun hatten sie, zumindest jetzt im Sommer, sogar zwei – und keiner geht hin. Zu weit weg vom Schuss? Zu teuer? Zu heiß draußen?
Kinos gibt es jetzt nur noch außerhalb des Nordkreises: in Neustrelitz, Neuruppin, Templin und Oranienburg, außerdem noch das Zempower Autokino. Ob es einen weiteren Versuch für das Sommerkino 2007 gibt, bleibt fraglich. Vielleicht wäre ein neuer Versuch direkt in Gransee, Zehdenick oder Fürstenberg ratsamer. Vielleicht sind hier mehr Kinointeressierte? Aber die Hoffnung scheint eher gering. Sehr schade.