RTelenovela

Vor 20 Jahren (95): Hyper Hyper in Thüringen

Sonntag, den 12. Mai 2013
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(94) -> 8.5.2013

Mittwoch, 12. Mai 1993.
Was sind wir gelaufen! Wir sind gelaufen, gelaufen, gelaufen. Und natürlich hatten einige von uns danach ordentliche Blasen am Fuß. Den Rennsteig entlang, durch die Drachenschlucht. Danach war von 40 Kilometern die Rede, aber das halte ich inzwischen für sehr übertrieben.

Klassenfahrt 1993. Am Montag nach unserer Jugendweihe führte uns die Reise nach Oberellen in Thüringen, dem Herkunftsort unserer Klassenlehrerin. Auf einem Freibadgelände schlugen wir unsere Zelte auf.
Mit Thommi wohnte ich im mit Abstand kleinsten Zelt. Aber es hat irgendwie funktioniert.

Oberellen liegt unweit von Eisenach, weshalb wir natürlich auch die Wartburg bestiegen. Einige von uns ritten auf Eseln. Mir war so was noch die geheuer, deshalb lief ich den Berg lieber hoch.
Eine weitere Wanderung führte uns nach Herleshausen. Das liegt schon in Hessen, und irgendwie war es dreieinhalb Jahre nach dem Mauerfall immer noch eine für uns bemerkenswerte Sache, dass wir die ehemalige deutsch-deutsche Grenze überschritten hatten.

Mehrere nervige Begleiter machen uns diese Klassenfahrt unvergesslich. Zum einen war das Snow mit seinem Song “Informer”, aber vor allem die damals noch ganz neue Band Scooter mit “Hyper Hyper”. Als die Mädels den Zug auf der Rückfahrt zum x-ten Mal damit beschallten, hagelte es Proteste. Was die Mädels natürlich nicht interessierte.

RTZapper

Es ist noch alles wie ein Traum

Sonntag, den 1. November 2009
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SA 31.10.2009 | 3.30 Uhr (So.) | hr-Fernsehen

Wenn über den Mauerfall vor 20 Jahren berichtet wird, dann steht eigentlich fast immer nur Berlin im Blickpunkt des Interesses.
Dabei spielte das Ereignis natürlich an der gesamten deutsch-deutschen Grenze eine erfreuliche Rolle.

Der hr zeigte in der Nacht zum Sonntag einen Sonderbericht mit dem Titel “Es ist noch alles wie ein Traum”, der am 12. November 1989 im damaligen Programm gezeigt wurde.
So hatten die Berliner natürlich Glück, als sie am Grenzöffnungswochenende in die Metropole durften. Die Thüringer hatten mit Widrigkeiten zu kämpfen. So reisten viele nach Herleshausen, wo sie aber am Wochenende viele geschlossene Geschäfte vorfanden. Insbesondere die Ramschhändler machten damals wohl das große Geschäft.

Gerade weil von den Geschehnissen außerhalb Berlins relativ wenig bekannt ist, sind die Berichte aus Hessen besonders interessant gewesen.

RTZapper

Themennacht Mauerfall

Sonntag, den 11. November 2007
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SA 10.11.2007, 23.10 Uhr, hr-Fernsehen

1982 versammeln sich in dem hessischen Ort Altenburschla ein paar Leute vor Kameras des Hessischen Rundfunks. Sehnsüchtig blicken sie gen Osten. Über die Mauer hinweg in die DDR, nach Großburschla. Der antifaschistische Schutzwall trennte die beiden Orte. Ältere Männer und Frauen konnten ihr ehemaliges Wohnhaus vom Westenh aus sehen. Doch hin konnten sie nicht. Ob sie denn glauben, dass die Grenze mal fallen würde. Sie glaubten nicht (mehr) daran. Das war 1982. In der Reportage “Hart an der Grenze”.
Sieben Jahre später war alles anders. Die Mauer fiel.
Das hr-Fernsehen erinnerte genau 18 Jahre nach dem historischen Tag mit einer Mauerfall-Themennacht an das Ereignis. Das Interessante: Der Mauerfall wird immer nur mit Berlin verbunden. Wenn sich im Fernsehen daran erinnert wird, werden immer nur Bilder aus Berlin gezeigt. Doch nicht nur in Berlin wurde gefeiert.
Am 10. November 1989 war der hr vor Ort in Herleshausen, am Grenzübergang auf der Autobahn. Und hielt dort mit seinem Reporterteam den Straßenverkehr auf, wenn sie die Trabantfahrer fragten, was sie denn nun im Westen machen wollten.
Sehr schön, denn das hr-Fernsehen zeigte Bilder, die wohl selten im Fernsehen laufen: Mauerfallfreude abseits der Hauptstadt.
Hans Eichel, damals noch Oberbürgermeister von Kassel, sprach darüber, dass jetzt alles für das Wohl der Gäste getan werden müsste. Alle hofften, dass der Zustand anhalten würde, dass die DDR-Bürger weiter in den Westen dürften.
Dass nur gut elf Monate später dei DDR nicht mal mehr existierte, konnte ja keiner ahnen.
So zeigte der hr, dass es auch an der deutsch-deutschen Grenze 1989/90 eine sehr spannende Zeit war. Und dass Fernsehen noch anders funktionierte: Mehrmals entschuldigte sich der Reporter, dass man ja gerne live gesendet hätte, aber die Deutsche Bundespost keine Leitung nach Herleshausen bereitstellen konnte. So ändern sich die Zeiten. Technisch, aber vor allem politisch.

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Heimreise

Dienstag, den 28. Februar 2006
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Montagabend, etwa 20.35 Uhr, Neulußheim. Nach einem einstündigen Zwischenstopp bei Marcel auf der Reise von Stuttgart nach Hause geht es zurück auf die Piste. Heimreise. Ich bin leicht müde, habe gerade noch eine Kopfschmerztablette genommen. Gut 6 Stunden sind es bis nach Hause. Vielleicht hätte ich lieber doch in “Neulusse” übernachten sollen, um dann ganz früh die Fahrt anzutreten.

Im Radio, auf hr1, wird über Seitensprünge diskutiert. Das ist doch mal ein handfestes Thema für den Rosenmontagabend.
Auf der A67 beginnt es, zu schneien. Das fängt ja gut an.
21.15 Uhr. Tanken in Gräfenhausen, irgendwo bei Darmstadt. Die Raststätte wirkt sehr verlassen. Ich fahre weiter.
Hinter Frankfurt wird der Schneefall heftiger. Der Verkehr wird langsamer, inzwischen fahren die Pkw und die Lkw das gleiche Tempo – zwischen 90 und 100 km/h. Das Überholen der Brummis wird zur Geduld- und Zitterpartie. Auf der Überholspur legt sich langsam, aber sicher, der Schnee nieder.
Ich überhole einen Schwertransport.
22.20 Uhr: Auf hr1 wird die Expertin zum Thema Seitensprünge verabschiedet. So was könne auch mal eine Beziehung kitten, hatte sie vorher erzählt. Kann, muss aber nicht. Und überhaupt müsse man doch auch mal an die Frauen denken, meint eine Psychologin am Telefon. Die Gesellschaft habe doch sowieso einen Überfluss an Sexualität.
Gegen 22.30 Uhr erreiche ich das Hattenbacher Dreieck, dort beginnt die A4. Es geht bergauf. Es schneit weiter. Stellenweise kommt der Verkehr nicht über die 70-km/h-Grenze hinaus. Das macht müde.

23.20 Uhr. Pause bei McDonald’s in Herrleshausen, an der Grenze von Hessen zu Thüringen. Im Gegensatz zur Autobahn, die noch recht frei ist, sind die Straßen abseits der A4 verschneit. Bei McDoof bin ich der letzte Gast des Abends. Bei einem Eis und ner Cola blättere ich die Thüringer Allgemeine durch – dort wird Thüringen im Olympia-Medaillenspiegel extra angegeben.

Mitternacht. Auf DeutschlandRadio Kultur beginnt ein merkwürdiges Feature zu irgendeiner seltsamen Klangkunst. Kann mich nicht so richtig darauf konzentrieren. Finde aber auch nichts Besseres – und lege eine CD ein.
Währenddessen überhole ich den Schwerlasttransport ein zweites Mal.
Inzwischen schneit es auch nicht mehr so wirklich, die Autobahn ist recht gut befahrbar. Einmal überhole ich den Räumdienst, der Salz streut.
Die CD ist zu Ende, ich kehre zum DeutschlandRadio Kultur zurück. In der Telefontalkshow “2254″ wird über den Karneval diskutiert. Was wir mögen und was nicht. Die Leute am Telefon erzählen irgendwelche doofen Witze. Einer fängt mit den Mohamed-Karikaturen an. Falsches Thema, auf Wiederhören.

1.45 Uhr, Rasthof Köckern. Zuletzt habe ich hier mit Felix Pause gemacht, als wir vom Taubertal-Festival kamen. Wir stießen auf lauter unfreundliche Damen. Und sie sind immer noch da. Ich war der einzige Gast. Der Parkplatz war voll mit Lkw, in denen die Fahrer wohl schliefen. In der Auslage stand ein Mandarinenkuchen. Ich fragte, ob ich ein Stück haben könne. Was mir die Bedienung geantwortet hat, kann ich nicht sagen. Sie sprach so leise und nuschelig, dass ich es beim besten Willen nicht nachvollziehen konnte. Nur so viel: Ich würde wohl kein Stück bekommen. Vielleicht lieber was von den andern Kuchen? Der sah doof aus, ich wollte nicht. Und nur, weil sie den schönen Mandarinenkuchen nicht anschneiden wollte? Des Rätsels Lösung: Das Ding war noch tiefgefroren. Na toll. So lange kann ich nicht warten. War wieder mal schön in Köckern.

Weiterfahrt um 2.10 Uhr. Die Müdigkeit schlägt um sich. Ich lege meine Schlager-CD ein, die ich von Sabi und Bär zum 10000.Tag bekommen habe. Beschwingt passiere ich Brandenburg.
Auf dem Berliner Ring angekommen gehe ich zu 104.6 RTL über. Dort kündigen sie den brandneuen Song von Melanie C. an. Seltsam: am Nachmittag auf SWR3 wurde auch ein neuer Song von ihr gespielt, aber ein anderer – der wirklich brandneue Song. Nun ja, RTL spielt ihn dann, wenn er auch in den Charts ist und verkauft ihn eben dann als neu. Merkt ja keiner.
3.30 Uhr. Oranienburg. Endlich zu Hause. Ein wenig länger gefahren als sonst. mein bett ruft. Gute Nacht.