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Überflieger: Randberliner Musiker und ihre neue Sachlichkeit

Samstag, den 20. Juni 2020
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Florian Nikolai (31) aus Hennigsdorf bringt mit seiner Band Songs „Über das Coolsein“ heraus – Videoclip entsteht bei Nieder Neuendorf

MAZ Oberhavel, 20.6.2020

Hennigsdorf.
Auf einem Feld irgendwo bei Nieder Neuendorf stehen sie und machen Musik. Schlagzeug, Gitarre, Bass und ein Sänger. „Dann steh ich wieder da, wo ich schon einmal stand, mit Hose offen im Havelland“, singt Florian Nikolai. Der Song „Havelland“ ist seit dem 28. Mai auf Youtube zu sehen und auf diversen Plattformen wie Spotify vertreten.

Seit 2017 gibt es seine Band „Die neue Sachlichkeit“. „Wir haben lange über den Bandnamen philosophiert“, sagt der 31-Jährige, der aus Hennigsdorf stammt. Es sollte nicht irgendein Spaßname sein. „Wir haben uns irgendwie mit Architektur beschäftigt, und da sind wir über die neue Sachlichkeit gestolpert.“ Sie seien nicht die großen Soundkreateure, sagt er. „Der Name passt zur Musik.“ Die Musiker kennen sich aber schon länger. „Das ist ein großer Freundeskreis, der sich kannte und Bock hatte, Musik zu machen. Wir haben dann entschieden, mal einen Proberaum zu mieten und haben dann Mucke gemacht und uns später gefragt, warum wir erst jetzt auf die Idee kommen, eine Band zu gründen.“

Wobei Florian Nikolai schon immer viel mit Musik zu tun hatte. Die Band „Die anderen Kinder“ war in der Region bekannt, später machte er solo Musik unter den Namen Dimitri Kalaschnikow. 2008 hat er am Hennigsdorfer Puschkin-Gymnasium sein Abi gemacht. Inzwischen arbeitet er in einer Werkstatt mit Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen als Mediengestalter. Er lebt in Berlin-Wedding.

In seiner aktuellen Band sind sie zu viert. „Wir machen deutschsprachigen Indierock.“ Bassist Sebastian „Schere“ Schade ergänzt: „Wir machen deutschsprachige Musik nicht, weil wir uns bewusst dazu entschieden haben, sondern weil es für uns am natürlichsten ist.“ Es sei die Sprache, „mit der wir am besten handwerklich arbeiten können“, so Florian Nikolai weiter. „Ich fühle mich da wohler.“
„Über das Coolsein“, heißt die EP, dessen Songs nun nach und nach veröffentlicht werden. Dabei gehe es nicht darum, wie cool die Musiker selbst seien. „Es gibt kein Dogma, wie man cool ist“, so der Hennigsdorfer. Es gehe eher um eine innere Haltung, um Bewertungen von außen. „Was wir cool finden, finden andere vielleicht gar nicht cool.“ Nicht nur im Song „Havelland“, sondern in den meisten Songs, die sie jetzt veröffentlichen: „Sie beschreiben die Wurzeln, wo wir herkommen. Wir sind alle Randberliner.“ Im Freundes- und Bekanntenkreis machen sie in Berlin oft die Erfahrung, dass viele gar nicht wissen würden, was im „C-Bereich“, also vor den Grenzen Berlins, noch alles komme, sagt Sebastian Schade.
Im Lied „Flaschen und Papier“, am Donnerstag auf Youtube und den anderen Musikplattformen veröffentlicht, geht es um Stillstand und Aufbruch. „Aber wir wollen auch den Interpretationsspielraum den Hörern überlassen“, stellt Florian Nikolai klar.

Es sei in der heutigen Zeit schwierig, mit Musik Geld zu verdienen. „Es ist eher eine Sache der Überzeugung.“ Aber sie sind überzeugt, „dass wir auch einen Kulturbeitrag leisten. Aber wir sind realistisch, dass wir damit nicht unseren Lebensunterhalt verdienen werden.“ Gerade jetzt in der Corona-Krise seien die Probleme in der Musik- und Clubszene sehr groß.
Eigentlich sollte es auch ein Release-Konzert zum Erscheinen der neuen Songs geben. Wegen Corona findet es nicht statt, könnte aber irgendwann noch nachgeholt werden. Den bisher größten Auftritt hatten sie beim „Jenseits von Millionen“-Festival in der Lausitz vor etwa 600 Leuten. Ihre Proben absolvieren sie in einem Kellerraum der Anna-Lindh-Grundschule in Berlin-Wedding. Und zum Coolsein gehört für sie auch, dass sie ihre Songs nicht nur digital veröffentlichen, sondern auch auf Schallplatten pressen lassen wollen.

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Hits: 228

KeineWochenShow

#169 – Irgendwie, irgendwo, irgendwann

Sonntag, den 29. März 2020
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Woche 2 in der Coronakrise liegt schon schon hinter uns, und noch dürfen wir zu zweit unsere Sendung fabrizieren. Und natürlich ist es das beherrschende Thema.

Wir haben diesmal einen Gast – oder besser: Ich habe mit Susi ein Videointerview geführt. Sie erzählt, wie ein Coronatest in Berlin gemacht wird – und wie lange man da so warten muss.
Wir sprechen über die Lage in den Krankenhäusern und bei den Tafeln. Es geht um Coronasongs und Coronashows. Um einen Friseur in Hennigsdorf, der einfach weitermachte. Um den Landkreis Ostprignitz-Ruppin, der dicht machte. Wir erinnern uns an damals und zeigen, wie es in Oranienburg aussieht.

Und über das Ende der Lindenstraße sprechen wir am Ende auch noch.
Leider hat der Schnittmeister ganz am Ende den letzten Einspieler vergessen, falls das jemandem auffällt. Holen wir nächste Woche nach!

KeineWochenShow #169 gibt es auf Youtube.

Hits: 671

RTelenovela

Las Christmas: Der Refrain klappt schon ganz gut!

Sonntag, den 22. Dezember 2019
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Zum 12. Mal trafen wir uns in Hennigsdorf zum Weihnachtssingen. Auf der kleinen Veranda saßen wir mit dem Liederheft und sangen festliche Lieder.
Dabei habe ich mal wieder festgestellt, dass gerade in der DDR sehr schöne Weihnachtslieder geschrieben worden sind. “Sind die Lichter angezündet”, 1950 geschrieben, galt in der DDR bei vielen Menschen als das schönste Weihnachtslied. Und auch in meine Top 5 würde es definitiv kommen. Oder “Vorfreude, schönste Freude”, erstmals 1970 veröffentlicht.

Natürlich macht es dann besonders Spaß, diese Lieder zu singen. Bei anderen gerieten wir dagegen ordentlich ins Schlingern. Neuerdings steht auch “Last Christmas” in unserem Liederbuch, und wer sich die Strophen mal angesehen hat, weiß, dass man die ohne Übung nicht so ohne Weiteres singen kann. Und so klangen die Refrains ganz ordentlich, die Strophen dagegen, nun ja, erbärmlich.
Selbes Problem bei Mariah Careys “All I want for Christmas is you”, bei dem ich erst gar nicht mitgesungen habe und die anderen nach einer Strophe und einem Refrain aufgaben.
Kann die Mariah besser.

Hits: 89

KeineWochenShow

#154 – She’s got the Look

Sonntag, den 15. Dezember 2019
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“The Look” war der wohl größte Hit von Roxette. Nun ist Sängerin Marie Fredriksson gestorben, und in KeineWochenShow werden wir sie würdigen.

Und auch sonst werfen wir wieder einen Blick auf die Woche: Der Brexit steht nun doch bevor. Miss Brandenburg kommt aus Oranienburg. Das Punkfestival “Resist to Exist” kommt auch 2020 nicht nach Kremmen. Dafür war die Schlagersängerin Kristina Bach in Hennigsdorf. Es geht um den baldigen Drehschluss in der Lindenstraße und um die wunderbare Sendung “Die Geschichte eines Abends”.

Das und noch mehr in KeineWochenShow #154 auf Youtube.

Hits: 174

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Kristina Bach in Hennigsdorf

Montag, den 9. Dezember 2019
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SA 07.12.2019 | Hennigsdorf, Postplatz

Atemlos durch die Nacht! Ja, ja, die Helene Fischer ist diesen Song gesungen, und es ist ihr größter Erfolg. Aber auch Kristina Bach singt diesen Song bei ihren Auftritten. Denn immerhin hat sie “Atemlos” ja geschrieben, und deshalb ist es auch ihr vermutlich größer Hit, wenn auch “nur” als Autorin. Aber deshalb singt sie das Ding auch gleich zweimal während ihrer knapp einstündigen Show . einmal auch noch auf Englisch.

Dass die Stadt Hennigsdorf auch größere Stars auf den Weihnachtsmarkt holt, ist toll. Das erhöht ja immerhin auch die Wertigkeit des sowieso schon recht schönen, kleinen Markt. Kristina Bach stand am Sonnabendnachmittag auf der Weihnachtsmarktbühne.
Schon seit 1983 veröffentlicht sie ihre Songs, ihren Durchbruch hatte sie aber erst 1990 mit “Erst ein Cappuccino”. Ihre Tragik ist ein wenig, dass man ihren Namen kennt – Hits von ihr aber eher weniger. Wenn sie auf der Bühne steht, dann ist die Wiedererkennung hin und wieder zwar da, aber es ist schon bezeichnend, dass sie erst “Atemlos” singen muss, um das Publikum wirklich zu begeistern. So singt sie zwischendurch auch ein Hitmedley – mit Sings anderer Künstlerinnen. Ob das auch alles von ihr geschriebene Songs waren, habe ich vor Ort dann aber nicht recherchiert.

Auch wenn sie ein wenig mit dem Hennigsdorfer Publikum sprach, sie wirkte ein bisschen lustlos. Auch wirkte das Konzert wie ein Vollplaybackding. Die Musik kam sowieso vom Band, aber auch die Stimme war zu geleichbleibend perfekt, als dass das live war. Da die Musik zudem recht leise war, sprang der Funke zum Publikum dann auch nciht wirklich über, und das war einerseits erstaunlich, andererseits schade.
Ich zog es vor, während sie sang (oder die Lippen bewegte?), mir eine Bulette vom Imbiss neben der Bühne zu holen. Die war übrigens extrem lecker!

Hits: 108

KeineWochenShow

#124 – I’m sorry, Ibiza! Zero Points!

Sonntag, den 19. Mai 2019
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Es ist viel los gerade, und wir müssen darüber reden. In KeineWochenShow.
Ein Skandalvideo erschüttert Österreich, und alle rätseln darüber, wer dieses Video eigentlich gemacht hat.
Es war auch wieder die Woche des Eurovision Song Contests, wobei wir bei der Aufzeichnung am Sonnabendmittag natürlich das Ergebnis noch nicht kannten.
Wir sprechen wir Fehler auf den Wahlzetteln in Oranienburg und über die Frage, was denn mit den Briefwählern ist, die schon abgestimmt haben und jetzt vielleicht gar nicht mehr im Lande sind.
Es geht um drei Hennigsdorfer Schulen, die den Titel tragen “Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage”, dann aber bei der U18-Wahl gemeinsam fast 30 Prozent der AfD und NPD geben.

Außerdem geht es um die Thailand-Entschuldigung von Sat.1, um einen Pornos schauenden Lokführer – und einen Konzertausschnitt haben wir diesmal auch wieder. KeineWochenShow #124 gibt es auf Youtube.

Hits: 221

aRTikel

Überflieger: Vom Drescherfest bis zum großen Lichtspektakel

Samstag, den 20. April 2019
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Die aus Vehlefanz stammende Alice Paul-Lunow (38) plant in ihrer FirmaFine Emotion Events – alles beginnt am Hennigsdorfer Puschkin-Gymnasium

MAZ Oberhavel, 20.4.2019

Vehlefanz.
Events sind ihr Ding. Schon in der Schule war das so, als sie am Hennigsdorfer Puschkin-Gymnasium den Frühlingsball organisierte. Inzwischen ist Alice Paul-Lunow Geschäftsführerin ihrer eigenen Firma. Das in Potsdam ansässige Unternehmen Fine Emotion gibt es seit acht Jahren. Erst kürzlich fand in der Landeshauptstadt das Tulpenfest statt. Im Herbst heißt es „Berlin leuchtet“ unter ihrer Projektleitung, außerdem findet das Lichtspektakel in Potsdam statt. Bedeutend ist auch die Veranstaltung „M 100“, zu der viele Medienschaffende nach Potsdam kommen.

Alice Paul-Lunow ist in Vehlefanz groß geworden, ihre Familie lebt dort noch immer. Dietmar Sturzbecher, dem der Alte Dorfkrug in Staffelde gehört, ist ihr Vater. „Ich wusste immer, dass ich mit Menschen arbeiten möchte“, erzählt die 38-Jährige. Am Puschkin-Gymnasium war sie Schulsprecherin. Schon mit 17 Jahren bekam sie die Gelegenheit, für eine Agentur Veranstaltungen zu organisieren. „Ich habe dann mit 18 ein Kleingewerbe angemeldet. Damals gab es ja noch nicht so viel in Hennigsdorf.“ Sie war dann an verschiedenen Aktionen im Einkaufszentrum „Ziel“ und in der Storchengalerie beteiligt. „Es gab mal ein Beachvolleyball-Event auf dem Havelplatz.“ Nach dem Abi im Jahr 2000 begann sie eine Lehre als Marketingkauffrau. „Damals gab es noch kein Studium zum Veranstaltungsmanager.“
Im Laufe der Jahre seien die Events immer größer geworden. „Man sammelt ja mit der Zeit immer mehr Kontakte.“ 2010 war sie für eine Festveranstaltung zum 125. Kudamm-Jubiläum in Berlin zuständig. „Mit 10 000 geladenen Gästen und einem großen Feuerwerk an der Gedächtniskirche.“

Wichtig für solche Veranstaltungen sei eine gute Vorplanung. „Dann gibt es den Spannungsmoment, wo dann die Sachen auch alle gelingen müssen. Immerhin ist es für den Kunden der eine große Tag, da ist es egal, ob was schief geht.“ Klar, es funktioniere nicht immer alles, aber im Idealfall bekomme das keiner mit. „Ich mag den Prozess, Dinge zu gestalten. Und das Tolle ist: man bekommt sofort ein Feedback.“ Insgesamt 22 Leute arbeiten in zwei verschiedenen GmbH, eine davon betreibt Gastronomie-Objekte wie den Kutschstall und das Freundschaftsinsel-Café in Potsdam. Am vergangenen Wochenende waren 18 000 Menschen beim Potsdamer Tulpenfest, trotz schlechten Wetters. Allerdings gibt es momentan rund um das Fest Unruhe, weil der frühere Ausrichter rechtlich dagegen vorgehen will und es selbst wieder in die Hand nehmen möchte.

Für Alice Paul-Lunow spielt aber auch Oberhavel weiter eine Rolle. „Ich freue mich, wie sich die Region weiterentwickelt“, sagt sie. Sie lobt das Schloss Schwante, das Forsthaus in Sommerswalde und das Kremmener Scheunenviertel. Am Sonnabend, 27. April, ist sie beim Krämerwaldfest in Wolfslake, sie wird das Festprogramm moderieren. „Es ist total schön, dort wieder zu sein.“ Auch gehört sie zum Organisationsteam des Staffelder Drescherfestes, das am Alten Dorfkrug stattfindet.

Die Art der Veranstaltungen habe sich in den vergangenen Jahren durchaus geändert. „Früher gab es bei solchen Gelegenheiten immer, Champagner und Kaviar, aber das ist heute natürlich schwer erklärbar. Der Trend setzt auf Nachhaltigkeit und Regionalität. Es geht darum, Wärme zu vermitteln, die Leute abzuholen, sie sehnen sich danach, berührt zu werden.“

Sie hat zwei Kinder. „Das muss man gut organisieren, aber das haben wir sehr gut hinbekommen.“ Nachmittags nimmt sie sich Zeit für die Kinder, aber dafür wird abends noch mal gearbeitet. Momentan steckt sie schon in den Vorbereitungen für die Berliner und Potsdamer Lichterfeste. „Ansonsten lese ich sehr gerne“, sagt sie. Privat telefoniert sie ungern. „Ich versuche dann eher, Zeit mit lieben Menschen zu verbringen, da brauche ich auch keine laute Musik.“

Hits: 199