RTZapper

Vor dem Knall

Montag, den 9. Juli 2018
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FR 06.07.2018 | 22.30 Uhr | Tele 5

Nein, nein, da passiert nix. Das wird ein ganz entspanntes Wochenende. Wird voll easy.
Hieß es.
Es ist dann aber doch was passiert, es war alles andere als entspannt, und voll easy schon mal gar nicht.
Es ist jetzt ein Jahr her, dass die Demonstrationen rund um den G20-Gipfel in Hamburg eskalierten, dass auf allen Seiten Wut herrschte – und natürlich Entsetzen über die Gewalt, die da herrschte, während die Politiker gemütlich in der Elbphilharmonie saßen und der “Ode an die Freude” lauschten.

Tele 5 zeigte am Freitagabend die Dokumentation “Vor dem Knall”. Sie handelt von den Tagen vor dem G20-Gipfel und davon, wie die Menschen, die in den später betroffenen Vierteln leben, schon vorher ahnten, dass da was Unheilvolles auf sie zu kommt.
Und vom Journalisten Giovanni di Lorenzo, die in einem Interview in dieser Doku sagt, dass er davon überzeugt sei, dass der G20-Gipfel ohne größere Störung über die Bühne gehe. Und von Politikern, die das natürlich auch glaubten.

Tele 5 zeigte den Film werbefrei, da er auch auf Ohne-Profit-Basis entstanden ist. Das Gute ist, dass hier das normale Volk zu Wort gekommen ist. Ihre Sorgen, ihre Ängste, ihre Beobachtungen. “Vor dem Knall” ist ein etwas anderer Rückblick auf die Hamburger Chaostage.

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KeineWochenShow

#28 – Keine Blümchen für Bosbach

Montag, den 17. Juli 2017
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Neue Sendung, neues Glück und neues Studio.
Na ja, ein neues Studio haben wir nicht, aber die Renovierung des Kellerstudios ging nach der Oranienburger Regenflut doch schneller als gedacht. Aber neu eingerichtet ist es. Der Tisch und die Stühle stehen anders und wir sitzen auch anders.
Ganz optimal ist das noch nicht, da werden wir in den nächsten Wochen vielleicht noch dran feilen. Dass ich mich immer nach hinten umdrehen muss, wenn wir uns unterhalten, ist noch veränderungswürdig.

Ansonsten werten wir das G20-Wochenende in Hamburg aus. Die Chaoten, die Autos anzündeten, als ob sie damit gegen irgendwas Politisches demonstrieren würden. Über die Polizeieinsätze. Und über die unsägliche “maischberger”-Sendung, bei der alle verlernt haben, zuzuhören und vernünftig zu diskutieren. Stattdessen flüchtet Wolfgang Bosbach, weil er Jutta Ditfurth nicht zuhören kann und ihr nicht gewachsen ist, vernünftig gegen zu halten. Peinlich.

Außerdem geht es um Benjamin Blümchen, der seinen 40. Geburtstag gefeiert hat. Um das Morgenmagazin der ARD, das 25 geworden ist. Um einen Oranienburger Tennisspieler, in der Wimbledon angetreten ist. Wir fordern, dass, wenn er berühmt wird, dann auch als Oranienburger betitelt wird – und nicht als Berliner. Wir machen uns über den neuen DFB-Sponsor lustig und haben Mitleid mit den Urlaubern in Binz, die nicht den Kurplatz nutzen konnten, weil da die Beachvolleyballer spielten.

Und ein Bier gibt es auch. Aber kein Gutes. Seht selbst – auf Youtube: KeineWochenShow #28.

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RTZapper

News spezial: Der G20-Gipfel

Sonntag, den 9. Juli 2017
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FR 07.07.2017 | 20.00 Uhr | n-tv

In Hamburg herrscht Krieg, und das Fernsehen steht mittendrin.
Der Reporter von n-tv steht im Schanzenviertel. Er hat einen Helm auf und blickt sich immer wieder um. Hinter ihm ist Blaulicht zu sehen, Polizisten in Kampfuniform und auch Randalierer. Eine Barrikade brennt, und der Reporter erzählt von alldem.

Als am Freitagabend in St. Pauli die Lage eskalierte, als die Proteste gegen den G20-Gipfel zur dumpfen Randale wurde, da zoomten die Nachrichtensender noch mal richtig ran. Stundenlang berichtete n-tv in einem “News spezial” live direkt aus dem Brennpunkt. Immer mal wieder musste der Reporter abbrechen und seinen Standort wechseln, weil er von der Polizei abgedrängt wurde. Weil es einfach zu gefährlich wurde.

Ebenso auf N24. Die Nachrichten kamen direkt aus dem Hamburger Krisengebiet. Jeder Steinwurf, jedes Feuer – live und direkt. Die Tagesschau hatte ebenfalls einen Reporter vor Ort, und auf Facebook bot sie immer wieder einen Livestream an, auf dem unkommentiert ebenfalls Livebilder aus dem Schanzenviertel zu sehen waren.

Es ist ein zweischneidiges Schwert: Einerseits ist es gut, ein ungefiltertes Bild von der Situation zu bekommen, irgendwie dabei zu sein, aus erster Hand zu sehen, was sich abspielt. Andererseits ist es natürlich auch eine Befriedigung von Sensationsgier und ein Stück Voyeurismus. Es ist, als wären wir in Hamburg dabei und würden gaffend auf der anderen Straßenseite stehen. Zehntausende waren über das Internet über Streams auf Facebook und Youtube live dabei, und morgen regen wir uns auf, wenn wir andere bei Autobahnunfällen doch mal wieder neugierig sind und gaffen.

Die Hamburger Ausschreitungen waren in jedem Fall auch wieder eine kleine Zäsur in der Live-Berichterstattung. Per Internet sind wir mittendrin statt nur dabei.

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RTelenovela

G20-Chaostage: Dumpfer, doofer, blanker Hass

Samstag, den 8. Juli 2017
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In Hamburg herrscht Krieg.
Wir leben in einer Demokratie, und in einer Demokratie gehören Demonstrationen und Proteste dazu.
Was sich aber in St. Pauli abspielt, das hat weder etwas mit Protest und schon gar nichts mit unserer Demokratie zu tun.

Wegen des G20-Gipfels gibt es Gegendemos. Das ist legitim und es gibt viele Gründe dafür.
Aber Autos anzuzünden? Wahllos in einem Wohnviertel rumrennen und die Karren abfackeln? Ist das Protest? Einfach mal den Wagen vom Pflegedienst abbrenne – das ist also Protest gegen Trump?
Nein, das ist blinde, dumme Wut. Gegen wen, weiß ich weiß. Vermutlich gegen alles und jeden. Gegen Leute, die mehr Geld haben als andere. Aber wissen denn die Brandstifter, wessen Wagen sie anzünden? Ob sich derjenige ein neues Auto einfach mal so leisten kann? Oder ob er vor dem Ruin steht? Das ist diesen Verbrechern natürlich wurscht. Weshalb diese Aktionen einfach nur widerlich sind.

Läden werden geplündert, Barrikaden angezündet – Polizisten mit Messern beworfen. Protest? Gegen G20? Gegen Trump? Ach, hört doch auf. Blinde Gewalt ist das, Zerstörungswut, Hass. Damit erreicht man nichts. Gar nichts.

Es heißt, die Politik habe in Hamburg versagt, weil sie zuließ, dass dieser Gipfel dort stattfindet.
Man kann der Politik sehr viel vorwerfen. Aber für die Krawalle sind die Chaoten zuständig. Sie drehen an der Gewaltspirale.
Grundsätzlich muss es möglich sein, so eine politische Veranstaltung in Städten durchzuführen. Ob sie inhaltlich was bringen, ist dabei nicht der Punkt. Ob eventuell die Polizei hier und da zu hart war, auch nicht.
Der Punkt, dass in Hamburg Gewalttäter am Werk sind. Sie üben Gewalt aus, um Gewalt auszuüben. Der G20 ist der Anlass, aber es hätte auch ein ganz anderer sein können.

Man kann nur hoffen, dass es unter den Polizisten nicht noch mehr Verletzte gibt. Dass die Anwohner keine Schäden davon tragen. Dass keine Unbeteiligten verletzt werden. Dass der Wahnsinn bald ein Ende hat.

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KeineWochenShow

#2 – Smartphone-WM. Elphi mit Husten. Freedom Call und Herzbuben

Sonntag, den 15. Januar 2017
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Das lief doch schon mal ganz gut! 291 Abrufe hatte die Premiere von “KeineWochenShow” auf Facebook und Youtube. Damit haben wir nicht gerechnet.
Ein paar Reaktionen gab es auch: Dass wir uns ja gar nicht vorgestellt hatten. Dass einer von uns eine ganz schön ramschige Hose an hatte.

In der 2. Folge unseres Video-Blogs geht es um die Handball-WM, die wir ja nur im Internet verfolgen können – in meinem Fall auf dem Smartphone.
Wir sprechen über die Elbphilharmonie in Hamburg, über das grandiose Eröffnungskonzert und darüber, dass man im Saal besser nicht hustet.
Der CD-Tipp ist die neue Scheibe von Freedom Call, die gerade bei RTL II mit den Wildecker Herzbuben zu sehen waren.
Der Buchtipp ist ein Rügen-Krimi, und ein Bier testet MetalMewes auch.

Anmerkungen gern in die Kommentar.

Auf Youtube: KeineWochenShow #2

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RTZapper

Elbphilharmonie 2017 – Live vom roten Teppich

Donnerstag, den 12. Januar 2017
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MI 11.01.2017 | 18.00 Uhr | NDR fernsehen

Eigentlich sollte die Elbphilharmonie in Hamburg ja schon 2010 eröffnet werden. Hat ein bisschen länger gedauert, und deshalb kommt es auf 30 Minuten dann auch nicht mehr an – jedenfalls nicht für die Hamburger.

Für den NDR schon – und für die Zuschauer auch. Weil in Berlin nämlich mieses Wetter war, die deutsche Politstaatsspitze deshalb zu spät in Hamburg eintraf, begann der Festakt zur Eröffnung des neuen Konzerthauses eine halbe Stunde später als geplant.
Zumindest beim NDR muss man ins Schwitzen gekommen sein, denn dort führte die Verspätung dazu, dass man um 19.30 Uhr einfach mal alle vier Regionalmagazine ausfallen ließ – immerhin die quotenstärksten Sendungen des ganzen Tages. Auf Facebook herrschte Unverständnis, und ich will nicht wissen, was in der NDR-Telefonzentrale los war.
Dabei hätte der NDR ja den Festakt für die Zuschauer in Hamburg weiterlaufen und in den anderen Bundesländern die Regionalmagazine starten lassen können. Immerhin sind ja alle vier NDR-Regionalvarianten über Satellit und in vielen Kabelnetzen empfangbar. Produziert wurden die Magazine trotzdem – für die paar tausend Zuschauer im Internet und die Wiederholungen.

Und warum rasten die Medien eigentlich völlig aus, nur weil Merkel, Gauck, Scholz und Co. die “Elphi” betreten? Fast schon ein Kniefall, für den ein laufender Beitrag abgebrochen worden ist – nur um live zu zeigen, wie die Politpromis vorbeihuschen. Ich wäre nicht böse gewesen, wenn der NDR das drei Minuten danach als Aufzeichnung nachgereicht hätte.

Und immer wieder dieses Geraune: Beim Festakt die ersten Konzertklänge überhaupt im neuen Haus! Was im Eröffnungskonzert gespielt wird, ist ein Geheimnis! Uuuuuh!
Dabei gab es schon eine Generalprobe vor Publikum! Erste Klänge sind also längst vorbei, und ein Geheimnis kann es nicht gegeben haben, wenn das Konzert schon mal gespielt worden ist.
Aber irgendwie muss man sich ja wichtig machen.

Aber klar, die Eröffnung der Elbphilharmonie war etwas Besonderes, und das vom NDR fernsehen übertragene Eröffnungskonzert war ein großer Genuss. Klänge, die man leider nur noch selten im Fernsehen erleben darf – historische Werke und zeitgenössische Musik. Das sorgte für Gänsehaut.
Rund 2,5 Millionen Zuschauer sahen sich das Konzert an – für den NDR und für eine Klassik-Übertragung ein überragender Wert!

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RTelenovela

Helgoland

Dienstag, den 2. August 2016
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Michael Kessler sei Dank. In einer seiner rbb-Expeditionen reiste er mit dem Katamaran von Hamburg nach Helgoland. Und Helgoland stand sowieso schon länger auf der Liste. Nun hat es gepasst, ich habe mir eine Hin- und Rückfahrt gebucht.

8.40 Uhr an den Landungsbrücken in Hamburg, für mich eher früh. Der Halunder-Jet stand schon bereit. Mit dem Ticket hatte ich auch einen festen Platz gebucht. Allerdings: Es herrschte ziemliche Leere, obwohl bei der Buchung fast alles weg war. Aber das sollte sich ändern, erst ab Cuxhaven wird das Schiff richtig voll.

Etwa 225 Minuten dauert die Tour, die ungefähr 160 Kilometer lang ist. Das ist fix für ein Schiff – es fährt bis zu 68 km/h. Allerdings noch nicht im Bereich von Hamburg, da darf es noch nicht Vollgas geben.

In Wedel an der Unterelbe steigen die nächsten Leute zu. Das Besondere: Alle großen Schiffe werden mit Musik aus Lautsprechern verabschiedet. Die riesigen Containerschiffe mit der passenden Nationalhymne.
Als wir den Hafen von Cuxhaven verlassen, ist das Schiff tatsächlich voll. Es geht raus auf die hohe See – die aber ruhig ist. Und selbst wenn nicht: Das Schiff ist so gebaut, dass die Wellen während der Fahrt kaum zu merken sind. Und wir haben mächtig Speed drauf.

Helgoland. Deutschlands einzige Hochseeinsel.
Erster Eindruck: Sieht aus wie eine Mischung aus England und Skandinavien. Was ja auch durchaus mit der Geschichte der Insel zu tun hat.
Lauter kleine verschiedenfarbige Holzhäuser. Wohnungen, Pensionen, Läden.
Gleich im Südhafen befindet sich der erste Duty-Free-Shop. Davon gibt es auf Helgoland zig.
Immer und überall trifft man auf Leute, die telefonieren. Ob man denn Zigaretten mitbringen solle, und wenn ja wie viele. Wie am Flughafen zollfrei.

Klar, wenn die Schiffe kommen, ist es voll auf der Insel. Aber ich vermute, ab dem späteren Nachmittag wird es richtig ruhig. Wer länger dort ist, kann so richtig runterkommen – wenn man die Abgeschiedenheit mag.

Die meisten Gaststätten und Bistros waren voll, ebenso die vielen Duty-Free-Shops.
Ab und zu fährt ein Taxi an mir vorbei. Immer dasselbe. Es gibt nur eins auf Helgoland, und das surrt total leise und elektrisch dahin. Wie auch die kleinen Müllautos und die wenigen anderen Fahrzeuge dort.
Ein Fahrstuhl führt ins Oberlandesgericht der Insel. Für Versehrte ist das billiger, so verrät es das Preisschild. Versehrte. Wusste gar nicht, dass das Wort noch verwendet wird. Aber Helgoland ist ja auch weitab von allem.
Vom Oberland aus hat man einen schönen Blick auf die Insel, auf den Hafen. Und dort hat man auch mal einen Moment lang Ruhe.

Gut dreieinhalb Stunden dauerte der Aufenthalt auf Helgoland. Interessant war die Exkursion auf jeden Fall. Ob ich aber mal länger dort bleiben will? Dann wohl lieber doch Rügen…

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