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Chronik Kremmen 2021

Freitag, den 31. Dezember 2021
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MAZ Oberhavel, 31.12.2021

Chronik Kremmen
Januar: In Sommerfeld wird an der Sana-Klinik eine Pandemie-Station eingerichtet. +++ Corona-Inzidenz über 200: Wer Kremmen in Richtung Ostprignitz-Ruppin verlassen will, muss einen 15-Kilometer-Radius einhalten. +++ Bürgermeister Busse wird am Blinddarm operiert.

Februar: Der Salon Silke am Marktplatz in Kremmen schließt. +++ Ein Wolf in Kremmen? Entsprechende Infos zu einem Video erweisen sich als Fake. +++ Die Beetzer feiern den Karneval auf Youtube. +++ Kämmerei und Hauptamt werden zusammengelegt. +++ In der Berliner Straße brennt eine Lagerhalle.

März: Jugendkoordinator Danny See verlässt die Stadt. Nachfolgerin wird Simone Buttgereit. +++ Die Bibliothek zieht an den Marktplatz. +++ Flatows Ortschef Gert Dietrich hadert 20 Jahre nach der Eingemeindung immer noch damit, dass sein Dorf nun zu Kremmen gehört.

April: Kremmen hat nun einen Osterbrunnen. +++ Die Sanierung der Groß-Ziethener Kirche wird teurer – die Gemeinde bittet um Spenden. +++ Ein Corona-Testzentrum öffnet in der Stadtparkhalle. +++ Das Torfstecherhaus wird Denkmal des Monats. +++ Am Marktplatz öffnet eine Poststelle. +++ Im Eichenhain in Flatow werden 30 Bäume gefällt.

Mai: Wird Kremmen Storchenstadt? Zehn Störche kreisen über der Altstadt.

Juni: Die beiden Brücken am Kanal werden freigegeben. +++ Im Flatoewer Gartenweg brennt eine große Scheune.

Juli: Nach einem Starkregen sterben in Kremmen, Groß-Ziethen und Hohenbruch insgesamt acht Jungstörche. +++ Demo am Kremmener See: Noch immer gibt es keine Einigung über einen geregelten Badebetrieb. +++ Ehrenbürgerin Ursula Münchow wird 100. +++ Die Container an der Goetheschule bekommen eine zweite Etage.

August: Das Neptunfest findet diesmal am Beetzer See statt. +++ Der Anbau für die Kremmener Kita „Rhinstrolche“ wird eröffnet. +++ Bjarne Mädel dreht in Kremmen für den Film „Buba“. +++ Andreas Dalibor erklärt seinen Rücktritt als Stadtverordneter. Ihm folgt Andreas Kretzschmar.

September: Wie soll der Verkehr im Scheunenviertel und der Altstadt fließen? Zu einem entsprechenden Workshop kommen nur wenige Menschen. +++ Das Erntefest in Kremmen und das Herbstfest in Flatow finden mit einem Hygienekonzept statt. +++ Hohenbruch bekommt ein neues Gemeindehaus. +++ Der Posaunenchor Hohenbruch wird 70. +++ Bei der Bundestagswahl siegt in Kremmen die SPD vor der AfD.

Oktober: Die Straße zwischen Kremmen und Sommerfeld wird saniert. +++ Sturm Ignaz sorgt in Kremmen für Schäden, auf die Bahnstrecke fallen schwere Äste.

November: 62 Leute nehmen an der Schleppjagd in Staffelde teil. +++ Jugendclub und Schulen starten das Projekt Bauernhofpädagogik. +++ Nach einer satirischen Karnevalsrede von Bürgermeister Busse gibt es eine wütende Beschwerde von Stadtverordnetenvorsteherin Stefanie Gebauer.

Dezember: Sebastian Busse bleibt Bürgermeister, er verliert die Landratswahl gegen Alexander Tönnies.

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Überflieger: Zaazaa zelebriert „Das Flüstern der Wale“

Freitag, den 31. Dezember 2021
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Das Groß-Ziethener Musikerpaar Petra Kleinke und Jan Rase bringen ein neues Album heraus – 14 Songs mit unterschiedlichen Stilen

MAZ Oberhavel, 31.12.2021

Groß-Ziethen
Die neue CD ist eine Art Pandemieprojekt. „Wobei wir eigentlich schon vor der Pandemie damit angefangen haben“, sagt Petra Kleinke. „Aber die Pandemie hat uns die Zeit gegeben, die Stücke noch mal zu hören.“ Einige sind verändert worden, digital aufarbeitet, der Sound verbessert.
Jetzt hat die Gruppe Zaazaa die CD veröffentlicht, sie heißt wie die kleine Band, bestehend aus Petra Kleinke und Jan Rase aus Groß-Ziethen. Die Record-Release-Party ist allerdings verschoben – auf den April. Dann soll im Theater „Tiefste Provinz“ in Kremmen gefeiert werden. 14 Songs befinden sich auf dem Album, die meisten von Jan Rase und Petra Kleinke selbst komponiert, einige wurden von Sid Peghini beigesteuert.

„Es sind sehr unterschiedliche Stücke in unterschiedlichen Stilen“, sagt Petra Kleinke. „Von ruhig bis rockig ist alles dabei“, ergänzt Jan Rase. In der Pandemie hatte sich der Musiker Zeit genommen, sein Studio umzubauen. „Wir haben uns dann für das Sounddesign des Albums viel Zeit genommen.“ Er siedelt es nun zwischen modern und Vintage an. „Wir haben alle Instrumente echt gespielt, es gibt keine Sampler.“ Für die Trompetenspiele kam Gastmusiker Tom Engelhard dazu.

Petra Kleinke und Jan Rase denken viel über das moderne Musikbusiness nach – und über die Frage: Wer kauft sich heute eigentlich noch ein Album auf einer CD? Und hören die meisten Menschen Musik inzwischen nicht eher über Streamingdienste, völlig unabhängig von Alben? Sie möge es, noch eine richtige CD in der Hand zu haben, sagt Petra Kleinke. Zumal sich die beiden Musiker große Gedanken gemacht haben, in welcher Reihenfolge die Stücke auf dem Album erscheinen. Wer das Album durchhört, erlebt durchaus viele Klangerlebnisse. Ganz besonders heraus sticht das Stück „Das Flüstern der Wale“, das sehr atmosphärisch geworden ist, zu Beginn hat Petra Kleinke einen kleinen Text eingelesen. Man hört Meeresrauschen, Möwen und sanfte Musik. Die beiden Musiker sagen, sie haben alle Stücke so arrangiert, dass sie sie auch live spielen können. Im Fall von „Das Flüstern der Wale“ muss das ein echtes Hörerlebnis sein. Bei „Die Sonne und ich“ hört man das Zwitschern der Vögel.

Den letzten Auftritt hatte Zaazaa im Herbst. Ansonsten sind wegen der Pandemie viele Auftritte weggefallen. Das gilt auch für die anderen Musikprojekte, die die beiden haben. Unter dem Namen Doooya spielen sie eher Coversongs und haben damit beispielsweise Auftritte auf Schiffen. Petra Kleinke ist auch als „Mohn“ unterwegs, hat ein Kindermusikprojekt und ist Musik-, Lern- und Traumatherapeutin in eigener Praxis. Jan Rase ist Musikproduzent und Komponist für Filmmusikproduktionen und Werbung. Beide spielten sie im Herbst auch bei Dalibor und Friends, außerdem betreiben sie die Freie Musikschule Kremmen.

Ein Paar in der Musik und im Leben. Seit 20 Jahren sind sie zusammen. „Wir ergänzen uns ganz gut“, sagt Petra Kleinke. Manchmal wird über Nuancen diskutiert. So erzählt sie: „Es gibt ein Stück, ich finde das grandios, dann hört Jan es und sagt: Ich finde das super, aber …“ Am Ende sei es aber immer gut, was dann dabei herauskomme.

Die CD gibt es in Kremmen in der „Kombüse 11“, beim Bäcker in Groß-Ziethen, und sie kann auch per E-Mail bestellt werden: info@tonicum-music.de. Tickets für die Record-Release-Party am 2. April in Kremmen gibt es im Internet auf www.tiefste-provinz.de.

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„Wir sollten hier Modellregion werden“

Donnerstag, den 8. April 2021
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Kremmens Bürgermeister Sebastian Busse über Coronaregeln, die Finanzlage und das Erntefest

MAZ Oberhavel, 8.4.2021

Kremmen.
Zum Abschluss der diesjährigen Reihe „MAZ zu Hause in Kremmen“ äußert sich Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) zu aktuellen Themen.

Halbzeit im Amt des Bürgermeisters. Macht’s noch Spaß?
Sebastian Busse: Ja, definitiv. Am 21. März war Halbzeit. Wie schnell doch die Zeit vergeht, das ist Wahnsinn. Es macht immer Spaß, die Bürgernähe zu haben. Jeder kann sich an mich wenden, egal ob auf der Straße oder über die sozialen Medien, ich versuche stets zu helfen.

Corona hat Ihnen nichts vom Spaß genommen?
Nein. Corona hat uns ja unter Umständen auch wieder mehr Zeit geschenkt für die Familie. Dafür bin ich sehr dankbar. Abendveranstaltungen, Einweihungen fallen ja alle aus. Man sollte bei allen Schwierigkeiten, die die Pandemie mit sich bringt, auch wieder zu schätzen lernen, dass unser Wasser aus der Wand kommt und wir jederzeit Grundnahrungsmittel zur Verfügung haben. Lösungen muss man finden, und kompromissbereit muss man sein.

Vergeht Ihnen manchmal der Spaß, wenn Sie auf die Finanzen der Stadt schauen?
Wir müssen schon mit offenen Augen haushalten und wirtschaften. Aber die Stadt hat die Finanzlage im Blick, da vergeht mir auch nicht der Spaß daran. Ich weiß ja, was passieren wird und kommen kann, so dass die Großprojekte mit Kita, Schule, Feuerwehr und Turnhalle finanzierbar sind. Aber ja, Kremmen kann nur mit Krediten und Fördermitteln solche Großprojekte stemmen. Als Nächstes werden wir einen Nachtragshaushalt für die Feuerwache und die Erweiterung der Kremmener Schule brauchen. Aber wir haben auch schon viel geschafft. Das Rathaus ist digitalisiert, da sind wir weiter als manch andere Kommunen oder Institutionen im Landkreis. Im Juni kann zudem der Erweiterungsbau der Kita Rhinstrolche bezogen werden.

In Oberkrämer wird gebaut ohne Ende, und das Geld dafür scheint immer da zu sein. Kremmen scheint da irgendwie auf der Stelle zu stehen.
Wir haben im Vergleich einiges auf den Weg gebracht. In den letzten zehn Jahren ist Oberkrämer enorm gewachsen, an Einwohnern sowie Gewerbebetrieben, und um wie viel Kremmen? Wir sind minimal gewachsen. Dadurch hat Oberkrämer schon mal höhere Einkommens- und Gewerbesteuereinnahmen. Wenn wir in den nächsten zehn Jahren um 1000 Einwohner wachsen, dann haben wir auch höhere Einnahmen. Ich finde es auch unsolidarisch, dass einer der größten Arbeitgeber in Kremmen hier bei uns keine Steuern zahlt. Da müsste es klare rechtliche Leitlinien von Bund und Land geben.

Im Kremmener Ortsbeirat wurde neulich über einen Grundstücksverkauf durch die Stadt in Groß-Ziethen diskutiert. Es ging an den Meistbietenden, zu einem höheren Preis als der geschätzte Wert. Im Ortsbeirat gab es Kritik, man wolle ein Einheimischenmodell. Was halten Sie davon?
Dazu muss man wissen: Wir haben wenig eigene Grundstücke. Wir haben vielleicht als Stadt noch ein paar eigene Fleckchen. Die große Fläche nahe der Straße der Einheit kann die Stadt Kremmen nicht selbst entwickeln. Da werden wir sicher einen Investor finden, der die Wohnbebauung vorantreibt. Was den Grundstücksverkauf in Groß-Ziethen angeht: Da hieß es, Einheimische hätten da keine Chance gehabt. Es gab zwar Anfragen. Aber am Bieterverfahren haben sich keine Einheimischen beteiligt. Auch nicht die, die vorher nachgefragt hatten. Es gab fünf Bieter, keiner von hier, und da geht es nun mal an den Meistbietenden. Da hat Kremmen auch nichts zu verschenken.

In acht Ortsspaziergängen wurde immer darauf hingewiesen, welche Geschäfte es früher mal gab, die heute nicht mehr da sind. Schmerzt das?
Ja, das schmerzt schon. Im Konsum in Staffelde war ich ja früher selbst noch einkaufen. In der Altstadt in Kremmen gab es früher mehrere Bäcker, die haben alle selber gebacken. Aber da gab es auch noch nicht die großen Discounter. Die Menschen mussten auch noch nicht so viel in der Tasche haben. Es muss Miete gezahlt werden, die Angestellten müssen bezahlt werden, und übrig bleiben muss auch noch was. Immerhin haben wir auf dem Markt wieder mehr Bewegung.

Kremmen hat den Kirchplatz, die Altstadt, das Scheunenviertel und relativ viel Wasser. Täuscht mein Eindruck, dass das touristische Potenzial noch nicht ausgeschöpft wird?
Da liegt es immer am Interesse des touristischen Ortes und des Betreibers, was man denn selber für Ziele hat. Kremmen kann viel bieten, aber das ist noch lange nicht ausgereizt. Wir sind unter anderem gerade dabei, eine Wanderkarte, die die neuen Brücken am Kanal mit aufzeigen soll, zu erstellen. Da soll es drei Wanderrouten geben, eine führt auch durch die Altstadt. Kremmen bietet außerhalb von Corona viele private Initiativen, die die Stadt gerne unterstützt. Stadtführungen sind auch immer wieder gut besucht.

Immer mal wieder heißt es in den Dörfern, dass durch die großen und wichtigen Projekte das meiste Geld in die Kernstadt fließe. Flatows Ortschef Gert Dietrich sagte gar, dass die Entscheidung, sich Kremmen anzuschließen, falsch gewesen sei.
Über die Aussage von Gert Dietrich war ich enttäuscht, dass er da nach 20 Jahren nicht mal über seinen Schatten gesprungen ist. Es fehlt doch an nichts in Flatow! Alles, was ein Problem war, haben wir angepackt oder versuchen wir zu machen. Dass alles seine Zeit braucht, ist normal. Da muss man geduldiger sein. Ich empfand die Zusammenarbeit mit dem Ortsteil Flatow immer positiv. Die Leute in Flatow profitieren von allen großen Investitionen in Kremmens Infrastruktur.

Die Sommerfelder wünschen sich ein neues Bürgerhaus. Angesichts der großen Kremmener Projekte, besteht doch da aber gerade auch keine Chance, oder?
Ich arbeite mit dem Ortsvorsteher Kurth eng zusammen, und er hat es realistisch dargestellt. Wir hatten zwei Orte im Fokus, der Wunschort des Beirates ist nicht genehmigungsfähig. Vielleicht klappt so was in den nächsten zehn bis 20 Jahren, auch in Verbindung mit einer neuen Feuerwache nahe des Sommerfelder Sportplatzes. Momentan ist ja alles da, und die Gaststätten, wo man sich treffen kann, müssen ja auch von etwas leben.

Ihr Parteikollege Frank Bommert setzt sich für eine Öffnungsstrategie ein, für einen Test, wie auch in Coronazeiten Theater und Restaurants wieder öffnen könnten. Könnten Sie sich vorstellen, sich mit der Stadt Kremmen an einem solchen Test zu beteiligen?
Wir sollten hier zu einer Modellregion werden. Ich unterstütze das überall, wo ich kann. Ich sehe hier in Kremmen ganz klar die Gastro- und Beherbergungsbetriebe, auch unser Scheunenviertel mit dem Theater. Wer einen negativen Test vorliegen hat, sollte die Möglichkeit haben, sich zu erholen, essen zu gehen oder Kultur zu erleben. Ich kann den Landrat nur ermutigen, den nächsten Schritt zur Normalität zu wählen! Wir haben seit dem ersten Lockdown nicht viel geschafft.

Angesichts des Regel-Wirrwarrs rund um die Corona-Pandemie kündigte Leegebruchs Bürgermeister Martin Rother kürzlich den Austritt aus der CDU an. Können sie das nachvollziehen?
Ich habe wirklich gezweifelt, als der Donnerstag vor Ostern ein Ruhetag werden sollte. Aber ich werde deshalb jetzt nicht aus der CDU austreten. Die CDU ist in anderen wichtigen Punkten für mich ein Eckpfeiler. Ich versuche immer, das Ganze zu sehen.

Wird es ein Erntefest 2021 geben?
Ja. Abgespeckt. Daran arbeiten wir gerade. Es wird in diesem Jahr was geben. In welcher Größenordnung weiß ich noch nicht.

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RTelenovela

Früher hatte jedes Dorf seine Ladenstraße

Sonntag, den 28. März 2021
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Wer wissen möchte, welchen wirtschaftlichen Kahlschlag die Wende in Ostdeutschland mit sich gebracht hat, muss nur mal durch die vielen Dörfer spazieren und sich erzählen lassen, an welchen Stellen welche Geschäfte waren.

In den vergangenen zwei Wochen habe ich in Kremmen und Umgebung die Kleinstadt und sieben Dörfer besucht. Dazu gehörte ein kleiner Spaziergang durch den Ort, und oft war jemand dabei, der oder die den Ort schon länger kannte und mir erzählt hat, was früher im Ort so los war.

In Sommerfeld zum Beispiel. An der Dorfstraße gibt es noch eine kleine Gaststätte und einen Getränkehandel. Früher gab es dort eine Post, mehrere Gaststätten, ein Haushaltswarengeschäft, ein Bäcker und noch einiges mehr. Es ist und war ein kleines Dorf, aber es gab dort in der DDR eine Infrastruktur.
Ähnlich in Beetz. Dort gibt es in der Dorfstraße praktisch kein Geschäft mehr. Zu DDR-Zeiten waren auch dort mehrere Gaststätten, zwei (!) Fleischer, ein Bäcker, ein Konsum – und und und. Immerhin gibt es dort heute noch die Grundschule mit einer Turnhalle.
Die Kremmener Altstadt war früher ein sehr wirtschaftlicher Ort. Läuft man durch die Straßen, dann erfährt man, was es dort alles gab. Ebenfalls diverse Kneipen, mehrere Bäcker, Fleischer, Schuster, Konsumläden und so weiter. Die Altstadt war mal ein Ort, an dem viel los war. Heute wohnen dort immer noch viele Leute, es gibt auch noch einen Friseur und einen Partyservice – da hört es aber schon langsam auf. Die restlichen, noch aktiven Läden befinden sich nur noch an den Hauptstraßen und auf dem Marktplatz.
In Staffelde gibt es noch einen Fleischer. Aber der Konsum ist weg, mehrere Gaststätten – und so weiter.
In Groß-Ziethen gab es auch einen Konsum, mehrere Gaststätten, ein Ärztehaus, sogar einen Tanzsaal. Es ist nur noch der Bäcker übrig, und immerhin gibt es dort noch das Schloss Ziethen.
Selbst im kleinen Ludwigsaue, 100 Einwohner, gab es früher eine Post, eine Schule, einen Konsum. Dort allerdings starb das meiste alles schon vor der Wende aus.

Vermutlich würde man das in so ziemlich allen Dörfern erfahren, in denen man unterwegs ist. Und sicherlich gibt es auch im Westen Deutschlands Orte, in denen ein wirtschaftlicher Kahlschlag stattgefunden hat. Aber dass in jedem Kremmener Dorf Geschichten vom Niedergang der Konsumwirtschaft nach dem Ende der DDR erzählt werden, ist bemerkenswert und traurig.
Natürlich hat der Niedergang viele Gründe. Nach der Wende verlagerte sich der Konsum in die Städte, in denen es mehr und billigere Produkte gab. Alles sollte besser, westlicher werden. Da konnten die Dörfer offenbar nicht mithalten.
Heute braucht man nicht mehr davon zu träumen, die Dörfer auf diese Art wiederzubeleben. Selbst Handelsketten überlegen knallhart, wo sie Märkte eröffnen und wo nicht.

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Einmal im Ort, wollen die meisten nicht mehr wegziehen

Samstag, den 27. März 2021
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Dorf-Spaziergang: Auf der Hunderunde gibt es viele herzliche Begegnungen, die Idylle im Schlosspark, aber auch ein Haus, das für Gefahren sorgt

MAZ Oranienburg, 27.3.2021

Groß-Ziethen.
Sie wird eines der Schmuckstücke in Groß-Ziethen. Die Sanierungsarbeiten in und rund um die Kirche sind fast abgeschlossen. Gegenüber der Kirchentür befindet sich der Garten der Stille. Umgeben von Hecken kann man sich dort hinsetzen und die Ruhe genießen. Wenn die Bauarbeiten beendet sind, wird dieser Garten hoffentlich auch wieder aktiviert.
Der Ortsspaziergang führt zum Friedhof, direkt hinter der Kirche. Ein paar Leute pflegen hier gerade die Gräber. „Ich wohne schon immer hier in Groß-Ziethen“, sagt Karin Eylert. „Hier geboren und da geblieben.“ Sie liebt die Ruhe im Dorf. Die braucht sie auch, denn sie arbeitet in der Altenpflege. „Das ist sehr anstrengend. Wir tragen den ganzen Tag FFP-2-Masken, und wir hatten auch Coronafälle, wo wir in Vollschutz arbeiteten.“ Es sei ein Segen, jetzt auf dem Land zu leben. „Man kann sich auf dem Grundstück frei bewegen.“

Weiter geht es entlang der Kremmener Straße zum Spielplatz. Zu sehen sind etliche Spielgeräte, alle in gutem Zustand. „Dafür, dass wir hier nur 14 Kinder im Dorf haben, ist das hier ein Top-Spielplatz“, sagt Ortsvorsteherin Astrid Braun. Zurück in der Alten Dorfstraße zeigt sie auf das grüne Männchen am Straßenrand mit dem Hinweis „Fahr langsam!“ Eines von den Männchen sei gestohlen worden, sagt sie. Der Blick nach unten ist dagegen ein echter Hingucker: Am Wegesrand stehen die bunten Frühblüher, die für Farbtupfen im Dorf sorgen.

Auf der linken Seite kommen wir an der Bäckerei Forduhn vorbei, das letzte richtige Geschäft im Ort. „Der Bäcker ist gut besucht“, sagt Astrid Braun. Am Wochenende könne es schon mal länger dauern. Astrid Braun spricht von „30 Minuten diszipliniertem Anstehen“.
Auf der Alten Dorfstraße kommt es immer wieder zu Begegnungen. Ortsvorsteherin Astrid Braun ist regelmäßig auf ihrer Hunderunde. Ebenso wie Daniela Winter. „Wir begegnen uns jeden Tag“, sagt sie. Auch sie lebt schon immer in Groß-Ziethen. „Mir gefällt der Zusammenhalt hier. Wenn jemand Hilfe braucht, geht er irgendwo hin, und dann bekommt er Hilfe. Oder man ist mal da, um dem anderen einfach zuzuhören.“ Astrid Braun ergänzt: „Die Ziethener wirken manchmal schroff, aber sie sind sehr herzlich.“ Daniela Winter kann sich nicht vorstellen, in einer Stadt zu leben. Sie hat einen Hund und viele Hühner, erzählt sie. Außerdem zwei Kinder und ihren Partner. Langweilig wird es da nie.

Auf dem Gang über die Alte Dorfstraße haben wir das sogenannte Katzenhaus erreicht. Das ist ein verlassener Bau, der aussieht, als würde er bald zusammenfallen. „Man kann nur hoffen, dass nichts passiert“, sagt die Ortschefin. Das Gebäude steht offen und stellt somit eine Gefahr dar. Schräg gegenüber befindet sich ein künstlich bemalter Stromkasten – mit Pferden darauf. „Das Motiv konnten wir uns aussuchen, klar, dass wir uns für die Pferde entschieden haben“, erzählt Astrid Braun.
An einem der Häuser steht der Schaukasten mit den Bekanntmachungen. „Hier war früher das Ärztehaus drin.“ Links war die alte Gaststätte von Kühnkes, später „Zum sauren Brötchen“. Eine kleine Videothek war da wohl auch mal drin. Dahinter steht noch der seit Jahrzehnten nicht genutzte Festsaal. Auch das alte Backsteinhaus steht leer.

Wir biegen in die kleine Straße neben dem Schloss. Direkt dahinter befindet sich der Schlosspark, der tagsüber öffentlich zugänglich ist. Wir laufen durch das Tor und stehen in einem landschaftlich wunderschönen Park – nicht akkurat gepflegt, sondern auf eine angenehme Art und Weise wild gehalten. An einigen Stellen sind Sitzbänke, lange mit Wasser gefüllte Gräben ziehen sich durch den Park. Zu bestimmten Zeiten kann man Rehe beobachten oder auch Eichhörnchen.

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Der kleine Bruder des Ku’damms

Dienstag, den 9. Februar 2021
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Wie der Kuh-Damm in Groß-Ziethen vor gut 20 Jahren zu seinem Namen kam – warum es dort auch fast die Straße Unter den Linden gegeben hätte – und die Frage: Mit oder ohne Bindestrich?

MAZ Oranienburg, 9.2.2021

Groß-Ziethen.
Wenn Ortsfremde durch Groß-Ziethen fahren, dann kommt es schon mal vor, dass sie an einer bestimmten Stelle der Alten Dorfstraße anhalten und Fotos machen. Es ist das Straßenschild „Kuh-Damm“, das immer wieder Aufmerksamkeit erregt. Denn nicht nur Berlin hat seinen weltberühmten Ku’damm – die liebevolle Abkürzung für den Kurfürstendamm –, sondern auch Groß-Ziethen – nur dass er etwas anders geschrieben wird.

Aber wie ist der Kuh-Damm eigentlich zu seinem Namen gekommen? Der ehemalige Ortsvorsteher Gerhard Mittelstädt erinnert sich noch gut daran, wie es dazu gekommen ist. Denn der Kuh-Damm hieß nicht immer so. Alles hat damit zu tun, dass Groß-Ziethen im Zuge der Gemeindegebietsreform am 31. Dezember 2001 nach Kremmen eingemeindet worden ist. Die kleine Straße hieß damals noch Triftweg. Das Problem: In Kremmen gab es mit den Eingemeindungen der umliegenden Dörfer mehrere Triftwege – und in Groß-Ziethen waren weniger Leute von einer Umbenennung betroffen.
Der Triftweg hatte bis dahin unter den Bewohnern den inoffiziellen Namen „B-Damm“. Es gab auch einen H-Damm, neben dem Schloss. Das H stand für Herren, das B für Bauern, erklärt Gerhard Mittelstädt. So oder so musste ein neuer Name her. Auch für den Lindenweg und für die Dorfstraße. „Wir hatten kurzzeitig den Gedanken, den Lindenweg in Unter den Linden umzubenennen“, erzählt der Groß-Ziethener. Ein bisschen Berlin-Flair ins Dorf holen, und in diesem Zuge kam auch der Gedanke vom Kuh-Damm. „Eigentlich war das erst nur ein Spaß“, erinnert sich Gerhard Mittelstädt. „Daraus ist dann aber Ernst geworden.“ Zumindest für den Kuh-Damm. Der Ortsbeirat hatte dann tatsächlich diesen Vorschlag eingebracht. Die Straße „Unter den Linden“ setzte sich dagegen nicht durch. Stattdessen wurde damals aus dem Lindenweg der Lindenbaum. Die Dorfstraße wurde zur Alten Dorfstraße.

Seitdem der Triftweg nun Kuh-Damm heißt, ist er zu einem beliebten Foto-Objekt geworden. Der Groß-Ziethener Axel Ebel wohnt am Kuh-Damm, an der Ecke zur Dorfstraße, und bekommt mit, wenn Leuten anhalten und Fotos machen. „Wenn ich hier Geld dafür nehmen würde, wäre ich schon Millionär“, sagt er und lacht. „Es sind vor allem die Berliner, die dann hier anhalten und Fotos machen.“ Früher war der Kuh-Damm übrigens ganz weit weg davon, wie der Ku’damm in Berlin eine Prachtmeile zu sein. Als er noch unbefestigt war, gehörte der Damm zu den schlimmsten Wegen im Dorf. Wie Axel Ebel erzählt, seien Bewohnerinnen schon mal mit Stiefeln zur Dorfstraße gelaufen, um sich erst dort die eigentlichen Schuhe anzuziehen.

Als Ende 2001 die Gemeindegebietsreform vollzogen wurde, gab es aber noch eine Festlegung, die das ganze Dorf betroffen hat. Zu diesem Zeitpunkt ist nämlich festgelegt worden, ob Groß-Ziethen mit oder ohne Bindestrich geschrieben wird. Bis dahin war das offenbar nicht genau festgelegt. „Viele haben den Ort mit Bindestrich geschrieben, viele aber auch ohne“, sagt Gerhard Mittelstädt. Das hatte dann ein Ende. „Bei der Gelegenheit ist dann festgelegt worden. Groß-Ziethen mit Bindestrich zu schreiben.“
Innerhalb der neuen Kremmener Stadtgrenzen sei das dann auch gleich umgesetzt worden. Alle offiziellen Straßenhinweisschilder mussten angepasst werden. „Das galt aber nur für Kremmen selbst“, so der damalige Ortsvorsteher. Außerhalb Kremmens musste das nicht geschehen, weshalb es beispielsweise in Schwante noch ein Schild gibt, auf dem der Bindestrich fehlt.

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Chronik Kremmen 2020

Donnerstag, den 24. Dezember 2020
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MAZ Oberhavel, 24.12.2020

Januar:
Kremmens Stadtbrandmeister Gerd Lerche verabschiedet sich Anfang Januar von seiner Aufgabe. Doch so ohne Weiteres wollen ihn die Kameraden nicht „entlassen“. Der Einsatz auf dem Sommerfelder Sportplatz entpuppt sich für Gerd Lerche dann als Abschieds- Überraschungsparty. +++ Zu wenig Platz in der Stadtparkhalle: An der Kremmener Goethe-Grundschule werden die Sportstunden gekürzt. +++Marcel Steinke ist neuer Jugendbeauftragter. +++ An der Goethe-Oberschule gibt es einen Krätze-Fall. +++ Familie Glanzer wird im eigenen Lokal in Staffelde überrascht. Denn die Freunde der Gaststätte und der Familie wollen zum Abschied ein zünftiges Überraschungsfest veranstalten. Nach 23 Jahren geben Glanzers die „Tenne“ auf, einen Nachfolger haben sie nicht finden können. +++ Zum Neujahrsempfang kommen 300 Gäste. +++ Hauptamtsleiterin Bianca Haak verlässt die Verwaltung.

Februar:
Um die Sirene in Groß-Ziethen gibt es eine Diskussion. Sie schallt direkt auf den Hof einer Anwohnerin. +++ Simone Bahr und Wolfgang Engel sind die neuen Vorsitzenden des Seniorenbeirates. +++ Bei Hohenbruch stirbt ein Mann bei einem Autounfall. +++ Der langjähriger Flatower Wehrführer Ewald Werder ist gestorben. +++ In der Kremmener Spargelscheune feiern die Treckerkerls ihr zehnjähriges Bestehen. Aus einer Bierlaune heraus wird die Spaßgruppe 2010 gegründet.

März:
Vom Sommerfelder Klinik-Gelände werden 16 Bienenvölker gestohlen. +++ Heidi Sommer ist neue Gleichstellungsbeauftragte. +++ Musiklehrer und Musiker Ulf Gruber aus Beetz ist gestorben. +++ Frank Bommert (CDU) tritt als Stadtverordneter zurück. +++ Die Poststelle wird geschlossen, weil die Kunden die Corona-Regeln nicht einhalten. +++ Die Staffelder Naturkita schließt. +++ Das Coronavirus sorgt für Einschränkungen. Schulen und Kitas müssen schließen. Das Seniorenfest wird abgesagt.

April:
Am Rathaus ist ein Banner befestigt worden: „Kremmen ist diszipliniert, motiviert, dankbar … und hält Abstand“. +++ Am Spargelhof Kremmen öffnet ein Spargel-Drive-In. Wegen der Pandemie darf das Restaurant nicht öffnen. +++ Das Erntefest wird abgesagt – Corona. +++ Der Jugendclub verlagert seine Aktivitäten ins Internet. +++ Es gibt keine Osterfeuer.

Mai:
Die Sommerfelder Badestelle ist saniert worden. +++ Vier tote Storchenbabys in Kremmen sorgen für Trauer. +++ Katharina Neumann ist neue Betreiberin der „Alten Lebkuchenfabrik“ in Kremmen.

Juni:
Diskussion um die Badestelle am Kremmener See. Der Steg darf nicht mehr benutzt werden, die Öffnungszeiten werden stark eingeschränkt – der Betreiber muss Rettungsschwimmer bereitstellen. +++ Ministerin Julia Klöckner kommt auf den Spargelhof.

Juli:
Der FC Kremmen wird 100 – kann aber nicht feiern. +++ Die Sommerfelder Kitaleiterin Elke Schilling und ihre Beetzer Kollegin Anita Hahn gehen in den Ruhestand. +++ Der Heimatverein Groß-Ziethen löst sich auf. +++ Der Grundstein für den Kremmener Kita-Anbau wird gelegt.

August:
Im alten Aldi-Markt öffnen die Beekeepers. +++ Tina Tischendorf ist neue Pächterin im Sommerfelder Café Hofkultur. +++ Der ehemaliger Groß-Ziethener Ortsvorsteher Lutz Dubrow ist gestorben. +++ Bei Flatow stirbt ein Mann bei einem Verkehrsunfall.

September:
In Flatow herrscht Unzufriedenheit über die Qualität der Denkmal-Sanierung. +++ Bei Kremmen wird ein Teilstück der sanierten A 24 freigegeben.

Oktober:
Auf dem ehemaligen NVA-Gelände im Beetzer Wald findet im Bunker eine illegale Partys statt. Daraufhin wird beschlossen, den Bunker zu sichern, so dass er nicht mehr betretbar ist. +++ Das Asylbewerberheim in Kremmen ist leergezogen. Nun beginnt der Umbau zu Mietwohnungen. +++ Jan Rawitzer (14)aus Sommerfeld hat es ins Radio geschafft. Der Schüler des Veltener Hedwig-Bollhagen-Gymnasiums hat sich ein ganz besonderes Praktikum rausgesucht. Er schickt eine Bewerbung zum Berliner Radiosender Star FM – und bekommt den Zuschlag dafür. Er darf sich zwei Wochen lang nicht nur in der Redaktion umsehen und an vielen Stellen mithelfen. Er geht auch on Air, ist mehrfach im Radio zu hören. +++ Der Gehweg in der Kremmener Straße der Einheit ist saniert. +++ Das Beetzer Kirchenbüro schließt.

November:
Die evangelische Gemeinde eröffnet das neue Gemeindehaus. +++ Zwei Klassen der Goethe-Grundschule lernen jetzt im Container. +++ Die Feuerwehr bekommt ein neues Drehleiterfahrzeug gesponsert.

Dezember:
Der musikalische Adventskalender der Goethe-Grundschule wird online veranstaltet. +++ In Kremmen wird der neue Lidl-Markt eröffnet.

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