RTelenovela

Rügen 1998 (1)

Mittwoch, den 22. Juli 1998
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Dreieinhalb Stunden waren wir unterwegs und jetzt ist es endlich so weit. Patrick und Corinna im einen und Marcel und ich in meinem Auto befahren den Rügendamm, die einzige Straßenverbindung von Stralsund aus auf die Insel Rügen.
Viele Erinnerungen an meine Kindheit werden bei mir wach, als ich die Alleen der Insel Rügen befahre. Schließlich waren wir bis 1989 jedes Jahr hier. So wird quasi jede Kurve, jede Kreuzung, jeder Bahnübergang kommentiert. Als dann auch noch kurz vor Binz die Schienen des Rasenden Rolands auftauchen, kennt meine Begeisterung keine Grenzen mehr.
Wenig später befahren wir den Zeltplatz des Ostseebads Baabe. Ziemlich schnell finden wir einen Platz auf einem kleinen Berg, wo die zwei Zelte stehen können. Kleine Wäscheleinen werden an Baum-Ästen festgeknotet, vor die Zelte werden Isomatten als Abstellgelegenheit für Schuhe und Müll platziert.

Es ist heiß. Die Sonne knallt. Der Strand ist nah. Mit Decken, Handtüchern und Rucksäcken laufen wir durch den heißen Sand Richtung Ostsee. Als das Wasser in Sicht ist, bleibe ich kurz stehen und atme tief ein. Die Ostsee!
Es dauert aber nicht lange und es fängt an, zu regnen.
Und hört auch nicht mehr auf. Stundenlang sitzen wir alle in unserem Zelt und spielen eine Romeé-Runde nach der anderen.
Als dann doch eine Regenpause eintritt, beschließen die anderen, an den Strand zurück zu gehen und noch ein bisschen zu spielen. Nur ich habe keine Lust drauf. Ich erkundel mit meinem Golf ein wenig die Gegend.
Diese Erkundungsfahrt wird zu einer Regenschlacht. Heftige Gewitter krachen über dem Auto und Blitze zucken auf, als ich in Groß Zicker anhalte und auf den Bodden hinaus blicke. Der Regen trommelt gegen die Autoscheiben. Als ich in Richtung Baabe zurück fahre, sind die Straßen voller Pfützen.

Zurück am Zeltplatz beschließen wir, zu viert mit meinem Auto ins Dorf zu fahren.
Mir wird ein wenig mulmig zumute, als alle im Auto sitzen. Die Wegfahrsperre funktioniert nicht mehr. Durch den Regen muss irgendwas nass geworden sein. Das Auto macht definitiv keinen Mucks mehr. Der Regen von oben und die Pfützen von unten, waren wohl zu viel für das arme Gefährt. Nun hätten wir ja auch mit Patricks Auto fahren können, dummerweise hat er aber nur einen Zweisitzer, so dass das von vornherein flach fällt. Und während wir nun auf dem Zeltplatz eine Gaststätte suchen, mache ich ebenfalls keinen Mucks mehr.

Wir landen schließlich in einer Fischkneipe auf dem Zeltplatz.