KeineWochenShow

#137 – Die Sassnitzer BMX-Bande

Sonntag, den 18. August 2019
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Es wird Zeit für das Urlaubsspecial von KeineWochenShow! Es gibt wieder einiges von und über die Insel Rügen zu erzählen. Moderationsstandort ist Moritzdorf. Von der Moritzburg aus hat man einen schönen Blick auf die Having und den Hafen von Baabe.
Außerdem geht es um Sassnitz. 1989 lief dort in den Stubnitz-Lichtspielen der Film “Die BMX-Bande”, der in der DDR Kult war. Auch einen Abstecher zum Hafen gibt es.
Zudem gibt es einen Ausschnitt des Konzertes der Band Wiesner auf dem Kurplatz in Göhren.

Außerdem sprechen wir über den Klimanotstand, der in Hennigsdorf ausfällt, über einen teuren Ausflug nach Berlin-Spandau, teuren Salat in Binz, und Musik, Bier und Promi-Geburtstage haben wir auch.
Das alles in KeineWochenShow #137 auf Youtube.

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Und plötzlich Frühling

Mittwoch, den 4. April 2018
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Es ist gerade mal zwei Tage her – da erlebten wir in Binz auf Rügen noch 0 Grad und heftigen Schneefall. Wir kletterten über den schneebedeckten Klünderberg. In Göhren standen wir im Schneesturm auf der Seebrücke.

Nun fahre ich durch Berlin, und die Temperaturanzeige des Autos steht auf 19,5 Grad. Das ist ein gewaltiger Sprung. Die dicke Jacke, die Mütze, der Schal – alles hat ausgedient. Am Dienstag war es sogar zu warm für irgendeine Jacke, der Pullover reichte schon aus.

Auf dem Potsdamer Platz in Berlin saßen die Leute schon wieder draußen vor den Lokalen an den Tischen, und es wirkte nicht, als erlebten wir erst den ersten richtigen Frühlingstag.
Das Winterkapitel ist damit hoffentlich erledigt.

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Rügen 2018 (7): Durch den Winterwunderwald

Montag, den 2. April 2018
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(6) -> 1.4.2018

1. April, und es schneit. Und hört nicht mehr auf. Binz verwandelte sich zu Ostern noch einmal in ein Winterwunderland.
Rechtzeitig zum Beginn unseres Tagesausfluges stellte dann auch die Bäderbahn den Betrieb ein. Auf dem Schneematsch wären die Fahrten wohl zu gefährlich geworden. so mussten wir im Schneetreiben über den Binzer Klünderberg zum Bahnhof des Rasenden Roland laufen.

Überall auf Rügen ist Ostersonntag wohl der Bahnverkehr eingestellt gewesen – nicht so zwischen Lauterbach und Göhren. Der Rasende Roland, die Kleinbahn auf Rügen, fuhr.
Die Frau vom Fahrkartenverkauf musste zwischendurch raus zum Schneeschippen. Schließlich sollte gleich der nächste Zug einrollen, und da musste der Bahnsteig einigermaßen frei sein.

Der Zug rollte dann in die Granitz, in den Winterwunderwald. Es schneite noch immer. Alles war weiß – die Felder, die Hänge, die Bäume und die zugefrorenen Tümpel. Am Bahnhof vom Jagdschloss Granitz standen Leute, auf denen sich auf den Kapuzen Schnee sammelte.
In Sellin schienen wir in eine wärmere Zone gefahren zu sein. Der Schnee stand nicht mehr ganz so hoch, es war mehr Matsch als noch in Binz zu sehen.
Als der Zug Göhren erreichte und wir dann zum Strand liegen, pfiff uns der Schnee um die Ohren. Die Ostsee toste mit riesigen Wellen auf den Strand zu. Der war sehr viel schmaler als sonst, das Beachvolleyballfeld war zu einem Viertel im Wasser verschwunden.
Schneesturm, wilde See – ein Wetter wie im tiefsten Winter. Anfang April! Aber ein tolles Erlebnis. Trotzdem oder gerade deshalb.

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Rügen 2016 (13): Binz gewinnt

Samstag, den 13. August 2016
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(12) -> 12.8.2016

Im Frühjahr hatte ich erstmals eine Schiffstour von Binz über Sassnitz zu den Kreidefelsen und zurück. Nun wollte ich auch mal in die andere Richtung fahren, von der Seebrücke in Binz, zu der in Sellin bis nach Göhren. Und die Rücktour sollte dann mit dem Rasenden Roland von Göhren über Baabe und Sellin nach Binz führen.

Eine gute Stunde ist das Schiff zwischen Binz und Göhren unterwegs. Die Luft war klar, so dass wir relativ lange einen Blick auf die Binzer Bucht hatten. Um die Steilküste der Granitz herum steuerten wir Sellin an, und es gibt sogar einen Augenblick, da sieht man beide Seebrücken – die in Binz und die in Sellin. Eigentlich liegen die gar nicht so weit entfernt, da man mit dem Auto aber sehr länger unterwegs ist – um die Granitz zu umfahren – kommt einem die Entfernung immer weiter vor.

Die Schiffstour zeigte mir auch, warum Binz der schönste Urlaubsort auf Rügen ist. Binz hat die mit Abstand längste Strandpromenade. In Binz spielt sich das Leben kilometerweit direkt am Wasser ab. Es gibt eine Bummelmeile, einen langen Strand – sehr viel Platz zur Ostsee hin, bis zum Ortsteil Prora.
Ganz anders in Sellin. Sellin hat ja im Hintergrunde nur einen Minizugang zum Strand. Die Wilhelmstraße führt zur Seebrücke, die unten an der Steilküste liegt. Der Strand ist schmal. Ein paar hundert Meter weiter gibt es einen zweiten Strandabschnitt, aber auch der ist schon recht weit vom eigentlichen Ortszentrum entfernt.
Baabe hat zwar eine sehr lange Strandpromenade. Viel los ist da aber nicht, weil die Strandstraße im rechten Winkel zur Ostsee führt. Deshalb ist es dort auch sehr viel ruhiger als in Binz oder Sellin.
Göhren hat den Nordstrand, der auch etwas außerhalb liegt. Der Strand ist zwar lang, aber auch dort ist es ruhiger – was ja viele Leute extrem schön finden.
Für mich ist Binz also ideal – das hat mir diese Schiffstour und der Blick von außen eindrucksvoll gezeigt.

Zurück ging es dann mit der Bahn – mit dem Rasenden Roland. Jetzt, im Sommer, wird natürlich viel für die Touristen getan, deshalb hat Roland inzwischen auch einen Cabriowaggon. Das hat den Vorteil, dass man die wunderschöne Gegend sehen kann – und den Nachteil, dass man ab und zu mal Ruß abbekommt und die schlechte Roland-Luft. Aber das nimmt man in Kauf.
Das Tuten des Zuges ist eines der ganz prägenden Geräusche auf Rügen. Ich habe es schon als Kind gehört, als wir in Baabe waren, als Jugendlicher in Baabe oder Göhren – und auch heute noch.
Manchmal staunt man aber doch. Roland pustet ordentlich Qualm in den Wald. Wenn der Zug von Göhren nach Baabe rollt, geht es durch ein schönes Waldstück, und ich frage mich, ob die Lok bei Trockenheit keine Gefahr darstellt. Wobei ich von Feuer-Zwischenfällen in Zusammenhang mit Roland noch nichts gehört habe.

In Baabe stiegen Alexander und seine Eltern zu. Alexander war, nun ja, ein bisschen anstrengend. Erst machte er eine Welle, weil sein Vater (den er mit Vorname ansprach) sich im Cabriowaggon nicht setzen wollte. Hinter Sellin aber traute sich auch Alexander und erhob sich – und fand es seltsam, dass das alle anderen Leute nicht auch machen. Alexander quatsche ohne Unterbrechung, ab und zu ermahnte ihn selbst seine Mutter.
Das, ähm, trübte ein wenig das Fahrgefühl, als Roland durch die Granitz rollte. Das ist der Wald zwischen Sellin und Binz, bergauf und bergab. Eine echte Naturidylle.
Eine gute dreiviertel Stunde braucht der Zug bis Binz.

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Rügen 2016 (8): Baaber Spurensuche

Montag, den 8. August 2016
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(7) -> 6.8.2016

Meine Rügen-Geschichte begann in Baabe. Schon als Kind war ich jedes Jahr ein- bis zweimal dort. 1988 das letzte Mal, 1989 bekamen wir keinen Ferienplatz in Baabe und wichen nach Sagard aus.
1997 zog es mich mit Freunden für einen Tagesausflug nach Baabe. Und erst 1998 verbrachte ich den nächsten Sommerurlaub dort, auch wieder mit Freunden. Wir wohnten auf dem Zeltplatz, bis 2002 fuhren wir jedes Jahr hin – bis er geschlossen worden ist. 2003 zogen wir nach Göhren um. Inzwischen entstand auf dem ehemaligen Baaber Zeltplatz eine große Ferienhaussiedlung, in der wir 2007 dann auch einmal Urlaub machten.

2016. Von Binz aus machten wir einen Abstecher nach Baabe. Und natürlich machten wir einen Spaziergang über den ehemaligen Zeltplatz. Vor 15 Jahren, also 2001 lernte sich das mich begleitende befreundete Paar dort kennen und heirateten kürzlich.
Nun begaben wir uns auf Spurensuche. Würden wir die Stätten unseres Zeltplatz-Daseins wiedererkennen?

Die schmale Straße, die durch das Areal führt, wurde scheinbar nicht verändert. Immer noch dieselben Kurven, dieselben bergigen Stellen. Da links, da stand doch das Empfangs- und Anmeldehäuschen! Daneben die Schranke, die immer am Mittag gesperrt war, um die Mittagsschläfer nicht zu stören.
Wir liefen weiter. Eines der ehemaligen Toilettenhäuser steht noch. Ob es verschlossen ist, haben wir nicht getestet – aber eigentlich wird es ja nicht mehr gebraucht, die Ferienhäuser haben ja alle Toiletten (hoffentlich).

1998 und 1999 wohnten wir auf einem bestimmten Hügel, direkt neben dem Waschhaus. 2000 wohnten wir weiter vorne auf dem Gelände, 2001 und 2002 auf einer Stelle kurz vor der Wendeschleife.
Der Hügel aber – der scheint nicht mehr da zu sein. Und das, obwohl man scheinbar am Gelände selbst gar nicht so viel verändert hat. Aber vielleicht kam uns das auch nur so vor, für die vielen Häuser ist definitiv einiges begradigt worden.
So konnten wir nur noch vermuten, wo wir mal gewohnt haben. Aber Erinnerungen kamen auf – an Zeiten, in denen das Gelände belebter war, es herrschte viel Fröhlichkeit, eben Urlaubsstimmung. Durch die Dünenwege gelangten wir zum Strand. Aber auch das alles lässt sich heute nur noch erahnen.

In Göhren übrigens hat sich auf dem Zeltplatz nur wenig verändert. Dort wohnten wir 2003 und 2006 direkt zwischen dem Waschhaus (das inzwischen ein Neubau ist) und dem Kino. Die Stelle ist auch heute noch sehr leicht zu finden.
Heutzutage zelten allerdings – nee, die Zeiten sind vorbei…

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Rügen 2015 (6): Der erste Verlust

Sonntag, den 19. April 2015
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(5) -> 18.4.2015

Ein herrlich warmer, sonniger Frühlingstag in Baabe. Am Strand sind lauter Mütter mit ihren Kindern. Bei der nicht weit entfernten Mutter-Kind-Klinik scheint freier Nachmittag zu sein. Die Stimmung ist sehr entspannt. Bis…

Es geschieht ganz plötzlich. Zwei Kinder spielen mit einem Ball, die Mutter schaut grad nicht hin, als das Mädchen hinfällt, im flachen Wasser mit dem Gesicht nach unten. Es ist nichts passiert, bis auf den Schreck. Aber klar, das Mädchen weint, die Mutter tröstet, der fremde Junge sieht zu.
Aber dann: der echte Schock. Der Ball ist im Wasser, er treibt langsam ab. Als das Mädchen das merkt, schreit es richtig los: “Mein Ball!!!” Aber die Strömung ist fix, der rote Ball ist schon recht weit weg, und die Mutter weigert sich, ins noch sehr kalte Wasser zu steigen.
Im Hochsommer wäre das alles kein Problem gewesen, so aber schauen wir alle zu, wie die Kugel ins offene Meer treibt.

Das Mädchen ist untröstlich. Gemeinsam mit Mama beobachtet es den Ball, die Mutter flüstert ununterbrochen auf sie ein, erklärt, dass sie ja einen neuen Ball haben könne.
Um so mehr der Ball wegtreibt, desto leiser wimmert das Mädchen.
Zehn Minuten später schon ist der Ball kaum noch zu sehen.

Ein paar Kilometer weiter, im Nachbarort Göhren. Als ich auf dem Weg zur Seebrücke bin, stocke ich: Der Fahrstuhl, der die Leute aus dem Ortskern runter zum Strand bringen soll, ist fertig. Als ich im vergangenen Jahr da war, begannen erst die Vorbereitungen.
Vermutlich ist der Fahrstuhl durchaus nützlich, denn der Weg von A nach B war in Göhren immer recht beschwerlich, es geht steil bergab. Bei vielen Leuten scheint er gar nicht gut anzukommen.
Im einem Lokal direkt an der Strandpromenade unterhalten sich Einheimische und Touristen. Viele Bäume seien gefällt worden, das ganze Ortsbild habe sich dort verändert, sagte der Einheimische. Aber das seien eben Entscheidungen, die getroffen werden, da habe man ja sowieso nichts zu sagen. Die Touristen nicken nur.

Ich laufe stattdessen auf die Göhrener Seebrücke und lasse mir noch ein letztes mal auf dieser Tour den Wind um die Nase wehen und halte mein Gesicht noch mal in die Sonne. Herrlich!

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Rügen 2014 (8): Thiessower Markttage

Donnerstag, den 31. Juli 2014
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(7) -> 30.7.2014

Zweimal in der Woche strömen die Rüganer – aber vermutlich am meisten die Touristen – an der Hafen nach Thiessow. Dort findet der Rügen-Markt statt, und was man dort so alles findet, ist durchaus beeindruckend.
Da gibt es die üblichen Fressbuden, bei denen es aber auch an vielen Stellen heimische Produkte zu kaufen gibt. Joghurts von der Insel Rügen, Schoko und Vanille, dazu Früchte. Auch andere Bioprodukte von der Insel gibt es dort.
Eine ältere Frau verkauft an ihrem Stand allerlei Bonbons, die sie wohl überwiegend selbst macht. Ein Stück weiter verkauft ein Rüganer Handwerker Gläser, die er selbst hergestellt hat. Um die Ecke hat jemand schöne Steine, und gleich daneben hat ein Mann gemalte Kunstwerke im Angebot.
Auf dem Rügen-Markt gibt es einiges zu entdecken, und eine Fahrt dorthin lohnt. Und wenn die Polizei in der Thiessower 30er-Zone einen Blitzer aufgestellt hat, wird man nicht nur von der Ostseewelle gewarnt, sondern auch von den Marktordnern.

Göhren arbeitet unterdessen an einer neuen Attraktion: Wie auch in Sellin soll es bald einen Fahrstuhl geben, der die Leute aus dem Ort runter zum Strand bringt. Göhren liegt an einem Hang, und wer zur Strandpromenade will, muss immer Treppen laufen oder die steile Straße hinab. Der Fahrstuhl ist im Bau, die Kabine neuerdings schon zu sehen – eine Millioneninvestition. Aber irgendwie sieht die unten liegende Station so aus, als sei sie schief gebaut. Aber vielleicht habe ich ja auch nur falsch geguckt.

Nach 21 Uhr braucht man übrigens nicht mehr zur Göhrener Seebrücke – jedenfalls nicht, wenn man Hunger hat. Die Lokale dort sind dann erstunlicherweise alle schon zu, obwohl dort noch viele Menschen unterwegs sind.
Immer immerhin gibt es oben im Ort noch diverse Lokale, die länger geöffnet haben. Ein Italienier und eine Bar bis weit nach 23 Uhr.

Ein Besuch im “Beiboot” darf auf Rügen eigentlich nicht mehr fehlen. Die kleine Bücherei liegt direkt neben dem leider immer noch leerstehenden “Inselparadies” in Baabe. Im Frühjahr habe ich dort gleich drei Bücher gekauft. Das Geschäft lebt vor allem vom Buchgeschmack der Besitzerin. Und die ist richtig gut. Die Bücher, die sie durch die Platzierungen im Laden hervorhebt, sind an vielen Stellen sehr interessant. Spannende Krimis, außergewöhnliche Jugendbücher, aber auch Bestseller. Eine gute Mischung, und wieder bin ich Besitzer eines weiteren Romans.

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