RTelenovela

Allergien sind unberechenbar

Dienstag, den 28. Juli 2009
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Dass ich eine Lebensmittelallergie habe, weiß ich nun inzwischen. Nüsse sind schwierig, vor allem Erd- und Walnüsse. Aber auch Eier.
Deshalb muss ich mir jetzt immer die Inhaltsstoffe ansehen. In den meisten Schokoladen beispielsweise sind Spuren von Nüssen. Selbst in Schokomilch. Und in Eis. Und in Werweißwasnoch. Kinder-Schokolade ging dagegen immer ganz gut. Aber selbst da bin ich mir nicht mehr so sicher.

Gerade in Bezug auf Eier ist mein Körper unberechenbar. Würde ich zu Ostern zwei gekochte Eier essen, würde sich mein Bauch regelrecht aufpumpen. Unangenehme Bauchschmerzen sind die Folge. Und Smogalarm auch.
Rührei dagegen geht. Manchmal zumindest. Lege ich was davon aufs Brot, komme ich ohne Schaden aus der Nummer raus. Meistens. Pur ist’s sowieso schwierig. Spiegelei geht auch. Meistens. Mit Spinat zum Beispiel. Da gibt es keine Probleme.

Neulich hatte ich einen Termin in Gnewikow, einem Ortsteil von Neuruppin. Ich durfte in der Kantine des dortigen Jugenddorfes mitessen. Und ich hatte die Wahl: Entweder ein Eierfrikassee. Oder nicht. Als ich den Teller vor mir stehen zu hatte, war die Wahl schon gelaufen, und nicht gerade zu meinen Gunsten.
An sich mag ich Eierfrikassee. Zumindest konnte ich mich daran erinnern, das mal gemocht zu haben. Innerlich bereitete ich mich schon auf einen – sagen wir mal – schwierigen Resttag vor und aß.
Das Ganze blieb folgenlos. Die Eier meldeten sich nicht noch mal. Manchmal scheint sich die Rebellion meines Körpers gerade in der Mittagspause zu befinden. Könnte öfter so sein.

aRTikel

Urlaub und mehr

Donnerstag, den 23. Juli 2009
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Freizeit: 40 Berliner Schüler verbringen seit Montag arbeitsreiche Ferien im Jugenddorf in Gnewikow

MAZ Neuruppin, 23.7.2009

Während der drei Wochen im Jugenddorf am Ruppiner See arbeiten die Berliner Hauptschüler in Workshops und Betrieben.

GNEWIKOW
Phillip hat keine Lust mehr. Tanzen findet er doof. Der 13-Jährige setzt sich an den Rand des Seminarraums und verfolgt den Tanzworkshop aus sicherer Entfernung. Die Hände verschwinden in den Taschen seines weißen Kapuzenshirts. In der Mitte des Raumes üben die anderen erste Tanzschritte ein. „Mir wäre es total peinlich, wenn ich hinfliegen würde“, sagt er nach dem Ende des Schnupperkurses. Davor besuchte er den Theaterworkshop. „Den fand ich besser“, sagt Phillip.

Der Berliner ist einer von 40 Hauptschülern, die bis zum 5. August am Sommercamp „Futour“ im Jugenddorf Gnewikow teilnehmen. In Berlin gibt es neben dem Gymnasium und der Real- auch die Hauptschule. Die Camp-Initiative ist ein Projekt der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, der Berliner Senatsverwaltung für Bildung sowie des Unternehmers Werner Gegenbauer. Sie finanzieren das Camp auch.
Die 13- bis 15-Jährigen sind nicht nur zum Urlaubmachen ins Jugenddorf gekommen. „Wir wollen Selbstbewusstsein und Perspektiven vermitteln“, sagt Wilke Ziemann von der Kinder- und Jugendstiftung. Auf dem Programm stehen deshalb in der kommenden Woche auch kurze Betriebspraktika. „Dazu arbeiten wir mit vielen Firmen in der Region zusammen“, so Ziemann weiter.

Am Montag reisten die künftigen Achtklässler in Gnewikow an. „Ich finde es gut hier“, sagt Phillip und lächelt. „Es ist anders als zu Hause, ungewohnt, aber nicht schwer.“ In den Workshops können die Jugendlichen kreativ sein: beim Tanzen, beim Theaterspielen oder an der Graffitiwand. Gestern konnten alle in jeden der Kurse reinschauen, um sich dann einen auszusuchen.
Während sich Phillip bereits entschieden hat, dass Tanzen nichts für ihn ist, bleibt Patrick (13) tapfer am Ball. Das Geschnatter und Gekicher im Raum bringen ihn nicht aus der Ruhe. Voll konzentriert befolgt er die Choreografie: Linkes Bein, rechtes Bein, wieder das linke und zusammen. Geschafft! Ein Lächeln huscht über sein Gesicht. „Eigentlich hat das schon Spaß gemacht“, sagt Patrick danach. „Die Bewegungen haben ganz gut funktioniert.“ Ob er weiter dabei ist, weiß er trotzdem noch nicht. „Beim Theaterkurs fand ich’s auch spannend.“

Sophia Zimmermann bringt das alles nicht aus der Ruhe. Sie ist eine der beiden Tanzkursleiterinnen. „Am Anfang sind sie immer sehr verhalten“, sagt sie. „Aber wir haben uns gefreut, dass auch ein paar Jungs bis zum Schluss durchgehalten haben.“ Am 5. August, auf der großen Abschlussveranstaltung, muss die Choreografie sitzen.