aRTikel

MAZ macht mit: Rallyezeit – Spaß, Stress und Golfbälle

Mittwoch, den 2. Mai 2012
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Die MAZ begab sich am Wochenende von Kremmen aus auf große Familientour

MAZ Oranienburg, 2.5.2012

Erstmals nahm ein Team der Märkischen Allgemeinen an der Brandenburgischen Familienrallye teil

KREMMEN
Reden wir nicht lange um den heißen Brei herum: 82. Platz. Das ist nun wirklich nicht doll bei insgesamt 92 Teams. Dabei haben wir uns doch so angestrengt.

Am Wochenende startete im Kremmener Scheunenviertel die 20. Brandenburgische Familienrallye der Oranienburger Verkehrswacht – und die MAZ war dabei und schickte das Team Stephanie Philipp und Robert Tiesler. Und wir wussten – das wird keineswegs ein Urlaubswochenende. Gut 300 Kilometer Fahrt hatten wir vor uns, 15 Sonderprüfungen und fast 60 Fragen, die während der Fahrt beantwortet werden mussten.

Schon der Augenblick, als wir durch den Start rollen, ist der pure Stress. Wir bekommen die Mappe mit dem Routenplan und den Fragen. Erst in dem Moment ist klar, wo es hingehen soll. In jedem Ort gilt es, aufmerksam zu sein: Am Kremmener Ortsausgang müssen wir auf eine Satellitenschüssel achten, auf der ein Smiley, ein Schlumpf oder ein Wetterhahn zu sehen sein soll. Wir meinen, es ist der Wetterhahn, aber eine Leserin unserer Facebookseite „MAZ Oranienburg“ weist uns später darauf hin, dass es wohl doch der Smily ist.

In Sommerfeld dann die erste richtige Prüfung. Wir sollen einen Golfball durch einen Feuerwehrschlauch drücken. Das klappt gut, bis wir merken, dass wir den Ball im Schlauch verloren haben. Dementsprechend fällt die Zeit aus. Auf dem Golfplatz in Wall (Ostprignitz-Ruppin) müssen wir einen Ball aufs Feld schlagen. Ich schaffe 32 Meter. Fürs erste Mal okay, für unseren Punktestand nicht. Richtig gut ist Kollegin Stephi beim Gefahrenbremstest in Charlottenau bei Rheinsberg. Da schaffen wir einen grandiosen 14. Platz.

Zum Desaster werden jedoch die beiden Fahrradprüfungen. Auf einem Acker, der sich Waldstadion nennt, muss ich mit einem Elektrobike Slalom fahren. Nicht nur, dass ich am Ende zwei Kegel verpasse, nein, ich habe am Anfang auch noch den Schulterblick vergessen. Ich bin untröstlich. Später läuft’s auf dem Minifahrrad ähnlich bescheiden.

Ziel unserer Reise ist Linstow im Landkreis Rostock. Zum Jubiläum der 20. Rallye wollte Klaus-Dieter Berndt von der Verkehrswacht seinen Teilnehmern eine richtig gute Unterkunft bieten. Für jedes Team gibt es ein Appartment – andere Teams erzählen uns, dass es so einen Komfort noch nie gegeben habe.

Der Sonntag ist unser Tag. Wir glänzen im Wissenstest über Friedrich II. auf einem Parkplatz in Plau am See. In Wittstock reißen wir beim Autoslalom keinen einzigen Kegel um. In Neuruppin meistere ich den Slalom mit Suchtbrille, mit der man alles doppelt und dreifach sieht.
Die Dörfer auf der Route erlebten sicherlich auch spannende Stunden. Als in Dossow nahe der Kyritz-Ruppiner Heide das Jahr gesucht wurde, aus dem ein bestimmter Gedenkstein im Dorf stammt, half ein Nachbar aus, der gerade am Zaun stand. Diese Momente waren immer die witzigsten auf der Familienrallye – wenn plötzlich Fremde mit einbezogen waren.

Voller Erkenntnisse, schöner Eindrücke, aber auch sehr geschafft kamen wir Sonntagnachmittag in Gnewikow bei Neuruppin an. Und die Platzierung, na ja, vergessen wir’s.

RTelenovela

Familienrallye: Prüfungsstress und Autospaß

Sonntag, den 29. April 2012
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Es ist ein früher Sonnabendmorgen. Also, zumindest für mich früh. 7.45 Uhr. Unser vorläufiges Ziel ist das Scheunenviertel in Kremmen. Dort beginnt die 20. Brandenburgische Familienrallye 2012.
Seit 1993 veranstaltet die Verkehrswacht Oranienburg dieses Event, das 1993 allerdings noch kein Event war. Das Ganze ist wohl am Biertisch entstanden, und beim ersten Mal machten nur sieben Teams mit. Inzwischen sind es fast 100.
Wir wussten vorher: Die Tour ist 260 Kilometer lang, und es gibt 15 Sonderprüfungen. Übernachten werden wir außerhalb Brandenburgs. Alles andere erfahren wir erst vor Ort.

Die Wiese vor der Theaterscheune “Tiefste Provinz” in Kremmen ist voller Autos. Die Stimmung ist schon gut für einen Sonnabendmorgen, aus den Lautsprechern kommt Musik. Die Aufregung steigt. Wir melden uns an, und dann kommt auch schon der Tüv-Mann. Er nimmt unseren Firmenwagen unter die Lupe, den ich etwa 30 Minuten zuvor überhaupt erst das erste Mal von innen gesehen habe. Wir sind schon ein bisschen sauer, weil wir offenbar keinen Verbandskasten an Bord haben – bis uns der Tüv-Mann zeigte, dass wir doch einen haben. Hinter irgendeinem Dingsbums. Immerhin war das kein Punktabzug für uns.

Nicht null, nicht einer, nein, unglaubliche zwei Landesminister sind nach Kremmen gekommen, um die fast 100 Teams zu verabschieden: Verkehrsminister Vogelsänger und Finanzminister Markov schwenken die Fahne, bis sie nach etwa 50 Teams dann doch keine Lust haben. Oder keine Zeit. Immerhin sagen sie uns – dem MAZ-Team – extra noch vor dem Start “Tschüss”.
Am Start bekommen wir dann alle Unterlagen: der Tourenplan, alle Fragen, die wir beantworten müssen und und und. In jedem Ort gilt es, eine Frage zu beantworten, die wir auf dem Zettel eintragen müssen.
In Kremmen sollten wir herausfinden, was auf einer Satellitenschüssel am Ortsausgang zu sehen war: ein Smily, ein Schlumpf oder einen Wetterwahn. Wir glaubten, einen Wetterhahn zu sehen, aber eine Leserin meinte später bei Facebook, es sei ein Smily.

Sommerfeld. Erste Prüfung. Wir müssen einen Golfball durch einen Feuerwehrschlauch drücken. Läuft gut, bis wir merken, dass uns der Golfball irgendwo abhanden gekommen ist. Nun ja.
Wall. Auf dem Golfplatz muss ich einen Ball so weit wie möglich auf die Wiese schlagen. Ich schaffe etwa 32 Meter. Geht so. Allerdings müssen wir zuvor lange anstehen. Es zieht sich.
Hinter Wall wartet ein Blitzer der Polizei auf uns. Glücklicherweise hat uns ein entgegenkommender Autofahrer schon darauf hingewiesen. Er meint, hier, zwischen Pabsthum und Wall steht sonst nie ein Blitzer.
Lichtenberg. Auf dem Gut Hesterberg sollen wir ein Hufeisen weitwerfen. Darüber möchte ich jedoch an dieser Stelle nicht weiter reden: Wir werden Letzter. Allerletzter bei diesem Wettbewerb. Außerdem sollen wir noch schätzen, wie viel die fette Kuh wiegt, also, wirklich eine Kuh. Wir tippen 554 Kilogramm. Sie wiegt 580.
Neuruppin. Für die Fontanestadt haben wir einen gesonderten Stadtplan, er besteht nur aus Richtungsangaben. Dass ich Neuruppin kenne, erleichtert die Sache. Anhand der Pfeile und Kreuzungen sehe ich vorher schon, wo es langgeht – auch an der Neuruppiner MAZ-Redaktion vorbei. In der Neuruppiner Prüfung muss ich auf einer Platte balancieren und schaffe 63 Prozent, ein wohl ziemlich mieser Wert. Der Herr vor mir schaffte 78, und das sei mittelmäßig. Erschwerend kommt bei mir hinzu, dass während der Übung das Handy klingelte – eine Dame von Vodafone teilte mir mit, dass die vom Shop nicht kulant seien. Herzlichen Dank, ihr…

Kunsterspring. Wir sollen die Frage beantworten, wann die Stele aufgestellt wurde. Blöderweise finden wir sie nicht.
Linow. Wir erfahren am dortigen Prüfungspunkt, dass wir eine Prüfung versäumt haben. Tatsächlich haben wir uns schon gewundert, dass wir nicht, wir auf dem Fragenkatalog vermerkt, nicht durch Charlottenau gekommen sind. Wir drehen um.
Charlottenau. Nun also doch. Beim Gefahrenbremsungstest kann sich meine Kollegin gut behaupten. Es geht darum, einmal auf trockener Straße zu bremsen, dann auf der nassen. Und man muss immer an derselben Stelle stoppen. Sie sagt, das sei die beste Prüfung überhaupt gewesen.

Linow, zum Zweiten. Beim Wissensquiz des Roten Kreuzes geht es um die richtige Verfahrensweise bei Notfällen. Lief gut.
Dorf Zechlin. Zwangspause. Nach zwei Stunden müsse man ja sowieso eine Pause machen, und diese Station besteht darin, 30 Minuten nicht zu fahren – allerdings sind da schon mehr als vier Stunden vorüber.
Wir verlassen über wunderschöne Alleen und Waldstraßen Brandenburg in Richtung Mecklenburg-Vorpommern.

Buschhof. Auf einem Acker namens Waldstadion (ohje!) ist ein Fahrradparcour aufgebaut. Ich muss an den Kegeln vorbei und muss dann an einer bestimmten Stelle bremsen. Läuft nicht so doll, kurz vor Schluss verpasse ich einen Kegel, und noch einen. Und dann stellt sich raus, dass ich am Anfang den Schulterblick vergessen habe. Na toll. Wo ja hier auch so ein starker Verkehr herrscht.
Dambeck. Noch eine Radprüfung. Die Kollegin muss sich auf ein Minirad schwingen und erneut einen Slalom fahren. Läuft nicht sehr viel besser als bei mir.
Minzow. Wir müssen herausfinden, wann das Fachwerkhaus erbaut wurde. Am Ortsende fragen wir uns: welches Fachwerkhaus? Am einizigen Fachwerkhaus steht kein Datum. Wir fahren noch mal zurück und wieder durch den Ort. Schließlich steige ich aus und laufe fast aufs Grundstück des Hauses. Erst da sehe ich das Datum auf einem Torbogen: 1786.

Unterdessen sind wir in der Einöde, im Nirgendwo. Wahnsinn. Die Leute in dieser Gegend wohnen im Nichts.
Malchow dagegen ist ganz schön an einem See gelegen und hat sogar eine Zugbrücke, die den Verkehr mal fix für 20 Minuten zum Erliegen bringt. Malchow lernen wir länger kennen, weil wir uns – wie ein Großteil des Trosses – dort verfahren. Wir müssen aufs Navi zurückgreifen.
Nossentiner Hütte. Letzte Prüfung für den Sonnabend. Ich muss zu einem Tisch rennen, drei mir vorgegebene Verkehrszeichen raussuchen und wieder zurückrennen. Ein Zeichen war leider falsch, irgendein Verkehrsleitsystem.

Linstow. Unser Ziel am Sonnabend. Wir wohnen in einem Resort, jedes Team hat ein Appartment. es heißt, das war in den vergangenen Jahren lange nicht so schön.
Es gibt ein tolles Abendbrotbüfett und einen … ähm, nicht so tollen DJ. Dessen Spezialität: ein sprechender Tannenbaum. Und weil der DJ aber kein Bauchredner ist, spricht er den Tannenbaum selbst und kramt die besten Witze der 60er und 70er-Jahre aus. Ein paar Leute lachen. Wir entschließen uns, die Party zu verlassen, schließlich läuft ja auch das “DSDS-Finale”.

Sonntag. Tag 2. Heute muss alles besser werden. Wir erfahren die Ergebnisse des Vortages. Heute muss alles besser werden. Erwähnte ich das schon?
Abfahrt wieder im Minutentakt. Vorher hat meine Fahrerin den Alkoholtest bestanden: 0,0 Promille.
Dobbin. Nachdem sich eine Autoschlange im Dorf an der Infotafel vorbeigeschlichen hat – irgendeine Prinzessin Juliane hat mir mal gelebt – fahren wir eine staubige Schotterstraße entlang. Aus der Familienrallye wird die Rallye Dakar. Inklusive Schlaglöcher.
Wieder sind wir schockiert über die völlige Einöde, in der die Menschen hier leben. Glave besteht am Ortseingang fast nur aus verfallenen Scheunen.

Plau am See. Auf einem Supermarktparkplatz beantworten wir zehn Fragen zu Friedrich II. Wir haben acht Punkte.
Kurz bevor wir wieder die Grenze nach Brandenburg passieren, fahren wir noch am Marienhof vorbei. Der Ort heißt tatsächlich so. Ob er auch bald abgesetzt wird?
Wittstock. Diesmal müssen wir mit dem Auto Slalom fahren. Zusätzlich muss ich als Beifahrer während der Fahrt einen Volleyball in einen Eimer werfen. Einmal gelingt mir das. Dreimal nicht.
Herzsprung. Am Rande der Raststätte geht es darum, ein Seil mit einem Spielzeugauto am Ende aufzuwickeln. Die Kollegin braucht keine zehn Sekunden. Top.

Die Ortsdurchfahrt von Katerbow ist gesperrt. Lernen wir leider nicht kennen. Wir müssen durch Frankendorf. Der Ort hat – wie so manches Kaff in Mecklenburg auch – nicht mal mobiles Internet. Wahnsinn.
Neuruppin, zum Zweiten. Auf dem Seedamm wundern wir uns, dass uns ständig Rallyekollegen entgegen kommen. Zwischen Wuthenow und Gnewikow fragen wir bei einem Team nach: Prüfung 4 und 5 finden in Neuruppin statt. Haben wir wohl übersehen, auch, weil die Tests abseits der uns angegeben Strecke stattfinden. Also, umdrehen.
Neuruppin, zum Dritten. Ich bekomme eine Brille auf, die simulieren, dass ich besoffen bin. Ich muss einen Einkaufswagen an Kegel vorbeilenken. Ich sehe alles doppelt und verzerrt. Meine Kollegin muss mich leiten. Ansonsten wäre ich aufgeschmissen. Fehlerfrei. Kurz danach geht es ums Einparken. Wir überfahren leider die vordere Linie. Schade.

Gnewikow. Wir sind im Ziel. Und völlig fertig. So spannend die Tour ist, danach braucht man Urlaub.
Am ersten Tag hatten wir nicht mal das Radio an, so sehr ist man mit den Aufgaben beschäftigt. Die eine oder andere Prüfung empfanden wir als überflüssig. Schön wären noch mehr autobezogene Tests gewesen. Das Fahren nach Plan und die vielen Fragen, die wir anhand der örtlichen Gegebenheiten beantworten müssen, das macht großen Spaß.
Ein Team aus Velten hat gewonnen – dasselbe wie 2011. Nach unserem jetzigen Kenntnisstand sind wir gerade mal 82. – von 93 Teams, die am Sonntagvormittag in Linstow losgefahren sind.
War aber trotzdem eine schöne Erfahrung!

-> Fotos

RTelenovela

Fontane und immer diese Winkerei

Montag, den 24. Mai 2010
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Ich verstehe es nicht: Wieso meinen Leute, die auf einem Schiff unterwegs sind, dass sie anderen Leuten, die auch auf einem Schiff unterwegs sind oder am Ufer des Sees herumstehen, zuwinken müssen? Kaum kommt das Schiff in Sichtweite eines anderen Schiffes, wird gewunken bis zum Abwinken. Manchmal inklusive eines “Hallo!” oder “Huhu!” Die anderen leuten winken dann zurück oder ignorieren das lästige Gewinke. Aber es passiert immer wieder.

So heute auf einem Fahrgastschiff, das auf dem Ruppiner See unterwegs. Einmal von Neuruppin nach Wustrau und zurück. Ganz leise glitt das Schiff über den See, bei Kaffee, Kuchen und Schwedeneisbecher ging es an Gnewikow vorbei. Auf dem Steg am Jugenddorf standen zig Kinder herum und einige Männer in schwarzen Anzügen. Aber noch bevor wir uns ernsthaft fragen konnten, wir wir da vielleicht mal eingreifen müssten, hatten wir die Stelle auch schon wieder hinter uns gelassen. In Wustrau standen ein paar Leute am Steg, die hätten wir auch gern nach Neuruppin mitgenommen, aber sie wollten nicht. Sie haben was verpasst.

Eigentlich hatte ich den Ausflug nach Neuruppin vorgeschlagen, um ein wenig Fontane-Festspiele-Luft zu schnuppern. Und überhaupt mal zu sehen, was da so los ist. Aber irgendwie – war gar nichts los.
Nein, das stimmt so nicht. Auf der Seepromenade war natürlich so einiges los, aber da ist an einem Sonntagnachmittag bei schönem Wetter naürlich immer was los. In der Stadt selbst war nur stellenweise zu sehen, dass irgendwas los ist: ein MAZ-Sonderheft lag irgendwo rum, an der Klosterkirche waren Stühle aufgestellt. Aber irgendwie dachte ich, dass die Fontane-Festspiele auch auf die Stadt selbst ausstrahlen. Na ja, vielleicht nächstes Mal.

Dafür entdeckten wir eine kleine Gaststätte auf dem Hof der Siechenhauskapelle. Die hatte ich selbst während meiner fast halbjährigen Volozeit in Neuruppin nie wahrgenommen. Was nicht an der Siechenhauskapelle lag, sondern an mir. Im netten kleinen Innenhof gab es Salat, Käse und Bandnudeln. Es gibt offenbar in Neuruppin noch viel mehr zu entdecken.

RTelenovela

Volojahre (32): Schwer beeindruckt

Freitag, den 7. August 2009
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(31) -> 30.7.2009

In dem Artikel über die Abschlussveranstaltung des Sommercamps “Futour” klingt es ja schon ein bisschen durch: Ich war schwer beeindruckt von dieser ganzen Sache.
40 Berliner Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren waren für drei Wochen im Jugenddorf Gnewikow zu Gast. Dort nahmen sie an Workshops teil, hatten ein Praktikum in Neuruppiner Betrieben und natürlich auch Urlaub.
Was mich so beeindruckt hat: Der Unterschied zwischen dem Beginn des Camps und dem Ende.

Ich war am ersten Tag der Workshops dabei, habe den Schnuppertanzkurs beobachtet. Die Jungs hatten, bis auf einen, sowieso keine Lust, fanden das alles doof. Peinlich war das Ganze sowieso. Und dann noch vor den anderen.
Jetzt, gestern bei der Abschlussveranstaltung, hatte ich plötzlich Jugendliche vor mir, die eine tolle Tanznummer ablieferten. Die sich danach in die Arme fielen. Glücklich und traurig. Die sich nicht schämten, keine Angst hatten.
Sie feierten einen Erfolg.
Eine tolle Entwicklung, die da in zwei Wochen passiert ist. Eine, die den Kids vielleicht sogar dauerhaft etwas bringen wird.
Es ist tatsächlich ein ziemlich rührender Augenblick, wenn man so eine Entwicklung, so ein Ergebnis hautnah mitbekommt. Wie am Ende einer Dokumentation, in der sich alles zum Guten wendet.

Dreimal hatte ich mit den Campleuten zu tun. Hatte auch einen Praktikanten, mit dem ich vergangenen Freitag Neuruppin unsicher gemacht habe. Es hat Spaß gemacht, und es war spannend und interessant.
Das sind die Termine, die Freude machen, die zu einem Ergebnis führen, die in irgendeiner Art und Weise was bringen.

aRTikel

Zum Schluss eine Hochzeit und ein Mord

Donnerstag, den 6. August 2009
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Ferien: Die Teilnehmer des Sommercamps „Futour“ in Gnewikow präsentierten gestern ihre Projekte

MAZ Neuruppin, 6.8.2009

GNEWIKOW
Jessi ist jetzt schon traurig. Dabei muss die 14-Jährige erst morgen Abschied von ihren neuen Freunden aus dem Sommercamp „Futour“ nehmen. Die drei Wochen im Gnewikower Jugenddorf neigen sich dem Ende zu. „Ich werde die Gegend vermissen, den Strand, den See, unsere Teamleiter“, sagt Jessi. May (14) stimmt ihr zu: „Das Zusammensein mit den anderen wird mir fehlen.“ Nun sitzen sie auf dem Kirchhof neben dem Jugenddorf. Gleich beginnt die Abschlussfete, auf der die 40 Berliner Hauptschüler zeigen, was sie in den vergangenen Tagen alles geschafft haben.

Und sie haben viel geschafft. Sehr viel. In der Kirche zeigt die Theatergruppe ihr selbst entwickeltes Stück. Darin geht es um eine Hochzeit, um Misstrauen, Mord und Verfolgung. „Ich fand’s spannend“, sagt Patrick (13), einer der Mitspieler, danach. „Und nervös war ich auch. Aber es hat Spaß gemacht.“
Am Sportplatz enthüllen die Jugendlichen ein großes von ihnen gestaltetes Bild: der Weg von Berlin nach Gnewikow – mit einer strahlenden Sonne. „Eigentlich sollte die Sonne ein Fußball sein“, sagt Johannes (14). „Aber das hat dann nicht geklappt.“

Im Gutshaus hat die Tanzgruppe ihren Auftritt. Waren die Jugendlichen beim Schnupperkurs vor 14 Tagen noch schüchtern, sieht das Publikum nun eine perfekte Choreografie. Alle haben Spaß: Akteure und Zuschauer. Niemand von ihnen hätte sich vor zwei Wochen erträumt, dass sie sich ohne Angst und Peinlichkeiten auf die Bühne stellen und anderen ihr Können zeigen – und sich danach mit Tränen in den Augen glücklich und traurig in die Arme fallen.

Wilke Ziemann von der Kinder- und Jugendstiftung ist zufrieden: „Es hat alles wunderbar geklappt.“ Unter den 13- bis 15-Jährigen sei in den beiden Wochen ein echtes Gruppengefühl entstanden. „Sie haben gelernt, dass es etwas bringt, dranzubleiben und nachzufragen“, sagt er. „Sie wissen, dass sie was können.“

Morgen, zum endgültigen Abschied, werden Tränen fließen, noch mehr als gestern schon, als drei Mädchen auf der Bühne sangen: „Wir werden uns immer lieben, danke für die schöne Zeit!“

RTelenovela

Volojahre (31): Gwenikow – oder so

Donnerstag, den 30. Juli 2009
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(30) -> 13.7.2009

Kleine Stolperfallen können einem das Leben schwermachen. Oder auch den Job.
Der Ort Gnewikow beispielsweise. Das Dorf ist ein Ortsteil von Neuruppin und ein Zungenbrecher. Nicht nur, dass es mir passiert ist, dass ich den Ort nicht aussprechen konnte, als ich in Gnewikow gerade ein Interview führte. Als ich den Artikel dazu schrieb, stand im Text zunächst Gwenikow statt Gnewikow.
Nun ja, es klingt beides kompliziert, aber es sollte natürlich richtig sein. War es am Ende auch.

Zweite Stolperfalle: Der Bürgermeister von Neuruppin heißt Golde. Der Landrat von Ostprignitz-Ruppin Gilde. Ich verwechsel die beiden Namen immer noch und immer wieder. Auch heute bin ich in die Falle gelatscht. Ich wähle eine Neuruppiner Telefonnummer, habe das Sekretariat dran und frage nach Herrn Golde – und bekomme die Antwort, dass es im Hause einen Golde nicht gibt. Dafür aber Herrn Gilde. Aber wenigstens hatte ich die richtige Telefonnumer gewählt, weil ich tatsächlich den Herrn Gilde sprechen wollte.

Gwenikow – Gnewikow. Golde – Gilde. Ich werde es noch lernen. Da bin ich mir sicher.

RTelenovela

Allergien sind unberechenbar

Dienstag, den 28. Juli 2009
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Dass ich eine Lebensmittelallergie habe, weiß ich nun inzwischen. Nüsse sind schwierig, vor allem Erd- und Walnüsse. Aber auch Eier.
Deshalb muss ich mir jetzt immer die Inhaltsstoffe ansehen. In den meisten Schokoladen beispielsweise sind Spuren von Nüssen. Selbst in Schokomilch. Und in Eis. Und in Werweißwasnoch. Kinder-Schokolade ging dagegen immer ganz gut. Aber selbst da bin ich mir nicht mehr so sicher.

Gerade in Bezug auf Eier ist mein Körper unberechenbar. Würde ich zu Ostern zwei gekochte Eier essen, würde sich mein Bauch regelrecht aufpumpen. Unangenehme Bauchschmerzen sind die Folge. Und Smogalarm auch.
Rührei dagegen geht. Manchmal zumindest. Lege ich was davon aufs Brot, komme ich ohne Schaden aus der Nummer raus. Meistens. Pur ist’s sowieso schwierig. Spiegelei geht auch. Meistens. Mit Spinat zum Beispiel. Da gibt es keine Probleme.

Neulich hatte ich einen Termin in Gnewikow, einem Ortsteil von Neuruppin. Ich durfte in der Kantine des dortigen Jugenddorfes mitessen. Und ich hatte die Wahl: Entweder ein Eierfrikassee. Oder nicht. Als ich den Teller vor mir stehen zu hatte, war die Wahl schon gelaufen, und nicht gerade zu meinen Gunsten.
An sich mag ich Eierfrikassee. Zumindest konnte ich mich daran erinnern, das mal gemocht zu haben. Innerlich bereitete ich mich schon auf einen – sagen wir mal – schwierigen Resttag vor und aß.
Das Ganze blieb folgenlos. Die Eier meldeten sich nicht noch mal. Manchmal scheint sich die Rebellion meines Körpers gerade in der Mittagspause zu befinden. Könnte öfter so sein.