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Rügen 2009 (2): Sagard – 20 Jahre später

Donnerstag, den 16. April 2009
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(1) -> 16.4.2009

Bevor morgen Sabrina hier ankommt und ich ihr meine Lieblingsecken von Rügen zeige, bin ich heute mal in eine Gegend von Rügen gefahren, in der ich noch nie war.
Am Rande von Gingst ist der Rügenpark. Von außen sieht das Grundstück zwar sehr klein und unscheinbar aus – nur von einem rumpligen Holzzaun umgeben – aber es hat trotzdem einiges zu bieten. Rund 100 maßstabsgetreue 1:25-Miniaturen von Schlössern, Denkmälern und anderen besonderen Bauten: das Brandenburger Tor, das Weiße Haus, das Schloss vom Bamberg und Waldeck, Notre Dame, die Sphinx und und und. Sehr interessant ist auch das Modell der Insel Rügen mit vielen markanten Gebäuden – das Binzer Kurhaus, der Leuchtturm von Hiddensee und viele weitere. Der Besuch des Rügenparks lohnt sich jedenfalls.
Auch der Marktplatz von Gingst hat einiges für sich. Beim Lottoladen, bei dem zwar Sekt in Gläsern im Eingangsbereich rumstand, aber niemand zum Feiern da war, roch es ein wenig wie in einer Oma-Wohnung (ohne jetzt genau diesen Geruch beschrieben zu können). Schräg gegenüber hat erst vor kurzem „Der Buchladen“ eröffnet. Bücherschau in einem Fachwerkhaus, inklusive Hauskatze. Ich konnte nicht anders – und kaufte ein Rügen-Buch.
Dann ging es weiter nach Sagard. Wieder ein Stück Nostalgie. Vor genau 20 Jahren, im Juli 1989, machten wir Urlaub in Sagard – damals der letzte gemeinsame Sommerurlaub auf Rügen mit meinen Eltern. Seltsamerweise habe ich in dem Ort heute nichts gefunden, was mich an damals erinnerte. Wir scheinen im Ort selbst damals nie wirklich gewesen zu sein. Wir wohnten damals in einem Neubaublock an der Schulstraße. Die Straße und den Block habe ich dann auch gefunden – und mich wenigstens da dunkel erinnert. Aber wirklich nur ganz dunkel, denn Fotos vom 1989er-Urlaub gibt es offenbar nicht – nur das, was ich damals darüber geschrieben habe.
Der Tag endete mit einem ausgedehnten Spaziergang am Binzer Strand entlang, bis weit über das Ende der Bauten bis zur ersten Landzunge hinter Binz. So viel frische Seeluft – das schafft.
Aber ich genieße es. Binz und die Rügener Region drumherum ist mein Ruhepol.
Untergekommen bin ich übrigens im „Vier Jahreszeiten“ – in zweiter Reihe hinter der Strandpromenade. Ganz nett, aber so richtig toll ist das Hotel nicht. Zumindest nicht so toll, als das es den Preis rechtfertigen würde. Das Zimmer ist ziemlich lieblos eingerichtet. Liege ich im Bett, blicke ich auf eine kahle beige Wand. Kein Radio, keine Uhr, zu wenige Steckdosen, und die Knöpfe der TV-Fernbedienung stimmen ganz und gar nicht mit den Funktionen überein. Internet kostet extra – jeder Log in wird mit 2 Euro berechnet und gilt eine Stunde lang. Frechheit!
Ja, das mag kleinlich sein, aber andererseits habe ich im Cliff-Hotel in Sellin weniger gezahlt und mehr Komfort bekommen. Nächstes Mal, wenn ich in der Nebensaison herfahren sollte, blicke ich mich vor Ort nach einer Herberge um und suche mir das Beste aus…
PS: Hab ich schon mal erwähnt, dass ich mir, wenn ich mal richtig Kohle habe, einen Zweitwohnsitz auf Rügen zulegen werde?