RTelenovela

Achtung, verdächtiges Fahrzeug!

Samstag, den 27. Juni 2015
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Zu den großen Gefahrenquellen beim Autofahren zählt nicht nur das Telefonieren, sondern auch “WhatsAppen”. Nachrichten schreiben oder chatten während der Fahrt ist natürlich verboten. Und sowieso sehr unbequem.
Nun ließ sich aber so ein Chat aber nicht verschieben, und so musste ich mir abseits der B96 in Teschendorf, in einer Seitenstraße, ein Parkplätzchen suchen.
Motor aus, Smartphone an.

Der Chat zog sich hin, und irgendwann merkte ich, dass zwei Männer fast direkt neben meinem Auto standen. Okay, es war 23 Uhr, ein fremdes Auto stand da in der Straße rum, und drinnen saß ein Typ, der nicht ausstieg, und stattdessen auf dem Handy tippte. Würde ich wahrscheinlich auch verdächtig finden. Allerdings hatte ich nicht vor, Teschendorf auszurauben.
Die Männer unterhielten sich auffällig unauffällig, blicken immer mal wieder zu mir, und ich ließ mir natürlich nichts anmerken. Vermutlich fanden wir uns gegenseitig suspekt.
Irgendwann trennten sich die Herren, jeder lief auf sein Grundstück, mein Gespräch war auch durch, und ich fuhr zurück zur B96. Und in Teschendorf kehrte wieder Ruhe ein. Und falls doch ein Einbruch geschah: Ich war’s nicht! Ehrlich!

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Alle Jahre wieder in Oranienburg: Stadtfest – Pro und Contra

Montag, den 15. Juni 2015
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Stadtfest in Oranienburg, und wieder mal kann man es nicht allen recht machen.

Die Party: Viel zu selten. Viel zu oft. Doofe Band. Warum kein vernünftiger DJ? Viel zu laut. Viel zu leise. Viel zu lange. Schon um 1 Uhr vorbei? Warum überhaupt? Warum nicht öfter?

Das Feuerwerk: Wunderbar. Wahnsinnig schön. Blöde Musik. Tolle Musik. Viel zu spät. Viel zu laut. Warum verbietet man keinen Krach nach 22 Uhr? Blöder Standort. Tolle Location. Mein Baby ist aufgewacht. Was ist mit den Schichtarbeitern? Hat schön geknallt.

Das Riesenrad: Erstaunlich preiswert. Viel zu teuer. Super Standort, diesmal direkt am Schloss. Doofer Standort, viel zu dicht am Schloss. Dreht sich viel zu schnell. Dreht sich zu oft. Dreht sich erfreulich oft. Toller Ausblick.

Alle Jahre wieder. Zur Schlossparknacht im August prallen die Meinungen dann wieder aneinander. Alles vorhersehbar.

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Das Handy. Eine Sucht.

Samstag, den 13. Juni 2015
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Eine Studie brachte es ans Licht. Durchschnittlich 195 Minuten am Tag benutzen wir heutzutage unser Handy. Längst nicht mehr nur um zu telefonieren. Stattdessen: Facebook, Twitter und WhatsApp. Schnell noch die Nachrichten und ein Spielchen. Und nicht zu vergessen: die Zeit. Meine Armbanduhr habe ich vor 15 Jahren der Uhr im Handydisplay geopfert.

Das aber führt dazu, dass wir ständig und immer wieder aufs Smartphone starren. Neulich zum Beispiel: Ich laufe vom Büro in der Oranienburger Mittelstraße zum Bahnhof. Zwei Jugendliche stehen am Imbiss. Sie unterhalten sich nicht, tippen stattdessen auf ihren Smartphones rum.
Auf dem Gehweg kommt mir eine Mutter mit Kinderwagen entgegengelaufen. Auch ihr Blick ist auf das Handy gerichtet.

Im selben Moment greife ich auch in meine Hosentasche, spüre mein Handy und … Fast renne ich gegen den Kinderwagen, die Mutter und ich waren unaufmerksam.
Nein! Bis zum Bahnhof werde ich es doch wohl mal aushalten und nicht auf das Ding starren! Fast schon eine Sucht!

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Es wird Nacht auf dem Rastplatz an der A9

Dienstag, den 9. Juni 2015
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Ein Montagabend auf der A9, es ist kurz vor 22 Uhr, es wird dunkel über dem Rastplatz Bachfurt in Markranstädt bei Leipzig.
Ich brauche eine Pause, frische Luft und auch ein Klo.

Es ist einiges los. Immer wieder kommen Lastzüge, die Fahrer suchen nach Schlafplätzen. Aber die Lkw-Stellflächen sind alle schon belegt. Der Mann hat keine Chance, jedenfalls nicht in Bachfurt.
Ein anderer stoppt direkt neben mir mit seinem Moped. Er steigt ab, pellt sich aus seiner Jacke und packt sich erst mal eine Stulle aus.
Dahinter hat sich ein Lkw auf einen Pkw-Platz gemogelt. Der Fahrer läuft um seine Maschine herum und schaut, ob alles in Ordnung ist.
Ein Berliner fährt mit seinem Auto auf einen Parkplatz ein paar Meter weiter. Er steigt aus und holt erst mal einen großen Kanister raus.

Der Mopedmann hat aufgegessen. Nun kramt er in seiner großen Tasche und beginnt, etwas auf die Wiese zu schmeißen. Er beginnt, ein Zelt aufzubauen. Er will auf dem Rastplatz übernachten.
Der Lkw-Fahrer nebenan macht Katzenwäsche. Aus einer Art Wasserhahn unweit des Fahrerhauses seines Lkw läuft ein dünner Wasserstrahl raus. Er beugt sich runter und benetzt sein Gesicht.
Der junge Mann aus Berlin setzt den Kanister an, es dauert ewig, bis er das Benzin nachgegossen hat. Ganz langsam füllt er den Tank auf.

Das Zelt steht. Er nimmt seine Tasche und stellt sie rein ins Zelt. Er nimmt sein Handy und telefoniert erst mal. Er muss irgendwo aus Südeuropa kommen, so klingt es jedenfalls.
Am Lkw ist die Katzenwäsche zu Ende, der Fahrer steigt wieder in seinen Laster. Er zieht die Vorhänge zu, man sieht nicht mehr, was er da drinnen macht.
Der Berliner verstaut seinen Kanister im Kofferraum, mit einem Lappen wischt er die kristischen Stellen ab, er geht sich die Hände waschen und fährt weiter Richtung Heimat.

Es ist inzwischen 22.15 Uhr, nur noch in der Ferne gibt es helle Stellen am Himmel. Es wird ruhiger auf dem Rastplatz.
Ich setze mich ins Auto und fahre weiter – zurück auf die A9 Richtung Berlin.

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Kentucky schreit: Retourkutsche!

Samstag, den 30. Mai 2015
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Irgendwie muss die Verkäuferin ganz schlecht drauf gewesen sein. Als ich in den Reinickendorfer Chickenimbiss kam, maulte sie gerade eine andere Mitarbeiterin an, und auch der Kunde, der vor ihr stand, scheint sie genervt zu haben.
Der junge Mann wollte wissen, ob in einem bestimmten Chickenburger eine bestimmte Zutat drin sei, worauf die freundliche Verkäuferin ihn anpampte, dass das ja alles ganz genau oben an den Tafeln dranstehen würde.
Daraufhin musste er wohl noch mal überlegen und ging noch mal weg.

Nun war ich dran. Ich bestellte einen “Asia Gourmet Chicken”, und die Verkäuferin fragte: “Gegrillt?”
Es gibt nämlich auch einen “Grilled Asia Gourmet Chicken”, der steht auf der Tafel direkt neben dem “Asia Gourmet Chicken”. Aber den Gegrillten wollte ich ja nicht.
Sie also: “Gegrillt?” Ich: “Nein, so, wie es oben dran steht.”
Worauf sie meinte, das manche Kunden ihn gern gegrillt wollen, und ich: Dann hätte ich ihn ja so bestellt.

Sie wollte schon wieder pampig werden, als ich sagte: Beim jungen Mann vor mir haben Sie doch auch auf die genauen Tafeln da oben hingewiesen, und den Hinweis, dass sie dabei ganz schön pampig war, konnte ich mir nicht verkneifen.
Ich bekam, was ich wollte, wir waren beide danach ausgesprochen höflich zueinander.
Und als der Kunde von vorher zurückkam, hörte ich aus der Ferne, wie sich die Verkäuferin bei ihm entschuldigte.
Die Retourkutsche hatte also Erfolg, und die Frau schien plötzlich auch keine miese Laune mehr zu haben.

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Spreewald: Eine Kahnfahrt, die ist lustig

Montag, den 25. Mai 2015
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Als ich im September 2000 das letzte Mal im Spreewald war, da paddelten wir selber auf den Spreekanälen herum. Und immer habe ich gesagt, dass ich endlich mal wieder mit einem Kahn da durchgeschippert werden möchte. Es sollten 15 Jahre ins Land vergehen.

Pfingstsonntag war im Lübbenauer Hafen ordentlich was los. Kein Wunder, das Wetter war herrlich. Wir entschlossen uns zur Drei-Stunden-Tour mit Zwischenstopp in Lehde.
Zu Beginn der Fahrt hatten wir aber erst mal einen Fototermin. Seit Jahrzehnten ist es üblich, alle Kahnfahrer zu fotografieren. Dazu macht der Kahn einen bogen durch einen bestimmten Kanal, an dem der Fotograf steht. Das Foto, das so entsteht, kostet 5 Euro, und das ist sicherlich ein ganz gutes Geschäft.

Der Spreewald ist eine Idylle. Die pure Natur. Die Vögel zwitschern, das Wasser plätschert, dazu ein paar Enten. Es ist eine Entschleunigungsreise, die man auf dem Kahn unternimmt. Man sitzt einfach da, hinter uns staakt uns unser Kapitän durch die Spreearme.
Da ist es eigentlich ziemlich schade, dass viele Leute diese Ruhe nicht zu schätzen wissen. Eine echte Ruhe herrscht auf dem Kahn nie, irgendwer plappert immer. Sei es über die letzte Italien-Reise oder über die Schnapsflaschen, die irgendwo auf dem Kahn gelagert werden. Und dass die kleine Tochter mal dringend kacken muss, aber leider nicht kann. Vielleicht wären da ein paar Ruhezonen angebracht, wo einfach mal ein Redeverbot herrscht…

In Lehde ist’s dann mit der Ruhe vorbei. Hunderte von Menschen drängeln sich in den Café und Biergärten, dutzende Kähne schlängeln sich daran und aneinander vorbei. In Lehnde ist scheinbar immer Rushhour.
Wir stoppen an einem Café und haben eine Stunde Zeit. Das dortige Personal ist auf diese festen Zeiten eingestellt, das geht da alles ganz flott und organisiert vonstatten.
Wir wären auch pünktlich losgefahren, wenn nur die junge Teeniedame rechtzeitig wieder da gewesen wäre – kacken konnte sie aber immer noch nicht, wie es dann ausführlich diskutiert worden ist.

Nach exakt drei Stunden erreichten wir wieder Lübbenau – nicht ohne daran erinnert zu werden, dass ja am Anfang ein Foto von uns gemacht worden ist.
Der Ausflug in den Spreewald lohnt sich – aber vielleicht sollte man eher einen Privatkahn chartern – mit lauter ruhigen Mitfahrern. Oder doch lieber selbst paddeln? Oder mal ein Häuschen am Wasser mieten?

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In memoriam: Udo Jürgens

Dienstag, den 5. Mai 2015
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Das kommt ja öfter mal vor, dass hungerige Oranienburger direkt vor der Eingangstür des Dönerladens in der Schulstraße halten (reinfahren ist bislang noch nicht möglich), um keinen Schritt zu viel machen zu müssen. Deshalb hat auch am Montagabend kaum jemand auf das große Auto geachtet, das direkt an der Ladentür anhielt.

Das änderte sich, als das junge Pärchen in den Imbiss kam. Sie überlegte nicht lange und bestellte ein Hamburger-Menü (”Kein Cheese, please! No Cheese!”). Ihr männlicher Begleiter sorgte aber für das eigentliche Aufsehen: Er erschien im Bademantel. Ein flauschiger weißer Bademantel. In memoriam: Udo Jürgens. Der machte seine Zugabe auch immer im Bademantel, und auch dieser Auftritt im Dänerladen sah stark nach Zugabe aus. Der junge Mann war zudem barfuß, aber immerhin blitzte ein T-Shirt aus seinem Ausschnitt. Ganz blank schien er also darunter nicht gewesen zu sein.
Sich ein Lachen verkneifend machte sich ein Verkäufer am Dönerspieß zu schaffen.

Die beiden kamen aus England, und da scheinen andere Sitten zu herrschen. Das Auto, es sah ein bisschen aus wie damals das von Serienheld Colt Seavers, stand mit laufendem Motor und offener Fahrertür direkt am Imbisseingang. Geradezu eine Einladung, fix eine Probefahrt zu machen. Die Oranienburger haben sie nicht angenommen.