RTelenovela

Manchmal ist Demokratie anstrengend

Samstag, den 24. Januar 2015
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Demokratie ist eine wirklich tolle Sache. Wenn die Menschen wollen, dann können sie auch mitreden. Sie können sich Bundestagsdebatten ansehen, Sitzungen des Landtages, der Stadtverordneten und Gemeindevertreter und der Ortsbeiräte. Leider nutzen erschreckend wenige Menschen diese Gelegenheit. In den Ortsbeiräten, die ja nun wirklich die unmittelbarsten Themen der Bewohner ansprechen, sind oft nur eine Handvoll Gäste.
In den drei letztgenannten können die Leute sogar direkt mitreden, in der Regel gibt es in den Gremien eine Bürgersprechstunde, in der aktuelle Probleme angesprochen werden können.

Allerdings gibt es Momente, da driftet diese Sache ins Absurde ab. Wie zum Beispiel neulich in Bötzow. Genau zwei Leute saßen als Gäste im Zuschauerraum. Eine Frau hatte da mal ein paar Fragen. Zu Busverbindungen (gibt zwar unheimliche viele in Bötzow, aber die sind irgendwie alle nicht so passend, und die Hunderte Bewohner, die den Bus gerne nutzen möchten, können leider nie in den Ortsbeirat kommen, weil ja kein Bus fährt, oder so). Zu irgendwelchen Hecken. Zu unaktuellen Internetseiten (die in Wirklichkeit aber aktuell sind). Zu was weiß ich.
Alles in Ordnung. Aber wenn jede dieser Fragen sich in ein Streitgespräch mit dem kompletten Gremium ausweitet, dann ist das, nun ja, langanhaltend.
Besagte Frau hatte in der zweieinhalbstündigen (!) Sitzung fast mehr Wortanteile als die eigentlichen Ortsbeiratsmitglieder, was mich zu der Frage führt, warum die gute Frau eigentlich nicht selbst im Gremium sitzt, warum sie sich nicht zur Wahl stellt. Schließlich leben wir zwar in einer Demokratie, aber so ein Beiratsgremium ist nicht dafür gedacht, dass man die ganze Zeit mitreden, dazwischenquatschen, mitdiskutieren müsste. Denn irgendwann nervt’s dann einfach auch mal.

RTelenovela

Nachbar, sei wachsam!

Mittwoch, den 21. Januar 2015
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Die Polizei sagt’s immer wieder: Eine gute Nachbarschaft ist ein sehr guter Schutz gegen Einbrüche. Trotzdem passiert es leider immer wieder mal, gern auch mal am hellichten Tage.
Heute stand ich vor einem Haus in Groß-Ziethen. Ich hatte einen Termin mit der Hausbesitzerin, die mich aber leider vergessen hat. So stand ich nun also da. Und sorgte damit sofort für Aufmerksamkeit.
Ein Mann mit zwei Hunden näherte sich, um mir schon von weitem mitzuteilen, dass Frau T. nicht zu Hause sei. Die beiden Hunde bellten, ihnen passte meine Anwesenheit offenbar nicht. Der Mann und die sympathischen Vierbeiner kamen näher, und wir unterhielten uns ein bisschen. Wäre ich ein Einbrecher gewesen, wäre mein Plan in diesem Moment gescheitert gewesen.

Bis zum nächsten Termin hatte ich nun unverhofft Zeit, ich fuhr in die Lindensiedlung nach Schwante und suchte mir dort einen Parkplatz. Und während ich telefonierte und ein bisschen Zeitung las, lief eine Frau mit Hund an mir vorbei – und wieder mit kurzem kritischem Blick. Kurz habe ich überlegt, freundlich zu winken. Ich habe es dann doch sein lassen. Wäre ich ein Einbrecher gewesen, hätte es am Tag danach in der Zeitung gestanden…

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RTL Nachtjournal Spezial: „Wer uns nicht anerkennt, den werden wir töten” – Jürgen Todenhöfers Interview mit einem deutschen IS-Kämpfer im Irak

Sonntag, den 18. Januar 2015
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MI 14.01.2015 | 0.30 Uhr (Do.) | RTL

Man kann seine Gegner nur besiegen, wenn man sie kennt. Das sagt der Journalist Jürgen Todenhöfer über sein Interview, das er mit einem IS-Kämpfer in Mossul im Irak geführt hat und am sehr späten Mittwochabend bei RTL ausgestrahlt wurde.
Er spricht mit dem deutschen Dschihadisten Christian Emde, der sich nun Abu Qatadah nennt. Er kam aus Deutschland, um den “Islamischen Staat” mitaufzubauen.
Nun droht er nicht nur Deutschland mit Anschlägen, weil es den Islam bekämpfe. Emde: „Wir werden eines Tages Europa erobern. Nicht wir wollen, wir werden! Da sind wir uns sicher.“ Wer sich weigert, zu konvertieren, der wird getötet – und wenn es 500 Millionen Menschen sind.

RTL hat für dieses Interview nicht gerade einen frühen Sendeplatz gefunden, aber dass es überhaupt ausgestrahlt wurde, ist durchaus bemerkenswert. Denn es ist auf jeden Fall eine Streitfrage, um man solchen Terroristen ein solches Forum bieten sollte.
Einem dicken Mann, der, so macht es manchmal den Eindruck, in einem besonders fiesen Rollenspiel gefangen ist. Der grausame Dinge sagt und sie für selbstverständlich hält. Der von Allah, seinem Gott spricht, als ob der alle diese Grausamkeiten befürwortet. Der vom Töten, von Folter, von Krieg, von Sklaverei spricht, als sei das ein Fortschritt für die Menschheit.

Und ist es denn nun richtig, so was zu zeigen? Muss das Fernsehen Terroristen 15 Minuten lang zu Wort kommen lassen?
Natürlich besteht die Gefahr, dass viele Menschen das Interview sehen, diesem Mann applaudieren. Die sich animiert fühlen könnten, aufzustehen und mitzumachen. Aber andererseits sollten sich aufgeklärte Menschen dieses Gespräch, diese unheimlichen, ja, widerlichen Aussagen anhören. Denn Todenhöfer hat Recht: Man sollte sich anhören, was der Gegner sagt. Nur kann man aufstehen und sich zur wehr setzen.
Und das, in dem man zusammensteht mit den moslemischen Mitbürgern hierzulande. Todenhöfer sagt: “Mit diesen gemäßigten Muslimen sollten wir uns verbünden, um das ideologische Kidnapping ihrer großen Religion durch Extremisten zu beenden.” Und damit hat er Recht. Die islamistischen Terrorleute wollen die Menschheit spalten, Stichwort Pegida, und das müssen wir verhindern.

Link: Das Video auf Facebook.

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Tagesthemen: Die Pariser Politikerinszenierung

Mittwoch, den 14. Januar 2015
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SO 11.01.2015 | 23.05 Uhr | Das Erste

Jetzt schreien sie wieder alle LÜGENPRESSE! Und regen sich auf und drehen an der Uhr. Dabei hilft es manchmal schon, mal ein bisschen nachzudenken. Gern auch zweimal.
Bei der großen Demonstration am Sonntag in Paris setzten auch Dutzende Politiker ein Zeichen und gingen ebenfalls auf die Straße. Sie hakten sich unter und marschierten ein paar Meter.
Im Fernsehen sah das tatsächlich so aus, als würden sie die Demo anführen, und es sei total voll.
War aber nicht so. In Paris war zu sehen, wie da die Politikermasse stand, und dahinter lange niemand mehr. Eine reine Inszenierung?

Der ARD wird vorgeworfen, die Bilder aus Paris manipuliert zu haben. Dass man das nur der ARD vorwirft, ist allerdings interessant, wo doch auch viele (alle?) anderen Sender drüber berichteten. Natürlich zeigten auch die “Tagesthemen” am Abend die Bilder, und vielleicht kam die Szene da nicht ganz raus, so wie sie war. Vielleicht sollten die Kommentatoren das Ganze noch sauberer einordnen. Während der nachmittäglichen Live-Übertragung war es allerdings ganz deutlich sichtbar, wie sich die Szene darstellte. Dass der Pulk da alleine stand.

Aber was wirft man der ARD und den Politikern da eigentlich vor? Dass die Politiker ein Symbol, ein Zeichen setzen wollten? Dass es wegen der vielen Kameraleute vor ihnen kaum möglich war, zu marschieren? Dass es offenbar die Sicherheitslage nicht hergab, dass sich die Politiker inmitten der Million Demonstranten stellten? Was wäre passiert, wenn es einen Anschlag gegeben hätte, wer hätte da aufgeschrien, dass die Franzosen die Politiker nicht absichern konnten?
Sicher, in irgendeiner Hinsicht war das Bild, der sich einhakenden und ein paar Schritte gehenden Politiker eine Inszenierung. Aber so ziemlich alles ist inszeniert. So ziemlich jedes Foto ist inszeniert. Manchmal ist es eben so, dass das Bild, die Geste mehr zählt. Dass es mehr zählt, dass all die Politiker nach Paris kamen und sich da hinstellten.

Die ARD hat im Laufe der Übertragung beide Positionen gezeigt. Und wer darüber nachdenkt sollte auch zu dem Schluss kommen, dass alles andere Irrsinn gewesen wäre und sicherheitsmäßig kaum zu vertreten.
Die Diskussion darum erscheint mir mal wieder unfassbar albern.

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Paris trauert

Montag, den 12. Januar 2015
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SO 11.01.2015 | 15.05 Uhr | Das Erste

Mehr als eine Millionen Menschen in der Pariser Innenstadt. Franzosen, Deutsche, Italiener, Arabier, Türken. Christen, Juden, Moslems. Otto-Normal-Bürger, Politiker.
Es war ein versöhnliches Wochenende nach deprimierenden, schockierenden, traurig und nachdenklich machenden Tagen.

Das Erste übertrug am Sonntagnachmittag unter dem Titel “Paris trauert” mehr als zwei Stunden lang die Trauerdemonstration aus Anlass der Anschläge auf die Satirezeitschrift “Charlie Hebdo” und den jüdischen Supermarkt in Paris.
Viele hunderttausend Menschen gingen auf die Straße, um zu zeigen: “So nicht!” Um zu zeigen, dass die Nation zusammensteht und zusammenhält. Dass sie sich nicht von hasserfüllten Extremisten Angst machen lassen wollen. Deshalb fiel der eigentlich geplante Schweigemarsch auch lauter aus als gedacht, deshalb riefen die Menschen Friedensparolen, hielten “Je suis Charlie”-Schilder hoch, sangen und klatschten.

Gemeinsam mit der Demo am Sonnabend in Dresden, als 35.000 Menschen gegen jeglichen Pegida-Hass auf die Straße gingen, machten diese beiden Tagen wieder Hoffnung, dass das Gute auf der Welt vielleicht doch die Oberhand behält.
Auf jeden Fall waren es zwei gute Tage für die Demokratie.

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Hart aber fair extra: Islamistischer Terror in Paris – Europas Freiheit in Gefahr?

Donnerstag, den 8. Januar 2015
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MI 07.01.2015 | 23.00 Uhr | Das Erste

Je suis Charlie.
Es ist der Satz des Tages. Ich bin Charlie.
Drei Männer drangen am Mittwoch in die Redaktion des französischen Satiremagazins “Charlie Hebdo” ein. Sie erschossen den Chefredakteur, vier Zeichner – insgesamt zwölf Menschen. Und das, weil die Zeitschrift immer wieder religionskritische Zeichnungen veröffentlichte, auch Mohammed-Karikaturen.
Was ist eigentlich los in dieser Welt? Da löscht man also eine Redaktion aus, weil einem nicht passt, was sie veröffentlicht. Ein grauenvoller Angriff auf die Pressefreiheit. Was ist das für ein Hass, und was hat das mit Gott zu tun? Wie kaputt ist man, wenn man auf bestialische Weise tötet?
Klar, es muss einem nicht alles gefallen, was geschrieben und gezeichnet wird. Es kann sein, dass man dadurch beleidigt ist. Aber deshalb töten?

In einer Sondersendung von “Hart aber fair” ist am Mittwochabend im Ersten über das Attentat diskutiert worden – auf eine weitgehend erfreuliche sachliche Weise. und wahrscheinlich ist es auch das Klügste, was wir gerade machen können: einen kühlen Kopf bewahren, genau hinschauen, genau differenzieren.
Der Islam ist nicht gleichzustellen mit dem islamistischen Terror. Nur weil jemand an Allah glaubt, ist er kein Gewalttäter. Die Unterscheidung, die Abtrennung, ist wichtig. Nur leider werden die Pegida-Anhänger in Dresden dafür kaum ein offenes Ohr haben. Für diese Leute war dieser Tag ein gefundenes Fressen.

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Je suis Charlie

Donnerstag, den 8. Januar 2015
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Satire darf alles. Nur nicht sterben.