RTelenovela

Wenn die Gegner mal wieder die Idioten sind

Sonntag, den 2. Februar 2014
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Ich bin eher nicht so Schlachtenbummler. Wenn ich zum Handball gehe und meine Heimmannschaft beobachte, dann mache ich das als stiller Beobachter. Also: meistens jedenfalls. Natürlich gibt’s bei Toren Applaus, und wenn’s mal eng ist, dann gebe auch ich mal einen Laut von mir.

Was mir aber völlig abgeht: den Gegner beschimpfen. So was ist mir unangenehm.
Am Sonnabend spielte in Oranienburg der OHC gegen Potsdam. Die Oranienburger haben leider verloren, das ist ärgerlich. Aber es käme mir niemals in den Sinn, deshalb die anderen verbal nieder zu machen.
“Idiot!”, schrie einer der Oranienburger Anhänger zum Torwart der anderen, nur weil der darüber jubelte, dass er in diesem Spiel zugegebenermaßen ziemlich gut hielt. Und ich frage mich: Was soll das? Was ist das für Niveau, auf dem sich diese Leute befinden?

Schiris müssen sich ja immer so einiges anhören. Sie treffen in den Augen viele Fans eine Fehlentscheidung nach der anderen. Sie sind blind, völlig bescheuert und haben keine Ahnung. Und das teilen die Fans diesen Schiedsrichtern auch gern mal mit.
Ich mag das nicht. Und ich finde, solche Beschimpfungen müssen auch nicht sein. Gute oder schlechte Stimmung hin oder her.

RTelenovela

In der Kleinstadt kennt jeder jeden

Freitag, den 31. Januar 2014
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Kremmen ist ein Dorf. Das ist natürlich nicht wörtlich zu nehmen, sondern nur umgangssprachlich. Aber in der kleinen Stadt passiert es immer wieder mal, dass unverhoffte, interessante Verbindungen entstehen.

Zum Beispiel neulich an der Supermarktkasse. Ich habe gerade bezahlt, als mich die nette Kassiererin anlächelt und sich für einen Artikel bedankt. Es stellt sich heraus, dass sie die Mutter eines jungen Mannes ist, über den ich an eben jenem Tag geschrieben hatte. Mit ihrem Mann hatte ich mich neulich ebenfalls wegen eines weiteren Projektes unterhalten. Eine echte Zufallsbegegnung an der Supermarktkasse.

Oder neulich in der Kremmener Kita. Ich notiere mir den Namen meiner Gesprächspartnerin – und da kommt mir dieser Satz in den Sinn: „Sie sind doch nicht etwa die Tochter von …?“ Und sie war in der Tat eben jene „Tochter von…“.

An der Schule in Kremmen gibt es jemanden, der widerum mit jemandem vom städtischen Sportverein zusammen ist. Die Dame, die eine Art Cateringservice betreibt, ist mit einem Herrn aus der Politik verheiratet. Das Pärchen, das goldene Hochzeit feiert, habe ich nur ein paar Tage später in einem Bläserchor getroffen, über den ich geschrieben habe.

Und so weiter. In der Kleinstadt kennt jeder jeden und sind viele irgendwie miteinander verbandelt. Um nur einige Beispiele zu nennen.
Es gibt darüber hinaus noch ein paar Jungs aus der Schule, die mir immer mal wieder begegnen. Ich sehe sie quasi in der Stadt aufwachsen. Und bemerke gleichzeitig, dass auch ich langsam älter werde.

Das alles ist meist nichts Negatives. Ich finde viel mehr, das ist ein schönes Gefühl von Heimat.

aRTikel

„Es kann doch nicht einfach alles vorbei sein!“

Donnerstag, den 30. Januar 2014
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Schüler des Oranienburger Louise-Henriette-Gymnasiums sprachen über den Tod und das Sterben

MAZ Oranienburg, 30.1.2014

ORANIENBURG
Am Anfang herrschte Skepsis: Anderthalb Stunden lang über den Tod reden? Ist das nicht zu traurig? Gerade einige der Jungs schienen unsicher zu sein. Ja, es war traurig, aber auch tief beeindruckend und bewegend.

Am Oranienburger Louise-Henriette-Gymnasium findet in den 11. Klassen die Religions-Philosophische Woche statt. Eines der Seminare beschäftigte sich gestern Vormittag mit dem Tod, vom Umgang mit dem Sterben. „Es wird viel geschwiegen, nicht nur unter den Jugendlichen“, sagt Simona Blankenburg. Die Geschäftsführerin des gemeinnützigen Vereins „Home care Berlin“, der sich vor allem um die häusliche Versorgung todkranker Menschen kümmert, leitete die Runde. „Rezepte, wie man mit Trauer umgehen kann“, gibt es nicht.

Die MAZ konnte in dem sehr intimen Zirkel dabei sein. Es darf auch berichtet werden, was besprochen worden ist – allerdings ohne Namen zu nennen. „Vertrauen ist sehr wichtig“, so Simona Blankenburg.

„Ich dachte immer, nach dem Tod kommt einfach nichts“, sagte eine der Elftklässlerinnen. „Vergleichbar wie ein Schlafzustand. Aber irgendwann war mir klar: Da muss noch was sein.“ Eine ihrer Mitschülerinnen brachte es auf den Punkt: „Es kann doch nicht einfach alles vorbei sein! Alle Gefühle und Emotionen, war dann alles umsonst?“ Ein anderes Mädchen beschrieb den Tod so: „Die Seele verlässt den Körper, um an einen besseren Ort zu kommen, aber es sind nicht Himmel oder Hölle. Es ist einfach ein Ort.“ Einer der Jungs schien dagegen ganz überzeugt zu sein: „Nach dem Tod kommt nichts mehr.“ Er sehe das rein biologisch.
Es stellte sich heraus, dass viele aus der Gruppe schon Erfahrungen mit dem Tod gemacht haben. Der Vater eines der Mädchen ist vor kurzem gestorben. Eine für sie schwierige Zeit. „Wenn man alleine da sitzt und anfängt nachzudenken ist das schlimm“, erzählte sie. Viele von den Kursteilnehmern haben ihre Oma und Opas verloren. Einer erzählte, dass er einen guten Freund verloren habe – ein Herzfehler, der nicht erkannt worden ist.

Und so begannen sie alle, nach und nach zu erzählen. Es waren bedrückende Augenblicke, aber in der Gruppe sind die Erzählungen gut aufgehoben gewesen. „Ich hatte in meiner Familie noch nie etwas mit dem Tod zu tun, aber es geht mir nah, diese Geschichten zu hören“, sagte einer der Elftklässler während des kleinen Seminars.

Auch über Rituale rund um das Sterben sprachen die Jugendlichen. Beerdigungen zum Beispiel und der Leichenschmaus. „Das widerspricht sich“, sagte eines der Mädchen. „Erst ist man traurig, und plötzlich geht man zusammen essen und lacht. Das passt nicht.“ Ihr Klassenkamerad hat das anders empfunden, als er Ähnliches erlebte: „Das Essen nach der Beerdigung war ein Fest für den Toten.“ Ihm habe das gefallen. Simona Blankenburg erinnerte daran, dass solche rauschenden Feste in anderen Kulturen vollkommen üblich seien.

Ganz am Ende zündeten alle Teilnehmer noch eine Kerze an – in Gedenken an Verstorbene aus ihrem Umfeld. Ausnahmslos alle waren sich danach einig, dass sie dieses Gespräch über den Tod nachhaltig beeindruckt hat. „Es fällt mir hier leichter drüber zu sprechen als in meiner Familie“, sagte ein Mädchen und lobte auch die Gesprächsrunde: „Ich bin stolz auf euch.“ Stolz darauf, dass alle gemeinsam ein wirklich tiefgründiges Gespräch über ein schwieriges Thema führten.

RTZapper

Tagesthemen: Hitzlspergers Outing

Donnerstag, den 9. Januar 2014
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MI 08.01.2014 | 22.15 Uhr | Das Erste

Thomas Hitzlsperger steht auf Männer. Damit hat er es am Mittwochabend auf Platz 1 der “Tagesthemen” geschafft.
Eigentlich möchte man da sagen: na und?
Ja, eigentlich. Thomas Hitzlsperger aber ist Fußballer. Bis vor einem halben Jahr spielte er noch, er gehörte auch zur Fußball-Nationalmannschaft.

Nach seinem sportlichen Karriereende bekennt er sich zu seiner Homosexualität und erntet dafür von offizieller Seite nur Lob.
Das ist beruhigend, aber mal ehrlich: Was bedeutet das schon? Wichtiger ist doch, was in den Stadien passiert. Dort ist das Thema weitgehend tabu. Schwule haben im Fußball nichts zu tun, immer wieder gibt es – obwohl sich weiterhin kein aktiver Profi geoutet hat – immer wieder Anfeindungen und böse Sprüche.
Was zählt, ist auf dem Platz, und was passiert, wenn sich wirklich mal ein Profi outet, weiß niemand so genau.

Deshalb ist Hitzlspergers Outing zwar eine tolle Sache für den man dem 31-Jährigen nur Respekt zollen kann – aber auch nur ein Anfang. Denn anders als im Showbusiness oder im Politzirkus, herrscht in der Fußballarena eine sehr viele rauere Atmosphäre, die sich sehr viel unmittelbarer auf die Spieler auswirkt.
So traurig es ist, das ist immer noch Mut gefragt.

aRTikel

Die heutigen Senioren fühlen sich noch nicht alt

Dienstag, den 7. Januar 2014
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Gerda Schreiber aus Sommerfeld über die Aktivitäten im Dorf und drohende Nachwuchssorgen

MAZ Oranienburg, 7.1.2014

SOMMERFELD
Seit fünf Jahren ist Gerda Schreiber (71) die Vorsitzende des Sommerfelder Seniorentreffs. Zum Programm gehören dienstags die Zusammenkunft im Gemeinderaum und mittwochs die Frühgymnastik im Kulturhaus der Rehaklinik.

Der Seniorenverein in Wensickendorf steckt in der Krise, ihm droht die Auflösung, wenn sich niemand für den Vorstand meldet. Kennen Sie solche Nachwuchssorgen in Sommerfeld auch?
Gerda Schreiber: So krass wie dort ist es bei uns noch nicht. Aber auch bei uns ist die Zahl der Mitglieder schon entschieden weniger geworden. Allein im vergangenen Jahr sind vier von uns verstorben.

Wie viele Leute sind regelmäßig dabei?
Schreiber: Zum Seniorentreff am Dienstag kommen immer so 25 Leute, auch bei den sportlichen Varianten, also Radfahren oder Schwimmen, kommen immer eine ganze Menge Leute. Mehr Frauen als Männer.

Wie kommt das?
Schreiber: Etliche Frauen sind ja alleine, sie sind schon Witwen.

Seit wann sind Sie dabei?
Schreiber: Seit 2002. Ich bin zu dieser Zeit in den Vorruhestand gegangen und wollte dann nicht zu Hause rumsitzen. Am Anfang habe ich vor allem die sportlichen Sachen mitgemacht. Seit 2006 gehöre ich zum Vorstand, seit 2009 bin ich die Vorsitzende des Vereins.

Gäbe es jemanden, der Sie beerben könnte?
Schreiber: Das ist schwierig, momentan sieht es noch nicht so aus.

Wie erklären Sie sich das?
Schreiber: Die meisten Mitglieder im Seniorentreff sind ja schon älter, und die Jüngeren sind dafür nicht mehr so zu begeistern.
Die heutigen jungen Alten gehen nicht in Seniorenvereine?
Schreiber: Das ist wohl im Allgemeinen so. Viele fühlen sich eben noch nicht so alt, obwohl sie Anfang, Mitte siebzig sind. Und dass jemand dann mit 80 so was noch macht, das wäre dann wohl zu viel.

Was glauben Sie, wird es irgendwann keinen Seniorenverein mehr geben?
Schreiber: Das kann durchaus passieren. Aber vielleicht ändert sich das ja wieder in der nächsten Generation, im Moment haben wir die aber nicht im Blickfeld.

Ist das Problem des „Nachwuchsmangels“ ein Trend?
Schreiber: Ich denke schon, weil man es überall hört.

Was geht verloren?
Schreiber: Wir sind ja kein Verein, sondern eine lose Gruppe. Aber alle, die dabei sind, haben eine freundschaftliche Art. Wenn man unterwegs ist, und man trifft sich, dann sagt man „Hallo!“. Das macht man sonst natürlich auch, aber so ist die Bindung sehr viel intensiver. Im Grunde genommen machen wir ja Kaffeeklatsch. Die Senioren wollen nicht nur unterhalten werden, wir wollen uns auch selbst untereinander austauschen.

Gibt es ein Thema, das in Sommerfeld momentan besprochen wird?
Schreiber: Wir hätten gern unsere Kaufhalle wieder. Aber es sieht wohl nicht so aus, als wenn sich da was tun würde. Der Dorfkümmerer hat sich aber bemüht.

Wo gehen Sie jetzt einkaufen?
Schreiber: Wir müssen übers Land fahren. Oft nach Kremmen, aber auch nach Oranienburg. Sonst gibt es ja in der näheren Umgebung nichts. Dienstags und donnerstags fährt aber ein kleiner Bus zum Einkaufen nach Kremmen, das hilft den Senioren hier schon sehr.

RTelenovela

Schnelles Internet und leckere Kaffeesahne – umsonst!!

Montag, den 30. Dezember 2013
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Er kommt wohl regelmäßig in den Oranienburger Imbissladen. Er setzt sich an einen der Tische und holt seinen Laptop raus. In dem Laden kann man nämlich kostenlos das dortige W-Lan benutzen.
Aber sich etwas kaufen? Nein, nein, dazu ist er nicht in den Imbiss gekommen. Er bedient sich nur am kostenlosen Zucker und an der Kaffeesahne, die neben dem Getränkeautomaten rumliegt. Was kostenlos ist, greift er sich. Und dann sitzt er da und surft im Netz.

Die Imbissfrau erzählte mir neulich, dass er das immer so macht. Nach einer halben Stunde knipst sie ihm spätestens das Internet aus. Dann packt der junge Mann seine Sachen zusammen und geht. Zu diesem Zeitpunkt hat er dann lange Zeit im Imbiss verbracht und genau 0 Euro bezahlt.
Dreist muss man sein, dann kommt man preiswert durchs Leben. Irgendwie würde ich mich das nicht trauen, vor allem nicht regelmäßig, so dass man dort schon bekannt ist. Wenigstens einen Keks oder ein Getränk könnte er doch kaufen. Aber dazu ist er vermutlich zu geizig.

aRTikel

Der Weihnachtsmann hat Urlaub

Dienstag, den 24. Dezember 2013
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Auch in der Sommerfelder Klinik ist heute ein besonderer Tag

MAZ Oranienburg, 24.12.2013

SOMMERFELD
Ute Schmidt ist Pflegedienstleiterin in der Sommerfelder Rehaklinik. Die Patienten liegen ihr am Herzen.

Müssen Sie arbeiten?
Ute Schmidt: Ich muss nicht, aber ich werde heute Vormittag dort sein und in die Patientenzimmer gehen. Mir ist das schon wichtig.

Ist Heiligabend in der Klinik ein besonderer Tag?
Schmidt: Die meisten Patienten sind ja zu Hause. Wir sind eine Fachklinik, bei uns finden geplante Operationen statt. Dennoch sind über Weihnachten Patienten bei uns, die noch nicht vollständig geheilt sind oder bei denen sich am Krankheitsbild etwas verändert hat.

Wie verläuft denn so ein Tag am Heiligen Abend? Oder ist der Ablauf dann ganz normal?
Schmidt: Am Vormittag bin ich im Akuthaus der Klinik und wünsche den Patienten frohe Weihnachten. Der allgemeine Stationsablauf ist deutlich ruhiger als an normalen Tagen. In der Rehaklinik werden die Patienten am Nachmittag an eine Kaffeetafel eingeladen. Wir wollen ihnen dort ein paar gemütliche Stunden bereiten. Normalerweise kommt auch immer der Weihnachtsmann vorbei, aber der ist dieses Jahr im Urlaub ( lacht ).

Wie ist die Stimmung an so einem Tag?
Schmidt: Ein bisschen melancholischer als sonst. Es sind ja meist ältere Leute, die natürlich viel lieber zum Fest zu Hause wären.