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Florentine Degen: Ich könnte das nicht – Mein Jahr im Hospiz

Freitag, den 1. August 2014
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Florentine (20) hat sich für ihr freiwilliges soziales Jahr ein Hospiz ausgesucht. Ein Jahr lang hat sie mit sterbenden Menschen zu tun, und ein Jahr lang hat sie Tagebuch darüber geführt. Ihre Gedanken und Notizen sind als Buch erschienen.
Es ist ein hartes Stück Arbeit, das sie da vor sich hat – oft Akkordarbeit. Sie muss sich um die Menschen kümmern, sie waschen, oft auch windeln – es sind in vielen Augenblicken intime Momente, die sich da abspielen, und sie kosten Überwindung. Aber Florentine stellt sich ihrer Aufgabe. Mehr noch: Sie lässt emotionale Nähe zu, zu einigen Bewohnern entwickeln sich Freundschaften. Als diese dann sterben, lässt die FSJlerin Gefühle zu.

“Ich könnte das nicht” ist oft nicht nur die Reaktion auf die Arbeit in einem Hospiz. So heißt auch das Buch von Florentine Degen. Es gibt viele eindrucksvolle Stellen in ihren Erzählungen. Lachen und Weinen scheinen sich zu vermischen.
Ihr Schreibstil ist am Anfang noch ein wenig holprig, wird aber flüssiger. Sehr liebevoll erzählt sie über ihre Zeit im Hospiz, verschweigt dabei aber auch nicht die Konflikte und den Frust, den sie oft hat.

Florentine Degen: Ich könnte das nicht – Mein Jahr im Hospiz
KiWi Paperback, 256 Seiten
7/10

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NDR Info: Neues von den japanischen Stofftieren

Freitag, den 1. August 2014
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DI 29.07.2014 | 14.35 Uhr | NDR Info

Es gibt Neuigkeiten aus Japan. Nach dem Tagesschau-Beitrag über die Stofftiere, die von ihren Besitzern auf Reisen geschickt werden, berichtete NDR Info am Dienstagnachmittag über eine weitere Besonderheit aus Asien.

Dort gibt es Cafés, in denen Singles nicht lange alleine bleiben müssen. Nein, es sind jedoch keine Menschen, die sich da zu ihnen gesellen – also, jedenfalls nicht direkt. Es sind Stofftiere. Bemerken die Betreiber der Cafékette, dass dort ein Gast allein am Tisch rumsitzt, dann bekommt er einen Begleiter an die Seite. Ein lebendiges Maskottchen, ein Stofftiere, setzt sich zu ihm, um ihm Gesellschaft zu leisten. Und angeblich finden die Japaner das toll, wobei mich bei denen eigentlich nur noch wenig wundert.

Unklar ist, ob man die Maskottchen auch nach Hause mitnehmen darf. Oder ob es vielleicht Hinterzimmer gibt, wo die Gäste mit diesen Masko… ähm… also…
Mist. Immer diese Sommerlöcher.

RTZapper

Der Rassist in uns

Sonntag, den 13. Juli 2014
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DO 10.07.2014 | 22.15 Uhr | zdf_neo

Blauäugige sind weniger wert als Braunäugige. Blauäugige sind dumm. Blauäugige suchen die Schuld immer bei anderen. Blauäugige sind egoistisch.

Klingt rassistisch? Das soll es auch. “Der Rassist in uns” zeigte, wie einfach die meisten Menschen zu manipulieren sind. Wie man sie auf bestimmte Merkmale einschwören kann. Wie man sie auf andere Menschen ansetzen kann. Wie man Andersartige unterdrücken kann, und wie willig die Menschen da mitmachen, welche Dynamiken da entstehen.
Ganz klar: Auf zdf_neo lief am Donnerstagabend die Doku des Jahres. Sie lief nicht im ZDF-Hauptprogramm, wo Maybrit Illner gerade über Fußball schwadronierte, sondern im Spätprogramm des Spartensenders.

In der Doku ging es um einen Workshop, bei dem die Teilnehmer, ohne dass sie es wussten, gezeigt bekommen sollten, wie das mit dem Rassismus funktioniert.
Von Anfang an wurden die blauäugigen Teilnehmer schlecht behandelt, diskriminiert und schikaniert. Die Braunäugigen dagegen wurden priviligiert behandelt und gegen die anderen eingeschworen. Egal, was der Workshopleiter erzählte, es hämmerte sich in die Hirne der Braunäugigen ein.

Zu beobachten, wie sich beide Seiten verhalten, war unglaublich spannend. Die Blauäugigen sahen sich geballter Diskriminierung ausgesetzt. Sie mussten hautnah spüren, wie fertig sie das macht, wie verunsichert, wie eingeschüchtert sie werden. Was für eine psychische und körperliche Qual das ist. Und die Braunäugigigen, wie es ist, zu dominieren, zu einer Gruppe zu gehören, die andere erniedrigt.
Und das alles innerhalb von nur zwei Stunden, so lange dauerte der Workshop.
Nur wenige scherten aus und ließen das alles nicht mit sich machen, waren entsetzt, was da geschieht.

“Der Rassist in uns” ist ein extrem lehrreicher Film, der mehr Zuschauer verdient, als die 200.000, die sich am Donnerstagabend zu zdf_neo verirrten. So etwas sollte auch in Schulen gezeigt werden.

aRTikel

Witze vorlesen ist eine Kunst

Freitag, den 23. Mai 2014
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Infoabend in der Bötzower Bibliothek: Wie Kinder Spaß an Büchern und der Sprache bekommen

MAZ Oranienburg, 23.5.2014

BÖTZOW
Wenn die Kinder der Bötzower Kita „Antons Quasselklub“ besuchen, dann haben sie Spaß. Sie singen, lachen und sprechen. Und ganz nebenbei lernen sie auch, aber das mit so viel Freude, dass sie das vordergründig gar nicht so genau mitbekommen. In Wirklichkeit ist „Antons Quasselklub“ nämlich eine Art Sprachförderung für Kinder, die entsprechende Defizite haben.

Das Konzept ist am Mittwochabend in der Bötzower Bibliothek vorgestellt worden. Bei einem Infoabend ging es darum, wie Kindern der Spaß am Lesen vermittelt werden kann. Vertreter der Bibliotheken, Kita und Schule hatten dazu Eltern eingeladen. Dabei geht es allerdings nicht nur um das bloße Lesen von Büchern. „Lesen zu können ist elementar“, sagte Margot Deetz, die Leiterin der Bibliotheken in Oberkrämer. Ines Röher, die stellvertretende Leiterin der Bötzower Grundschule, stimmt ihr zu. Schließlich seien die Rechenaufgaben in der Mathematik auch in Texte verpackt. Später im Leben müssen Mietverträge schließlich auch ganz genau durchgelesen werden.

Eltern, Lehrer und Erzieher seien gefordert, das immer wieder mit den Kindern zu üben. Die Leseförderung fängt bereits in der Kita an. Saskia Krahn, die Leiterin der Traumzauberbaum-Kita in Bötzow, machte deutlich, dass dabei die Sprachförderung ein sehr wichtiger Bestandteil sei. „Eltern müssen ein sprachliches Vorbild sein“, sagte sie. „Und wir müssen uns da auch immer wieder zusammennehmen.“
Saskia Krahn nannte ein Beispiel. Zeigt ein zweijähriges Kind fasziniert und ohne zu wissen, wie das Ding heißt, auf ein Müllauto, dann reicht es nicht, dass die Eltern das nickend zur Kenntnis nehmen. „Da muss man schon mal sagen: Ja, das ist ein Müllauto.“ Im Idealfall erzählen die Großen den Kleinen dann noch, dass die Müllmänner den Müll abholen. „So bekommt das Kind verschiedene Informationen, die es bei der nächsten Begegnung mit dem Müllauto vielleicht schon abrufen kann“, so Saskia Krahn. Hilfreich sei es auch, altes Liedgut und alte Reime zu bewahren. „Das können alle mitsingen, auch die Mutter und die Oma.“

Später kommen dann die Bücher ins Spiel, anfangs natürlich noch reine Bilderbücher. „Kinder lieben es ganz oft, immer wieder das gleiche Buch anzusehen“, erzählte Bibliothekarin Margot Deetz. „Sie entdecken jedes Mal etwas Neues, das ist sehr faszinierend.“ Es sei auch nicht schlimm, wenn sie Wörter entdecken, die sie noch nicht kennen. „Das Schöne ist: Dann können Kinder und Eltern darüber sprechen“, so Deetz. Auch sollten gegenüber Comics keine Berührungsängste bestehen, wie ihre Kollegin Claudia Adler von der Bötzower Bücherei sagte. Schließlich müssen die Sprechblasen auch gelesen und in Zusammenhang zu den Bildern gesetzt werden. „Das müssen die Kinder ebenfalls erst lernen.“ Selbst Witzbücher laut vorzulesen, sei eine Leistung, so Margot Deetz. „Die Witze so vorzutragen, dass die Zuhörer sie verstehen und darüber lachen, ist eine Leistung.“ Nach und nach kämen dann Bücher mit längeren Texten ins Spiel. „Beim Lesen geht es auch immer um Konzentration, darum, sich länger mit einer Sache zu beschäftigen“, sagte Margot Deetz.

Zu der Veranstaltung am Mittwochabend kamen allerdings nur sieben Gäste, und das obwohl in den Kitas und Schule Reklame dafür gemacht wurde und laut der Veranstalter durchaus Bedarf in Sachen Sprach- und Leseförderung bei den Kindern besteht. Die Eltern müssten sich in der Hinsicht ausführlich mit ihren Kindern beschäftigen, so die Meinung aller.

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Werbung: Durchfall, Verstopfung, Gliederschmerzen

Donnerstag, den 22. Mai 2014
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MI 21.05.2014 | 18.01 Uhr | Das Erste

Wer abends um sechs die ARD einschaltet, ist gesundheitlich nicht besonders gut drauf. Er hat schlimmen Durchfall oder wahlweise eine dramatische Verstopfung. Dazu kommen noch grässliche Gleiderschmerzen.
Es sind drei Werbespots, die am frühen Mittwochabend im Ersten direkt vor dem “Quizduell” laufen. Offenbar rechnen bei der ARD und in der Werbewirtschaft niemand damit, dass Leute unter 70 diese Sendung gucken.

Anders ist es nicht zu erklären, dass die Spots nicht gerade die hippesten sind. Eine jugendliche Zielgruppe ist nicht erkennbar. Außer Flitzekacke, Kacksperre und Gliederstarre werden keine anderen Themen angesprochen. Für junge Zuschauer ist das nicht gerade ein Ansporn, sich bei der ARD willkommen zu fühlen.

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Willkommen Österreich: Bülent Ceylan – hetero?

Samstag, den 17. Mai 2014
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FR 16.05.2014 | 1.50 Uhr (Sa.) | 3sat

Da war Comedian Bülent Ceylan aber baff, und nicht nur ganz kurz. “Bist du schwul?”, wurde er doch da tatsächlich gefragt.
Ceylan war am Dienstagabend zu Gast in der ORF-Late-Night-Show “Willkommen Österreich”, die am späten Freitagabend auch in Deutschland auf 3sat zu sehen war. Vorher war die österreichische Song-Contest-Gewinnerin Conchita Wurst überraschend auf Stippvisite gewesen.

Ceylan, der danach zu Christoph Grissemann und Dirk Stermann ins Studio kam, witzelte ein wenig – wie immer nicht besonders lustig, und irgendwie kamen sie noch mal auf Wurst zu sprechen. Ceylan merkte an, dass er ja nichts gegen Schwule habe, aber er möge es nicht, wenn er ansehen muss, wie sich zwei Männer küssen.
Mal abgesehen davon, dass ich vermute, dass er es hingegen geil findet, wenn sich zwei Frauen küssen, ist diese Meinung natürlich nicht verboten.
Aber plötzlich stellte Grissemann die Frage: “Bist du schwul?”. Natürlich, eine Provokation. Ceylan war sichtlich überrascht und überrumpelt. Er lachte und meinte, so was hätte man ihn im Fernsehen ja noch nie gefragt, und das sei ja total lustig.
Echt? Wieso?

Grissemann und Stermann haben allerdings nicht gelacht, und Stermann meinte dann noch, dass sie ja noch keine Antwort bekommen hätten. Stattdessen zeigten sie einen Ausschnitt, in dem Ceylan in Frauenkleidern bei “Wetten, dass…?” auftrat.
Es wirkte ein wenig, als ob die beiden Kabarettisten dem Ceylan einen reindrücken wollten. Weil es schon irgendwie dämlich ist, sie lustig zu machen, aber selber auch Klischees zu bedienen und es witzig findet, in fremde Rollen zu schlüpfen. Und da wird man doch wohl mal nachfragen dürfen, haben sich die ORF-Humoristen da wohl gesagt.

Letztlich hat Ceylan die Frage nicht beantwortet, nur weggelacht. Es ist auch sein gutes Recht, über sein Privatleben nicht zu sprechen, egal, wen er da küsst. Aber hätte Grissemann gefragt: “Bist du Hetero?” – dann hätte die Sache sicherlich schon anders und entspannter ausgesehen…

RTelenovela

Man hat ja schließlich für die schlechten Plätze bezahlt!

Dienstag, den 13. Mai 2014
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Die Deutschen sind ein sehr diszipliniertes Völkchen. Zumindest in mancher Hinsicht.
Beim Konzert von Barbara Schöneberger im Berliner Tempodrom waren nicht alle Plötze ausverkauft. Im Oberrang waren die Randplätze nicht verkauft. Klar, da sieht man auch längst nicht so gut, weil man nur den Seitenblick auf die Bühne hat.

Ein Paar aber, das hatte besonders beschissene Plätze. Es hatte nicht nur den Seitenblick, sondern auch noch die Lautsprecher vor sich zu hängen.
Nun war das allerdings kein auswegloses Schicksal. Die beiden saßen im Rang fast komplett allein. Rings um sie herum waren alle Stühle frei. Sie hätten sich kocker umsetzen können.
Aber da auf ihren Tickets nun mal Reihe und Sitznummer standen und das Gesetz war, blieben die beiden stoisch sitzen – auch nach der Pause.
Man hat ja schließlich für die schlechten Plätze bezahlt! Oder vielleicht waren die beiden blind. Oder sie wollten die Schöneberger nur hören und nicht sehen. Oder sie waren Technikfreaks und wollten sich unbedingt die Lautsprecher ansehen. Hoffentlich hatten sie wenigstens einen schönen Abend – denn schön war das Konzert auf jeden Fall!