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NDR Info: Neues von den japanischen Stofftieren

Freitag, den 1. August 2014
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DI 29.07.2014 | 14.35 Uhr | NDR Info

Es gibt Neuigkeiten aus Japan. Nach dem Tagesschau-Beitrag über die Stofftiere, die von ihren Besitzern auf Reisen geschickt werden, berichtete NDR Info am Dienstagnachmittag über eine weitere Besonderheit aus Asien.

Dort gibt es Cafés, in denen Singles nicht lange alleine bleiben müssen. Nein, es sind jedoch keine Menschen, die sich da zu ihnen gesellen – also, jedenfalls nicht direkt. Es sind Stofftiere. Bemerken die Betreiber der Cafékette, dass dort ein Gast allein am Tisch rumsitzt, dann bekommt er einen Begleiter an die Seite. Ein lebendiges Maskottchen, ein Stofftiere, setzt sich zu ihm, um ihm Gesellschaft zu leisten. Und angeblich finden die Japaner das toll, wobei mich bei denen eigentlich nur noch wenig wundert.

Unklar ist, ob man die Maskottchen auch nach Hause mitnehmen darf. Oder ob es vielleicht Hinterzimmer gibt, wo die Gäste mit diesen Masko… ähm… also…
Mist. Immer diese Sommerlöcher.

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Der Rassist in uns

Sonntag, den 13. Juli 2014
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DO 10.07.2014 | 22.15 Uhr | zdf_neo

Blauäugige sind weniger wert als Braunäugige. Blauäugige sind dumm. Blauäugige suchen die Schuld immer bei anderen. Blauäugige sind egoistisch.

Klingt rassistisch? Das soll es auch. “Der Rassist in uns” zeigte, wie einfach die meisten Menschen zu manipulieren sind. Wie man sie auf bestimmte Merkmale einschwören kann. Wie man sie auf andere Menschen ansetzen kann. Wie man Andersartige unterdrücken kann, und wie willig die Menschen da mitmachen, welche Dynamiken da entstehen.
Ganz klar: Auf zdf_neo lief am Donnerstagabend die Doku des Jahres. Sie lief nicht im ZDF-Hauptprogramm, wo Maybrit Illner gerade über Fußball schwadronierte, sondern im Spätprogramm des Spartensenders.

In der Doku ging es um einen Workshop, bei dem die Teilnehmer, ohne dass sie es wussten, gezeigt bekommen sollten, wie das mit dem Rassismus funktioniert.
Von Anfang an wurden die blauäugigen Teilnehmer schlecht behandelt, diskriminiert und schikaniert. Die Braunäugigen dagegen wurden priviligiert behandelt und gegen die anderen eingeschworen. Egal, was der Workshopleiter erzählte, es hämmerte sich in die Hirne der Braunäugigen ein.

Zu beobachten, wie sich beide Seiten verhalten, war unglaublich spannend. Die Blauäugigen sahen sich geballter Diskriminierung ausgesetzt. Sie mussten hautnah spüren, wie fertig sie das macht, wie verunsichert, wie eingeschüchtert sie werden. Was für eine psychische und körperliche Qual das ist. Und die Braunäugigigen, wie es ist, zu dominieren, zu einer Gruppe zu gehören, die andere erniedrigt.
Und das alles innerhalb von nur zwei Stunden, so lange dauerte der Workshop.
Nur wenige scherten aus und ließen das alles nicht mit sich machen, waren entsetzt, was da geschieht.

“Der Rassist in uns” ist ein extrem lehrreicher Film, der mehr Zuschauer verdient, als die 200.000, die sich am Donnerstagabend zu zdf_neo verirrten. So etwas sollte auch in Schulen gezeigt werden.

aRTikel

Witze vorlesen ist eine Kunst

Freitag, den 23. Mai 2014
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Infoabend in der Bötzower Bibliothek: Wie Kinder Spaß an Büchern und der Sprache bekommen

MAZ Oranienburg, 23.5.2014

BÖTZOW
Wenn die Kinder der Bötzower Kita „Antons Quasselklub“ besuchen, dann haben sie Spaß. Sie singen, lachen und sprechen. Und ganz nebenbei lernen sie auch, aber das mit so viel Freude, dass sie das vordergründig gar nicht so genau mitbekommen. In Wirklichkeit ist „Antons Quasselklub“ nämlich eine Art Sprachförderung für Kinder, die entsprechende Defizite haben.

Das Konzept ist am Mittwochabend in der Bötzower Bibliothek vorgestellt worden. Bei einem Infoabend ging es darum, wie Kindern der Spaß am Lesen vermittelt werden kann. Vertreter der Bibliotheken, Kita und Schule hatten dazu Eltern eingeladen. Dabei geht es allerdings nicht nur um das bloße Lesen von Büchern. „Lesen zu können ist elementar“, sagte Margot Deetz, die Leiterin der Bibliotheken in Oberkrämer. Ines Röher, die stellvertretende Leiterin der Bötzower Grundschule, stimmt ihr zu. Schließlich seien die Rechenaufgaben in der Mathematik auch in Texte verpackt. Später im Leben müssen Mietverträge schließlich auch ganz genau durchgelesen werden.

Eltern, Lehrer und Erzieher seien gefordert, das immer wieder mit den Kindern zu üben. Die Leseförderung fängt bereits in der Kita an. Saskia Krahn, die Leiterin der Traumzauberbaum-Kita in Bötzow, machte deutlich, dass dabei die Sprachförderung ein sehr wichtiger Bestandteil sei. „Eltern müssen ein sprachliches Vorbild sein“, sagte sie. „Und wir müssen uns da auch immer wieder zusammennehmen.“
Saskia Krahn nannte ein Beispiel. Zeigt ein zweijähriges Kind fasziniert und ohne zu wissen, wie das Ding heißt, auf ein Müllauto, dann reicht es nicht, dass die Eltern das nickend zur Kenntnis nehmen. „Da muss man schon mal sagen: Ja, das ist ein Müllauto.“ Im Idealfall erzählen die Großen den Kleinen dann noch, dass die Müllmänner den Müll abholen. „So bekommt das Kind verschiedene Informationen, die es bei der nächsten Begegnung mit dem Müllauto vielleicht schon abrufen kann“, so Saskia Krahn. Hilfreich sei es auch, altes Liedgut und alte Reime zu bewahren. „Das können alle mitsingen, auch die Mutter und die Oma.“

Später kommen dann die Bücher ins Spiel, anfangs natürlich noch reine Bilderbücher. „Kinder lieben es ganz oft, immer wieder das gleiche Buch anzusehen“, erzählte Bibliothekarin Margot Deetz. „Sie entdecken jedes Mal etwas Neues, das ist sehr faszinierend.“ Es sei auch nicht schlimm, wenn sie Wörter entdecken, die sie noch nicht kennen. „Das Schöne ist: Dann können Kinder und Eltern darüber sprechen“, so Deetz. Auch sollten gegenüber Comics keine Berührungsängste bestehen, wie ihre Kollegin Claudia Adler von der Bötzower Bücherei sagte. Schließlich müssen die Sprechblasen auch gelesen und in Zusammenhang zu den Bildern gesetzt werden. „Das müssen die Kinder ebenfalls erst lernen.“ Selbst Witzbücher laut vorzulesen, sei eine Leistung, so Margot Deetz. „Die Witze so vorzutragen, dass die Zuhörer sie verstehen und darüber lachen, ist eine Leistung.“ Nach und nach kämen dann Bücher mit längeren Texten ins Spiel. „Beim Lesen geht es auch immer um Konzentration, darum, sich länger mit einer Sache zu beschäftigen“, sagte Margot Deetz.

Zu der Veranstaltung am Mittwochabend kamen allerdings nur sieben Gäste, und das obwohl in den Kitas und Schule Reklame dafür gemacht wurde und laut der Veranstalter durchaus Bedarf in Sachen Sprach- und Leseförderung bei den Kindern besteht. Die Eltern müssten sich in der Hinsicht ausführlich mit ihren Kindern beschäftigen, so die Meinung aller.

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Werbung: Durchfall, Verstopfung, Gliederschmerzen

Donnerstag, den 22. Mai 2014
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MI 21.05.2014 | 18.01 Uhr | Das Erste

Wer abends um sechs die ARD einschaltet, ist gesundheitlich nicht besonders gut drauf. Er hat schlimmen Durchfall oder wahlweise eine dramatische Verstopfung. Dazu kommen noch grässliche Gleiderschmerzen.
Es sind drei Werbespots, die am frühen Mittwochabend im Ersten direkt vor dem “Quizduell” laufen. Offenbar rechnen bei der ARD und in der Werbewirtschaft niemand damit, dass Leute unter 70 diese Sendung gucken.

Anders ist es nicht zu erklären, dass die Spots nicht gerade die hippesten sind. Eine jugendliche Zielgruppe ist nicht erkennbar. Außer Flitzekacke, Kacksperre und Gliederstarre werden keine anderen Themen angesprochen. Für junge Zuschauer ist das nicht gerade ein Ansporn, sich bei der ARD willkommen zu fühlen.

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Willkommen Österreich: Bülent Ceylan – hetero?

Samstag, den 17. Mai 2014
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FR 16.05.2014 | 1.50 Uhr (Sa.) | 3sat

Da war Comedian Bülent Ceylan aber baff, und nicht nur ganz kurz. “Bist du schwul?”, wurde er doch da tatsächlich gefragt.
Ceylan war am Dienstagabend zu Gast in der ORF-Late-Night-Show “Willkommen Österreich”, die am späten Freitagabend auch in Deutschland auf 3sat zu sehen war. Vorher war die österreichische Song-Contest-Gewinnerin Conchita Wurst überraschend auf Stippvisite gewesen.

Ceylan, der danach zu Christoph Grissemann und Dirk Stermann ins Studio kam, witzelte ein wenig – wie immer nicht besonders lustig, und irgendwie kamen sie noch mal auf Wurst zu sprechen. Ceylan merkte an, dass er ja nichts gegen Schwule habe, aber er möge es nicht, wenn er ansehen muss, wie sich zwei Männer küssen.
Mal abgesehen davon, dass ich vermute, dass er es hingegen geil findet, wenn sich zwei Frauen küssen, ist diese Meinung natürlich nicht verboten.
Aber plötzlich stellte Grissemann die Frage: “Bist du schwul?”. Natürlich, eine Provokation. Ceylan war sichtlich überrascht und überrumpelt. Er lachte und meinte, so was hätte man ihn im Fernsehen ja noch nie gefragt, und das sei ja total lustig.
Echt? Wieso?

Grissemann und Stermann haben allerdings nicht gelacht, und Stermann meinte dann noch, dass sie ja noch keine Antwort bekommen hätten. Stattdessen zeigten sie einen Ausschnitt, in dem Ceylan in Frauenkleidern bei “Wetten, dass…?” auftrat.
Es wirkte ein wenig, als ob die beiden Kabarettisten dem Ceylan einen reindrücken wollten. Weil es schon irgendwie dämlich ist, sie lustig zu machen, aber selber auch Klischees zu bedienen und es witzig findet, in fremde Rollen zu schlüpfen. Und da wird man doch wohl mal nachfragen dürfen, haben sich die ORF-Humoristen da wohl gesagt.

Letztlich hat Ceylan die Frage nicht beantwortet, nur weggelacht. Es ist auch sein gutes Recht, über sein Privatleben nicht zu sprechen, egal, wen er da küsst. Aber hätte Grissemann gefragt: “Bist du Hetero?” – dann hätte die Sache sicherlich schon anders und entspannter ausgesehen…

RTelenovela

Man hat ja schließlich für die schlechten Plätze bezahlt!

Dienstag, den 13. Mai 2014
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Die Deutschen sind ein sehr diszipliniertes Völkchen. Zumindest in mancher Hinsicht.
Beim Konzert von Barbara Schöneberger im Berliner Tempodrom waren nicht alle Plötze ausverkauft. Im Oberrang waren die Randplätze nicht verkauft. Klar, da sieht man auch längst nicht so gut, weil man nur den Seitenblick auf die Bühne hat.

Ein Paar aber, das hatte besonders beschissene Plätze. Es hatte nicht nur den Seitenblick, sondern auch noch die Lautsprecher vor sich zu hängen.
Nun war das allerdings kein auswegloses Schicksal. Die beiden saßen im Rang fast komplett allein. Rings um sie herum waren alle Stühle frei. Sie hätten sich kocker umsetzen können.
Aber da auf ihren Tickets nun mal Reihe und Sitznummer standen und das Gesetz war, blieben die beiden stoisch sitzen – auch nach der Pause.
Man hat ja schließlich für die schlechten Plätze bezahlt! Oder vielleicht waren die beiden blind. Oder sie wollten die Schöneberger nur hören und nicht sehen. Oder sie waren Technikfreaks und wollten sich unbedingt die Lautsprecher ansehen. Hoffentlich hatten sie wenigstens einen schönen Abend – denn schön war das Konzert auf jeden Fall!

RTelenovela

Grenzhopping: Viermal Polen und zurück

Dienstag, den 6. Mai 2014
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Wie sehr Europa zusammenwächst, lässt sich in Guben in Ostbrandenburg besonders gut beobachten. Wer dort am Ufer der Neiße steht, hat nicht den Eindruck, als handele es sich links und rechts vom Flussufer um zwei Städte und zwei Länder.
Es wird immer von Berlin gesprochen, wenn es um eine geteilte Stadt geht. Guben ist 1945 geteilt worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Neiße zum Grenzfluss. Rechts gibt es nun Gubin in Polen, links Guben in Deutschland.
Seit einigen Jahren gibt es keine Grenzkontrollen mehr, und es ist kein großer Akt mehr von Guben nach Gubin zu fahren. Offiziell sind und bleiben es zwei Städte – aber vielleicht tut sich ja im Denken der Menschen noch etwas.

Ich fahre über die Neißebrücke, und schon bin ich in Polen – aber doch irgendwie noch in der selben Stadt. Die Straßen sind ein wenig schlechter, die Verkehrsschilder sehen anders aus. Und überall wird für billige Zigaretten und Benzin geworben. Damit werden die Deutschen über die Neiße gelockt.
Ich stehe am polnischen Neißeufer und blicke rüber nach Deutschland. 1945 muss sich dort Schlimmes abgespielt haben. Guben ist heftigst bombardiert worden. Als die Stadt geteilt worden ist, mussten die Deutschen den neuen polnischen Teil verlassen.

Auf der polnischen Seite reden die Menschen – wie sollte es anders sein – polnisch. Obwohl ja eigentlich normal, geht das kaum in den Kopf. Man geht 100 Schritte über die Neiße und versteht die Menschen nicht mehr. Vermutlich können mehr Polen deutsch als andersrum.

Ich fahre mit dem Auto zurück nach Guben und laufe noch einmal rüber. Ich stehe vor dem alten Rathaus, das wohl vor 1945 für ganz Guben eine Bedeutung hatte. Im Kopfsteinpflaster ist noch zu erkennen, wo früher die Straßenbahn unterwegs war. Nach 1945 ist sie nicht mehr gefahren.
Ein paar Meter neben der Autobrücke über der Neiße befindet sich eine Fußgängerbrücke. Auch dort laufe ich rüber. Die Theaterinsel – das Theater ist im krieg zerbombt worden – liegt bereits auf polnischer Seite. Der Grenzübertritt ist an dieser Stelle so selbstverständlich, dass dort nicht mal mehr ein Grenzschild steht.

Ich würde gern mal die Gubener fragen, wie sie das erleben. Wie sie Gubin erleben. Ob sie den Eindruck von einer Stadt haben oder von zweien. Ob die polnische Seite nur zum Tanken genutzt wird oder ob sie auch sonst dort bummeln. Ob sie überhaupt bummeln gehen.

Ich verlasse Guben in Richtung Norden. Ich fahre durch Eisenhüttenstadt. Leider eine recht verfallene Stadt, zumindest die Teile, die ich gesehen habe. In der Straße der Republik (die DDR?) steht ein verlassener Hotelkasten, ramschig, runtergekommen. Lauter alte Wohnblöcke. Ein Hauch von DDR weht noch durch die Stadt.

Mein Ziel ist Frankfurt. Eine der Hauptverkehrsstraßen ist die Karl-Marx-Straße. Wie übrigens auch in Eisenhüttenstadt. Und in Guben. Karl Marx ist dort überall noch sehr präsent.
Durch die Breite der Oder machen Frankfurt und Slubice weniger den Eindruck, dass es sich dabei mal um eine Stadt handelte. Dabei war das heutige Slubice mal eine der Vorstädte von Frankfurt. Auch diese Stadt ist 1945 geteilt worden.
Ich nutze die Chance, in Slubice zu tanken. Der Sprit ist gut 15 Cent billiger als in Deutschland – was auch nicht mehr die Welt ist. Erstaunlicherweise ist das Benzin in deutscher Grenznähe übrigens auch nicht besonders billig. Kommt man weiter ins Landesinnere, in Richtung Berlin, ist es sogar billiger, und der Preisunterschied zu Polen wird noch kleiner. Die Mineralölunternehmen wissen schon, wie sie ihre Kohle bekommen.

Zum vierten Mal verlasse ich innerhalb von zwei Stunden Polen in Richtung Deutschland. Ein interessanter deutsch-polnischer, europäischer Trip liegt hinter mir. In eine Region, in der zwei Länder eng zusammenrücken – zumindest äußerlich.