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ZDFzeit: Streitfall Rassismus – Wie gleich sind wir?

Samstag, den 20. Juni 2020
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DI 16.06.2020 | 20.15 Uhr | ZDF

Ich bin kein Rassist.
Das sagt sich so leicht. Aber bin ich wirklich kein Rassist? Hatte ich noch nie rassistische Gedanken? Habe ich wirklich noch nie rassistisch gehandelt, selbst wenn es nur unterbewusst war?

Um den “Streitfall Rassismus – Wie gleich sind wir?” ging es am Dienstagabend in der “ZDFzeit”. Für die Doku sind verschiedene Experimente und Umfragen gemacht worden. Sagen wir noch “Negerkuss”? Finden wir den Begriff okay? Und was passiert, wenn ein Schwarzer Fremde anspricht? Ob er sich mal kurz das Handy ausleihen könne, für ein dringendes Telefonat. Und fällt der Test anders aus, wenn ein Weißer fragt?
Die Ergebnisse sind nicht überraschend: Viele Menschen sagen, “Negerkuss” oder “Mohrenkopf” hätten sie doch schon immer gesagt, und deshalb könnten sie das doch immer noch. Und tatsächlich gibt es fast keine Leute, die dem schwarzen Mann das Handy ausleihen, dem Weißen vertrauen sie mehr.

Mal abgesehen davon, dass ich vermutlich absolut niemand Fremdes mein Handy leihen würde – diese Doku war spannend, weil man sich selbst reflektieren konnte. Vermutlich fast jeder hat irgendwelche Vorurteile über Schwarze, und vermutlich haben wir sie lange nicht hinterfragt.
Die aktuelle Diskussion könnte dafür sorgen, dass wir alle mal in uns gehen, und das kann nur gut sein.

-> Die Sendung in der ZDF-Mediathek

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RTZapper

Prominent!

Donnerstag, den 11. Juni 2020
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DI 09.06.2020 | 23.10 Uhr | VOX

Lukas Podolski hat etwas getan, was er besser nicht getan hätte. Und afür hat er – natürlich! – unverzüglich einen Shitstorm in den sozialen Netzwerken bekommen. Dabei war das Foto auf Instagram eigentlich ganz niedlich: Mit seinem Sohn (von hinten fotografiert) genoss er einen Urlaubstag in einem Delfinarium.
Urlaub? Herrlich! Delfinarium? Um Gottes Willen!! Dafür erntete der Fußballer viel Hass. Wie könne er denn ins Delfinarium gehen? Ob er denn nicht wisse, dass solche Einrichtungen für die Tiere eine Qual seien.

Die ehemalige Boxerin Regina Halmich hat für sich entschieden, dass sie keine Kinder möchte. Und auch sie erntet immer dann, wenn das eine Nachricht ist, einen Shitstorm. Man werde als Egoist abgestempelt, sagt sie.

Über beide Fälle hat am späten Dienstagabend das Magazin “Prominent!” bei VOX berichtet. Beide Fälle zeigen ziemlich eindrucksvoll, wie sehr sich manche (oder: immer mehr) Leute anmaßen, den Moralapostel zu spielen.
Sicherlich ist ein Delfinarium etwas, was man durchaus abschaffen könnte, weil es den Tieren nicht gut tut. Aber Podolski war nun mal dort, und haben wir denn wirklich nichts Besseres zu tun, als den Fußballer nun zu belehren. Heben wir jetzt auch immer den Zeigefinger, wenn jemand in den Zirkus geht oder an andere Orte, die nicht mehr genehm sind?
Und wer hat eigentlich das Recht, einer Frau vorzuschreiben, ob sie Kinder haben möchte? Kann sich das Regina Halmich nicht selbst aussuchen, ob sie Mutter werden will oder nicht? Ist es da nicht einfach nur anmaßend, ihr im Social Media oder sonstwo mitzuteilen, dass das ja ziemlich egoistisch sei, weil …. keine Ahnung, warum.

Aber diese beiden Promi-Beispiele sind nur zwei von sicherlich unzähligen. Wobei sich “Prominent!” insbesondere die Podolski-Story hätte knicken können. Poldi kam erst gar nicht zu Wort, und die Story war eigentlich nur der Shitstorm. Aber für das VOX-Magazin gilt, was auch für die gedruckte Yello-Press gilt: Auch jede kleinste Story ist eine Story.

-> Die Sendung bei TV Now

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RTelenovela

Viele Menschen in Zeiten des Coronavirus

Freitag, den 29. Mai 2020
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Es ist schon seltsam. Normalerweise ist der Anblick von Menschenansammlungen ja vollkommen unspektakulär. Aber wir leben seit drei Monaten in einer Sondersituation, und dazu gehört: Abstand halten. Dazu gehörte auch wochenlang, dass man quasi niemand anderen treffen durfte. Und daran hat man sich irgendwie gewöhnt.
Dazu führt schon dazu, dass man sich Serien und Filmen aus der Zeit vor dem Coronavirus anschaut, und immer wieder zuckt man innerlich zusammen, enn man sieht, wie sich zwei Leute umarmen oder sich die Hand geben. Sofort denkt man: Dürfen die das?

Am Donnerstag bin ich mit dem Auto durch Oranienburg gefahren. An der kleinen Kneipe in der Innenstadt saßen draußen an den Tischen ziemlich viele Leute. Die Tische hatten sicherlich genug Abstand, aber viele der Tische waren mit vier Leuten und mehr besetzt. Früher wäre das normal gewesen, heute sieht man das mit gemischten Gefühlen – vermutlich grundlos.
Ein paar Hundert Meter weiter, beim Italiener, saßen draußen ebenfalls viele Leute an den Tischen. Und wieder dieser Gedanke. Wir werden uns daran auch wieder gewöhnen. Aber es ist doch bemerkenswert, dass wir uns daran erst wieder gewöhnen müssen.

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aRTikel

Coronavirus in Schweden: Vom Leben mit dem Sonderweg

Mittwoch, den 27. Mai 2020
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Der Oranienburger Marcus Berndt (40) lebt in der Kleinstadt Mora in der Mitte des skandinavischen Landes – mit gemischten Gefühlen sieht er die jetzige Lage

Oranienburg.
In Zeiten der Coronakrise blicken viele Menschen nach Schweden. Dort gab es sei Mitte März sehr viel weniger Einschränkungen im öffentlichen Leben als in Deutschland. Einer, der das alles hautnah miterlebt, ist Marcus Berndt. Der 40-Jährige ist in Oranienburg groß geworden, er hat am Louise-Henriette-Gymnasium sein Abitur gemacht. Seit fast 13 Jahren lebt er in Mora, das ist eine kleine Stadt in der Mitte von Schweden. Er arbeitet dort für eine Agentur, die unter anderem Sportevents durchführt.

Dass Schweden einen anderen Weg gehe als die meisten anderen Länder, sei dort aber auch nicht unumstritten. Deshalb sei seine Stimmung auch gespalten, er verfolge ja auch deutsche Medien und sehe die Unterschiede. „Im Alltagsleben sind die Sachen nicht so super unterschiedlich“, erzählt er. „Drumherum ist das Regelwerk vielleicht ein bisschen anders.“ In Deutschland gebe es mehr Verbote, bei ihm in Schweden gebe es mehr Gebote und „starke Empfehlungen“. Es sei auch ein größerer Unterschied, ob man in der Großstadt wie Stockholm sei oder bei ihm in der eher ländlichen Gegend. Social Distancing sei dort schon an sich möglich. Aber es sei schon ein Unterschied gewesen, wenn er mit Freunden in Deutschland gesprochen habe, die zu Hause gewesen seien und wo die Kinder nicht in der Schule waren. „Hier in Schweden gehen wir in Schwimmhallen, zu Kindergeburtstagen, in die Schule, zur Arbeit, alles wie gehabt. Das fühlt sich schon ein bisschen komisch an, das richtig zu verstehen.“ Man dachte zum Anfang, dass Corona vielleicht nicht so gefährlich sei. Das passe aber gar nicht zu den Statistiken, so Marcus Berndt weiter. Es sei aber schwierig zu vermitteln, wenn viele Dinge des täglichen Lebens einfach so weitergehen können.
Man höre andererseits Todeszahlen, man höre, dass Altenheime vom Virus befallen seien, man höre verschiedenste Nachrichten. „Und alle pochen darauf, dass man seine Vernunft zurate zieht. „Aber das Leben im Allgemeinen ging relativ unverändert weiter.“

Es sei aber auch so, dass die Arbeitgeber deutlich dazu geraten haben, dass man zu Hause arbeiten könne, das sei mit den technischen Voraussetzungen einfach gewesen. Die Sportaktivitäten der Kinder seien jedoch eingestellt worden, gerade die Sportarten in den Hallen. Für die älteren Kinder habe eine längere Schulpause gegolten, die jüngeren seien aber weiter zur Schule gegangen. „Die schwedischen Behörden haben ganz deutlich das Ziel gehabt, dass die sagen: Leute, die nicht krank sind oder nicht zur Risikogruppe gehören, die sollen verhältnismäßig normal arbeiten können.“
Er selbst habe zu Hause gearbeitet. Er sei auf Kurzarbeit. Er arbeitet auf 60 Prozent, bei 94 Prozent Gehalt. Kündigungen habe es nicht gegeben. Man habe sich schon eingeschränkt, viel weniger Freunde getroffen, man treffe sich mehr draußen zum Spaziergang. Man sollte momentan nicht reisen. „Aber vieles sind Empfehlungen, und mein Gefühl ist, dass sich praktisch alle daran halten.“ Die Älteren bleiben zu Hause, viele kaufen für Ältere ein. „Machen wir auch.“

Anfangs sei man auch in Schweden unsicher gewesen. Man wusste nicht, ob man zu weich vorgehe, und es fange jetzt auch dort an, lascher zu werden. Es gebe aber Stimmen, die sagen, dass verschiedene Wirtschaftsbereiche stärker unterstützt werden müssten. Ihm selbst ist anfangs auch mulmig gewesen, er fand den Weg riskant, gerade in der Großstadt. Bis Dienstag gab es in Schweden knapp 35 000 bestätigte Infizierungen und mehr als 4100 Tote – im Vergleich zu Deutschland sind die auf die Einwohnerzahl sehr viel höher.

Wann Marcus Berndt mal wieder in Oranienburg sein wird, kann er noch nicht sagen. Er geht davon aus, dass es erst wieder im nächsten Jahr so weit sein wird.

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Joko & Klaas live: Männerwelten

Freitag, den 15. Mai 2020
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MI 13.05.2020 | 20.15 Uhr | ProSieben

Joko und Klaas haben mal wieder für einen besonderen Moment im deutschen Fernsehen und im Netz gesorgt. Wieder haben sie es geschafft, mit ihrer Sendung “Joko & Klaas live” ins Gespräch zu kommen.

Wenn sie die Spiele in “Joko & Klaas gegen ProSieben” am Ende gewinnen, dann bekommen sie am Mittwochabend um 20.15 Uhr eine Viertelstunde Sendezeit, in der sie machen können, was sie wollen.
Am vergangenen Mittwoch schauten die beiden einfach das “RTL aktuell spezial” zur Coronakrise, das somit auch gleichzeitig bei ProSieben lief. Ein Klaumauk.

Doch diesmal wurde es ernst, und Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf traten in ihrer eigenen Sendung diesmal gar nicht auf. Vorher hieß es nur, dass sie nichts für schwache Nerven sei, dass man sich auf was gefasst machen solle.
Die Moderatorin und Autorin Sophie Passmann führte stattdessen durch eine Ausstellung namens “Männerwelten”. Thema: Wie Männer mit Frauen umgehen.
Zunächst zeigte Schauspielerin und Moderatorin Palina Rojinski Schwanzbilder. Sie erzählte davon, wie Männer ihr unaufgefordert Fotos von ihrem Penis schicken. Frauen, die in der Medien- und Entertainmentbranche arbeiten, lasen vor, mit welchen Äußerungen sie im Social Media mitunter konfrontiert werden. Wenn User sie aufs Übelste beschimpfen, dabei unter die Gürtellinie gehen, hochgradig beleidigend sind.
Später sind Chatverläufe vorgelesen worden, in denen Männer Frauen anmachen und ausfallend werden, wenn ihre Anmache erfolglos bleibt. Wobei: Ausfallend ist da ein sehr wohlwollendes Wort.
Später wandelte die Kamera an Frauen vorbei, die in einem Raum standen. Aus dem Off erzählten Stimmen, was ihnen widerfahren ist. Von Männern, die im Restaurant im Gespräch den Schwanz rausgeholt haben. Von ekeligen Belästigungen eines Taxifahrers. Von sexueller Belästigung beim Abiball. Von mehrfachen Vergewaltigungen.

In den 15 Minuten – eigentlich waren es sogar fast 17 – ging es um Männerwelten, die einfach nur widerlich sind. Es ging um eine Welt, in der Männer meinen, sie könnten mit Frauen alles machen. Diese 17 Minuten legten den Finger in eine Wunde, die immer noch klaffend ist. Denn immer noch werden Frauen belästigt. Sexuell, verbal, virtuell.
Diese 17 Minuten waren erschütternd. Sie waren drastisch, und zwar deshalb, weil diese drastischen Aussagen alle genauso geschehen sind.
Diese 17 Minuten führten uns vor Augen, dass es in unserer Gesellschaft noch viel zu tun gibt, wenn es um das Miteinander der Menschen geht.

Dass Joko und Klaas diese Primetime-Minuten dafür nutzten, ohne selbst aufzutreten, ist ein großer Verdienst. Mehr als zwei Millionen schauten live bei ProSieben zu. 2,7 Millionen Klicks hat das Youtube-Video bis zum späten Donnerstagabend erreicht, und auch auf anderen Social-Media-Kanälen wurde es geteilt.
So bekommt dieses Thema ein Aufmerksamkeit, die wichtig ist. Diese Sendung wird vielleicht nicht unmittelbar was verändern, aber es reicht schon, das Bewusstsein dafür in den Köpfen der Menschen einzupflanzen.

-> Die Sendung auf Youtube

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RTelenovela

Überraschungsevent (39): Like you

Donnerstag, den 14. Mai 2020
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(38) -> 8.5.2020

Der Startschuss fiel im April 2016. Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. Diesmal durfte sie das Event planen, im nächsten Monat bin ich dran.

Eigentlich handelt es sich um das März-Event. Aber im März konnten wir aus bekannten Gründen leider kein Überraschungsevent durchführen.
Das verspätete März-Event führte uns in das Museum für Kommunikation in Berlin-Mitte. Es ist seit dieser Woche wieder geöffnet. Man braucht eine Gesichtsmaske. Einige Aktionsbereiche sind wegen der Sicherheitsmaßnahmen rund um das Coronavirus momentan gesperrt. Der Vorteil aber: Man hat das Museum momentan so ziemlich für sich. Wir waren fast komplett alleine.

Unser Fokus lag auf der Ausstellung “Like you”. Es ging um Freundschaften im analogen und digitalen Zeitalter. Wie entstehen Freundschaften, wie hält man Freundschaften, was ist den Menschen bei Freundschaften wichtig.
Man konnte auch selbst aktiv werden, in dem man an kleinen Tests und Umfragen teilnahm. Wie lange kennst du deine besten Freunde? Hat du einen? Zwei? Mehr? Oder keinen besten Freund?
In einer Schautafel konnte man sich ansehen, wie Freundschaften über ein ganzes Leben verlaufen können.
In einem Film ging es um sich fremde Menschen, die sich vier Minuten gegenüber saßen und in die Augen schauten – die Reaktion waren sehr interessant, denn man kommt sich so sehr nah.
Es ging um eine Brieffreundschaft, die mehr als 60 Jahre hielt und zu 3500 Briefen führte. Jugendliche erzählten, dass sie auch in Zeiten von Snapchat und WhatsApp den persönlichen Kontakt mit den Freunden nicht missen wollen.
Kinder malten ihre Freunde, an anderer Stelle konnten Besucher ihre Gedanken zur Freundschaft niederschreiben.
Es sind immer wieder Momente, wo man staunt und auch mal selbst reflektiert, wie es denn um die eigenen Freundschaften bestellt ist.

Die Schau zeigte aber auch, dass es noch andere Freundschaften gibt. Die Pioniere in der DDR kommen ebenso vor, wie die Küsse von Politikern, es geht auch um das Vereinsleben, in denen Freundschaften entstehen.
Und das Alter – wenn Freundschaften durch den Tod beendet werden.

“Like you” ist eine sehr spannende Ausstellung, die uns selbst auch betrifft und deshalb an einigen Stellen vielleicht auch so nah geht.
Bis mindestens 5. Juli 2020 ist die Schau im Museum für Kommunikation noch zu sehen. Mehr Infos gibt es hier.

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KeineWochenShow

#175 – Fußball ist nicht ansteckend

Sonntag, den 10. Mai 2020
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Auch in Ausgabe 175 steht das Coronavirus an erster Stelle. Wir fragen uns, wie hoch die Dunkelziffer der Fälle aussehen könnte. Es geht darum, wie Kinder mit der Krise klarkommen. Wir sprechen über die Bundesliga und über den Hertha-Skandal. Und über Deutschlands Hobby-Virologen, die alles besser wissen als die Professoren.

Im Interview mit Niko Schicketanz aus Mühlenbeck sprechen wir über die Kreuzfahrtbranche in der Coronakrise, darüber wie DJs jetzt leiden und über seinen ersten eigenen Song.

Abseits von Corona geht es um das 8.-Mai-Gedenken, um Klöckner und Kaufland, “Sing meinen Song” und Max Giesinger, und wir testen einen Kräuterlikör, den ein Schauspieler bewirbt.
Das und mehr in KeineWochenShow #175 auf Youtube.

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