RTelenovela

Ein Stück Sexismus

Freitag, den 1. Februar 2013
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Ich gebe zu: Das nun schon tagelang andauernde Geseiere über Rainer Brüderle und seine anzüglichen Sprüche, geht mir auf den Keks. Das grundsätzliche Thema Sexismus steht jedoch völlig zurecht auf der Tagesordnung. Ich habe so ein kleines Stück Sexismus heute im Arbeitsleben erlebt.

Die Kollegin der Konkurrenzzeitung kam ein bisschen später als ich zur Sitzung der Stadtverordneten, zu der ich gefahren bin, um darüber zu berichten. Als sie neben mir stand und die Jacke ausgezogen hat, bemerkte ich, wie einer der Abgeordneten sie beobachtete. Dann sah er zu mir und machte mit den Augen und mit dem Mund durchaus anzügliche Gesten. Offenkundig fand er die Frau, ähm, hübsch. Ich habe ihn milde angelächelt, aber mir war sofort klar, dass das eigentlich ein sehr gutes Beispiel für die aktuelle Debatte ist.
Die Kollegin hat diese Situation wohl nicht mitbekommen. Vielleicht hätte sie es amüsant gefunden, vielleicht aber auch nicht.

RTelenovela

Bahnbekanntschaften (71): Der Grabbler

Dienstag, den 29. Januar 2013
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(70) -> 26.10.2012

In der S1 nach Oranienburg versammeln sie sich schon ab dem Bahnhof Gesundbrunnen im Abteil um mich: Vater, Mutter, Kind. Er riecht stark nach Fusel. So riechen normalerweise Alkoholiker.
Und er scheint sich für einen Spaßvogel zu halten. Liest seine ihm gegenüber sitzende Frau Zeitung, schnappt er sich den anderen Teil, tut so, als würde er auch lesen wollen und hält sie über die seiner Frau. Die findet das nur so ein kleines bisschen komisch. In ihren Augen spiegelt sich Ärger.

Der Typ scheint Rainer Brüderle als Vorbild zu haben, denn auch er ist ein Fummler. Seine Finger wandern immer mal wieder auf die Knie seiner Frau. Die findet das nicht wirklich komisch. In ihren Augen spiegelt sich noch mehr Ärger. Was ihren riechenden Ollen nichtr davon abhält, weiterzumachen. Er findet das unglaublich komisch.
Dazu macht er unglaublich beschissene Witze, und als seine Tochter irgendwas fragt, sagt er: “Wer viel fragt, bleibt dumm.”
Muahahaha.
In Hohen Neuendorf steigen sie alle aus, und die Luft im Abteil wird langsam besser.

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Sylvie und Rafi: Sie lieben sich, sie lieben sich nicht, sie lieben sich…

Freitag, den 18. Januar 2013
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Verliebt. Homestory. Alles toll. Herzig! Wie schön!
Geschlagen. Auseinandergelebt. Getrennt. Zur Presse gerannt. Alles scheiße. Traurig!
Wiedergefunden. Verliebt. Angenähert. Total glücklich. Zur Presse gerannt. Fotos machen lassen. Alles wieder gut! Herzig! Hach ja.
So sind sie, die van der Vaarts.
Fortsetzung folgt. Die Presse wartet auf Neuigkeiten!

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Domian: Trauer um Dirk Bach im Internet

Dienstag, den 2. Oktober 2012
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MO 01.10.2012 | 1.00 Uhr (Di.) | WDR

Der ergreifendste Augenblick am Montagabend, als wir erfahren haben, dass der Komiker Dirk Bach gestorben ist, war, als Jürgen Domian nachts um 1 im WDR mit seinem Telefontalk auf Sendung gegangen ist. Mit den Tränen kämpfend erzählte er über seinen Freund Dirk, den er noch von der Schule kannte.

Aber nicht alle trauern um Dirk Bach. Ein Anrufer bei „Domian“ berichtete in der Nacht zum Dienstag über Diskussionen auf Internetplattformen wie Youtube. Unter vielen Videos, die Bach zeigen, brachten User ihre Trauer zum Ausdruck – und andere ihr Unverständnis. Warum man denn um einen Promi trauere, fragen sie, in Afrika würden schließlich täglich Kinder an Hunger sterben. Andere machten sich über die Figur und seine Homosexualität lustig. Es sind vermutlich Leute, die noch nie wirklich getrauert haben. Sicherlich kannte niemand von uns Dirk Bach persönlich, aber das Fernsehen brachte ihn uns näher. Geht jemand von uns, den wir – auf welche Weise auch immer – mochten, dann ist Trauer ganz normal. Ekelhaft und dumm, wer sich darüber lustig macht.

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Inselhopping

Dienstag, den 2. Oktober 2012
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Zwischen Stralsund und Greifswald befinden sich am Bodden mehrere Inseln, die, jede für sich, recht spannend sind.
An der Mündung zum Strelasund, am Greifswalder Bodden, ist die Insel Riems. Wer auf der B105 (der ehemaligen B96) unterwegs ist, biegt bei Gristow ab, die Insel Riems ist ausgeschildert.

Rauffahren darf man auf die Insel allerdings nicht – jedenfalls nicht, wenn man dort nicht wohnt und arbeitet. Auf Riems befindet sich das Friedrich-Loeffler-Institut, das Tierseuchen erforscht. Selbst die Mitarbeiter müssen durch Schleusen gehen, bevor sie das Institut betreten oder verlassen.
Es gibt dort eine Wohnsiedlung mit mehreren Mehrfamilienhäusern, fast wie ein richtiges Dorf. Es wäre wohl eine Idylle, wäre dahinter nicht das fabrikähnliche Gelände.

In Mecklenburg-Vorpommern wohnen seltsame Menschen. Auf unserem Spaziergang kommt mir ein Auto entgegen. Ich laufe auf der linken Straßenseite, links von mir sind größere Pfützen. Das Auto wird langsamer, stoppt. Ich bleibe auch kurz stehen und laufe dann ums Auto herum. Die Frau am Steuer öffnet die Tür und teilt mir mit, dass es ja auch einen Gehweg gebe. Ich frage sie im Gegenzug, ob denn ihr Lenkrad kaputt sei, sie hätte ohne weiteres an mir vorbeidüsen können. Aber vielleicht war sie ja auf Spaziergänger-Erziehungsmission.

Die Insel Koos liegt südlich von Riems. Sie ist sogar sehr viel größer. Ob wir rauf kommen und was wir dort machen können, wissen wir noch nicht.
Hinter Groß Karrendorf lassen wir das Auto stehen und machen uns zu Fuß auf den Weg. Sie führt auf einer Art Damm ins Nichts. Rechts und links sind Wiesen mit Feuchtgebieten, Schilf und hin und wieder ein paar Kühe.
Kilometerweit. Ein paar Radler bleiben immer wieder stehen und schauen durch ihr Fernglas. In der Ferne sind die Kraniche zu hören.

Wir erreichen eine kleine Holzbrücke. Angeblich können da Autos bis zu 30 Tonnen rüberfahren, allerdings sieht sie sehr marode aus. Es ist der Moment, in dem wir die Insel Koos betreten. Aber schon wenige Meter danach, ist Schluss. Ein Zaun versperrt den Weg. Der allergrößte Teil der Insel ist für die Öffentlichkeit gesperrt.
Wir nutzen die Sonne und die Decke, die wir dabei hatten und legten uns neben der Brücke – wieder auf der Landseite – auf die Wiese. Auf Koos näherten sich Angler.
Mit ihren Fahrrädern näherte sich ein Paar mit ihrem Sohn. Laut. Sie stoppten auf der Brücke und waren: laut. Nervig. Der Sohn – vielleicht 2 Jahre – wollte wissen, ob denn hier Steine seien. Papa machte sich auf die Suche und fand welche. Sohnemann feuerte die Steine von der Brücke aus ins Wasser. Die Angler (und wir) waren begeistert. Ob das denn jetzt sein müsse. Der Papa meinte daraufhin, ja, das müsse jetzt sein. Sein Sohn wolle jetzt Steine ins Wasser werfen, und überhaupt: Dürfen Sie denn hier angeln? Anstatt die Leute in Ruhe zu lassen, suchten papa und Sohn weitere Steine. Egoistisches Pack. Da lernt der Sohn ja gleich die richtigen, lebenswichtigen Dinge: den scheiß Egotrip. Manchmal kann man solche Eltern einfach nur hassen.

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Au weia, Lebkuchen!

Freitag, den 7. September 2012
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Ich habe gelesen, dass in den Supermärkten schon wieder Lebkuchen rumliegen sollen. Und das schon Anfang September. Au weia!
In der “BZ” stand am Donnerstag dazu ein bitterböser Kommentar. Lebkuchen im September würden das Weihnachtsfest beschädigen, und überhaupt kämen die Lebkuchen ja jedes Jahr früher in die Läden.

Bla bla.

Immer Anfang September kommen nicht nur die Lebkuchen in die Läden, sondern auch die Kommentare in den Zeitungen oder im Internet. Immer Anfang September stellen Leute fest, dass die Lebkuchen ja jedes Jahr früher in die Läden kämen, und dass das ja alles total schlimm sei.
Ehrlich gesagt: Das Geblubbere nervt mehr als die Lebkuchen im September, die schon seit Ewigkeiten zu dieser zeit in die Läden kommen.

Was ist so schlimm daran, dass es den Kram jetzt schon gibt? Die Leute kaufen ihn schließlich auch. Und wieso macht es Weihnachten kaputt? Weihnachten besteht für mich nicht (nur) aus Lebkuchen. Weihnachten sind Kerzen, der Adventskalender, ein Tannenbäumchen, Bräuche, Musik, Freunde und die Familie.
Was machen da schon ein paar blöde Lebkuchen im Supermarkt aus, die man im Herbst noch locker umgehen kann?

Und, ach ja: Ich habe bislang noch keine Lebkuchen entdecken können. Vielleicht bin ich auch einfach in den falschen Märkten unterwegs…

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Neu bei RTL II: Kindertausch

Sonntag, den 19. August 2012
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Wahrscheinlich ist es noch ein großes Geheimnis, aber RTL II plant wohl eine neue Dokusoap: “Kindertausch”. Das Konzept ist simpel und von ähnlichen Shows bekannt: Kinder tauschen die Familien und dann: Schaun ma mal.
Auf der Badewiese ist Stolzenhagen ist die neue Serie am Sonnabend schon mal ausprobiert worden.

Da war auf der einen Seite eine Familie. Eine etwas stabilere Mama, eine etwas stabilere Tochter. Dazu zwei Kinder mit dunkler Hautfarbe. Alle waren gut drauf.
Da war auf der anderen Seite eine weitere Familie. Ein Mann und eine Frau mit dunkler Hautfarbe. Um sie herum tollten zwei Kinder mit heller Haut.

Wir haben sie die ganze Zeit gesucht: die versteckte Kamera. Entweder handelte es sich wirklich um den “Kindertausch” von RTL II oder “Verstehen Sie Spaß?” mit Guido Cantz. Aber das Fernsehen ließ sich nicht blicken. Vielleicht haben wir das Ganze ja auch nur fehlinterpretiert…