RTZapper

Unsere Mütter, unsere Väter

Donnerstag, den 21. März 2013
Tags: , ,

MI 20.03.2013 | 20.15 Uhr | ZDF

Man könnte meinen, wir wissen so ziemlich alles über den Zweiten Weltkrieg. Wer wann wo einmarschierte. Wo die Bomben fielen. Wo die KZs standen. Wie viele Leute umgebracht wurden. Wie es dazu kam und wie die Auswirkungen waren.
Worüber nie genug erzählen werden kann: Wie es sich anfühlte.
Der ZDF-Dreiteiler “Unsere Mütter, unsere Väter” gab einen erschütternden Einblick. Am Mittwochabend lief das Finale.

Fünf Freunde müssen 1941 Abschied nehmen. Sie ziehen als Soldaten in Krieg, müssen in Krankenstationen arbeiten, eine tritt als Sängerin auf. Einer ist Jude und wird bald regelrecht weggefangen.
Die Krankenschester bekommt hautnah das Elend, das Dahinsiechen und den Tod mit. Die Soldaten lernen schnell, zu morden. Der pure Überlebenskampf. Schon fragt die Boulevardpresse: Waren die deutschen Soldaten wirklich so grausam?
Die Antwort lautet schlicht: wieso nicht? Töten oder getötet werden. Das ist das Lebensmotto, wenn man in so einem kampf steckt. Wenn es einfach nur noch darum geht, zu leben und nicht zu sterben. Als Otto-Normal-Bürger bestimmt schwer vorstellbar, aber in so einer Situation ist nichts mehr normal.

Der Titel “Unsere Väter, unsere Mütter” steht für eine ganze Generation, die viel Leid miterleben musste, die Mitläufer hervorbrachte, Mörder, aber auch Widerstandskämpfer und die, einfach nur am Leben bleiben wollte.
Eine mitunter grauenvolle Realität, die das ZDF den Zuschauer näher gebracht hat.

aRTikel

1993: Die Frohnauer Last mit den Ossis

Dienstag, den 12. März 2013
Tags: , , , , , , , , , , ,

Februar 1993 -> 17.2.2013

Vor 20 Jahren: Zaun zwischen Hohen Neuendorf und der Invalidensiedlung / Lkw verliert Sprengstoff

MAZ Oranienburg, 12.3.2013

Was passierte vor 20 Jahren im damaligen Kreis Oranienburg? Diesmal der Februar und März 1993.

OBERHAVEL
In Hennigsdorf werden Mitte Februar 1993 immer mehr Schäferhunde direkt aus ihren Zwingern gestohlen. Wahrscheinlich geben die Diebe den Tieren ein Betäubungsmittel und nehmen sie mit. Tierschützer vermuten, dass sie für Versuchszwecke gebraucht werden.

Auf einem Feld bei Kremmen muss am 22. Februar 1993 eine Cessna 172 notlanden. Sie war auf dem Weg nach Fehrbellin, der Pilot blieb unverletzt.

Zehn Kisten Sprengstoff sorgen am 23. Februar 1993 für Aufregung im Landkreis. Sie liegen buchstäblich auf den Straßen herum. Ein Lkw verliert in Kurven in Vehlefanz, Germendorf und Kremmen Teile seiner Fracht. Die Polizei sucht nach dem Lkw, sogar ein Hubschrauber wird eingesetzt. In der Nähe von Neubrandenburg kann der Wagen gestoppt werden, der Munitionsbergungsdienst entfernt die gefährlichen Kisten.

Zwischen den Bewohnern der Hohen Neuendorfer Osramsiedlung und der Invalidensiedlung in Berlin-Frohnau gibt es Zoff. Höhepunkt: Auf dem ehemaligen Grenzstreifen steht Ende Februar 1993 ein 700 Meter langer Zaun. Frohnauer sprechen von der Last mit den Ossis in der Nachbarschaft. Sie fühlen sich von Motor- und Fahrrädern gestört, die „durch die Botanik jagen“. Sprechen sie die Störenfriede an, bekommen sie zu hören: „Willste wat uffs Maul?“

Oranienburg und Gransee streiten sich weiter darum, welcher Ort Kreisstadt von Oberhavel werden soll. Vor dem Innenausschuss des Potsdamer Landtages werden am 1. März 1993 die Argumente abgewogen.

Zwischen Velten und Marwitz soll die „Parkstadt Velten“ entstehen. Eine Münchner Investorengruppe stellt das Projekt im Veltener Stadtrat vor. 900 Wohnungen für 2500 Menschen sollen auf dem Brachland entstehen.

Klaus-Jürgen Sasse ist Amtsdirektor von Kremmen und Bürgermeister von Germendorf. Gerade die Kremmener Amtsausschussmitglieder sehen die Doppelfunktion kritisch. Uwe Reitmann (Neues Forum) findet, das Amt erfordere die volle Aufmerksamkeit. Sasse sagt, dass er das ändern wolle, die Germendorfer müssten ihn jedoch abwählen.

Die Weiße Stadt in Oranienburg wird wieder in die Stadt eingemeindet. Schon im März 1993 beginnen erste Räumungen der Häuserblocks. Die Familien, Angehörige der russischen Streitkräfte, ziehen vorerst in Wohncontainer. Die Häuser sollen saniert werden.

Die Händler auf dem Marktplatz an der Berliner Straße gegenüber des Schlosses in Oranienburg protestieren: Ende des Jahres soll Schluss sein. Andererseits müsste viel Geld investiert werden, um das Gelände inklusive der Toilettenanlage in Schuss zu halten. Hans-Joachim Laesicke, der stellvertretende Bürgermeister, schlägt vor, den Markt auf dem Bötzower Platz anzusiedeln.

RTelenovela

Vor 20 Jahren (92): Nach Schweden

Montag, den 18. Februar 2013
Tags: , , , ,

(91) -> 25.7.2012

Donnerstag, 18. Februar 1993.
Jahrelang machten wir auf Rügen Urlaub, und bis 1989 konnten wir den Fähren, die von Sassnitz aus starteten, nur zusehen. Schweden – das war, als die DDR noch existierte, so nah und doch so weit weg.
Im Februar 1993 machten wir einen Kurzurlaub in Binz, und ganz spontan überlegten wir uns: Morgen fahren wir mal nach Schweden.

Seltsamerweise habe ich extrem wenige Erinnerungen an diesen Trip. Ich vermute mal, dass wir die Abfahrtszeiten der Fähre von Sassnitz nach Trelleborg irgendwo in Erfahrung bringen konnten.
Damals gab es noch den Fährhafen in Sassnitz. Wir stellten unser Auto nahe des Hafens ab und gingen aufs Schiff, das uns innerhalb von vier Stunden rüberbringen sollte.
Die Fähre war alles andere als ein Luxusliner – wie es konkret darauf aussah, weiß ich leider nicht mehr. Es gibt von diesem Ausflug keine Fotos. Oder doch? Vielleicht sollte ich mal in der Fotoschublade kramen.

In Trelleborg selbst ist, nun ja, nichts los gewesen. Schnell gingen wir in ein Geschäft, kauften etwas Schwedisches und beschlossen – weil auch das Wetter mies war – gleich wieder zurück zu fahren. Unser Schweden-Aufenthalt dauerte keine Stunde. Aber wir waren dort.
Wenn alles klappt, dann werde ich im Mai das zweite Mal auf dieser Route unterwegs sein. Allerdings fahren die Fähren inzwischen nicht mehr vom Sassnitzer Stadthafen aus, sondern in Neu-Mukran.

aRTikel

1993: Christliches Jugendzentrum ohne Mietvertrag

Sonntag, den 17. Februar 2013
Tags: , , , , , , , , , , , , , , ,

Januar 1993 -> 26.1.2013

Vor 20 Jahren: Oranienburger Jugendliche nur noch mit Bleiberecht / Zoff in den Gemeinden Neu-Vehlefanz, Stolpe-Süd und Freienhagen

MAZ Oranienburg, 16.2.2013

Was passierte vor 20 Jahren im damaligen Kreis Oranienburg? Diesmal die erste Hälfte im Februar 1993.

OBERHAVEL
Das Christliche Jugendzentrum in Oranienburg steht in seinen Räumen in der Bernauer Straße ohne Mietvertrag da. Doch vorerst haben die Jugendlichen ein Bleiberecht. Wie es weitergehen soll, ist allerdings noch offen.

Die Gemeinde Neu-Vehlefanz muss einen Kredit in Höhe von 1,3 Millionen Mark aufnehmen, um wenigstens das Dringendste zahlen können. Amtsdirektor Helmut Jilg kritisiert die schwierige Zusammenarbeit.

Am unbeschrankten Bahnübergang zwischen Wensickendorf und Zehlendorf sterben am 2. Februar 1993 zwei Menschen. Die Fahrerin hat das Signal der Diesellok nicht gehört.

Die Mühlenbecker Abgeordneten geben grünes Licht für einen geplanten Hotelpark. 30 Millionen Mark sollen auf dem Gelände nördlich der Autobahn bis 1994 investiert werden. Bis zu 200 Gäste könnten in Bungalows unterkommen.

Das in Eichstädt geplante große Erlebnis- und Einkaufszentrum ist vom Land Brandenburg abgelehnt worden. Der Unmut im Amt Oberkrämer ist groß. „Vielleicht können wir ja in 20 Jahren als Wildhüter arbeiten“, sagt Bärenklaus Bürgermeister Karsten-Peter Schröder.

Am Kremmener See entsteht ein auf Pfählen errichtetes Gasthaus. Am 1. Mai 1993 will Bauherr Günter Funk es einweihen. Auch die danebenliegende Badestelle wird umgestaltet.

Die Entscheidung ist gefallen: Oranienburg wird Kreisstadt des neuen Kreises Oberhavel. Politiker in Gransee, Zehdenick, Fürstenberg und Löwenberg fordern die Potsdamer Landesregierung auf, den Beschluss zurückzunehmen.

Zoff in Stolpe-Süd: Die Gemeinde ist handlungsunfähig. Am 9. Februar 1993 treten vier Gemeindevertreter zurück, nachdem ihnen die Kommunalaufsicht Formfehler bei der Auswahl zweier Ratsmitglieder vorgeworfen hatte. Ärger gibt es auch um die geplante Ansiedlung eines Asylbewerberheimes.

Noch mehr Zoff in Freienhagen: Viele Bürger stürmen am 11. Februar 1993 den Gemeinderat, wollen über aktuelle Probleme sprechen, doch sie kommen nicht zu Wort, weil die Gemeindevertreter Wortmeldungen nicht zulassen. Es kommt zum Eklat, die Bürger verlassen wütend die Sitzung. Im nichtöffentlichen Teil tritt daraufhin Bürgermeister Uwe Mewes zurück.

In Kremmen und Schwante setzen unbekannte Personen Gewerbetreibende unter Druck und verlangen Schutzgelder. Die Rede ist von 300 Mark im Monat. Auch in Velten soll es ähnliche Fälle geben.

Das Kopfsteinpflaster in der Dorfstraße in Germendorf entwickelt sich zu einem Unfallschwerpunkt. Innerhalb von nur drei Tagen kommt es zu mehreren Unfällen mit drei Toten und sieben Schwerverletzten.

aRTikel

1993: Kremmen ist pleite und bekommt einen neuen Amtsdirektor

Samstag, den 26. Januar 2013
Tags: , , , , , , , , , , , , , , ,

Dezember 1992 II -> 29.12.2012

Vor 20 Jahren: Klaus-Jürgen Sasse setzt sich gegen hessischen Kandidaten durch / Zwei Tote werden aus der Oranienburger Havel geborgen

MAZ Oranienburg, 26.1.2013

Was passierte vor 20 Jahren in der Region? Diesmal die Ereignisse im Januar 1993.

OBERHAVEL
Neues Jahr, neue Namen: Viele Straßen in Oranienburg sind umbenannt worden. Die Otto-Nuschke-Straße ist nun die Lehnitzstraße, die Leninallee ist jetzt die Berliner Straße, die Straße des Friedens nennt sich nun Bernauer Straße.

Es ist kalt in Oberhavel in den ersten Januartagen 1993. Die Gewässer frieren zu. Im Hafen in Velten ruht die Binnenschifffahrt. Die Wasserschutzpolizei muss ihre Boote aus dem Lehnitzsee ziehen, selbst die Eisbrecher fahren nicht mehr. Als das Eis schmilzt, taucht im Wasser des Veltener Hafens plötzlich ein alter Wartburg auf.

In der Lehnitzstraße brennt am Neujahrsmorgen 1993 die Baracke des ehemaligen Finanzamtes bis auf die Grundmauern nieder. Es war wohl Brandstiftung.

Das Schloss in Sommerswalde steht leer. Die Bildungsgemeinschaft Embut und das Bildungsministerium haben ihren Streit beigelegt, Embut verließ die Stätte. Offen ist, wie das Haus nun genutzt werden soll. Im Gespräch sind das Landratsamt und die Industrie- und Handelskammer. Auch die Treuhand-Anstalt erhebt Ansprüche.

Am 7. Januar 1993 taut das Eis auf der Havel. Es kommt zur Tragödie. Feuerwehrleute ziehen nahe der Lehnitzbrücke in Oranienburg einen Mann des GUS-Hubschrauberregiments aus dem kalten Wasser – er ist ertrunken. Einen Tag später bergen Taucher ein zweites Todesopfer aus der Havel.

Konsul Ronald Bauermeister will bis Ende 1994 das Schloss in Schwante sanieren. Geplant ist ein kulturelles Zentrum.

Im Hennigsdorfer Stadtklubhaus gerät am 10. Januar eine Party mit Jugendlichen aus Heiligensee außer Kontrolle. Draußen stehen 50 Leute, die wegen Überfüllung nicht mehr reinkommen. Einige beginnen, Gehwegplatten durch die Fenster zu schmeißen.

Große Pläne für das Areal an der B273 am Germendorfer Ortseingang. Dort soll nicht nur der neue Betriebshof für die Busgesellschaft entstehen, sondern auch ein Baumarkt.

Am 15. Januar 1993 wird in Oranienburg der Grundstein für das neue Pharmawerk gelegt. Zum Akt kommen auch Ministerpräsident Manfred Stolpe und Vorstandvorsitzender Klaus Schweickart.

Mehrere mittelständische Betriebe in Hennigsdorf proben den Aufstand. Mit gut 35 Fahrzeugen fahren sie schnell mal eben tanken – und bringen so den Verkehr in der Stadt zum Erliegen. Es handelt sich wohl um eine Protestaktion wegen fehlender Gewerbeflächen.

Post Zehlendorf ist Sieger der Fußball-Hallenkreismeisterschaften. Der FC Kremmen landet auf dem 2. Platz.

Die Leute in Nieder Neuendorf fühlen sich von Hennigsdorf benachteiligt. Sie fordern einen Ortsrat. Bürgermeister Schulz verweist auf die Kommunalverfassung, die Ortsräte nicht kennt.

Flatows Bürgermeister Hermann Maeker hat sein Amt niedergelegt. Nun amtiert der vorherige Stellvertreter Gert Dietrich.

Kremmens Bürgermeister Michael Kinne teilt es den Stadtverordneten am 28. Januar 1993 eher beiläufig mit: Die Stadt ist pleite. Es ist nicht mal mehr Geld da, um Schaukästen aufzustellen. Nun soll die Schulküche an den Verein „Pro Seniorenpflege“ verkauft werden. Kinne muss sich von den Abgeordneten heftige Kritik anhören.

Einen Tag danach entscheidet sich der Amtsausschuss von Kremmen für Klaus-Jürgen Sasse als neuen Amtsdirektor. Der Germendorfer Bürgermeister setzt sich gegen Ortwin Bayer aus dem hessischen Wetzlar durch.

aRTikel

1992: Liebenwalde verliert Amtsdirektor

Samstag, den 29. Dezember 2012
Tags: , , , , , , , , , ,

Dezember 1992 I -> 14.12.2012

Vor 20 Jahren: Oberhavelkreis beschlossen

MAZ Oranienburg, 29.12.2012

Was passierte vor 20 Jahren in der Region? Diesmal die zweite Hälfte im Dezember 1992.

OBERHAVEL
Reinhard Kubik ist gerade mal 48 Tage Amtsdirektor von Liebenwalde, da nimmt er schon wieder seinen Hut. Er will Bürgermeister in Ruhla (Thüringen) werden. „Ruhla hat eben ein bisschen mehr westliches Flair“, sagt er in einem MAZ-Interview. Martina Schnur übernimmt seine Geschäfte eine Zeit lang kommissarisch, die Stelle muss neu ausgeschrieben werden.

Die Kündigung von 63 Mitarbeiterinnen im Oranienburger Kita- und Hortbereich ruft im Dezember 1992 tiefe Bestürzung hervor. Die Reduzierung der Arbeitsplätze sei eine bittere Notwendigkeit, sagt Joachim Knop von der CDU-Fraktion.

Neu-Vehlefanz ist überschuldet. Oberkrämers Hauptamtsleiter Dieter Blumberg wirft Bürgermeister Jürgen Raschke vor, „unkorrekte Angaben“ gemacht zu haben. Die Schulden belasten nun das ganze Amt Oberkrämer. Schuld seien teure Planungen gewesen, von denen aber kaum etwas umgesetzt worden sei.

In Hohen Neuendorf öffnet am 13. Dezember 1992 das neue Hotel „Am Lunik Park“. Der Hausherr Klaus-Dieter Lück beschäftigt 26 Angestellte und vier Lehrlinge.

Am 16. Dezember 1992 beschließt der Landtag die Zusammenlegung der Kreise Oranienburg und Gransee zum Landkreis Oberhavel.

Die Gewalt an Schulen nimmt drastisch zu. An der Torhorst-Gesamtschule in Oranienburg wird ein 17-Jähriger im Schulgebäude überfallen. Die mutmaßlichen Täter sind jedoch keine Schüler des Hauses.

Die Bötzower kämpfen für eine Ampel an der Veltener Straße, in Höhe der Kita und der Gemeindeverwaltung. Zum vereinbarten Ortstermin erscheint jedoch niemand von der Straßenbaubehörde. Zählungen ergeben, dass 999 Fahrzeuge pro Stunde die Straße passieren.

In der Oranienburger Emil-Polesky-Straße wird am 19. Dezember 1992 der 51-jährige Hans-Jochen Lommatsch von zwei Männern erschlagen. Es gibt kein Motiv. Später wird klar, dass die Männer zur Neonazi-Szene gehören, die Polizei jedoch bestreitet das zunächst.

Im Kremmener Ortsteil Orion wird der Grundstein für das neue Lidl-Logistikzentrum gelegt. Es entsteht auf einer Fläche von 25 000 Quadratmetern.

Die Treuhand hat den Elektronikhändler RFT an den Haushaltsgeräteservice (HGS) verkauft – rückdatiert auf den 1. Januar 1992. Nun kommt es im Laden in Oranienburg zum Ausverkauf. Allerdings nicht für Kunden, sondern nur für RFT- und HGS-Mitarbeiter, die teilweise von weither anreisen. Die Stimmung ist vergiftet.

aRTikel

1992: Die nächste Zehn-Zentner-Bombe

Freitag, den 14. Dezember 2012
Tags: , , , , ,

November 1992 -> 23.11.2012

Vor 20 Jahren: Sprengung bei „Eisbein-Otto“ in Oranienburg / Markthändler sägt Baumäste ab

MAZ Oranienburg, 14.12.2012

Was passierte vor 20 Jahren in der Region? Diesmal die erste Hälfte im Dezember 1992.

OBERHAVEL
Wieder mal eine Bombe! Diesmal in der Nähe der Gaststätte „Eisbein-Otto“ in Oranienburg-Süd. Die Zehn-Zentner-Bombe muss am 3. Dezember 1992 gesprengt werden. Ein daneben stehendes Haus wird durch die Druckwelle beschädigt. Bürgermeister Wolfgang Arps verspricht schnelle Hilfe.

Umweltfrevel auf dem Oranienburger Marktplatz. Ein Spielzeughändler lässt sich einen Container anliefern. Leider passt er nicht an den vorgesehenen Platz, also macht der Händler kurzen Prozess und stutzt einige Äste des Baumes, der im Weg steht. Mitarbeiter des Ordnungsamtes zeigen den Mann an.

Es gibt Diskussionen um die Nachnutzung des alten GUS-Hubschrauberlandeplatzes in Oranienburg. Geschäftsleute aus Germendorf und Friedrichsthal wollen dort kleine Privatjets landen lassen.

Polizeipräsident Peter Kirmße ist schockiert: Die Notrufnummer 110 ist oft nicht zu erreichen. Tests ergeben: Von öffentlichen Telefonzellen in Oranienburg und Lehnitz aus gibt’s nur ein Besetztzeichen. Per Funktelefon kommt die Verbdinung zustande – aber nur kurzzeitig, bevor sie zusammenbricht. Kirmße sagt, es handele sich um ein Problem der Telekom, polizeiintern sei das System in Ordnung. Die Bürger müssen im Dezember 1992 statt der 110 die 112 nutzen.

Telefonische Probleme gibt es auch im Kinderheim am Wensickendorfer Weg in Birkenwerder. Am 18. November 1992 fällt das Telefon aus, fast vier Wochen danach funktioniert es immer noch nicht. Die Telekom vertröstet ihre Kunden.

In der Dimitroffstraße in Neuholland werden Anfang Dezember 1992 Mauerreste aus Berlin verbaut. Eine Zehdenicker Firma ließ sie vorher schreddern. 30 Neuholländer sind auf den Beinen und helfen beim Straßenbau mit. 35 Paletten alte Gehwegplatten und Bordsteine nehmen sie auf und hacken auf einer Länge von 43 Metern dutzende Feldsteine aus dem abgenutzten Straßenbett.