KeineWochenShow

#150 – Wolfgang Krüger, Rias-TV und der Mauerfall

Sonntag, den 17. November 2019
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In unserem zweiten Special zum Mauerfall vor 30 Jahren – und zu unserer 150. Sendung! – haben wir mal wieder einen Gast in unserem Keller.
Wolfgang Krüger (69) lebt heute in Bärenklau. Zur Wendezeit war er Chefredakteur von Rias-TV in West-Berlin und hat damals natürlich auch über den Mauerfall berichtet. Bei uns erzählt er, wie er die Zeit erlebt hat, was am 9. November 1989 im Sender los war und wie er die Zeit bis zur Deutschen Einheit einschätzte.

Wir finden, es ist ein spannendes Gespräch geworden, auch weil die Analyse der Ereignisse, die Wolfgang Krüger interessant ist. Zudem ist heute – 1992 ist Rias-TV in der Deutschen Welle aufgegangen – über den Sender selbst gar nicht mehr so viel bekannt. Dass es neben dem SFB-Fernsehen in Berlin noch Rias-TV gab, wissen nur noch wenige.

Das Gespräch gibt es in KeineWochenShow #150 auf Youtube.
Und wenn es länger geworden ist als geplant, gibt es im Teaser zur Sendung Bonusmaterial.

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RTZapper

SFB-Sondersendung zum Mauerfall

Sonntag, den 10. November 2019
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SA 09.11.2019 | 1.00 Uhr (So.) | tagesschau24

Ursendung: DO 09.11.1989 | 1.35 Uhr (Fr.) | ARD
Wenn es heute immer heißt, dass das Fernsehen beim Mauerfall die ganze Nacht durchsendete, dann stimmt das nicht so ganz. Dennoch war es 1989 doch schon ziemlich erstaunlich, dass nach der Spätausgabe der “Tagesschau” gegen 1.35 Uhr noch einmal eine Sondersendung begann. Und das so spontan, dass sie nicht mal einen Namen hatte. Im Rahmen des Themenabends “30 Jahre Mauerfall – der 9.11.89 in Echtzeit” zeigte tagesschau24 diese historische Sendung noch einmal.
Aus dem Berliner Studio des SFB gab es neue Informationen. Und die ARD hatte ein echtes Privileg: den einzigen Reporter an der Berliner Mauer, der überhaupt in dieser Nacht live auf Sendung war: Robin Lautenbach.

Nicht nur für Deutschland, auch für das Fernsehen war die Nacht zum 10. November 1989 denkwürdig. Vor dem Sonderbericht in der ARD, war der SFB sehr lange auf dem Kanal vom damaligen N3 live auf Sendung. Ein Moderator und seine Gäste, die stellenweise vor Rührung mit den Tränen zum kämpfen hatten. Irgendwelche Berliner, die plötzlich ganz spontan im Studio erschienen, weil alle dachten, es seien DDR-Bürger, die gerade über die Grenze kamen. Doch es waren Flüchtlinge, die schon länger im Westen waren und sich beschweren wollten, dass sie auch in dieser Nacht nicht nach Ost-Berlin einreisen durften.
Als sie wieder weg waren, wieder ganz spontan hinten am gerade sprechenden Moderator vorbei, kam ein Mann von der Requisite und räumte kopfschüttelnd einen der Studiostühle weg.

Irgendwann, gegen 2 Uhr, hat die ARD dann aber auch Sendeschluss gemacht. Um 7 Uhr erst begann eine “Abendschau extra” im SFB-Regionalprogramm.
Heutzutage wäre das anders: Da wäre die Sondersendung nicht ins Dritte Programm abgeschoben worden. Da gäbe es keinen Sendeschluss, da wäre alles live übertragen worden. Stundenlang, nächtelang, tagelang. So ändern sich die Zeiten.

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KeineWochenShow

#149 – 30 Jahre grenzenlos

Sonntag, den 10. November 2019
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30 Jahre Mauerfall: Ein besonderes Jubiläum erfordert eine besondere Sendung.
Am 10. November 1989 reiste ich zum ersten Mal nach West-Berlin – nur gut 16 Stunden nach dem Mauerfall. Genau 30 Jahre später gibt es das KeineWochenShow-Special “30 Jahre grenzenlos”.

Wir besuchen mehrere Orte, die bedeutend sind für den Mauerfall. Wir sind auf dem Rasthof Stolper Heide an der heutigen A111. Dort befand sich der Grenzübergang zwischen Stolpe und Heiligensee in Berlin. Dort reisten wir damals ein. Davon ist dort heute kaum noch was zu sehen.
Dann sind wir an der B96, an der Grenze zwischen Hohen Neuendorf und Berlin-Frohnau. Dort war kein Grenzübergang, aber dort stand die Mauer genau auf der Straße.
Wir sind im Regierungsviertel, die Grenze verlief direkt hinter dem Reichstag.
Und wir sind am Brandenburger Tor in Berlin – dem Symbol für die deutsche Teilung und für die Vereinigung Berlins.

“30 Jahre grenzenlos – Ein KeineWochenShow Special” gibt es auf Youtube.

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aRTikel

Die Zeit des Aufbruchs ist 30 Jahre her

Samstag, den 9. November 2019
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Sozialdemokraten erinnern in Bärenklau an die Wende 1989 – fast schon ein bisschen wehmütig

MAZ Oberhavel, 9.11.2019

Bärenklau.
Es war eine Zeit des Aufbruchs. Damals, 1989. Vor 30 Jahren. Im Bärenklauer Dorfkrug ist am Donnerstagabend das Jubiläum der Gründung der Sozialdemokratischen Partei in der DDR gefeiert worden. Die war am 7. Oktober 1989 im Pfarrhaus in Schwante. Die SDP ist ein paar Monate später auch in der DDR in SPD umbenannt worden. Von der Euphorie ist heute, 2019, nicht mehr bei allen Sozialdemokraten viel übrig. Das war am Donnerstag im Dorfkrug zu merken, und nicht nur, weil gerade mal 20 Leute zu der Veranstaltung des SPD-Unterbezirksausschusses Oberhavel kamen. Viele ließen sich entschuldigen, von den Jusos kam nur einer. Ein bisschen Enttäuschung schwang den Abend durchaus mit.
Dabei ist die SPD in Oberhavel mit etwa 650 Mitgliedern der drittgrößte Unterbezirk in Brandenburg. 13 Ortsvereine gibt es im Landkreis. „Die Stimmung bei uns ist deutlich besser als dargestellt“, sagte Susanne Kohl, die Vorsitzende des SPD-Unterbezirksausschusses in Oberhavel. Die Mitgliederzahl sei stabil, dennoch sei man traurig, dass die Partei auch bei den Kommunalwahlen viele Federn habe lassen müssen. Sie selbst ist seit 15 Jahren in der SPD. Sie stammt aus Südhessen, lebt seit 2000 in Birkenwerder. „Aber ich habe schon als kleines Mädchen Plakate für die SPD geklebt.“ Sie sei in einem politischen Elternhaus groß geworden.

Im Dorfkrug ist dann ein Film von 2013 gezeigt worden. Darin erzählen bekannte Größen der Oberhavel-SPD von der Gründung der damaligen SDP 1989 in Schwante und der Entstehung der verschiedenen Ortsvereine im Kreis Oranienburg. Markus Meckel berichtete in dem Film, dass die Vorbereitungen zur Gründung der SDP schon im Januar 1989 begonnen haben, Ende August erging der Aufruf zur Gründung der Partei, am 7. Oktober erfolgte die formelle Gründung.
Schwante schaffte es damals sogar bis in die Tagesschau vom 8. Oktober 1989. Karsten Peter Schröder aus Bärenklau verfolgte damals die Nachrichtensendung: „man wollte doch wissen,was läuft.“ Als der Name Schwante gefallen sei, habe er noch überlegt, wie viele Schwantes es wohl gebe. Dass damit das Schwante nebenan, drei Kilometer Luftlinie entfernt, gemeint sei, habe er erst geschnallt, als die entsprechende Karte im ARD-Fernsehen auftauchte.

Im Januar 1990 war Karsten Peter Schröder dann an der Gründung des Bärenklauer SDP-Ortsvereins beteiligt und wurde auch gleich dessen Vorsitzender. In Brandenburg erzielte die SPD dann zwar Erfolge, aber zur ersten freien Volkskammerwahl am 18. März 1990 „kam die erste große Klatsche“, so Schröder am Donnerstagabend. Die CDU gewann die Wahlen, auch bei den Kommunalwahlen wurde die SPD zweitstärkste Kraft hinter der CDU.

Mario Jilg, der heute in Leegebruch lebt, erinnert sich an eine „tolle Zeit“. Er war dabei, als 1989 die SDP, die spätere SPD, auch in Oranienburg gegründet worden war. „Alles in allem haben wir da eine Menge auf die Beine gestellt“, sagte er in Bärenklau. In der Kreisstadt seien kontinuierlich Veränderungen zu sehen gewesen. Mit dem Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke, der inzwischen aus der SPD ausgetreten ist, hätten die Sozialdemokraten jemanden mit viel Einfluss gehabt, so Mario Jlig weiter. Er machte seinen Genossen Mut: „Gerade jetzt ist es die Zeit, anzupacken und die Jugend zu motivieren.“ Die SPD habe ein bisschen die Bürger aus den Augen verloren, die Partei müsste mehr zeigen, was sie geleistet habe, so der Leegebrucher weiter.

Jochen Reißig ist Ende Oktober 1989 in die damalige SDP eingetreten. Am 6. Dezember 1989 hatte er seinen Ausweis bekommen, den er auch am Donnerstag dabei hatte. „Weil wir hier etwas verändern wollten“, so der Leegebrucher. „Weil wir es besser machen wollten, wir wollten aus beiden Systemen das Beste nehmen.“ Leider sei aus dem Osten nur der Grüne Pfeil und das Ampelmännchen übernommen worden, so Jochen Reißig. Es habe sich um einen Beitritt der DDR zur Bundesrepublik gehandelt, nicht um eine Wiedervereinigung. Er sei weiter überzeugter Sozialdemokrat, aber: „Die SPD ist in keinem guten Zustand“, sagt er. „Weil sie vergessen hat, dass sie mal eine linke Arbeiterpartei war. Sie müsste sich wieder auf ihre sozialdemokratischen Wurzeln besinnen, dass die Leute das auch wieder merken.“ Durch die Hartz-IV-Reformen habe man 50 Prozent der Wähler eingebüßt, vermutet Jochen Reißner.

Monika Schubert, die stellvertretende Vorsitzen des SPD-Unterbezirksausschusses, sprach am Donnerstagabend von einer aufregenden Zeit. „Ich möchte sie nicht missen.“ Das Ost-West-Gerede, das es immer noch gibt, stört sie. Auch, „dass einige möchten, dass die Mauer wieder steht. Ich weiß nicht, was in manchen Köpfen vorgeht“, so die Oranienburgerin. Gut eine Stunde lang erzählen die SPD-Leute noch von damals und heute.

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aRTikel

Mit dem historischen Ereignis live auf Sendung

Freitag, den 8. November 2019
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Der Bärenklauer Wolfgang Krüger (69) erlebte den Mauerfall als Chefredakteur von Rias-TV in Westberlin

MAZ, 8.11.2019

Bärenklau.
Die Wende. „Das war journalistisch die aufregendste Zeit“, sagt Wolfgang Krüger. Der 69-Jährige lebt seit 1993 in Bärenklau (Oberhavel). 30 Jahre nach dem Mauerfall erinnert er sich an die damaligen Ereignisse. Wolfgang Krüger war damals in Westberlin Chefredakteur von Rias-TV, dem Fernsehableger des Radios im amerikanischen Sektor (Rias). Das Programm sendete gerade mal seit etwas mehr als einem halben Jahr. Morgens gab es ein Frühstücksfernsehen, zum Feierabend um 17.50 Uhr ein Abendmagazin.

„Ich wohnte anfangs am Walter-Schreiber-Platz in Berlin und fuhr dann immer mit der U-Bahn zur Voltastraße.“ Dort waren die Studios des Senders. „Gelegentlich nahm ich meinen Fernsehdirektor mit. Wir mussten immer über die Müllerstraße fahren, fuhren faktisch auf der Chausseestraße auf die Mauer zu und bogen dann links ab. Und wir guckten uns dann immer an und fragten uns, ob wir erleben werden, dass die Mauer fällt. Wir sind davon ausgegangen, dass wir es nie erleben werden.“ Er schmunzelt, als er das erzählt.

Als spätestens im August 1989 die Fluchtwelle über Ungarn begann, da berichtete auch Rias-TV. Am 9. November hatte Wolfgang Krüger Dienst. „Ich hatte die ganze Woche die Moderation der Abendsendung.“ Immer parallel wurde in den Büros das DDR-Fernsehen verfolgt, „weil sich die Ereignisse buchstäblich überschlugen.“ Nach der Live-Sendung gegen 18.30 Uhr fuhr er nach Hause. Dort sah er die Bilder von der Pressekonferenz mit Günter Schabowski. „Es hat bei mir etwas gedauert. Und dann hat es klick gemacht.“ Er hat seiner Frau einen Zettel geschrieben: „Die Mauer ist gefallen. Ich bin zurück im Sender.“ Und er war nicht der Einzige. „Ohne dass wir mit irgendjemandem telefonieren mussten, strömten alle Kollegen in den Sender.“ Was bedeutet das alles? Das sei die große Frage gewesen. Daraufhin seien dann viele Kamerateams in die Stadt und vor allem an die Mauer geschickt worden. Es entstanden Bilder, die sich bis heute ins Gedächtnis der Deutschen eingebrannt haben.
„Das Wort des Abends war: Wahnsinn. Und es war wirklich Wahnsinn. Die haben an der Osloer Straße fast unseren Rias-Übertragungswagen umgekippt. Weil die Leute so froh waren, endlich mal ohne Drangsalierung rauszugehen.“ Es sei eine tolle Atmosphäre gewesen. „Die Leute lagen sich in den Armen.“ Es seien Tage der Glückseligkeit gewesen.
Wolfgang Krüger selbst aber musste in der Nacht vor allem arbeiten. „Man darf sich von der Welle der Emotionen in so einem Fall nicht überrollen lassen“, sagt er. Das sei erst später gekommen.

In der Nacht habe er zwei Stunden geschlafen, dann ging es an die Vorbereitung des Frühstücksfernsehens. Die kompletten drei Stunden seien für Berichte von der Mauerfall-Nacht freigeräumt worden. Am Morgen war Rias-TV das erste Programm, das auf Sendung ging.

Auch am 3. Oktober 1990 moderierte er das Frühstücksfernsehen. Mit dem vereinigten Deutschland hatte sich aber auch der Sendeauftrag vom Rias erfüllt. Am 1. April 1992 ging Rias-TV in der bis heute bestehenden Deutschen Welle auf. Wolfgang Krüger war später Staatssekretär im brandenburgischen Wirtschaftsministerium und danach Hauptgeschäftsführer bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Cottbus. In Oberkrämer ist er für die CDU Gemeindevertreter, im Kreistag von Oberhavel ist er neuerdings der Vorsitzende.

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RTZapper

Die DDR im Herbst 1989 – Großdemonstration auf dem Berliner Alexanderplatz am 4.11.89

Montag, den 4. November 2019
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SO 03.11.2019 | 0.25 Uhr (Mo.) | mdr-Fernsehen

“Es ist, als habe einer die Fenster aufgestoßen! Nach all’ den Jahren der Stagnation – der geistigen, wirtschaftlichen, politischen – den Jahren von Dumpfheit und Mief, von Phrasengewäsch und bürokratischer Willkür, von amtlicher Blindheit und Taubheit. (…) Einer schrieb mir – und der Mann hat recht: Wir haben in diesen letzten Wochen unsere Sprachlosigkeit überwunden und sind jetzt dabei, den aufrechten Gang zu erlernen!“
Stephan Heym

„Ich wünsche für meine Urenkel, dass sie aufwachsen ohne Fahnenappell, ohne Staatsbürgerkunde und dass keine Blauhemden mit Fackeln an den hohen Leuten vorübergehen!“
Steffie Spira

Es war der Sonnabend, 4. November 1989, als das Fernsehen der DDR gegen 11.20 Uhr auf den Berliner Alexanderplatz schaltete. Dort fand eine genehmigte Demonstration statt, initiiert von den Kulturschaffenden in Ost-Berlin. Zum ersten Mal fand ganz offiziell eine derartige Veranstaltung statt, die nicht von der SED organisiert worden ist, sondern vom Volk ausging.
Fast drei Stunden lang dauerte die Abschlusskundgebung. Vor schätzungsweise 200.000 Menschen sprachen mehr als 20 Leute, und es sind auch 30 Jahre danach noch spannende drei Stunden.
Der mdr zeigte den kompletten Mitschnitt in der Nacht zum Montag innerhalb des Programmschwerpunktes “Freiheit 89”.

Der Schauspieler Ulrich Mühe sprach ebenso wie sein Kollege Jan Josef Liefers. Steffie Spira und Stephan Heym sprachen Sätze, die hängen blieben. Markus Wolf, der 1986 in leitender Funktion bei der Stasi war, sprach ebenfalls. Politbüro- und SED-Mitglied Günter Schabowski stellte sich auch vor die Hunderttausenden und sagte, man höre zu und man wolle Veränderungen vornehmen. Doch die Demonstrierenden wollten das nicht mehr hören. “Tschüß” stand auf einem Plakat direkt neben der kleinen Rednerbühne.
Die anderen sprachen darüber, was sie wollen und was sie nicht wollen, wie sie sich eine andere DDR vorstellten – von einer Einheit mit der Bundesrepublik war da überhaupt nie die Rede.
Nur fünf Tage später war vieles von dem, was auf dieser Kundgebung gesagt worden ist, schon wieder hinfällig. Der Lauf der Geschichte ging weiter, rasend.

-> Hintergrund auf Wikipedia
-> Die Kundgebung auf Youtube

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RTelenovela

Ein Ort der Geschichte ist heute ein Parkplatz

Montag, den 4. November 2019
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Der Rasthof Stolper Heide gehört jetzt nicht so zwingend zu den großen Sehenswürdigkeiten in der Region. Man erreicht ihn auf der A111 zwischen Hennigsdorf und der Berliner Stadtgrenze. Dort gibt es eine Tankstelle, dort steht ein nicht sehr hübscher Hotelklotz, gegenüber sind die Bauten des Landesbetriebes Straßenwesen, und einen großen Parkplatz gibt es auch.

Neulich standen wir auf diesem Parkplatz und sahen uns um. Es ist 30 Jahre her, dass ich schon mal dort war, am 10. November 1989. Damals war dieser Rasthof noch ein Grenzübergang. Wir fuhren mit unserem Lada von Oranienburg aus auf die Autobahn, um dort nach West-Berlin zu gelangen. Ich war elf und sehr aufgeregt. Denn in den Westen zu fahren, das ging vorher nicht, und auch, wenn ich erst elf war, habe ich sehr genau mitbekommen, was in dieser politisch aufregenden Zeit passiert ist.

Heute erinnert in Stolpe scheinbar nichts mehr an diesen Grenzübergang, an den Ort, wo wir damals diese Ausweise zeigen mussten und dann weiterfuhren. Zumindest haben wir keine Gedenktafel oder etwas Ähnliches gefunden. Nur direkt an der Grenze zu Berlin gibt es – aber auch nur stadtauswärts – eine Erinnerungstafel. Bisschen wenig, finde ich.

-> Eintrag vom 10.11.1989
-> Eintrag vom 22.11.1989
-> Eintrag vom 10.11.2009

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