RTelenovela

B denkt, dass er tuckert, tut er aber nicht

Mittwoch, den 16. August 2017
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Kürzlich habe ich mich ja an dieser Stelle über tuckernde Berliner auf Brandenburger Straßen echauffiert. Vielleicht hat derjenige das ja gelesen und ist gleich nervös geworden.

Auf der L170 zwischen Germendorf und Sommerswalde. Im Wald gilt Tempo 80, und als ich mich dem Auto mit dem B-Kennzeichen langsam nähere, blinkt mein Vorfahrer rechts und wird ein wenig langsamer. Es ist das Zeichen, dass er entweder rechts abbiegen will (aber wohin?) oder dass ich überholen kann.
Allerdings: ich will gar nicht überholen, denn der Berliner fährt Tempo 80.
Er blinkt noch mal, aber ich überhole nicht. Inzwischen beschleunigt der Fahrer wieder, fährt inzwischen fast 90. Keine Ahnung, warum ich ihn hätte überholen sollen.

Am Sommerswalder Dreieck gilt dafür Tempo 50. Während ich abbremse, düst der Berliner relativ zügig durch und entfernt sich wieder von mir.
B tuckert eher nicht.

ORA aktuell

Oberhavel-Busboss wirft Vertreter der Gedenkstätte raus

Dienstag, den 29. November 2016
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“Sie sind hier unerwünscht!” Mit diesen Worten brüskierte Klaus-Peter Fischer, der Geschäftsführer der Oberhavel Verkehrsgesellschaft (OVG), Vertreter der Gedenkstätte Sachsenhausen.
Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Dik de Boef, Generalsekretär des Internationalen Sachsenhausen Komitees und Stiftungssprecher Horst Seferens, wollten mehr als 14.000 Unterschriften überreichen. Dabei geht es um die Forderung nach einer besseren Busverbindung vom Bahnhof Oranienburg zur Gedenkstätte. Es heißt, sie seien angemeldet gewesen.

Fischer ließ erst ausrichten, er sei in einer Sitzung, dann riss er laut Medienberichten die Tür auf: “Ich freue mich nicht über Ihren Besuch!” Nachdem er noch mitteilte, dass die Herren unerwünscht seien, knallte er die Tür wieder zu.

Das Verhalten Fischers sorgt nun allseits für Empörung. Landrat Ludger Weskamp habe Fischer zum Gespräch gebeten und dessen verhalten missbilligt.
Es heißt, es soll nun einen weiteren Gesprächsversuch geben.

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Braune Dreckdusche

Samstag, den 26. November 2016
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Momentan warte ich sehnsüchtig auf den nächsten Regen. Bei einem Blick auf mein Auto ist mir nämlich ziemlich schwindelig geworden. Es sieht momentan – und ich sage es mal ganz vorsichtig – recht schmuddelig aus. Allerdings war es auch zwei recht speziellen Situationen ausgesetzt.

Das Drama um die miese Straßensituation in Groß-Ziethen ist ja mittlerweile bekannt. Wer einmal durch den Ort fährt und es unglücklicherweise mit Gegenverkehr zu tun hat, weiß, dass die Schlammpfützen am Straßenrand eine Freude für jeden Autofahrer sind. Die Ortsdurchfahrt ist schmal und brüchig. Die Randbereiche kaputtgefahren. Stehen dort Pfützen – und nach dem Regen stehen dort immer Pfützen – kann man als Autofahrer nicht einschätzen, wie tief sie sind. Und sie sind tief, sehr tief sogar.
Bei Gegenverkehr muss man in den Schlamm ausweichen.

Auf der weiteren Fahrt Richtung Oranienburg bekam es aber gleich noch eine ordentliche Dreckdusche ab. Kurz vor Germendorf, an der Kiesgrube, ist die Straße meistens unfassbar dreckig – sicherlich durch den dortigen Lkw-Verkehr vom und auf das Gelände. Direkt vor mir fuhr ein anderes Auto, und ich konnte zusehen, wie der bräunliche Dreck aufwirbelte und sich langsam auf meiner Frontscheibe festsetzte. Natürlich zahlt das verursachende Unternehmen keine Autowäsche.
Und deshalb: Ein bisschen Regen wäre echt toll!

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Im Germendorfer Stau

Sonntag, den 31. Mai 2015
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Stau! In Germendorf! Das ist wohl eher selten, könnte man meinen. Aber bei schönem Wetter passiert das vermutlich doch öfter – und ist hausgemacht. Klar, dass am Pfingstmontag die Leute das schöne Wetter nutzten und alle raus wollten. An der Mühle in Vehlefanz war es voll, auf dem Spargelhof und im Scheunenviertel in Kremmen ebenfalls und natürlich im Tierpark in Germendorf.

Auf dem Weg zurück nach Hause trafen wir uns alle in der Kremmener Allee in Germendorf, der ehemaligen B 273. Im Wald zwischen Sommerswalde und Germendorf waren wir fast alleine.
Aber dann: In Höhe des Tierparks stockte plötzlich der Verkehr. Stau. Stillstand. Ein Autofahrer wollte zum Überholen ansetzen, bremste aber schnell wieder ab. Vermutlich hielt er es für unmöglich, dass es in Germendorf mal einen Stau geben könnte.

Und wer war schuld? Die Ampel an der Hauptkreuzung! Die sorgte für den Stillstand, weil sie immer nur wenige Wagen durchließ. An der Schaltung muss was geändert werden! Besonders zur Rush Hour am Feiertagsnachmittag.

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Ostersonntagssonnenaufgang

Montag, den 6. April 2015
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Ostersonntag, 6.45 Uhr. Der Osternacht-Gottesdienst in Kremmen ist zu Ende, der neue Tag hat begonnen. Aber noch ist die Sonne nicht ganz aufgegangen.
Für einen 5. April ist es arschkalt, irgendwo bei -1 Grad.
Im Scheunenviertel werden nur die Dächer einiger Scheunen schon von der Sonne angestrahlt. Der Rest liegt noch im Schatten.

Als ich Kremmen mit dem Auto verlasse, steht die Sonne gerade so über dem Horizont. Aber sie strahlt, und sie strahlt in einen wolkenlosen Himmel. Ein herrlicher Ostersonntagssonnenaufgang.
Ich fahre durch Schwante, aber der Dofanger liegt noch im Schatten. Die Sonne jedoch steigt und steigt. Als ich fast Germendorf erreiche, fahre ich genau ins Sonnenlicht hinein, die Landesstraße liegt genau darunter, man sieht kaum noch was.

Es ist das einzige Mal im ganzen Jahr, dass ich einen Sonnenaufgang erlebe. Ansonsten bin ich, wenn die Sonne aufgeht, noch nicht wach. Selbst wenn ich im Sommer so spät schlafen gehe, dass die Sonne schon aufgeht, erlebe ich das Naturschauspiel nie so, wie am Ostersonntag.
Vielleicht ist es deshalb ein so erhabener Moment.

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Schutzengel auf der Flucht

Donnerstag, den 18. Dezember 2014
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Autofahrer kleben sich gern die seltsamsten Aufkleber und Wortschöpfungen auf die Heckscheiben ihrer Lieblinge. „Knutschkugel“ habe ich da schon gelesen oder „Terrorpussy“. Neulich war ich auf der B273 unterwegs, irgendwo zwischen Sommerswalde und Germendorf. Erlaubt ist dort Tempo 80, und aus rechtlichen Gründen kann ich an dieser Stelle nicht sagen, wie schnell ich unterwegs war. Auf jeden Fall zu langsam für den Fahrer des Autos, das mich in einem Affenzahn überholte. Auf der Heckscheibe prangte der Spruch „Schutzengel gesucht!“.

Und während das Auto vor mir schon zum nächsten Überholvorgang ansetzte und gleich an drei Autos vorbeirauschte, war mir vollkommen klar, warum die Schutzengelstelle vakant ist: Zu viel Risiko! In Germendorf, kurz hinter der Hauptkreuzung und vor der Rechtskurve raste das Auto schon wieder auf der linken Spur. Waghalsig! Mich wundert es überhaupt nicht, dass Schutzengel da ganz schnell kollabieren und das Weite suchen. Ich wünsche dennoch toi, toi, toi bei der weiteren Suche!

aRTikel

Ein Märchenbuch voller Fantasie

Samstag, den 13. Dezember 2014
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Pflegekinder aus Oberhavel haben sich Geschichten ausgedacht. Das Werk gibt der Kinder- und Jugendhilfeverbund heraus.

MAZ Oranienburg, 13.12.2014

HENNIGSDORF
Es sind Märchen, kurze Geschichten und dazu viele wunderschöne, bunte Bilder. Kinder, die in Pflegefamilien in ganz Oberhavel leben, haben in den vergangenen Monaten an einer Sammlung mit Märchen gearbeitet. Nun hat das Hennigsdorfer Regionalbüro des Kinder- und Jugendhilfeverbundes (KJHV) das Buch „Märchen für alle“ herausgegeben. „Es sind Bilder und Geschichten voll von Fantasie“, erzählt Regionalleiterin Anke Horn. „Sie sind gespeist aus den Erfahrungen und der ganz persönlichen Lebenswelt eines jeden Kindes.“
So erzählt die sechsjährige Kimberly in dem Buch über eine Musikerin, die eine afrikanische Trommel spielt und die sich mit einem Fuchs anfreundet. Auf einem fliegenden Teppich reisen sie nach Afrika.

Die Idee für das Buch hatte Hannelore Kletschke aus Germendorf, die selbst drei Pflegekinder betreut. Gemeinsam mit Manuela Ulrich aus Hennigsdorf hat sie die Geschichten gemeinsam mit den Kindern erarbeitet. „Wir haben die Wohngruppen besucht und dort Märchennachmittage veranstaltet“, sagt Anke Horn. Die größeren Kinder haben ihre Geschichten selbst aufgeschrieben, bei den Kleineren haben die Erwachsenen mitgeschrieben, was ihnen die Kinder erzählt haben. „Komplett selbst ausgedacht sind die Geschichten aber nicht“, sagt Anke Horn. Mit Hilfe eines Kartenspiels und bestimmter Stichworte sind die Märchen entstanden. „Alle, die wir gefragt haben, wollten mitmachen, sie hatten unglaublich viel Spaß. Oft kann man auch zwischen den Zeilen lesen, was die Kinder ausdrücken möchten.“

Die Lieblingsgeschichte von Anke Horn heißt „Die Lüge“ und ist von Angelique (11). Da geht es um einen König und eine Königin. Er ist blind und sie muss immer seinen Rollstuhl schieben. Am Ende kommt heraus, dass der König gelogen hat und gar nicht blind ist. Die Königin jagt daraufhin ihren Mann fort. „Wenn man weiß, was im wahren Leben dahintersteckt, ist das sehr berührend“, sagt Anke Horn.

Alle Werke sind für das Buch neu zusammengestellt und editiert, aber inhaltlich nicht verändert worden. Nur Rechtschreibfehler und sprachliche Ungenauigkeiten sind korrigiert. Auch Zeichnungen der Kinder sind in das Buch eingeflossen. Wenn es möglich war, haben die Kinder unter ihre Geschichte auch ihr Autogramm gesetzt.
500 Exemplare des Buches sind gedruckt worden. Es ist sehr schön anzusehen, man sieht gleich, wie viel Herzblut darin steckt. „Als wir es am Mittwoch erstmals in der Hand hatten, waren wir überwältigt“, so Anke Horn weiter. Die Gestaltung des Buches übernahm die Grafikerin Barbara Feis, die Druckerei arbeitete zum Sonderpreis, auch eine Berliner Hotelkette gab etwas dazu. „Wir hatten sehr viele ehrenamtliche Helfer.“ Wer das Buch haben möchte, kann es gegen eine Spende beim KJHV in Hennigsdorf bekommen. „Das Buch ist finanziert“, sagt Anke Horn, „aber wir wollen beispielsweise im Winter mit 16 der Pflegekindern eine Skitour unternehmen.“ Das Büro des KJHV befindet sich in der Parkstraße 56 in Hennigsdorf.

Kontakt: Das Büro ist erreichbar unter Tel. 03302/20 13 60.