RTelenovela

FuelSave und Racing-Power für die Dorfmoppis

Montag, den 7. März 2011
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Wer mal in den Verkaufsraum einer Shell-Tankstelle geht, der wird sich wundern: Da steht nämlich der Schriftzug “Willkommen!” Und damit rechnet man bei Shell ja überhaupt nicht mehr.

Ein sonniger Sonntagnachmittag in Gailhof in der Wedemark. Ich steige gerade aus dem Auto, als mich eine junge Frau anspricht. Es sei ihr ein bisschen peinlich, aber sie weiß nicht, was sie eigentlich noch tanken kann.
Das muss ihr allerdings nicht peinlich sein. Denn Shell ist ein internationaler Konzern. Da ist es doch ziemlich provinziell und langweilig, an die Tanksäulen einfach nur “Super”, “Super Plus” oder “Super E10″ ranzuschreiben. Das wäre ja viel zu einfach für die Autofahrer!

Stattdessen kommt man ins Grübeln: Tanke ich “Shell V-Power”? Aber was ist das eigentlich? Oder “Shell “FuelSave Super E10″? Darf mein Auto das tanken? Oder lieber “Shell V-Power Racing 100″? Hä?
Okay, ich weiß inzwischen, dass ich E10 tanken darf. Die Frau, die mich in Gailhof ansprach, wusste das nicht. Und sie wusste vor allem nicht, welches Benzin denn nun Super oder Super Plus ist.
Auf einem zusätzlichen Aufkleber ist “Shell V-Power” übrigens näher als “Benzin 95 Oktan” deklariert. Und selbst das ist irreführend: Hat nicht Super die 95 Oktan? Neben einem weiterem “V-Power”-Zapfhahn hängt der Hinweis “Geeignet für alle Ottomotoren 95/98 Oktan”.

Die totale Verwirrung. Will Shell seine Kunden verarschen? Wir haben uns dann schließlich für letzteren Zapfhahn entschieden. Aber so richtig gut fühlten wir uns nicht. Zumal der Preisunterschied zu E10 acht Cent betrug.
Ich selbst habe zum E10 gegriffen.

Bei all dem Wirrwarr habe ich am Ende mit einem großen “Welcome”-Schild im Kiosk gerechnet. “Willkommen” – das klingt so pupsig-dörflich. Das passt einfach nicht zu Shell!
Findet übrigens auch der Verkäufer, den ich drauf ansprach, dass man ja bald ein Lexikon brauche, um da zu tanken.