RT im Kino

Being Mario Götze – Eine deutsche Fußballgeschichte

Mittwoch, den 5. Dezember 2018
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2014: Mario Götze schießt im Finale der Fußball-WM das 1:0 gegen Argentinien. Dadurch wird Deutschland Fußball-Weltmeister.
2018: Zur Fußball-WM in Russland darf Mario Götze nicht mit. Er kommt nicht in den Kader. Ein tiefer Schlag.

In der Doku „Being Mario Götze – Eine deutsche Fußballgeschichte“ begleitet Aljoscha Pause den jungen Mann über mehrere Jahre hinweg. Er ist dabei auf der Achterbahnfahrt von Titel zu Titel zu Niederlage.
Der Zuschauer ist bei den Trainings dabei, bekommt aber auch Einblicke in das Privatleben des inzwischen 26-Jährigen. Thematisiert wird auch sein Wechsel von Dortmund nach München, und was das mit seinen Begleitern und mit ihm selbst gemacht hat.
Zu Wort kommen sehr viel Weggefährten, die Mario Götzes Tun kommentieren. Am Ende könnten wir wissen, was es bedeutet, Mario Götze zu sein.

Es ist spannend zu erfahren, wie Mario Götze seinen WM-Erfolg selbst erlebt hat – und auch seine Auf und Abs.
So interessant es ist, Mario Götze zuzuschauen – eines ist diese Doku auf jeden Fall: viel zu lang. Sie dauert weit mehr als zwei Stunden, und das ist definitiv nicht nötig gewesen. Inhaltlich hätte der Film gestrafft werden können.
Und so offen und ehrlich alle Beteiligten reden, so kommt die Doku oft ein bisschen sehr pathetisch daher. Das liegt auch am musikalischen Klangteppich, der oft und lange über den Film wabert.

Being Mario Götze – Eine deutsche Fußballgeschichte
D 2018, Regie: Aljoscha Pause
Mindjazz Picture, 136 Minuten, ab 0
6/10

KeineWochenShow

#98 – Paradise lost

Sonntag, den 18. November 2018
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Die 98. Ausgabe von KeineWochenShow haben wir bereits am Mittwochabend aufgenommen. Was leider auch bedeutet, dass sehr wichtige Ereignisse der Woche in dieser Sendung noch nicht besprochen werden konnten.

Trotzdem gab es einiges zu besprechen. Zum Beispiel die schweren Brände in Kalifornien, die inzwischen 50 Tote gefordert haben und wo viele Häuser abgebrannt sind – auch von vielen Prominenten.
Wir sprechen auch über das Weihnachtspostamt in Himmelpfort, das jetzt wieder geöffnet hat. Und ihr erfahrt, warum es sich lohnt, seinen Wunschzettel dorthin zu schicken.
Auch die Krise beim FC Bayern München ist ein Thema, ebenso wie der Rücktritt (also, irgendwann) von Horst Seehofer.

Eine Beichte hat diese Sendung ebenso zu bieten wie viele andere Themen, Tipps und Tests. KeineWochenShow #98 gibt es auf Youtube.

RTZapper

Football Leaks – von Gier, Lügen und geheimen Deals

Mittwoch, den 7. November 2018
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SO 04.11.2018 | 21.45 Uhr | Das Erste

Zuerst ich. Und dann ich. Später gern aber noch ich.
Das ist der FC Bayern München.
Wer leise Kritik übt, ist ein böser Mensch. Kritik ist wirklich unfein.
Und weil das alles in der piefigen Bundesliga und der doofen Champions League ah alles nur noch nervt, macht man eben sein eigenes Ding. Eine Super League.

Am Sonntagabend lief im Ersten die Enthüllungsdoku “Football Leaks – von Gier, Lügen und geheimen Deals”. Medien in vielen Ländern Europas haben sich zusammengeschlossen, um zig tausende Daten zu studieren.
Aufgedeckt worden ist, dass diverse Top-Fußballclub in Europa die UEFA verlassen wollen und eben jene Super League gründen wollen. Sie wollen also unter sich bleiben. Vermutlich hieße das auch, dass sie die Länderligen verlassen würden oder müssten.

Aber ist es wirklich erstrebenswert, nur noch gegen die großen Clubs zu spielen? Ist das auf Dauer nicht langweilig? Also, für die Fans. Wobei allerdings über die Fans keiner zu sprechen scheint, wenn solche Überlegungen im Raum stehen.

Nebenher ging es noch um die Vergabe der Fußball-EM 2026 an die USA, Kanada und Mexiko, bei die FIFA von Anfang an hat durchblicken lassen, dass die USA dran seien und die Länder den meisten Profit für die FIFA versprechen.

Es ist wichtig, dass es Medien gibt, die an solchen Enthüllungen arbeiten. Die aufdecken, was in Hinterzimmern und heimlich besprochen wird. Dass solche Enthüllungen heutzutage nur noch ein kleines Echo unter den Menschen auslösen, ist traurig. Andererseits sind die Leute vermutlich total übersättigt von hysterischen Pseudo-Sensationen, dass die echten Kracher schlicht kaum noch wahrgenommen und diskutiert werden.

RTZapper

Wontorra – der O₂ Fußball-Talk: Lisa Müller und ihre Instastory

Dienstag, den 6. November 2018
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SO 04.11.2018 | 10.45 Uhr | Sky Sport News

„Mehr als 70 Minuten, bis der mal ’nen Geistesblitz hat.“
Dieser Spruch erschien am Sonnabend auf Instagram. Zu sehen war beim Bundesliga-Spiel zwischen dem FC Bayern München und SC Freiburg der Bayern-Trainer Niko Kovac, der den Spieler Thomas Müller einwechselte.
Nun läuft es ja momentan und grundsätzlich nicht ganz so glänzend für die Bayern, und diese Instastory sorgte für zusätzlichen Wirbel.
Sie kam nämlich von Lisa Müller, der Frau von Thomas, dem Bayern-Spieler.

Bei “Wontorra – der O₂ Fußball-Talk” auf Sky Sport News ist am Sonntagmittag genau darüber diskutiert worden. Spiegel-Journalist Rafael Buschmann war der Meinung, dass Lisa Müller ja sagen und schreiben könne, was sie will. Die anderen dachten anders, sie waren der Meinung, dass Lisa Müller als Spielerfrau eben nicht überall äußern kann, was sie möchte. Und die anderen hatten durchaus recht.
Natürlich kann Lisa Müller sagen, was sie will. Aber als Spielerfrau sollte sie dennoch aufpassen, was sie wo öffentlich mitteilt. Denn aus ihrer Meinungsäußerung lässt sich auch durchaus widerspiegeln, was denn im Hause Müller so erzählt wird. Und grundsätzlich ist es natürlich schwierig, wenn sich ein Angehöriger öffentlich schlecht über den Arbeitgeber des Partners äußert. Das kann kann dann schon mal auf den Angestellten zurückfallen.

Das muss sie offenbar auch selbst festgestellt haben oder gesagt bekommen haben – denn die Instastory war schon bald wieder gelöscht…

RT im Kino

Spielmacher

Samstag, den 20. Oktober 2018
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Freiheit für Ivo (Frederick Lau). Als er aus dem Knast kommt, führt ihn einer seiner ersten Wege direkt zum Fußballplatz.
Eigentlich wollte Ivo Profifußballer werden. Als Vorbestrafter wird das nichts mehr.
Aber vielleicht kann er ja einem jungen Spieler helfen, das zu schaffen, was ihm verwehrt blieb. So unterstützt Ivo den jungen
Lukas (Mateo Wansing Lorrio). Der hat Talent, und Ivo unterstützt ihn.
Aber es dauert nicht lange, da wird er von seiner kriminelle Vergangenheit eingeholt. Dejan (Oliver Masucci) will ihn in illegale Geschäfte reinziehen. Und nicht nur ihn, sondern auch Lukas. Das will, das muss Ivo verhindern.

Wie läuft das eigentlich mit der Manipulation im Fußball? Und passiert das bei den großen Vereinen? Timon Modersohn zeigt in seinem Film “Spielmacher”, wie so was aussehen könnte – und das in einem kleinen Verein, der nicht unter Fernsehbeobachtung steht.
Trotz eines tollen Hauptdarstellers wie Frederick Lau springt jedoch der Funke nicht richtig über. Der Film hat immer wieder einzelne, spannende Augenblicke, die aber zwischendurch immer wieder von Längen unterbrochen werden. Zumal es in der Handlung nicht wirklich Überraschungen gibt.

Spielmacher
D 2017, Regie: Timon Modersohn
Warner, 99 Minuten, ab 16
5/10

RTZapper

Live: Pressetalk des FC Bayern München

Samstag, den 20. Oktober 2018
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FR 19.10.2018 | 12.00 Uhr | Sky Sport News

Schlimm, schlimm, was gerade mit dem FC Bayern München passiert. Platz 7. Und dann dieses Mobbing. Ganz, ganz übel.
Aber den Leuten vom FC Bayern reicht es jetzt. Sie holen zum Rundumschlag gegen die Medien aus.
Deshalb luden sie am Freitagmittag zu einer Pressekonferenz, der beim FCB Pressetalk heißt. Sky Sport News übertrug live.

Der FCB-Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge teilte mit, dass nun andere Saiten aufgezogen werden. Man werde reagieren. Mit Unterlassungserklärungen, Gegendarstellungen. Man lasse sich die Berichterstattung nicht mehr gefallen. Genannt wurden namentlichen Reporter von Springer (Bild) und ntv. Es herrsche Häme, und Gerüchte würden zu Fakten. Auch Präsident Uli Hoeneß redete sich in Rage.

Also wie gesagt: alles schlimm, schlimm, schlimm.

Grundsätzlich sei mal gesagt: Die Sportberichterstattung ist in der Tat oft eher zweifelhaft. Nachdem sich Robert Enke umgebracht hatte, herrschte Nachdenklichkeit. Da ging es auch darum, ob man Fußballern Noten geben müsse. Gern mal eine 6 wegen absoluten Nichtkönnens. Die Nachdenklichkeit ist längst vorbei, Noten werden wieder fleißig vergeben. Läuft es für Vereine mies, wird Häme ausgeschüttet. Es hagelt Vorwürfe. Jedes kleine Gerücht wird ausgeschlachtet. Jeder, der nicht wichtig ist, muss was sagen.
So ganz grundsätzlich haben die FCB-Herren also durchaus recht.

Aber entweder waren sie mies vorbereitet oder sie hatten schlichtweg keine echten Argumente. Denn die Vorwürfe, die sie ganz konkret hatten, waren irritierend lahm. Da wurde einem Reporter vorgeworfen, dass er dem Trainer eine Frage gemailt habe, in der es um die Klärung eines Gerüchtes ging. Das also ist nicht mehr erlaubt? Das also ist abscheulich? Was ist da los bei FC Bayern?
In einem anderen Fall habe man den Bayern vorgeworfen, man spiele Altherrenfußball. Da musste ich wirklich kurz schlucken, denn dieser Vorwurf ist natürlich, ähm, schlimm. Wie gesagt. Ganz schlimm. Wahrscheinlich lagen sich Rummenigge und Hoeneß weinend in den Armen, als sie dieses böse Wort lesen mussten.
Da wurde von der Unantastbarkeit der Menschenwürde geraunt, die aber offenbar nicht gilt, wenn Rummenigge über einen ehemaligen Spieler poltert, der einen Scheißdreck gespielt habe. So von wegen Menschenwürde.

So macht dieser Pressetalk am Ende eher ratlos. Wenn Springer was Falsches schreibt, dann können die Bayern gern protestieren und Gegendarstellungen fordern. Wenn die Gegendarstellung aber lautet: “Der FC Bayern spielt keinen Altherrenfußball” – dann könnte das eher lächerlich wirken.
Dass sich die Medien hier und da mal am Riemen reißen müssen – das ist ein allgemeines Problem. Was aber in diesem Fall der auslösende Punkt für diesen Pressetalk ist, das konnte der FCB am Freitag nicht so richtig übermitteln.

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Sport live: Fußball-Nations-League – Niederlande-Deutschland

Sonntag, den 14. Oktober 2018
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SA 13.10.2018 | 20.45 Uhr | hr-iNFO

Jubel: 1:0!!! Die Radioreporter schreien sich die Seele aus dem Leib. Im Fußball ist ein Tor gefallen. Leider nicht für Deutschland.
Beim Radio-Nachrichtenkanal hr-iNFO lief am Sonnabendabend die Übertragung des Spiels in der Fußball-Nations-League Zwischen den Niederlanden und Deutschland. Und vorsichtig gesagt: Es lief nicht so doll.

Umso irritierender ist der Torjubel, wenn der Ball im deutschen Tor landet. Als unaufmerksamer Hörer auf der Autobahn dachte ich kurz, das 1:0 sei für uns gefallen.
Selbst das 3:0 der Holländer ist noch in einem lauten Freudenschrei gegipfelt. Um gleich danach lang und breit zu erzählen, wie mies die deutsche Mannschaft gespielt habe und sich ja seit dem WM nichts geändert habe. Und weil sowieso alles doof ist, bejubeln sie die Gegentore, als hätten die Deutschen den Erfolg gehabt.
Dürfen sie natürlich, darf man aber auch merkwürdig finden.