RTelenovela

Auf der Jagd nach den Bayern

Donnerstag, den 20. August 2020
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Bayern München gegen Barcelona. Das Viertelfinale in der Fußball-Champions-League findet in Deutschland nur im Pay-TV statt. Das Spiel lief auf Sky.
Ein Teil von uns hat es durchaus interessiert, wie dieses Spiel abläuft, also fragten wir Google, wo man denn in Zweibrücken das Spiel live schauen kann. Google spuckt uns tatsächlich auch ein paar Ergebnisse aus.

Also machen wir uns auf den Weg und landen an einer Kneipe am Rande der Innenstadt. Das Haus sieht extrem abgewrackt aus, aber im Hinterhof sitzen tatsächlich schon Leute. Draußen ist auch eine Sky-Werbung zu sehen, die in der Regel bedeutet, dass es sich um eine Sky-Sports-Bar handele.
Wir betreten die Kneipe, desinfizieren uns die Hände, setzen uns die Maske auf. Nur eines finden wir nicht: Einen Fernseher mit Sky-Übertragung.
Wir fragen den Typen hinterm Tresen und erfahren: Hier gibt es kein Sky. Warum es dann draußen dranstehe? Schulterzucken. Allerdings hätte uns auffallen können, dass der Name der Lokals und die Biermarke beleuchtet waren, das Sky-Schild nicht (mehr).

Also weiter suchen. In der Innenstadt soll es ebenfalls eine Sky-Bar geben. Wir laufen an der Alexanderskirche vorbei, über den Alexanderplatz (lange nicht so imposant und groß wie in Berlin), und um die Ecke ist sie tatsächlich, die Kneipe mit Sky. Allerdings sind schon alle Tische besetzt, und auch drumherum stehen schon viele Leute.

Also weiter suchen. Ich erinnere mich: Dort, wo unser Auto steht, war ein Asia-Imbiss, wo auch ein Fernseher lief – und es sah nach Fußball aus.
Also laufen wir über den Zweibrücken-Alex dorthin – und tatsächlich: Kaum einer bemerkt es, aber im Imbiss läuft die Luve-Übertragung des Bayern-Spiels. Allerdings von einem vermutlichen asiatischen Sender über das Internet gestreamt.
Egal. Wir gehen rein, suchen uns einen Tisch. Zwar haben wir schon Abendbrot gehabt, dennoch bestelle ich anstandshalber eine Pekingsuppe (lecker!) und etwas zu trinken.
Zwischendurch bliebt der Internetstream hängen, und der Typ am Nachbartisch fummelt über einen Curser alles wieder so hin, dass es funktioniert.
Der Kommentator spricht eine fremde Sprache – absolut keine Ahnung, ob ihn im Laden jemand versteht. Aber bei fast jeder Aktion beginnt er, zu schreien. Für ihn ist das alles sehr aufregend. Egal ob Tor oder was anderes – immer plärrt er ins Mikro. Irgendwie lustig.
Zur Halbzeit sind wir fertig mit dem Essen, und weil es schon 4:1 für die Bayern steht, gehen wir davon aus, dass der Drops gelutscht ist. Wir fahren ins Hotel zurück.

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RTL Fußball – Europa League: Mailand – Leverkusen

Donnerstag, den 13. August 2020
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MO 10.08.2020 | 20.30 Uhr | RTL

Eigentlich haben wir uns an die Stille im Fußballstadion schon gewöhnt. Umso merkwürdiger war das Spektakel, das am Montagabend RTL seinen Zuschauern bot. Bei der Übertragung des Europa-League-Viertelfinalspiels zwischen Mailand und Leverkusen waren Fangesänge zu hören – und auch nicht abzustellen.
Und nicht nur, dass man den Zuschauern diese Fake-Geräusche präsentieren musste – es waren mitunter wohl auch noch die falschen.

Wie Zuschauer monierten, sollen zeitweise Fangesänge für den 1. FC Köln zu hören gewesen sein. Was natürlich blöd ist, wenn man der Übertragung eines Leverkusen-Spiels folgt.
RTL weist die Schuld von sich, schließlich würden sie das Signal ja von der UEFA bekommen.
Die UEFA weist die Schuld von sich, schließlich sei ja Sky für dieses künstliche Tonsignal verantwortlich.
Sky weist die Schild von sich, angeblich habe es die falschen Gesänge nicht gegeben.
Und angeblich fanden es die RTL-Zuschauer aber grundsätzlich dufte, dass die Fake-Sounds zu hören waren, obwohl ja die ganze Zeit ein ziemlich leeres Stadion zu sehen war.

Leverkusen ist übrigens ausgeschieden. Was wirklich sehr schade ist, wo doch RTL für die nächste Übertragung schon die schönsten Fangesänge aus Düsseldorf zusammengestellt hat. Wäre auch bestimmt keinem aufgefallen.

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ZDF-Sport extra – Fußball-Relegation 2020 – 2./3.Liga

Mittwoch, den 8. Juli 2020
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DI 07.07.2020 | 18.00 Uhr | ZDF

Inzwischen wird schon wieder fast zwei Monate lang in Deutschland Profifußball gespielt. Mittlerweile haben wir uns fast daran gewöhnt, dass es bei den Live-Übertragungen nicht mehr so laut ist, dass man stattdessen besser mitbekommt, was auf dem Feld so gesprochen wird.

Am Dienstagabend übertrug das ZDF die Relegation der 2. und 3. Liga: das Hinspiel zwischen Nürnberg gegen Ingolstadt. Und wir als Zuschauer sind tatsächlich mittendrin. Wir hören, wenn Spieler meckern. Wenn Spieler schreien, dass man doch den Ball ins Aus geben soll, weil jemand verletzt auf dem Feld liegt. Wir hören Diskussionen, und wir hören auch, wie und auf welche Weise Spieler diskutieren.
Das ist spannend! Es sind Einblicke, die man unter normalen Umständen gar nicht bekommt, weil das alles gnadenlos übertönt wird. Es geht im Lärm sehr viel mehr unter – das merkt man erst jetzt.

Und man konnte am Dienstagabend den Unterschied merken. Denn parallel übertrug auch Amazon Prime Video dasselbe Spiel. Der Unterschied: Im ZDF gab es den Originalton, bei Amazon Prime Video eine künstliche akustische Stadionatmosphäre. Das klang irgendwie vertraut, und man muss den Tonleuten auch zugestehen, dass sie es ziemlich gut hinbekommen, die Emotionen gut der Situation anzupassen. Allerdings sieht man in vielen Kameraeinstellungen aber natürlich trotzdem, dass das Stadion leer ist. Und ein leeres Stadion mit jubelnden Leuten – das passt irgendwie nicht. Man hat sich auch an die Stille schon gewöhnt…

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SCHW31NS7EIGER – Memories. Von Anfang bis Legende

Mittwoch, den 17. Juni 2020
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MO 15.06.2020 | Amazon Prime Video

Bastian Schweinschweiger. Fußball-Weltmeister. DFB-Pokalsieger. Deutscher Fußballmeister. In seinem Leben als Sportler hat er viele Pokale gewonnen, und noch heute gehört er zu den bekanntesten Fußballern in Deutschland. Viele Jahre spielte er beim FC Bayern München. 2019 beendete er seine Karriere.
Der Produzent Til Schweiger hat nun eine Dokumentation über Schweinsteiger gedreht, unter der Regie von Robert Bohrer. Die Doku ist beim Streamingdienst Amazon Prime Video zu sehen.

Schweinsteiger spielt in Rosenheim Fußball, als er dort von Talentscouts des FC Bayern München entdeckt wird. Dort beginnt er eine lange Karriere, 17 Jahre lang bleibt er beim Verein.
Der Film erzählt von seinem Aufstieg, aber auch von schmerzhaften Niederlagen. Vom verschossenen Elfmeter beim Champions-League-Finale dahoam – aber auch ausführlich von der Fußball-WM 2014 und von seinem verbissenen Kampf im dramatischen Finale.
Zu Wort kommen dabei auch diverse Weggfährten – von Oliver Kahn über Felix Neureuther bis zu Lukas Podolski – und Til Schweiger.

Letzteres wirkt in dieser Doku ein wenig seltsam, aber als Freund von Schweinsteiger und Produzent hat Schweiger natürlich auch einiges zu erzählen.
“SCHW31NS7EIGER – Memories. Von Anfang bis Legende” heißt die Doku und drückt aus, worum es im Film geht. Darum, wie aus dem Bastian die Legende wurde. Dass eine solche Doku letztlich eher unkritisch ist, davon kann man ausgehen. Dennoch ist es interessant zu sehen, wie keck sich der jugendliche Bastian beim FCB hochspielte – und auch, wie er mit Niederlagen kämpfte.
Deshalb ist diese Doku meistens recht kurzweilig. Hier und da vielleicht ein bisschen zu viel und zu laute Hintergrundmusik. Aber gerade Schweinsteigers Fans können sich über die Erinnerungen freuen.

-> Die Doku bei Amazon Prime Video

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Bundesliga live: Hertha BSC Berlin – Union Berlin

Dienstag, den 26. Mai 2020
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FR 22.05.2020 | 20.20 Uhr | Amazon Prime Video

Früher, da kann sich wahrscheinlich kaum noch jemand dran erinnern, da herrschte im Fußballstadion während der Bundesliga-Spiele immer so ein Grundrauschen. Im Berliner Olympiastadion zum Beispiel. Da saßen dann schon mal 70.000 Menschen, um zuzusehen. Und fiel ein Tor, da schwoll die Lärmkurve steil an, und der Jubel war riesig. Und oft sangen die Leute auch, wenn dann riesige Chöre anstimmen, dann hatte das was Besonderes.
Früher, wie gesagt. Lange her.

Am Freitagabend übertrug der Streamingdienst Amazon Prime Video live das Bundesliga-Spiel zwischen Berlin und Berlin. Zwischen Hertha BSC und Union. Zwischen Westend und Köpenick. Eigentlich der ganz große Höhepunkt im Berliner Fußballkalender.
Und wieder: Da war dieses Grundrauschen. Allerdings kam es nicht von singenden Menschenmassen, sondern vom Regen, auf das Hallendach niederprasselte. Ein schöner, heftiger Regenschauer, und ein fast beruhigendes Rauschen.
Aber immerhin irgendwelche Geräusche.

Auch das Berlin-Derby musste wegen der Sicherheitsmaßnahmen rund um das Coronavirus ohne Publikum auskommen. Dass Hertha am Ende 4:0 gewann, wurde sicherlich bejubelt – aber nur zu Hause, bei den Fernsehzuschauern, wenn man Hertha-Fan ist.

Fans sagen, dass sei nicht mehr der Fußball, den sie lieben. Es sei so still, alles wirke wie ein Trainingsspiel. Und mal abgesehen von der grundsätzlichen Diskussion über den Fußball in der Coronakrise – könnte sich nicht einfach auch ein Gewöhnungseffekt einstellen? Immerhin geht es um den Fußball. Und fällt ein Tor für die richtige Mannschaft, ist das ja trotzdem toll. Und nur weil aus dem Fernsehlautsprecher kein Applaus dringt, ist es nicht mal gut?
Auch alle Show im Fernsehen müssen seit mehr als zwei Monaten ohne Live-Publikum auskommen. Die “heute show” ist lacher- und applausfrei. Und auch daran haben wir uns gewöhnt, weil es in der Sendung weniger um die Atmosphäre geht, sondern um die Gags. Sind die gut, ist die Sendung gut.
Und ist das beim Fußball anders? Istd er Hertha-Sieg schlechter, weil keiner im Stadion war? Gucken die Fußballfans den Fußball doch nicht wegen des Fußballs, sondern wegen der Stimmung?

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Fußball: Bundesliga – Samstags-Konferenz

Sonntag, den 17. Mai 2020
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SA 16.05.2020 | 15.15 Uhr | Sky Sport News

Stell dir vor, Borussia Dortmund schießt in der Bundesliga ein Tor, und keiner jubelt. Und wenn du dir das nicht vorstellen kannst, dann schalte doch einfach die Bundesliga-Konferenz auf Sky ein.
Am Sonnabend rollte nach zwei Monaten wieder der Ball. Die Coronakrise hat auch den Fußball wochenlang in Deutschland ausgebremst. Dass es jetzt wieder los geht, dass die Saison nicht einfach abgebrochen wird wie in anderen Sportarten, das stößt keineswegs auf ungeteilte Gegenliebe.

Die Sicherheitsvorkehrungen sind groß. Die Stadien bleiben leer. Die Bundesliga geht nur noch mit Geisterspielen. Bis zu 300 Leute dürfen überhaupt nur rein. Die Spieler kommen alle alleine, nicht im Mannschaftsbus. Sie werden immer wieder auf das Coronavirus getestet. In den Katakomben müssen sie Abstand halten, bedauerlicherweise sogar unter der Dusche. Torjubel ist erlaubt, umarmen und abklatschen nicht.
Da zuckt man als Zuschauer schon zusammen, wenn da plötzlich Zweikämpfe auf dem Platz zu sehen sind, wenn an den Trikots gezerrt wird – Körperkontakt ist nur während des Spiels auf dem Platz erlaubt.
Logisch ist es nicht wirklich.

Weil ja die Zuschauer vor Ort nicht dabei sein dürfen, werden die Fußball-Konferenzen der ersten beiden Spieltage live im Free-TV übertragen. Sie sind auf Sky Sport News zu sehen, der Sender wird vermutlich einen Quotenrekord erleben.

Aber es blieb am Sonnabendnachmittag bei der Sky-Konferenz sehr ruhig. Keine Gesänge, kein Jubel, kein Geschrei, keine Hassgesänge. Nur das Trampeln, das Keuchen, die Rufe der Spieler, man hörte leise die kleinen Diskussionen, die Schiedsrichter-Pfiffe. Eigentlich war man sogar näher dran, selbst wenn alles ein bisschen wie Trainingsspiele wirkte. Aber daran wird man sich als Zuschauer vermutlich gewöhnen.
Wer die Bundesliga-Schlusskonferenz im ARD-Radio, zum Beispiel bei radioeins, gehört hat, wird festgestellt haben, dass die Stadion-Atmosphäre dort seltsamerweise viel weniger gefehlt hat. Ein bisschen Hintergrundrauschen war dort auch zu hören, und man hat die Reporter gut gehört.

Viel spannender ist die Frage, ob die Bundesliga bis Ende Juni wirklich reibungslos verläuft. Mit Dynamo Dresden ist bereits eine Mannschaft der 2. Liga vorübergehend in einer Coronapause. Was ist, wenn es in den Team weitere Fälle gibt und ganze Mannschaften deshalb ausfallen?

Dass die Bundesliga überhaupt weitergeht, ist umstritten. Hobbyfußballer haben schließlich auch Pause. Andererseits ist die Bundesliga auch Teil der deutschen Wirtschaft, die Spieler sind Profis, und es hängen zehntausende Arbeitsplätze dran, und überhaupt sind die 36 Vereine mehr als nur die Profis, es hängt ja viel mehr dran. Und wenn man sich darüber aufregt, dass die Wirtschaft den Bach runter geht, kann man sich eigentlich nicht darüber beschweren, dass beim Profifußball der Verfall verhindert werden soll. Das Argument, dass der Fußball sich von seinen Fans entfernt habe, weil diese Geisterspiele nicht für die Fans, sondern aus wirtschaftlichen Gründen stattfinden, kann man anbringen. Aber es ist auch ein bisschen unfair, denn kann man es diesen Vereinen verübeln, dass sie weiterleben wollen? Und dass das scheinbar nur dadurch geht, dass die Bundesliga weitergeht?

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Sportschau: Fußball-WM 2014 – Finale

Sonntag, den 12. April 2020
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SA 11.04.2020 | 18.20 Uhr | Das Erste

“Schirrle. Der kommt an! Mach ihn! Mach ihn! Der macht ihn! Mario Götzeee!! Das ist doch Wahnsinn! Und da ist gekommen dieser eine Moment für Mario Götze! Da ist alles andere egal! Irre!”

Tor für Deutschland! Gegen Argentinien!
Aber etwas ist anders. Draußen ist kein Jubel zu hören. Keine Böller. Gar nichts. Absolute Stille, da draußen. Freut sich denn niemand über diesen Erfolg?

Nein, denn dieses Spiel, dass Das Erste am frühen Sonnabendabend zeigte, ist sechs Jahre alt.
Es war der Moment, als Mario Götze sein wohl wichtigstes Tor schoss und ARD-Reporter Tom Bartels ins Mikrofon schrie. Und es war der Moment, bei dem vermutlich 40 bis 50 Millionen Menschen in Deutschland in Jubel ausbrachen. Es war der 13. Juli 2014, und es war das Finale der Fußball-WM in Brasilien.
Diese Szenen sorgen auch heute noch für Gänsehaut. Kann man sich immer wieder anschauen.

Die Coronakrise sorgt dafür, dass die Fußball-Bundesliga nicht stattfindet, und irgendwie müssen nun freigewordene Sendeplätze gefüllt werden. Im Ersten laufen am Sonnabend nun immer historische, sehenswerte, aber eben alte Fußballspiele.
Dieses aber war so besonders, dass ich beim Zappen genau dort hängenblieb, und ich wusste, dass in der 113. Minute etwas passieren wird, und ich wusste auch noch, wo ich am 13. Juli 2014 war, wo ich dieses Spiel gesehen habe.
Das Spiel ist auch 2020 noch so besonders, dass die Ausstrahlung dazu führte, dass der Hashtag #GERARG bei Twitter ganz oben stand.

-> Die letzten Minuten des Spiels auf Youtube
-> Originalbeitrag im Blog vom 14.7.2014

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