RTZapper

Bundestag live

Freitag, den 8. November 2019
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DO 07.11.2019 | 9.00 Uhr | Parlamentsfernsehen

Aufmerksamkeit ist nicht zu verhindern, denn der Zwischenfall ist live übertragen worden.
Während der Debatte im Bundestag über eine mögliche Abschaffung des Bargeldes wird der CDU-Abgeordnete Matthias Hauer plötzlich sehr fahrig. Er zittert, sucht nach Worten – und irgendwann geht gar nichts mehr.
Die Herrschaften von der AfD verhöhnen ihn noch, lachen ihn aus, als Hauer mitten im Satz plötzlich nichts mehr sagt. Aber das Lachen blieb auch den Rechten bald im Halse stecken.

Matthias Hauer erlitt einen Schwächeanfall. Das Parlamentsfernsehen zeigt noch, wie einige Abgeordnete nach vorne rennen, um ihm zu helfen. Bald wird das Mikro abgeschaltet, man sieht noch, dass dem Mann geholfen wird. Dann sieht man sehr lange nur ein Bild von der Reichstagskuppel.
Über eine Stunde danach geht erst die Sitzung weiter, und der stellvertretende Bundestagpräsident Kubicki (FDP) mahnt an, dass man keine Bilder davon ins Netz stellen solle. Stichwort: Menschenwürde.

Menschenwürde aber scheint für immer weniger Menschen eine große Rolle zu spielen. Unter diversen Videos sind Hasskommentare zu finden, Hetzer kübeln ihre Häme aus. Da scheint es keine Hemmungen mehr zu geben, es handele sich ja schließlich um Meinungsfreiheit, und gerade solche Hetzer sind es dann, die die Meinungsfreiheit bedroht sehen, weil sie ihre Hetze nicht unwidersprochen verbreiten können.

Interessantes Detail am Rande: Anke Domscheit-Berg aus Fürstenberg, die für die Linke im Bundestag sitzt, schrieb später auf Twitter, dass die Arbeitsbedingungen im Bundestag menschenfeindlich seien. Es dürfe im hohen Haus nichts getrunken werden, selbst bei stundenlangen Debatten. Das müsse sich ändern. Wäre mal eine Diskussion wert.

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RTelenovela

Mit der Bahn von Funkloch zu Funkloch

Freitag, den 30. August 2019
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Wer mit dem Regionalexpress durch Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern rollt, bekommt ein Gefühl dafür, wie es um die Telekommunikation in Deutschland bestellt ist. Und damit meine ich nicht den freundlicherweise viertelstündigen Aufenthalt mit dem RE5 in Löwenberg, wo man alles schnell noch auf dem Handy erledigen kann, was zu erledigen ist.
Denn spätestens zwischen Dannenwalde und Fürstenberg schwindet der Handyempfang – stellenweise sind die Funklöcher so tief, dass gar nichts mehr gibt und der Hinweis “Nur Notrufe” auf dem Display erscheint. Und vielleicht wird ja sogar das vom Funkloch verschluckt. Da atmet man echt auf, wenn man den Fürstenberger Bahnhof erreicht hat – bevor es im Wald nördlich davon technisch wieder ganz finster wird.
Ist man dann weiter in Richtung Rostock unterwegs, kann man immer wieder zusehen, wie die Balken schwinden. Da wäre W-Lan im Zug ganz schön.

Den hat man dann im ICE. Mit dem war ich dann zwischen Rostock und Stralsund unterwegs. Der Zug kam aus Hamburg und brachte offenbar die Urlauber an die Ostsee.
Schon seit langem kämpft die Brandenburger Landeshauptstadt Potsdam um einen ICE-Anschluss. Die Potsdamer werden vermutlich weinen, wenn sie sehen, wo der ICE zwischen Rostock und Stralsund überall hält.
So stoppt der ICE scheinbar auf einem Acker namens Ribnitz-Damgarten West. Schaut man aus dem Fenster, blickt man aufs Feld. Da ist nichts. Erst bei der Ausfahrt sah ich dann, dass auf der anderen Seite noch ein richtiger Bahnsteig und ein Bahnhofsgebäude kam.
Zweiter Stopp: Velgast. Davon habe ich vorher noch nie gehört, aber wenn ein ICE dort hält, muss es ja ein bedeutsamer Ort sein.
Wie gesagt: Die Potsdamer sollten vielleicht nicht mit diesem ICE fahren – sie würden mit dem Kopf schütteln.
Aber wenigstens war der Handyempfang sehr gut – mit W-Lan.

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ZDF.reportage: B96 – Roadtrip auf der Straße der Träume

Dienstag, den 12. März 2019
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SO 10.03.2019 | 18.00 Uhr | ZDF

Die B96 muss bei Medienleuten neuerdings irgendeine Faszination ausstrahlen. Mehrere Bücher über die ehemalige Fernverkehrsstraße sind erschienen, und auch ein ganzes Special auf Spiegel Online.
Nun schob das ZDF eine zweiteilige Doku hinterher, die von Spiegel TV produziert worden ist – die Recherche war also schon vorhanden.
Wieso man aber meint, eine 500 Kilometer lange Strecke auf eine Stunde einzudampfen, ist rätselhaft. Zweimal 30 Minuten, beide Male am frühen Sonntagabend, waren im ZDF zu sehen. Viel zu wenig.

Da zeigte man zu Beginn des zweiten Teils Bilder vom Picknick in Weiß im Oranienburger Schlosspark – und immerhin erwähnte man ganz am Schluss, dass ja die B96 gar nicht mehr durch die Innenstadt von Oranienburg führt. In Teschendorf stellten die Filmemacher einen Bratwurst-Imbiss vor. In Fürstenberg ging es um die starke Verkehrsbelastung an der engsten Stelle der B96. Im Norden war natürlich die Rühgenbrücke in Stralsund ein Thema – und der Endpunkt war ein Kreisverkehr in Sassnitz auf Rügen, wo die B96 endet.

Es hätte noch so viele spannende Geschichten gegeben, die leider ignoriert worden sind. Man hätte noch weiter auf die Teilung der B96 zu Ost-West-Zeiten eingehen können. Oder den Entenschnabel in Glienicke, wo die B96 genau auf der Ost-West-Grenze verlief. Oder über die ganz alte F96 nördlich von Greifswald.
Aber in einer Stunde kann man das natürlich alles nicht erzählen. Gern hätte das ZDF der B96 mehr als 60 Minuten gönnen können.

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RTelenovela

Vermisst: Schnee

Dienstag, den 6. Februar 2018
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Wann wird’s mal endlich wieder Winter? Ich könnte die Frage noch präzisieren: In Oranienburg? Am Sonntag sah ich wunderschöne Schneebilder aus vielen Regionen Deutschlands. Auf Instagram posteten zig Leute, denen ich folge, herrliche Winterfotos. Auch aus Fürstenberg. Der Marktplatz ganz in Weiß. So weit weg ist der Winter also nicht.

Und auch die Schneeräumer scheinen so langsam nervös zu werden.
Am Montagfrüh gegen 4.30 Uhr – der SuperBowl war gerade entschieden – hörte ich von draußen das bekannte Geräusch der Schneemaschinen, dazu die orangenen Rundumleuchten.
Doch der Blick aus dem Fenster war erstens ernüchternd – immer noch kein Schnee – und zweitens merkwürdig: Denn das Räumfahrzeug fuhr langsam durch meine Straße, und irgendwie machte es den Eindruck, als suche der Fahrer nach Schnee, den er wegräumen konnte. Oder nach Eisflächen, die hätten gestreut werden müssen. Doch da war in unserem Wohnviertel leider gar nichts zu holen.
Aber vielleicht lag ja irgendwo anders in Oranienburg ein halber Millimeter Schnee, und das Räumfahrzeug ist nicht ganz umsonst durch die Stadt gerollt.

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aRTikel

Schlagzeilen 2017: Wünsch dir was!

Donnerstag, den 5. Januar 2017
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Man wird ja wohl mal träumen dürfen – Nachrichten, die wir in diesem Jahr gern lesen möchten

MAZ Oberhavel, 5.1.2017

Oberhavel.
„Wünsch dir was“ sangen die Toten Hosen einst. Und das machen wir heute einfach mal, in dem wir ein paar Schlagzeilen auf diese Seite stellen, die wir 2017 gern lesen wollen. Und dabei haben wir noch nicht mal berücksichtigt, dass wir uns wünschen, dass Oranienburg endlich bombenfrei ist, oder zumindest ordentlich Geld bereitgestellt wird, dass zügig alles geräumt werden kann. Dass wir alle nirgendwo mehr Angst haben müssen und dass wir auf Märkten und Festen sicher sind und der IS einsieht, dass das alles keinen Sinn hat. Dass im Internet nicht mehr der tägliche Shitstorm und Hass gegen alles und jeden herrscht und wir uns endlich mal wieder beruhigen. Weitere spezielle Wünsche für Oberhavel stehen auf dieser Seite. Und natürlich – es sind Wunschträume. Aber mal ehrlich: Man wird doch echt noch träumen dürfen, oder?

Fürstenberg bekommt endlich W-Lan
Komplette Stadt mit offenem Hotspot

Mark Forster ist Dauergast in Kremmen
Mega-Erfolg: Popsänger gibt in der „Tiefsten Provinz“ 33 Zusatzkonzerte

Kentucky Fried Chicken öffnet im Oranienpark

Mister Germany (18) kommt aus Großmutz

Raab-Nachfolger
OHV-TV überträgt „Wer besiegt Paul?“ live

Heide-Park plant Oberhavel-Ableger
Riesige Freizeitanlage auf einem Feld nahe Gransee geplant

Erst Hertha BSC, nun auch Alba Berlin
Fußballer bauen Stadion bei Oranienburg, Basketballer wollen sich in Neuholland ansiedeln

Beat-Fabrik erlebt Besucheransturm
Marwitzer Disco wieder wöchentlich geöffnet

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RTelenovela

Lassen Sie mich vor, ich bin Apotheker!

Montag, den 11. Juli 2016
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Lassen Sie mich vor, ich bin Apotheker! Diesen Spruch solltest du dir merken, wenn du dich das nächste Mal in einer Warteschlange vordrängelst. In Fürstenberg hat es am Sonnabend funktioniert, führte aber zu einem geradezu bizarren Streit.
Ein Mann und eine Frau warteten am Langos-Stand hinter uns, entdeckten aber weiter vorn Freunde – und stellten sich zu ihnen. Das fiel natürlich den dahinter Wartenden auf. Eine Frau vor uns sprach den Mann an, was das denn solle. Und das sei ja unsozial. Der reagierte erst nicht, erst als die Frau perment auf ihn einredete – und auch uns mit einbezog, da drehte sich der Mann um. “Wollen Sie Ärger”, fragte er.

Uuh. Jetzt wurde es spannend.
Der Mann wollte von der Frau wissen, was Sie denn heute schon Soziales geleistet habe. Und was die Frau denn von Beruf sei. Hat zwar nichts mit dem Vordrängeln zu tun, aber egal.
Die Frau sei Apothekerin, sagte sie. Und der Vordrängler auch, wie sich rausstellte. Und er tat so, als sei Apotheker ein reiner Sozialberuf.
Der Kollegenstreit ging aber noch weiter. Und wenn der Herr Apotheker vor hatte, den Wasserfest-Arroganzpreis an diesem Abend ganz locker.
Er sei ja heute schon viel unterwegs gewesen, und Schütze sei er auch. Sogar Schützenkönig sei er schon mal gewesen, allerdings schon vor ein paar Jahren.
Viel unterwegs, Apotheker, Schütze, Ex-König. Das alles, fand der Vordrängler, seien alles Gründe, warum das Vordrängeln in Ordnung sei. Vielleicht wollte er auch einfach irgendwas sagen, machte es aber nur lächerlicher und noch unsympathischer.

Er bekam irgendwann seinen Langos, wir alle mussten noch länger warten, hatten dafür aber auch länger Zeit, über die ach so soziale Ader des Herrn Apotheker nachzudenken. Uns vor Ehrfurcht in den Staub zu werfen, wollten wir dann doch nicht.

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ZAPPER VOR ORT: Nicole beim Wasserfest

Sonntag, den 10. Juli 2016
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SA 09.07.2016 | Fürstenberg, Stadtpark

Da hat wohl jemand die Texte von Nicole ein bisschen zu ernst genommen. Wenn sie singt, sie sei nur für ihn da und er solle doch kommen, da fühlte dieser jemand sich wohl wirklich angesprochen.
Plötzlich jedenfalls rannte am Sonnabendnachmittag beim Wasserfest im Fürstenberger Stadtpark ein Mann auf die Bühne, um die Schlagersängerin Nicole zu umarmen. Nicole trat mitten im Song die Flucht an, und ein Securitymann schob den aufdringlichen Herren wieder von der Bühne.
Nach diesem Zwischenfall musste sich Nicole kurz mal sammeln, ein wenig schockiert schien sie wohl tatsächlich gewesen zu sein.

Aber Nicole ist Profi. Seit 1981 singt sie, “Flieg nicht so hoch, mein kleiner Freund” war ihr erster Hit, und 1982 hatte sie ihren endgültigen Durchbruch mit “Ein bisschen Frieden” – und dem Sieg beim Eurovision Song Contest.
Und es ist ja immer wieder erstaunlich: Man denkt, man hat mit diesen Schlagern gar nicht sooo viel am Hut, und dann singt Nicole los, und man kennt dann doch vieler dieser Lieder: “Ein leises Lied”, “Dann küss mich doch”, “Mir vielleicht vielleicht” – und so weiter. Das liegt allerdings auch daran, dass ja auf zdf.kultur die ZDF-Hitparade täglich wiederholt wird – und in den 80ern und sehr frühen 90ern Schlager in Deutschland noch sehr viel mehr im Musik-Mittelpunkt standen.
Ganz Profi badet Nicole in der Menge, lässt sich auch von den erstaunlich vielen Fotografen und Filmern nicht stören und zieht freundlich, locker ihr Programm durch.
Auch als der junge Mann erstmals vor der Bühne stand, Fotos von Nicole machte und ihr dabei immer näher kam, ließ sie sich nichts anmerken – aber vermutlich war die Security da schon aufmerksam geworden.

Andererseits wird sich Nicole durch den kleinen Zwischenfall an Fürstenberg wohl länger erinnern. Das Publikum an Nicole aber auch – ein schöner Nachmittag mit einer sympathischen Sängerin.

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